{"id":71487,"date":"2019-11-28T19:16:42","date_gmt":"2019-11-28T17:16:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71487"},"modified":"2019-11-28T19:16:42","modified_gmt":"2019-11-28T17:16:42","slug":"x-b-155-18-keine-anwendung-des-ermaessigten-steuersatzes-bei-verteilung-einer-kapitalzahlung-aus-einem-versorgungswerk-auf-zwei-veranlagungszeitraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-155-18-keine-anwendung-des-ermaessigten-steuersatzes-bei-verteilung-einer-kapitalzahlung-aus-einem-versorgungswerk-auf-zwei-veranlagungszeitraeume\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;155\/18 &#8211; Keine Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes bei Verteilung einer Kapitalzahlung aus einem Versorgungswerk auf zwei Veranlagungszeitr&auml;ume"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2019, X B 155\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.190819.XB155.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes bei Verteilung einer Kapitalzahlung aus einem Versorgungswerk auf zwei Veranlagungszeitr&auml;ume<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Zahlt ein berufsst&auml;ndisches Versorgungswerk die vor dem 01.01.2005 entstandenen Anwartschaften in zwei Teilkapitalbetr&auml;gen &uuml;ber zwei Veranlagungszeitr&auml;ume verteilt aus, kommt eine Gew&auml;hrung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nach &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG nicht in Betracht, sofern die eine Zahlung nicht lediglich als geringf&uuml;gige Zusatzleistung zu der anderen (Haupt-)Zahlung angesehen werden kann.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Bei der Anwendung und Auslegung des &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG differenziert die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung zwischen den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit einerseits und den anderen Einkunftsarten andererseits. Die zur Beg&uuml;nstigung von Aktienoptionen bei Arbeitnehmern geltende Rechtsprechung kann daher nicht auf den Bezug von Kapitalauszahlungen von Versorgungswerken &uuml;bertragen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 07.11.2018 &#8211; 4 K 2328\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Mitglied eines berufsst&auml;ndischen Versorgungswerks. Die Satzung des Versorgungswerks r&auml;umt den Mitgliedern das Wahlrecht ein, sich ihre Anwartschaften, soweit sie auf vor dem 01.01.2005 entrichteten Beitr&auml;gen beruhen, in Form eines Kapitalbetrags auszahlen zu lassen. Hiervon machte der Kl&auml;ger Gebrauch. Die kapitalisierte Anwartschaft wurde ihm in zwei Teilbetr&auml;gen ausgezahlt. Im Streitjahr 2014 erhielt er 250.000&nbsp;EUR, im Jahr 2016 weitere 302.615,88&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Teilzahlung von 250.000&nbsp;EUR im angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2014 mit dem Besteuerungsanteil (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) von 170.000&nbsp;EUR an und unterwarf diesen Betrag der tariflichen Einkommensteuer. Der Kl&auml;ger begehrte demgegen&uuml;ber die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes unter dem Gesichtspunkt einer Verg&uuml;tung f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht f&uuml;hrte aus, die Beg&uuml;nstigung au&szlig;erordentlicher Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;34 EStG erfordere stets eine Zusammenballung von Eink&uuml;nften. Daran fehle es, wenn &#8211;wie hier&#8211; zwei ann&auml;hernd gleich hohe Teilzahlungen in verschiedenen Veranlagungszeitr&auml;umen bezogen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist unter keinem der vom Kl&auml;ger genannten Gesichtspunkte gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (Senatsbeschluss vom 12.02.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;90\/18, BFH\/NV 2019, 513, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage, ob eine Teilkapitalauszahlung aus einem berufsst&auml;ndischen Versorgungswerk der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG unterliegt, fehlt es an der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, da sie durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung bereits gekl&auml;rt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat f&uuml;r Sachverhalte, in denen die vor dem 01.01.2005 entstandenen Anwartschaften aus einem berufsst&auml;ndischen Versorgungswerk in einer einzigen Einmalzahlung abgefunden wurden, die Beg&uuml;nstigung bejaht, auch wenn der Steuerpflichtige anschlie&szlig;end noch Renten aus den weiteren Anwartschaften bezogen hat (Urteile vom 23.10.2013&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFHE 243, 287, BStBl II 2014, 58, Rz&nbsp;68&nbsp;ff.; X&nbsp;R&nbsp;11\/12, BFH\/NV 2014, 328, Rz&nbsp;27, und X&nbsp;R&nbsp;21\/12, BFH\/NV 2014, 330, Rz&nbsp;38&nbsp;ff.). Dabei hat der Senat ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte grunds&auml;tzlich nur dann vorliegen, wenn die zu beg&uuml;nstigenden Eink&uuml;nfte in einem einzigen Veranlagungszeitraum zu erfassen sind (Urteil in BFHE 243, 287, BStBl II 2014, 58, Rz&nbsp;72, m.w.N.). Damit scheiden Kapitalzahlungen, die &uuml;ber zwei Veranlagungszeitr&auml;ume verteilt werden, jedenfalls dann aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG aus, wenn die eine Zahlung nicht lediglich als geringf&uuml;gige Zusatzleistung zu der anderen (Haupt-)Zahlung angesehen werden kann (BFH-Urteil vom 02.08.2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE 254, 573, BStBl II 2017, 258, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar weist der Kl&auml;ger zutreffend darauf hin, dass der VI.&nbsp;Senat des BFH bei der Besteuerung von Arbeitnehmern den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz auf geldwerte Vorteile aus Aktienoptionsprogrammen auch dann anwendet, wenn solche Optionen wiederholt einger&auml;umt werden und die jeweils gew&auml;hrte Option nicht in vollem Umfang einheitlich ausge&uuml;bt wird (vgl. zu &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG in der bis 1998 geltenden Fassung, die die Voraussetzung der Au&szlig;erordentlichkeit der Eink&uuml;nfte noch nicht enthielt, BFH-Urteil vom 19.12.2006&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;136\/01, BFHE 216, 251, BStBl II 2007, 456; ebenso f&uuml;r die ab 1999 geltende Regelung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG BFH-Urteil vom 18.12.2007&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;62\/05, BFHE 219, 349, BStBl II 2008, 294).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der VI.&nbsp;Senat des BFH hat indes selbst ausdr&uuml;cklich betont, dass bei der Anwendung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG zwischen den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit und den anderen Einkunftsarten zu differenzieren sei und eine einschr&auml;nkende Anwendung der genannten Norm bei Arbeitnehmern nicht erforderlich sei, weil diese in ihren finanziellen und wirtschaftlichen Dispositionen grunds&auml;tzlich nicht so frei und unabh&auml;ngig seien wie die Bezieher anderer Einkunftsarten (so BFH-Urteil vom 07.05.2015&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;44\/13, BFHE 249, 523, BStBl II 2015, 890, Rz&nbsp;15). Damit ist in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung bereits gekl&auml;rt, dass die f&uuml;r Arbeitnehmer entwickelten Sonderregeln nicht auf die Auslegung und Anwendung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG bei den anderen Einkunftsarten &uuml;bertragbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es bedarf auch keiner h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung, ob das Erfordernis der Zusammenballung von Eink&uuml;nften mit dem Grundsatz des Vorbehalts des Gesetzes vereinbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger ist insoweit der Auffassung, es handele sich um ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal, das sich nicht auf den Gesetzeswortlaut zur&uuml;ckf&uuml;hren lasse. Indes hat die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung dieses Erfordernis stets aus dem Umstand abgeleitet, dass sowohl der Wortlaut des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG als auch der des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 EStG ausdr&uuml;cklich nur &quot;au&szlig;erordentliche&quot; Eink&uuml;nfte beg&uuml;nstigt (vgl. BFH-Urteile vom 25.02.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;10\/12, BFHE 245, 1, BStBl II 2014, 668, Rz&nbsp;33, und vom 09.12.2014&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 248, 75, BStBl II 2015, 529, Rz&nbsp;20&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aus dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 28.11.2016&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/15 (BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393) folgt nichts anderes. Dieser Beschluss befasst sich &#8211;worauf schon das FA in seiner Beschwerdeerwiderung zutreffend hingewiesen hat&#8211; mit dem Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung bei der Ermessensentscheidung &uuml;ber die Gew&auml;hrung einer Billigkeitsma&szlig;nahme. Der Gro&szlig;e Senat des BFH (Rz&nbsp;120 des zitierten Beschlusses) hat zu dieser Fallgestaltung ausgesprochen, dass die bei Billigkeitsma&szlig;nahmen gebotene Einzelfallentscheidung nicht allein aufgrund einer Verwaltungsanweisung durch eine typisierende Regelung ersetzt werden d&uuml;rfe. Damit ist die im vorliegenden Verfahren ma&szlig;gebende Frage, wie ein &#8211;im Gesetz enthaltener&#8211; unbestimmter Rechtsbegriff durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung auszulegen ist, schon im Ansatz nicht vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2019, X B 155\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.190819.XB155.18.0 Keine Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes bei Verteilung einer Kapitalzahlung aus einem Versorgungswerk auf zwei Veranlagungszeitr&auml;ume Leits&auml;tze 1. NV: Zahlt ein berufsst&auml;ndisches Versorgungswerk die vor dem 01.01.2005 entstandenen Anwartschaften in zwei Teilkapitalbetr&auml;gen &uuml;ber zwei Veranlagungszeitr&auml;ume verteilt aus, kommt eine Gew&auml;hrung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nach &sect; 34 Abs. 2 Nr. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-155-18-keine-anwendung-des-ermaessigten-steuersatzes-bei-verteilung-einer-kapitalzahlung-aus-einem-versorgungswerk-auf-zwei-veranlagungszeitraeume\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;155\/18 &#8211; Keine Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes bei Verteilung einer Kapitalzahlung aus einem Versorgungswerk auf zwei Veranlagungszeitr&auml;ume<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71487","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71487"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71487\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}