{"id":71488,"date":"2019-11-28T19:16:59","date_gmt":"2019-11-28T17:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71488"},"modified":"2019-11-28T19:16:59","modified_gmt":"2019-11-28T17:16:59","slug":"x-b-38-19-heilung-der-verletzung-der-wartefrist-des-par-47-abs-1-zpo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-38-19-heilung-der-verletzung-der-wartefrist-des-par-47-abs-1-zpo\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;38\/19 &#8211; Heilung der Verletzung der Wartefrist des &sect; 47 Abs. 1 ZPO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2019, X B 38\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.290819.XB38.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Heilung der Verletzung der Wartefrist des &sect; 47 Abs. 1 ZPO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Ein in der Verletzung der Wartepflicht des &sect; 47 Abs. 1 ZPO liegender Verfahrensmangel wird geheilt, wenn das Ablehnungsgesuch sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig zur&uuml;ckgewiesen wird.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 24.01.2019 &#8211; 10 K 2068\/18 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r das Streitjahr 2011 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt werden. Der Kl&auml;ger erzielt u.a. Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Er hatte 2011 einen Investitionsabzugsbetrag in H&ouml;he von 32.000&nbsp;EUR f&uuml;r die geplante Anschaffung eines Lkw gebildet. Nachdem der Lkw nicht bis zum Ablauf der dreij&auml;hrigen Investitionsfrist (31.12.2014) angeschafft worden war, machte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Investitionsabzugsbetrag r&uuml;ckg&auml;ngig und &auml;nderte den Einkommensteuerbescheid 2011 entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Zur&uuml;ckweisung des Einspruchs erhoben die Kl&auml;ger Klage (10&nbsp;K&nbsp;3617\/16&nbsp;E). Mit Schreiben vom 22.12.2017 vertrat der beim Finanzgericht (FG) zust&auml;ndige Berichterstatter (B) die Auffassung, eine Verl&auml;ngerung der dreij&auml;hrigen Investitionsfrist sei auch in F&auml;llen h&ouml;herer Gewalt &#8211;wie z.B. bei einem Streik&#8211; nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin lehnten die Kl&auml;ger B mit Schreiben vom 18.01.2018 wegen Besorgnis der Befangenheit mit der &#8211;nicht n&auml;her erl&auml;uterten&#8211; Begr&uuml;ndung ab, sie h&auml;tten in der Vergangenheit festgestellt, dass B nicht neutral und fair urteilen k&ouml;nne und Antr&auml;ge ihres Prozessbevollm&auml;chtigten offensichtlich grunds&auml;tzlich ablehne, um ihm finanzielle Sch&auml;den zuzuf&uuml;gen. Das FG wies den Ablehnungsantrag am 13.02.2018 ohne Mitwirkung des abgelehnten Richters zur&uuml;ck. Am 19.03.2018 wies es eine Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen den Beschluss &uuml;ber den Ablehnungsantrag &#8211; nun unter Mitwirkung des abgelehnten Richters zur&uuml;ck. Eine Beschwerde der Kl&auml;ger gegen den &#8211;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) unanfechtbaren&#8211; Beschluss &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge verwarf der Senat mit Beschluss vom 30.05.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;55\/18 als unzul&auml;ssig, ebenso eine nachfolgende Anh&ouml;rungsr&uuml;ge (Senatsbeschluss vom 24.07.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;22\/18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im fortgesetzten Klageverfahren lud der Vorsitzende (V) f&uuml;r den 19.04.2018 zur m&uuml;ndlichen Verhandlung. Die Kl&auml;ger beantragten am 10.\/11.04.2018 die Aufhebung dieses Termins, weil gegen V und B Ablehnungsantr&auml;ge gestellt worden seien, &uuml;ber die &#8211;wohl im Hinblick auf das seinerzeit noch beim Bundesfinanzhof (BFH) anh&auml;ngige Beschwerdeverfahren&#8211; noch nicht rechtskr&auml;ftig entschieden sei. Dies lehnte V ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.04.2018 ging beim FG ein Schriftsatz der Kl&auml;ger ein, in dem es hie&szlig;: &quot;nach ausf&uuml;hrlicher R&uuml;cksprache mit unseren Mandanten, betreffend das Klageverfahren zur Einkommensteuer 2011, nehmen wir unsere Klage vom 17.&nbsp;November 2016 zur&uuml;ck.&quot; Daraufhin stellte B mit Beschluss vom 23.04.2018 das Klageverfahren ein; diesen Beschluss sandte das FG am 25.04.2018 mit einfachem Brief ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem am 24.04.2018 beim FG eingegangenen Schreiben lehnten die Kl&auml;ger V wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Zur Begr&uuml;ndung bezogen sie sich auf die Ablehnung des Terminverlegungsantrags. Sobald der Rechtsstreit einem anderen Senat &uuml;bertragen werde, werde die Klage weitergef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG verwarf den Ablehnungsantrag am 02.05.2018 &#8211;ohne Mitwirkung des abgelehnten Richters&#8211; mangels Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses als unzul&auml;ssig, weil das Klageverfahren im Zeitpunkt des Eingangs des Ablehnungsantrags bereits beendet gewesen sei. Dieser Beschluss wurde noch am selben Tage mit einfachem Brief abgesandt. Hiergegen erhoben die Kl&auml;ger am 22.05.2018 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge. Diese begr&uuml;ndeten sie mit der Mitwirkung des B an dem Beschluss vom 02.05.2018; ferner vertraten sie die Auffassung, der Ablehnungsantrag sei noch vor der Klager&uuml;cknahme eingereicht worden. Das FG entschied &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge zun&auml;chst nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 04.07.2018 erhoben die Kl&auml;ger Nichtigkeitsklage gegen den Einstellungsbeschluss vom 23.04.2018. Sie beriefen sich darauf, das FG sei damals falsch besetzt gewesen; die Klage solle nun unter neuer Besetzung wieder aufgenommen werden. V und B seien nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan des FG nicht f&uuml;r Klagen gegen das hier beklagte FA zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem V f&uuml;r den 24.01.2019 zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen hatte, lehnten die Kl&auml;ger V am 04.01.2019 wegen Besorgnis der Befangenheit ab und beantragten eine Verlegung des Verhandlungstermins bis zur Rechtskraft der Entscheidung &uuml;ber den Ablehnungsantrag. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrten sie aus, V mische sich grunds&auml;tzlich in Verfahren ein, f&uuml;r die er nicht zust&auml;ndig sei. V gab am 04.01.2019 dienstliche &Auml;u&szlig;erungen ab. Am selben Tage lehnte B &#8211;in seiner Eigenschaft als Vertreter des V&#8211; den Terminverlegungsantrag ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 21.01.2019 wies das FG &#8211;ohne Mitwirkung des V&#8211; den in Bezug auf V gestellten Ablehnungsantrag zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 24.01.2019 wies das FG &#8211;unter Mitwirkung von V und B&#8211; die Nichtigkeitsklage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 05.02.2019 wies das FG &#8211;ohne Mitwirkung des V&#8211; die am 22.05.2018 erhobene Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen den Beschluss vom 02.05.2018, mit dem der in Bezug auf V im urspr&uuml;nglichen Klageverfahren 10&nbsp;K&nbsp;3617\/16&nbsp;E am 24.04.2018 gestellte Ablehnungsantrag zur&uuml;ckgewiesen worden war, zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;ger r&uuml;gen zun&auml;chst, V habe an dieser Entscheidung nicht mitwirken d&uuml;rfen, da &uuml;ber den entsprechenden Ablehnungsantrag aufgrund der seinerzeit noch ausstehenden &#8211;und erst am 05.02.2019 getroffenen&#8211; Entscheidung &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge (10&nbsp;K&nbsp;1566\/18&nbsp;E) noch nicht rechtskr&auml;ftig entschieden worden sei. Diese R&uuml;ge hat &#8211;jedenfalls im Ergebnis&#8211; keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) &#8211;hier i.V.m. &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO&#8211; hat ein abgelehnter Richter vor Erledigung des Ablehnungsgesuchs nur solche Handlungen vorzunehmen, die keinen Aufschub gestatten. Zu diesen unaufschiebbaren Handlungen geh&ouml;rt die Mitwirkung an einer verfahrensabschlie&szlig;enden Entscheidung &uuml;ber die Hauptsache nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings wird ein in der Verletzung der Wartepflicht des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 ZPO liegender Verfahrensmangel nach st&auml;ndiger Rechtsprechung der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes geheilt, wenn das Ablehnungsgesuch sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig zur&uuml;ckgewiesen wird (Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 15.07.2004&nbsp;&#8211; IX&nbsp;ZB&nbsp;280\/03, Zeitschrift f&uuml;r Verbraucherinsolvenzrecht 2004, 753, unter II.1.b; Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 28.12.1999&nbsp;&#8211; 9&nbsp;AZN&nbsp;739\/99, Der Betrieb 2000, 884, unter II.3.; Beschluss des Bundessozialgerichts vom 01.08.2000&nbsp;&#8211; B&nbsp;9&nbsp;SB&nbsp;24\/00&nbsp;B, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2001, 472; BFH-Beschluss vom 14.09.2005&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;53\/05, BFH\/NV 2006, 103; ebenso auch Senatsbeschluss vom 04.12.2017&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;91\/17, BFH\/NV 2018, 342, Rz&nbsp;11&nbsp;f., m.w.N.). In diesem Falle steht fest, dass der verfassungsm&auml;&szlig;ig garantierte Richter (Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes) die Entscheidung getroffen hat. Diese Entscheidungen stehen in verfassungsrechtlicher Hinsicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; (BVerfG-Beschluss vom 30.11.1987&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;1033\/87, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht 1988, 174, unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das Ablehnungsgesuch hingegen Erfolg haben, st&uuml;nde fest, dass der abgelehnte Richter zu Unrecht an der Endentscheidung mitgewirkt h&auml;tte. Gegen die Endentscheidung w&auml;ren dann die hiergegen statthaften Rechtsmittel (Revision, Nichtzulassungsbeschwerde) er&ouml;ffnet und aufgrund des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;2 FGO auch begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vorliegend hat das FG die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen den Beschluss &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsantrags am 05.02.2019 zur&uuml;ckgewiesen. Dieser Beschluss ist unanfechtbar (&sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 FGO) und daher sofort rechtskr&auml;ftig geworden. Damit ist die Heilung des &#8211;etwaigen&#8211; Verfahrensmangels eingetreten. Die nicht statthafte Beschwerde gegen diesen Beschluss ist ohne rechtliche Bedeutung und im &Uuml;brigen mit dem vorliegenden Beschluss verworfen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Danach kann offenbleiben, ob der Ablehnungsantrag, der im Klageverfahren 10&nbsp;K&nbsp;3617\/16&nbsp;E gestellt worden war, &uuml;berhaupt von Bedeutung f&uuml;r das &#8211;davon grunds&auml;tzlich zu unterscheidende&#8211; Verfahren &uuml;ber die Nichtigkeitsklage (10&nbsp;K&nbsp;2068\/18&nbsp;E) sein kann, in dem das vorliegend angegriffene Urteil ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im &Uuml;brigen weist der Senat darauf hin, dass die &#8211;zwar nicht in der Beschwerdebegr&uuml;ndung, wohl aber in parallel eingereichten Schrifts&auml;tzen erhobene&#8211; R&uuml;ge, die Besetzung des beim FG entscheidenden Senats habe nicht dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan entsprochen, unbegr&uuml;ndet w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den eingereichten Gesch&auml;ftsverteilungspl&auml;nen war B sowohl im Jahr 2018 als auch im Jahr 2019 f&uuml;r Verfahren aus dem Bezirk des beklagten FA zust&auml;ndig, soweit der Name des Kl&auml;gers &#8211;was hier der Fall ist&#8211; mit den Buchstaben D bis S beginnt. V wirkt als Vorsitzender ohnehin in allen Entscheidungen mit, die im Vollsenat zu treffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2019, X B 38\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.290819.XB38.19.0 Heilung der Verletzung der Wartefrist des &sect; 47 Abs. 1 ZPO Leits&auml;tze NV: Ein in der Verletzung der Wartepflicht des &sect; 47 Abs. 1 ZPO liegender Verfahrensmangel wird geheilt, wenn das Ablehnungsgesuch sp&auml;ter rechtskr&auml;ftig zur&uuml;ckgewiesen wird. 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