{"id":71491,"date":"2019-11-28T19:17:12","date_gmt":"2019-11-28T17:17:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71491"},"modified":"2019-11-28T19:17:12","modified_gmt":"2019-11-28T17:17:12","slug":"v-r-27-19-v-r-1-17-bemessung-der-umsatzgrenze-fuer-kleinunternehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-19-v-r-1-17-bemessung-der-umsatzgrenze-fuer-kleinunternehmer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;27\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;1\/17) &#8211; Bemessung der Umsatzgrenze f&uuml;r Kleinunternehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2019, V R 27\/19 (V R 1\/17)<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.260919.VR27.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bemessung der Umsatzgrenze f&uuml;r Kleinunternehmer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Liefert der Unternehmer Gegenst&auml;nde, f&uuml;r die er den Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1a UStG nicht in Anspruch nehmen konnte, sind diese Lieferungen in die Bemessung des Gesamtumsatzes nach &sect; 19 Abs. 3 Nr. 1 i.V.m. &sect; 4 Nr. 28 UStG nicht einzubeziehen. Dies gilt auch, wenn das Unternehmen erst durch die Ver&auml;u&szlig;erungst&auml;tigkeit entsteht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 13.07.2016 &#8211; 5 K 1080\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) gr&uuml;ndete im August 2003 mit K eine GbR, deren Unternehmensgegenstand der Einzelhandel mit Angelsportartikeln war. Die GbR wurde im M&auml;rz 2008 aufgel&ouml;st. Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte die T&auml;tigkeit als Einzelunternehmen fort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Steuerfahndungspr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass der Kl&auml;ger bereits vor Gr&uuml;ndung der GbR bei anderen Online-Plattformen registriert gewesen sei und &uuml;ber diese Umsatzgesch&auml;fte abgeschlossen und dabei in den Streitjahren 2006 und 2007 Ums&auml;tze in H&ouml;he von 25.278,79&nbsp;EUR (2006) und 5.265,16&nbsp;EUR (2007) ausgef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; dementsprechend Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r beide Streitjahre. Einspruch und Klage zum Finanzgericht (FG) hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 707 ver&ouml;ffentlichten Urteil des FG ist die Kleinunternehmerregelung nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) nicht anzuwenden. Nehme ein Unternehmer eine T&auml;tigkeit neu auf, sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) auf den voraussichtlichen Umsatz des laufenden Kalenderjahres, also des Erstjahres, abzustellen, der 17.500&nbsp;EUR nicht &uuml;berschreiten d&uuml;rfe. Der Umsatz im Erstjahr sei aufgrund einer Prognose, hilfsweise nach dem tats&auml;chlichen Jahresumsatz im Erstjahr zu bestimmen. Die Sonderregelung f&uuml;r Anlageverm&ouml;gen sei nicht anzuwenden, da es sich um Umlaufverm&ouml;gen gehandelt habe. Dass es sich zun&auml;chst um Sammlerobjekte gehandelt haben soll, sei nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit seiner Revision. Seine unternehmerische T&auml;tigkeit habe bereits mit den ersten Vorbereitungshandlungen und damit bereits beim Erwerb und nicht erst mit der Ver&auml;u&szlig;erung begonnen. Die Sammlungsst&uuml;cke h&auml;tten den Charakter als Anlageverm&ouml;gen auch bei der Versilberung behalten. Die Umqualifizierung in Umlaufverm&ouml;gen h&auml;tte einer Dokumentation bedurft. Zu entscheiden sei, ob es sich bei den Angelsportger&auml;ten um Sammlungs- oder Gebrauchtgegenst&auml;nde gehandelt habe. Der &uuml;ber viele Jahre hingezogene Erwerb von Angeln sei nicht als Nachweis einer Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG und die Umsatzsteuerbescheide 2006 und 2007 vom 14.05.2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 14.03.2013 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger sei erstmals in 2006 unternehmerisch t&auml;tig gewesen, so dass er die dann allein ma&szlig;gebliche Umsatzgrenze von 17.500&nbsp;EUR &uuml;berschritten habe. Der Kl&auml;ger habe beim Erwerb der Angelsportger&auml;te noch nicht vorbereitend f&uuml;r eine sp&auml;tere unternehmerische T&auml;tigkeit gehandelt, da er diese aus privatem Interesse erworben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat der Senat das Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) in der Rechtssache B gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;251 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung angeordnet und das Verfahren nach dem Ergehen des diese Rechtssache betreffenden EuGH-Urteils B vom 29.07.2019&nbsp;&#8211; C-388\/18 (EU:C:2019:642) zur Auslegung von Art.&nbsp;288 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) wieder aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).Liefert der Unternehmer Gegenst&auml;nde, f&uuml;r die er seiner Art nach den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG nicht in Anspruch nehmen konnte, sind diese Lieferungen in die Bemessung des Gesamtumsatzes nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;28 UStG nicht einzubeziehen. Dies gilt dann, wenn das Unternehmen erst durch die Ver&auml;u&szlig;erungst&auml;tigkeit entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ist Gesamtumsatz die Summe der vom Unternehmer ausgef&uuml;hrten steuerbaren Ums&auml;tze i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 abz&uuml;glich der Ums&auml;tze, die nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;i, Nr.&nbsp;9 Buchst.&nbsp;b und Nr.&nbsp;11 bis 28 UStG steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Steuerfrei ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;28 UStG insbesondere die Lieferung von Gegenst&auml;nden, f&uuml;r die der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG ausgeschlossen ist. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;136 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht abziehbar sind nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG insbesondere die Vorsteuerbetr&auml;ge, die auf Aufwendungen entfallen, f&uuml;r die das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 4, 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gilt. Der Vorsteuerausschluss gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG beruht sowohl hinsichtlich der laufenden Aufwendungen als auch hinsichtlich der Erwerbskosten auf Art.&nbsp;176 MwStSystRL (BFH-Urteil vom 21.05.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;34\/13, BFHE 246, 232, BStBl II 2014, 914). Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG d&uuml;rfen Betriebsausgaben in der Form von Aufwendungen f&uuml;r Jagd oder Fischerei, f&uuml;r Segeljachten oder Motorjachten sowie f&uuml;r &auml;hnliche Zwecke und f&uuml;r die hiermit zusammenh&auml;ngenden Bewirtungen den Gewinn nicht mindern. Danach werden auf jeden Fall diejenigen Ausgaben vom Recht auf Vorsteuerabzug ausgeschlossen, die keinen streng gesch&auml;ftlichen Charakter haben, wie Luxusausgaben, Ausgaben f&uuml;r Vergn&uuml;gungen und Repr&auml;sentationsaufwendungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleiches gilt f&uuml;r Aufwendungen, f&uuml;r die das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG gilt. Dies erfasst die f&uuml;r den Haushalt des Steuerpflichtigen und f&uuml;r den Unterhalt seiner Familienangeh&ouml;rigen aufgewendeten Betr&auml;ge. Dazu geh&ouml;ren auch die Aufwendungen f&uuml;r die Lebensf&uuml;hrung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, auch wenn sie zur F&ouml;rderung des Berufs oder der T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei kommt es nach der Rechtsprechung allein darauf an, ob Aufwendungen vorliegen, die ihrer Art nach unter die Abzugsverbote fallen, da die ertragsteuerrechtliche Bedeutung unerheblich ist (BFH-Urteil vom 02.07.2008&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;60\/06, BFHE 222, 112, BStBl II 2009, 167, Rz&nbsp;21; vgl. auch Abschn.&nbsp;15.6 Abs.&nbsp;3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unionsrechtlich beruht die Nichteinbeziehung von Lieferungen, die aufgrund eines Vorsteuerabzugsverbots steuerfrei sind, in die Bemessung der Umsatzgrenze bei der Kleinunternehmerregelung auf Art.&nbsp;288 MwStSystRL. Danach setzt sich der ma&szlig;gebliche Umsatz aus besteuerten Lieferungen und Dienstleistungen (Nr.&nbsp;1) und bestimmten steuerfreien Ums&auml;tzen (Nrn.&nbsp;2 bis 4) zusammen, zu denen aber nicht die nach Art.&nbsp;136 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL steuerfreien Ums&auml;tze geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;28 UStG und &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG folgt, dass Lieferungen von Gegenst&auml;nden, f&uuml;r die der Vorsteuerabzug aufgrund der Verweisung auf &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG oder auf &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG dem Grunde nach nicht geltend gemacht werden kann, bei der Bestimmung des Gesamtumsatzes f&uuml;r die Anwendung der Kleinunternehmerregelung auch dann nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn die Unternehmereigenschaft erst durch die Ver&auml;u&szlig;erungst&auml;tigkeit begr&uuml;ndet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es kommt nicht darauf an, ob diese Regelungen dem Vorsteuerabzug aus derartigen Aufwendungen bei den jeweiligen Leistungsbez&uuml;gen konkret entgegenstanden. Denn die vorstehenden Regelungen gelten auch bei der Bestimmung des Gesamtumsatzes der Unternehmer, bei denen ein Vorsteuerabzug bereits an &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 UStG und damit an der im Anschaffungsjahr anzuwendenden Kleinunternehmerregelung scheiterte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Konnte z.B. der Unternehmer im Jahr des Erwerbs von Gegenst&auml;nden zur Verwendung in der Fischerei den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 UStG nicht in Anspruch nehmen, bleibt die Lieferung dieser Gegenst&auml;nde in einem Folgejahr bei der Bemessung des Gesamtumsatzes in diesem Jahr ebenso au&szlig;er Betracht wie bei einem Unternehmer, der im Erwerbsjahr nicht als Kleinunternehmer anzusehen war und dessen Vorsteuerabzug daher unmittelbar an &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG und &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG scheiterte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist somit bei Anwendung von &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;28 UStG und &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG nicht danach zu differenzieren, ob der Unternehmer im Erwerbsjahr Kleinunternehmer war oder der Regelbesteuerung unterlag, kommt es auch nicht darauf an, ob &uuml;berhaupt eine Unternehmerstellung beim Erwerb vorlag. Denn die Anwendung dieser Vorschriften auf unternehmerische Lieferungen setzt nur voraus, dass f&uuml;r den gelieferten Gegenstand bei seinem Erwerb dem Grunde nach kein Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden konnte, ohne dass danach zu unterscheiden w&auml;re, ob dies auf &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG oder auf &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 UStG oder auf einer beim Erwerb fehlenden Unternehmerstellung, die erst bei der sp&auml;teren Lieferung vorlag, beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jede andere Beurteilung w&uuml;rde zu Wertungswiderspr&uuml;chen f&uuml;hren und den privaten Erwerber von Gegenst&auml;nden zur Fischerei gegen&uuml;ber unternehmerischen Erwerbern benachteiligen, obwohl beide Personengruppen bei der sp&auml;teren Lieferung in derselben Weise als Unternehmer handeln. Eine Differenzierung nach der Unternehmerstellung beim Erwerb w&uuml;rde zu &quot;ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteilen&quot; zugunsten der Unternehmer f&uuml;hren, die bereits beim Erwerb Unternehmer waren. Ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile sind aber bei der Anwendung der Kleinunternehmerregelung zu vermeiden (EuGH-Urteil B, EU:C:2019:642, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Danach ist das Urteil des FG aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Zwar ist nach den Feststellungen des FG und dem Vortrag der Beteiligten davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger die zun&auml;chst privat erworbenen Angelsportger&auml;te, f&uuml;r die dem Grunde nach das Abzugsverbot f&uuml;r Fischereiaufwendungen eingreift, in den Streitjahren in einem unternehmerischen Umfang geliefert hat. Das FG hat hierzu indes keine abschlie&szlig;enden Feststellungen getroffen, insbesondere zum Umfang derartiger Lieferungen und zur Frage, ob es sich dem Grunde nach um Aufwendungen handelte, die dem Grunde nach unter &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG oder &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG fallen. Dies ist in einem zweiten Rechtsgang nachzuholen. Dabei muss sich das FG auch mit der Frage befassen, in welchem Jahr erstmals eine einzelunternehmerische T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers vorlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ist davon auszugehen, dass beim Erwerb der fraglichen Gegenst&auml;nde keine mit Gewinnerzielungsabsicht i.S. von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 246, 232, BStBl II 2014, 914, Rz&nbsp;20) vorlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auf die Frage des Zusammenwirkens von Kleinunternehmerregelung mit der Differenzbesteuerung (vgl. EuGH-Urteil B, EU:C:2019:642) kommt es somit nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2019, V R 27\/19 (V R 1\/17)ECLI:DE:BFH:2019:U.260919.VR27.19.0 Bemessung der Umsatzgrenze f&uuml;r Kleinunternehmer Leits&auml;tze Liefert der Unternehmer Gegenst&auml;nde, f&uuml;r die er den Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1a UStG nicht in Anspruch nehmen konnte, sind diese Lieferungen in die Bemessung des Gesamtumsatzes nach &sect; 19 Abs. 3 Nr. 1 i.V.m. &sect; 4 Nr. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-19-v-r-1-17-bemessung-der-umsatzgrenze-fuer-kleinunternehmer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;27\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;1\/17) &#8211; Bemessung der Umsatzgrenze f&uuml;r Kleinunternehmer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71491","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71491"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71491\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}