{"id":71526,"date":"2019-12-06T20:29:44","date_gmt":"2019-12-06T18:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71526"},"modified":"2019-12-06T20:29:44","modified_gmt":"2019-12-06T18:29:44","slug":"ii-r-4-17-verpflichtung-zur-weitergabe-der-erbschaft-als-nachlassverbindlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-4-17-verpflichtung-zur-weitergabe-der-erbschaft-als-nachlassverbindlichkeit\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;4\/17 &#8211; Verpflichtung zur Weitergabe der Erbschaft als Nachlassverbindlichkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2019, II R 4\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.110719.IIR4.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verpflichtung zur Weitergabe der Erbschaft als Nachlassverbindlichkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ist ein Erbe aus Gr&uuml;nden, die ausschlie&szlig;lich in seiner Person ihre Ursache haben, verpflichtet, das Erbe an einen Dritten weiterzuleiten, stellt diese Verpflichtung keine vom Erwerb abzugsf&auml;hige Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect; 10 Abs. 5 ErbStG dar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 14.12.2016 &#8211; 3 K 613\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Pfarrer in der Kirchengemeinde X. Mit notariell beurkundetem Testament setzte der Erblasser (E) den Kl&auml;ger sowie eine weitere Person (A) zu seinen Erben ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E verstarb im Jahr 2012. Da A das Erbe wirksam ausschlug, wurde der Kl&auml;ger Alleinerbe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger zeigte dem zust&auml;ndigen Landeskirchenamt seine Erbeinsetzung mit dem Hinweis an, dass er das Erbe f&uuml;r die Kirchengemeinde X annehmen und es dieser vollumf&auml;nglich zur Verf&uuml;gung stellen wolle. Das Landeskirchenamt genehmigte die Annahme der Erbschaft nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 des Kirchengesetzes zur Regelung der Dienstverh&auml;ltnisse der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche in Deutschland (Pfarrdienstgesetz der EKD &#8211;PfDG&nbsp;EKD&#8211;) aufgrund der beabsichtigten Weiterleitung der Erbschaft an die Kirchengemeinde X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2013 &uuml;bertrug der Kl&auml;ger die ihm angefallene Erbschaft auf die Kirchengemeinde X. In &sect;&nbsp;3 der notariellen Urkunde hei&szlig;t es, die &Uuml;bertragung erfolge frei im Wege der Schenkung. Ferner vereinbarten die Vertragsparteien, dass die Kirchengemeinde X den Kl&auml;ger von etwaiger Erbschaftsteuer freistelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der vom Kl&auml;ger eingereichten Erbschaftsteuererkl&auml;rung setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Erbschaftsteuer fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch war insoweit erfolgreich, als das FA die Erbschaftsteuer aus nicht streitgegenst&auml;ndlichen Gr&uuml;nden herabsetzte. Im &Uuml;brigen blieben Einspruch und Klage, mit denen sich der Kl&auml;ger auf eine fehlende Bereicherung berief, erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte aus, der Kl&auml;ger sei Alleinerbe des E geworden. Das Testament sei eindeutig und einer Auslegung dahingehend, dass nicht etwa der Kl&auml;ger, sondern die Kirchengemeinde X Erbin geworden sein solle, nicht zug&auml;nglich. Ferner sei das FA von der richtigen Bemessungsgrundlage ausgegangen. Die Weiterleitung der Erbschaft an die Kirchengemeinde X beruhe nicht auf einer Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG), da sich aus dem Testament keine Verpflichtung zur Weiterleitung ergebe. Auch f&uuml;hre die Herausgabepflicht nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 PfDG&nbsp;EKD im Falle eines Versto&szlig;es gegen das Verbot der Annahme von erbrechtlichen Beg&uuml;nstigungen zu keiner abzuziehenden Nachlassverbindlichkeit. Es sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 PfDG&nbsp;EKD mangels einer Bedingung f&uuml;r eine Genehmigung nicht sicher gewesen, dass der Kl&auml;ger einen Erbanfall zwingend an seinen Dienstherrn w&uuml;rde abgeben m&uuml;ssen. Zudem m&uuml;sse das Erlangte nur insoweit abgef&uuml;hrt werden, als es nicht auf andere Weise auf den Staat &uuml;bergegangen sei. Dies sei in H&ouml;he der Erbschaftsteuer aber der Fall. Das PfDG&nbsp;EKD habe damit einen hinreichenden Ausgleich f&uuml;r diese Last vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger sinngem&auml;&szlig; die Verletzung von &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen unterlassener Zeugeneinvernahme des das Testament beurkundenden Notars zur Frage, ob E in diesem Testament die Kirchengemeinde X, vertreten durch den Kl&auml;ger, als Erbin habe einsetzen wollen. Ferner r&uuml;gt er die Verletzung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG. Das FG habe zu Unrecht die Weiterleitungsverpflichtung des Erbes an die Kirchengemeinde X nicht bereicherungsmindernd als Nachlassverbindlichkeit abgezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung sowie den Erbschaftsteuerbescheid vom 12.06.2014 und die Einspruchsentscheidung vom 18.05.2015 aufzuheben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 12.06.2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 18.05.2015 dahin zu &auml;ndern, dass die Erbschaftsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, das Urteil des FG aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger Erbe des verstorbenen E geworden und der Erbschaftsteuerbescheid rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Hauptantrag ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu dem Ergebnis gelangt, dass der Kl&auml;ger Erbe nach E geworden ist, da er von E testamentarisch zum Erben eingesetzt worden war. Es hat die ihm obliegende Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) nicht verletzt, indem es den das Testament beurkundenden Notar nicht als Zeugen vernommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Auslegung von Willenserkl&auml;rungen wie einem Testament geh&ouml;rt zum Bereich der tats&auml;chlichen Feststellungen und bindet den Bundesfinanzhof (BFH) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, wenn sie den Grunds&auml;tzen der &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) entspricht und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, d.h. jedenfalls m&ouml;glich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 06.10.2010&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFH\/NV 2011, 603, Rz&nbsp;38, und vom 10.08.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFHE 255, 300, BStBl II 2017, 590, Rz&nbsp;38, m.w.N.). Das Revisionsgericht pr&uuml;ft, ob das FG die gesetzlichen Auslegungsregeln sowie die Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze beachtet und die f&uuml;r die Vertragsauslegung bedeutsamen Begleitumst&auml;nde erforscht und rechtlich zutreffend gew&uuml;rdigt hat (vgl. BFH-Urteil vom 17.05.2017&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 258, 95, BStBl II 2017, 966, Rz&nbsp;26, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Bindung an die vom FG getroffenen Feststellungen entf&auml;llt nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO, wenn in Bezug auf diese Feststellungen zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsr&uuml;gen vorgebracht wurden. Eine solche ist die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (vgl. BFH-Urteil vom 11.04.2012&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;11\/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen. Die Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO erfordert, dass das FG Tatsachen und Beweismitteln nachgeht, die sich ihm in Anbetracht der Umst&auml;nde des Einzelfalls h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil in BFHE 258, 95, BStBl&nbsp;II 2017, 966, Rz&nbsp;30, m.w.N.). Indes wird der Amtsermittlungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflichten der Beteiligten nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO begrenzt. Die Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge dient daher nicht dazu, Beweisantr&auml;ge oder Fragen zu ersetzen, welche eine fachkundig vertretene Partei selbst in zumutbarer Weise h&auml;tte stellen k&ouml;nnen, zu stellen aber unterlassen hat (BFH-Beschluss vom 22.01.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;85\/12, Rz&nbsp;6&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen &uuml;bt einen R&uuml;geverzicht aus, der die Berufung auf eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht ausschlie&szlig;t, wer als fachkundig Vertretener keinen Beweisantrag auf Zeugenvernehmung stellt und die Unterlassung einer nach seiner Auffassung gebotenen Beweiserhebung von Amts wegen nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung r&uuml;gt (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 06.12.2010&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;27\/10, BFH\/NV 2011, 645, Rz&nbsp;8, m.w.N., und vom 21.05.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;97\/13, BFH\/NV 2014, 1555, Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist der Senat an die W&uuml;rdigung des FG, E habe den Kl&auml;ger als Erben eingesetzt, gebunden. Denn sie entspricht den Grunds&auml;tzen der &sect;&sect;&nbsp;133, 157 BGB und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze. F&uuml;r sie sprechen &#8211;wie das FG im Einzelnen ausgef&uuml;hrt hat&#8211; vor allem der eindeutige Wortlaut der Urkunde und die Beurkundung durch einen Notar. Das FG hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die einzigen Hinweise, dass die Kirchengemeinde X habe Erbin werden sollen, in den Behauptungen des Kl&auml;gers bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ein Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO liegt nicht vor. Es ist nach der differenzierten Auslegung des Testaments nicht ersichtlich, warum das FG von sich aus den Sachverhalt weiter h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, obwohl der fachkundig vertretene Kl&auml;ger keinen Beweisantrag gestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat der Kl&auml;ger das R&uuml;gerecht hinsichtlich eines etwaigen Versto&szlig;es gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren. Das FG hatte zur m&uuml;ndlichen Verhandlung keinen Zeugen geladen. F&uuml;r den Kl&auml;ger war deshalb erkennbar, dass das FG keine Zeugeneinvernahme beabsichtigte. Er hat ausweislich der Schrifts&auml;tze und des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung im gesamten finanzgerichtlichen Verfahren eine solche auch nicht beantragt. Vielmehr hat er, wie sich aus dem Sitzungsprotokoll ergibt, weder eine unterlassene Beweiserhebung ger&uuml;gt noch einen Beweisantrag gestellt, sondern zur Sache verhandelt und Sachantr&auml;ge gestellt. F&uuml;r einen fachkundig vertretenen Beteiligten &#8211;wie im Streitfall den Kl&auml;ger&#8211; musste daher ohne weiteres erkennbar sein, dass das FG die Anh&ouml;rung eines Zeugen nicht f&uuml;r erforderlich hielt. Auch fehlt es am Vortrag des Kl&auml;gers, aus welchen entschuldbaren Gr&uuml;nden er an einer entsprechenden R&uuml;ge vor dem FG gehindert gewesen ist (vgl. auch BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.01.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;85\/12, Rz&nbsp;6 bis&nbsp;8, m.w.N., und vom 04.12.2013&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;120\/13, BFH\/NV 2014, 546, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ist auch nicht durch die &Uuml;bertragung der Erbschaft auf die Kirchengemeinde X von der Erbschaftsteuerpflicht frei geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Rechtsgesch&auml;ft unter Lebenden, durch das eine andere Person, die nicht unmittelbar mit dem Erbanfall von Todes wegen eine Verm&ouml;gensposition erwirbt, an die Stelle des Erben r&uuml;ckt, hat grunds&auml;tzlich keine Auswirkung auf die kraft Gesetzes eintretende Steuerpflicht. Der Erbe, der seine Erbschaft ver&auml;u&szlig;ert oder verschenkt, wird durch die rechtsgesch&auml;ftliche &Uuml;bertragung seines Erwerbs von Todes wegen nicht von der Erbschaftsteuerpflicht frei. Er bleibt weiterhin Schuldner der Erbschaftsteuer (s. auch Frank Hils in Tiedtke, ErbStG &sect;&nbsp;3, Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Hilfsantrag, mit dem der Kl&auml;ger die Festsetzung der Erbschaftsteuer auf 0&nbsp;EUR begehrt, ist ebenfalls unbegr&uuml;ndet. Das FA hat der Berechnung der Erbschaftsteuer nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG die zutreffende Bemessungsgrundlage zugrunde gelegt. Die Besteuerung richtet sich nach der Bereicherung, zu der der Erbanfall nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG unter Ber&uuml;cksichtigung des &sect;&nbsp;10 ErbStG beim Erben f&uuml;hrt. Dabei stellt die Verpflichtung zur Weiterleitung des Nachlasses an die Kirchengemeinde X keine nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 ErbStG abzugsf&auml;hige Verbindlichkeit dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als steuerpflichtiger Erwerb gilt die Bereicherung des Erwerbers, soweit sie nicht steuerfrei ist (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1922 i.V.m. &sect;&nbsp;1942 Abs.&nbsp;1 BGB geht das vererbbare Verm&ouml;gen (Erbschaft) im Wege der Gesamtrechtsnachfolge als Ganzes auf den Erben &uuml;ber. Der Erbe tritt kraft Gesetzes unmittelbar und von selbst umfassend in die Rechtsposition des Erblassers ein (BFH-Urteile vom 16.02.2011&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;46\/09, BFHE 232, 513, BStBl&nbsp;II 2011, 685, Rz&nbsp;16, m.w.N., und vom 07.12.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFHE 256, 381, BStBl&nbsp;II 2018, 196, Rz&nbsp;9). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die erbschaftsteuerrechtliche Bestimmung, welche Rechtspositionen am Stichtag dem Erblasser zuzuordnen sind und auf den Erben im Wege der Gesamtrechtsnachfolge &uuml;bergehen, ist das Zivilrecht. Das ErbStG regelt zwar die Bewertung des Nachlasses, legt seinen Umfang jedoch nicht fest (BFH-Urteil in BFHE 256, 381, BStBl II 2018, 196, Rz&nbsp;10; BFH-Beschluss vom 23.01.1991&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;46\/90, BFHE 163, 233, BStBl&nbsp;II 1991, 310; Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;3 ErbStG, Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Von diesem Erwerb sind als Nachlassverbindlichkeiten die in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 ErbStG aufgef&uuml;hrten Schulden und Lasten abzuziehen, soweit sich nicht aus den Abs&auml;tzen&nbsp;6 bis 9 etwas anderes ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden sind nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig; das sind die aus Rechtsgr&uuml;nden bestehenden Erblasserschulden. Darunter fallen alle vertraglichen, au&szlig;ervertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen, die in der Person des Erblassers begr&uuml;ndet worden und mit seinem Tod nicht erloschen sind bzw. kraft &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 ErbStG als nicht erloschen gelten (BFH-Urteil vom 09.11.1994&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;111\/91, BFH\/NV 1995, 598, unter II.3.a, m.w.N.). &Ouml;ffentlich-rechtliche Pflichten, z.B. zur Beseitigung von M&auml;ngeln an geerbten Geb&auml;uden, stellen nur dann Erblasserschulden dar, wenn bereits eine entsprechende rechtsverbindliche, beh&ouml;rdliche Anordnung gegen den Erblasser erlassen worden war (BFH-Urteil vom 26.07.2017&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;33\/15, BFHE 259, 119, BStBl&nbsp;II 2018, 203, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG sind ferner Verbindlichkeiten aus Verm&auml;chtnissen, Auflagen und geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzanspr&uuml;chen vom Erwerb als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Auflage i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG, auf deren Vorliegen sich der Kl&auml;ger beruft, ist gegeben, wenn der Erblasser den Erben oder einen Verm&auml;chtnisnehmer durch Testament zu einer Leistung verpflichtet, ohne einem anderen ein Recht auf diese Leistung zuzuwenden (&sect;&nbsp;1940, &sect;&sect;&nbsp;2192&nbsp;ff. BGB). Bei der Auflage sowie den anderen in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG aufgez&auml;hlten Verbindlichkeiten handelt es sich um Lasten, die den Erben als solchen treffen, um sog. Erbfallschulden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB (vgl. BFH-Urteil vom 20.01.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;34\/14, BFHE 252, 389, BStBl&nbsp;II 2016, 482, Rz&nbsp;10; ferner H&ouml;gl in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;89; Erman\/Horn, BGB, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;6). Sie haben ihren Rechtsgrund entweder im Willen des Erblassers oder unmittelbar im Gesetz (Erman\/Horn, BGB, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;1). Ihnen ist gemeinsam, dass sie sich auf den Erblasser und die Erbschaft selbst r&uuml;ckbeziehen lassen, und nicht ausschlie&szlig;lich der besonderen Situation des Erben entspringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Ergebnis entspricht dem in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 ErbStG zum Ausdruck kommenden Grundsatz der Besteuerung nur im Umfang der Bereicherung des Erben (objektives Nettoprinzip). Verbindlichkeiten, die seine Bereicherung mindern, kann der Erbe danach bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage der Erbschaftsteuer als mit dem Erwerb in Verbindung stehenden entreichernden Posten zum Abzug bringen. Die Erbschaftsteuer wird erhoben, weil und soweit der aus dem steuerpflichtigen Vorgang stammende Verm&ouml;gensanfall dem Erwerber einen Zuwachs an wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit vermittelt. Lasten, die zwar mit dem Erbfall zusammenh&auml;ngen, jedoch nicht aus der Sph&auml;re des Erblassers im weiteren Sinne stammen, sondern ausschlie&szlig;lich in der Person des Erben ihre Ursache haben, stehen nicht in diesem Sinne mit dem Erwerb in Verbindung. Ihre Ber&uuml;cksichtigung ist im ErbStG nicht vorgesehen. Das in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG verankerte Bereicherungsprinzip (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 01.07.2008&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;38\/07, BFHE 220, 531, BStBl&nbsp;II 2008, 876, unter II.2.c) erfordert es gerade nicht, derartige Lasten des Erben bei der Ermittlung der H&ouml;he der Nettobereicherung einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 ErbStG sind als Nachlassverbindlichkeiten ferner u.a. die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen, abzugsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Abzug von Erwerbskosten als Nachlassverbindlichkeiten setzt einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Erlangung des Erwerbs voraus. Ein solcher liegt vor, wenn die Kosten &#8211;i.S. einer synallagmatischen Verkn&uuml;pfung&#8211; daf&uuml;r aufgewendet werden, dass der Erwerber seine Rechtsstellung erlangt. Ausreichend ist dabei ein Entstehen der Kosten nach dem Erbfall, wenn ein enger zeitlicher Zusammenhang mit der Erlangung oder Sicherung der Erbenstellung vorliegt (BFH-Urteil vom 15.06.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;24\/15, BFHE 254, 60, BStBl&nbsp;II 2017, 128, Rz&nbsp;13&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kann die Weiterleitung des Erbes an die Kirchengemeinde X nicht als Nachlassverbindlichkeit von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden. Das FG ist zu Recht zu dem Ergebnis gelangt, dass die Weiterleitungsverpflichtung, die der Dienstherr des Kl&auml;gers ausgesprochen hat, nicht zu einem Abzug nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 ErbStG f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG ist nicht einschl&auml;gig. Die Verpflichtung, das Erbe an die Kirchengemeinde X weiterzuleiten, ist keine Schuld, die den Erblasser traf. Auch handelt es sich nicht um eine einer sittlichen Verpflichtung des Erblassers entsprechende Last i.S. des vom Kl&auml;ger zitierten BFH-Urteils vom 18.11.1963&nbsp;&#8211; II&nbsp;166\/61 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964, 83). Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene, aber erst im zweiten Schritt zu beantwortende Frage, ob eine wirtschaftliche Belastung des Erben durch die Weiterleitungsverpflichtung vorliegt, welche die Bereicherung i.S. des Nettoprinzips schm&auml;lert, stellt sich daher nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch der Tatbestand des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG ist nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist die Belastung, die den Kl&auml;ger traf, keine der in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG aufgef&uuml;hrten Lasten. Es liegt &#8211;anders als der Kl&auml;ger meint&#8211; keine Auflage, auch keine einer Auflage entsprechende Verpflichtung, vor. Denn die Weiterleitungspflicht hat ihre Ursache nicht in der Person des Erblassers. Sie h&auml;ngt auch nicht mit dem vererbten Verm&ouml;gen zusammen, sondern ist ausschlie&szlig;lich in der Person des Erben, n&auml;mlich seinem Dienstverh&auml;ltnis, begr&uuml;ndet. Folglich fehlt es bei der den Kl&auml;ger in der Weiterleitungsverpflichtung treffenden Verbindlichkeit an einem R&uuml;ckbezug auf den Erblasser. Die Verpflichtung entspringt ausschlie&szlig;lich der kl&auml;gerischen Sph&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Ergebnis verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das Nettoprinzip. Denn die Bereicherung, n&auml;mlich die Verm&ouml;genssituation, die der Erblasser hinterlassen hat, ist beim Kl&auml;ger eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ferner greift auch &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG nicht ein. Das Erbe wurde durch den Kl&auml;ger an die Kirchengemeinde X weitergeleitet, um seine Verpflichtung aus dem Dienstverh&auml;ltnis zu erf&uuml;llen, nicht um eine Erbenstellung zu erlangen oder zu sichern. Der Kl&auml;ger wurde unabh&auml;ngig von diesem Vorgang Alleinerbe. Die Belastung aus der Weiterleitungsverpflichtung mindert daher nicht die Bereicherung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Da bereits der Abzugstatbestand des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 ErbStG nicht gegeben ist, kann offenbleiben, inwiefern sich aus &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 PfDG&nbsp;EKD selbst &uuml;berhaupt eine Weiterleitungsverpflichtung mit der Folge ergibt, dass diese Verpflichtung bereits im Zeitpunkt des Erbanfalls auf den Kl&auml;ger feststand. Nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 PfDG&nbsp;EKD kann der Dienstherr die Annahme von Zuwendungen, zu denen auch erbrechtliche Beg&uuml;nstigungen geh&ouml;ren, genehmigen. Aus dem Wortlaut der Norm folgt nicht, dass die Genehmigung der Erbschaftsannahme von der Weiterleitung des Erben an einen Dritten abh&auml;ngt. Nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 PfDG&nbsp;EKD handelt es sich vielmehr um eine Ermessensentscheidung des Dienstherrn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso kann dahinstehen, welche Pflichten den Kl&auml;ger im Falle einer nicht erteilten Genehmigung getroffen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r eine Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG besteht aus den vorgenannten Gr&uuml;nden kein Anlass.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Die Entscheidung durch Urteil ohne m&uuml;ndliche Verhandlung beruht auf &sect;&nbsp;121 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2019, II R 4\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.110719.IIR4.17.0 Verpflichtung zur Weitergabe der Erbschaft als Nachlassverbindlichkeit Leits&auml;tze Ist ein Erbe aus Gr&uuml;nden, die ausschlie&szlig;lich in seiner Person ihre Ursache haben, verpflichtet, das Erbe an einen Dritten weiterzuleiten, stellt diese Verpflichtung keine vom Erwerb abzugsf&auml;hige Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect; 10 Abs. 5 ErbStG dar. Tenor Die Revision des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-4-17-verpflichtung-zur-weitergabe-der-erbschaft-als-nachlassverbindlichkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;4\/17 &#8211; Verpflichtung zur Weitergabe der Erbschaft als Nachlassverbindlichkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71526\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}