{"id":71567,"date":"2019-12-14T16:19:55","date_gmt":"2019-12-14T14:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71567"},"modified":"2019-12-14T16:21:20","modified_gmt":"2019-12-14T14:21:20","slug":"xi-b-49-19-umsatzsteuerbefreiung-fuer-schul-und-hochschulunterricht-leistungen-die-den-charakter-blosser-freizeitgestaltung-haben-kein-beweisantrag-zu-rechtsfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-49-19-umsatzsteuerbefreiung-fuer-schul-und-hochschulunterricht-leistungen-die-den-charakter-blosser-freizeitgestaltung-haben-kein-beweisantrag-zu-rechtsfragen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;49\/19 &#8211; Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Schul- und Hochschulunterricht; Leistungen, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben; kein Beweisantrag zu Rechtsfragen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2019, XI B 49\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.081019.XIB49.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Schul- und Hochschulunterricht; Leistungen, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben; kein Beweisantrag zu Rechtsfragen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Handwerkskurse f&uuml;r Kinder, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben, sind nicht umsatzsteuerfrei.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Rechtsfragen, die nicht das in einem anderen Staat geltende Recht, Gewohnheitsrecht oder Statuten (vgl. &sect; 155 Satz 1 FGO i.V.m. &sect; 293 ZPO) betreffen, sind einer Beweiserhebung nicht zug&auml;nglich.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 08.05.2019 &#8211; 7 K 7024\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine inzwischen aufgel&ouml;ste GbR, f&uuml;hrte in den Streitjahren (2012 und 2013) Handwerkskurse f&uuml;r Kinder durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) rechnete der Kl&auml;gerin in den Umsatzsteuer-Jahresbescheiden f&uuml;r die Streitjahre vom 20.03.2015 auch die Ums&auml;tze zu, die aus Sicht der Kl&auml;gerin zwei andere GbR ausgef&uuml;hrt haben. Au&szlig;erdem sah es die Ums&auml;tze als umsatzsteuerpflichtig an. Der Einspruch blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 27.12.2016).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg wies die Klage, mit der die Kl&auml;gerin ihr Begehren weiterverfolgte und sich au&szlig;erdem auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;i und j der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) berief, mit Urteil vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;7024\/17 zum weit &uuml;berwiegenden Teil ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es f&uuml;hrte u.a. aus, dass die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin&nbsp;&nbsp;nicht umsatzsteuerfrei seien. Eine Anwendung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) scheide schon mangels Genehmigung, Erlaubnis oder auf die Kl&auml;gerin lautender Bescheinigung aus. Die Berufung der Kl&auml;gerin auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;i und j MwStSystRL bleibe erfolglos, weil ihre Kurse bereits nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vor Ergehen des Urteils A &#038; G Fahrschul- Akademie vom 14.03.2019&nbsp;&#8211; C-449\/17 (EU:C:2019:202, Deutsches Steuerrecht 2019, 620) kein Schul- oder Hochschulunterricht gewesen seien. Die Kurse seien vielmehr freizeitnah gewesen. Deshalb k&ouml;nne offen bleiben, ob eine Steuerbefreiung f&uuml;r spezialisierten Unterricht seit dem EuGH-Urteil ohnehin ausscheide. Au&szlig;erdem fehlten zu Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;i MwStSystRL jegliche Nachweise zu Kosten&uuml;bernahmen durch &ouml;ffentliche Tr&auml;ger. Die Kl&auml;gerin sei daher auch keine anerkannte Einrichtung. Allerdings sei die Umsatzsteuer des Jahres 2013 zu hoch festgesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und wegen eines Verfahrensfehlers des FG zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen, soweit sie &uuml;berhaupt hinreichend dargelegt sind, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache ist nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird die Beschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache begr&uuml;ndet, hat der Beschwerdef&uuml;hrer zur Erf&uuml;llung der Darlegungsanforderungen eine hinreichend bestimmte und f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Hierzu ist schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darzulegen, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.04.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;117\/17, BFH\/NV 2018, 953, Rz&nbsp;50; vom 13.03.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;97\/18, BFH\/NV 2019, 711, Rz&nbsp;3). Sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und &Auml;u&szlig;erungen im Fachschrifttum vorhanden sind, ist eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er&ouml;rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 07.07.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;114\/14, BFH\/NV 2015, 1425, Rz&nbsp;7; vom 18.11.2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;61\/15, BFH\/NV 2016, 435, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird die Unvereinbarkeit einer Rechtsnorm mit dem Unionsrecht geltend gemacht, muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. substantiiert darlegen, mit welcher Vorschrift des Unionsrechts die der angefochtenen Entscheidung zugrunde liegende Norm seiner Ansicht nach unvereinbar ist. Dies erfordert eine Auseinandersetzung mit den Vorgaben des Unionsrechts und der dazu ergangenen Rechtsprechung des EuGH sowie des BFH und ggf. auch eine Befassung mit der dazu vom FG im angefochtenen Urteil vertretenen Auffassung (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 09.11.2007&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;169\/06, BFH\/NV 2008, 390, unter 1.a, Rz&nbsp;5; vom 21.03.2018 &#8211; I&nbsp;B&nbsp;63\/17, BFH\/NV 2018, 838, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diesen Anforderungen wird die Beschwerde nicht gerecht. Sie wirft mit dem Vortrag, die Kl&auml;gerin erf&uuml;lle mit ihrer T&auml;tigkeit Elemente des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;i und j MwStSystRL und mit der Versagung der Steuerbefreiung erg&auml;ben sich begr&uuml;ndete Zweifel an der zutreffenden Auslegung des Unionsrechts, schon keine abstrakte Rechtsfrage auf. Au&szlig;erdem fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung zu den Anforderungen an die befreiten Leistungen, wonach es sich um Unterrichtseinheiten zur Vermittlung von Kenntnissen und F&auml;higkeiten durch den Unterrichtenden an Sch&uuml;ler oder Studierende handeln muss (vgl. EuGH-Urteile Haderer vom 14.06.2007&nbsp;&#8211; C-445\/05, EU:C:2007:344, BFH\/NV 2007, Beilage&nbsp;4, 394, Rz&nbsp;26; Eulitz vom 28.01.2010&nbsp;&#8211; C-473\/08, EU:C:2010:47, BFH\/NV 2010, 583, Rz&nbsp;32; BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.03.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;38\/16, BFHE 258, 167, BStBl II 2017, 1017, Rz&nbsp;31; vom 25.10.2018 &#8211; XI&nbsp;B&nbsp;57\/18, BFH\/NV 2019, 130), d.h. um eine Aus- und Fortbildung, die nicht den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung hat (BFH-Urteil vom 20.03.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;3\/13, BFHE 245, 391, BFH\/NV 2014, 1175, Rz&nbsp;20). Von Letzterem ist das FG indes ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Deshalb hat die Sache auch nicht im Hinblick auf die Frage 1 des BFH-Beschlusses vom 27.03.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;32\/18 (BFHE 264, 95, BStBl II 2019, 457) offensichtlich grunds&auml;tzliche Bedeutung. Das FG konnte wegen des Freizeitcharakters der Kurse in Rz&nbsp;60 (juris) der Vorentscheidung zu Recht offen lassen, ob spezialisierter Unterricht (noch) befreit ist (vgl. dazu auch EuGH-Beschluss Finanzamt Hamburg-Barmbek-Uhlenhorst vom 07.10.2019&nbsp;&#8211; C-47\/19, EU:C:2019:840, Rz&nbsp;30&nbsp;ff., 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Beschwerde geltend macht, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung wegen Abweichung von mehreren Urteilen zuzulassen, hat die Kl&auml;gerin nicht, was zur Darlegung erforderlich gewesen w&auml;re (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.09.2017&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;65\/17, BFH\/NV 2018, 240, Rz&nbsp;25; vom 05.07.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;17\/18, BFH\/NV 2018, 1139, Rz&nbsp;19), abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herausgearbeitet und einander so gegen&uuml;bergestellt, dass die behauptete Abweichung erkennbar wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die behauptete Abweichung liegt &uuml;berdies nicht vor; denn die behaupteten Divergenzentscheidungen betreffen allesamt andere Sachverhalte; das FG ist von denselben Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen wie der BFH und die anderen FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im BFH-Urteil vom 05.06.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;19\/13 (BFHE 245, 433) ging es um Schwimmunterricht; der BFH hat dort in Rz&nbsp;18 ausgef&uuml;hrt, dass Schwimmunterricht, der den Charakter einer blo&szlig;en Freizeitgestaltung hat, nicht steuerfrei ist. Davon ist auch das FG ausgegangen; es hat den Freizeitcharakter der Handwerkskurse bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus den gleichen Gr&uuml;nden liegt keine Abweichung vom Urteil des FG M&uuml;nchen vom 13.09.2018&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;1868\/17 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2018, 1920) vor; denn das FG M&uuml;nchen hat in Rz&nbsp;35 (juris) verneint, dass die dortigen Schwimmkurse der blo&szlig;en Freizeitgestaltung dienten (vgl. ebenso nachfolgend BFH-Beschluss in BFHE 264, 95, BStBl II 2019, 457, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenfalls aus den genannten Gr&uuml;nden ist die Vorinstanz nicht vom Urteil des FG M&uuml;nster vom 15.08.2017&nbsp;&#8211; 15&nbsp;K&nbsp;2689\/14&nbsp;U (EFG 2017, 1699) abgewichen. Schwimmunterricht, der der blo&szlig;en Freizeitgestaltung dient, ist auch nach Auffassung des FG M&uuml;nster nicht steuerfrei, wie sich aus den Ausf&uuml;hrungen der Rz&nbsp;20&nbsp;ff. (juris) ergibt. Hier hat das FG bez&uuml;glich der Kurse der Kl&auml;gerin den Freizeitcharakter bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der ger&uuml;gte Verfahrensfehler liegt ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG muss einem Beweisantrag nicht nachkommen, wenn dieser unsubstantiiert ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 09.01.2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;138\/17, BFH\/NV 2019, 681, Rz&nbsp;19; vom 31.01.2019&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;41\/18, BFH\/NV 2019, 702, Rz&nbsp;16). Die Substantiierung eines Beweisantrags setzt voraus, dass das Beweisthema und das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme in Bezug auf einzelne konkrete Tatsachen genau angegeben wurden (z.B. BFH-Beschluss vom 17.07.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;87\/13, BFH\/NV 2014, 1891, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Keine Tatsachen sind Schlussfolgerungen aller Art, insbesondere Rechtsfragen und juristische Subsumtionen, sofern es nicht um ausl&auml;ndisches Recht geht (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.02.2007&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;70\/05, BFH\/NV 2007, 1083, unter II., Rz&nbsp;11; vom 09.03.2007&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;1\/06, juris, Rz&nbsp;3). Rechtsfragen, die nicht das in einem anderen Staat geltende Recht, Gewohnheitsrecht oder Statuten (vgl. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;293 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) betreffen, sind einer Beweiserhebung nicht zug&auml;nglich (vgl. BFH-Beschluss vom 06.12.2012 &#8211; I&nbsp;B&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2013, 703, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin macht geltend, sie habe in der m&uuml;ndlichen Verhandlung dargelegt, dass Bescheinigungen i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 UStG nachtr&auml;glich erteilt werden k&ouml;nnen. Den dazu gestellten Beweisantrag habe das FG nicht in ausreichendem Ma&szlig;e beachtet. Die nicht erfolgte Beweiserhebung werde ger&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 08.05.2019 hat die Kl&auml;gerin ihren Sachantrag gestellt und au&szlig;erdem &#8211;hilfsweise&#8211; beantragt, ein Gutachten des Ministeriums f&uuml;r Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg dazu einzuholen, dass die Kl&auml;gerin ausschlie&szlig;lich Leistungen erbracht hat, die die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 UStG erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dieser Beweisantrag betrifft eine Rechtsfrage; ob die Leistungen der Kl&auml;gerin unter &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 UStG fallen, hat nicht das Ministerium f&uuml;r Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg zu beurteilen, sondern das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Es stand der Kl&auml;gerin allerdings frei, bei der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde eine Bescheinigung i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb UStG des Inhalts zu beantragen, dass die Kl&auml;gerin in den Streitjahren auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet hat. Sollte diese Bescheinigung nach &Uuml;berpr&uuml;fung der hierf&uuml;r erforderlichen Voraussetzungen von der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde (f&uuml;r die Streitjahre) erteilt werden bzw. am 26.09.2019 erteilt worden sein, k&ouml;nnte ihr R&uuml;ckwirkung zukommen (vgl. BFH-Urteile vom 21.02.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFHE 240, 487, BStBl II 2013, 529, Rz&nbsp;17; vom 20.04.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFHE 253, 499, BStBl II 2016, 828, Rz&nbsp;21). Nach deren Erteilung weiterhin vom FG zu beurteilen w&auml;re allerdings, ob die Leistungen der Kl&auml;gerin i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 UStG unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienen. Dies hat das FG ebenfalls verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Indem die Kl&auml;gerin mit ihrem Beschwerdevorbringen im Kern die Rechtsauffassung des FG f&uuml;r falsch h&auml;lt, stellt sie die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Entscheidung in Frage. Dies vermag die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht zu rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.12.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;49\/14, BFH\/NV 2015, 363, Rz&nbsp;18; vom 19.12.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;57\/16, BFH\/NV 2017, 599, Rz&nbsp;39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO ausnahmsweise zur Zulassung der Revision f&uuml;hren k&ouml;nnte, hat die Kl&auml;gerin mit ihren Einwendungen nicht in der durch &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Form (vgl. zu den Anforderungen z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.02.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;129\/17, BFH\/NV 2018, 641, Rz&nbsp;12; in BFH\/NV 2018, 953, Rz&nbsp;59) dargelegt. Insbesondere ist angesichts des Alters der Kinder und der beharrlichen Weigerung der Kl&auml;gerin, an der Sachverhaltsaufkl&auml;rung mitzuwirken, sowohl der vom FG gezogene Schluss, dass alle Leistungen der Kl&auml;gerin zuzurechnen sind, als auch die Annahme, die Kurse h&auml;tten den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung, nicht greifbar gesetzeswidrig, sondern zumindest vertretbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2019, XI B 49\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.081019.XIB49.19.0 Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Schul- und Hochschulunterricht; Leistungen, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben; kein Beweisantrag zu Rechtsfragen Leits&auml;tze 1. NV: Handwerkskurse f&uuml;r Kinder, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben, sind nicht umsatzsteuerfrei. 2. NV: Rechtsfragen, die nicht das in einem anderen Staat geltende Recht, Gewohnheitsrecht oder Statuten (vgl. &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-49-19-umsatzsteuerbefreiung-fuer-schul-und-hochschulunterricht-leistungen-die-den-charakter-blosser-freizeitgestaltung-haben-kein-beweisantrag-zu-rechtsfragen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;49\/19 &#8211; Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r Schul- und Hochschulunterricht; Leistungen, die den Charakter blo&szlig;er Freizeitgestaltung haben; kein Beweisantrag zu Rechtsfragen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71567","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71567\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}