{"id":71594,"date":"2019-12-21T18:43:49","date_gmt":"2019-12-21T16:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71594"},"modified":"2019-12-21T18:43:49","modified_gmt":"2019-12-21T16:43:49","slug":"xi-r-27-17-ermaessigter-steuersatz-fuer-genehmigungsfreien-linienverkehr-mit-schiffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-27-17-ermaessigter-steuersatz-fuer-genehmigungsfreien-linienverkehr-mit-schiffen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r genehmigungsfreien Linienverkehr mit Schiffen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.8.2019, XI R 27\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.280819.XIR27.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r genehmigungsfreien Linienverkehr mit Schiffen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Voraussetzungen f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG (Bef&ouml;rderung von Personen im genehmigten Linienverkehr mit Schiffen) sind auch dann erf&uuml;llt, wenn die Bef&ouml;rderung &#8211;wie bei Stadtrundfahrten&#8211; dem Freizeit- oder Tourismusverkehr dient (Fortf&uuml;hrung der BFH-Urteile vom 30.06.2011 &#8211; V R 44\/10, BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003; vom 18.11.2015 &#8211; XI R 32\/14, BFH\/NV 2016, 789).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Auch die Personenbef&ouml;rderung im Linienverkehr mit Schiffen unterliegt grunds&auml;tzlich nur dann dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz, wenn die Personenbef&ouml;rderung alle Merkmale des Linienverkehrs erf&uuml;llt und der Linienverkehr genehmigt ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Ist f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung im Linienverkehr mit Schiffen kein Genehmigungsverfahren vorgesehen, ist der genehmigungsfreie Linienverkehr dem genehmigten Linienverkehr gleichzustellen (Fortf&uuml;hrung der BFH-Urteile vom 11.03.1988 &#8211; V R 114\/83, BFHE 153, 162, BStBl II 1988, 651; vom 30.06.1988 &#8211; V R 39\/87, BFH\/NV 1989, 267).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 18.07.2017 &#8211; 4 K 34\/16 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betreibt Personenschifffahrt. Im Jahr 2012 (Streitjahr) f&uuml;hrte er sowohl Stadtrundfahrten auf der O und um die Stadt M als auch Schiffsfahrten zu Ausflugszielen sowie Charterfahrten durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Stadtrundfahrten wurden im Streitjahr in der Hauptsaison t&auml;glich von 10 bis 18&nbsp;Uhr in halbst&uuml;ndigem Rhythmus mit zwei Schiffen durchgef&uuml;hrt. Eine Rundfahrt dauerte etwa eine Stunde. Die Fahrg&auml;ste erhielten w&auml;hrend der Fahrt Informationen zu Geschichte, Kultur und Architektur der Stadt M. Das Bef&ouml;rderungsentgelt betrug im Streitjahr f&uuml;r Erwachsene einheitlich 9&nbsp;EUR. Eine Erm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Teilstrecken wurde nicht gew&auml;hrt. Ausgangspunkt der Stadtrundfahrten war ein auf der Uferseite zur Altstadt der Stadt M gelegener Anleger (A). Weitere Fahrg&auml;ste wurden an einem 500&nbsp;m entfernten Anleger auf der anderen Uferseite (B) aufgenommen. Nach Abschluss der Rundfahrt konnten die Fahrg&auml;ste nach ihrer Wahl an einem der beiden Anleger unabh&auml;ngig davon aussteigen, ob sie dort auch zugestiegen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Einstieg von Fahrg&auml;sten w&auml;hrend der Rundfahrt an weiteren Bedarfsanlegern war nur nach vorheriger telefonischer Mitteilung gegen&uuml;ber dem B&uuml;ro des Kl&auml;gers oder durch Handzeichen gegen&uuml;ber dem Schiffsf&uuml;hrer vom Anleger aus m&ouml;glich. Ein Hinweis auf die Einstiegsm&ouml;glichkeit an den weiteren Bedarfshaltestellen und das Erfordernis der vorherigen telefonischen Anmeldung bzw. des Handzeichens war im Streitjahr weder auf der Internetseite des Kl&auml;gers noch in dessen Prospekt enthalten. Auf die M&ouml;glichkeit des Ausstiegs an den Bedarfsanlegern ist durch die Schiffsf&uuml;hrer hingewiesen worden. Die Ausstiegsm&ouml;glichkeit ist aber im Wesentlichen nur durch Gruppenreisende wahrgenommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schiffsfahrten zu den Ausflugszielen wurden nur durchgef&uuml;hrt, wenn sich (insbesondere durch Gruppenanmeldungen) eine ausreichende Anzahl an Personen zum vorgesehenen Abfahrtstermin zusammenfand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine gesonderte Genehmigung f&uuml;r die vom Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten Schiffsfahrten ist nach dem Landesrecht Schleswig-Holsteins nicht erforderlich. F&uuml;r die bei den Stadtrundfahrten eingesetzten Schiffe erhielt der Kl&auml;ger von der Stadt M die hafenbeh&ouml;rdliche Erlaubnis zur Nutzung von Liegepl&auml;tzen.&nbsp;&nbsp;Die Bef&ouml;rderungsstrecken betrugen f&uuml;r alle Schiffsfahrten weniger als 50&nbsp;km.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr meldete der Kl&auml;ger Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR an. Der Steueranmeldung lagen steuerpflichtige Ums&auml;tze zum Regelsteuersatz in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zugrunde, die sich aus den Ums&auml;tzen aus Charterfahrten ergaben. Die Ums&auml;tze aus Stadtrundfahrten und Ausflugsfahrten in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR behandelte der Kl&auml;ger als steuerpflichtige Ums&auml;tze zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz. Eine getrennte Aufzeichnung der Ums&auml;tze aus Stadtrundfahrten nahm der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der &Uuml;berzeugung, dass die vom Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten Stadtrundfahrten nicht als Linienverkehr i.S. von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) anzusehen seien, da die Fahrten ohne die M&ouml;glichkeit zum planm&auml;&szlig;igen Verlassen des Schiffes zum Ausgangspunkt zur&uuml;ckgef&uuml;hrt h&auml;tten. Die vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten steuerpflichtigen Ums&auml;tze zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR unterl&auml;gen damit dem Regelsteuersatz. Dementsprechend setzte das FA die Umsatzsteuer f&uuml;r das Jahr 2012 mit Bescheid vom 23.07.2014 auf &#8230;&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren (Einspruchsentscheidung vom 26.02.2016) wies das Finanzgericht (FG) Schleswig-Holstein die dagegen gerichtete Klage mit Urteil vom 18.07.2017&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;34\/16 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 1625) ab, da sowohl die Stadtrundfahrten als auch die Ausflugsfahrten nicht im Linienverkehr erfolgt seien und so dem Regelsatz unterl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 26.02.2016 den Umsatzsteuerbescheid vom 23.07.2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2012 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerhaft die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auf die Stadtrundfahrten als Linienverkehr mit Schiffen (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG) versagt. Es sind noch weitere Feststellungen zum Umfang der nicht erm&auml;&szlig;igten Ausflugsfahrten zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Steuer betr&auml;gt nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;r jeden steuerpflichtigen Umsatz 19&nbsp;% der Bemessungsgrundlage. Die Steuer erm&auml;&szlig;igt sich nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG auf 7&nbsp;% f&uuml;r die Bef&ouml;rderungen von Personen im Schienenbahnverkehr, im Verkehr mit Oberleitungsomnibussen, im genehmigten Linienverkehr mit Kfz, im Verkehr mit Taxen, mit Drahtseilbahnen und sonstigen mechanischen Aufstiegshilfen aller Art und im genehmigten Linienverkehr mit Schiffen sowie die Bef&ouml;rderungen im F&auml;hrverkehr innerhalb einer Gemeinde oder wenn die Bef&ouml;rderungsstrecke nicht mehr als 50&nbsp;km betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die streitbefangenen Fahrten dienten der Bef&ouml;rderung von Personen mit Schiffen. Davon ist das FG zu Recht ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass die &quot;Raum&uuml;berwindung&quot; in Gestalt einer Rundfahrt erfolgt, steht einer Bef&ouml;rderungsleistung nicht entgegen. Auch der &#8211;z.B. touristische&#8211; Zweck der Bef&ouml;rderung ist unerheblich (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.12.1951&nbsp;&#8211; II&nbsp;176\/51&nbsp;U, BFHE 56, 52, BStBl III 1952, 22, Rz&nbsp;5; vom 06.12.2012&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;36\/11, BFH\/NV 2013, 994, Rz&nbsp;17; vom 20.02.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;12\/11, BFHE 241, 72, BStBl II 2013, 645, Rz&nbsp;32; kritisch Illing, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2011, 845).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Bef&ouml;rderungsleistung stellt nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, an die der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden ist (vgl. allgemein z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.06.2011&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;87\/10, BFH\/NV 2011, 2128; vom 02.10.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;49\/12, BFH\/NV 2014, 189; vom 02.04.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;16\/14, BFH\/NV 2014, 1098, Rz&nbsp;16), auch die Hauptleistung der angebotenen Fahrten dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Stadtrundfahrten des Kl&auml;gers erf&uuml;llen als Linienverkehr mit Schiffen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG; anderes gilt f&uuml;r die Ausflugsfahrten, die das FG ohne Rechtsfehler nicht als Linienverkehr qualifiziert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Frage, ob eine Personenbef&ouml;rderung im &quot;Linienverkehr&quot; i.S. des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG vorliegt, ist grunds&auml;tzlich im verkehrsrechtlichen Sinne zu beantworten (vgl. BFH-Urteile vom 30.06.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Rz&nbsp;17; vom 02.07.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFHE 246, 549, BStBl II 2015, 421, Rz&nbsp;19; vom 02.07.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 246, 537, BStBl II 2015, 416, Rz&nbsp;26; vom 18.11.2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;32\/14, BFH\/NV 2016, 789, Rz&nbsp;34), auch wenn den einzelnen Vorschriften des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes (PBefG) im Hinblick auf die fehlende Verweisung in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung keine abschlie&szlig;ende Bedeutung zukommt und das PBefG auf Schiffe an sich nicht anwendbar ist. Gleichwohl sind die dort definierten Anforderungen an den Linienverkehr auf Schiffe anwendbar (ebenso Abschn.&nbsp;12.13 Abs.&nbsp;10a Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;42 Satz&nbsp;1 PBefG ist Linienverkehr eine zwischen bestimmten Ausgangs- und Endpunkten eingerichtete regelm&auml;&szlig;ige Verkehrsverbindung, auf der Fahrg&auml;ste an bestimmten Haltestellen ein- und aussteigen k&ouml;nnen. Er setzt nicht voraus, dass ein Fahrplan mit bestimmten Abfahrts- und Ankunftszeiten besteht oder Zwischenhaltestellen eingerichtet sind (&sect;&nbsp;42 Satz&nbsp;2 PBefG). In &auml;hnlicher Weise bestimmt Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1073\/2009 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 21.10.2009 &uuml;ber gemeinsame Regeln f&uuml;r den Zugang zum grenz&uuml;berschreitenden Personenkraftverkehrsmarkt und zur &Auml;nderung der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;561\/2006 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;300 vom 14.11.2009, S.&nbsp;88 &#8211;VO Nr.&nbsp;1073\/2009\/EG&#8211;), dass &quot;Linienverkehr&quot; die regelm&auml;&szlig;ige Bef&ouml;rderung von Fahrg&auml;sten auf einer bestimmten Verkehrsstrecke ist, wobei Fahrg&auml;ste an vorher festgelegten Haltestellen aufgenommen oder abgesetzt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ausgangs- und Endpunkt der Strecke m&uuml;ssen lediglich im Vorhinein fest bestimmt sein (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 12.12.2013&nbsp;&#8211; 3&nbsp;C&nbsp;30\/12, BVerwGE 148, 307, Rz&nbsp;23; Fiedler in Heinze\/Fehling\/Fiedler, 2.&nbsp;Aufl., PBefG &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;2; Lampe in Erbs\/Kohlhaas, Strafrechtliche Nebengesetze, &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hinsichtlich der Regelm&auml;&szlig;igkeit des Linienverkehrs ist ausschlaggebend, dass er f&uuml;r das Fahrgastpublikum vorhersehbar wiederkehrend &#8211;auf derselben Strecke und &uuml;ber eine gewisse Dauer&#8211; stattfindet, so dass sich Fahrg&auml;ste auf die Benutzung einrichten k&ouml;nnen (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof &#8211;BayVGH&#8211;, Urteil vom 25.11.1982&nbsp;&#8211; 11&nbsp;B&nbsp;80&nbsp;A.922, Die &ouml;ffentliche Verwaltung &#8211;D&Ouml;V&#8211; 1983, 518; BayVGH, Urteil vom 01.06.2011&nbsp;&#8211; 11&nbsp;B&nbsp;11.332, Verkehrsrechtssammlung &#8211;VRS&#8211; 121, 150, Rz&nbsp;49; BVerwG-Urteil in BVerwGE 148, 307, Rz&nbsp;27; Fiedler in Heinze\/Fehling\/Fiedler, a.a.O., PBefG &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;3; Lampe in Erbs\/Kohlhaas, a.a.O., &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;3; Fromm\/Sellmann\/Zuck, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;1, jeweils m.w.N.). Daran fehlt es bei einer bedarfsabh&auml;ngigen Durchf&uuml;hrung des Verkehrs (Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluss vom 13.03.1998&nbsp;&#8211; 3&nbsp;ObOWi&nbsp;23\/98, D&Ouml;V 1999, 649, Rz&nbsp;10; BVerwG-Urteil in BVerwGE 148, 307, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Au&szlig;erdem muss Fahrgastfreiheit insofern gew&auml;hrleistet sein, als ein Linienverkehr einem unbestimmten und unbeschr&auml;nkten Personenkreis offen steht und auf der Hin- und R&uuml;ckfahrt ein Fahrgastwechsel eintreten kann bzw. wenigstens m&ouml;glich sein muss (Verwaltungsgerichtshof Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 28.03.2008&nbsp;&#8211; 9&nbsp;S&nbsp;2312\/06, D&Ouml;V 2008, 879, Rz&nbsp;35; Oberverwaltungsgericht &#8211;OVG&#8211; Rheinland-Pfalz, Urteil vom 24.05.2012&nbsp;&#8211; 7&nbsp;A&nbsp;10246\/12, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht-Rechtsprechungs-Report &#8211;NVwZ-RR&#8211; 2012, 645, Rz&nbsp;36; OVG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 01.08.2012&nbsp;&#8211; 3&nbsp;L&nbsp;2\/11, juris, Rz&nbsp;78; Lampe in Erbs\/Kohlhaas, a.a.O., &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;4; Fiedler in Heinze\/Fehling\/Fiedler, a.a.O., PBefG &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;6; Fromm\/Sellmann\/Zuck, a.a.O., &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;1, jeweils m.w.N.). Dies ergibt sich nicht nur aus der Bef&ouml;rderungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 PBefG und f&uuml;r &ouml;ffentlichen Linienverkehr aus &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 PBefG, sondern auch daraus, dass &sect;&nbsp;43 PBefG und Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der VO Nr.&nbsp;1073\/2009\/EG nur ausnahmsweise bestimmte Verkehre &quot;unter Ausschluss anderer Fahrg&auml;ste&quot; dem Linienverkehr zuordnen (Fiedler in Heinze\/Fehling\/Fiedler, a.a.O., PBefG &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) An diese Regelungsbestandteile des &sect;&nbsp;42 PBefG &#8211;konkretisiert durch die verkehrsrechtliche Rechtsprechung&#8211; hat der nationale Gesetzgeber durch Verwendung des Begriffs &quot;Linienverkehr&quot; typisierend angekn&uuml;pft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall gen&uuml;gen die Ausflugsfahrten des Kl&auml;gers, die nur bei Bedarf durchgef&uuml;hrt wurden, nicht dem Erfordernis eines regelm&auml;&szlig;igen Verkehrs, wie das FG zu Recht entschieden hat. Anderes gilt f&uuml;r die Stadtrundfahrten, zu denen das FG mit bindender Wirkung f&uuml;r den Senat festgestellt hat (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), dass mit den bei jeder Fahrt angefahrenen Anlegern (A und B) bestimmte Ausgangs- und Endpunkte der Fahrt vorlagen und dass es zus&auml;tzlich Bedarfshaltestellen gab. Auch hat das FG festgestellt, dass die Stadtrundfahrten in der Hauptsaison t&auml;glich von 10 bis 18&nbsp;Uhr in halbst&uuml;ndigem Rhythmus durchgef&uuml;hrt wurden, so dass der Verkehr regelm&auml;&szlig;ig erfolgte. Schlie&szlig;lich war ein Fahrgastwechsel auf der Fahrt &#8211;zumindest soweit der Schiffsf&uuml;hrer &uuml;ber einen Ein- bzw. Ausstiegswunsch informiert wurde&#8211; m&ouml;glich. Anzeichen daf&uuml;r, dass der Verkehr einem unbestimmten und unbeschr&auml;nkten Personenkreis nicht offen gestanden habe, konnte das FG nicht erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit sind insoweit die Voraussetzungen eines Linienverkehrs &#8211;unabh&auml;ngig vom Abstand zwischen den Haltestellen und der Frequenz der Bedienung der Bedarfshaltestellen&#8211; hinsichtlich der Stadtrundfahrten erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Darauf, ob die Fahrg&auml;ste in vielen F&auml;llen ein Ausflugszweck i.S. des Gelegenheitsverkehrs nach &sect;&nbsp;46 PBefG verbindet, kommt es nicht an, denn dieser w&uuml;rde das Vorliegen von Linienverkehr i.S. des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG nicht ausschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Vom Linienverkehr grenzt &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 PBefG den Gelegenheitsverkehr, zu dem auch der Ausflugsverkehr nach &sect;&nbsp;48 PBefG z&auml;hlt (&sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 PBefG), negativ ab: Gelegenheitsverkehr ist die Personenbef&ouml;rderung mit Kfz, die nicht Linienverkehr i.S. der &sect;&sect;&nbsp;42&nbsp;ff. PBefG ist, wenn die Bef&ouml;rderung unter eine der in &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 PBefG genannten Typen f&auml;llt (Prinzip des geschlossenen Kreises; vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 07.04.1964&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;12\/63, BVerfGE 17, 306, Rz&nbsp;20; BVerwG-Urteil vom 27.08.2015&nbsp;&#8211; 3&nbsp;C&nbsp;14\/14, BVerwGE 152, 382, Rz&nbsp;13). Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 der VO Nr.&nbsp;1073\/2009\/EG definiert den Gelegenheitsverkehr dahingehend, dass &quot;Gelegenheitsverkehr&quot; der Verkehrsdienst ist, der nicht der Begriffsbestimmung des Linienverkehrs, einschlie&szlig;lich der Sonderformen des Linienverkehrs, entspricht und dessen Hauptmerkmal die Bef&ouml;rderung vorab gebildeter Fahrgastgruppen auf Initiative eines Auftraggebers oder des Verkehrsunternehmers selbst ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Pr&uuml;fung der rechtlichen Einordnung hat somit die Frage, ob eine der Formen des Linienverkehrs vorliegt, den Vorrang. Erst wenn sie verneint wird, ist zu pr&uuml;fen, ob es sich um Gelegenheitsverkehr handelt (Lampe in Erbs\/Kohlhaas, a.a.O., &sect;&nbsp;42 PBefG Rz&nbsp;1). Damit ist auch eine Stadtrundfahrt bei Vorliegen aller Begriffsmerkmale des Linienverkehrs als Linienverkehr anzusehen (OVG f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 24.05.2007&nbsp;&#8211; 13&nbsp;B&nbsp;577\/07, NVwZ-RR 2007, 561, Rz&nbsp;6; BayVGH, Urteil in VRS 121, 150, Rz&nbsp;52; S&auml;chsisches OVG, Urteil vom 29.06.2011&nbsp;&#8211; 4&nbsp;A&nbsp;690\/09, Gewerbearchiv &#8211;GewArch&#8211; 2011, 481, Rz&nbsp;36; BayVGH, Urteil vom 24.09.2012&nbsp;&#8211; 11&nbsp;B&nbsp;12.321, juris, Rz&nbsp;82; VG Bayreuth, Urteil vom 24.10.2014&nbsp;&#8211; B&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;13.668, juris, Rz&nbsp;33; Frye in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Rz&nbsp;78; a.A. noch wegen des Ausflugszwecks: Hamburgisches OVG, Beschluss vom 20.09.2004&nbsp;&#8211; 1&nbsp;Bs&nbsp;303\/04, juris; nicht eindeutig insofern: BVerwG-Beschluss vom 28.06.2007&nbsp;&#8211; 3&nbsp;B&nbsp;135\/06, juris, Rz&nbsp;4; Hamburgisches OVG, Urteil vom 22.09.2006&nbsp;&#8211; 1&nbsp;Bf&nbsp;162\/05, GewArch 2007, 121, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Regelungssystematik des PBefG &uuml;bersieht die Vorinstanz, die die Bestimmung, ob Linienverkehr vorliegt, durch eine Abw&auml;gung des f&uuml;r den Linienverkehr pr&auml;genden Merkmals der Fahrgastfreiheit einerseits und des f&uuml;r den Ausflugsverkehr pr&auml;genden Merkmals des gemeinsamen Ausflugszwecks andererseits vorgenommen hat. Vielmehr liegt nach den verkehrsrechtlichen Vorgaben ein Linienverkehr vor, wenn &#8211;wie hier&#8211; dessen Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. Dass vorab geschlossene Fahrgastgruppen gebildet wurden, ist ebenfalls weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich ist auch nicht ausschlaggebend, ob der Verkehr &#8211;&uuml;ber seine regelm&auml;&szlig;ige und einem unbeschr&auml;nkten Personenkreis offenstehende Durchf&uuml;hrung hinaus&#8211; Bed&uuml;rfnissen der Daseinsvorsorge oder in erster Linie touristischen Zwecken dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar ist die Steuererm&auml;&szlig;igung historisch aus der beabsichtigten Beg&uuml;nstigung des Sozialverkehrs zu erkl&auml;ren (vgl. BTDrucks 8\/1779, 40) und dieser Zweck ist &#8211;auch mit Ausweitung des Anwendungsbereichs auf Bef&ouml;rderungsmittel, die typischerweise nicht dem Personennahverkehr dienen&#8211; wom&ouml;glich nicht aufgegeben worden (vgl. BTDrucks 16\/6739, 24; FG Hamburg, Beschluss vom 30.10.2012&nbsp;&#8211; 2&nbsp;V&nbsp;240\/12, EFG 2013, 253, Rz&nbsp;10, 18; kritisch Nieuwenhuis, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2011, 1349).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Jedoch ergibt der ma&szlig;gebliche Wortlaut des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG keinen Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass die Regelung allein sozialen Zwecken dient (BFH-Urteil in BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Rz&nbsp;19; a.A. Illing, UR 2011, 845, 847). Und auch nach dem PBefG kommt es bei der Frage, ob Linienverkehr vorliegt, nicht auf den Zweck der Bef&ouml;rderung an (Fiedler in Heinze\/Fehling\/Fiedler, a.a.O., PBefG &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes steht auch nicht entgegen, dass der Linienverkehr nicht genehmigt war. Denn in F&auml;llen, in denen f&uuml;r Schiffsverkehr kein Genehmigungsvorbehalt gilt, ist &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG dahingehend auszulegen, dass eine Genehmigung des Linienverkehrs nicht erforderlich ist (vgl. zur stillschweigenden Genehmigung Abschn.&nbsp;12.13 Abs.&nbsp;10a Satz&nbsp;5 UStAE; USt-Kurzinformation Nr.&nbsp;2014\/05 f&uuml;r die Finanz&auml;mter des Landes Schleswig-Holstein vom 07.08.2014). Der genehmigungsfreie Linienverkehr ist dem genehmigten Linienverkehr gleichzustellen (vgl. BFH-Urteile vom 11.03.1988&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;114\/83, BFHE 153, 162, BStBl II 1988, 651; vom 30.06.1988&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;39\/87, BFH\/NV 1989, 267).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im vorliegenden Fall ist eine Genehmigung nach dem PBefG nicht erforderlich, da bereits der Anwendungsbereich dieses Gesetzes nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PBefG f&uuml;r eine Bef&ouml;rderung mit Schiffen nicht er&ouml;ffnet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch nach landesrechtlichen Vorschriften ist ein Genehmigungsvorbehalt f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung mit Schiffen im vorliegenden Fall nicht vorgesehen (vgl. USt-Kurzinformation Nr.&nbsp;2014\/05 f&uuml;r die Finanz&auml;mter des Landes Schleswig-Holstein vom 07.08.2014). Zwar bed&uuml;rfen nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des Wassergesetzes des Landes Schleswig-Holstein die Einrichtung oder der Betrieb einer F&auml;hre &uuml;ber Gew&auml;sser erster Ordnung und ein sonstiger &Uuml;bersetzverkehr &uuml;ber die Elbe bzw. Seeverkehrsdienstleistungen im Verkehr mit Inseln und Halligen, wenn dies zur Sicherstellung der ganzj&auml;hrigen, angemessenen Versorgung der Inseln und Halligen erforderlich ist, einer Genehmigung; dies betrifft den Streitfall jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entscheidend ist jedoch die Vergleichbarkeit der erbrachten Leistungen mit dem genehmigten Linienverkehr mit Schiffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die nach der Freistellungsverordnung zum PBefG genehmigungsfreien Linienverkehre wurde bereits entschieden, dass eine fehlende Genehmigung aufgrund Vergleichbarkeit mit anderem genehmigungsf&auml;higen Verkehr einer Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG nicht entgegen steht (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 1989, 267, unter II.2.b, Rz&nbsp;16; in BFHE 153, 162, BStBl II 1988, 651, unter II.2., Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar ist insofern zweifelhaft, ob hinsichtlich &quot;genehmigungsfreiem&quot; Schiffsverkehr auch von einer &quot;planwidrigen&quot; Unvollst&auml;ndigkeit der Umsatzsteuerregelung ausgegangen werden kann, nachdem sich der Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich f&uuml;r ein Auslaufen der bis zum 31.12.2011 verl&auml;ngerten &Uuml;bergangsregelung, wonach jede Bef&ouml;rderung von Personen mit Schiffen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterfiel (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;a UStG a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;4 UStG), entschieden hat (BTDrucks 17\/8320, 6; BT-Plenarprotokoll 17\/162, 19250).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Jedoch gebietet es der Neutralit&auml;tsgrundsatz, dass bei Durchf&uuml;hrung vergleichbarer Schiffsverkehre, aber unterschiedlich ausgestalteter landesrechtlicher Regelungen, der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz demjenigen Unternehmer nicht versagt werden darf, der mangels Genehmigungsbed&uuml;rftigkeit eine Genehmigung nicht erlangen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Unionsrechtliche Grundlage f&uuml;r &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG ist Art.&nbsp;98, Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;5 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz auf die Bef&ouml;rderung von Personen und des mitgef&uuml;hrten Gep&auml;cks anwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die den Mitgliedstaaten zuerkannte Wahrnehmung der M&ouml;glichkeit einer selektiven Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatzes unterliegt allerdings der zweifachen Bedingung des Inhalts, dass zum einen f&uuml;r die Zwecke der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Satzes nur konkrete und spezifische Aspekte der in Rede stehenden Kategorie von Leistungen herausgel&ouml;st werden und zum anderen der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t beachtet wird (vgl. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Pro Med Logistik und Pongratz vom 27.02.2014&nbsp;&#8211; C-454\/12 und C-455\/12, EU:C:2014:111, BStBl II 2015, 437, Rz&nbsp;45; Oxycure Belgium vom 09.03.2017&nbsp;&#8211; C-573\/15, EU:C:2017:189, UR 2017, 276, Rz&nbsp;28; AZ vom 09.11.2017&nbsp;&#8211; C-499\/16, EU:C:2017:846, UR 2018, 204, Rz&nbsp;24&nbsp;f.; Belgisch Syndicaat van Chiropraxie u.a. vom 27.06.2019&nbsp;&#8211; C-597\/17, EU:C:2019:544, UR 2019, 541, Rz&nbsp;46; BFH-Urteile vom 08.10.2008&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;61\/03, BFHE 222, 176, BStBl II 2009, 321, unter II.3.d&nbsp;bb, Rz&nbsp;55; in BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Rz&nbsp;15, jeweils m.w.N.; in BFH\/NV 2016, 789, Rz&nbsp;30&nbsp;f.; in BFHE 246, 537, BStBl II 2015, 416, Rz&nbsp;49&nbsp;f.; in BFHE 246, 549, BStBl II 2015, 421, Rz&nbsp;33&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t l&auml;sst es nicht zu, gleichartige Gegenst&auml;nde oder Dienstleistungen, die miteinander in Wettbewerb stehen, hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln (vgl. EuGH-Urteile K vom 11.09.2014&nbsp;&#8211; C-219\/13, EU:C:2014:2207, HFR 2014, 1032, Rz&nbsp;24; Oxycure Belgium, EU:C:2017:189, UR 2017, 276, Rz&nbsp;30; Belgisch Syndicaat van Chiropraxie u.a., EU:C:2019:544, UR 2019, 541, Rz&nbsp;47), ohne dass dadurch jedoch der Geltungsbereich eines erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatzes ohne eindeutige Bestimmung ausgeweitet werden k&ouml;nnte (EuGH-Urteile Kommission\/Luxemburg vom 05.03.2015&nbsp;&#8211; C-502\/13, EU:C:2015:143, UR 2015, 308, Rz&nbsp;51; De Fruytier vom 02.07.2015&nbsp;&#8211; C-334\/14, EU:C:2015:437, UR 2015, 636, Rz&nbsp;37; Oxycure Belgium, EU:C:2017:189, UR 2017, 276, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Beantwortung der Frage, ob Gegenst&auml;nde oder Dienstleistungen gleichartig sind, ist in erster Linie auf die Sicht des Durchschnittsverbrauchers abzustellen. Gegenst&auml;nde oder Dienstleistungen sind gleichartig, wenn sie &auml;hnliche Eigenschaften haben und beim Verbraucher nach einem Kriterium der Vergleichbarkeit in der Verwendung denselben Bed&uuml;rfnissen dienen und wenn die bestehenden Unterschiede die Entscheidung des Durchschnittsverbrauchers zwischen diesen Gegenst&auml;nden oder Dienstleistungen nicht erheblich beeinflussen (EuGH-Urteile Pro Med Logistik und Pongratz, EU:C:2014:111, BStBl II 2015, 437, Rz&nbsp;53&nbsp;ff.; AZ, EU:C:2017:846, UR 2018, 204, Rz&nbsp;31; Belgisch Syndicaat van Chiropraxie u.a., EU:C:2019:544, UR 2019, 541, Rz&nbsp;48; BFH-Urteile in BFHE 246, 549, BStBl II 2015, 421, Rz&nbsp;35; vom 02.08.2018&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;6\/16, BFHE 262, 272, BStBl II 2019, 293, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Zwar hat der Senat entschieden, dass aus ma&szlig;geblicher Sicht des Durchschnittsverbrauchers ein Unterschied zwischen Stadtrundfahrten, die im genehmigten Linienverkehr mit Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflichten, und solchen, die ohne diese Pflichten nicht im genehmigten Linienverkehr durchgef&uuml;hrt werden, gegeben ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 789, Rz&nbsp;31). Allerdings betraf dies den Linienverkehr mit Kfz, f&uuml;r den nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PBefG ein Genehmigungsvorbehalt besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beim Schiffsverkehr stellt das Vorliegen einer Genehmigung dagegen kein spezifisches Differenzierungskriterium f&uuml;r den Durchschnittsverbraucher dar, wenn f&uuml;r den nicht genehmigten Verkehr landesrechtlich eine Genehmigungspflicht nicht vorgesehen ist. Vielmehr ist f&uuml;r den Durchschnittsverbraucher ma&szlig;geblich, ob die konkreten Anforderungen eines Linienverkehrs nach &sect;&nbsp;42 PBefG erf&uuml;llt sind. Ist dies (vor allem nach den Kriterien der Regelm&auml;&szlig;igkeit und Fahrgastfreiheit) gew&auml;hrleistet, ist jeder Linienverkehr mit Schiffen ebenso geeignet, dem Bef&ouml;rderungsbed&uuml;rfnis des Nutzers zu entsprechen. Da die Genehmigungsbed&uuml;rftigkeit somit keinen Einfluss auf die Entscheidung, die eine oder die andere Bef&ouml;rderungsart zu w&auml;hlen, haben kann, liegen gleichartige Leistungen vor. Diese Anforderungen sind auch geeignet, als rechtlicher Rahmen unterschiedliche Leistungen zu kennzeichnen, so dass der Linienverkehr einen konkreten und spezifischen Aspekt der Personenbef&ouml;rderungen mit Schiffen darstellt und die selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatzes rechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der Entscheidung des BFH, nach der &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG an die Leistungserbringung, nicht hingegen an den Leistenden ankn&uuml;pft, so dass steuerbeg&uuml;nstigte Bef&ouml;rderungsleistungen durch einen Unternehmer erbracht werden k&ouml;nnen, wenn die leistungsbezogenen Merkmale erf&uuml;llt sind, ohne dass der Unternehmer selbst Inhaber einer Genehmigung f&uuml;r den Verkehr mit Taxen zu sein braucht oder dieser die Leistung selbst durchf&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 23.09.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;4\/15, BFHE 251, 444, BStBl II 2016, 494, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Unerheblich ist, dass f&uuml;r den Betreiber eines Linienverkehrs mit Schiffen ohne Genehmigung seines Verkehrs die Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflicht nach &sect;&sect;&nbsp;21, 22 PBefG nicht gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen ist dies auch f&uuml;r den genehmigten Linienverkehr nicht zwingend der Fall, da das PBefG auf Schiffsverkehr nicht anwendbar ist und z.B. die Landesgesetzgeber frei in der Ausgestaltung sowohl der Voraussetzungen einer Genehmigung als auch deren Rechtsfolgen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen ergeben sich die Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflichten nur aufgrund des generellen Genehmigungsvorbehalts nach &sect;&nbsp;2 PBefG, da sie als generell-abstrakte, f&uuml;r alle Genehmigungsinhaber geltende Regelungen der Art und Weise der Bef&ouml;rderungst&auml;tigkeit untrennbar mit der Genehmigung verbunden sind, denn der Inhalt der Pflichten wird erst durch die Bef&ouml;rderungsleistungen konkretisiert, die den Gegenstand der Genehmigung bilden (Heinze in Heinze\/Fehling\/Fiedler, a.a.O., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;2&nbsp;f., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;2; Fromm\/Sellmann\/Zuck, a.a.O., &sect;&nbsp;21 PBefG Rz&nbsp;3). Ohne (erforderliche) Genehmigung fehlt insofern die Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen beinhaltet die f&uuml;r einen Linienverkehr erforderliche Regelm&auml;&szlig;igkeit und Fahrgastfreiheit auch die wesentlichen Elemente der Bef&ouml;rderungspflicht nach &sect;&nbsp;22 PBefG, so dass f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung des Linienverkehrs mit Schiffen keine weiteren Pflichten gelten m&uuml;ssen (vgl. Frye in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Rz&nbsp;122; a.A. FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; 2&nbsp;K&nbsp;524\/18, EFG 2019, 299, Rz&nbsp;19, Rev. V&nbsp;R&nbsp;2\/19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif, da das FG (aus seiner Sicht folgerichtig) bisher nicht festgestellt hat, in welcher H&ouml;he der Kl&auml;ger im Streitjahr erm&auml;&szlig;igt zu besteuernde Ums&auml;tze aus Stadtrundfahrten und dem Regelsteuersatz unterliegende Ausflugsfahrten ausgef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der erkennende Senat entscheidet durch Urteil ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;121 FGO). Der Kl&auml;ger und das FA haben &uuml;bereinstimmend auf eine m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.8.2019, XI R 27\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.280819.XIR27.17.0 Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r genehmigungsfreien Linienverkehr mit Schiffen Leits&auml;tze 1. NV: Die Voraussetzungen f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG (Bef&ouml;rderung von Personen im genehmigten Linienverkehr mit Schiffen) sind auch dann erf&uuml;llt, wenn die Bef&ouml;rderung &#8211;wie bei Stadtrundfahrten&#8211; dem Freizeit- oder Tourismusverkehr dient (Fortf&uuml;hrung der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-27-17-ermaessigter-steuersatz-fuer-genehmigungsfreien-linienverkehr-mit-schiffen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r genehmigungsfreien Linienverkehr mit Schiffen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71594","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71594"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71594\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}