{"id":71598,"date":"2019-12-21T18:43:29","date_gmt":"2019-12-21T16:43:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71598"},"modified":"2019-12-21T18:43:29","modified_gmt":"2019-12-21T16:43:29","slug":"v-r-19-18-vorsteuerverguetungsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-19-18-vorsteuerverguetungsverfahren\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;19\/18 &#8211; Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.10.2019, V R 19\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.151019.VR19.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Im Verg&uuml;tungsverfahren gen&uuml;gt der Antragsteller seiner Verpflichtung zur Vorlage der Rechnung in Kopie, wenn er innerhalb der Antragsfrist seinem Antrag ein Rechnungsdokument in Kopie beif&uuml;gt, das den Mindestanforderungen entspricht, die an eine berichtigungsf&auml;hige Rechnung zu stellen sind (Fortf&uuml;hrung BFH-Urteil vom 20.10.2016 &#8211; V R 26\/15, BFHE 255, 348).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 15.02.2018 &#8211; 2 K 1386\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine in den Niederlanden ans&auml;ssige Gesellschaft, die im Baubereich t&auml;tig ist, stellte am 28.05.2013 in elektronischer Form &uuml;ber das hierf&uuml;r von der niederl&auml;ndischen Finanzverwaltung bereitgestellte Portal einen Antrag auf Vorsteuerverg&uuml;tung im Verfahren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. &sect;&nbsp;61 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung i.d.F. des Streitjahres 2012 (UStDV) in H&ouml;he von 62.564,30&nbsp;EUR f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Dezember 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand dieses Vorsteuerverg&uuml;tungsantrags waren insbesondere zwei Eingangsrechnungen zu den Antragspositionen 1 und 13.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsposition 1 bezog sich auf eine Rechnung der A-Beton GmbH &#038; Co. KG vom 15.12.2012 mit einem Steuerausweis in H&ouml;he von 13.167&nbsp;EUR. Hierbei handelte es sich um eine &quot;Nachberechnung der 19%&nbsp;igen Umsatzsteuer zu den anliegenden Rechnungen: Nr.&nbsp;92847, 92585, 92475&quot;. Das Dokument enthielt Angaben zum Namen und zur Anschrift von Rechnungsaussteller und Rechnungsempf&auml;nger, zum Rechnungsdatum, zur Rechnungsnummer und zum Entgelt. Zum Leistungsgegenstand wies die Rechnung auf ein Bauvorhaben X-Stra&szlig;e hin. Dem Vorsteuerverg&uuml;tungsantrag war nur dieses Dokument in elektronischer Form, nicht aber auch die in Bezug genommenen Rechnungen beigef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsposition 13 bezog sich auf eine Rechnung der B-Transportbeton GmbH &#038; Co. KG vom 13.11.2012 mit einem Steuerausweis in H&ouml;he von 10.623,28&nbsp;EUR. Dem Antrag war lediglich die vierte Seite beigef&uuml;gt, auf der Teile des Liefergegenstandes nach Baustelle, Liefertag und Menge in cbm sowie Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Entgelt und Steuerausweis sowie Angaben zum Namen und zur Anschrift von Rechnungsaussteller und Rechnungsempf&auml;nger aufgef&uuml;hrt waren. Die Seiten 1 bis 3 der Rechnung fehlten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern &#8211;BZSt&#8211;) entschied &uuml;ber den Antrag mit Bescheid vom 19.09.2013. Es setzte die Verg&uuml;tung auf 37.851,93&nbsp;EUR fest und lehnte im &Uuml;brigen insbesondere eine Verg&uuml;tung zu den Antragspositionen 1 und 13 ab. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Nach seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 1840 ver&ouml;ffentlichten Urteil kann die Kl&auml;gerin Verg&uuml;tung erlangen. Dass bis zum Ablauf der im Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren geltenden Antragsfrist lediglich ein Teil der abgerechneten Leistungen (in Form einzelner Seiten einer Rechnung) ersichtlich sei, f&uuml;hre nicht dazu, dass der Antrag auf Vorsteuerverg&uuml;tung in Bezug auf diese Rechnung unwirksam sei. Die insoweit innerhalb der Antragsfrist unvollst&auml;ndige Leistungsbeschreibung bez&ouml;ge sich auf alle mit der Rechnung abgerechneten Leistungen. Sie sei einer lediglich nicht vollst&auml;ndigen, erg&auml;nzungsbed&uuml;rftigen Leistungsbeschreibung gleichzusetzen, wie sie bei jeder anderen, aus einer Seite bestehenden Rechnung vorkommen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das BZSt mit der Revision. Die Rechnung zur Antragsposition 1 enthalte keine ordnungsgem&auml;&szlig;e Leistungsbeschreibung, da sie sich auf eine Nachberechnung von Umsatzsteuer beschr&auml;nke, ohne die dieser Nachberechnung zugrunde liegende Leistung zu bezeichnen. Es handele sich um eine Rechnungsberichtigung. Im Verg&uuml;tungsverfahren gen&uuml;ge die Vorlage der Berichtigungserkl&auml;rung nicht. Mit der Pflicht zur Rechnungsvorlage weiche das Verg&uuml;tungsverfahren vom allgemeinen Besteuerungsverfahren ab. Die Rechnungsvorlage solle eine Pr&uuml;fung erm&ouml;glichen. Die vorzulegende Rechnung sei nicht lediglich eine zus&auml;tzliche Information i.S. von Art.&nbsp;20 der Richtlinie 2008\/9\/EG des Rates vom 12.02.2008 zur Regelung der Erstattung der Mehrwertsteuer gem&auml;&szlig; der Richtlinie 2006\/112\/EG an nicht im Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Richtlinie 2008\/9\/EG). Dies spreche auch gegen die Verg&uuml;tung zur Antragsposition 13. Nur im allgemeinen Besteuerungsverfahren sei eine Bezugnahme in der Rechnung auf andere Dokumente m&ouml;glich. Anders als bei einer Rechnungsberichtigung entscheide der Antragsteller im Verg&uuml;tungsverfahren &uuml;ber die einzureichenden Dokumente. Die vollst&auml;ndige Rechnungsvorlage sei deshalb erforderlich, da die vollst&auml;ndige Rechnung z.B. zum Skonto widerspr&uuml;chliche Angaben enthalten k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des BZSt ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 und 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin dem Erfordernis der Rechnungsvorlage in Kopie innerhalb der Antragsfrist entsprochen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV sind dem Verg&uuml;tungsantrag auf elektronischem Weg die Rechnungen und Einfuhrbelege in Kopie beizuf&uuml;gen, wenn das Entgelt f&uuml;r den Umsatz oder die Einfuhr mindestens 1.000&nbsp;EUR, bei Rechnungen &uuml;ber den Bezug von Kraftstoffen mindestens 250&nbsp;EUR betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtlich beruhte dies auf Art.&nbsp;10 der Richtlinie 2008\/9\/EG. Danach kann der Mitgliedstaat der Erstattung unbeschadet der Informationsersuchen gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;20 verlangen, dass der Antragsteller zusammen mit dem Erstattungsantrag auf elektronischem Wege eine Kopie der Rechnung oder des Einfuhrdokuments einreicht, falls sich die Steuerbemessungsgrundlage auf einer Rechnung oder einem Einfuhrdokument auf mindestens 1.000&nbsp;EUR oder den Gegenwert in der jeweiligen Landesw&auml;hrung bel&auml;uft; bei einer Rechnung &uuml;ber Kraftstoff betr&auml;gt dieser Schwellenwert 250&nbsp;EUR oder den Gegenwert in der jeweiligen Landesw&auml;hrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin die danach erforderlichen Rechnungen zu den Antragspositionen&nbsp;1 und 13 innerhalb der ma&szlig;geblichen Antragsfrist eingereicht und diese dann im Verfahren um weitere Dokumente erg&auml;nzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV enth&auml;lt keine eigenst&auml;ndige Definition der Rechnung, so dass dieser Begriff i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG zu verstehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Verfahren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG dient &#8211;vorbehaltlich hier nicht einschl&auml;giger Sonderregelungen wie etwa f&uuml;r den Bezug von Kraftstoffen oder in Bezug auf Verg&uuml;tungsmindestbetr&auml;gen&#8211; lediglich dazu, die Verg&uuml;tung von Vorsteuerbetr&auml;gen &#8211;abweichend vom Regelbesteuerungsverfahren&#8211; einem besonderen Verfahren zu unterwerfen, ohne aber den Anspruch auf Vorsteuerabzug inhaltlich auszugestalten. Daher handelt es sich bei der in Kopie auf elektronischem Weg dem Antrag beizuf&uuml;genden Rechnung um die f&uuml;r den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG erforderlichen Rechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Wie der erkennende Senat unter Ber&uuml;cksichtigung unionsrechtlicher Erfordernisse (vgl. hierzu Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Senatex vom 15.09.2016&nbsp;&#8211; C-518\/14, EU:C:2016:691) bereits ausdr&uuml;cklich entschieden hat, liegt eine berichtigungsf&auml;hige Rechnung jedenfalls dann vor, wenn sie Angaben zum Rechnungsaussteller, zum Leistungsempf&auml;nger, zur Leistungsbeschreibung, zum Entgelt und zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer enth&auml;lt, so dass sie bis zum Schluss der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG berichtigt werden kann (BFH-Urteil vom 20.10.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;26\/15, BFHE 255, 348, Leits&auml;tze&nbsp;1 und 2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Hinblick auf die lediglich verfahrensrechtlichen Besonderheiten des Verg&uuml;tungsverfahrens (s. oben II.2.a&nbsp;aa) folgt hieraus f&uuml;r das Verg&uuml;tungsverfahren, dass der Antragsteller seiner Verpflichtung zur Rechnungsvorlage in Kopie gen&uuml;gt, wenn er innerhalb der Antragsfrist seinem Antrag ein Rechnungsdokument in Kopie beif&uuml;gt, das den Mindestanforderungen entspricht, die an eine berichtigungsf&auml;hige Rechnung nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (BFH-Urteil in BFHE 255, 348) zu stellen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn berechtigt eine Rechnung, die jedenfalls diesen Mindestanforderungen entspricht, aufgrund einer nachtr&auml;glichen Erg&auml;nzung oder Berichtigung r&uuml;ckwirkend auf den Zeitpunkt ihrer Erteilung zum Vorsteuerabzug, gen&uuml;gt die Vorlage einer derartigen Rechnung in Kopie mangels weiterer Besonderheiten im Verg&uuml;tungsverfahren auch zur Wahrung der Antragsfrist im Verg&uuml;tungsverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r spricht zudem, dass die Vorlage einer nur den Mindestanforderungen entsprechenden Rechnung dem mit der Vorlagepflicht verfolgten Informations- und Dokumentationszweck jedenfalls insoweit entspricht, als das BZSt vom Vorliegen des f&uuml;r Rechnungen erforderlichen Mindestinhalts Kenntnis nehmen kann und in der Lage ist, zus&auml;tzliche Informationen, wie etwa Berichtigungsdokumente, auf der Grundlage von Art.&nbsp;20 der Richtlinie 2008\/9\/EG (vgl. auch &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;6 UStDV) anzufordern, wenn es dies f&uuml;r erforderlich h&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich verst&ouml;&szlig;t eine Auslegung, nach der bereits jegliche Vorlagem&auml;ngel innerhalb der Antragsfrist zu einem endg&uuml;ltigen Ausschluss von der Vorsteuerverg&uuml;tung f&uuml;hren w&uuml;rden, gegen den auch im Verg&uuml;tungsverfahren zu beachtenden Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit. Danach m&uuml;ssen sich die Mitgliedstaaten der Mittel bedienen, die das fundamentale Prinzip des Rechts auf Vorsteuerabzug m&ouml;glichst wenig beeintr&auml;chtigen (EuGH-Urteil EMS-Bulgaria Transport vom 12.07.2012&nbsp;&#8211; C-284\/11, EU:C:2012:458, Rz&nbsp;69). Es ist f&uuml;r den erkennenden Senat nicht ersichtlich, dass sich die auf das Regelbesteuerungsverfahren beziehende Rechtsprechung bei Aus&uuml;bung der f&uuml;r die Mitgliedstaaten nach Art.&nbsp;10 der Richtlinie 2008\/9\/EG bestehende Erm&auml;chtigung ohne Bedeutung sein sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach hat das FG der Klage im Ergebnis zu Recht in Bezug auf die Antragspositionen&nbsp;1 und 13 stattgegeben. Denn die dem BZSt vorgelegten Rechnungskopien enthielten unter Ber&uuml;cksichtigung der Firmenbezeichnungen der Leistenden die erforderlichen Mindestangaben zum Rechnungsaussteller, zum Leistungsempf&auml;nger, zur Leistungsbeschreibung, zum Entgelt und zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer. Danach konnte die Kl&auml;gerin die vollst&auml;ndigen Rechnungsdokumente mit R&uuml;ckwirkung nachreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.10.2019, V R 19\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.151019.VR19.18.0 Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren Leits&auml;tze Im Verg&uuml;tungsverfahren gen&uuml;gt der Antragsteller seiner Verpflichtung zur Vorlage der Rechnung in Kopie, wenn er innerhalb der Antragsfrist seinem Antrag ein Rechnungsdokument in Kopie beif&uuml;gt, das den Mindestanforderungen entspricht, die an eine berichtigungsf&auml;hige Rechnung zu stellen sind (Fortf&uuml;hrung BFH-Urteil vom 20.10.2016 &#8211; V R 26\/15, BFHE &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-19-18-vorsteuerverguetungsverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;19\/18 &#8211; Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71598","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71598"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71598\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}