{"id":71601,"date":"2019-12-21T18:43:23","date_gmt":"2019-12-21T16:43:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71601"},"modified":"2019-12-21T18:43:23","modified_gmt":"2019-12-21T16:43:23","slug":"iii-b-149-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht-uebersehen-eines-kindergeld-aufhebungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-149-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht-uebersehen-eines-kindergeld-aufhebungsbescheids\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;149\/18 &#8211; Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht; &Uuml;bersehen eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.10.2019, III B 149\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.221019.IIIB149.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht; &Uuml;bersehen eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Rechtsfrage, ob sp&auml;testens im Monat nach Abschluss eines Ausbildungsabschnitts ein Beweisanzeichen f&uuml;r den Willen zur Fortsetzung der Erstausbildung vorliegen muss, um Ausbildungsabschnitte zu einer einheitlichen Erstausbildung zusammenfassen zu k&ouml;nnen, ist durch das BFH-Urteil vom 17.01.2019 &#8211; III R 8\/18 (BFH\/NV 2019, 815) dahingehend gekl&auml;rt, dass ein derartiges Erfordernis nicht besteht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: &Uuml;bersieht das FG einen in den Akten befindlichen Bescheid, durch den das Kindergeld f&uuml;r einen bestimmten Monat bestandskr&auml;ftig aufgehoben worden ist, und verpflichtet es die Familienkasse zur Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r diesen Monat, so ist dies ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26.10.2018 &#8211; 7 K 1616\/18 insoweit aufgehoben, als es den Monat M&auml;rz 2016 betrifft.<\/p>\n<\/p>\n<p>Insoweit wird die Sache an das Finanzgericht zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens wird dem Finanzgericht &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter ihres im Jahr 1995 geborenen Sohnes A, der im Juli 2015 eine Ausbildung zum Elektroniker abschloss. Danach war er arbeitslos. A besuchte zu Beginn des Schuljahres 2015\/2016 eine Berufsoberschule. Die Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) gew&auml;hrte f&uuml;r A ab September 2015 Kindergeld. A brach den Schulbesuch im Dezember 2015 wegen einer Erkrankung ab. Danach war er wieder arbeitslos. Vom 15.02.2016 bis zum 16.08.2016 war er bei der Fa. X mit einer Arbeitszeit von 39&nbsp;Wochenstunden besch&auml;ftigt. Ab September 2016 besuchte A wieder die Berufsoberschule.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum M&auml;rz 2016 bis Juli 2016. Die Familienkasse lehnte den Antrag wegen der Erwerbst&auml;tigkeit des A durch Bescheid vom 27.02.2018 ab. Der dagegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der anschlie&szlig;end erhobenen Klage statt. Es war der Ansicht, A sei im fraglichen Zeitraum nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen. Die zwischenzeitliche Berufst&auml;tigkeit sei unsch&auml;dlich, denn die Ausbildung zum Elektroniker und das angestrebte Berufsziel &quot;Elektrotechniker&quot; oder &quot;Elektroingenieur&quot; seien zu einer mehraktigen Erstausbildung zusammenzufassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich die Familienkasse mit der Nichtzulassungsbeschwerde, mit der sie die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache, die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie einen Verfahrensfehler geltend macht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor, f&uuml;r die Annahme einer mehraktigen Ausbildung m&uuml;sse nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden, dass das angestrebte Berufsziel noch nicht erreicht sei. Die Absichtserkl&auml;rung des Kindes m&uuml;sse sp&auml;testens im Folgemonat nach dem Abschluss des vorangegangenen Ausbildungsabschnitts bei der Familienkasse eingehen. Es sei die Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung zu kl&auml;ren, ob die Familienkasse verlangen d&uuml;rfe, dass als objektives Beweisanzeichen f&uuml;r den Willen zur Fortsetzung der Erstausbildung entweder eine Bewerbung f&uuml;r den weiterf&uuml;hrenden Ausbildungsabschnitt oder eine entsprechende Absichtserkl&auml;rung sp&auml;testens im Folgemonat nach Abschluss des vorangegangenen Ausbildungsabschnitts nachgewiesen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des Erfordernisses eines objektiven Beweisanzeichens weiche das angefochtene Urteil vom BFH-Urteil vom 04.02.2016&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;14\/15 (BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615) ab. In diesem Fall habe sich der BFH gegen eine einheitliche Erstausbildung entschieden, weil nach dem Abschluss der ersten Ausbildung nicht aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar gewesen sei, dass das Kind eine weiterf&uuml;hrende Ausbildung angestrebt habe. Das BFH-Urteil und das angefochtene Urteil unterschieden sich somit in der Frage, ob f&uuml;r die Feststellung einer einheitlichen Erstausbildung neben dem erst &uuml;ber einen weiteren Abschluss erreichbaren und angestrebten Berufsziel und dem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zus&auml;tzlich ein objektives Beweisanzeichen daf&uuml;r erforderlich sei, dass das Kind mit dem ersten erlangten Abschluss sein angestrebtes Berufsziel noch nicht erreicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des Monats M&auml;rz 2016 beruhe das Urteil des FG auf einem Verfahrensfehler. Aus dem Tatbestand des Urteils gehe nicht hervor, dass die Festsetzung des Kindergeldes durch Bescheid vom 11.03.2016 ab M&auml;rz 2016 aufgehoben worden sei. Der Bescheid sei in Bestandskraft erwachsen. Das Gericht habe diese aktenkundige Tatsache nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist insoweit unbegr&uuml;ndet, als das angefochtene Urteil den Zeitraum April 2016 bis Juli 2016 betrifft. Im &Uuml;brigen (M&auml;rz 2016) ist sie begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung thematisierte Rechtsfrage, ob die Zusammenfassung von zwei Ausbildungsabschnitten zu einer (einheitlichen) erstmaligen Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG (u.a.) zur Voraussetzung hat, dass das Kind sp&auml;testens in dem Monat, der dem Ende des ersten Ausbildungsabschnitts folgt, die Absicht zur Fortsetzung der Berufsausbildung kundtut, ist nicht (mehr) kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Denn der BFH hat diese Frage inzwischen entschieden (s. Senatsurteil vom 17.01.2019&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;8\/18, BFH\/NV 2019, 815). Er hat in dem Urteil ausgef&uuml;hrt, dass eine Verbindung von zwei Ausbildungsabschnitten zu einer einheitlichen Erstausbildung nicht bereits dann abgelehnt werden kann, wenn die Absichtserkl&auml;rung zur Fortf&uuml;hrung der Erstausbildung nicht sp&auml;testens im Folgemonat nach Abschluss des vorangegangenen Ausbildungsabschnitts vorgelegt wird und dass es &#8211;entgegen der aus der Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz 2018 V&nbsp;6.1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;8 abgeleiteten Verwaltungsauffassung&#8211; gen&uuml;gt, wenn die Sachverhaltsumst&auml;nde im Entscheidungszeitpunkt vollst&auml;ndig und glaubhaft dargelegt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision ist auch nicht etwa deshalb zuzulassen, weil zum Zeitpunkt der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde die von der Familienkasse thematisierte Rechtsfrage noch nicht ausdr&uuml;cklich durch eine ver&ouml;ffentlichte Entscheidung gekl&auml;rt war. Bei der Pr&uuml;fung, ob ein Grund zur Zulassung der Revision vorliegt, k&ouml;nnen zwar ausnahmsweise die Verh&auml;ltnisse zum Zeitpunkt der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde und nicht die zum Zeitpunkt der Entscheidung &uuml;ber die Beschwerde ma&szlig;geblich sein, und zwar dann, wenn die Revision aus anderen Gr&uuml;nden Aussicht auf Erfolg h&auml;tte (BFH-Beschluss vom 16.07.2013&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;15\/13, BFH\/NV 2013, 1609; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;97; Werth in Gosch, FGO &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;71). Die Revision h&auml;tte jedoch hinsichtlich der Monate April 2016 bis Juli 2016, in denen A einer Vollzeitt&auml;tigkeit nachging, keine Aussicht auf Erfolg. Diese T&auml;tigkeit diente nach den Feststellungen des FG nur der zeitlichen &Uuml;berbr&uuml;ckung bis zum Beginn eines weiteren Ausbildungsabschnitts (vgl. Senatsurteil in BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615). Sie wurde auch nicht zeitgleich zu einer Ausbildungsma&szlig;nahme ausge&uuml;bt, so dass nicht zu pr&uuml;fen ist, ob eine neben einer Ausbildung ausge&uuml;bte Vollzeitt&auml;tigkeit als &quot;Hauptsache&quot; anzusehen ist (s. Senatsurteil vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;26\/18, BFHE 263, 209).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus den vorgenannten Gr&uuml;nden ist die Revision auch nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO). Nach Ansicht der Familienkasse ist das FG wegen der Frage, wann ein objektives Beweisanzeichen f&uuml;r einen fortbestehenden Ausbildungswillen vorliegen m&uuml;sse, vom Senatsurteil in BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615 abgewichen. Diese Frage wurde jedoch &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; zwischenzeitlich durch die Senatsrechtsprechung pr&auml;zisiert. Eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist damit nicht mehr erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hinsichtlich des Monats M&auml;rz 2016 ist die Nichtzulassungsbeschwerde wegen eines Versto&szlig;es gegen den klaren Inhalt der Akten begr&uuml;ndet. Der ger&uuml;gte Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) liegt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh&ouml;rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten. Ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten liegt u.a. dann vor, wenn das FG eine nach Aktenlage feststehende Tatsache, die richtigerweise in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tte einflie&szlig;en m&uuml;ssen, unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst oder seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28.04.2016&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;18\/16, BFH\/NV 2016, 1173, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den in der Kindergeldakte befindlichen Bescheid vom 11.03.2016, durch den die Familienkasse die Festsetzung des Kindergeldes ab M&auml;rz 2016 aufhob, unbeachtet gelassen und damit einen Verfahrensfehler begangen. Der Aufhebungsbescheid wurde nicht angefochten und entfaltete deshalb f&uuml;r den genannten Monat Bindungswirkung (s. Senatsurteil vom 26.11.2009&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;87\/07, BFHE 227, 466, BStBl II 2010, 429). Damit stand bestandskr&auml;ftig fest, dass der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Monat M&auml;rz 2016 kein Kindergeld zustand. Der Umstand, dass die Familienkasse durch den sp&auml;teren Bescheid vom 27.02.2018 die Festsetzung von Kindergeld (auch) f&uuml;r den Monat M&auml;rz 2016 ablehnte und die Kl&auml;gerin dagegen mit Einspruch und Klage vorging, &auml;ndert hieran nichts. Das FG konnte nicht die Familienkasse zur Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r den Monat M&auml;rz 2016 verpflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, hinsichtlich des Monats M&auml;rz 2016 nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren, d.h. das angefochtene Urteil insoweit aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO. Das FG hat mit R&uuml;cksicht auf den Grundsatz der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung auch &uuml;ber die Kosten des durch diesen Beschluss rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen Teils des Verfahrens zu entscheiden (vgl. BFH-Urteile vom 17.11.2011&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;2\/09, BFH\/NV 2012, 1309; vom 13.06.2013&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFHE 241, 562, BFH\/NV 2013, 1868). Dabei ist unerheblich, ob die Sache durch Urteil oder durch Beschluss nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zur&uuml;ckverwiesen wird (BFH-Beschluss vom 11.12.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;33\/13, BFH\/NV 2014, 714, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.10.2019, III B 149\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.221019.IIIB149.18.0 Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht; &Uuml;bersehen eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids Leits&auml;tze 1. NV: Die Rechtsfrage, ob sp&auml;testens im Monat nach Abschluss eines Ausbildungsabschnitts ein Beweisanzeichen f&uuml;r den Willen zur Fortsetzung der Erstausbildung vorliegen muss, um Ausbildungsabschnitte zu einer einheitlichen Erstausbildung zusammenfassen zu k&ouml;nnen, ist durch das BFH-Urteil vom 17.01.2019 &#8211; III &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-149-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht-uebersehen-eines-kindergeld-aufhebungsbescheids\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;149\/18 &#8211; Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht; &Uuml;bersehen eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71601","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71601"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71601\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}