{"id":71602,"date":"2019-12-21T18:43:20","date_gmt":"2019-12-21T16:43:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71602"},"modified":"2019-12-21T18:43:20","modified_gmt":"2019-12-21T16:43:20","slug":"vii-b-40-19-keine-prozesszinsen-auf-einen-steuererstattungsanspruch-bei-fehlender-rechtshaengigkeit-der-steuerfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-40-19-keine-prozesszinsen-auf-einen-steuererstattungsanspruch-bei-fehlender-rechtshaengigkeit-der-steuerfestsetzung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;40\/19 &#8211; Keine Prozesszinsen auf einen Steuererstattungsanspruch bei fehlender Rechtsh&auml;ngigkeit der Steuerfestsetzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.10.2019, VII B 40\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.231019.VIIB40.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Prozesszinsen auf einen Steuererstattungsanspruch bei fehlender Rechtsh&auml;ngigkeit der Steuerfestsetzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Verzinsung eines Steuererstattungsanspruchs nach &sect; 236 Abs. 1 Satz 1 AO bzw. &sect; 236 Abs. 2 Nr. 1 AO setzt dessen Rechtsh&auml;ngigkeit voraus.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Eine entsprechende Anwendung dieser Vorschriften im Fall der Herabsetzung eines Steueranspruchs infolge eines Musterverfahrens bzw. aufgrund einer verfassungsgerichtlichen Entscheidung in einem gleich gelagerten Verfahren kommt nicht in Betracht, wenn die streitige Steuerfestsetzung nicht selbst rechtsh&auml;ngig, sondern nur Gegenstand eines ruhenden Einspruchsverfahrens war.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 22.02.2019 &#8211; 4 K 123\/18 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betreibt ein Kernkraftwerk. Aufgrund dessen Bef&uuml;llung mit Brennelementen im Juni 2016 gab sie unter dem 08.07.2016 eine Steueranmeldung f&uuml;r Kernbrennstoffsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ab und zahlte diese am 25.07.2016. Mit &Auml;nderungsbescheid vom 22.07.2016 erkl&auml;rte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Steueranmeldung unter Hinweis auf die Vereinbarkeit des Kernbrennstoffsteuergesetzes (KernbrStG) mit dem Grundgesetz (GG) f&uuml;r vorl&auml;ufig. Gegen die Steueranmeldung erhob die Kl&auml;gerin Einspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das KernbrStG mit Beschluss vom 13.04.2017&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/13 als mit Art.&nbsp;105 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Art.&nbsp;106 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GG unvereinbar und nichtig erkl&auml;rt hatte, hob das HZA die Steueranmeldung mit Bescheid vom 12.06.2017 auf und zahlte die entrichtete Steuer am 19.06.2017 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 05.06.2018 beantragte die Kl&auml;gerin beim HZA die Festsetzung von Prozesszinsen auf den ihr erstatteten Steuerbetrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r die Zeit vom 25.07.2016 bis 19.06.2017, was das HZA mit Bescheid vom 24.07.2018 ablehnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Kl&auml;gerin habe weder aus &sect;&nbsp;236 der Abgabenordnung (AO) noch aus &sect;&nbsp;233a AO, jeweils weder in direkter noch in analoger Anwendung, einen Zinsanspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO setze voraus, dass der zu verzinsende Erstattungsanspruch vom Steuerpflichtigen rechtsh&auml;ngig gemacht worden sei. Dies gelte auch dann, wenn die Finanzverwaltung allein aufgrund einer im Musterverfahren erstrittenen Entscheidung die Steuer herabgesetzt oder erstattet habe. Das Gericht m&uuml;sse die Steuer unmittelbar selbst niedriger festgesetzt bzw. die Finanzbeh&ouml;rde m&uuml;sse die Steuer nach Aufhebung des angefochtenen Bescheids durch das Gericht weisungsgem&auml;&szlig; festgesetzt haben. Das BVerfG habe jedoch weder die Steueranmeldung selbst aufgehoben noch das beklagte HZA dazu angewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verzinsung des Erstattungsanspruchs ergebe sich auch nicht aus &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO, weil dieser Tatbestand gleichfalls voraussetze, dass der Steuerpflichtige seinen Erstattungsanspruch rechtsh&auml;ngig gemacht habe. Erfolge die Erstattung wie vorliegend im Rahmen eines Einspruchsverfahrens nach Beendigung eines gerichtlichen Musterverfahrens, fielen keine Zinsen nach &sect;&nbsp;236 AO an. Unerheblich sei, ob der Kl&auml;gerin die Erhebung einer Klage &uuml;berhaupt m&ouml;glich gewesen sei. Sie habe allerdings Unt&auml;tigkeitsklage erheben k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne den Zinsanspruch auch nicht aus &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO herleiten. Die Entscheidung des BVerfG stelle zwar eine rechtskr&auml;ftige gerichtliche Entscheidung dar, die alle Gerichte und Beh&ouml;rden binde. Dieser Entscheidung liege jedoch keine Anfechtung eines Grundlagenbescheids zugrunde. Ein Anspruch auf Prozesszinsen nach dieser Vorschrift sei zwar auch gegeben, wenn der Steuerpflichtige den Prozess nicht selbst gef&uuml;hrt habe, aber von der Steuerherabsetzung oder -aufhebung aufgrund dieser gerichtlichen Entscheidung selbst betroffen sei. An einer Selbst-Betroffenheit fehle es indes, wenn wie im Streitfall die Kl&auml;gerin von der rechtskr&auml;ftigen gerichtlichen Entscheidung nur mittelbar als Folge des Musterverfahrens profitiere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Zinsanspruch ergebe sich auch nicht aus einer entsprechenden Anwendung des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 bzw. Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO. Im &Uuml;brigen sei es der Kl&auml;gerin nicht verwehrt gewesen, die Streitsache rechtsh&auml;ngig zu machen. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) m&uuml;sse der Steuerpflichtige die Kl&auml;rung der Streitfrage im Musterverfahren nicht abwarten, wenn besondere Gr&uuml;nde materiell-rechtlicher oder verfahrensrechtlicher Art substantiiert geltend gemacht w&uuml;rden, die es rechtfertigten, trotz der Anh&auml;ngigkeit eines Musterverfahrens Rechtsschutz zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne den Zinsanspruch weder unmittelbar noch entsprechend auf &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 AO st&uuml;tzen, weil die Kernbrennstoffsteuer dort nicht genannt sei und keine planwidrige Unvollst&auml;ndigkeit der Vorschrift vorliege. Ein Versto&szlig; gegen h&ouml;herrangiges Recht liege nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begr&uuml;ndet ihre Nichtzulassungsbeschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), mit der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) und mit dem Vorliegen eines qualifizierten Rechtsfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO). Die Frage nach der Verzinsung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis bei Steuern, f&uuml;r die keine Vollverzinsung nach &sect;&nbsp;233a AO angeordnet sei und bei denen der zugrunde liegende Steueranspruch nicht selbst Gegenstand eines eigenen Rechtsstreits geworden, sondern der Steuerstreit in einem Verwaltungsverfahren gef&uuml;hrt worden sei, bei dem wegen der erga-omnes-Wirkung der Entscheidung des BVerfG ohne dazwischentretende Verwaltungsentscheidung das Verfahren vor dem BVerfG unmittelbar zum Wegfall des Steueranspruchs gef&uuml;hrt habe, stelle eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung dar. Der Nichtigkeitsausspruch des BVerfG bei der Kernbrennstoffsteuer spreche f&uuml;r eine vollst&auml;ndige Rechtsfolgenneutralisation der verfassungswidrig eingeforderten Steuerzahlung. Es sei mit dem Erfordernis eines effektiven Rechtsschutzes nicht vereinbar, wenn demjenigen, der einer Zahlungsverpflichtung auf der Grundlage eines nichtigen Gesetzes nachkomme, ein finaler wirtschaftlicher Nachteil dadurch verbleibe, dass die Finanzverwaltung durch eine vorl&auml;ufige Steuerfestsetzung und die Nichtzustimmung zu einer Sprungklage ihm den Weg zu den Finanzgerichten und damit eine Verzinsung verwehren k&ouml;nne. Denn entgegen der Auffassung des FG lehne der BFH das Entstehen von Zinsen oder die Verl&auml;ngerung eines Zinslaufs als berechtigtes Interesse an der Erhebung einer Unt&auml;tigkeitsklage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision k&ouml;nne zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung auch dann zugelassen werden, wenn die Entscheidung des FG eine k&uuml;nftige Rechtsprechungsdivergenz erwarten lasse. Der Rechtssatz des FG, dass der Begriff &quot;auf Grund&quot; in &sect;&nbsp;236 AO eng zu verstehen und nie erf&uuml;llt sei, wenn die Rechtssache selbst nicht rechtsh&auml;ngig gemacht worden sei, sei nicht mit dem Grundsatz effektiven Rechtsschutzes vereinbar. Der zweite Rechtssatz des FG, dass der Begriff des Folgebescheids i.S. von &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO technisch zu verstehen sei und unmittelbare zwingende verwaltungsseitige Umsetzungsakte aufgrund von BVerfG-Entscheidungen mit Gesetzeskraft nicht erfasse, lasse eine abweichende Rechtsprechung anderer Finanzgerichte erwarten, weil der Wortlaut der Vorschrift ein untechnisches Verst&auml;ndnis durchaus zulasse. Sie setze nicht voraus, dass es sich bei dieser Grundlagenentscheidung um eine gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen handele. Eine Nichtigkeitsentscheidung des BVerfG habe normativen Charakter und sei ohne eine dazwischentretende Verwaltungsentscheidung durch vollst&auml;ndige Aufhebung des Steuerbescheids umzusetzen. Es liege mithin ein Folgebescheid in diesem Sinne vor. Auch der Rechtssatz des FG, dass der Katalog der Steuerarten nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 AO abschlie&szlig;end sei und nicht im Wege der Analogie ausgedehnt werden k&ouml;nne, lasse eine k&uuml;nftige Divergenz erwarten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem Rechtssatz, dass die Erhebung einer Unt&auml;tigkeitsklage auch bei mangelnder Entscheidung der Finanzverwaltung in einem Einspruchsverfahren gegen eine vorl&auml;ufig festgesetzte Steuer nach Ablauf der Regelsperrfrist m&ouml;glich sei und zur Erlangung eines Zinsanspruchs sogar geboten sein k&ouml;nne, weiche das FG von der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ab, der in vergleichbaren F&auml;llen ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis verneint habe. Das vom FG gefundene Ergebnis versto&szlig;e auch gegen verfassungsrechtliche Vorgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einer Rechtsfrage kommt grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, wenn sie kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist (vgl. Senatsbeschluss vom 08.02.2016&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;60\/15, BFH\/NV 2016, 891). Das ist sie, wenn ihre Beantwortung zu Zweifeln Anlass gibt, so dass mehrere L&ouml;sungen vertretbar sind. An der zu fordernden Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es jedoch, wenn sich die Beantwortung der Rechtsfrage ohne Weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG in seiner Entscheidung getan hat, wenn die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 18.12.1998&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;215\/98, BFHE 187, 559, BStBl II 1999, 231, und Senatsbeschluss in BFH\/NV 2016, 891). Dar&uuml;ber hinaus ist eine Rechtsfrage auch dann nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie durch die Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar oder vorgetragen sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage geboten erscheinen lassen (Senatsbeschluss vom 08.07.2014&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;129\/13, BFH\/NV 2014, 1776).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen ist die Frage nach der Verzinsung von Steueranspr&uuml;chen, die nicht selbst Gegenstand eines Rechtsstreits waren und f&uuml;r die keine Vollverzinsung nach &sect;&nbsp;233a AO angeordnet ist, aufgrund der eindeutigen gesetzlichen Regelungen und der dazu vorliegenden Rechtsprechung als gekl&auml;rt anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis (&sect;&nbsp;37 AO) werden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233 Satz&nbsp;1 AO nur verzinst, soweit dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Von einem allgemeinen Rechtsgrundsatz auf (angemessene) Verzinsung kann nicht ausgegangen werden; vielmehr kennt das geltende Recht nur die Verzinsung nach Ma&szlig;gabe genau umschriebener Tatbest&auml;nde (Senatsurteil vom 29.04.1997&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;91\/96, BFHE 182, 253, BStBl II 1997, 476). Wird durch eine rechtskr&auml;ftige gerichtliche Entscheidung oder auf Grund einer solchen Entscheidung eine festgesetzte Steuer herabgesetzt oder eine Steuerverg&uuml;tung gew&auml;hrt, so ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO der zu erstattende oder zu verg&uuml;tende Betrag vom Tag der Rechtsh&auml;ngigkeit an bis zum Auszahlungstag zu verzinsen. Der Tatbestand des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO setzt in seinen beiden Alternativen voraus, dass der angestrengte Rechtsstreit kausal f&uuml;r die Herabsetzung der Steuer und die nach &sect;&nbsp;236 AO zu verzinsende Steuererstattung war (BFH-Urteile vom 15.10.2003&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;48\/01, BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169, und vom 29.08.2012&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;49\/11, BFHE 238, 499, BStBl II 2013, 104).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Durch&quot; eine rechtskr&auml;ftige gerichtliche Entscheidung (&sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 AO) wird die Steuer herabgesetzt, wenn das Gericht sie unmittelbar selbst nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO niedriger festsetzt. Der Steuerpflichtige selbst muss als Beteiligter die gerichtliche Entscheidung, aufgrund derer die Steuer herabgesetzt oder die Verg&uuml;tung gew&auml;hrt wird, erstritten haben (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;236 AO Rz&nbsp;20; vgl. auch Schwarz in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;236 Rz&nbsp;4&nbsp;ff.; Klein\/R&uuml;sken, AO, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;236 Rz&nbsp;16; K&ouml;gel in Gosch, AO [FGO], &sect;&nbsp;236 Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Herabsetzung der Steuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 AO auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung liegt nur dann vor, wenn die Finanzbeh&ouml;rde die Steuer nach Aufhebung des angefochtenen Bescheides durch das Gericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO weisungsgem&auml;&szlig; festsetzt (BFH-Urteile vom 16.12.1987&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;350\/83, BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600, und in BFHE 238, 499, BStBl II 2013, 104, Rz&nbsp;13 bis 14; Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;236 AO Rz&nbsp;21; vgl. auch Schwarz in Schwarz\/Pahlke, a.a.O., &sect;&nbsp;236 Rz&nbsp;4&nbsp;ff.; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;236 Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist dagegen ein Steuererstattungsanspruch &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht rechtsh&auml;ngig geworden, kommt eine Verzinsung nach &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO nicht in Betracht, zumal ansonsten unklar w&auml;re, wie der Zeitraum des Zinslaufs, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO fr&uuml;hestens mit dem Tag der Rechtsh&auml;ngigkeit beginnt, bei Bejahung eines Zinsanspruchs lediglich aufgrund eines Musterprozesses zu berechnen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch dem Zinstatbestand des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO und der dazu ergangenen Rechtsprechung ist zu entnehmen, dass eine Verzinsung die Rechtsh&auml;ngigkeit des geltend gemachten Anspruchs voraussetzt, so dass es einer weiteren Aufkl&auml;rung in einem zuk&uuml;nftigen Revisionsverfahren nicht bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO ist Abs.&nbsp;1 entsprechend anzuwenden, wenn sich der Rechtsstreit durch Aufhebung oder &Auml;nderung des angefochtenen Verwaltungsakts oder durch Erlass des beantragten Verwaltungsakts erledigt. Zun&auml;chst ist schon dem Wortlaut der Vorschrift zu entnehmen, dass der Verzinsung ein Rechtsstreit &uuml;ber den betreffenden Steueranspruch zugrunde liegen muss, weil hier nicht von irgendeinem, sondern von einem bestimmten (&quot;der&quot;) Rechtsstreit die Rede ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus ist das Erfordernis der Rechtsh&auml;ngigkeit bereits durch die Rechtsprechung des BFH best&auml;tigt worden. Danach ist &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO eine Verweisungsnorm nicht lediglich hinsichtlich der Rechtsfolgen (d.h. der Verzinsung des zu erstattenden Betrags vom Tag der Rechtsh&auml;ngigkeit an bis zum Auszahlungstag), sondern auch bez&uuml;glich des Rechtsgrundes der Verzinsung (BFH-Urteil in BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169). Dabei enth&auml;lt &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO eine eigenst&auml;ndige Regelung nur insoweit, als Prozesszinsen auch dann entstehen, wenn der Rechtsstreit nicht durch eine rechtskr&auml;ftige gerichtliche Entscheidung, sondern durch die Erledigung der Hauptsache oder R&uuml;cknahme der Klage beendet wird. Damit erweitert &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO die Anwendbarkeit der Vorschrift auf andere Arten der Beendigung eines Finanzrechtsstreits. Die Finanzbeh&ouml;rde soll durch diese Bestimmung daran gehindert werden, mit einer &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids vor Ergehen der gerichtlichen Entscheidung das Entstehen von Prozesszinsen zu verhindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO keine eigenst&auml;ndige Regelung enth&auml;lt, nimmt diese Vorschrift den Regelungsgehalt der Bezugsnorm voll in sich auf. Deshalb hat die Verweisung in &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO auf Abs.&nbsp;1 zur Folge, dass Prozesszinsen nur zuerkannt werden k&ouml;nnen, wenn der erledigte Rechtsstreit f&uuml;r die Herabsetzung der Steuer urs&auml;chlich war, d.h. dem prozessualen Begehren des Steuerpflichtigen aufgrund einer &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids entsprochen wird (BFH-Urteile in BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169; vom 30.11.1995&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;39\/94, BFHE 179, 236, BStBl II 1996, 260; vom 13.07.1994&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;38\/93, BFHE 175, 496, BStBl II 1995, 37; BFH-Urteil in BFHE 238, 499, BStBl II 2013, 104). Ein Anspruch auf Prozesszinsen kann dagegen nicht entstehen, wenn &#8211;ohne dass der Erstattungsanspruch rechtsh&auml;ngig gemacht worden ist&#8211; die Herabsetzung der Steuer das Ergebnis eines von anderen Steuerpflichtigen gef&uuml;hrten Musterprozesses ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 03.04.2007&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;169\/06, BFH\/NV 2007, 1267; BFH-Urteile in BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600, und in BFHE 238, 499, BStBl II 2013, 104; Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;236 AO Rz&nbsp;20; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;236 AO Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass auch der von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO nicht auf den Streitfall anwendbar ist, bedarf ebenfalls keiner weiteren Kl&auml;rung. Diese Norm ordnet eine entsprechende Anwendung des Abs.&nbsp;1 an, wenn eine rechtskr&auml;ftige gerichtliche Entscheidung oder ein unanfechtbarer Verwaltungsakt, durch den sich der Rechtsstreit erledigt hat, zur Herabsetzung der in einem Folgebescheid festgesetzten Steuer f&uuml;hrt. Folgebescheide sind Verwaltungsakte, die die Regelungen eines Feststellungs-, Steuermessbescheids oder eines sonstigen f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer verbindlichen Verwaltungsaktes (sog. Grundlagenbescheid) als bindend &uuml;bernehmen; f&uuml;r steuerliche Grundlagenbescheide ist die Bindungswirkung ausdr&uuml;cklich gesetzlich bestimmt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600, und vom 16.11.2000&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;31\/00, BFHE 196, 1, BStBl II 2002, 119, Rz&nbsp;10). Diese Bindungswirkung besteht zwischen zwei verschiedenen Steuererstattungsanspr&uuml;chen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Durch die Rechtsprechung ist zugleich gekl&auml;rt, dass eine entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO im Fall der Herabsetzung eines Steueranspruchs infolge eines Musterverfahrens bzw. aufgrund einer verfassungsgerichtlichen Entscheidung in einem gleich gelagerten Verfahren nicht in Betracht kommt, wenn die streitige Steuerfestsetzung selbst nicht rechtsh&auml;ngig, sondern nur Gegenstand eines beim Finanzamt ruhenden Einspruchsverfahrens war (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1267 mit Verweis auf BFH-Urteil vom 02.03.1988&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;72\/84, BFH\/NV 1988, 619).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt auch dann, wenn das BVerfG eine oder mehrere Normen des Bundesrechts als f&uuml;r mit dem Grundgesetz unvereinbar h&auml;lt und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Satz&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG) f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt und dies aufgrund der Gesetzeskraft der Entscheidung des BVerfG i.S. des &sect;&nbsp;31 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BVerfGG mittelbar zur Herabsetzung oder Aufhebung einer nicht rechtsh&auml;ngig gewesenen Steuerforderung f&uuml;hrt. Dementsprechend ist es verfassungsgem&auml;&szlig;, eine entsprechende Anwendung der Zinsregelung des &sect;&nbsp;236 AO auf den Fall der Erstattung zu viel entrichteter Steuerbetr&auml;ge nach Abschluss eines Musterprozesses abzulehnen (Dreierausschussbeschluss des BVerfG vom 05.09.1979&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;594\/79, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 1980, 85).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die mittelbaren Auswirkungen eines Musterprozesses auf andere Steueranmeldungen oder -festsetzungen nicht mit dem rechtlichen Zusammenhang zwischen Grund- und Folgebescheid i.S. des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO zu vergleichen sind und daher eine entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 AO im Fall von Musterverfahren ausscheidet, ist durch die Rechtsprechung ebenfalls gekl&auml;rt. Wie der BFH entschieden hat, hat ein Steuerpflichtiger, dessen Einspruchsverfahren im Hinblick auf ein von einem anderen Steuerpflichtigen angestrengtes Musterverfahren ausgesetzt wurde, bei einem g&uuml;nstigen Ausgang dieses Prozesses ebenso wenig einen Anspruch auf Prozesszinsen (BFH-Urteil vom 31.10.1974&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;160\/69, BFHE 114, 397, BStBl II 1975, 370), wie wenn die Steuerfestsetzung wegen eines Musterverfahrens f&uuml;r einen anderen Steuerabschnitt zu Gunsten des Steuerpflichtigen ge&auml;ndert wird. F&uuml;r diese F&auml;lle fehlt es an der Anordnung der entsprechenden Anwendung des &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 AO (BFH-Urteil vom 17.01.2007&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;19\/06, BFHE 216, 396, BStBl II 2007, 506, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Weiterhin ist auch der abschlie&szlig;ende Charakter des &sect;&nbsp;233a AO gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;hrt die Festsetzung der Einkommen-, K&ouml;rperschaft-, Verm&ouml;gen-, Umsatz- oder Gewerbesteuer zu einem Unterschiedsbetrag i.S. des Abs.&nbsp;3, ist dieser gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO zu verzinsen. Der Zinslauf beginnt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist. &sect;&nbsp;233a AO regelt die sog. &quot;Vollverzinsung&quot; oder auch &quot;Verzinsung vor F&auml;lligkeit&quot; von Steuerforderungen im Bereich bestimmter, in Abs.&nbsp;1 der Vorschrift aufgez&auml;hlter Steuerarten, bei denen der zeitliche Abstand zwischen Entstehung und F&auml;lligkeit der Steuer oftmals gro&szlig; ist, und erfasst daher nicht Steuerarten, bei denen die Festsetzung typischerweise zeitnah nach Steuerentstehung erfolgt, wie dies z.B. bei Z&ouml;llen und besonderen Verbrauchsteuern der Fall ist (vgl. Senatsurteil vom 23.09.2009&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;44\/08, BFHE 226, 205, BStBl II 2010, 334; Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;5, 17; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;1, 6, 8; Schwarz in Schwarz\/Pahlke, a.a.O., &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;1). Die Aufz&auml;hlung der dort genannten Steuerarten ist abschlie&szlig;end (BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.06.2014&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;75\/13, BFH\/NV 2014, 1713, und vom 23.02.2007&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;242\/06, BFH\/NV 2007, 1073).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiterer Kl&auml;rungsbedarf ergibt sich auch nicht dadurch, dass es sich bei der Kernbrennstoffsteuer nach der Rechtsprechung des BVerfG nicht um eine Verbrauchsteuer handelt (BVerfG-Beschluss vom 13.04.2017&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/13, BVerfGE 145, 171, ZfZ 2017, 182, Rz&nbsp;134 und 161), die der Gesetzgeber bewusst nicht in den Katalog der von der Vollverzinsung umfassten Steuerarten aufgenommen hat (vgl. BTDrucks 8\/1410, S.&nbsp;7&nbsp;f. und 11\/2157, S.&nbsp;194). Denn auch wenn der Charakter der Kernbrennstoffsteuer als Verbrauchsteuer mangels Abw&auml;lzbarkeit verneint wurde, spricht zumindest der geringe Abstand zwischen der Entstehung der Steuer (&sect;&nbsp;5 KernbrStG) und ihrer F&auml;lligkeit (&sect;&nbsp;6 KernbrStG) gegen eine entsprechende Anwendung von &sect;&nbsp;233a AO. Damit setzt sich die Beschwerde nicht auseinander.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht deshalb zuzulassen, weil k&uuml;nftig eine Divergenz zu erwarten ist (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO ist die Revision zuzulassen, wenn eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist. Die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert die Zulassung der Revision jedenfalls dann, wenn eine Entscheidung des BFH geeignet und erforderlich ist, um k&uuml;nftige unterschiedliche Entscheidungen einer Rechtsfrage zu verhindern. Das kann dann der Fall sein, wenn das FG von der Rechtsprechung des BFH oder anderer Gerichte abgewichen ist oder Unterschiede in der finanzgerichtlichen Rechtsprechung bestehen oder zu erwarten sind (BFH-Beschluss vom 27.10.2006&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;8\/05, BFH\/NV 2007, 231).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Allein dadurch, dass das FG den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;236 AO als nicht er&ouml;ffnet angesehen und eine analoge Anwendung abgelehnt hat, ergibt sich nicht die Erwartung einer k&uuml;nftigen Divergenz. Das FG hat die Vorschrift anhand ihres Wortlauts sowie ihrer Entstehungsgeschichte und in &Uuml;bereinstimmung mit der dazu ergangenen Rechtsprechung gepr&uuml;ft, weshalb keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vorliegen, dass andere Finanzgerichte in vergleichbaren F&auml;llen anders entscheiden werden. Allein die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit einer abweichenden Entscheidung rechtfertigt nicht die Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Auffassung des FG, die Kl&auml;gerin habe Unt&auml;tigkeitsklage bei mangelnder Entscheidung der Verwaltung in einem Einspruchsverfahren gegen eine vorl&auml;ufig festgesetzte Steuer erheben k&ouml;nnen, war f&uuml;r die Versagung der Verzinsung letztlich nicht tragend. Das FG hat einen Zinsanspruch aus &sect;&nbsp;236 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO verneint, weil der Steuererstattungsanspruch der Kl&auml;gerin nicht rechtsh&auml;ngig war. Das FG weist in diesem Zusammenhang ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass es insoweit unerheblich sei, ob der Kl&auml;gerin die Erhebung einer Klage m&ouml;glich gewesen sei (FG-Urteil S.&nbsp;10, Rz&nbsp;21). Die M&ouml;glichkeit einer Unt&auml;tigkeitsklage wird anschlie&szlig;end nur als Hilfs&uuml;berlegung angesprochen. Gleiches gilt bei der Pr&uuml;fung einer analogen Anwendung dieser Vorschriften, die das FG verneint hat, weil es keine planwidrige Regelungsl&uuml;cke hat erkennen k&ouml;nnen. Der Hinweis auf die M&ouml;glichkeit, die Streitsache rechtsh&auml;ngig zu machen, hat auch an dieser Stelle lediglich erl&auml;uternden Charakter (FG-Urteil S.&nbsp;13, Rz&nbsp;29). Auch im Zusammenhang mit der Verneinung eines Zinsanspruchs aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG hatte der Hinweis auf eine eventuelle Unt&auml;tigkeitsklage nur hilfsgutachterlichen Charakter (FG-Urteil S.&nbsp;18, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG einen m&ouml;glichen Versto&szlig; gegen die Rechtsweggarantie aus Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG pr&uuml;ft, wenn einem Steuerschuldner, der keine Klage erhoben hat, ein Anspruch auf Verzinsung abgesprochen wird, f&uuml;hrt dies ebenfalls nicht zu einer Divergenz, weil das FG einen Zinsanspruch in seinen tragenden Erw&auml;gungen unabh&auml;ngig davon verneint hat, ob der Kl&auml;gerin die Erhebung einer Unt&auml;tigkeitsklage m&ouml;glich gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon liegt auch keine Divergenz vor. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH fehlt einer Klage in der Regel das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis, wenn der Steuerbescheid in dem verfassungsrechtlichen Streitpunkt vorl&auml;ufig ergangen ist, die verfassungsrechtliche Streitfrage sich in einer Vielzahl im Wesentlichen gleichgelagerter Verfahren stellt und bereits ein nicht von vornherein aussichtsloses Musterverfahren beim BVerfG anh&auml;ngig ist (z.B. BFH-Beschluss vom 22.03.1996&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;173\/95, BFHE 180, 217, BStBl II 1996, 506, m.w.N.). Denn dann kann der Steuerpflichtige im Allgemeinen die Kl&auml;rung der Streitfrage in dem Musterverfahren abwarten, ohne dadurch unzumutbare Rechtsnachteile zu erleiden. Ausnahmen sind m&ouml;glich, wenn besondere Gr&uuml;nde materiell-rechtlicher oder verfahrensrechtlicher Art substantiiert geltend gemacht werden, die es rechtfertigen, trotz Anh&auml;ngigkeit des Musterverfahrens Rechtsschutz gegen den im Streitpunkt f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rten Bescheid zu gew&auml;hren (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 180, 217, BStBl II 1996, 506, und vom 30.11.2007&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;26\/07, BFH\/NV 2008, 374). Dass das FG von der Zul&auml;ssigkeit einer Unt&auml;tigkeitsklage ausgegangen ist, um sich einen Anspruch auf Prozesszinsen zu erhalten, und damit einen Ausnahmefall i.S. der BFH-Rechtsprechung bejaht hat, kann allenfalls eine falsche Rechtsanwendung darstellen, die jedoch nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemacht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem FG ist auch kein qualifizierter Rechtsanwendungsfehler gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO unterlaufen, der die Zulassung der Revision rechtfertigen w&uuml;rde. Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass die Entscheidung des FG in einem solchen Ma&szlig; fehlerhaft ist, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur der finanzgerichtlichen Entscheidung wiederhergestellt werden k&ouml;nnte. Dies kann der Fall sein, wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige, entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat, sein Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht. Unterhalb dieser Schwelle liegende, auch erhebliche Rechtsfehler reichen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung und somit einen Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision anzunehmen (Senatsbeschluss vom 19.11.2012&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;126\/12, BFH\/NV 2013, 504, und BFH-Beschluss vom 16.05.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;48\/11, BFH\/NV 2012, 1462). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht gegeben (vgl. auch oben).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.10.2019, VII B 40\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.231019.VIIB40.19.0 Keine Prozesszinsen auf einen Steuererstattungsanspruch bei fehlender Rechtsh&auml;ngigkeit der Steuerfestsetzung Leits&auml;tze 1. NV: Die Verzinsung eines Steuererstattungsanspruchs nach &sect; 236 Abs. 1 Satz 1 AO bzw. &sect; 236 Abs. 2 Nr. 1 AO setzt dessen Rechtsh&auml;ngigkeit voraus. 2. 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