{"id":71630,"date":"2020-01-10T20:09:19","date_gmt":"2020-01-10T18:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71630"},"modified":"2020-01-10T20:09:19","modified_gmt":"2020-01-10T18:09:19","slug":"i-r-54-17-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19062019-i-r-32-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-ausbuchung-einer-unbesichert-im-konzern-begebenen-darlehensforder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-54-17-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19062019-i-r-32-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-ausbuchung-einer-unbesichert-im-konzern-begebenen-darlehensforder\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;54\/17 &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.06.2019 I R 32\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Ausbuchung einer unbesichert im Konzern begebenen Darlehensforderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.6.2019, I R 54\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.190619.IR54.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.06.2019 I R 32\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Ausbuchung einer unbesichert im Konzern begebenen Darlehensforderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die fehlende Darlehensbesicherung geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &sect; 1 Abs. 1 AStG. Gleiches gilt f&uuml;r Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. IV DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970, Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 27.02.2019 &#8211; I R 73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Art. 9 Abs. 1 OECD-Mustabk (hier: Art. IV DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970) beschr&auml;nkt den Korrekturbereich des &sect; 1 Abs. 1 AStG nicht auf sog. Preisberichtigungen, sondern erm&ouml;glicht auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 27.02.2019 &#8211; I R 73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Ob einer Korrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz des Unionsrechts entgegensteht, bestimmt sich nach einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls. Dabei sind das wirtschaftliche Eigeninteresse und die Finanzierungsverantwortung auf der einen Seite sowie die strukturelle N&auml;he zur Eigenkapitalausstattung und die &Auml;nderung des Verm&ouml;gens- und Liquidit&auml;tsstatus des Darlehensgebers auf der anderen Seite zu ber&uuml;cksichtigen (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 27.02.2019 &#8211; I R 73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 27.06.2017 &#8211; 6 K 896\/17 K,G aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Au&szlig;ensteuergesetz) i.d.F. des Gesetzes zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz) vom 16.05.2003 (BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) &#8211;AStG&#8211;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine inl&auml;ndische GmbH mit abweichendem Wirtschaftsjahr vom 1.&nbsp;Juli bis zum 30.&nbsp;Juni, war seit dem 07.12.2005 Alleingesellschafterin der M&nbsp;Ltd. mit Sitz in Gro&szlig;britannien und gew&auml;hrte dieser einen Kontokorrentkredit von bis zu &#8230;&nbsp;EUR mit einer Verzinsung von 6,5&nbsp;% p.a., welcher der Anschubfinanzierung und zur Abdeckung der laufenden Kosten dienen sollte. Eine Sicherheit wurde nicht vereinbart. Im Jahr 2007 belief sich die Forderung der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der M&nbsp;Ltd. inklusive aufgelaufener Zinsen auf &#8230;&nbsp;EUR. Zum Bilanzstichtag 30.06.2007 buchte die Kl&auml;gerin die Beteiligung an der M&nbsp;Ltd. gewinnmindernd aus. Gleichzeitig &uuml;bertrug sie die Gesellschaftsanteile an der M&nbsp;Ltd. unentgeltlich auf die Anteilseigner der Kl&auml;gerin, woraufhin die M&nbsp;Ltd. liquidiert wurde. Die Kl&auml;gerin buchte die Forderung gegen&uuml;ber der M&nbsp;Ltd. zwar in voller H&ouml;he gewinnmindernd aus, jedoch neutralisierte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Gewinnminderung mit R&uuml;cksicht auf die fehlende Forderungsbesicherung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG durch eine au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg (Urteil des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf vom 27.06.2017&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;896\/17&nbsp;K,G, Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 1332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten wurden mit Zustellungsurkunde am 17.05.2019 unter Hinweis auf die Folgen eines Ausbleibens nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 19.06.2019 geladen (&sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Weder die Kl&auml;gerin noch ihr Prozessbevollm&auml;chtigter sind zur m&uuml;ndlichen Verhandlung erschienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Die Vorinstanz hat zu Unrecht angenommen, dass das Einkommen der Kl&auml;gerin nicht zu korrigieren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat konnte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 FGO auch bei Ausbleiben der Kl&auml;gerin ohne diese verhandeln und entscheiden (vgl. Senatsbeschluss vom 15.04.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;101\/14, BFH\/NV 2015, 1095).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat keine ausreichenden Feststellungen getroffen, um entscheiden zu k&ouml;nnen, ob es sich bei dem Kontokorrentkredit um ein betrieblich veranlasstes und damit steuerrechtlich anzuerkennendes Darlehen der Kl&auml;gerin handelte oder ob dieses Konto durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasste Einlagen in das Verm&ouml;gen der M&nbsp;Ltd. und damit in H&ouml;he der Forderung nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten auf den Beteiligungsansatz der Kl&auml;gerin ausweist. Dies kann jedoch offen bleiben, da sowohl im Fall einer durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlassten Einlage als auch bei einem steuerrechtlich anzuerkennenden Darlehen die Gewinnminderung au&szlig;erbilanziell zu berichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Fall einer Einlage h&auml;tten sich insoweit die Anschaffungskosten der Kl&auml;gerin auf die Beteiligung an der M&nbsp;Ltd. erh&ouml;ht. Eine gewinnmindernde Teilwertabschreibung auf diese Beteiligung w&auml;re gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Fall der Ausbuchung einer betrieblich veranlassten Darlehensforderung w&auml;re hingegen &#8211;mit dem n&auml;mlichen Ergebnis&#8211; die Minderung des Steuerbilanzgewinns nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG zu neutralisieren (vgl. Senatsurteil vom 27.02.2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;17&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werden Eink&uuml;nfte eines Steuerpflichtigen aus Gesch&auml;ftsbeziehungen mit einer ihm nahestehenden Person dadurch gemindert, dass er im Rahmen solcher Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Ausland Bedingungen vereinbart, die von denen abweichen, die voneinander unabh&auml;ngige Dritte unter gleichen oder &auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen vereinbart h&auml;tten, so sind seine Eink&uuml;nfte unbeschadet anderer Vorschriften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG so anzusetzen, wie sie unter den zwischen unabh&auml;ngigen Dritten vereinbarten Bedingungen angefallen w&auml;ren. Gesch&auml;ftsbeziehung in diesem Sinne ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;4 AStG jede den Eink&uuml;nften zugrunde liegende schuldrechtliche Beziehung, die keine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung ist und entweder beim Steuerpflichtigen oder bei der nahestehenden Person Teil einer T&auml;tigkeit ist, auf die die &sect;&sect;&nbsp;13, 15, 18 oder 21 des Einkommensteuergesetzes anzuwenden sind oder im Fall eines ausl&auml;ndischen Nahestehenden anzuwenden w&auml;ren, wenn die T&auml;tigkeit im Inland vorgenommen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Darlehensverh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der M&nbsp;Ltd. w&auml;re eine Gesch&auml;ftsbeziehung i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;4 AStG, zu deren Bedingungen die Nichtbesicherung der Anspr&uuml;che geh&ouml;rt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen in dem Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;21 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Nichtbesicherung der R&uuml;ckzahlungsforderung aus dem Darlehen weicht auch von den Bedingungen ab, die voneinander unabh&auml;ngige Dritte unter gleichen oder &auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen vereinbart h&auml;tten (sog. Fremdvergleich).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hat das FG zu der Frage, ob die fehlende Besicherung der Darlehensr&uuml;ckzahlungsforderung dem entspricht, was ein fremder, nicht mit der M&nbsp;Ltd. verbundener Darlehensgeber (ex ante) vereinbart h&auml;tte, keine ausdr&uuml;cklichen Feststellungen getroffen. Es hat sich &#8211;aus seiner Sicht konsequent&#8211; mit der Fremdvergleichsproblematik nicht n&auml;her befasst, weil es der bisherigen Senatsrechtsprechung (Urteile vom 17.12.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261, und vom 24.06.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;29\/14, BFHE 250, 386, BStBl II 2016, 258) gefolgt ist. Dieser Rechtsprechung zufolge sollte unter der Geltung der Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen &#8211;OECD-MustAbk&#8211;) nachgebildeten Bestimmungen, zu denen auch der im Streitfall einschl&auml;gige Art.&nbsp;IV des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 26.11.1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23.03.1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) &#8211;DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211; geh&ouml;rt, eine Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG nur dann m&ouml;glich sein, wenn der zwischen den verbundenen Unternehmen vereinbarte Preis seiner H&ouml;he (seiner Angemessenheit) nach dem Fremdvergleichsma&szlig;stab nicht standhalte. An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat indessen nicht fest. Vielmehr erm&ouml;glicht der Korrekturbereich des Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf. Zur Begr&uuml;ndung wird wiederum auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;24&nbsp;ff. Bezug genommen. F&uuml;r Art.&nbsp;IV DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 ergibt sich insoweit nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Pr&uuml;fung anhand dessen, was fremde Dritte vereinbart h&auml;tten (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG) ist auch nicht aufgrund des sog. R&uuml;ckhalts im Konzern entbehrlich. Der Topos des sog. Konzernr&uuml;ckhalts beschreibt lediglich den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen der Unternehmensverflechtung und bringt die &Uuml;blichkeit zum Ausdruck, innerhalb eines Konzerns Kreditanspr&uuml;che nicht wie unter Fremden abzusichern. Eine fremd&uuml;bliche (werthaltige) Besicherung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs im Sinne einer aktiven Einstandsverpflichtung kann allein in den Einflussnahmem&ouml;glichkeiten des beherrschenden Gesellschafters auf den Darlehensnehmer jedoch nicht gesehen werden. Auch insoweit wird auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;13, 18 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die vom FG festgestellten Umst&auml;nde lassen es ausgeschlossen erscheinen, dass ein nicht mit der M&nbsp;Ltd. verbundener Darlehensgeber dieser das mit der Kl&auml;gerin vereinbarte Kontokorrentdarlehen ohne Gew&auml;hrung einer werthaltigen Sicherheit gew&auml;hrt h&auml;tte. Dabei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, dass es sich bei der M&nbsp;Ltd. um ein neu gegr&uuml;ndetes Unternehmen gehandelt hat, dessen wirtschaftlicher Erfolg nicht absehbar gewesen ist; auch ist &#8211;noch nicht einmal ansatzweise&#8211; erkennbar, dass &#8211;nach Ma&szlig;gabe dessen, was fremde Dritte vereinbaren w&uuml;rden&#8211; der vereinbarte Festzins von 6,5&nbsp;% die fehlende Besicherung und das hiermit verbundene Ausfallrisiko kompensieren k&ouml;nnte. Einer Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur weiteren Sachaufkl&auml;rung bedarf es bei dieser Sachlage nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Eink&uuml;nfteminderung ist ferner i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG durch (&quot;dadurch&quot;) die fehlende Besicherung eingetreten. Zur weiteren Begr&uuml;ndung wird erneut auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;23 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich widerstreitet auch das Unionsrecht nicht einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;fr&uuml;her: Europ&auml;ischer Gerichtshof&#8211; (EuGH) stellt eine Regelung wie diejenige des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG eine zur Wahrung der ausgewogenen Aufteilung der Besteuerungsbefugnis zwischen den Mitgliedstaaten gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;43 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 2002, Nr.&nbsp;C&nbsp;325, 1) dar (jetzt Art.&nbsp;49 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115, 47; EuGH-Urteil Hornbach-Baumarkt vom 31.05.2018&nbsp;&#8211; C-382\/16, EU:C:2018:366, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2018, 580).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit der EuGH mit seiner Entscheidung f&uuml;r die unentgeltliche &Uuml;bernahme von Garantie- und Patronatszusagen im Rahmen seiner Erw&auml;gungen zur Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit erkannt hat, dass das wirtschaftliche Eigeninteresse der Konzernobergesellschaft an ihren Beteiligungsgesellschaften sowie die gewisse Verantwortung als Gesellschafterin bei der Finanzierung dieser Gesellschaften Gesch&auml;ftsabschl&uuml;sse unter nicht fremd&uuml;blichen Bedingungen rechtfertigen (&quot;erkl&auml;ren&quot;) und damit einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;1 AStG entgegenstehen k&ouml;nnen, kommt diese Einschr&auml;nkung vorliegend nicht zum Tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat in seinem Urteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;13, 18 ausgef&uuml;hrt, dass dann, wenn die Ausreichung von Fremdkapital durch einen Gesellschafter eine unzureichende Ausstattung der Gesellschaft mit Eigenkapital ausgleicht und diese Finanzierung die Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass die darlehensempfangende Gesellschaft die ihr zugedachte wirtschaftliche Funktion (weiter) erf&uuml;llen kann, eine unterschiedliche Behandlung von Einlage und Darlehensausfall mit R&uuml;cksicht auf den unionsrechtlich anerkannten Geltungsanspruch der Gewinnabgrenzung nach Ma&szlig;gabe fremd&uuml;blicher Bedingungen ausgeschlossen ist. Entsprechendes gilt f&uuml;r den Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das angefochtene Urteil beruht auf einer anderen rechtlichen Beurteilung. Es ist daher aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.6.2019, I R 54\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.190619.IR54.17.0 Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.06.2019 I R 32\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Ausbuchung einer unbesichert im Konzern begebenen Darlehensforderung Leits&auml;tze 1. NV: Die fehlende Darlehensbesicherung geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &sect; 1 Abs. 1 AStG. Gleiches gilt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-54-17-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19062019-i-r-32-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-ausbuchung-einer-unbesichert-im-konzern-begebenen-darlehensforder\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;54\/17 &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.06.2019 I R 32\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Ausbuchung einer unbesichert im Konzern begebenen Darlehensforderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71630"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71630\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}