{"id":71637,"date":"2020-01-10T20:08:33","date_gmt":"2020-01-10T18:08:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71637"},"modified":"2020-01-10T20:08:33","modified_gmt":"2020-01-10T18:08:33","slug":"x-r-16-17-nachtraegliche-wahl-der-antragsveranlagung-nach-par-32d-abs-4-estg-nichtigkeit-eines-schaetzungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-16-17-nachtraegliche-wahl-der-antragsveranlagung-nach-par-32d-abs-4-estg-nichtigkeit-eines-schaetzungsbescheids\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;16\/17 &#8211; Nachtr&auml;gliche Wahl der Antragsveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG; Nichtigkeit eines Sch&auml;tzungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2019, X R 16\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.210819.XR16.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Wahl der Antragsveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG; Nichtigkeit eines Sch&auml;tzungsbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Antrag auf Einbeziehung der Kapitalertr&auml;ge in die Einkommensteuerveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG (sog. Antragsveranlagung) stellt ein unbefristetes Veranlagungswahlrecht dar (Best&auml;tigung der BFH-Rechtsprechung).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 EStG kann zeitlich auch nach der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellt werden, sofern die Steuerfestsetzung zu diesem Zeitpunkt verfahrensrechtlich noch &auml;nderbar ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Bei der Entscheidung, ob die nachtr&auml;glich bekanntgewordene Tatsache der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zu einer h&ouml;heren (&sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO) oder einer niedrigeren (&sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO) Steuer f&uuml;hrt, ist nicht nur die festgesetzte Einkommensteuer, sondern auch die durch den Abzug vom Kapitalertrag abgegoltene Einkommensteuer in den Vergleich einzubeziehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen kann nur ausnahmsweise, n&auml;mlich bei Vorliegen von Willk&uuml;rma&szlig;nahmen, zur Nichtigkeit des Sch&auml;tzungsbescheides f&uuml;hren.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 01.03.2017 &#8211; 4 K 111\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr 2009 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Die Kl&auml;gerin war seit dem Jahr 2000 als Hundeausbilderin gewerblich t&auml;tig und erkl&auml;rte hieraus f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2005 bei Ums&auml;tzen zwischen 10.710&nbsp;EUR (2002) und rund 13.500&nbsp;EUR (2003 und 2005) Eink&uuml;nfte zwischen &#8211;&nbsp;1.535&nbsp;EUR (2002) und 4.788&nbsp;EUR (2005). Umsatzsteuererkl&auml;rungen gab die Kl&auml;gerin zu keinem Zeitpunkt ab. Der Kl&auml;ger war Arbeitnehmer und erzielte auch Einnahmen aus einer (typisch) stillen Beteiligung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels Abgabe von Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Vor-Streitjahre 2006 bis 2008 sch&auml;tzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Gewinne der Kl&auml;gerin von 10.000&nbsp;EUR (2006), 12.000&nbsp;EUR (2007) und 14.000&nbsp;EUR (2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr sch&auml;tzte das FA ebenfalls aufgrund fehlender Steuererkl&auml;rung mit Bescheid vom 28.10.2010 einen Gewinn der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 16.000&nbsp;EUR. Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit setzte das FA entsprechend den elektronisch &uuml;bermittelten Daten an. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen ber&uuml;cksichtigte es nicht. Die Einkommensteuerfestsetzung wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2015 reichten die Kl&auml;ger u.a. f&uuml;r das Streitjahr eine Steuererkl&auml;rung sowie eine Aufstellung &uuml;ber bisher nicht ber&uuml;cksichtigte Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen ein. Die Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung der Kl&auml;gerin wies einen Gewinn von 6.709,01&nbsp;EUR aus. Die nacherkl&auml;rten Kapitalertr&auml;ge betrugen insgesamt 21.807&nbsp;EUR. Auf den Anlagen KAP stellten sie (ausdr&uuml;cklich) einen Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung f&uuml;r s&auml;mtliche Kapitalertr&auml;ge. Ein Sparer-Pauschbetrag sei (bislang) nicht in Anspruch genommen worden. Die Kl&auml;ger beantragten die Anrechnung von Kapitalertragsteuer von insgesamt 5.396&nbsp;EUR nebst dem darauf entfallenden Solidarit&auml;tszuschlag von 297&nbsp;EUR. Bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit machten sie Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte als Werbungskosten geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) beantragte &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr lehnte das FA ab. Ein Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sei aufgrund der Bestandskraft der Einkommensteuerfestsetzung nicht mehr m&ouml;glich, die von den Kl&auml;gern begehrte &Auml;nderung eine solche nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einspruchsverfahren, in welchem die Kl&auml;ger erstmals die Nichtigkeit der Sch&auml;tzung des FA geltend machten und ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rten, keinen Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG gestellt zu haben, sondern (weiterhin) die Anwendung des Abgeltungssteuersatzes von 25&nbsp;% f&uuml;r die Kapitaleink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG zu verlangen, blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab. Der Sch&auml;tzungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr sei nicht nichtig, da eine bewusste Sch&auml;tzung zum Nachteil der Kl&auml;ger nicht erkennbar sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sei ausgeschlossen, da die nachgereichte Einkommensteuererkl&auml;rung nicht zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hre. Denn vorliegend sei die Besonderheit zu beachten, dass mit der Einf&uuml;hrung des besonderen Tarifs f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG im Rahmen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO die Einkommensteuer in Verbindung mit der abgezogenen Kapitalertragsteuer als nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG abgegoltene Einkommensteuer zu ber&uuml;cksichtigen sei. Dies gelte nicht nur im Rahmen der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG, sondern auch bei der Ber&uuml;cksichtigung des Abgeltungssteuersatzes nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der mit den nacherkl&auml;rten Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zusammenh&auml;ngenden Kapitalertragsteuern liege eine Steuerminderung vor, so dass &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO anzuwenden sei. Die &Auml;nderung scheitere am groben Verschulden der Kl&auml;ger. Schlie&szlig;lich seien diese der Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererkl&auml;rung vor Eintritt der Bestandskraft ihrer Einkommensteuerfestsetzung nicht nachgekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machen im Rahmen ihrer Revision die Verletzung materiellen Rechts geltend. Der Bescheid vom 28.10.2010 sei nichtig. Es liege eine Strafsch&auml;tzung vor, da sie willk&uuml;rlich und nicht nachvollziehbar sei. Ohne Bedeutung sei insoweit, dass der Einkommensteuerbescheid 2006 nicht nichtig sei. Ausgehend vom zuletzt erkl&auml;rten Gewinn aus dem Jahr 2005 sei im Streitjahr ein auf 330&nbsp;% erh&ouml;hter Gewinn angenommen worden. Eine solche Gewinnerh&ouml;hung k&ouml;nne nicht mit den angeblich moderaten Gewinnsteigerungen um jeweils 2.000&nbsp;EUR in den Nachfolgejahren 2007 bis 2009 erkl&auml;rt werden. Diese Gewinnsteigerungen seien nicht begr&uuml;ndet worden. Weder ber&uuml;cksichtige das FG die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse noch die Grenzen m&ouml;glicher Gewinnsteigerungen im l&auml;ndlichen Raum. Beachte man die erkl&auml;rten Einnahmen und die Gewinne, so zeige sich, dass bei nahezu konstanter Einnahmesituation ein lediglich durch unterschiedlich hohe Betriebsausgaben bedingter variabler Gewinn erzielt worden sei. In Bezug auf die nacherkl&auml;rten Kapitaleink&uuml;nfte habe das FA aus den Einkommensteuererkl&auml;rungen der Vorjahre deren erhebliche Summe erkennen k&ouml;nnen. Da der Grund f&uuml;r diese Eink&uuml;nfte unver&auml;ndert gewesen sei, h&auml;tte das FA sie im Rahmen seiner Sch&auml;tzung ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Charakter einer Strafsch&auml;tzung ergebe sich neben der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auch daraus, dass das FA trotz der H&ouml;he des gesch&auml;tzten Umsatzes die Kl&auml;gerin nicht zur Abgabe von Umsatzsteuererkl&auml;rungen aufgefordert habe. Dies mache deutlich, dass es sich f&uuml;r das FA lediglich um eine Strafsch&auml;tzung zur Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn der Bescheid nicht als nichtig anzusehen sein sollte, sei das FG fehlerhaft von der Anwendung des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ausgegangen. Es habe verkannt, dass die Anrechnungsverf&uuml;gung ein eigenst&auml;ndiger Bestandteil des Bescheides sei, der lediglich mit dem Steuerbescheid verbunden worden sei. Die &Auml;nderungsnorm des &sect;&nbsp;173 AO betreffe jedoch allein die Steuerfestsetzung und nicht auch die Anrechnung der Steuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Nichtigkeit des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r das Jahr 2009 vom 28.10.2010 festzustellen;<br \/>hilfsweise, das angefochtene Urteil aufzuheben und das FA unter Aufhebung des Bescheides vom 09.09.2015 insoweit, als die begehrte &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r 2009 vom 28.10.2010 abgelehnt wurde, und der hierauf ergangenen Einspruchsentscheidung vom 22.03.2016 zu verpflichten, die Einkommensteuer f&uuml;r 2009 nach Ma&szlig;gabe ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Nichtigkeit des Sch&auml;tzungsbescheides liege aus den vom FG dargelegten Gr&uuml;nden erkennbar nicht vor. Die &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung scheide im &Uuml;brigen aus den vom Bundesfinanzhof (BFH) im Urteil vom 12.05.2015&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;14\/13 (BFHE 250, 64, BStBl&nbsp;II 2015, 806) zu &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG genannten Gr&uuml;nden aus. Diese Grunds&auml;tze seien auch auf &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG anzuwenden. Vergleichsma&szlig;stab f&uuml;r die Anwendung der richtigen Korrekturalternative in &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO sei demnach die Frage, wie sich die neu festzusetzende Einkommensteuer im Verh&auml;ltnis zur bisherigen, jeweils unter Einbeziehung der Kapitalertragsteuer, &auml;ndere. Die Besonderheiten, die mit der Einf&uuml;hrung des gesonderten Tarifs f&uuml;r Kapitaleink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG verbunden seien, f&uuml;hrten zu dieser Gesamtbetrachtung. Die sich deshalb ergebende Steuerminderung scheide aufgrund des groben Verschuldens der Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Der im vorliegenden Verfahren allein relevante Sch&auml;tzungsbescheid vom 28.10.2010 ist nicht nichtig (unter&nbsp;1.). Die &Auml;nderung dieses Steuerbescheides ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden nicht m&ouml;glich (unter&nbsp;2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Einkommensteuerbescheid vom 28.10.2010, in dem das FA die gewerblichen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin sch&auml;tzte, ist nicht nichtig. Das FG hat die von den Kl&auml;gern mit ihrem Hauptantrag erhobene Nichtigkeitsfeststellungsklage (&sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO) zu Recht als unbegr&uuml;ndet angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verfahrensgegenstand ist der Einkommensteuersch&auml;tzungsbescheid vom 28.10.2010. Dies ist zwischen den Beteiligten unstreitig und ergibt sich auch aus dem Antrag der Kl&auml;ger im Klageverfahren. Soweit das FG auf Seite&nbsp;5 seines Urteils das Datum vom &quot;28.&nbsp;Oktober 2007&quot; im Zusammenhang mit der Sch&auml;tzung verwendet, handelt es sich erkennbar um einen reinen Schreibfehler. Die Entscheidungsgr&uuml;nde, auch soweit sie die Nichtigkeit des Sch&auml;tzungsbescheides betreffen, lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass das FG die Nichtigkeit des von den Kl&auml;gern bezeichneten Bescheides verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Nichtigkeit dieses Bescheides scheidet schon deshalb aus, weil dieser nicht unter einem besonders schwerwiegenden, bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung aller in Betracht kommenden Umst&auml;nde offenkundigen Fehler leidet (&sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO). Das FA musste aufgrund der fehlenden Einkommensteuererkl&auml;rung die Besteuerungsgrundlagen der Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz 1 AO sch&auml;tzen. Dabei erweist sich die Sch&auml;tzung der gewerblichen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin, wovon das FG in seinem Urteil zutreffend ausgeht, als jedenfalls nicht nichtig. Anhaltspunkte f&uuml;r eine Strafsch&auml;tzung sind nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Da die Kl&auml;ger (zum wiederholten Male) keine Einkommensteuererkl&auml;rung einreichten, war das FA nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO zur Sch&auml;tzung ihrer Besteuerungsgrundlagen, u.a. der Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb der Kl&auml;gerin, berechtigt und verpflichtet. Schlie&szlig;lich konnte es in Folge dieses Versto&szlig;es der Kl&auml;ger gegen ihre Mitwirkungspflichten zur Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung (&sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 EStG, &sect;&nbsp;56 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung) deren Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln oder berechnen (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ausgehend von den h&ouml;chstrichterlichen Grunds&auml;tzen zur Sch&auml;tzung bei Nichtabgabe der Steuererkl&auml;rung hat das FG zu Recht erkannt, dass die Sch&auml;tzung nicht nichtig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen sind nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz 2 AO alle Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen, die f&uuml;r die Sch&auml;tzung von Bedeutung sind. Das gewonnene Sch&auml;tzungsergebnis muss schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein (st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, vgl. etwa Senatsurteil vom 15.07.2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFH\/NV 2015, 145, Rz&nbsp;21, m.w.N., und BFH-Urteil vom 12.12.2017&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2018, 606, Rz&nbsp;60). Ausnahmsweise kann eine fehlerhafte Sch&auml;tzung die Nichtigkeit des auf ihr beruhenden Verwaltungsakts zur Folge haben, wenn sich das FA nicht an den wahrscheinlichen Besteuerungsgrundlagen orientiert, sondern bewusst zum Nachteil des Steuerpflichtigen gesch&auml;tzt hat. Willk&uuml;rma&szlig;nahmen, die mit den Anforderungen an eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verwaltung schlechterdings nicht zu vereinbaren sind, k&ouml;nnen ebenfalls einen besonders schweren Fehler i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO darstellen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2018, 606, Rz&nbsp;40, m.w.N.). Dabei gilt eine letztlich dreigestufte Abfolge (so schon Senatsbeschluss vom 06.08.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;22\/18, BFH\/NV 2018, 1237, Rz&nbsp;17 unter Hinweis auf Senatsurteil in BFH\/NV 2015, 145):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) W&auml;hrend auch eine Sch&auml;tzung, die sich am oberen Rand des einzelfallabh&auml;ngigen Sch&auml;tzungsrahmens orientiert, noch als rechtm&auml;&szlig;ig gilt, f&uuml;hrt eine solche, die jenen Rahmen nach oben (oder unten) verl&auml;sst, (lediglich) zur Rechtswidrigkeit und Anfechtbarkeit. Eine Sch&auml;tzung erscheint n&auml;mlich nicht schon deswegen als rechtswidrig, weil sie von den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen abweicht; solche Abweichungen sind notwendig mit einer Sch&auml;tzung verbunden, die in Unkenntnis der wahren Gegebenheiten erfolgt. Insbesondere kann sich das FA &#8211;wie im Streitfall&#8211; bei der Verletzung der Erkl&auml;rungspflicht durch den Steuerpflichtigen an der oberen Grenze des Sch&auml;tzungsrahmens orientieren, weil der Steuerpflichtige m&ouml;glicherweise Eink&uuml;nfte verheimlichen will.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Selbst grobe Abweichungen vom Sch&auml;tzungsrahmen haben regelm&auml;&szlig;ig nur die Rechtswidrigkeit, nicht aber die Nichtigkeit zur Folge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Gr&uuml;ndet sich die insoweit fehlerhafte Sch&auml;tzung &#8211;dritte Stufe&#8211; allerdings darauf, dass sich die Finanzbeh&ouml;rde entgegen dem Regelungsauftrag in &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 AO nicht an den wahrscheinlichen Besteuerungsgrundlagen orientiert, sondern bewusst zum Nachteil des Steuerpflichtigen sch&auml;tzt, kann ein zur Nichtigkeit f&uuml;hrender besonders schwerer Fehler i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO vorliegen (sog. subjektive Willk&uuml;rma&szlig;nahme). Denn Willk&uuml;rma&szlig;nahmen, die mit den Anforderungen an eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verwaltung schlechterdings nicht zu vereinbaren sind, k&ouml;nnen einen besonders schweren Fehler gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO darstellen (so schon Senatsurteil vom 15.05.2002&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;33\/99, BFH\/NV 2002, 1415, Rz&nbsp;19, m.w.N.). Die Sch&auml;tzung darf insbesondere auch nicht dazu verwendet werden, &quot;die Steuererkl&auml;rungspflichtverletzung zu sanktionieren und den Steuerpflichtigen zur Abgabe der Erkl&auml;rungen anzuhalten&quot;; &quot;Strafsch&auml;tzungen&quot; eher enteignungsgleichen Charakters sind zu vermeiden (BFH-Urteil vom 20.12.2000&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;50\/00, BFHE 194, 1, BStBl&nbsp;II 2001, 381, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbiges gilt, wenn ein ebenfalls als fehlerhaft zu disqualifizierendes Sch&auml;tzungsergebnis trotz vorhandener Sachverhaltsaufkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten krass von den tats&auml;chlichen Gegebenheiten abweicht und in keiner Weise erkennbar ist, dass &uuml;berhaupt und ggf. welche Sch&auml;tzungserw&auml;gungen angestellt wurden, sog. objektive Willk&uuml;rma&szlig;nahme (vgl. Senatsentscheidungen in BFH\/NV 2018, 1237, Rz&nbsp;17; in BFH\/NV 2015, 145, Rz&nbsp;24, sowie vom 15.05.2002&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;34\/99, juris, unter II.3. und 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist der Einkommensteuerbescheid 2009 vom 28.10.2010 nicht nichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach den erkl&auml;rten Gewinnen und Ums&auml;tzen der Kl&auml;gerin konnte das FA zun&auml;chst davon ausgehen, dass der Umsatz ihrer gewerblichen T&auml;tigkeit moderat stieg. Die erkl&auml;rten Ums&auml;tze erh&ouml;hten sich teilweise um etwa 1.500&nbsp;EUR (2001 zu 2000 bzw. 2005 zu 2004) bzw. sogar um 3.000&nbsp;EUR (2003 zu 2002). Die Eink&uuml;nfte schwankten demgegen&uuml;ber zwischen &#8211;&nbsp;1.535&nbsp;EUR (2002) und 4.788&nbsp;EUR (2005), wobei angesichts der grunds&auml;tzlichen Umsatzsteigerungen ein Zusammenhang zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nicht offensichtlich ist. So hatte sich vom Jahr 2004 auf 2005 der Gewinn bei einer Umsatzerh&ouml;hung um lediglich etwa 1.500&nbsp;EUR mehr als verdoppelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Angesichts dieser Zahlen erscheint es jedenfalls denkbar, dass sowohl die Ums&auml;tze als auch die Gewinne hohen Schwankungen unterworfen waren. Eine Verdoppelung der Gewinne in einzelnen Jahren war demnach ebenso m&ouml;glich wie eine konstante moderate j&auml;hrliche Erh&ouml;hung des Gewinns. Dies gilt insbesondere angesichts der Art der T&auml;tigkeit, die nicht hauptberuflich ausge&uuml;bt wurde, so dass Ver&auml;nderungen des Arbeitseinsatzes &#8211;und damit erhebliche Umsatz- und Gewinnschwankungen&#8211; deutlich h&auml;ufiger zu erwarten sind als bei T&auml;tigkeiten, die konstant die gesamte Arbeitskraft des Gewerbetreibenden in Anspruch nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies best&auml;tigt auch die folgende Alternativ&uuml;berlegung: H&auml;tte das FA den zuletzt erkl&auml;rten Gewinn f&uuml;r das Jahr 2005 in H&ouml;he von rund 5.000&nbsp;EUR um j&auml;hrliche Betr&auml;ge, ausgehend von den maximalen Umsatzsteigerungen der Vergangenheit, also um 3.000&nbsp;EUR erh&ouml;ht, w&auml;re der so ermittelte Gewinn mit etwa 17.000&nbsp;EUR folgerichtig gewesen. Da die Betriebsausgaben nicht bzw. nicht notwendigerweise in gleichem Ma&szlig;e steigen mussten, zeigt schon diese Alternativ&uuml;berlegung, dass die Sch&auml;tzungen in allen Jahren und folglich auch im Streitjahr im Sch&auml;tzungsrahmen geblieben sind, zumal angesichts der Nichtabgabe der Steuererkl&auml;rungen unter Hinnahme der Sch&auml;tzungen &uuml;ber Jahre hinweg auch die (teilweise) Verheimlichung von Einnahmen nicht fernliegend erscheint, dieser Gesichtspunkt den Sch&auml;tzungsrahmen nach oben erweitert und das FA sich &#8211;wie dargelegt&#8211; am oberen Rand des Sch&auml;tzungsrahmens orientieren darf. Hierf&uuml;r spricht auch die Tatsache, dass die Kl&auml;ger die Sch&auml;tzungsbescheide f&uuml;r die Vor-Streitjahre 2006 bis 2008 &#8211;mit Gewinnerh&ouml;hungen um j&auml;hrlich jeweils 2.000&nbsp;EUR&#8211; und den strittigen Bescheid bestandskr&auml;ftig werden lie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Zudem scheint es im Rahmen einer T&auml;tigkeit als Hundeausbilderin angesichts des vom FG ermittelten Kundenpotentials von 40&nbsp;000&nbsp;Einwohnern im n&auml;heren Umfeld nicht ausgeschlossen, j&auml;hrliche Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb von bis zu 16.000&nbsp;EUR zu erzielen. Der sp&auml;ter von den Kl&auml;gern erkl&auml;rte Gewinn f&uuml;r das Streitjahr von etwa 6.700&nbsp;EUR stellt dies nicht evident in Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Eine bewusste Sch&auml;tzung zulasten der Kl&auml;ger seitens des FA ist auch ansonsten nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im vorliegenden Fall ist insbesondere nicht anzunehmen, dass das FA durch seine Sch&auml;tzungen die (j&auml;hrlichen) Steuererkl&auml;rungspflichtverletzungen der Kl&auml;ger sanktionieren wollte. Das FA hat vielmehr Sch&auml;tzungen vornehmen m&uuml;ssen, da ihm konkretere Anhaltspunkte f&uuml;r die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte, gerade f&uuml;r diejenigen der Kl&auml;gerin, nicht zur Verf&uuml;gung standen. Andere Mittel, die Eink&uuml;nfte aus Gewerbetrieb der Kl&auml;gerin zu bestimmen, gab es nicht. Insbesondere musste das FA die Kl&auml;gerin nicht zur Abgabe von Umsatzsteuererkl&auml;rungen auffordern, da angesichts des Erkl&auml;rungsverhaltens der Kl&auml;ger nicht anzunehmen war, dass diese auch tats&auml;chlich eingereicht worden w&auml;ren. In der Vergangenheit hat die Kl&auml;gerin jedenfalls keine Umsatzsteuererkl&auml;rungen eingereicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Auch die Sch&auml;tzung der &uuml;brigen Besteuerungsgrundlagen der Kl&auml;ger l&auml;sst keine Gesichtspunkte erkennen, die zur Nichtigkeit des Einkommensteuerbescheides f&uuml;hren k&ouml;nnten. Das FA setzte die Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit des Kl&auml;gers entsprechend den elektronischen Daten an. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen durfte das FA im Streitjahr, dem Jahr der Einf&uuml;hrung des besonderen Steuertarifs f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen, nicht mehr sch&auml;tzen. Ohne Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 bzw. Abs.&nbsp;6 EStG war schon nicht klar, ob diese Eink&uuml;nfte im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung zu ber&uuml;cksichtigen waren. Den Sonderausgabenabzug pauschalierte das FA. Auch der Nichtansatz der im Streitjahr gezahlten Kirchensteuern f&uuml;hrte nicht zur Nichtigkeit des Steuerbescheides, da dies jedenfalls kein schwerwiegender Fehler i.S. des &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Recht geht das FG davon aus, dass eine &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr nicht m&ouml;glich ist. Der Antrag der Kl&auml;ger k&ouml;nnte nur zu einer Korrektur der Festsetzung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO f&uuml;hren. Diese &Auml;nderung ist jedoch aufgrund des groben Verschuldens der Kl&auml;ger am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden der Eink&uuml;nfte ausgeschlossen. Andere &Auml;nderungsvorschriften sind nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Fall einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen, weil der Steuerpflichtige seiner Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung nicht nachgekommen ist, kann die nachgereichte Erkl&auml;rung nachtr&auml;glich bekannt werdende Tatsachen enthalten, die zu einer h&ouml;heren Steuer (&sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO) oder zu einer niedrigeren Steuer (&sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO) f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Tatsache i.S. dieser Vorschrift ist alles, was Merkmal oder Teilst&uuml;ck eines gesetzlichen Steuertatbestands sein kann, also Zust&auml;nde, Vorg&auml;nge, Beziehungen, Eigenschaften materieller oder immaterieller Art (vgl. nur BFH-Urteil in BFHE 250, 64, BStBl&nbsp;II 2015, 806, Rz&nbsp;15, m.w.N.). Eine solche Tatsache muss nachtr&auml;glich bekannt geworden, nicht dagegen eine nachtr&auml;glich entstandene Tatsache sein (Senatsurteil vom 09.03.2016&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;9\/13, BFHE 253, 299, BStBl&nbsp;II 2016, 815, Rz&nbsp;17). Keine Tatsachen i.S. dieser Vorschrift sind Schlussfolgerungen aller Art, einschlie&szlig;lich juristischer Subsumtionen (vgl. nur BFH-Urteil vom 24.07.1984&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;304\/81, BFHE 141, 485, BStBl&nbsp;II 1984, 785, Rz&nbsp;20). Zu den Schlussfolgerungen geh&ouml;rt auch die Sch&auml;tzung aufgrund von tats&auml;chlichen Sch&auml;tzungsgrundlagen (Senatsurteil vom 03.06.1987&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;61\/81, BFH\/NV 1988, 342, Rz&nbsp;11). Deshalb k&ouml;nnen nur Ver&auml;nderungen hinsichtlich der Sch&auml;tzungsgrundlagen im Rahmen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO relevant sein (BFH-Urteil vom 05.08.2004&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;90\/02, BFH\/NV 2005, 501, Rz&nbsp;13, m.w.N.). Sind Eink&uuml;nfte aus einer bestimmten Einkunftsart gesch&auml;tzt worden, ist als nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache die tats&auml;chliche H&ouml;he dieser Eink&uuml;nfte anzusehen (BFH-Urteil vom 24.04.1991&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;28\/89, BFHE 164, 192, BStBl&nbsp;II 1991, 606, Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sind Tatsachen bzw. die ihnen zugrunde liegenden Sachverhalte nur auf Antrag zu ber&uuml;cksichtigen oder ist bei ihnen ein Wahlrecht auszu&uuml;ben, so ist zu beachten, dass Antrags- oder Wahlrechte grunds&auml;tzlich bis zum Eintritt der Bestandskraft des entsprechenden Steuerbescheides (erstmals) ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen. Ist ein solches Antrags- oder Wahlrecht nicht fristgebunden, meint dies, dass es bis zum Eintritt der formellen und materiellen Bestandskraft ausge&uuml;bt und ggf. widerrufen werden kann (so im Fall der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG: BFH-Urteil in BFHE 250, 64, BStBl&nbsp;II 2015, 806, Rz&nbsp;10, m.w.N.). Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass ein Antrags- bzw. Wahlrecht fristgebunden ist. In diesem Fall ist eine Aus&uuml;bung nur bis zum Eintritt der formellen Bestandskraft m&ouml;glich. Die Steuerfestsetzung muss dann grunds&auml;tzlich noch mit einem ordentlichen au&szlig;ergerichtlichen oder gerichtlichen Rechtsbehelf angefochten werden k&ouml;nnen (Senatsurteil vom 27.10.2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;44\/13, BFHE 252, 94, BStBl&nbsp;II 2016, 278, Rz&nbsp;17, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der BFH hat bereits entschieden, dass die &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG &#8211;trotz des m&ouml;glicherweise engeren Wortlauts&#8211; ein grunds&auml;tzlich unbefristetes Veranlagungswahlrecht darstellt (z.B. BFH-Urteil vom 09.08.2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;27\/14, BFHE 255, 51, BStBl&nbsp;II 2017, 821, Rz&nbsp;19, m.w.N.), das somit innerhalb der Grenzen der materiellen Bestandskraft geltend gemacht werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass dem Steuerpflichtigen &#8211;sofern die betroffene Festsetzung bereits formell bestandskr&auml;ftig ist und nicht (mehr) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung steht&#8211; f&uuml;r sein nachtr&auml;glich geltend gemachtes Wahlrecht eine bestandskraftdurchbrechende &Auml;nderungsvorschrift zur Seite steht (Senatsurteil in BFHE 252, 94, BStBl&nbsp;II 2016, 278, Rz&nbsp;19). Dies ist hier nicht der Fall. Das Begehren der Kl&auml;ger, den Steuereinbehalt nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG zu &uuml;berpr&uuml;fen, ist nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO zu beurteilen und scheitert am groben Verschulden der Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG kann der Steuerpflichtige mit der Einkommensteuer f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge, die der Kapitalertragsteuer unterlegen haben, eine Steuerfestsetzung entsprechend &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG beantragen. Die Norm nennt, allerdings nicht abschlie&szlig;end, F&auml;lle, in denen dies sinnvoll erscheint, weil beim Kapitalertragsteuerabzug die dort genannten Umst&auml;nde (etwa der nicht vollst&auml;ndig ausgesch&ouml;pfte Sparer-Pauschbetrag) nicht ber&uuml;cksichtigt worden sind. Trotz der Einbeziehung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in die Einkommensteuerfestsetzung bleibt es bei der Anwendung des gesonderten Tarifs (s.a. Schmidt\/Levedag, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;16; Bl&uuml;mich\/Werth, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;132).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Wie im Fall des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG ordnet das Gesetz dabei f&uuml;r die Antragsveranlagung aus &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG eine Gesamtbetrachtung an, die auch hinsichtlich der Frage, ob die nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache der Erzielung von Kapitaleink&uuml;nften nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO zu einer h&ouml;heren (Nr.&nbsp;1) oder niedrigeren Steuer (Nr.&nbsp;2) f&uuml;hrt, ber&uuml;cksichtigt werden muss. Aufgrund der Besonderheiten, die mit der Einf&uuml;hrung des gesonderten Tarifs f&uuml;r Kapitaleink&uuml;nfte&nbsp;&nbsp;nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG verbunden sind, ist daher in den Vergleich nicht nur die festgesetzte Einkommensteuer, sondern auch die durch den Abzug vom Kapitalertrag nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 EStG abgegoltene Einkommensteuer einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Antragsveranlagung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;hrt somit entweder zu einer Ber&uuml;cksichtigung genau des bislang nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 EStG abgegoltenen Einkommensteuerbetrags. In diesem Fall liegt weder eine Steuerminderung noch eine -erh&ouml;hung vor. &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO ist nicht anwendbar. In den &uuml;brigen F&auml;llen &#8211;wie hier aufgrund des nach Angaben der Kl&auml;ger bislang nicht ber&uuml;cksichtigten Sparer-Pauschbetrages&#8211; l&ouml;st die Antragsveranlagung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG aufgrund der gebotenen Gesamtbetrachtung eine Steuerminderung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Voraussetzung der Korrektur der Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ist, dass die Kl&auml;ger kein grobes Verschulden daran trifft, dass dem FA die erzielten Kapitaleink&uuml;nfte erst nach der Einkommensteuerfestsetzung bekannt geworden sind. Ein solches Verschulden liegt &#8211;wie hier&#8211; jedoch bereits dann vor, wenn die Steuerpflichtigen die Einspruchsfrist vers&auml;umt und es damit unterlassen haben, entscheidungserhebliche Tatsachen &#8211;hier die in der Einkommensteuererkl&auml;rung angegebenen Betr&auml;ge&#8211; innerhalb der Einspruchsfrist mitzuteilen (so schon Senatsurteil in BFH\/NV 2015, 145, Rz&nbsp;17, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Soweit die Kl&auml;ger durch die Einreichung der Einkommensteuererkl&auml;rung dar&uuml;ber hinaus auch die &Auml;nderung der &uuml;brigen gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen zu ihren Gunsten begehren, scheidet dies ebenfalls aufgrund ihres groben Verschuldens nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Weitere &Auml;nderungsvorschriften sind nicht erkennbar. Dies gilt insbesondere f&uuml;r &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO, da es am Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses fehlt. Weder die Vorlage der Steuerbescheinigung noch der Antrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG sind r&uuml;ckwirkende Ereignisse. Im Streitfall lagen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Aus&uuml;bung des Wahlrechts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG bereits vor Eintritt der Bestandskraft vor (vgl. auch insoweit den Fall der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG, BFH-Urteil in BFHE 250, 64, BStBl&nbsp;II 2015, 806, Rz&nbsp;24). Das Gleiche gilt in Bezug auf die Steuerbescheinigungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.8.2019, X R 16\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.210819.XR16.17.0 Nachtr&auml;gliche Wahl der Antragsveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG; Nichtigkeit eines Sch&auml;tzungsbescheids Leits&auml;tze 1. Der Antrag auf Einbeziehung der Kapitalertr&auml;ge in die Einkommensteuerveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG (sog. Antragsveranlagung) stellt ein unbefristetes Veranlagungswahlrecht dar (Best&auml;tigung der BFH-Rechtsprechung). 2. Der Antrag nach &sect; 32d Abs. 4 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-16-17-nachtraegliche-wahl-der-antragsveranlagung-nach-par-32d-abs-4-estg-nichtigkeit-eines-schaetzungsbescheids\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;16\/17 &#8211; Nachtr&auml;gliche Wahl der Antragsveranlagung nach &sect; 32d Abs. 4 EStG; Nichtigkeit eines Sch&auml;tzungsbescheids<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71637","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71637","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71637"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71637\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71637"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71637"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71637"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}