{"id":71639,"date":"2020-01-10T20:08:36","date_gmt":"2020-01-10T18:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71639"},"modified":"2020-01-10T20:08:36","modified_gmt":"2020-01-10T18:08:36","slug":"ix-r-8-18-privates-veraeusserungsgeschaeft-unentgeltlicher-erwerb-bei-uebertragung-ohne-uebernahme-der-darlehen-des-rechtsvorgaengers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-8-18-privates-veraeusserungsgeschaeft-unentgeltlicher-erwerb-bei-uebertragung-ohne-uebernahme-der-darlehen-des-rechtsvorgaengers\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;8\/18 &#8211; Privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft: Unentgeltlicher Erwerb bei &Uuml;bertragung ohne &Uuml;bernahme der Darlehen des Rechtsvorg&auml;ngers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2019, IX R 8\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.030919.IXR8.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft: Unentgeltlicher Erwerb bei &Uuml;bertragung ohne &Uuml;bernahme der Darlehen des Rechtsvorg&auml;ngers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein unentgeltlicher Erwerb i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 3 EStG liegt vor, wenn im Rahmen der &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks im Wege der vorweggenommenen Erbfolge dem &Uuml;bergeber ein (dingliches) Wohnrecht einger&auml;umt wird und die durch Grundschulden auf dem Grundst&uuml;ck abgesicherte Darlehen des Rechtsvorg&auml;ngers nicht &uuml;bernommen werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten entstehen nicht, wenn der Erwerber eines Grundst&uuml;cks zwecks L&ouml;schung eines Grundpfandrechts Schulden tilgt, die er zun&auml;chst nicht vom &Uuml;bergeber &uuml;bernommen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die blo&szlig;e Verwendung des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses zur Tilgung privater Verbindlichkeiten nach der Ver&auml;u&szlig;erung f&uuml;hrt nicht zur Entstehung von Ver&auml;u&szlig;erungskosten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 15.02.2018 &#8211; 4 K 4295\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber einen Gewinn aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft bei einem Grundst&uuml;ck (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;23&nbsp;Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erwarb am 27.10.2004 im Wege der vorweggenommenen Erbfolge von ihrer Mutter unter &Uuml;bernahme der in Abteilung&nbsp;III des Grundbuchs eingetragenen Grundschulden &uuml;ber insgesamt 400.000&nbsp;DM ein Grundst&uuml;ck in B. Nicht &uuml;bernommen wurden von der Kl&auml;gerin die den Grundschulden zugrunde liegenden Darlehen. Die Darlehen wurden nach der Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung weiterhin von der Mutter der Kl&auml;gerin bedient. Zugleich mit der &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks bestellte die Kl&auml;gerin ihrer Mutter und deren damaligen Lebensgef&auml;hrten ein lebenslanges dingliches Wohnrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Grundst&uuml;ck hatte eine Gr&ouml;&szlig;e von 81&nbsp;660&nbsp;qm. Es befanden sich dort als getrennte Geb&auml;ude mit jeweils eigenen Zug&auml;ngen und eigenen Sanit&auml;r- und K&uuml;chenbereichen ein Haupthaus (120&nbsp;qm) und ein Nebengeb&auml;ude (60&nbsp;qm). Die Mutter der Kl&auml;gerin hatte das Grundst&uuml;ck am 08.12.1998 f&uuml;r 285.000&nbsp;DM im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben. Nach dem Grundst&uuml;ckserwerb t&auml;tigte die Mutter Instandsetzungs- und Ausbaukosten in H&ouml;he von 70.000&nbsp;EUR. Das Hauptgeb&auml;ude nutzte die Mutter der Kl&auml;gerin zusammen mit ihrem Lebensgef&auml;hrten von 1998 bis zur Ver&auml;u&szlig;erung 2007 unentgeltlich zu eigenen Wohnzwecken. Das Nebengeb&auml;ude wurde ab dessen Fertigstellung in den Jahren 2002 und 2003 bis zur Ver&auml;u&szlig;erung von der Kl&auml;gerin haupts&auml;chlich an Wochenenden zu privaten Wohnzwecken genutzt. Unter der Woche wohnte die Kl&auml;gerin wegen einer Berufsausbildung andernorts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.09.2007 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin das gesamte Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 530.000&nbsp;EUR. Die Ver&auml;u&szlig;erung erfolgte lastenfrei. Vom Kaufpreis entfielen 15.000&nbsp;EUR auf den Verkauf &quot;beweglicher G&uuml;ter&quot;. Von dem auf dem Notaranderkonto hinterlegten Kaufpreis wurden die durch die Grundschulden besicherten Darlehen in H&ouml;he von 265.748&nbsp;EUR bedient. Der Restkaufpreis in H&ouml;he von rund 264.250&nbsp;EUR wurde an die Kl&auml;gerin ausgekehrt. Mit der Ver&auml;u&szlig;erung bezweckten die Kl&auml;gerin und ihre Mutter, der drohenden Zwangsvollstreckung seitens der Grundschuldgl&auml;ubiger zu entgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2007 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin keinen Gewinn aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft. Im (erstmaligen) Einkommensteuerbescheid 2007 vom 23.01.2013 unterwarf der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen Betrag in H&ouml;he von 325.484&nbsp;EUR als privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft der Besteuerung nach &sect;&nbsp;22&nbsp;Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG. In den Erl&auml;uterungen zum Steuerbescheid f&uuml;hrte das FA aus, dass eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG nicht eingreife, weil das Grundst&uuml;ck nicht im Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung sowie in den beiden Vorjahren von der Kl&auml;gerin zu eigenen Wohnzwecken genutzt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der von der Kl&auml;gerin dagegen erhobene Einspruch hatte teilweise Erfolg. Mit Einspruchsentscheidung vom 26.09.2016 setzte das FA den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn auf 195.515&nbsp;EUR herab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, hinsichtlich des von der Kl&auml;gerin zu eigenen Wohnzwecken genutzten Nebengeb&auml;udes sei von der Nichtsteuerbarkeit nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG auszugehen. F&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung des Hauptgeb&auml;udes, das von der Mutter und deren Lebensgef&auml;hrten bewohnt worden sei, sei der Besteuerungstatbestand hingegen erf&uuml;llt. Die Aufteilung habe nach dem Verh&auml;ltnis der Nutzfl&auml;chen zu erfolgen. Daher sei ein Drittel des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns au&szlig;er Betracht zu lassen. Die Tilgung der den Grundschulden zugrunde liegenden Verbindlichkeiten seitens der Kl&auml;gerin anl&auml;sslich der Ver&auml;u&szlig;erung stelle lediglich eine Verwendung des Kaufpreises dar. Die Abl&ouml;sung bestehender Belastungen aus dem Kaufpreis mindere diesen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin dagegen erhobene Klage, mit der sie eine Au&szlig;erachtlassung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns und hilfsweise Ber&uuml;cksichtigung des an die darlehensgebenden Gl&auml;ubiger weitergeleiteten Betrags in H&ouml;he von 265.748&nbsp;EUR als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten begehrte, hatte keinen Erfolg. In seiner in Entscheidungen der Finanzgerichte 2018,&nbsp;834 ver&ouml;ffentlichten Entscheidung f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) aus: Das FA sei zutreffend von einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft ausgegangen und habe den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nicht zu hoch angesetzt. Die Kl&auml;gerin habe von ihrer Mutter das Grundst&uuml;ck im Jahr 2004 nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG unentgeltlich erworben. Sie habe ihrer Mutter gegen&uuml;ber als Rechtsvorg&auml;ngerin keine Gegenleistung erbracht. Die mit dem Grundst&uuml;ckserwerb &uuml;bernommenen Grundschulden st&uuml;nden nicht der Annahme eines unentgeltlichen Erwerbs entgegen. Da ein unentgeltlicher Erwerb der Kl&auml;gerin vorliege, sei hinsichtlich der Berechnung der Spekulationsfrist auf die Anschaffung durch die Rechtsvorg&auml;ngerin abzustellen. Daher sei die Ver&auml;u&szlig;erung noch innerhalb der zehnj&auml;hrigen Spekulationsfrist erfolgt. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 07.07.2010&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05 (BVerfGE&nbsp;127, 1, BStBl&nbsp;II 2011, 76) sei der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn auch im vollen Umfang der Besteuerung zu unterwerfen, da zum Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 vom 24.03.1999 (BGBl&nbsp;I 1999, 402) die (fr&uuml;here) zweij&auml;hrige Spekulationsfrist noch nicht abgelaufen gewesen sei. Das Haupthaus werde nicht zu eigenen Wohnzwecken genutzt. Denn dieses sei nur von der Mutter der Kl&auml;gerin und deren Lebensgef&auml;hrten genutzt worden. Nur das Nebengeb&auml;ude sei von der Kl&auml;gerin zu eigenen Wohnzwecken als Zweitwohnung genutzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Die &Uuml;bertragung der Immobilie von der Mutter auf sie sei unentgeltlich erfolgt. Die Ver&auml;u&szlig;erung sei nicht steuerbar gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 15.02.2018&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;4295\/18 sowie die Einspruchsentscheidung vom 26.09.2016 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2007 vom 23.01.2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Anschaffungskosten in H&ouml;he von 265.748&nbsp;EUR, hilfsweise der Betrag als Ver&auml;u&szlig;erungskosten im Rahmen der Ermittlung des Gewinns aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126&nbsp;Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zutreffend von einem unentgeltlichen Erwerb der Kl&auml;gerin (dazu unter 1.) und von einer Ver&auml;u&szlig;erung innerhalb der zehnj&auml;hrigen Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ausgegangen (dazu unter 2.). Weiter hat das FG auf der Grundlage seiner tats&auml;chlichen Feststellungen zutreffend eine den Steuertatbestand ausschlie&szlig;ende Selbstnutzung nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG nur hinsichtlich des Nebengeb&auml;udes angenommen (dazu unter 3.). Das FG hat schlie&szlig;lich den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zutreffend ermittelt und die von der Kl&auml;gerin aus dem Kaufpreis beglichenen Darlehensverbindlichkeiten nicht als (nachtr&auml;gliche) Anschaffungskosten der Immobilie eingeordnet (dazu unter 4.). Auch Ver&auml;u&szlig;erungskosten nach &sect;&nbsp;22&nbsp;Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23&nbsp;Abs.&nbsp;3 EStG liegen insoweit nicht vor (dazu unter 5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zun&auml;chst zutreffend von einem unentgeltlichen Erwerb der Kl&auml;gerin mit Vertrag vom 27.10.2004 ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein unentgeltlicher Erwerb liegt vor, wenn der Erwerber keine Gegenleistung erbringt. Das ist z.B. der Fall, wenn zivilrechtlich eine Schenkung vorliegt (vgl. Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;43; Musil in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;23&nbsp;EStG Rz&nbsp;231). Die &Uuml;bernahme von Schulden beim Erwerb eines Grundst&uuml;cks hingegen stellt eine Gegenleistung dar. Es liegt in H&ouml;he der Schuld&uuml;bernahme ein Entgelt vor (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 05.07.1990&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;4-6\/89, BFHE&nbsp;161, 317, BStBl&nbsp;II 1990, 847, Leitsatz&nbsp;3; BFH-Urteile vom 06.09.2006&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/06, BFHE 215, 465, BStBl&nbsp;II 2007, 265, unter II.1., Rz&nbsp;8, und vom 17.04.2007&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;56\/06, BFHE&nbsp;218, 53, BStBl&nbsp;II 2007, 956, unter II.1., Rz&nbsp;10; HHR\/Stobbe, &sect;&nbsp;6&nbsp;EStG Rz&nbsp;193 Stichwort &quot;Schuld&uuml;bernahme&quot;; HHR\/Musil, &sect;&nbsp;23&nbsp;EStG Rz&nbsp;231). Denn der &Uuml;bertragende wird von einer zivilrechtlichen Verbindlichkeit befreit, in die der &Uuml;bernehmer des Grundst&uuml;cks eintritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden die Schulden nicht &uuml;bernommen, sondern das Grundst&uuml;ck &uuml;bereignet, die auf dem Grundst&uuml;ck lastenden (Brief- oder Buch-) Grundschulden mit &uuml;bernommen und &#8211;wie hier&#8211; keine Freistellung des &Uuml;bertragenden von den zugrunde liegenden schuldrechtlichen Verbindlichkeiten vereinbart, liegt weiterhin ein unentgeltlicher Erwerb vor. Denn in diesem Fall erbringt der Erwerber keine Gegenleistung, sondern erwirbt nur das um den Wert der Belastungen geminderte Grundst&uuml;ck. Eine Verbindlichkeit setzt eine dem schuldrechtlichen Anspruch des Gl&auml;ubigers auf ein bestimmtes Handeln (&sect;&nbsp;194&nbsp;Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) entsprechende Leistungspflicht in der Person des Schuldners selbst voraus (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE&nbsp;161, 317, BStBl&nbsp;II 1990, 847, unter C.II.3.a, Rz&nbsp;82; BFH-Urteil vom 17.11.2004&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;96\/02, BFHE&nbsp;208, 197, BStBl&nbsp;II 2008, 296, unter II.3., Rz&nbsp;19). Daran fehlt es im Fall einer dinglichen Belastung des Grundst&uuml;cks, die lediglich den Wert des Grundst&uuml;cks mindert. Denn der &Uuml;bertragende &uuml;bereignet nur das belastete Grundst&uuml;ck, nicht die mit den Belastungen zusammenh&auml;ngenden schuldrechtlichen Verbindlichkeiten (vgl BFH-Urteil in BFHE&nbsp;208, 197, BStBl&nbsp;II 2008, 296, unter II.3., Rz&nbsp;19; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 07.04.1989&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZR&nbsp;252\/87, BGHZ&nbsp;107,&nbsp;156, Leitsatz&nbsp;1 sowie B.II.3.a, Rz&nbsp;17; HHR\/Stobbe, &sect;&nbsp;6&nbsp;EStG Rz&nbsp;193 Stichwort &quot;Dingliche Lasten&quot;). Die Grundschuld stellt ein Grundpfandrecht ohne Bindung an eine pers&ouml;nliche Forderung dar. Dass die Grundschuld &uuml;ber die Sicherungsvereinbarung mit der zugrunde liegenden Verbindlichkeit verbunden ist, f&uuml;hrt nicht zur &Uuml;bertragung der Verbindlichkeit. Die Grundschuld berechtigt nur dazu, dass der Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer die Zwangsvollstreckung in das Grundst&uuml;ck zu dulden und der Grundschuldgl&auml;ubiger einen Anspruch auf Zahlung eines Geldbetrags aus dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s hat (vgl. zum Inhalt der Grundschuld Palandt\/ Herrler, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 78.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1191 Rz&nbsp;1; M&uuml;nchKommBGB\/Lieder, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1191&nbsp;Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daher handelt es sich bei der am 27.10.2004 erfolgten &Uuml;bertragung von der Mutter an die Kl&auml;gerin um einen unentgeltlichen Erwerb. Denn die Kl&auml;gerin hat lediglich die dingliche Belastung &uuml;bernommen, nicht aber die zugrunde liegenden schuldrechtlichen Verpflichtungen aus den Darlehensvertr&auml;gen. Die Kl&auml;gerin hat mithin keine Gegenleistung erbracht. Vielmehr hat sie das Grundst&uuml;ck, gemindert um den Wert der dinglichen Belastungen, erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Daran &auml;ndert auch die im &Uuml;bertragungsvertrag geregelte Einr&auml;umung eines dinglichen Wohnrechts nichts. Der Wert des zur&uuml;ckbehaltenen Wohnrechts ist nicht den Anschaffungskosten zuzurechnen. Die &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks unter Vorbehalt eines dinglichen Wohnrechts (&sect;&nbsp;1093&nbsp;BGB) f&uuml;hrt zivilrechtlich und steuerlich zu einem unentgeltlichen Erwerb. Bestellt der Erwerber eines Wirtschaftsguts im Zusammenhang mit dem Erwerb des Wirtschaftsguts zu Gunsten des &Uuml;bertragenden ein Nutzungsrecht, geh&ouml;rt der Kapitalwert nicht zu den Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;255&nbsp;Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB). Vielmehr mindert das dingliche Wohnrecht von vornherein den Wert des &uuml;bertragenen Verm&ouml;gens (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 21.07.1992&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;72\/90, BFHE&nbsp;169, 317, BStBl&nbsp;II 1993, 486, unter 2.a, Rz&nbsp;16; vom 07.06.1994&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;33-34\/92, BFHE&nbsp;175, 70, BStBl&nbsp;II 1994, 927, unter 2.a, Rz&nbsp;17; vom 31.05.2000&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;50-51\/97, BFHE&nbsp;191, 563, BStBl&nbsp;II 2001, 594, unter II.1.a, Rz&nbsp;16; in BFHE&nbsp;208, 197, BStBl&nbsp;II 2008, 296, unter II.3., Rz&nbsp;19; HHR\/Musil, &sect;&nbsp;23&nbsp;EStG Rz&nbsp;231; Korn\/Strahl in Fuhrmann\/Kraeusel\/Schiffers, eKomm Bis VZ 2015, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;82 (Aktualisierung vom 21.10.2016); Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 30.09.2013, BStBl&nbsp;I 2013, 1184, Rz&nbsp;40 &quot;Nie&szlig;brauchserlass&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist auch zu Recht von einer Ver&auml;u&szlig;erung innerhalb der zehnj&auml;hrigen Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG sind sonstige Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) auch Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG. Dazu geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG u.a. Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte bei Grundst&uuml;cken, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als zehn Jahre betr&auml;gt. Im Fall des unentgeltlichen Erwerbs ist dem Einzelrechtsnachfolger die Anschaffung des Wirtschaftsguts durch den Rechtsvorg&auml;nger zuzurechnen (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat die Mutter der Kl&auml;gerin das Grundst&uuml;ck am 08.12.1998 erworben. Die unentgeltliche &Uuml;bertragung an die Kl&auml;gerin erfolgte am 27.10.2004 mit der Folge, dass die Kl&auml;gerin in die noch laufende Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG eintrat. Die durch die Kl&auml;gerin erfolgte Ver&auml;u&szlig;erung fand am 14.09.2007 und damit noch innerhalb der Zehnjahresfrist statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine den Steuertatbestand ausschlie&szlig;ende Selbstnutzung nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG hat das FG auf der Grundlage seiner tats&auml;chlichen Feststellungen zu Recht nur hinsichtlich des Nebengeb&auml;udes, nicht hinsichtlich des Hauptgeb&auml;udes angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Ausdruck &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG setzt voraus, dass eine Immobilie zum Bewohnen geeignet ist und vom Steuerpflichtigen auch bewohnt wird. Der Steuerpflichtige muss das Geb&auml;ude zumindest auch selbst nutzen; unsch&auml;dlich ist, wenn er es gemeinsam mit seinen Familienangeh&ouml;rigen oder einem Dritten bewohnt. Eine Nutzung zu &quot;eigenen Wohnzwecken&quot; liegt hingegen nicht vor, wenn der Steuerpflichtige die Wohnung entgeltlich oder unentgeltlich an einen Dritten &uuml;berl&auml;sst, ohne sie zugleich selbst zu bewohnen (vgl. u.a. grundlegend BFH-Urteil vom 27.06.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;37\/16, BFHE&nbsp;258, 490, BStBl&nbsp;II 2017, 1192, Rz&nbsp;12 mit umfangreichen Nachweisen zur Rechtsprechung des BFH; Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;18). Ein Geb&auml;ude wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der &uuml;brigen Zeit als Wohnung zur Verf&uuml;gung steht. Erfasst sind daher auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung genutzt werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;258, 490, BStBl&nbsp;II 2017, 1192, Rz&nbsp;13). Dabei sind die Voraussetzungen f&uuml;r jedes einzelne Wirtschaftsgut gesondert zu pr&uuml;fen (vgl. Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den nicht weiter mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher bindenden (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin nur das Nebengeb&auml;ude, nicht aber das Hauptgeb&auml;ude zu eigenen Wohnzwecken genutzt. Soweit die Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren vorbringt, sie habe beide Geb&auml;ude ohne abgegrenzte Nutzung zusammen mit ihrer Mutter und deren Lebensgef&auml;hrten genutzt, handelt es sich um neues tats&auml;chliches Vorbringen. Dies kann wegen der Bindung des BFH an die Tatsachenfeststellungen des FG (&sect;&nbsp;118&nbsp;Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO) im Revisionsverfahren nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat schlie&szlig;lich zutreffend im Rahmen der Ermittlung des Gewinns aus dem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG die von der Kl&auml;gerin aus dem Kaufpreis beglichenen Darlehensverbindlichkeiten nicht als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten der Immobilie eingeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gewinn oder Verlust aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften ist nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG der Unterschied zwischen dem Ver&auml;u&szlig;erungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits. Der in &sect;&nbsp;23 EStG verwendete Begriff &quot;Anschaffungskosten&quot; ist i.S. des &sect;&nbsp;6 EStG und des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 HGB auszulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. zuletzt BFH-Urteil vom 08.11.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/15, BFHE&nbsp;260, 202, BStBl&nbsp;II 2018, 518, Rz&nbsp;16; H&nbsp;23 des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2007, Stichwort &quot;Anschaffungskosten&quot;). Anschaffungskosten sind nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Verm&ouml;gensgegenstand einzeln zugeordnet werden k&ouml;nnen. Erwerben bedeutet nach der Rechtsprechung des BFH das &Uuml;berf&uuml;hren eines Gegenstands von der fremden in die eigene wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht. Dies ist der Fall, wenn Eigentum und Besitz auf den Steuerpflichtigen &uuml;bergegangen sind (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 22.08.1966&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;2\/66, BFHE 86,&nbsp;792, BStBl&nbsp;III 1966, 672, Rz&nbsp;13; BFH-Urteil in BFHE&nbsp;218, 53, BStBl&nbsp;II 2007, 956, unter II.1., Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative HGB sind Ausgaben, die nach Abschluss des urspr&uuml;nglichen Beschaffungsvorgangs anfallen, um die Verwendbarkeit eines Verm&ouml;gensgegenstandes zu &auml;ndern oder zu verbessern. Sie m&uuml;ssen in einem urs&auml;chlichen Veranlassungszusammenhang mit der Anschaffung stehen, also durch das Anschaffungsgesch&auml;ft veranlasst sein. Wenn die Ausgaben durch den Inhaber des Wirtschaftsguts selbst erfolgt sind und daher zu Aufwendungen gef&uuml;hrt haben, liegen nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten nur vor, wenn die Art und\/oder Qualit&auml;t des Wirtschaftsguts unver&auml;ndert geblieben ist (vgl. Baumbach\/Hopt\/Merkt, HGB, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;255 Rz&nbsp;3; M&uuml;nchKommHGB\/Ballwieser, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;255 Rz&nbsp;16&nbsp;ff.; Zwirner\/ Tippelhofer, Beck&#8217;sches Steuerberater-Handbuch 2017\/2018, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;13; Bl&uuml;mich\/Ehmcke, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;317).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steht einem Dritten ein dingliches Recht an einem Grundst&uuml;ck zu und l&ouml;st der Eigent&uuml;mer das dingliche Recht ab, sind die Abl&ouml;sezahlungen dann nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 HGB, wenn durch das dingliche Recht die Befugnisse des Eigent&uuml;mers i.S. von &sect;&nbsp;903 BGB, wozu u.a. auch das Recht auf Nutzung und Ver&auml;u&szlig;erung des Verm&ouml;gensgegenstandes z&auml;hlt, beschr&auml;nkt waren und der Eigent&uuml;mer durch die Abl&ouml;sezahlung die Beschr&auml;nkung seiner Eigent&uuml;merbefugnisse beseitigt und sich die vollst&auml;ndige rechtliche und wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht an dem Grundst&uuml;ck verschafft (vgl. BFH-Urteile in BFHE&nbsp;218, 53, BStBl&nbsp;II 2007, 956, unter II.1. und II.2.b, Rz&nbsp;11&nbsp;und&nbsp;15 betreffend die Abwehr eines Anfechtungsanspruchs; vom 18.11.2014&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;49\/13, BFHE&nbsp;247, 435, BStBl&nbsp;II 2005, 224, unter II.1.a, Rz&nbsp;13, betreffend einen Vorbehaltsnie&szlig;brauch; vom 07.06.2018&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;37\/15, BFH\/NV 2018, 1082 betreffend eine beschr&auml;nkt pers&ouml;nliche Dienstbarkeit; Schindler in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;41). Erwirbt ein Steuerpflichtiger einen mit einem dinglichen Nutzungsrecht belasteten Gegenstand, so erh&auml;lt er zun&auml;chst um das Nutzungsrecht gemindertes Eigentum. L&ouml;st er das Nutzungsrecht ab, so verschafft er sich die vollst&auml;ndige Eigent&uuml;merbefugnis an dem Gegenstand. Daher sind Aufwendungen zur Befreiung von einem Nie&szlig;brauch als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten einzustufen (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 21.12.1982&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;215\/78, BFHE&nbsp;138, 44, BStBl&nbsp;II 1983, 410; in BFHE 169, 317, BStBl&nbsp;II 1993, 486; vom 15.12.1992&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;323\/87, BFHE&nbsp;169, 386, BStBl&nbsp;II 1993, 488, betreffend ein dingliches Wohnrecht; vom 22.02.2007&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;29\/05, BFH\/NV&nbsp;2007, 1100, und vom 26.01.2011&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;24\/10, BFH\/NV 2011, 1480; Korn\/Strahl in Fuhrmann\/Kraeusel\/ Schiffers, eKomm Bis VZ 2015, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;84 (Aktualisierung vom 06.03.2019); BMF-Schreiben in BStBl&nbsp;I 2013, 1184, Rz&nbsp;59, &quot;Nie&szlig;brauchserlass&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten entstehen allerdings nicht, wenn der Erwerber eines Grundst&uuml;cks zwecks L&ouml;schung eines Grundpfandrechts Schulden tilgt, die er zun&auml;chst nicht &uuml;bernommen hat. Die Belastung eines unentgeltlich &uuml;bertragenen Wirtschaftsguts mit einer Grundschuld f&uuml;hrt nicht zu Anschaffungskosten (vgl. BFH-Urteil vom 14.04.1992&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;6\/87, BFHE&nbsp;169, 511, BStBl&nbsp;II 1993, 275, Rz&nbsp;13). Denn die Belastung mit einer Grundschuld beruht weder auf einem entgeltlichen Anschaffungsgesch&auml;ft noch ver&auml;ndert sie die Nutzbarkeit des Grundst&uuml;cks oder dient der Herstellung eines betriebsbereiten Zustands. Die Eintragung einer Grundschuld hat keine Einschr&auml;nkung der Nutzungsbefugnisse zur Folge. Die Belastung sichert auch nicht den &Uuml;bergang in die Verf&uuml;gungsmacht des Erwerbers, da sie &uuml;ber die Sicherungsvereinbarung nur den Darlehensanspruch des Gl&auml;ubigers, nicht aber den Verschaffungsanspruch des Erwerbers absichert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechendes gilt f&uuml;r die L&ouml;schung der Grundschuld. Die L&ouml;schung der Grundschuld f&uuml;hrt nicht zu einer (weitergehenden) Verschaffung der (dinglichen) Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber das Grundst&uuml;ck und erweitert auch nicht die Nutzungsbefugnisse. Das (wirtschaftliche) Eigentum und der Besitz sind bereits bei (unentgeltlichem) Erwerb des Grundst&uuml;cks &uuml;bergegangen. Die sp&auml;tere Zahlung auf das Darlehen, das die Grundschuld besichert, hat hierauf keine Auswirkung. Sie erweitert nicht die Verf&uuml;gungsbefugnis des Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mers. Dieser kann das Grundst&uuml;ck &#8211;wie im Streitfall und in der Praxis zumeist der Fall&#8211; lastenfrei auf den Erwerber &uuml;bertragen und die den Grundschulden zugrunde liegenden Drittverbindlichkeiten tilgen. Alternativ kann der Ver&auml;u&szlig;erer die Grundschuld auch bestehen lassen und mit dem Erwerber eine &Uuml;bernahme der besicherten Darlehensverbindlichkeiten an Erf&uuml;llung statt (&sect;&nbsp;364&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;BGB) unter Anrechnung auf den Kaufpreis vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Eigent&uuml;mer muss zwar u.U. die Zwangsvollstreckung hinnehmen (vgl. Erman\/ Wenzel, BGB, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1191 Rz&nbsp;127). Die Verpflichtung des Eigent&uuml;mers, die Zwangsvollstreckung zu dulden, ist aber in der Regel durch die Sicherungsvereinbarung beschr&auml;nkt. Die Zahlung auf ein Darlehen zwecks Abl&ouml;sung einer Grundschuld muss daher anders behandelt werden als Zahlungen zur Abl&ouml;sung von dinglichen Nutzungsrechten wie Vorbehaltsnie&szlig;brauch und Wohnrecht. Anders als bei der Abl&ouml;sung eines Nutzungsrechts kommt es nicht zur &Uuml;bertragung eines Verm&ouml;genswerts vom Berechtigten auf den Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer (vgl. BFH-Urteil in BFHE 169, 511, BStBl&nbsp;II 1993, 275, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran gemessen hat das FG zu Recht wegen der Zahlung auf die Darlehen das Entstehen nachtr&auml;glicher Anschaffungskosten in H&ouml;he von 265.748&nbsp;EUR verneint. Denn dieser Betrag ist geleistet worden, um Verbindlichkeiten eines Dritten &#8211;hier der Mutter der Kl&auml;gerin&#8211; abzul&ouml;sen. Im Streitfall hatte die Kl&auml;gerin das Eigentum an dem Grundst&uuml;ck bereits im Jahr 2004 unentgeltlich durch Schenkung erworben. Der Erwerbsvorgang war seinerzeit abgeschlossen. Die Tilgung war nicht auf eine Verschaffung oder Erweiterung der dinglichen Verf&uuml;gungsmacht gerichtet. Bei wirtschaftlicher Betrachtung entf&auml;llt die Abl&ouml;sezahlung allein auf die Tilgung der den Grundschulden zugrunde liegenden Darlehensverbindlichkeiten und nicht auf die Anschaffung des Grundst&uuml;cks.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abl&ouml;sung der Darlehen hat zudem ihre Ursache darin, dass seitens der Mutter der Kl&auml;gerin zum Verkaufszeitpunkt die Darlehen noch nicht zur&uuml;ckgef&uuml;hrt waren. Die Abl&ouml;sung stellt eine blo&szlig;e Verwendung des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses dar. Auch bei der Mutter der Kl&auml;gerin w&auml;re die Tilgung der den Grundschulden zugrunde liegenden Verbindlichkeiten ohne steuerliche Auswirkung geblieben und h&auml;tte sich nicht auf die Anschaffungskosten ausgewirkt. Daher wird auch in der Rechtsprechung des Senats die Abl&ouml;sung von Belastungen nach einem unentgeltlichen Erwerb dann nicht zu den Anschaffungskosten gerechnet, wenn es sich um rein privat veranlasste Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber einem Dritten handelt (vgl. BFH-Urteil vom 17.12.2008&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;11\/08, BFH\/NV 2009, 1100, NV-Leitsatz&nbsp;2 und unter II.1.b, Rz&nbsp;13). Dies ist entschieden worden z.B. f&uuml;r Verm&auml;chtnis- oder Pflichtteilsverbindlichkeiten (vgl. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;169, 511, BStBl&nbsp;II 1993, 275, und in BFH\/NV&nbsp;2009, 1100).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Eine Einordnung der Tilgungsbetr&auml;ge als Ver&auml;u&szlig;erungskosten nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 EStG scheidet ebenfalls aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ver&auml;u&szlig;erungskosten sind alle durch den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang veranlassten Kosten, die nicht zu den nachtr&auml;glichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten geh&ouml;ren und auch nicht im Rahmen einer steuerlich relevanten Zwischennutzung Betriebsausgaben oder Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung darstellen oder wegen privater Nutzung nach &sect;&nbsp;12&nbsp;EStG nicht abziehbar sind. Abziehbar sind danach die durch die Ver&auml;u&szlig;erung des Wirtschaftguts veranlassten Aufwendungen (vgl. BFH-Urteil vom 12.12.1996&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;65\/95, BFHE&nbsp;182, 363, BStBl&nbsp;II 1997, 603; Schmidt\/ Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;82; HHR\/Musil, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;288; Kube in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;19; KKB\/B&auml;uml, EStG, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;361; Trossen in BeckOK&nbsp;EStG, Kirchhof\/ Kulosa\/Ratschow, 4.&nbsp;Edition Stand 01.07.2019, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;304).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die streitigen Aufwendungen der Kl&auml;gerin sind nicht durch die Ver&auml;u&szlig;erung veranlasst. Vielmehr hat die Kl&auml;gerin private Verbindlichkeiten ihrer Mutter mit dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s getilgt. Diese Verwendung der erlangten Mittel steht mit der Ver&auml;u&szlig;erung weder unmittelbar noch mittelbar in Zusammenhang. Die Zahlung hat sich zudem zeitlich &#8211;durch Einzahlung auf ein Anderkonto&#8211; nach der Ver&auml;u&szlig;erung abgespielt und hat auch keinen Niederschlag im Kaufvertrag zwischen Ver&auml;u&szlig;erer und Erwerber gefunden. Die blo&szlig;e Verwendung des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses zur Tilgung privater Verbindlichkeiten nach der Ver&auml;u&szlig;erung f&uuml;hrt nicht zur Entstehung von Ver&auml;u&szlig;erungskosten i.S. von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2019, IX R 8\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.030919.IXR8.18.0 Privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft: Unentgeltlicher Erwerb bei &Uuml;bertragung ohne &Uuml;bernahme der Darlehen des Rechtsvorg&auml;ngers Leits&auml;tze 1. Ein unentgeltlicher Erwerb i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 3 EStG liegt vor, wenn im Rahmen der &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks im Wege der vorweggenommenen Erbfolge dem &Uuml;bergeber ein (dingliches) Wohnrecht einger&auml;umt wird und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-8-18-privates-veraeusserungsgeschaeft-unentgeltlicher-erwerb-bei-uebertragung-ohne-uebernahme-der-darlehen-des-rechtsvorgaengers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;8\/18 &#8211; Privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft: Unentgeltlicher Erwerb bei &Uuml;bertragung ohne &Uuml;bernahme der Darlehen des Rechtsvorg&auml;ngers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71639","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71639\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}