{"id":71640,"date":"2020-01-10T20:08:38","date_gmt":"2020-01-10T18:08:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71640"},"modified":"2020-01-10T20:08:38","modified_gmt":"2020-01-10T18:08:38","slug":"ix-r-12-18-einziehung-einer-forderung-stellt-keine-veraeusserung-dar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-12-18-einziehung-einer-forderung-stellt-keine-veraeusserung-dar\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;12\/18 &#8211; Einziehung einer Forderung stellt keine Ver&auml;u&szlig;erung dar"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2019, IX R 12\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.030919.IXR12.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Einziehung einer Forderung stellt keine Ver&auml;u&szlig;erung dar<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Einziehung einer Forderung, die von einem Dritten unter Nennwert entgeltlich erworben wurde, stellt keine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG dar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 14.03.2018 &#8211; 3 K 407\/16 und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 26.10.2016 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2008, zuletzt ge&auml;ndert unter dem 13.08.2014, wird mit der Ma&szlig;gabe ge&auml;ndert, dass keine Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften in H&ouml;he von 200.000 EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Einziehung einer Forderung das Tatbestandsmerkmal der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr (2008) &#8211;neben weiteren Eink&uuml;nften&#8211; Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit aus einer T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der H-KG. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; unter dem 12.05.2010 einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem es in verschiedenen &#8211;vorliegend nicht im Streit stehenden&#8211; Punkten von den Angaben des Kl&auml;gers in seiner am 28.12.2009 eingegangenen Einkommensteuererkl&auml;rung abwich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Im November 2013 erhielt das FA &uuml;ber eine &#8211;im Zuge einer Betriebspr&uuml;fung bei der H-KG gefertigte&#8211; Kontrollmitteilung von folgendem Sachverhalt Kenntnis:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Im Juni 2008 hatte der Kl&auml;ger von der H-KG eine Forderung gegen die C-GmbH in H&ouml;he von 410.540,94&nbsp;EUR zzgl. 45.643,34&nbsp;EUR Zinsen zum Kaufpreis von 200.000&nbsp;EUR erworben. In der zwischen den Beteiligten getroffenen schriftlichen Vereinbarung wurde auszugsweise Folgendes vereinbart:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>1. Die H-KG ben&ouml;tigt auf Grund der notwendigen Zwischenfinanzierung f&uuml;r das laufende Investitionsvorhaben &#8230; dringend Liquidit&auml;t. Die H-KG hat gegen&uuml;ber der C-GmbH eine Forderung aus 2003 in H&ouml;he von 410.540,94&nbsp;EUR zzgl. 45.643,34&nbsp;EUR Zinsen. Diese Forderung kann derzeit auch auf Grund der aktuellen Expansionsphase der C-GmbH nicht ausgeglichen werden.<\/em><br \/><em>2. Es wird vereinbart, dass der alleinige Gesellschafter der C-GmbH [d.h. der Kl&auml;ger] diese Forderungen zu einem Betrag von 200.000,00&nbsp;Euro erwirbt. Im Gegenzug verzichtet die H-KG auf die Zinsen i.H.v. 45.643,34&nbsp;EUR.<\/em><br \/><em>3. (&#8230;) Mit Zahlung des vorgenannten Betrages geht der Gesamtanspruch i.H.v. 410.540,94&nbsp;EUR von der H-KG an &#8230; [den Kl&auml;ger] &uuml;ber.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr mit 40&nbsp;% am Kommanditkapital der H-KG beteiligt. Neben dem Kl&auml;ger waren im Streitjahr mit 20&nbsp;% Frau X, die im Jahr 2010 die Ehefrau des Kl&auml;gers wurde, sowie mit 40&nbsp;% eine weitere nat&uuml;rliche Person an der H-KG beteiligt. Am Stammkapital der C-GmbH war der Kl&auml;ger zu 100&nbsp;% beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 22.12.2008 bezahlte die C-GmbH 400.000&nbsp;EUR zur (teilweisen) Begleichung der Forderung an den Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Kontrollmitteilung erlie&szlig; das FA am 30.01.2014 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem es sonstige Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers in H&ouml;he von 200.000&nbsp;EUR ansetzte. Das FA ging davon aus, dass der Kl&auml;ger mit der Einziehung der Forderung den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ftes i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erf&uuml;llt und einen Gewinn in H&ouml;he der Differenz zwischen dem Kaufpreis der Forderung (200.000&nbsp;EUR) und dem eingezogenen Betrag (400.000&nbsp;EUR) erzielt habe. Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg; das FA vertrat insoweit die Ansicht, dass die Einziehung einer Forderung nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.12.1961&nbsp;&#8211; VI&nbsp;133\/60&nbsp;U, BFHE 74, 331, BStBl III 1962, 127) wirtschaftlich einer Ver&auml;u&szlig;erung gleichstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen gerichtete Klage des Kl&auml;gers mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 1187 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Das FG ging in seiner Entscheidung davon aus, dass das Tatbestandsmerkmal der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG durch die Einziehung der Forderung erf&uuml;llt werde. Der Begriff der Ver&auml;u&szlig;erung i.S. der genannten Vorschrift sei weit auszulegen. Zwar fehle es unstreitig bei der Einziehung einer Forderung an dem f&uuml;r eine Ver&auml;u&szlig;erung im engeren Sinne notwendigen Rechtstr&auml;gerwechsel; die Einziehung sei indes eine Verwertung der Forderung, die einer Ver&auml;u&szlig;erung gleichstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers. Er vertritt die Auffassung, eine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; setze begriffsnotwendig die Existenz von zumindest zwei Rechtstr&auml;gern voraus; im Falle der Einziehung der Forderung finde ein derartiger Rechtstr&auml;gerwechsel indes nicht statt. &Uuml;berdies fehle es bei der Einziehung einer Forderung &#8211;anders als bei deren Ver&auml;u&szlig;erung&#8211; an der Notwendigkeit einer aktiven Mitwirkung des Forderungsinhabers bei der Zession des Rechts. Ein Schuldner k&ouml;nne seine Verbindlichkeit &#8211;notfalls auch gegen den Willen des Forderungsinhabers&#8211; durch schlichte &Uuml;berweisung oder &#8211;bei Annahmeverweigerung&#8211; durch Hinterlegung (&sect;&nbsp;372 Satz&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) tilgen; verzichte der Schuldner auf das Recht der R&uuml;cknahme, werde der Schuldner durch die Hinterlegung von seiner Verbindlichkeit in gleicher Weise befreit, wie wenn er zur Zeit der Hinterlegung an den Gl&auml;ubiger geleistet h&auml;tte (&sect;&nbsp;378 BGB). Wolle man in der Tilgung einer Verbindlichkeit eine Ver&auml;u&szlig;erung i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erblicken, habe es der Schuldner &uuml;berdies in der Hand, dem Gl&auml;ubiger eine eventuelle Steuerlast aufzuzwingen; eine dahin gehende, weite Auslegung des Tatbestandsmerkmals der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; sei indes nicht zul&auml;ssig. Vielmehr stehe es nur dem Gesetzgeber zu, derartige Sachverhalte innerhalb einer Steuernorm zu erfassen; dies sei jedoch bei &sect;&nbsp;23 EStG &#8211;trotz entsprechender Hinweise der Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteil vom 10.11.2015&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;3\/15, BFHE 252, 341, BStBl II 2016, 351, Rz&nbsp;21, a.E.)&#8211; nicht geschehen. Vor diesem Hintergrund k&ouml;nne die Einziehung einer Forderung nicht als &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG angesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil des FG vom 14.03.2018&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;407\/16 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, zuletzt ge&auml;ndert unter dem 13.08.2014, in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.10.2016 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass keine Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften in H&ouml;he von 200.000&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers sei der Tatbestand des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erweiternd dahin auszulegen, dass die Einziehung einer Forderung &#8211;namentlich einer solchen unter Nennwert&#8211; das Tatbestandsmerkmal der &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. dieser Vorschrift erf&uuml;lle. Denn auch in anderen Bereichen des Rechts werde der Begriff der Ver&auml;u&szlig;erung nicht eng, sondern &#8211;unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten&#8211; weiter ausgelegt. Durch die Einziehung der Forderung habe der Kl&auml;ger im konkreten Fall eine Werterh&ouml;hung im Privatverm&ouml;gen realisiert, da er im Zeitpunkt der Anschaffung lediglich eine Forderung im (Buch-)Wert von 200.000&nbsp;EUR erworben, im Zeitpunkt der Einziehung jedoch 400.000&nbsp;EUR erhalten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage. Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger durch Einziehung der von ihm erworbenen Forderung gegen die C-GmbH den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ftes i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG z&auml;hlen zu den sonstigen Eink&uuml;nften (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) auch solche aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG. Diese umfassen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG u.a. Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte bei &quot;anderen Wirtschaftsg&uuml;tern&quot;, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als ein Jahr betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit den Bestimmungen in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erfasst das Einkommensteuergesetz &#8211;abweichend von dem sonst im Einkommensteuerrecht bestehenden Grundsatz, wonach Eink&uuml;nfte aus der Ver&auml;u&szlig;erung privater, nicht zu einem Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;render Wirtschaftsg&uuml;ter nicht steuerbar sind&#8211; innerhalb der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist von einem Jahr realisierte Wert&auml;nderungen von beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern jedweder Art im Privatverm&ouml;gen (vgl. BFH-Beschluss vom 16.07.2002&nbsp;-IX&nbsp;R&nbsp;62\/99, BFHE 199, 451, BStBl II 2003, 74, unter B.III.1., Rz&nbsp;47, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG verwendeten Begriffe &quot;Anschaffung&quot; und &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; erschlie&szlig;en sich aus den Regelungen des &sect;&nbsp;6 EStG, des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) und der &sect;&sect;&nbsp;135, 136 BGB. Unter Anschaffung bzw. Ver&auml;u&szlig;erung i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG ist danach der&nbsp;&nbsp;&nbsp;entgeltliche&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erwerb und die&nbsp;&nbsp;&nbsp;entgeltliche&nbsp;&nbsp;&nbsp;&Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts auf einen Dritten &#8211;d.h.&nbsp;&nbsp;&nbsp;auf eine andere Person&#8211; zu verstehen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 23.07.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;28\/18, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, www.bundesfinanzhof.de; vom 06.02.2018&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;33\/17, BFHE 260, 485, BStBl II 2018, 525; vom 08.11.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/15, BFHE 260, 202, BStBl II 2018, 518; vom 08.04.2003&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;1\/01, BFH\/NV 2003, 1171). Eine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. der genannten Vorschrift setzt daher nicht nur die Entgeltlichkeit des &Uuml;bertragungsvorgangs voraus, sondern auch, dass sich aufgrund der zugrunde liegenden schuldrechtlichen Vereinbarungen ein Rechtstr&auml;gerwechsel an dem ver&auml;u&szlig;erten Wirtschaftsgut vollzieht (s. etwa BFH-Urteil vom 23.08.2011&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;66\/10, BFHE 234, 335, BStBl II 2013, 1002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die blo&szlig;e Erf&uuml;llung eines schuldrechtlichen Anspruchs stellt keinen entgeltlichen, mit einem Rechtstr&auml;ger verbundenen &Uuml;bertragungsvorgang dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gl&auml;ubiger erh&auml;lt im Fall der Erf&uuml;llung nicht mehr, als seinem Leistungsanspruch entspricht (Wernsmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;202 &quot;Forderungen&quot;). Damit realisiert der Gl&auml;ubiger insbesondere auch keine Wert&auml;nderung hinsichtlich des ma&szlig;geblichen (n&auml;mlichen) Wirtschaftsguts &#8211;im Streitfall einer Geldforderung&#8211; zumal er weiterhin die Preisgefahr tr&auml;gt (Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;125). Der Normzweck des &sect;&nbsp;23 EStG, innerhalb der Haltefrist realisierte Werterh&ouml;hungen eines bestimmten Wirtschaftsguts im Privatverm&ouml;gen der Einkommensteuer zu unterwerfen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 01.10.2014&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;55\/13, BFHE 247, 397, BStBl II 2015, 265, und in BFHE 260, 485, BStBl II 2018, 525, jeweils m.w.N.), ist in solchen F&auml;llen mithin nicht erf&uuml;llt. Zudem fehlt es im Fall der Erf&uuml;llung einer schuldrechtlichen Forderung an einem Rechtstr&auml;gerwechsel, da der Gl&auml;ubiger bei Tilgung lediglich etwas erh&auml;lt, was er zivilrechtlich bereits im Zeitpunkt der Abtretung der Forderung erworben hatte (Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unbeschadet dieses (zivil-)rechtlichen Befunds hat die fr&uuml;here h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung &#8211;und ihr folgend die finanzgerichtliche Rechtsprechung&#8211; in der Einziehung einer (unter dem Nennwert) entgeltlich erworbenen Forderung innerhalb der nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG a.F. bzw. nach &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 EStG 1925 ma&szlig;geblichen Ver&auml;u&szlig;erungsfrist ein &quot;Spekulationsgesch&auml;ft&quot; gesehen, da die Verwertung einer Kapitalforderung durch Einziehung einer Ver&auml;u&szlig;erung gleichstehe (so schon Urteil des Reichsfinanzhofs vom 14.03.1934&nbsp;&#8211; VI&nbsp;A&nbsp;1125\/33, RStBl 1934, 711, zu &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 EStG 1925, betreffend die Einziehung einer Hypothekenforderung; s. ferner BFH-Urteile vom 17.07.1959&nbsp;&#8211; VI&nbsp;67\/58&nbsp;U, BFHE 69, 222, BStBl III 1959, 346; in BFHE 74, 331, BStBl III 1962, 127, und vom 01.12.1967&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;202\/66, BFHE 91, 90, BStBl II 1968, 267, jeweils zur Einziehung von angeschafften Sperrmarkguthaben; s. auch FG Hamburg vom 10.08.1984&nbsp;&#8211; VII&nbsp;14\/84, EFG 1985, 125, und FG M&uuml;nchen vom 18.07.1996&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;843\/92, EFG 1997, 343, jeweils zur Einziehung von Fremdw&auml;hrungsforderungen; vgl. auch Nieders&auml;chsisches FG vom 29.04.2009&nbsp;&#8211; 9&nbsp;K&nbsp;242\/06, EFG 2009, 1379, zur Abgrenzung der Einziehung von Forderungen und Zinsen). Die fr&uuml;he h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hat diese, &uuml;ber den engen b&uuml;rgerlich-rechtlichen Begriff der Ver&auml;u&szlig;erung hinausgehende Auslegung u.a. damit gerechtfertigt, dass innerhalb der Norm des &sect;&nbsp;23 EStG auch im &Uuml;brigen &#8211;so etwa bei der Bestimmung des Beginns und des Endes der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist, welche nicht beim dinglichen Gesch&auml;ft der Eigentums&uuml;bertragung oder Forderungsabtretung, sondern beim obligatorischen Gesch&auml;ft ansetze&#8211; ein normspezifisches Verst&auml;ndnis des Ver&auml;u&szlig;erungstatbestandes vorherrsche (s. etwa BFH-Urteil in BFHE 74, 331, BStBl III 1962, 127). Das FG ist in seiner angefochtenen Vorentscheidung dieser Rechtsprechung gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Schrifttum ist diese Rechtsprechung auf Zustimmung (s. etwa Kube in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;14; Schlotter in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;1360), aber auch auf Kritik gesto&szlig;en (Wernsmann, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;202 &quot;Forderungen&quot;; Musil in Herrmann\/Heuer\/ Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;142; Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;125; Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;54; KKB\/B&auml;uml, &sect;&nbsp;23 EStG, 4.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;255; vgl. auch HHR\/Buge, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;422).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die j&uuml;ngere h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hat die Frage, ob die Einziehung angeschaffter Forderungen innerhalb der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG a.F. bzw. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG eine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; darstellt, bislang offengelassen (BFH-Urteile vom 30.11.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;58\/07, BFHE 232, 337, BStBl II 2011, 491, zur Aufnahme und Tilgung von Fremdw&auml;hrungsdarlehen; vom 02.05.2000&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;73\/98, BFHE 192, 435, BStBl II 2000, 614, zur Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung von Festgeldern und Darlehensforderungen; vom 18.10.2006&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;7\/04, BFHE 215, 193, BStBl II 2007, 258, zur Vereinnahmung eines Auseinandersetzungsguthabens nach &sect;&nbsp;235 HGB), im &Uuml;brigen aber den Ver&auml;u&szlig;erungsbegriff des &sect;&nbsp;23 EStG weiter konkretisiert und dabei insbesondere die R&uuml;ckgabe und Einl&ouml;sung von Wertpapieren nicht als Ver&auml;u&szlig;erungstatbest&auml;nde gewertet (BFH-Urteile in BFHE 252, 341, BStBl II 2016, 351, und in BFHE 260, 485, BStBl II 2018, 525).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den genannten Entscheidungen wurde im Schrifttum eine Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung gesehen und hieraus gefolgert, dass ein blo&szlig;er Kapitalr&uuml;ckfluss &#8211;sei es als Einziehung einer Forderung oder als Vereinnahmung eines Auseinandersetzungsguthabens&#8211; keine Ver&auml;u&szlig;erung und auch kein ver&auml;u&szlig;erungs&auml;hnliches Gesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG darstellen k&ouml;nne (N&ouml;cker, jurisPR-SteuerR 7\/2007 Anm.&nbsp;4; Heuermann, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung 2007, 61; ders., H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2007, 122&nbsp;f.). Dieser Auffassung ist die finanzgerichtliche Rechtsprechung teilweise gefolgt (FG Hamburg vom 20.01.2004&nbsp;&#8211; III&nbsp;362\/01, EFG 2004, 805, best&auml;tigt durch BFH-Urteil in BFHE 215, 193, BStBl II 2007, 258; Hessisches FG vom 01.10.2014&nbsp;&#8211; 10&nbsp;K&nbsp;2040\/13, EFG 2015, 128).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der erkennende Senat folgt der Auffassung, dass die Einziehung einer Forderung, die von einem Dritten unter Nennwert entgeltlich erworben wurde, keine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG darstellt, da sie weder einen entgeltlichen Vorgang beinhaltet noch zu einem Rechtstr&auml;gerwechsel f&uuml;hrt. Soweit der BFH in fr&uuml;heren Entscheidungen eine abweichende Auffassung vertreten hat, h&auml;lt der erkennende Senat hieran nicht l&auml;nger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das bislang in der Rechtsprechung f&uuml;r eine steuerrechtliche Gleichbehandlung der Einziehung und der Ver&auml;u&szlig;erung von Forderungen bem&uuml;hte Argument einer &quot;wirtschaftlichen Vergleichbarkeit&quot; der beiden Vorg&auml;nge (z.B. BFH-Urteil in BFHE 74, 331, BStBl III 1962, 127, Rz&nbsp;14, a.E.) vermag nicht zu &uuml;berzeugen. Zwar wird in beiden F&auml;llen der Forderungsinhaber den in der Forderung verk&ouml;rperten Wert realisieren k&ouml;nnen, jedoch kann dieser Umstand nicht den Schluss rechtfertigen, dass in beiden F&auml;llen auch der in der ma&szlig;geblichen Vorschrift geregelte Steuertatbestand, welcher ein &quot;Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft&quot; voraussetzt, erf&uuml;llt ist. Denn anders als im Fall der Weiterver&auml;u&szlig;erung einer zuvor angeschafften Forderung vollzieht sich die Einziehung derselben durch eine freiwillige Leistung des Schuldners, der hierdurch die Forderung zum Erl&ouml;schen bringt (&sect;&nbsp;362 Abs.&nbsp;1 BGB); die Leistung des Schuldners ist folglich nicht auf eine &Uuml;bertragung der Forderung (und mithin auch nicht auf einen Rechtstr&auml;gerwechsel) gerichtet. &Uuml;berdies setzt die Einziehung keine Mitwirkung des Forderungsinhabers voraus; vielmehr kann &#8211;wie der Kl&auml;ger in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung zutreffend vortr&auml;gt&#8211; der Schuldner die gegen ihn gerichtete Forderung ggf. auch gegen den Willen des Forderungsinhabers zum Erl&ouml;schen bringen (&sect;&sect;&nbsp;372 Satz&nbsp;1, 378 BGB; in diesem Sinne auch Wernsmann, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;202 &quot;Forderungen&quot;; Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger durch Einziehung seiner Forderung gegen die C-GmbH den Tatbestand des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG erf&uuml;llt hat. Das angefochtene Urteil des FG ist daher aufzuheben und der Klage stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einer Anfrage nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;3 FGO bedarf es nicht, da der erkennende Senat die alleinige sachliche Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Streitigkeiten betreffend die Einkommensteuer auf sonstige Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 bis 4 EStG besitzt (s. den Gesch&auml;ftsverteilungsplan des BFH f&uuml;r das Jahr 2019, Abschnitt&nbsp;A. Sachliche Zust&auml;ndigkeit der Senate, IX.&nbsp;Senat, Nr.&nbsp;2, BStBl II 2019, 3 [6]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2019, IX R 12\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.030919.IXR12.18.0 Einziehung einer Forderung stellt keine Ver&auml;u&szlig;erung dar Leits&auml;tze Die Einziehung einer Forderung, die von einem Dritten unter Nennwert entgeltlich erworben wurde, stellt keine &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG dar. Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-12-18-einziehung-einer-forderung-stellt-keine-veraeusserung-dar\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;12\/18 &#8211; Einziehung einer Forderung stellt keine Ver&auml;u&szlig;erung dar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71640\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}