{"id":71657,"date":"2020-01-10T20:07:48","date_gmt":"2020-01-10T18:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71657"},"modified":"2020-01-10T20:07:48","modified_gmt":"2020-01-10T18:07:48","slug":"v-r-9-18-taxiverkehr-mit-pferdefuhrwerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-9-18-taxiverkehr-mit-pferdefuhrwerken\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;9\/18 &#8211; Taxiverkehr mit Pferdefuhrwerken"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2019, V R 9\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.131119.VR9.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Taxiverkehr mit Pferdefuhrwerken<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ist im Gebiet einer Gemeinde der Verkehr mit PKW allgemein unzul&auml;ssig, kann ein umsatzsteuerrechtlich beg&uuml;nstigter Verkehr mit Taxen auch ohne Personenkraftfahrzeuge (z.B. mit Pferdefuhrwerken) vorliegen, wenn die &uuml;brigen Merkmale des Taxiverkehrs in vergleichbarer Form gegeben sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 24.01.2018 &#8211; 11 K 236\/17 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erbrachte in den Streitjahren 2015 und 2016 Personenbef&ouml;rderungsleistungen mit Pferdekutschen auf einer zum Inland geh&ouml;renden Insel, auf der die Stra&szlig;ennutzung mit Kfz aufgrund einer sog. Kraftverkehrsfreiheit verkehrsrechtlich nur als sog. Sondernutzung zul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erbrachte ihre Leistungen mit zehn bis elf Kutschen mit Pferdebespannung. Vier dieser Kutschen waren wegen ihrer Aufbauten nur zum Warentransport geeignet. Die &uuml;brigen Kutschen dienten der Bef&ouml;rderung von Personen. Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass sie als sog. Inseltaxi auf individuelle Bestellung G&auml;ste vom Flughafen der Insel zu ihrem Feriendomizil und auch wieder zur&uuml;ckbringe. Mit Voranmeldung konnten auch Kutschen f&uuml;r andere Fahrten wie etwa Rund-, Ausflugs- oder Ereignisfahrten gebucht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r ihre Personenbef&ouml;rderungsleistungen mit Pferdekutschen auf der kraftverkehrsfreien Insel begehrte die Kl&auml;gerin den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Demgegen&uuml;ber ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Anschluss an eine Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung davon aus, dass die hierf&uuml;r erforderlichen Voraussetzungen nach Abschn.&nbsp;12.13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses nicht vorliegen. Es fehle an einer Zulassung i.S. von &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes (PBefG). Das FA erlie&szlig; am 14.07.2017 einen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2015 und Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide f&uuml;r Januar bis Dezember 2016. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Erhebung einer Klage zum Finanzgericht (FG) reichte die Kl&auml;gerin ihre Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung 2016 ein, die nach &sect;&nbsp;168 der Abgabenordnung einer Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichstand und die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 1679 ver&ouml;ffentlichten Urteil wies das FG die Klage ab. Danach unterliegen Personenbef&ouml;rderungen mit Pferdekutschen auf einer autofreien Insel nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG. Auch eine Berufung auf Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;5 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) komme nicht in Betracht. Der steuerbeg&uuml;nstigte Verkehr mit Taxen erfordere eine Bef&ouml;rderung mit Kfz, an der es fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Die Personen- und Gep&auml;ckbef&ouml;rderung mit Hilfe von Pferdekutschen auf der autofreien Insel stelle die einzige M&ouml;glichkeit der &ouml;ffentlichen Personen- und Gep&auml;ckbef&ouml;rderung dar. Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung begehre sie nur f&uuml;r faktische Taxifahrten zu festen &ouml;ffentlich bekannten Tarifen, nicht aber auch f&uuml;r die Inselrund- oder Ausflugsfahrten. Ihre Pferdekutschen seien die einzige M&ouml;glichkeit der &ouml;ffentlichen Personen- und Gep&auml;ckbef&ouml;rderung auf der Insel. Der fr&uuml;her verwendete Begriff der Droschke beziehe sich auch auf Pferdefuhrwerke. Ferner seien Umweltaspekte zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid 2015 vom 14.07.2017 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.09.2017 und die Umsatzsteuerjahresfestsetzung 2016 vom 08.01.2018 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Ums&auml;tze durch die Personenbef&ouml;rderung auf der Insel mit Hilfe von Pferdekutschen mit Ausnahme von touristischen Fahrten dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Verkehr mit Taxen i.S. von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG komme es auf das PBefG an. Es m&uuml;sse sich um Kfz handeln. Es liege kein genehmigter Linienverkehr vor. Es handele sich auch nicht um Taxen i.S. von &sect;&nbsp;47 PBefG. Der Betrieb der Pferdekutschen sei an keinerlei Pflichten und Vorgaben gebunden. Es bestehe keine Betriebs- oder Bef&ouml;rderungspflicht. Keiner der gesetzlich geregelten Ausnahmetatbest&auml;nde, die zudem eng auszulegen seien, liege vor. Beg&uuml;nstigt sei nur die Bef&ouml;rderung im &ouml;ffentlichen Personennahverkehr, nicht aber auch der allgemeine wirtschaftliche Verkehr. Eine Differenzierung nach unterschiedlichen &ouml;rtlichen Gegebenheiten komme nicht in Betracht, da sonst dieselbe Bef&ouml;rderung nach Ma&szlig;gabe dieser Besonderheiten unterschiedlich zu besteuern sei. Im &Uuml;brigen m&uuml;ssten dann auch Rikschas beg&uuml;nstigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Ist im Gebiet einer Gemeinde der Verkehr mit PKW allgemein unzul&auml;ssig, kann ein umsatzsteuerrechtlich beg&uuml;nstigter Verkehr mit Taxen auch ohne Personenkraftfahrzeuge (z.B. mit Pferdefuhrwerken) vorliegen, wenn die &uuml;brigen Merkmale des Taxiverkehrs in vergleichbarer Form gegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von Personen im Schienenbahnverkehr, im Verkehr mit Oberleitungsomnibussen (Obussen), im genehmigten Linienverkehr mit Kfz, im Verkehr mit Taxen, mit Drahtseilbahnen und sonstigen mechanischen Aufstiegshilfen aller Art und im genehmigten Linienverkehr mit Schiffen sowie die Bef&ouml;rderungen im F&auml;hrverkehr. Voraussetzung ist zudem, dass es sich um eine Bef&ouml;rderung innerhalb einer Gemeinde handelt oder dass die Bef&ouml;rderungsstrecke nicht mehr als 50&nbsp;Kilometer betr&auml;gt. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;5 MwStSystRL. Danach sind die Mitgliedstaaten berechtigt, eine Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von Personen und des mitgef&uuml;hrten Gep&auml;cks anzuordnen. Hierzu hat der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) entschieden, dass diese Erm&auml;chtigung selektiv ausge&uuml;bt werden kann. Dabei haben die Mitgliedstaaten zu beachten, dass zum einen nur konkrete und spezifische Aspekte der jeweiligen Kategorie von Leistungen herausgel&ouml;st werden und zudem der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t nicht verletzt werden darf (EuGH-Urteil Pro Med Logistik und Pongratz vom 27.02.2014 in den verbundenen Rechtssachen C-454\/12 und C-455\/12, EU:C:2014:111, BStBl&nbsp;II 2015, 437, Rz&nbsp;43&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG steuerbeg&uuml;nstigte Verkehr mit Taxen ist trotz fehlender Verweisung auf die Regelungen des PBefG nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grunds&auml;tzlich entsprechend &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 PBefG auszulegen (BFH-Urteile vom 02.07.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFHE 246, 549, BStBl&nbsp;II 2015, 421, unter II.3., und vom 23.09.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;4\/15, BFHE 251, 444, BStBl&nbsp;II 2016, 494, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies entspricht dem Willen des historischen Gesetzgebers. So wurde z.B. das Wort &quot;Kraftdroschkenverkehr&quot; durch die W&ouml;rter &quot;Verkehr mit Taxen&quot; ersetzt und dies damit begr&uuml;ndet, dass die Verwendung des Begriffs &quot;Kraftdroschke&quot; bei Einf&uuml;hrung der Vorschrift in Anlehnung an das PBefG erfolgt und zwischenzeitlich das PBefG&nbsp;&nbsp;ge&auml;ndert worden sei und der Begriff &quot;Kraftdroschken&quot; durch den Begriff &quot;Taxen&quot; ersetzt worden sei (BTDrucks 16\/2712, S.&nbsp;75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach setzt der Verkehr mit Taxen umsatzsteuerrechtlich grunds&auml;tzlich eine Bef&ouml;rderung von Personen mit PKW voraus, die der Unternehmer an beh&ouml;rdlich zugelassenen Stellen bereith&auml;lt und mit denen er Fahrten zu einem vom Fahrgast bestimmten Ziel ausf&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist ein Versto&szlig; gegen die an den &quot;Verkehr mit Taxen&quot; gekn&uuml;pften &ouml;ffentlich-rechtlichen Verpflichtungen ohne Auswirkungen auf die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung (BFH-Urteil in BFHE 251, 444, BStBl&nbsp;II 2016, 494, unter II.2.d&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. &sect;&nbsp;47 PBefG kommt im Hinblick auf die fehlende Verweisung auf diese Vorschrift in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung keine abschlie&szlig;ende Bedeutung zu. Der nationale Gesetzgeber kn&uuml;pft durch die Verwendung von Begriffen des Personenbef&ouml;rderungsrechts typisierend an die Regelungen des PBefG an. Die Ma&szlig;geblichkeit des PBefG beschr&auml;nkt sich daher auf den durch &sect;&nbsp;1 dieses Gesetzes vorgegebenen Anwendungsbereich und damit auf die Bef&ouml;rderung von Personen mit Stra&szlig;enbahnen, mit Oberleitungsbussen und mit Kfz (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PBefG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist im Gebiet einer Gemeinde der Verkehr mit Kfz vollst&auml;ndig ausgeschlossen, so dass es deshalb auch keinen Verkehr mit Taxen i.S. von &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 PBefG geben kann, folgt hieraus nicht zwingend, dass umsatzsteuerrechtlich ein Verkehr mit Taxen zu verneinen ist. Wenn &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG zur Abgrenzung von anderen Bef&ouml;rderungsformen mit Kfz auf den Verkehr mit Taxen verweist, will er damit insbesondere den Verkehr mit Mietwagen (&sect;&nbsp;49 PBefG) vom Anwendungsbereich der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung ausschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem liegt die im Allgemeinen zutreffende Erwartung zugrunde, dass in den Gemeinden des Inlands der Verkehr mit Kfz zul&auml;ssig ist. Trifft dies nicht zu, kann aus dem Begriff des Verkehrs mit Taxen nicht abgeleitet werden, dass es in diesen Gemeinden keine steuerbeg&uuml;nstigte Personenbef&ouml;rderung gibt. Es ist vielmehr darauf abzustellen, ob alternative motorlose Verkehrsformen vorliegen, die dem steuerbeg&uuml;nstigten Verkehr mit Taxen auf der Grundlage von &sect;&nbsp;47 PBefG unter Ausschluss des nicht steuerbeg&uuml;nstigten Verkehrs mit Mietwagen nach &sect;&nbsp;49 PBefG entsprechen. Dabei ist auf die besonderen Merkmale dieser Verkehrsformen abzustellen, da ein Ausschluss von der M&ouml;glichkeit zur steuersatzbeg&uuml;nstigten Personenbef&ouml;rderung in derartigen Gemeinden aus dem Begriff des Verkehrs mit Taxen nicht abzuleiten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichteten Einwendungen des FA greifen nicht durch. Die allgemeine Definition des Taxenverkehrs ist dort, wo es diesen nicht gibt, nicht ma&szlig;geblich, da sonst die M&ouml;glichkeit einer steuersatzbeg&uuml;nstigten Personenbef&ouml;rderung ausgeschlossen w&auml;re. Ein derartiger gesetzgeberischer Wille ist von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG, der das Vorliegen eines Taxiverkehrs als gesetzlichen Regelfall unterstellt, nicht zu entnehmen. Die Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber der Personenbef&ouml;rderung mit Pferdekutschen auf dem Festland fu&szlig;t auf dem Verkehrsverbot auf der Insel. &Uuml;ber eine allgemeine Beg&uuml;nstigung der Personenbef&ouml;rderung mit Pferdekutschen im gesamten Inland hat der erkennende Senat nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Danach ist das Urteil des FG, das ausschlie&szlig;lich auf den Begriff des Verkehrs mit Taxen in &sect;&nbsp;47 PBefG abgestellt hat, aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. In einem zweiten Rechtsgang hat das FG zun&auml;chst zu pr&uuml;fen, ob die Gemeinde &#8211;entsprechend dem Vortrag der Kl&auml;gerin&#8211; aufgrund des nieders&auml;chsischen Stra&szlig;en- und Wegerechts die Widmung der gemeindlichen Stra&szlig;en und Wege dergestalt beschr&auml;nkt hatte, dass PKW von der Stra&szlig;ennutzung im Rahmen des Gemeingebrauchs ausgeschlossen waren und nur im Rahmen einer Sondernutzung betrieben werden konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte dies zutreffen, ist weiter zu entscheiden, ob und inwieweit die von der Kl&auml;gerin mit Pferdefuhrwerken erbrachten Leistungen unter Ber&uuml;cksichtigung der unterschiedlichen Verkehrsarten als mit einem Verkehr mit Taxen ohne PKW vergleichbar angesehen werden k&ouml;nnen. Ma&szlig;geblich ist daher, ob die von der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Bef&ouml;rderungen dem Leitbild des Verkehrs mit Taxen i.S. von &sect;&nbsp;47 PBefG als Bef&ouml;rderung von Personen mit Wagen entspricht, die der Unternehmer an &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Stellen &#8211;mit einer nach den Besonderheiten des Streitfalls faktischen Bef&ouml;rderungspflicht&#8211; bereith&auml;lt und mit denen er Fahrten zu einem vom Fahrgast bestimmten Ziel ausf&uuml;hrt. Zu pr&uuml;fen ist auch, ob allgemeine Bef&ouml;rderungsentgelte (Tarife) oder jeweils speziell ausgehandelte Bef&ouml;rderungspreise vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen eine Steuersatzerm&auml;&szlig;igung spricht nach der Definition des Verkehrs mit Mietwagen in &sect;&nbsp;49 PBefG eine Bef&ouml;rderung von Personen mit Wagen, die nur im Ganzen zur Bef&ouml;rderung gemietet werden und mit denen Fahrten ausgef&uuml;hrt werden, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An der erforderlichen Vergleichbarkeit mit dem Verkehr mit Taxen kann es insbesondere bei den mit Voranmeldung durchgef&uuml;hrten Rund-, Ausflugs- oder Ereignisfahrten der Kl&auml;gerin fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2019, V R 9\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.131119.VR9.18.0 Taxiverkehr mit Pferdefuhrwerken Leits&auml;tze Ist im Gebiet einer Gemeinde der Verkehr mit PKW allgemein unzul&auml;ssig, kann ein umsatzsteuerrechtlich beg&uuml;nstigter Verkehr mit Taxen auch ohne Personenkraftfahrzeuge (z.B. mit Pferdefuhrwerken) vorliegen, wenn die &uuml;brigen Merkmale des Taxiverkehrs in vergleichbarer Form gegeben sind. 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