{"id":71834,"date":"2020-01-31T12:23:14","date_gmt":"2020-01-31T10:23:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71834"},"modified":"2020-01-31T12:23:14","modified_gmt":"2020-01-31T10:23:14","slug":"x-r-43-17-beruecksichtigung-von-beitragsnachzahlungen-fuer-vorjahre-im-rahmen-der-oeffnungsklausel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-43-17-beruecksichtigung-von-beitragsnachzahlungen-fuer-vorjahre-im-rahmen-der-oeffnungsklausel\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;43\/17 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Beitragsnachzahlungen f&uuml;r Vorjahre im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.9.2019, X R 43\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.040919.XR43.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ber&uuml;cksichtigung von Beitragsnachzahlungen f&uuml;r Vorjahre im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Konnte der Steuerpflichtige in rentenrechtlich zul&auml;ssiger Weise Nachzahlungen von Vorsorgebeitr&auml;gen f&uuml;r ein vorangegangenes Kalenderjahr leisten, die jedoch erst im Zahlungsjahr rentenrechtlich wirksam werden, sind diese Beitr&auml;ge im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 2 EStG als Beitr&auml;ge f&uuml;r das Jahr zu ber&uuml;cksichtigen, f&uuml;r das sie zul&auml;ssigerweise geleistet wurden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 26.07.2017 &#8211; 1 K 2510\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r die Streitjahre 2009, 2010 und 2012 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger bezieht seit dem 01.10.2003 wegen Berufsunf&auml;higkeit Versorgungsleistungen aus der Bayerischen &Auml;rzteversorgung (Versorgungswerk).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er war seit 1970 bis zu seiner Verrentung im Wesentlichen als angestellter Arzt, zeitweise auch freiberuflich t&auml;tig. Ab 1970 leistete er Beitr&auml;ge an das Versorgungswerk, davon w&auml;hrend seiner Auslandst&auml;tigkeit in den 80er-Jahren und nachfolgend wegen &Uuml;berschreitens der Altersgrenze als freiwilliges Mitglied. Ausweislich der &Uuml;bersicht des Versorgungswerks vom 08.03.2005 lagen die Beitr&auml;ge f&uuml;r neun Jahre (1985, 1987, 1995, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001 und 2003) &uuml;ber dem H&ouml;chstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Im Jahr 2003 nahm der Kl&auml;ger Einzahlungen in H&ouml;he von insgesamt 52.676&nbsp;EUR vor. Hiervon waren laut den &Uuml;berweisungstr&auml;gern freiwillige Mehrzahlungen in H&ouml;he von insgesamt 25.776&nbsp;EUR f&uuml;r das Kalenderjahr 2002 bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Versorgungswerk setzte als freiwillige Mehrzahlungen f&uuml;r 2002 einen Betrag von 23.711&nbsp;EUR und f&uuml;r 2003 einen Betrag von 16.800&nbsp;EUR fest. Unter Punkt&nbsp;4.) der Beitragsbescheide wird u.a. ausgef&uuml;hrt: &quot;Zur Erh&ouml;hung ihrer Versorgungsanwartschaften k&ouml;nnen Sie freiwillige Mehrzahlungen entrichten&#8230;. Freiwillige Mehrzahlungen werden wie Pflichtbeitr&auml;ge verrentet und sind f&uuml;r ein Kalenderjahr bis zum Ablauf des Folgejahres zul&auml;ssig.&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Versorgungswerk teilte dem Kl&auml;ger mit Schreiben vom 03.09.2012 mit, die Voraussetzungen der sog. &Ouml;ffnungsklausel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz 3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) seien nicht erf&uuml;llt, da er vor dem 01.01.2005 nur in neun Jahren Einzahlungen oberhalb des H&ouml;chstbeitrags geleistet habe. Das Senatsurteil vom 19.01.2010&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;53\/08 (BFHE 228, 223, BStBl&nbsp;II 2011, 567), nach welchem auch die Jahre Ber&uuml;cksichtigung f&auml;nden, f&uuml;r die rentenrechtlich r&uuml;ckwirkend Beitr&auml;ge nachgeleistet worden seien, sei auf die &Auml;rzteversorgung nicht &uuml;bertragbar. Rentenrechtlich w&uuml;rden bei dem Versorgungswerk &#8211;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 der Satzung der Bayerischen &Auml;rzteversorgung (Satzung)&#8211; Beitragszahlungen nach dem Jahr ihrer Einzahlung verrentet und nicht nach dem Jahr, f&uuml;r das sie m&ouml;glicherweise bestimmt gewesen seien. Die freiwilligen Mehrzahlungen f&uuml;r 2002 seien daher ebenfalls dem bereits ber&uuml;cksichtigten Zahlungsjahr 2003 zuzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte die Versorgungsleistungen des Kl&auml;gers in den Streitjahren 2009, 2010 und 2012 mit ihrem Besteuerungsanteil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch beantragten die Kl&auml;ger im Klageverfahren die Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel auf die Versorgungsleistungen des Kl&auml;gers, da der H&ouml;chstbeitrag bei zutreffender Sichtweise zehn Jahre &uuml;berschritten worden sei. Somit seien 22,11&nbsp;% der Rente mit dem Ertragsanteil zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA trat dem Begehren mit Hinweis auf die Rz&nbsp;240 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 19.08.2013 (BStBl&nbsp;I 2013, 1087) entgegen. Da die rentenrechtliche Wirksamkeit der im Jahr 2003 geleisteten Zahlungen vollumf&auml;nglich im Zahlungsjahr eingetreten sei, m&uuml;sse das Vorjahr 2002 als Beitragsjahr au&szlig;er Betracht bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2018, 300 ver&ouml;ffentlichtem Urteil statt. Im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel sei nicht entscheidend, zu welchem Zeitpunkt sich eine rentenrechtlich zul&auml;ssige Zahlung rentenerh&ouml;hend auswirke, ob also die vom Kl&auml;ger f&uuml;r das Jahr 2002 vorgenommene Nachzahlung aufgrund der Satzung des Versorgungswerks erst ab dem Jahr 2003 rentenwirksam werde. Vielmehr sei allein ma&szlig;geblich, dass die Mehrzahlungen rentenrechtlich m&ouml;glich gewesen seien. Denn der Zweck der &Ouml;ffnungsklausel sei es nicht, Nachzahlungen zu besteuern, sondern vielmehr einer m&ouml;glichen doppelten Besteuerung in au&szlig;ergew&ouml;hnlichen F&auml;llen zu begegnen. Hiernach sei die rentenrechtlich zul&auml;ssige Nachzahlung f&uuml;r 2002 bei der Bestimmung der erforderlichen zehn Jahre mit zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Die Auffassung des FG, dass es im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel nur darauf ankomme, ob Nachzahlungen rentenrechtlich m&ouml;glich seien, lasse au&szlig;er Acht, dass nach der Satzung des Versorgungswerks ausschlie&szlig;lich der Zahlungszeitpunkt rentenrechtlich relevant sei, das F&uuml;r-Prinzip vorliegend also nicht gelte. Dem trage die Erlasslage Rechnung, indem f&uuml;r die zeitliche Zuordnung von Beitragsnachzahlungen auf das Jahr ihrer rentenrechtlichen Wirksamkeit abgestellt werde. Soweit das Versorgungswerk auf Aufforderung des FG eine Berechnung vorgenommen habe, in welcher H&ouml;he die im Jahr 2003 vorgenommene Beitragszahlung &#8211;unter Zugrundelegung des F&uuml;r-Prinzips&#8211; den Jahren 2002 und 2003 zuzuordnen sei, habe es gleichzeitig zu Bedenken gegeben, dass konsequenterweise auch die &uuml;brigen Einzahlungen in den Jahren 1970 bis 2002 nach dem F&uuml;r-Prinzip zugeordnet werden m&uuml;ssten, so dass jede Einzahlung seit 1970 auf ihren Verwendungszweck hin untersucht werden m&uuml;sste, f&uuml;r welchen Zeitraum sie vom Kl&auml;ger bestimmt gewesen sei. Hierbei k&ouml;nnten sich unter Umst&auml;nden f&uuml;r jedes Kalenderjahr seit 1970 andere Einzahlungsh&ouml;hen ergeben, wodurch gegebenenfalls die Voraussetzungen der &Ouml;ffnungsklausel auch nicht erf&uuml;llt w&auml;ren. Im Hinblick darauf sei es sachgerecht, die Einzahlungen bei Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel dem Zahlungsjahr zuzuordnen, zumal nach der Satzung des Versorgungswerks nur der Einzahlungszeitpunkt rentenrechtlich relevant sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat w&auml;hrend des Revisionsverfahrens aus hier nicht in Streit stehenden Gr&uuml;nden unter dem 07.08.2018 einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie schlie&szlig;en sich den Ausf&uuml;hrungen des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung ist hinsichtlich der Einkommensteuer 2010 bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in seinem Urteil u.a. &uuml;ber den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 vom 15.06.2012 entschieden. Das FA hat indes w&auml;hrend des Revisionsverfahrens unter dem 07.08.2018 einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 erlassen. Dieser Bescheid ist nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des anh&auml;ngigen Verfahrens geworden. Da das FG damit &uuml;ber einen Einkommensteuerbescheid entschieden hat, der nicht mehr Verfahrensgegenstand ist, kann das Urteil insoweit keinen Bestand haben (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.05.2013&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;15\/10, BFHE 241, 323, BStBl&nbsp;II 2013, 858; vom 26.06.2014&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;51\/11, BFH\/NV 2014, 1716, und vom 28.05.2015&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFHE 249, 544, BStBl&nbsp;II 2015, 837, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG-Urteil ist aber auch aufzuheben, soweit es die angefochtenen Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2009 und 2012 betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist insgesamt nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Es ist keine Zur&uuml;ckverweisung nach &sect;&nbsp;127 FGO in Sachen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 geboten. Denn der diesbez&uuml;glich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangene &Auml;nderungsbescheid, der lediglich eine neue &#8211;dem BFH-Urteil vom 19.01.2017&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;75\/14 (BFHE 256, 339, BStBl&nbsp;II 2017, 684) entsprechende stufenweise&#8211; Berechnung der zumutbaren Belastung bei den au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen betrifft, hat den bisherigen Streitstoff unver&auml;ndert gelassen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 249, 544, BStBl&nbsp;II 2015, 837, Rz&nbsp;18). Da sich aber anhand der Feststellungen des FG nicht abschlie&szlig;end beurteilen l&auml;sst, ob die Voraussetzungen der &Ouml;ffnungsklausel vorliegen, erfolgt die Zur&uuml;ckverweisung insgesamt nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO (vgl. BFH-Urteil vom 08.06.2017&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;30\/14, BFHE 258, 403, BStBl&nbsp;II 2017, 1061, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass auch die im Jahr 2003 f&uuml;r das Jahr 2002 geleisteten freiwilligen Mehrzahlungen in H&ouml;he von 23.711&nbsp;EUR, die den im Jahr 2002 geltenden H&ouml;chstbeitrag von 10.314&nbsp;EUR um 13.397&nbsp;EUR &uuml;berschreiten, im Rahmen der Pr&uuml;fung der &Ouml;ffnungsklausel als eigener Jahresbeitrag zu ber&uuml;cksichtigen sind (unten a). Die Feststellungen des FG tragen aber nicht dessen Entscheidung, dass der H&ouml;chstbeitrag in dem f&uuml;r die Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel erforderlichen Umfang von (mindestens) zehn Jahren &uuml;berschritten wurde (unten&nbsp;b). Das FG muss weitere Feststellungen dazu treffen, bez&uuml;glich welcher Jahre und in welcher H&ouml;he Beitragsleistungen des Kl&auml;gers an das Versorgungswerk den jeweils geltenden j&auml;hrlichen H&ouml;chstbeitrag &uuml;berschritten haben (unten&nbsp;c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass auch die im Jahr 2003 f&uuml;r das Jahr 2002 geleistete Nachzahlung von freiwilligen Mehrzahlungen in H&ouml;he von 23.711&nbsp;EUR, die den im Jahr 2002 geltenden H&ouml;chstbeitrag von 10.314&nbsp;EUR um 13.397&nbsp;EUR &uuml;berschreiten, bei der Pr&uuml;fung der &Ouml;ffnungsklausel im Rahmen des Jahresbeitrags f&uuml;r das Jahr 2002 zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG unterliegen auf Antrag auch Leibrenten i.S. des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa EStG mit dem Ertragsanteil der Besteuerung, soweit die Leibrenten auf bis zum 31.12.2004 geleisteten Beitr&auml;gen beruhen, welche oberhalb des Betrags des H&ouml;chstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden. Der Steuerpflichtige muss nachweisen, dass der Betrag des H&ouml;chstbeitrags mindestens zehn Jahre &uuml;berschritten wurde (&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der erkennende Senat hat im Falle der Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung entschieden, dass es bei der Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel nicht allein darauf ankommt, in welchem Jahr die Beitr&auml;ge gezahlt wurden, sondern auch darauf, f&uuml;r welche Jahre die Beitr&auml;ge geleistet wurden. Das sog. In-Prinzip sei im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel nicht uneingeschr&auml;nkt anwendbar (vgl. Urteil in BFHE 228, 223, BStBl&nbsp;II 2011, 567, Rz&nbsp;84&nbsp;ff.; Urteil vom 04.02.2010&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;58\/08, BFHE 228, 326, BStBl&nbsp;II 2011, 579, Rz&nbsp;75&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) In diesem Zusammenhang gehe es &#8211;so die wesentliche Urteilsbegr&uuml;ndung&#8211; nicht um das Problem, in welchem Jahr Altersvorsorgeaufwendungen abgezogen werden k&ouml;nnten, sondern um die Vermeidung einer m&ouml;glichen verfassungswidrigen Doppelbesteuerung, die dadurch entstehe, dass ein Steuerpflichtiger eine Altersrente als Einnahme versteuern m&uuml;sse, obwohl er die von ihm getragenen Beitr&auml;ge, aufgrund derer er die Rente erhalte, gerade wegen ihrer H&ouml;he nicht bzw. nur eingeschr&auml;nkt als Sonderausgaben habe abziehen d&uuml;rfen (vgl. Senatsurteile in BFHE 228, 223, BStBl&nbsp;II 2011, 567, Rz&nbsp;89, und in BFHE 228, 326, BStBl&nbsp;II 2011, 579, Rz&nbsp;80). Ausgangspunkt sei die gesetzgeberische Annahme, dass es ohne die &Ouml;ffnungsklausel (insbesondere bei Selbst&auml;ndigen) in seltenen Ausnahmef&auml;llen bei uneingeschr&auml;nkter Anwendung der nachgelagerten Besteuerung zu einem Versto&szlig; gegen das Verbot der Doppelbesteuerung kommen k&ouml;nne. Aufgrund der &Ouml;ffnungsklausel werde nicht im konkreten Einzelfall gepr&uuml;ft, ob eine Doppelbesteuerung vorliege, vielmehr werde sie bei Vorliegen der Voraussetzungen der typisierenden Regelung des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb EStG zu Gunsten des Steuerpflichtigen gesetzlich vermutet (vgl. Senatsurteil in BFHE 228, 326, BStBl&nbsp;II 2011, 579, Rz&nbsp;92).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die m&ouml;gliche Doppelbesteuerung entsteht somit nicht durch die Zahlung in einem bestimmten Veranlagungszeitraum, sondern aufgrund der fehlenden steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Leistungen oberhalb des H&ouml;chstbeitrags, die in den Jahren vor 2005 regelm&auml;&szlig;ig &#8211;insoweit&#8211; nicht steuerlich abziehbar waren. War die Leistung f&uuml;r vergangene Jahre rentenrechtlich m&ouml;glich, drohte eine Doppelbesteuerung. Deshalb hat der Senat im Falle der Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung auf das F&uuml;r-Prinzip abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach Auffassung des Senats ist der vorliegende Fall, der dadurch gekennzeichnet ist, dass der Steuerpflichtige zwar in rentenrechtlich zul&auml;ssiger Weise Nachzahlungen f&uuml;r ein vorangegangenes Kalenderjahr leisten konnte, diese aber erst im nachfolgenden Zahlungsjahr rentenrechtlich wirksam wurden, bei der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb Satz&nbsp;2 EStG mit der Konstellation einer Nachversicherung in die gesetzliche Rentenversicherung vergleichbar. Nach Sinn und Zweck der &Ouml;ffnungsklausel sind diese Nachzahlungen bei der Ermittlung des Zehnjahreszeitraums ebenfalls als Beitr&auml;ge des Jahres zu ber&uuml;cksichtigen, f&uuml;r das sie zul&auml;ssigerweise geleistet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Dabei verkennt der Senat nicht, dass das Versorgungswerk nach seinen Angaben das F&uuml;r-Prinzip, also eine Nachversicherung f&uuml;r Vorjahre i.S. einer auch rentenrechtlich r&uuml;ckwirkenden Zuordnung zu den Vorjahren, nicht kennt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Hinweis des Versorgungswerks auf &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 seiner aktuellen Satzung, wonach f&uuml;r den Zeitpunkt der Entrichtung der Tag des Zahlungseingangs ma&szlig;geblich ist, ist zwar f&uuml;r die in Rede stehenden Einzahlungen des Kl&auml;gers im Jahr 2003 nicht unmittelbar einschl&auml;gig, da die Regelung dergestalt erst seit 2015 besteht. Die im Kalenderjahr 2003 &#8211;aber auch in fr&uuml;heren Jahren&#8211; g&uuml;ltige Fassung der Satzung enthielt aber bereits eine inhaltsgleiche Bestimmung&nbsp;&nbsp;(vgl. &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der Satzung der Bayerischen &Auml;rzteversorgung i.d.F. vom 01.12.1995, BayStAnz Nr.&nbsp;51\/52 vom 22.12.1995, S.&nbsp;2 &#8211;Satzung a.F.&#8211;). Im &Uuml;brigen war und ist die Regelung, dass f&uuml;r den Entrichtungszeitpunkt der Zahlungseingang ma&szlig;geblich ist, bei der Berechnung des Ruhegeldes bei Berufsunf&auml;higkeit entsprechend anzuwenden (&sect;&nbsp;39 Satz&nbsp;1 der aktuellen Satzung; &sect;&nbsp;39 der Satzung a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Allerdings lie&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 der Satzung a.F. des Versorgungswerks (vgl. auch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der aktuellen Satzung) es zu, dass die f&uuml;r ein Kalenderjahr jeweils zul&auml;ssigen freiwilligen Mehrzahlungen im laufenden oder im folgenden Kalenderjahr entrichtet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund dieser Satzungsbestimmung konnte der Kl&auml;ger die f&uuml;r 2002 zul&auml;ssigen freiwilligen Mehrzahlungen noch im Folgejahr 2003 entrichten, allerdings gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Satzung a.F. nur bis zur H&ouml;he des Unterschiedsbetrags zwischen dem Beitrag gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;22 bis 26 und dem allgemeinen Jahresh&ouml;chstbeitrag (Absatz&nbsp;2) oder der pers&ouml;nlichen Beitragsgrenze (Absatz&nbsp;3). Daher wurden die Einzahlungen des Kl&auml;gers f&uuml;r 2002 in H&ouml;he von insgesamt 25.776&nbsp;EUR nicht vollst&auml;ndig ber&uuml;cksichtigt. Nach dem Beitragsbescheid vom 01.10.2003 durften Pflichtbeitrag und freiwillige Mehrzahlungen zusammen f&uuml;r ein Kalenderjahr den jeweiligen Beitrag entsprechend der pers&ouml;nlichen Beitragsgrenze des Kl&auml;gers, die im Jahr 2002&nbsp;&nbsp;23.711&nbsp;EUR betrug, nicht &uuml;berschreiten. Dementsprechend wurde f&uuml;r das Jahr 2002 der &#8211;maximal zul&auml;ssige&#8211; Betrag von 23.711&nbsp;EUR als freiwillige Mehrzahlung festgesetzt. Der verbleibende Betrag in H&ouml;he von 2.065&nbsp;EUR wurde als freiwillige Mehrzahlung f&uuml;r das Kalenderjahr 2003 erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Vor diesem Hintergrund wird einerseits deutlich, dass aufgrund der Satzungsregelungen des Versorgungswerks die vom Kl&auml;ger im Jahr 2003 f&uuml;r 2002 vorgenommenen Einzahlungen als Nachzahlungen (freiwillige Mehrzahlungen) f&uuml;r das Jahr 2002 m&ouml;glich waren und sich rentenerh&ouml;hend ausgewirkt haben, wenngleich erst ab dem Zahlungsjahr 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Behandelt demnach das Versorgungswerk aufgrund seiner Satzungsbestimmungen einen Teil der freiwilligen Mehrzahlungen in einem Jahr &#8211;mit Ausnahme des Zeitpunkts der Rentenwirksamkeit&#8211; wie eine Nachversicherung f&uuml;r das vorherige Jahr, &auml;hnelt dies &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; einer Verrentung nach dem F&uuml;r-Prinzip. Jedenfalls ist es nach Auffassung des Senats geboten, im Jahr 2002, f&uuml;r das in rentenrechtlich zul&auml;ssiger und rentenerh&ouml;hender Weise freiwillige Zahlungen geleistet wurden, im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel auch die Nachzahlungen zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn ein Sonderausgabenabzug war f&uuml;r die vom Kl&auml;ger f&uuml;r 2002 nachgezahlten freiwilligen Mehrzahlungen, die wie Pflichtbeitr&auml;ge verrentet werden, nicht m&ouml;glich. Der Kl&auml;ger konnte sie im Jahr 2002 wegen des Abflussprinzips (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG) steuerlich nicht geltend machen. In dem Zahlungsjahr haben sie sich wegen des bereits im Regelfall &uuml;blicherweise ausgesch&ouml;pften H&ouml;chstbetrags zur gesetzlichen Rentenversicherung ebenfalls steuerlich nicht ausgewirkt. Somit stammen die auf den f&uuml;r 2002 nachgezahlten freiwilligen Beitr&auml;gen beruhenden Renten aus versteuertem Einkommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Diese Auslegung er&ouml;ffnet nicht die M&ouml;glichkeit, missbr&auml;uchlich in den Geltungsbereich der &Ouml;ffnungsklausel zu gelangen, da nur Zahlungen vor 2005 ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem waren &#8211;worauf das FG erg&auml;nzend hingewiesen hat&#8211; nach der Satzung des Versorgungswerks freiwillige Mehrzahlungen lediglich f&uuml;r ein abgelaufenes Kalenderjahr m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Feststellungen des FG tragen aber nicht dessen Entscheidung, dass der H&ouml;chstbeitrag nachweislich in dem f&uuml;r die Anwendung der &Ouml;ffnungsklausel erforderlichen Umfang von (mindestens) zehn Jahren &uuml;berschritten wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &#8211;vom Kl&auml;ger zu f&uuml;hrende&#8211; Nachweis ist auch unter Ber&uuml;cksichtigung des vorliegenden Schreibens des Versorgungswerks vom 03.09.2012, dass der Betrag des H&ouml;chstbeitrags (jedenfalls) in neun Jahren &uuml;berschritten sei, nicht erbracht. Denn das Versorgungswerk hat seine Aussage auf die dem Schreiben beigef&uuml;gte &Uuml;bersicht vom 08.03.2005 &uuml;ber die von 1970 bis 2004 geleisteten Einzahlungen des Kl&auml;gers und ihre rentenrechtliche Zuordnung zu den einzelnen Kalenderjahren nach dem Einzahlungszeitpunkt (In-Prinzip) gest&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da nach den obigen Darlegungen (unter II.3.a&nbsp;cc (2)) Einzahlungen des Kl&auml;gers in einem bestimmten Kalenderjahr auch als Nachzahlungen f&uuml;r das Vorjahr geleistet worden und &#8211;bei der im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel gebotenen Betrachtungsweise (quasi F&uuml;r-Prinzip)&#8211; dem Vorjahr als Beitragsjahr zuzuordnen sein k&ouml;nnten, h&auml;tte das FG die Pr&uuml;fung nicht auf die in Rede stehenden Jahre 2002\/2003 beschr&auml;nken d&uuml;rfen. Ausgehend von seiner zutreffenden materiellen Sichtweise bildet daher die nach dem In-Prinzip erstellte &Uuml;bersicht des Versorgungswerks bez&uuml;glich der Frage, in welchen (weiteren) Jahren und in welcher H&ouml;he der jeweilige H&ouml;chstbeitrag &uuml;berschritten worden ist, keine ausreichende Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der gesamte Rentenversicherungsverlauf des Kl&auml;gers neu zu betrachten ist, zeigt sich im Streitfall vor allem im Hinblick auf die &#8211;in der &Uuml;bersicht des Versorgungswerks dargestellten&#8211; Einzahlungen des Kl&auml;gers in den Jahren 1997 (24.327,17&nbsp;EUR), 1998 (22.524,31&nbsp;EUR) und 1999 (28.919,74&nbsp;EUR). Die genannten Betr&auml;ge bewegen sich der H&ouml;he nach im Bereich der f&uuml;r das Jahr 2002 bekannten pers&ouml;nlichen Beitragsgrenze des Kl&auml;gers (23.711&nbsp;EUR), so dass in diesen Jahren eine (teilweise) Zahlung auch f&uuml;r ein anderes Kalenderjahr ernsthaft in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann anhand der vorliegenden Unterlagen nicht beurteilen, bez&uuml;glich welcher Jahre und in welcher H&ouml;he Beitragsleistungen des Kl&auml;gers an das Versorgungswerk den jeweils geltenden j&auml;hrlichen H&ouml;chstbeitrag &uuml;berschritten haben. Das FG muss diesbez&uuml;glich weitere Feststellungen treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit beim Versorgungswerk keine Bescheide &uuml;ber die Festsetzung von Beitr&auml;gen und freiwilligen Mehrzahlungen f&uuml;r die Jahre vor 2002 mehr vorhanden sind, k&ouml;nnte das FG zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts den Kl&auml;ger zur Vorlage der bei ihm vorhandenen Beitragsbescheide auffordern, die der Kl&auml;ger angesichts deren Bedeutung aufbewahrt haben d&uuml;rfte. Seine Mitwirkung liegt im wohlverstandenen Eigeninteresse, zumal dem Kl&auml;ger der Nachweis obliegt, dass der Betrag des H&ouml;chstbeitrags mindestens zehn Jahre &uuml;berschritten wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.9.2019, X R 43\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.040919.XR43.17.0 Ber&uuml;cksichtigung von Beitragsnachzahlungen f&uuml;r Vorjahre im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel Leits&auml;tze Konnte der Steuerpflichtige in rentenrechtlich zul&auml;ssiger Weise Nachzahlungen von Vorsorgebeitr&auml;gen f&uuml;r ein vorangegangenes Kalenderjahr leisten, die jedoch erst im Zahlungsjahr rentenrechtlich wirksam werden, sind diese Beitr&auml;ge im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-43-17-beruecksichtigung-von-beitragsnachzahlungen-fuer-vorjahre-im-rahmen-der-oeffnungsklausel\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;43\/17 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung von Beitragsnachzahlungen f&uuml;r Vorjahre im Rahmen der &Ouml;ffnungsklausel<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71834","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71834"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71834\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}