{"id":71894,"date":"2020-02-08T17:41:18","date_gmt":"2020-02-08T15:41:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71894"},"modified":"2020-02-08T17:41:18","modified_gmt":"2020-02-08T15:41:18","slug":"ii-s-11-13-19-und-ii-s-15-20-19-anhoerungsruege-und-gegenvorstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-s-11-13-19-und-ii-s-15-20-19-anhoerungsruege-und-gegenvorstellung\/","title":{"rendered":"II&nbsp;S&nbsp;11-13\/19&nbsp;und&nbsp;II&nbsp;S&nbsp;15-20\/19 &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge und Gegenvorstellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.11.2019, II S 11-13\/19 und II S 15-20\/19; II S 11\/19; II S 12\/19; II S 13\/19; II S 15\/19; II S 16\/19; II S 17\/19; II S 18\/19; II S 19\/19; II S 20\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.221119.IIS11.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anh&ouml;rungsr&uuml;ge und Gegenvorstellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn das Gericht den Hinweis auf einen entscheidungserheblichen rechtlichen Gesichtspunkt unterl&auml;sst, mit dem auch ein gewissenhafter und rechtskundiger Prozessbeteiligter nicht zu rechnen braucht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Mit R&uuml;gen gegen die inhaltliche Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung kann der R&uuml;gef&uuml;hrer, ohne eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r geltend zu machen, im Verfahren der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge nicht geh&ouml;rt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Eine Gegenvorstellung ist allenfalls zul&auml;ssig, wenn substantiiert dargelegt wird, die angegriffene Entscheidung beruhe auf schwerwiegenden Grundrechtsverst&ouml;&szlig;en oder erscheine unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar und entbehre jeder gesetzlichen Grundlage.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Verfahren II S 11-13\/19 und II S 15-20\/19 werden zu gemeinsamer Entscheidung verbunden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen der Kl&auml;gerin gegen die Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs vom 08.05.2019 &#8211; II B 3-5\/19 und II B 7-12\/19 werden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Gegenvorstellungen der Kl&auml;gerin gegen die Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs vom 08.05.2019 &#8211; II B 3-5\/19 und II B 7-12\/19 werden als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hinsichtlich der Anh&ouml;rungsr&uuml;gen hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschl&uuml;ssen vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;3-5\/19 und II&nbsp;B&nbsp;7-12\/19 verwarf der Bundesfinanzhof (BFH) die Beschwerden der Kl&auml;gerin, Beschwerdef&uuml;hrerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) gegen die Urteile des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 22.11.2018&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;793\/17, 4&nbsp;K&nbsp;2652\/17, 4&nbsp;K&nbsp;2811\/17, 4&nbsp;K&nbsp;2975\/17, 4&nbsp;K&nbsp;129\/18, 4&nbsp;K&nbsp;212\/18, 4&nbsp;K&nbsp;538\/18, 4&nbsp;K&nbsp;629\/18 und 4&nbsp;K&nbsp;823\/18 mangels ordnungsgem&auml;&szlig;er Vertretung als unzul&auml;ssig. Gegen diese Beschl&uuml;sse erhob die Kl&auml;gerin durch ihre Bevollm&auml;chtigte mit Schriftsatz vom 02.07.2019 Anh&ouml;rungsr&uuml;gen und Gegenvorstellungen. Sie macht geltend, der BFH habe ihren Vortrag, sie sei ordnungsgem&auml;&szlig; vertreten und die Befugnis zur Vertretung ergebe sich direkt aus Art.&nbsp;56 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV), nicht beachtet. Au&szlig;erdem habe es der BFH unterlassen, in diesen entscheidenden Rechtsfragen einen richterlichen Hinweis nach &sect;&nbsp;76 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu erteilen. Die Beschl&uuml;sse enthielten schwere formelle und materielle M&auml;ngel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen f&uuml;hren nicht zum Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Zul&auml;ssigkeit der Anh&ouml;rungsr&uuml;gen steht nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin bei Einlegung nicht ordnungsgem&auml;&szlig; vertreten war i.S. des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO. Zwar gilt der nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 FGO vor dem BFH bestehende Vertretungszwang grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r Anh&ouml;rungsr&uuml;gen, wenn f&uuml;r das der beanstandeten Entscheidung zugrunde liegende Verfahren &#8211;im Streitfall die Beschwerden wegen Nichtzulassung der Revision (Nichtzulassungsbeschwerden)&#8211; Vertretungszwang galt (dies bejahend z.B. BFH-Beschluss vom 16.08.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;S&nbsp;16\/16, BFH\/NV 2016, 1746, Rz&nbsp;3). Die R&uuml;ge der Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs bezieht sich jedoch gerade auf die Frage, ob eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Vertretung bestand. Zur Vermeidung einer Rechtsschutzverk&uuml;rzung ist nur zur Pr&uuml;fung dieser Frage vorl&auml;ufig von einer Befugnis der Kl&auml;gerin auszugehen, sich selbst zu vertreten (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.03.2015&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;6\/15, BFH\/NV 2015, 850, Rz&nbsp;1, und vom 25.07.2016&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;10\/16, BFH\/NV 2016, 1739, Rz&nbsp;4, jeweils zur Pr&uuml;fung der Frage, ob eine Ausnahme vom Vertretungszwang besteht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen sind jedoch unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r i.S. von Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) und &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO verpflichtet das Gericht u.a., die Ausf&uuml;hrungen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen, in Erw&auml;gung zu ziehen und sich mit dem entscheidungserheblichen Kern des Vorbringens auseinanderzusetzen. Dabei ist das Gericht naturgem&auml;&szlig; nicht verpflichtet, der Rechtsansicht eines Beteiligten zu folgen (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 11.06.2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;2062\/07, Deutsches Verwaltungsblatt 2008, 1056). Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG und &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO sind erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergibt, dass das Gericht Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (BFH-Beschluss vom 28.08.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;18\/19, Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aus der Begr&uuml;ndung der Anh&ouml;rungsr&uuml;gen ergeben sich jedenfalls keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der BFH entscheidungserhebliches Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht zur Kenntnis genommen oder in Erw&auml;gung gezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das Vorbringen der Kl&auml;gerin in den Nichtzulassungsbeschwerden, sie sei ordnungsgem&auml;&szlig; vertreten und die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vertretung ergebe sich aus den Regelungen des europ&auml;ischen Rechts, insbesondere den Bestimmungen &uuml;ber den freien Dienstleistungsverkehr (Art.&nbsp;56 AEUV) und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH), hat der BFH in seinem Beschluss vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;3-5\/19, II&nbsp;B&nbsp;7-9\/19 und II&nbsp;B&nbsp;11-12\/19 unter 1. und 2., und in seinem Beschluss vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;10\/19 unter 2. und 3. behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der BFH musste der Kl&auml;gerin vor seiner Entscheidung &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerden auch keinen richterlichen Hinweis nach &sect;&nbsp;76 FGO erteilen, dass die in den Beschl&uuml;ssen angef&uuml;hrten Rechtsgrunds&auml;tze f&uuml;r seine Entscheidung erheblich seien. Der BFH hat diese Rechtsgrunds&auml;tze bereits in vorangegangenen Entscheidungen entsprechend angewandt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 08.08.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;12\/17, BFH\/NV 2017, 1464). Diese Rechtsprechung musste die Kl&auml;gerin kennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r w&auml;re erst dann verletzt, wenn das Gericht den Hinweis auf einen entscheidungserheblichen rechtlichen Gesichtspunkt unterl&auml;sst, mit dem auch ein gewissenhafter und rechtskundiger Prozessbeteiligter nicht zu rechnen braucht (vgl. z.B. BVerfG-Urteil vom 14.07.1998&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;1640\/97, BVerfGE 98, 218; vgl. BFH-Beschluss vom 16.04.2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;S&nbsp;7\/15, BFH\/NV 2015, 1096, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im &Uuml;brigen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrem Vorbringen, eine Vertretungsbefugnis k&ouml;nne direkt auf Art.&nbsp;56 AEUV gest&uuml;tzt werden, der deutsche Gesetzgeber h&auml;tte die nationalen Regelungen u.a. des &sect;&nbsp;62 FGO und &sect;&nbsp;3a des Steuerberatungsgesetzes an die europ&auml;ischen Vorgaben anpassen m&uuml;ssen und der BFH h&auml;tte die Verfahren aussetzen und dem EuGH zur Vorabentscheidung vorlegen m&uuml;ssen, gegen die inhaltliche Richtigkeit der angegriffenen Beschl&uuml;sse. Damit kann sie im Verfahren der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge nicht geh&ouml;rt werden. Eine Anh&ouml;rungsr&uuml;ge dient nicht dazu, die angegriffene Entscheidung nochmals einer vollen inhaltlichen &Uuml;berpr&uuml;fung zuzuf&uuml;hren. Ebenso wenig kann mit der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge eine Begr&uuml;ndungserg&auml;nzung der zugrundeliegenden Entscheidung herbeigef&uuml;hrt werden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 1096, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Von einer weiteren Begr&uuml;ndung der Entscheidung &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen sieht der BFH ab (&sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die zeitgleich von der Kl&auml;gerin erhobenen Gegenvorstellungen sind nicht statthaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH kann offenlassen, ob Gegenvorstellungen ausnahmsweise nicht dem Vertretungszwang nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 FGO unterliegen, wenn zwar das eingelegte Rechtsmittel, &uuml;ber das der BFH entschieden hat &#8211;im Streitfall die Nichtzulassungsbeschwerden&#8211; ihrerseits dem Vertretungszwang unterlagen und daher auch f&uuml;r die Gegenvorstellungen Vertretungszwang best&uuml;nde (vgl. BFH-Beschluss vom 24.04.2012&nbsp;&#8211; IX&nbsp;E&nbsp;4\/12, BFH\/NV 2012, 1798, Rz&nbsp;2), hiervon aber eine Ausnahme in Frage k&auml;me, weil die Kl&auml;gerin sich mit den Gegenvorstellungen gerade dagegen wendet, dass der BFH ihre Nichtzulassungsbeschwerden wegen Nichtbeachtung des Vertretungszwangs als unzul&auml;ssig verworfen hat (zur Zul&auml;ssigkeit einer den Vertretungszwang nicht beachtenden Anh&ouml;rungsr&uuml;ge bei Einwendungen gegen den Vertretungszwang vgl. oben unter II.1.a). Selbst wenn man davon ausgeht, dass eine Gegenvorstellung gegen ab&auml;nderbare gerichtliche Entscheidungen &#8211;wie Beschl&uuml;sse, durch die Nichtzulassungsbeschwerden als unzul&auml;ssig verworfen wurden&#8211; &uuml;berhaupt statthaft sein kann (vgl. BVerfG-Beschluss vom 05.11.2013&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;2544\/12, Neue Juristische Wochenschrift 2014, 681, unter II.3.; BFH-Beschluss vom 07.04.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;S&nbsp;3\/17, BFH\/NV 2017, 1049, Rz&nbsp;6), w&auml;re sie allenfalls dann zul&auml;ssig, wenn substantiiert dargelegt w&uuml;rde, die angegriffenen Entscheidungen beruhten auf schwerwiegenden Grundrechtsverst&ouml;&szlig;en oder erschienen unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar und entbehrten jeder gesetzlichen Grundlage (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2017, 1049, Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem werden die Gegenvorstellungen der Kl&auml;gerin nicht gerecht. Sie macht keine solchen qualifizierten Rechtsfehler substantiiert geltend. Sie behauptet lediglich, die angefochtenen Beschl&uuml;sse w&uuml;rden schwere formelle und materielle M&auml;ngel aufweisen, da sie gegen Art.&nbsp;56 AEUV und die dazu ergangene Rechtsprechung des EuGH verstie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wird eine Geb&uuml;hr in H&ouml;he von 60&nbsp;EUR erhoben (Nr.&nbsp;6400 des Kostenverzeichnisses, Anlage&nbsp;1 zu &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes). Die Entscheidung &uuml;ber die Gegenvorstellung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei, da f&uuml;r das Verfahren betreffend einer Gegenvorstellung kein Geb&uuml;hrentatbestand vorgesehen ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2017, 1049, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.11.2019, II S 11-13\/19 und II S 15-20\/19; II S 11\/19; II S 12\/19; II S 13\/19; II S 15\/19; II S 16\/19; II S 17\/19; II S 18\/19; II S 19\/19; II S 20\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.221119.IIS11.19.0 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge und Gegenvorstellung Leits&auml;tze 1. NV: Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-s-11-13-19-und-ii-s-15-20-19-anhoerungsruege-und-gegenvorstellung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;S&nbsp;11-13\/19&nbsp;und&nbsp;II&nbsp;S&nbsp;15-20\/19 &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge und Gegenvorstellung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71894","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71894"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71894\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}