{"id":71939,"date":"2020-02-15T18:06:42","date_gmt":"2020-02-15T16:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71939"},"modified":"2020-02-15T18:06:42","modified_gmt":"2020-02-15T16:06:42","slug":"x-r-39-17-einkommensteuerliche-behandlung-von-kapitalabfindungen-fuer-kleinbetragsrenten-aus-altersvorsorgevertraegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-39-17-einkommensteuerliche-behandlung-von-kapitalabfindungen-fuer-kleinbetragsrenten-aus-altersvorsorgevertraegen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;39\/17 &#8211; Einkommensteuerliche Behandlung von Kapitalabfindungen f&uuml;r Kleinbetragsrenten aus Altersvorsorgevertr&auml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2019, X R 39\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.061119.XR39.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Einkommensteuerliche Behandlung von Kapitalabfindungen f&uuml;r Kleinbetragsrenten aus Altersvorsorgevertr&auml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die auf der Grundlage des &sect; 93 Abs. 3 EStG f&ouml;rderunsch&auml;dlich ausgezahlte Kapitalabfindung einer Kleinbetragsrente ist nach &sect; 22 Nr. 5 Satz 1 EStG in vollem Umfang einkommensteuerpflichtig.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Anwendung des &sect; 22 Nr. 5 Satz 1 EStG auf Leistungen aus Altersvorsorgevertr&auml;gen setzt nicht voraus, dass der Vertrag im Zeitpunkt der Auszahlung der Leistung noch zertifiziert ist. Es gen&uuml;gt in diesem Zusammenhang vielmehr, wenn f&uuml;r den einzelnen zuvor geleisteten Beitrag die Voraussetzungen des &sect; 10a oder des Abschn. XI des EStG &#8211;zu denen auch die Zertifizierung geh&ouml;rt&#8211; vorgelegen haben.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auf Kapitalabfindungen von Kleinbetragsrenten aus Altersvorsorgevertr&auml;gen kann in der Zeit vor dem Inkrafttreten des &sect; 22 Nr. 5 Satz 13 EStG nicht allein mit der Begr&uuml;ndung bejaht werden, der urspr&uuml;ngliche Altersvorsorgevertrag habe eine solche Kapitalisierungsm&ouml;glichkeit nicht vorgesehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Auch wenn der Spruchk&ouml;rper, der die Revision zugelassen hat, nur in Bezug auf eine bestimmte Rechtsfrage einen durchgreifenden Revisionszulassungsgrund gesehen hat, kann der Revisionskl&auml;ger in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung &#8211;im Rahmen des von ihm bereits vor dem FG gestellten Antrags&#8211; bei einem unteilbaren Streitgegenstand weitere Rechtsfragen zur Pr&uuml;fung des Revisionsgerichts stellen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 04.07.2017 &#8211; 5 K 3136\/16 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Jahr 1950 geborene Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) schloss am 27.12.2003 mit einem Anbieter einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag, hier einen Banksparplan. Entsprechend &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 des Altersvorsorgevertr&auml;ge-Zertifizierungsgesetzes in der seinerzeit geltenden Fassung (AltZertG a.F.) sah der Altersvorsorgevertrag vor, dass die Auszahlung ausschlie&szlig;lich in Form einer lebenslangen monatlichen Leibrente oder eines Auszahlungsplans mit monatlichen Teilraten und anschlie&szlig;ender lebenslanger Teilkapitalverrentung m&ouml;glich sein sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2014 vereinbarte die &#8211;zu diesem Zeitpunkt 64-j&auml;hrige&#8211; Kl&auml;gerin mit dem Anbieter, das vorhandene Altersvorsorgeguthaben angesichts der geringen H&ouml;he der sich ergebenden laufenden Leistungen zu Beginn des Jahres 2015 in Form einer Einmalleistung auszuzahlen. Dies war m&ouml;glich geworden, weil &#8211;zeitlich nach dem Vertragsschluss&#8211; durch das Alterseink&uuml;nftegesetz (AltEinkG) vom 05.07.2004 (BGBl I 2004, 1427) mit Wirkung zum 01.01.2005 in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) eine Regelung geschaffen worden war, wonach die Kapitalabfindung einer Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase als unsch&auml;dliche Verwendung anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Demzufolge zahlte der Anbieter der Kl&auml;gerin am 02.01.2015 einen Betrag von 9.026,44&nbsp;EUR aus, der sich wie folgt aufgliedert:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">8.877,97&nbsp;EUR: Betr&auml;ge (Eigenleistungen der Kl&auml;gerin sowie Zinsen), die durch eine Altersvorsorgezulage oder den Sonderausgabenabzug nach &sect;&nbsp;10a EStG gef&ouml;rdert worden sind;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">51,88 EUR: Zinsen, die nicht gef&ouml;rdert worden sind;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">96,59&nbsp;EUR: Eigenleistungen der Kl&auml;gerin, die nicht gef&ouml;rdert worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte die Kapitalabfindung im angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2015 vom 16.08.2016 in H&ouml;he von 8.877,97&nbsp;EUR als &quot;Leistung aus einem Altersvorsorgevertrag&quot; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG in vollem Umfang und in H&ouml;he von 51,88&nbsp;EUR (nicht gef&ouml;rderte Zinsen) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG ebenfalls in vollem Umfang. Der weitere Teilbetrag von 96,59&nbsp;EUR blieb unbesteuert, da er nicht gef&ouml;rdert worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchs- und Klageverfahren wandte sich die Kl&auml;gerin in erster Linie gegen die Besteuerung dem Grunde nach. &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG sehe f&uuml;r die F&auml;lle des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG keinen Besteuerungstatbestand vor. Der Gesetzgeber habe die Kapitalabfindung von Kleinbetragsrenten privilegieren wollen. Bei einer vollen Besteuerung dieser Abfindungen w&uuml;rde der in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG geregelte Fall einer unsch&auml;dlichen Verwendung schlechter gestellt als die F&auml;lle sch&auml;dlicher Verwendung (&sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 EStG), in denen lediglich die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zur&uuml;ckzuzahlen seien und dar&uuml;ber hinaus nur die Differenz zwischen Ein- und Auszahlung zu besteuern sei. Eine &Uuml;bertragung von gef&ouml;rdertem Altersvorsorgeverm&ouml;gen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs werde in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1a EStG als nicht sch&auml;dliche Verwendung bezeichnet, f&uuml;hre aber nicht zur Besteuerung. Dies m&uuml;sse dann auch f&uuml;r den weiteren, in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG geregelten Fall der nicht sch&auml;dlichen Verwendung gelten. Ohnehin seien auf die Kapitalauszahlung die im Jahr des Vertragsschlusses (2003) geltenden einkommensteuerlichen Vorschriften anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise seien die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes unter dem Gesichtspunkt der Verg&uuml;tungen f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG) erf&uuml;llt. Die zusammengeballte Auszahlung des &uuml;ber viele Jahre hinweg angesparten Kapitals stelle eine Verg&uuml;tung f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten dar, die hier zudem nicht dem vertragsgem&auml;&szlig;en oder typischen Ablauf der jeweiligen Eink&uuml;nfteerzielung entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem &#8211;in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 451 ver&ouml;ffentlichten&#8211; Urteil aus, die Steuerpflicht der Auszahlungen dem Grunde nach ergebe sich aus &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 bzw. Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG. Es handele sich nicht um eine sch&auml;dliche Verwendung i.S. des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 EStG, sondern um eine spezialgesetzlich in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG geregelte, f&uuml;r das Behaltend&uuml;rfen der F&ouml;rderung unsch&auml;dliche Kapitalabfindung. Ma&szlig;gebend sei die im Zeitpunkt des Zuflusses der Kapitalauszahlung geltende Rechtslage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz sei nicht zu gew&auml;hren, da die Kapitalabfindung keine Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG sei. Auf &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG ging das FG nicht ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision wiederholt und vertieft die Kl&auml;gerin ihr bisheriges Vorbringen, wendet sich aber nicht mehr gegen die steuerliche Erfassung der in der Kapitalabfindung enthaltenen nicht gef&ouml;rderten Zinsen (51,88&nbsp;EUR) dem Grunde nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG fingiere lediglich eine nicht sch&auml;dliche Verwendung. Tats&auml;chlich stelle aber auch die Kapitalauszahlung einen Fall der sch&auml;dlichen Verwendung i.S. des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 EStG dar, zumal eine Kapitalabfindung im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gar nicht zul&auml;ssig gewesen w&auml;re, also stets eine sch&auml;dliche Verwendung dargestellt h&auml;tte. Hierf&uuml;r spreche auch &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 EStG, der die F&auml;lle des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 und 3 EStG gleichbehandle. F&uuml;r R&uuml;ckzahlungen nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 EStG verweise &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG aber auf Satz&nbsp;2 dieser Vorschrift. Bei einem Banksparplan sei insoweit &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG anzuwenden, der lediglich die Besteuerung der Differenz zwischen Aus- und Einzahlungen anordne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der f&uuml;r die Anwendung des &#8211;hilfsweise begehrten&#8211; erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes erforderliche atypische Verlauf liege darin, dass die urspr&uuml;ngliche Vereinbarung kein Kapitalwahlrecht vorgesehen habe. Daran habe sich auch durch die Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG mit Wirkung ab 2005 nichts ge&auml;ndert, da der Altersvorsorgevertrag unver&auml;ndert geblieben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem erf&uuml;lle der im Jahr 2014 geschlossene &Auml;nderungsvertrag nicht die Voraussetzungen des AltZertG, da es sich um eine zertifizierungspflichtige Vertrags&auml;nderung gehandelt habe, die &Auml;nderung aber nicht zertifiziert worden sei. Daher sei das gef&ouml;rderte Altersvorsorgeverm&ouml;gen nicht unter den Voraussetzungen der in &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG genannten Fassungen des AltZertG ausgezahlt worden, so dass &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 i.V.m. Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG bereits unmittelbar anzuwenden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil und die Einspruchsentscheidung vom 03.11.2016 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2015 vom 16.08.2016 dahingehend zu &auml;ndern, dass der Betrag von 8.877&nbsp;EUR nicht mehr als Leistung nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG angesetzt wird, hilfsweise f&uuml;r einen Betrag von 8.928&nbsp;EUR den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG zu gew&auml;hren,<br \/>und dem Beklagten die Kosten des Nichtzulassungsbeschwerde- und Revisionsverfahrens aufzuerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist der Auffassung, die Einkommensteuerpflicht der Kapitalauszahlung dem Grunde nach sei nicht Gegenstand des Revisionsverfahrens, da die Revision nur wegen der Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG zugelassen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden. Kapitalabfindungen seien seit 2005 gesetzlich ausdr&uuml;cklich vorgesehen und damit nicht atypisch. In den F&auml;llen der Kleinbetragsrenten des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG sei die Abfindung vom Gesetzgeber sogar gewollt, da auf diese Weise unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hohe Verwaltungskosten vermieden werden k&ouml;nnten. Erst mit Wirkung ab dem 01.01.2018 habe der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;13 EStG angeordnet, dass &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG &quot;entsprechend&quot; anzuwenden sei. Damit bringe der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass der unmittelbare Anwendungsbereich der Vorschriften &uuml;ber den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz gerade nicht er&ouml;ffnet sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zwar die Einkommensteuerpflicht der Kapitalabfindung dem Grunde nach zutreffend bejaht (dazu unten 1.). Da die Vorinstanz aber die Vorschrift des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG &uuml;bersehen und demzufolge keine tats&auml;chlichen Feststellungen zu deren besonderen Voraussetzungen getroffen hat, muss die Sache zur Nachholung entsprechender Feststellungen und Tatsachenw&uuml;rdigungen an das FG zur&uuml;ckverwiesen werden (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kapitalabfindung ist in dem Umfang, mit dem das FA sie im angefochtenen Bescheid angesetzt hat, einkommensteuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Auffassung des FA ist auch diese Frage Gegenstand des Revisionsverfahrens. Vorliegend handelt es sich um einen einheitlichen Streitgegenstand (Einkommensteuer 2015), zu dem mehrere Rechtsfragen streitig sind. Zwar hat der Senat in seinem Zulassungsbeschluss &#8211;wie er im Tenor des dortigen Beschlusses ausdr&uuml;cklich ausgef&uuml;hrt hat&#8211; nur in Bezug auf die Norm des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG einen durchgreifenden Zulassungsgrund gesehen. Dies &auml;ndert aber nichts daran, dass ein Revisionskl&auml;ger in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung &#8211;im Rahmen des von ihm bereits vor dem FG gestellten Antrags, der hier nicht &uuml;berschritten ist&#8211; auch weitere Rechtsfragen streitig stellen kann (vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.01.2006&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;58\/04, BFHE 213, 291, BStBl II 2006, 707, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Recht hat das FA denjenigen Teil der Kapitalabfindung, der auf Betr&auml;gen (Eigenleistungen sowie Zinsen) beruht, die durch eine Altersvorsorgezulage oder den Sonderausgabenabzug nach &sect;&nbsp;10a EStG gef&ouml;rdert worden sind (8.877,97&nbsp;EUR), dem Besteuerungstatbestand des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bereits der Wortlaut dieser Regelung, nach der u.a. &quot;Leistungen aus Altersvorsorgevertr&auml;gen&quot; zu den steuerpflichtigen sonstigen Eink&uuml;nften geh&ouml;ren, ist erf&uuml;llt. Denn die Kapitalabfindung stellt eine Leistung aus dem von der Kl&auml;gerin abgeschlossenen Altersvorsorgevertrag dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt ungeachtet dessen, dass der Begriff des &quot;Altersvorsorgevertrags&quot; in &sect;&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG dahingehend definiert wird, dass es sich um einen Vertrag handeln muss, der nach &sect;&nbsp;5 AltZertG zertifiziert ist, und die Kl&auml;gerin die Auffassung vertritt, ihr Vertrag habe seine urspr&uuml;ngliche Zertifizierung verloren, weil die im Jahr 2014 vorgenommene Vertrags&auml;nderung (erstmalige Vereinbarung einer Kapitalisierungsm&ouml;glichkeit) nicht zertifiziert worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zum einen wird die Vertrags&auml;nderung, die zwischen dem Anbieter und der Kl&auml;gerin im Jahr 2014 vereinbart worden ist, durch &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltZertG von der Notwendigkeit einer Zertifizierung ausgenommen. Nach dieser Regelung ist eine erneute Zertifizierung des Vertrags nicht erforderlich, soweit der Anbieter unter Beibehaltung der vertraglichen Ausgestaltung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 AltZertG in der bis zum 31.12.2004 geltenden Fassung mit seinen Bestandskunden die einvernehmliche &Uuml;bernahme der in Art.&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa bis cc und ee AltEinkG enthaltenen &Auml;nderungen ganz oder teilweise vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind hier erf&uuml;llt. Die vertragliche Ausgestaltung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 AltZertG a.F. (Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten) blieb unver&auml;ndert; die M&ouml;glichkeit der Abfindung einer Kleinbetragsrente nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG wurde durch Art.&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;cc AltEinkG in den Katalog der Zertifizierungsvoraussetzungen nach &sect;&nbsp;1 AltZertG eingef&uuml;gt, so dass es gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltZertG keiner erneuten Zertifizierung einer entsprechenden Vertrags&auml;nderung bedurfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar vertritt die Kl&auml;gerin abweichend vom Wortlaut des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltZertG die Auffassung, nach Ende der Ansparphase sei &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltZertG nicht mehr anwendbar und beruft sich daf&uuml;r auf die Kommentierung von Baroch Castellv&iacute; (&sect;&nbsp;14 AltZertG, Rz&nbsp;4), in der es hei&szlig;t: &quot;Weil die Anpassungsm&ouml;glichkeit unbefristet einger&auml;umt ist, kann daher z.B. die Abfindung einer Kleinbetragsrente im jeweiligen Einzelfall auch noch unmittelbar vor Ende der Ansparphase vereinbart werden.&quot; Diese Literaturauffassung tr&auml;gt das Vorbringen der Kl&auml;gerin aber gerade nicht, weil auch Baroch Castellv&iacute; ausdr&uuml;cklich davon ausgeht, dass die Anpassungsm&ouml;glichkeit &quot;unbefristet&quot; einger&auml;umt worden ist. Die von ihm lediglich beispielhaft erw&auml;hnte M&ouml;glichkeit, die Abfindung einer Kleinbetragsrente unmittelbar vor dem Ende der Ansparphase zu vereinbaren, schlie&szlig;t ersichtlich nicht aus, dass eine solche Vereinbarung auch in dem Zeitraum zwischen dem &#8211;im Streitfall sehr fr&uuml;hzeitigen&#8211; Beginn des Bezugs von Altersrente und dem &#8211;hier wesentlich sp&auml;teren&#8211; vertraglichen Beginn der Auszahlungsphase des Altersvorsorgevertrags getroffen werden kann. Weshalb in einem solchen Fall entgegen dem Wortlaut des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltZertG eine ausdr&uuml;ckliche erneute Zertifizierung notwendig sein soll, deren Unterbleiben dann zu einer vollst&auml;ndigen Steuerfreiheit der Kapitalauszahlung f&uuml;hren soll, erschlie&szlig;t sich dem Senat nicht; auch der angef&uuml;hrten Kommentierung l&auml;sst sich die von der Kl&auml;gerin vertretene Rechtsfolge nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Unabh&auml;ngig davon ist der Senat der Auffassung, dass es die Systematik der nachgelagerten Besteuerung (zu dieser Systematik ausf&uuml;hrlich unten bb) gebietet, den Begriff des &quot;Altersvorsorgevertrags&quot; in &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG &#8211;insoweit abweichend von der Definition des &sect;&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG&#8211; dahingehend zu verstehen, dass hierf&uuml;r das Vorhandensein eines Altersvorsorgevertrags gen&uuml;gt, ohne zus&auml;tzlich vorauszusetzen, dass dieser auch noch im Zeitpunkt der Vornahme der Auszahlung zertifiziert sein muss. Nach der Systematik des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG kommt es nicht auf die (aktuelle) Zertifizierung des Vertrags im Ganzen an, sondern vielmehr darauf, ob f&uuml;r den einzelnen zuvor geleisteten <em>Beitrag<\/em> die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;10a oder des Abschn.&nbsp;XI des EStG &#8211;zu denen die Zertifizierung geh&ouml;rt&#8211; vorgelegen haben (vgl. &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die einkommensteuerrechtliche Bedeutung der Zertifizierung beschr&auml;nkt sich demgegen&uuml;ber darauf, f&uuml;r Beitr&auml;ge, die auf einen entsprechend zertifizierten Vertrag gezahlt werden, die M&ouml;glichkeit zur Gew&auml;hrung der Altersvorsorgezulage (&sect;&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG) sowie den Sonderausgabenabzug nach &sect;&nbsp;10a EStG (vgl. &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 EStG, der auf &sect;&nbsp;82 EStG verweist) zu er&ouml;ffnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegenteilige, von der Kl&auml;gerin vertretene Auslegung w&uuml;rde es den Steuerpflichtigen erlauben, bei einem zertifizierten Vertrag, f&uuml;r den sie in der Ansparphase die steuerliche F&ouml;rderung in Anspruch genommen haben, kurz vor Beginn der Auszahlungsphase mit dem Anbieter eine Vertrags&auml;nderung zu vereinbaren, die sie nicht zertifizieren lassen. Der Senat kann der gesetzlichen Systematik nicht entnehmen, dass allein eine solche Vertrags&auml;nderung dazu f&uuml;hren soll, dass s&auml;mtliche k&uuml;nftigen Auszahlungen aus diesem Vertrag nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG der Besteuerung unterworfen werden sollen. Auch den von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Kommentarstellen (Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;170, 171, 173; Lindberg, in Frotscher\/Geurts, EStG, Freiburg 2018, &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;195a) l&auml;sst sich nicht entnehmen, dass dort eine solche Auslegung bef&uuml;rwortet w&uuml;rde; die genannten Autoren &auml;u&szlig;ern sich zu der von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Rechtsfrage vielmehr nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Anwendung des Besteuerungstatbestands des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG im Streitfall entspricht auch dem Zweck dieser Norm. Sie setzt das System der &quot;nachgelagerten Besteuerung&quot;, das seit 2005 sowohl der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbez&uuml;gen der Basisversorgung (erste Schicht des sog. Drei-Schichten-Modells) als auch der steuerlich gef&ouml;rderten freiwilligen privaten Altersvorsorge (Teil der zweiten Schicht) zugrunde liegt, f&uuml;r den letztgenannten Sachbereich in positives Recht um. Bei der vorliegend in Rede stehenden Kapitalabfindung handelt es sich um die Auszahlung aus einem zweckgebundenen Altersvorsorgeverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin, das sie durch Beitr&auml;ge aufgebaut hat, f&uuml;r die sie die steuerliche F&ouml;rderung &#8211;Altersvorsorgezulage oder Sonderausgabenabzug&#8211; in Anspruch genommen hatte. Da ihre Aufwendungen mithin einkommensteuerlich entlastet waren und es aufgrund der Regelung des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG trotz der vorzeitigen Kapitalisierung der laufenden Rentenanspr&uuml;che endg&uuml;ltig bei dieser Entlastung blieb, entspricht es der &#8211;klar erkennbaren&#8211; gesetzlichen Systematik, die Auszahlung des mit den Beitr&auml;gen und den gutgeschriebenen Zinsen aufgebauten Kapitals &quot;nachgelagert&quot; zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem stehen auch die weiteren Einwendungen der Kl&auml;gerin nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 EStG &#8211;mit der Folge der einkommensteuerlichen Erfassung der Kapitalabfindung nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG statt nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG&#8211; ist in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG weder unmittelbar noch entsprechend anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Die Auffassung der Kl&auml;gerin, in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG handele es sich letztlich ebenfalls um eine sch&auml;dliche Verwendung, steht zu dem klaren Wortlaut dieser Regelung in Widerspruch. Denn danach gelten Auszahlungen zur Abfindung einer Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase gerade nicht als sch&auml;dliche Verwendung. Auch der Umstand, dass &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG die &#8211;f&uuml;r sch&auml;dliche Verwendungen geltende&#8211; Regelung des &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG f&uuml;r entsprechend anwendbar erkl&auml;rt, &auml;ndert daran nichts. Denn dies betrifft lediglich die Pflicht des Anbieters, die Kapitalauszahlung der zentralen Stelle anzuzeigen. Die S&auml;tze&nbsp;2 bis&nbsp;4 des &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 EStG, die weitere besondere Pflichten des Anbieters und der zentralen Stelle in F&auml;llen der sch&auml;dlichen Verwendung regeln, gelten bei einer unsch&auml;dlichen Kapitalauszahlung nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG gerade nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die Kl&auml;gerin bringt weiter vor, die &Uuml;bertragung von gef&ouml;rdertem Altersvorsorgeverm&ouml;gen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs werde durch &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1a EStG ebenfalls als nicht sch&auml;dliche Verwendung fingiert, l&ouml;se aber keine einkommensteuerlichen Folgen aus. Dies m&uuml;sse dann auch f&uuml;r die Kapitalabfindung gelten, die vom Gesetz ebenfalls als nicht sch&auml;dliche Verwendung fingiert werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem kann der Senat gleichfalls nicht folgen. Die &Uuml;bertragung im Rahmen eines Versorgungsausgleichs l&auml;sst die Bindung des gef&ouml;rderten Altersvorsorgeverm&ouml;gens f&uuml;r die Altersvorsorge unber&uuml;hrt; es gelangt nicht in die Verf&uuml;gungsmacht des Steuerpflichtigen (oder seines Ehegatten). Die Kapitalauszahlung f&uuml;hrt hingegen zum endg&uuml;ltigen Wegfall der den Steueraufschub rechtfertigenden Zweckbindung. Das Kapital gelangt in die freie Verf&uuml;gungsmacht des Steuerpflichtigen, so dass die Auszahlung der letztm&ouml;gliche Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r die nachgelagerte Besteuerung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(c) Ob die unsch&auml;dliche Verwendung &#8211;in Form der durch &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG zugelassenen Kapitalabfindung von Kleinbetragsrenten&#8211; im Streitfall einkommensteuerlich st&auml;rker belastet wird als eine sch&auml;dliche Verwendung, steht zum einen noch nicht fest, da dies von der &#8211;bisher nicht entscheidungsreifen&#8211; Frage der Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG abh&auml;ngig sein d&uuml;rfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen ist eine solche rein wirtschaftlich orientierte Vorteilsrechnung f&uuml;r die Auslegung des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG auch unerheblich. Die differenzierende gesetzliche Regelung ist jedenfalls systemgerecht: Eine Kapitalabfindung nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG stellt eine Leistung aus einem Altersvorsorgevertrag dar, die im Einklang mit den hierf&uuml;r geltenden gesetzlichen Regelungen ausgezahlt wird. Die Kl&auml;gerin darf daher die ihr in der Vergangenheit gew&auml;hrte steuerliche F&ouml;rderung behalten; im Gegenzug unterliegt die Auszahlung aus dem Altersvorsorgevertrag der nachgelagerten Besteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleicherma&szlig;en systemgerecht ist es, wenn das Gesetz in F&auml;llen der sch&auml;dlichen Verwendung die R&uuml;ckforderung der in der Vergangenheit gew&auml;hrten Zulagen und Steuervorteile vorsieht, daf&uuml;r aber der verbleibende Auszahlungsbetrag nur in H&ouml;he der Differenz zu den eingezahlten Beitr&auml;gen besteuert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass die Kapitalabfindung &#8211;und damit die Zuordnung zu einem bestimmten Besteuerungsregime&#8211; im Streitfall auf einer freien Entscheidung der Kl&auml;gerin beruhte. Ohne die Vertrags&auml;nderung, an der sie aktiv und freiwillig mitgewirkt hat, w&auml;re eine solche Kapitalabfindung von vornherein nicht zul&auml;ssig gewesen. Ob &#8211;wie die Kl&auml;gerin ohne n&auml;here Substantiierung behauptet&#8211; der finanzielle Vorteil der Bank aus den Entgelten, die die Kl&auml;gerin mit der Bank vereinbart hatte, h&ouml;her ist als der finanzielle Vorteil der Kl&auml;gerin aus der steuerlichen F&ouml;rderung, ist f&uuml;r die Auslegung des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG gleichfalls unerheblich. Denn es war allein die freie Entscheidung der Kl&auml;gerin, ob bzw. mit welchem Anbieter sie einen Altersvorsorgevertrag abschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auf die der Kl&auml;gerin im Streitjahr 2015 zugeflossene Abfindung sind die einkommensteuerrechtlichen Vorschriften f&uuml;r das Streitjahr anzuwenden, nicht aber die Regelungen des im Zeitpunkt des Abschlusses des urspr&uuml;nglichen Altersvorsorgevertrags (2003) geltenden EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2003 war eine Kapitalabfindung noch nicht in den Katalog unsch&auml;dlicher Verwendungen aufgenommen, so dass das EStG seinerzeit keine besonderen Regelungen zur Besteuerung derartiger Abfindungen enthielt. Ungeachtet dessen ist die vom FA zugrunde gelegte Gesetzesfassung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 des im Streitjahr geltenden EStG f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2015 anzuwenden. Nach dem Zuflussprinzip (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 EStG) gilt dies auch f&uuml;r die am 02.01.2015 zugeflossene Kapitalabfindung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Anwendung der f&uuml;r das Jahr 2015 geltenden einkommensteuerrechtlichen Vorschriften eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung darstellen w&uuml;rde, macht nicht einmal die Kl&auml;gerin selbst geltend. Dies w&auml;re auch fernliegend, da sie ihre Disposition zugunsten der nachtr&auml;glichen Vereinbarung einer Kapitalisierung ihrer Anspr&uuml;che nicht etwa bereits 2003, sondern erst im Jahr 2014 getroffen hat, in dem sich die einkommensteuerrechtliche Lage insoweit nicht von der des Zuflussjahres 2015 unterschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenfalls zu Recht hat das FA die Auszahlung der nicht gef&ouml;rderten Zinsen (51,88&nbsp;EUR) nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG besteuert. Da die Kl&auml;gerin dies im Revisionsverfahren nicht mehr angreift, sieht der Senat insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Hinsichtlich der Frage, ob die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG) auf die Kapitalabfindung vorliegen, ist der Rechtsstreit nicht entscheidungsreif. &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;13 EStG ist im Streitjahr noch nicht anwendbar und hat f&uuml;r die fr&uuml;heren Zeitr&auml;ume keine entscheidende Bedeutung (dazu unten a). Auch hat das FG zu Recht das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG verneint (unten b). Es hat aber keine Feststellungen zu den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG getroffen (unten c), so dass der Rechtsstreit an die Vorinstanz zur&uuml;ckverwiesen werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erst mit Wirkung ab dem 01.01.2018 (vgl. Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;9 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b des Betriebsrentenst&auml;rkungsgesetzes vom 17.08.2017, BGBl I 2017, 3214) ist dem &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG ein Satz&nbsp;13 angef&uuml;gt worden, wonach f&uuml;r Leistungen aus Altersvorsorgevertr&auml;gen nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG die in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG geregelte Steuersatzerm&auml;&szlig;igung entsprechend anzuwenden ist. Im Streitjahr 2015 konnte diese Rechtsfolge der Besteuerung der Kapitalabfindung nicht zugrunde gelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die sp&auml;tere ausdr&uuml;ckliche gesetzliche Regelung kann f&uuml;r die rechtliche Beurteilung fr&uuml;herer Zeitr&auml;ume nicht von entscheidender Bedeutung sein. Zwar hei&szlig;t es in der Begr&uuml;ndung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Betriebsrentenst&auml;rkungsgesetz vom 22.02.2017 (BTDrucks 18\/11286, 63), vor dem Inkrafttreten des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;13 EStG sei die Gew&auml;hrung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nicht in Betracht gekommen, da eine Kapitalabfindung stets auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Anbieter und dem Steuerpflichtigen beruhe. Auch wenn einer solchen &Auml;u&szlig;erung eines &#8211;sp&auml;teren&#8211; Gesetzgebers mitunter eine gewisse Indizwirkung f&uuml;r die in fr&uuml;heren Jahren geltende Rechtslage beigemessen werden mag, ist durch die Auslegung der im Streitjahr 2015 geltenden gesetzlichen Regelungen zu ermitteln, ob &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG seinerzeit auf Kapitalauszahlungen nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 EStG anwendbar war oder nicht (vgl. dazu die nachfolgenden Ausf&uuml;hrungen unter b und c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG kommen als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte u.a. Entsch&auml;digungen i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 EStG in Betracht. Die Voraussetzungen dieser Vorschrift hat das FG mit zutreffenden Erw&auml;gungen verneint. Die Kapitalisierung eines Anspruchs auf laufende Zahlungen stellt grunds&auml;tzlich keine Entsch&auml;digung dar (vgl. BFH-Urteile vom 21.09.1993&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;53\/89, BFHE 172, 349, unter II.1., und vom 14.01.2004&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;37\/02, BFHE 205, 96, BStBl II 2004, 493, unter II.1.c). Dar&uuml;ber hinaus setzt die Annahme einer Entsch&auml;digung in F&auml;llen, in denen die entsprechende Zahlung auf einer einvernehmlichen Vertrags&auml;nderung beruht, voraus, dass der Steuerpflichtige dabei unter rechtlichem, wirtschaftlichem oder tats&auml;chlichem Druck gehandelt hat (vgl. BFH-Urteil vom 24.06.2009&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;94\/06, BFHE 225, 398, unter II.2.a). Daf&uuml;r ist vorliegend nichts ersichtlich. All dies ist zwischen den Beteiligten zu Recht nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob die Kapitalabfindung als Verg&uuml;tung f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG) anzusehen ist, hat das FG hingegen nicht gepr&uuml;ft, obwohl die Kl&auml;gerin sich bereits erstinstanzlich auf diesen Tatbestand berufen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat in einem Parallelverfahren mit Urteil vom 11.06.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;7\/18 (BFHE 265, 175, BStBl II 2019, 583, Rz&nbsp;21 ff.) entschieden, dass in F&auml;llen wie dem vorliegenden zwar grunds&auml;tzlich von einer Verg&uuml;tung f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten auszugehen ist, die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes aber zus&auml;tzlich die &quot;Au&szlig;erordentlichkeit&quot; dieser Eink&uuml;nfte erfordert und dies in den F&auml;llen, in denen es um die Beg&uuml;nstigung einer Einmalzahlung nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG geht, voraussetzt, dass eine solche Einmalzahlung &#8211;hier: die Kapitalisierung laufender Anspr&uuml;che auf Altersbez&uuml;ge&#8211; f&uuml;r den betreffenden Lebens-, Wirtschafts- und Regelungsbereich atypisch ist. Ob dar&uuml;ber hinaus in dem konkreten Vertrag die M&ouml;glichkeit einer Kapitalabfindung bereits von Anfang an vorgesehen war oder nicht, stellt sich danach als ein Indiz dar, das allenfalls gewisse R&uuml;ckschl&uuml;sse darauf zulassen mag, ob eine Kapitalabfindung im betreffenden Lebens- oder Wirtschaftsbereich typisch oder atypisch ist, aber nicht von allein entscheidender Bedeutung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben l&auml;sst sich die Beg&uuml;nstigung &#8211;anders als die Kl&auml;gerin meint&#8211; nicht allein auf den vom FG festgestellten Umstand st&uuml;tzen, dass der urspr&uuml;ngliche Altersvorsorgevertrag keine Kapitalisierungsm&ouml;glichkeit vorsah. Vielmehr ist entscheidend, ob die Kapitalisierung laufender Rentenanspr&uuml;che im Bereich der Altersvorsorgevertr&auml;ge (&sect;&sect;&nbsp;82&nbsp;ff. EStG) als atypisch anzusehen ist. Die hierzu erforderlichen Feststellungen hat das FG nicht getroffen; der Senat ist als Revisionsgericht nicht in der Lage, sie selbst zu treffen. F&uuml;r das Verfahren im zweiten Rechtsgang nimmt der Senat auf die Hinweise in seinem Urteil in BFHE 265, 175, BStBl II 2019, 583, Rz&nbsp;27&nbsp;ff. Bezug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Antrag der Kl&auml;gerin, die Kosten der Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde und der Revision &#8211;unabh&auml;ngig vom Ausgang des Verfahrens im zweiten Rechtsgang&#8211; dem FA aufzuerlegen, konnte der Senat nicht nachkommen, da hierf&uuml;r keine Rechtsgrundlage existiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2019, X R 39\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.061119.XR39.17.0 Einkommensteuerliche Behandlung von Kapitalabfindungen f&uuml;r Kleinbetragsrenten aus Altersvorsorgevertr&auml;gen Leits&auml;tze 1. Die auf der Grundlage des &sect; 93 Abs. 3 EStG f&ouml;rderunsch&auml;dlich ausgezahlte Kapitalabfindung einer Kleinbetragsrente ist nach &sect; 22 Nr. 5 Satz 1 EStG in vollem Umfang einkommensteuerpflichtig. 2. Die Anwendung des &sect; 22 Nr. 5 Satz 1 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-39-17-einkommensteuerliche-behandlung-von-kapitalabfindungen-fuer-kleinbetragsrenten-aus-altersvorsorgevertraegen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;39\/17 &#8211; Einkommensteuerliche Behandlung von Kapitalabfindungen f&uuml;r Kleinbetragsrenten aus Altersvorsorgevertr&auml;gen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71939\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}