{"id":71940,"date":"2020-02-15T18:06:48","date_gmt":"2020-02-15T16:06:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71940"},"modified":"2020-02-15T18:06:48","modified_gmt":"2020-02-15T16:06:48","slug":"v-r-30-16-zur-koerperschaftsteuerpflicht-einer-stiftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-30-16-zur-koerperschaftsteuerpflicht-einer-stiftung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Zur K&ouml;rperschaftsteuerpflicht einer Stiftung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2019, V R 30\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.131119.VR30.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur K&ouml;rperschaftsteuerpflicht einer Stiftung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der Verzicht auf das Satzungserfordernis durch eine gleichheitsrechtlich gebotene Einschr&auml;nkung der &sect;&sect; 60, 61 AO kommt jedenfalls dann nicht in Betracht, wenn der von der Stifterin im Zeitpunkt des Erbfalles vorgegebene Stiftungszweck in einer Weise unbestimmt geblieben ist, dass dadurch allein nicht gepr&uuml;ft werden kann, ob der Verwendungszweck steuerbeg&uuml;nstigt ist (Erg&auml;nzung zum BFH-Urteil vom 06.06.2019 &#8211; V R 50\/17, BFHE 265, 170, BStBl II 2019, 782).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 16.04.2015 &#8211; 4 K 1685\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Steuerbefreiung der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wegen Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r die Zeit zwischen dem Todestag der Stifterin und der Anerkennung der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Stifterin verstarb am 06.03.2009. In einem notariellen Testament vom 22.07.1998 benannte sie die A-Stiftung als Erbin. Dazu f&uuml;hrte sie in dem Testament aus &quot;Sollte es mir nicht m&ouml;glich sein, zu Lebzeiten die Stiftung zu gr&uuml;nden, soll dies durch den Testamentsvollstrecker erfolgen&quot;. Am 13.03.2003 verf&uuml;gte sie u.a. &quot;&#8230; ich k&ouml;nnte mir vorstellen, dass die A Stiftung f&uuml;r die Behandlung kranker Kinder in der Universit&auml;tsklinik eingesetzt wird &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Tod der Stifterin vollzog der Testamentsvollstrecker das Stiftungsgesch&auml;ft und legte die Stiftungssatzung mit Schreiben vom 09.12.2009 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit der Bitte um Bearbeitung und Genehmigung vor, damit die Stiftung r&uuml;ckwirkend als Erbe eingesetzt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Einschaltung der Stiftungsaufsicht durch den Testamentsvollstrecker wurde das unvollst&auml;ndig verfasste Stiftungsgesch&auml;ft erg&auml;nzt und die Kl&auml;gerin am 27.12.2012 vom Nachlassgericht als rechtskr&auml;ftige Stiftung des b&uuml;rgerlichen Rechts anerkannt. Stiftungszweck ist die F&ouml;rderung von begabten Kindern und Jugendlichen und Studenten, die F&ouml;rderung der Wissenschaft und Forschung und die Unterst&uuml;tzung von kranken Kindern der Universit&auml;tsklinik in Frankfurt, wobei die Satzung Beispiele benennt, mit denen die einzelnen Zwecke gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zur Anerkennung der Kl&auml;gerin erfolgte keine Auszahlung aus dem Nachlassverm&ouml;gen. Die Kl&auml;gerin unterstand in dieser Zeit der Stiftungsaufsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte mit K&ouml;rperschaftsteuerbescheid vom 30.12.2013 f&uuml;r die Streitjahre (2009 bis 2011) auf die erzielten Eink&uuml;nfte der Stiftung K&ouml;rperschaftsteuer fest. Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Eine Steuerbefreiung komme in den Streitjahren (2009 bis 2011) nicht in Betracht, da die formellen Satzungsvoraussetzungen f&uuml;r eine gemeinn&uuml;tzige Stiftung nicht vorl&auml;gen. Die Kl&auml;gerin erf&uuml;lle in den Streitjahren nicht die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG<span style=\"text-decoration:underline\">)<\/span>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision, die sie auf Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG, &sect;&nbsp;60 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;, &sect;&nbsp;83 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches &#8211;BGB&#8211;) st&uuml;tzt. In der Zeit zwischen dem Erbfall und der Anerkennung der Stiftung von Todes wegen stehe das nachgelassene Verm&ouml;gen unter staatlicher Aufsicht. Dadurch sei sichergestellt, dass die Mittel insgesamt durch die zu errichtende Stiftung sp&auml;ter einer gemeinn&uuml;tzigen Verwendung zugef&uuml;hrt w&uuml;rden. Dies sei bei der Auslegung des &sect;&nbsp;60 AO zu ber&uuml;cksichtigen. Jedenfalls aber sei &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;2 AO im Wege einer teleologischen Reduktion nicht auf in Gr&uuml;ndung befindliche Stiftungen zwischen dem Tod des Stifters und der Anerkennung der Stiftung anzuwenden, wenn eine Mittelfehlverwendung ausgeschlossen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil, die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide vom 30.12.2013 und die Einspruchsentscheidung vom 27.07.2015 aufzuheben und die Gemeinn&uuml;tzigkeit anzuerkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin zwar subjektiv k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig ist, die Voraussetzungen einer Steuerbefreiung aber nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin ist in den Streitjahren (2009 bis 2011) unbeschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KStG sind juristische Personen des privaten Rechts, die ihre Gesch&auml;ftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben, unbeschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig. Die Steuerpflicht beginnt mit der zivilrechtlich wirksamen Gr&uuml;ndung. Zur Entstehung einer rechtsf&auml;higen Stiftung sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 BGB das Stiftungsgesch&auml;ft und die Anerkennung durch die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde des Landes erforderlich, in dem die Stiftung ihren Sitz haben soll. Das war in den Streitjahren zwar noch nicht der Fall. Die Kl&auml;gerin gilt aber als juristische Person &quot;Stiftung&quot; schon vor dem Tode der Stifterin entstanden. Denn nach &sect;&nbsp;84 BGB gilt eine Stiftung, die &#8211;wie hier&#8211; erst nach dem Tode des Stifters als rechtsf&auml;hig anerkannt wird, f&uuml;r die Zuwendungen des Stifters als schon vor dessen Tod entstanden. Die R&uuml;ckwirkungsfiktion des &sect;&nbsp;84 BGB gilt auch im Steuerrecht (vgl. hierzu im Einzelnen Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 06.06.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;50\/17, BFHE 265, 170, BStBl&nbsp;II 2019, 782, Rz&nbsp;13, 14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin ist in den Streitjahren nicht nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit. Nach dieser Vorschrift sind K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen, die nach der Satzung, dem Stiftungsgesch&auml;ft oder der sonstigen Verfassung und nach der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dienen (&sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 AO), von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG nimmt unmittelbar Bezug auf &sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 AO. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;59 AO wird die Steuerverg&uuml;nstigung gew&auml;hrt, wenn sich aus der Satzung, dem Stiftungsgesch&auml;ft oder der sonstigen Verfassung (Satzung im Sinne dieser Vorschriften) ergibt, welchen Zweck die K&ouml;rperschaft verfolgt, dass dieser Zweck den Anforderungen der &sect;&sect;&nbsp;52 bis 55 AO entspricht und dass er ausschlie&szlig;lich und unmittelbar verfolgt wird. Die tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung muss diesen Satzungsbestimmungen entsprechen. &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;1 AO schreibt vor, dass eine steuerlich ausreichende Verm&ouml;gensbindung (&sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 AO) nur dann vorliegt, wenn der Zweck, f&uuml;r den das Verm&ouml;gen bei Aufl&ouml;sung oder Aufhebung der K&ouml;rperschaft oder bei Wegfall ihres bisherigen Zweckes verwendet werden soll, in der Satzung so genau bestimmt wird, dass aufgrund der Satzung gepr&uuml;ft werden kann, ob der Verwendungszweck steuerbeg&uuml;nstigt ist. Dabei muss die Satzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;2 AO den vorgeschriebenen Erfordernissen bei der K&ouml;rperschaftsteuer und bei der Gewerbesteuer nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift w&auml;hrend des ganzen Veranlagungs- oder Bemessungszeitraums entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine diesen Anforderungen gen&uuml;gende Satzung lag in den Streitjahren nicht vor. Die Voraussetzung einer Satzung in den Veranlagungszeitr&auml;umen der Streitjahre ist auch nicht mit der Anerkennung der Kl&auml;gerin als rechtsf&auml;hige Stiftung im Jahr 2012 r&uuml;ckwirkend f&uuml;r die Streitjahre erf&uuml;llt. Denn die R&uuml;ckwirkungsfiktion des &sect;&nbsp;84 BGB wirkt sich nicht auf die in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG geregelten Voraussetzungen der Steuerbefreiung aus (BFH-Urteil in BFHE 265, 170, BStBl&nbsp;II 2019, 782, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;2 AO kann auch nicht einschr&auml;nkend mit dem Ergebnis eines Verzichts auf das Satzungserfordernis ausgelegt werden. Wie der Senat bereits in seinem Urteil in BFHE 265, 170, BStBl&nbsp;II 2019, 782 (Rz&nbsp;19, 20) ausgef&uuml;hrt hat, st&uuml;nde ein derartiger Verzicht nicht mit dem Wortlaut des Gesetzes und seinem Zweck im Einklang. Hierauf verweist der erkennende Senat &#8211;um Wiederholungen zu vermeiden&#8211; zur weiteren Begr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch eine auf den Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 des Grundgesetzes gest&uuml;tzte einschr&auml;nkende Auslegung der &sect;&sect;&nbsp;60, 61 AO oder deren teleologische Reduktion (vgl. dazu BFH-Urteil vom 21.02.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFHE 240, 487, BStBl&nbsp;II 2013, 529) kommt vorliegend nicht in Betracht. Ein dadurch bedingter Verzicht auf das Satzungserfordernis k&ouml;nnte allenfalls in F&auml;llen in Erw&auml;gung zu ziehen sein, in denen die Zweckbindung in gleicher Weise wie bei einer den Anforderungen der &sect;&sect;&nbsp;60, 61 AO gen&uuml;genden Satzung sichergestellt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Indes braucht der Senat im Streitfall hier&uuml;ber nicht zu entscheiden: Denn vorliegend war der Stiftungszweck von der Stifterin im Zeitpunkt des Erbfalles mit der &Uuml;berlegung, dass sie sich &quot;&#8230; vorstellen (k&ouml;nne), dass die A Stiftung f&uuml;r die Behandlung kranker Kinder in der Universit&auml;tsklinik eingesetzt wird &#8230;&quot;, in keiner Weise so hinreichend bestimmt, um von dem Satzungserfordernis absehen zu k&ouml;nnen. Eine solch ungewisse Zweckbindung in der Zeit zwischen dem Tod der Stifterin und der Anerkennung der Kl&auml;gerin ist nicht vergleichbar mit der in &sect;&sect;&nbsp;60, 61 AO geregelten satzungsm&auml;&szlig;igen Verm&ouml;gensbindung. Es kann allein dadurch nicht gepr&uuml;ft werden, ob der Verwendungszweck steuerbeg&uuml;nstigt ist. Derartige im Unbestimmten und Vagen verbliebene Bestrebungen der Stifterin bilden nicht die Grundlage f&uuml;r eine am Gleichheitssatz orientierte Einschr&auml;nkung des Satzungserfordernisses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.11.2019, V R 30\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.131119.VR30.16.0 Zur K&ouml;rperschaftsteuerpflicht einer Stiftung Leits&auml;tze NV: Der Verzicht auf das Satzungserfordernis durch eine gleichheitsrechtlich gebotene Einschr&auml;nkung der &sect;&sect; 60, 61 AO kommt jedenfalls dann nicht in Betracht, wenn der von der Stifterin im Zeitpunkt des Erbfalles vorgegebene Stiftungszweck in einer Weise unbestimmt geblieben ist, dass dadurch allein nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-30-16-zur-koerperschaftsteuerpflicht-einer-stiftung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Zur K&ouml;rperschaftsteuerpflicht einer Stiftung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71940"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71940\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}