{"id":71941,"date":"2020-02-15T18:07:03","date_gmt":"2020-02-15T16:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71941"},"modified":"2020-02-15T18:07:03","modified_gmt":"2020-02-15T16:07:03","slug":"x-b-132-19-ort-der-akteneinsicht-durch-einen-insolvenzverwalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-132-19-ort-der-akteneinsicht-durch-einen-insolvenzverwalter\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;132\/19 &#8211; Ort der Akteneinsicht durch einen Insolvenzverwalter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2019, X B 132\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.281119.XB132.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ort der Akteneinsicht durch einen Insolvenzverwalter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines zum Insolvenzverwalter bestellten Rechtsanwalts stellen keine Dienstr&auml;ume i.S. von &sect; 78 Abs. 3 Satz 1 FGO dar (Anschluss an BFH-Beschluss vom 04.07.2019 &#8211; VIII B 51\/19, BFH\/NV 2019, 1235, Rz 8 ff.).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Auch unter Geltung der Neufassung des &sect; 78 Abs. 3 Satz 1 FGO kann jedenfalls in eng begrenzten Ausnahmef&auml;llen zur Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs und aus Gr&uuml;nden der Waffengleichheit der Beteiligten ein Anspruch auf Einsicht in Papierform gef&uuml;hrter Akten in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen eines Prozessbevollm&auml;chtigten oder Insolvenzverwalters bestehen (Anschluss an BFH-Beschluss vom 04.07.2019 &#8211; VIII B 51\/19, BFH\/NV 2019, 1235, Rz 13 ff.).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Weder ein Prozessbevollm&auml;chtigter noch ein Insolvenzverwalter haben Anspruch darauf, dass eine Akteneinsicht in Dienstr&auml;umen ohne Beisein einer\/eines dortigen Bediensteten stattfindet.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 09.09.2019 &#8211; 2 K 146\/18 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) ist Rechtsanwalt mit Sitz in X. Er ist zum Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Y bestellt. Das zuvor von Y beim Nieders&auml;chsischen Finanzgericht (FG) anh&auml;ngig gemachte Klageverfahren ist seit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens kraft Gesetzes unterbrochen (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;240 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zuge der Anfrage des FG, ob der Antragsteller das Klageverfahren in seiner Eigenschaft als Insolvenzverwalter aufnehme, bat dieser um Akteneinsicht. Seinen Antrag, die Akten in seinen Kanzleir&auml;umen einzusehen, lehnte das FG ab, &uuml;bersandte diese aber nach weiterem Schriftwechsel auf Bitte des Antragstellers zur Einsichtnahme an das Finanzamt (FA) X. Im &Uuml;bersendungsschreiben an das FA hei&szlig;t es, die Akten d&uuml;rften nicht ausgeh&auml;ndigt und nur unter Aufsicht eingesehen werden, um jegliche Ver&auml;nderung am Akteninhalt auszuschlie&szlig;en. Die vom Antragsteller am 09.04.2019 beabsichtigte Akteneinsicht beim FA blieb aus, da er es ablehnte, die Einsicht in Gegenwart eines dortigen Bediensteten vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragte am 10.04.2019 erneut Akteneinsicht in seinen Kanzleir&auml;umen, hilfsweise beim FA X, allerdings ohne Beisein einer Aufsichtsperson. Das FG habe nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen &uuml;ber eine Einsichtnahme in den Kanzleir&auml;umen zu befinden. Zu seinen Gunsten sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Akten derzeit wegen des unterbrochenen Klageverfahrens beim Gericht nicht ben&ouml;tigt w&uuml;rden, eine Aufnahme des Rechtsstreits und damit die Notwendigkeit einer gerichtlichen Entscheidung noch nicht feststehe, der Kanzleisitz mehr als 140&nbsp;km vom Gerichtsstandort entfernt liege, ein Aktenverlust bei &Uuml;bersendung in seine Kanzleir&auml;ume ausgeschlossen werden k&ouml;nne und auch hierdurch die Wahrung des Steuergeheimnisses sichergestellt bleibe. Auch die Anordnung einer Aufsicht sei rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 09.09.2019 lehnte das FG den Antrag ab. Der Antragsteller habe keinen Anspruch auf Akteneinsicht in seinen Kanzleir&auml;umen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO, da diese R&auml;umlichkeiten keine Dienstr&auml;ume i.S. des Gesetzes seien. Er habe zudem keine hinreichenden Gr&uuml;nde daf&uuml;r vorgetragen, weshalb ausnahmsweise eine im Ermessen des Gerichts stehende &Uuml;bersendung der Akten in die Kanzleir&auml;ume in Betracht komme. Die Einsichtnahme k&ouml;nne &#8211;wie auch hilfsweise beantragt&#8211; in den R&auml;umen des FA X erfolgen, wobei das Begehren des Antragstellers, ihm eine Einsichtnahme ohne Beiziehung einer Aufsichtsperson zu erm&ouml;glichen, u.a. aus organisatorischen Gr&uuml;nden abzulehnen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Beschwerde des Antragstellers, der das FG nicht abgeholfen hat. Der Antragsteller vertritt die Ansicht, seine Kanzleir&auml;ume seien als Dienstr&auml;ume i.S. von &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO anzusehen. In jedem Fall erweise sich die vom FG angebotene Einsichtnahme im FA X &quot;unter Aufsicht&quot; als eine offenkundige und rechtswidrige G&auml;ngelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig. Die Entscheidung &uuml;ber die Art und Weise der Gew&auml;hrung von Akteneinsicht ist nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 FGO beschwerdef&auml;hig; sie stellt keine prozessleitende Verf&uuml;gung i.S. von Abs.&nbsp;2 der Vorschrift dar (statt vieler Senatsbeschluss vom 15.07.2008&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;5\/08, BFH\/NV 2008, 1695, unter II.1., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist allerdings unbegr&uuml;ndet. Die angefochtene Entscheidung, dem Antragsteller weder Akteneinsicht in seinen Kanzleir&auml;umen zu gew&auml;hren (unter a), noch anzuordnen, die hilfsweise im FA X zu erm&ouml;glichende Einsicht ohne Gegenwart eines dortigen Bediensteten vorzunehmen (unter b), verletzt den Antragsteller nicht in seinen Rechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Antragsteller hat keinen Anspruch auf Akteneinsicht in seinen Kanzleir&auml;umen. Ein solcher ergibt sich nicht aus &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO (unter aa). Ebenso wenig gebieten es verfassungsrechtliche Grunds&auml;tze, ausnahmsweise die Einsichtnahme in den Kanzleir&auml;umen zu gew&auml;hren (unter bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO enth&auml;lt seit dem 01.01.2018 (Art.&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes zur Einf&uuml;hrung der elektronischen Akte in der Justiz und zur weiteren F&ouml;rderung des Rechtsverkehrs vom 05.07.2017, BGBl I 2017, 2208) eine Regelung f&uuml;r den Ort der Akteneinsicht, wenn die Prozessakten &#8211;wie im Streitfall&#8211; (noch) in Papierform gef&uuml;hrt werden. Die Vorschrift bestimmt ausdr&uuml;cklich den Ort der Einsichtnahme und legt hierbei fest, dass die Akteneinsicht durch Einsichtnahme in die Akten in Dienstr&auml;umen gew&auml;hrt wird. Nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift kann die Akteneinsicht, soweit nicht wichtige Gr&uuml;nde entgegenstehen, auch durch Bereitstellung des Inhalts der Akten zum Abruf gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der VIII.&nbsp;Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Beschluss vom 04.07.2019&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;51\/19, BFH\/NV 2019, 1235) insbesondere unter Bezugnahme auf die Begr&uuml;ndung des vorgenannten Gesetzes (vgl. BRDrucks 236\/16, 57) dargelegt, dass Dienstr&auml;ume i.S. von &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO nicht nur die R&auml;umlichkeiten des zur Entscheidung berufenen Gerichts, sondern ebenso solche seien, die vor&uuml;bergehend oder dauernd dem &ouml;ffentlichen Dienst zur Aus&uuml;bung dienstlicher T&auml;tigkeiten dienten und &uuml;ber die ein Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Gewalt das Hausrecht aus&uuml;be. Demzufolge seien die Kanzlei- bzw. Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines prozessbevollm&auml;chtigten Rechtsanwalts &#8211;trotz dessen Stellung als unabh&auml;ngiges Organ der Rechtspflege (&sect;&nbsp;1 der Bundesrechtsanwaltsordnung)&#8211; keine Dienstr&auml;ume i.S. des Gesetzes. Gerade weil andere Prozessordnungen die grunds&auml;tzliche M&ouml;glichkeit er&ouml;ffneten, neben einer Einsichtnahme in Dienstr&auml;umen auch die Akten zur Einsicht in die Wohnung oder Gesch&auml;ftsr&auml;ume des Prozessbevollm&auml;chtigten zu &uuml;bersenden (vgl. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Verwaltungsgerichtsordnung; &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 des Sozialgerichtsgesetzes; &sect;&nbsp;32f Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 der Strafprozessordnung), sei es als bewusste Entscheidung des Gesetzgebers zu werten, diese Weiterung f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren nicht zu &uuml;bernehmen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;10&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Ansicht, die auch das FG seiner angefochtenen Entscheidung zugrunde gelegt hat, schlie&szlig;t sich der erkennende Senat ausdr&uuml;cklich an. Der Antragsteller hat keine Erw&auml;gungen vorgebracht, die die Richtigkeit dieses Auslegungsergebnisses in Zweifel ziehen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Senat sieht keine Veranlassung, von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen f&uuml;r den vorliegenden Fall einer Akteneinsicht durch einen als Insolvenzverwalter t&auml;tigen Rechtsanwalt abzuweichen. Auch die Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines Insolvenzverwalters sind nicht als Dienstr&auml;ume gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO einzuordnen. Trotz dessen Bestellung durch gerichtlichen und damit &ouml;ffentlich-rechtlichen Akt (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211;) sowie dessen Stellung als Partei kraft Amtes (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26.01.2006&nbsp;&#8211; IX&nbsp;ZR&nbsp;282\/03, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenz- und Sanierungsrecht 2006, 260, unter I.1., m.w.N.) ist der Insolvenzverwalter weder Teil des &ouml;ffentlichen Dienstes noch ist er als Tr&auml;ger &ouml;ffentlicher Gewalt anzusehen. Vielmehr handelt er sowohl materiell-rechtlich als auch prozessual im eigenen Namen mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Insolvenzmasse (Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;36, m.w.N.). Der Umstand, dass es sich bei einem Insolvenzverwalter nach dem gesetzlichen Typus um eine gesch&auml;ftskundige sowie von den Gl&auml;ubigern und dem Schuldner unabh&auml;ngige Person handeln soll (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO), rechtfertigt insoweit kein anderes Ergebnis. Gleiches gilt im Hinblick auf die durch das Gesetz unterstellte, vom Beruf eines (als Rechtsanwalt zugelassenen) Insolvenzverwalters ausgehende erh&ouml;hte Zuverl&auml;ssigkeit (vgl. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;1 ZPO betreffend Zustellung von Schriftst&uuml;cken).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der vom Antragsteller angenommene Anspruch, Akteneinsicht in seinen Kanzleir&auml;umen nehmen zu k&ouml;nnen, ergibt sich auch nicht aus Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes (GG) sowie Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das FG ist unter Bezugnahme auf die BFH-Entscheidung in BFH\/NV 2019, 1235 zu Recht davon ausgegangen, dass auch die Neufassung des &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO nicht jedwede Akteneinsicht au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen ausschlie&szlig;t. Vielmehr bleibt die &Uuml;bersendung von Akten in die Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines Prozessbevollm&auml;chtigten oder &#8211;wie vorliegend&#8211; in diejenigen eines Insolvenzverwalters zum Zwecke der dortigen Einsichtnahme nach wie vor m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Ein solche &#8211;&uuml;ber den Wortlaut des &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO hinausgehende&#8211; M&ouml;glichkeit rechtfertigt sich aus dem Anspruch der Prozessbeteiligten auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG) sowie aus der zu achtenden Waffengleichheit der Beteiligten und damit dem umfassenden Rechtsschutz i.S. von Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 13.04.2010&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;3515\/08, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2010, 862, unter IV.2.a&nbsp;aa; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;14&nbsp;ff.). Sie ist allerdings &#8211;wie bislang auch (vgl. hierzu statt vieler BFH-Beschl&uuml;sse vom 14.01.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;146\/14, BFH\/NV 2015, 517, Rz&nbsp;12, 14, sowie vom 13.12.2012&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;221-222\/12, BFH\/NV 2013, 571, Rz&nbsp;11)&#8211; nicht der Regelfall, sondern bleibt auf eng begrenzte Ausnahmef&auml;lle beschr&auml;nkt (ebenso Stalbold in Gosch, FGO &sect;&nbsp;78 Rz&nbsp;38&nbsp;f.; Fu in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;78 Rz&nbsp;67).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die Entscheidung, Akteneinsicht von Verfassungs wegen ausnahmsweise auch au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen zu gew&auml;hren, ist eine am Einzelfall zu beurteilende Ermessensentscheidung. Dabei sind die f&uuml;r und gegen eine Aktenversendung sprechenden Interessen gegeneinander abzuw&auml;gen, d.h. das dienstliche Interesse an einem geordneten Gesch&auml;ftsgang einerseits (beispielsweise Gefahr von Aktenverlusten bzw. -besch&auml;digungen oder gar -manipulationen, Schutz von potenziellen Beweismitteln [Steuererkl&auml;rungen mit Originalbelegen], jederzeitige Verf&uuml;gbarkeit der Akten sowie Wahrung des Steuergeheimnisses gegen&uuml;ber Dritten) mit dem Interesse an der Ersparnis von Zeit und Kosten im Falle der Gew&auml;hrung der Akteneinsicht au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen andererseits (vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2013, 571, Rz&nbsp;11, zu &sect;&nbsp;78 FGO a.F.). Im Rahmen dieses Abw&auml;gungsprozesses ist der vom Gesetzgeber in &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 FGO gesteckte Ermessensrahmen und hierbei insbesondere das o.g. Regel-Ausnahme-Verh&auml;ltnis zwischen einer Akteneinsicht in und au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen zu beachten (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;18, sowie in BFH\/NV 2015, 517, Rz&nbsp;14, Letzterer zu &sect;&nbsp;78 FGO a.F.). Hieraus folgt, dass Unbequemlichkeiten, die regelm&auml;&szlig;ig mit der Akteneinsicht au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen verbunden sein k&ouml;nnen (z.B. r&auml;umliche Enge, Fahrt- und Zeitaufwand), keine Ausnahme von der Regel des &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO nach sich ziehen k&ouml;nnen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach diesen Grunds&auml;tzen kommt eine Akten&uuml;bersendung in die Kanzlei des Antragstellers nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Zwar ist f&uuml;r den Senat nicht klar erkennbar, dass sich das FG mit den einzelnen, vom Antragsteller in seinem Schreiben vom 10.04.2019 dargelegten Erw&auml;gungen, die (ausnahmsweise) f&uuml;r eine Akten&uuml;bersendung in seine Gesch&auml;ftsr&auml;ume spr&auml;chen, im Zuge der zu treffenden Ermessensentscheidung auseinandergesetzt hat. Dies f&uuml;hrt indes nicht zur Aufhebung des angefochtenen Ablehnungsbeschlusses. Denn im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen eine vom FG getroffene, die Akteneinsicht au&szlig;erhalb von Dienstr&auml;umen ablehnenden Entscheidung, ist der BFH nicht auf eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Ermessensentscheidung des FG beschr&auml;nkt. &sect;&nbsp;102 FGO gilt nur f&uuml;r die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ermessensentscheidungen von Beh&ouml;rden, nicht dagegen f&uuml;r eine solche gerichtlicher Entscheidungen. Demzufolge ist der BFH als Beschwerdegericht selbst Tatsachengericht und somit gehalten, eigenes Ermessen auszu&uuml;ben (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die vom Antragsteller aufgezeigten Gesichtspunkte begr&uuml;nden keinen Ausnahmefall im o.g. Sinne. So erweist sich insbesondere der Einwand, der Gerichtsstandort liege mehr als 140&nbsp;km von seiner Kanzlei entfernt, als unschl&uuml;ssig, da die ihm angebotene Akteneinsicht im FA X lediglich mit einem knapp f&uuml;nfmin&uuml;tigen Fu&szlig;weg vom Kanzleisitz verbunden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die derzeitige insolvenzbedingte Unterbrechung des Klageverfahrens und die vom Antragsteller als noch offen bezeichnete Frage, ob er das Verfahren in seiner Eigenschaft als Insolvenzverwalter &uuml;berhaupt aufnehme, streiten nicht f&uuml;r eine Akten&uuml;bersendung in die Kanzleir&auml;ume. Aus diesem Umstand kann lediglich abgeleitet werden, dass das FG nicht berechtigt w&auml;re, eine Versendung der Akten in Dienstr&auml;ume an einen anderen Ort zu verweigern; ein Anspruch auf deren Versendung in Gesch&auml;ftsr&auml;ume ergibt sich hieraus allerdings nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen weder die vom Antragsteller hervorgehobene pers&ouml;nliche Zuverl&auml;ssigkeit noch die von anderen Prozessordnungen vorgesehene Akten&uuml;bersendung in Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines Bevollm&auml;chtigten ein abweichendes Ergebnis rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch mit seinem hilfsweise gestellten Antrag, die ihm im FA X zu gew&auml;hrende Akteneinsicht ohne Beisein eines Bediensteten zu erm&ouml;glichen, dringt der Antragsteller nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Kommt &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine &Uuml;bersendung der Akten in die Gesch&auml;ftsr&auml;ume nicht in Betracht, ist es nur konsequent, dass die Einhaltung derjenigen Erw&auml;gungen, die f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Beschr&auml;nkung der Einsichtnahme in Dienstr&auml;umen angef&uuml;hrt werden, auch sichergestellt wird. Aus diesem Grund geben insbesondere die Wahrung des Steuergeheimnisses sowie die Achtung der Vollst&auml;ndigkeit und Unversehrtheit der einzusehenden Akten hinreichenden &#8211;und in der Praxis auch &uuml;blichen&#8211; Anlass, Akteneinsicht nur in Gegenwart eines Bediensteten zu gew&auml;hren. Dies gilt auch gegen&uuml;ber Berufstr&auml;gern, ohne dass hierdurch eine Einschr&auml;nkung deren erh&ouml;hter Zuverl&auml;ssigkeit zum Ausdruck kommen soll (vgl. in diesem Sinne BFH-Beschluss vom 29.01.1990&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;113\/89, BFH\/NV 1990, 717). Hinzu kommen die vom FG zu Recht angef&uuml;hrten organisatorischen Belange der Beh&ouml;rde, die im Wege der Amtshilfe gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 FGO (vgl. Gr&auml;ber\/Herbert, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;3) um Durchf&uuml;hrung der Akteneinsicht ersucht wird und der es im Regelfall nicht zuzumuten ist, separate R&auml;umlichkeiten hierf&uuml;r vorzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im &Uuml;brigen erleidet der Antragsteller in diesem Zusammenhang keinen Rechtsnachteil gegen&uuml;ber einer Akteneinsichtnahme in der Gesch&auml;ftsstelle des f&uuml;r die Entscheidung zust&auml;ndigen Gerichts. Insoweit entspricht es herk&ouml;mmlichen Grunds&auml;tzen, dass die Akteneinsicht in Gegenwart des Urkundsbeamten der Gesch&auml;ftsstelle erfolgt (vgl. Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;78 FGO Rz&nbsp;65; Stalbold in Gosch, FGO &sect;&nbsp;78 Rz&nbsp;35; Fu in Schwarz\/Pahlke, a.a.O., &sect;&nbsp;78 Rz&nbsp;57; in diesem Sinne ebenso BFH-Beschluss vom 06.09.1994&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;96\/93, BFH\/NV 1995, 519).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der vom Antragsteller insoweit ger&uuml;gte Versto&szlig; gegen sein in Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG verankertes Grundrecht auf Freiheit der Berufsaus&uuml;bung liegt nicht vor. Der Senat kann bereits nicht erkennen, dass eine nur in Gegenwart eines Bediensteten zu gew&auml;hrende Akteneinsicht in Dienstr&auml;umen den Schutzbereich dieses Grundrechts ber&uuml;hrt. Denn einer solchen Ma&szlig;nahme fehlt die hierzu erforderliche objektiv berufsregelnde Tendenz (vgl. hierzu BVerfG-Urteil vom 20.04.2004&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;905\/00, 1&nbsp;BvR&nbsp;1748\/99, BVerfGE 110, 274, Rz&nbsp;45, m.w.N.). Im &Uuml;brigen hat der BFH bereits entschieden, dass eine durch die Art und Weise der Akteneinsicht eintretende Beschr&auml;nkung der Berufsaus&uuml;bung durch das dienstliche Interesse an einem geordneten Gesch&auml;ftsgang gerechtfertigt w&auml;re (vgl. Beschluss in BFH\/NV 2015, 517, Rz&nbsp;16). Es handelt sich auch insoweit um eine blo&szlig;e Unbequemlichkeit, die regelm&auml;&szlig;ig mit der Akteneinsicht au&szlig;erhalb der Kanzleir&auml;ume verbunden sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zur weiteren F&ouml;rderung des Verfahrens weist der Senat vorsorglich darauf hin, dass der Antragsteller ausweislich seines Schreibens vom 10.04.2019 lediglich Einsicht in die Gerichtsakte, nicht aber auch in die beigezogenen Verwaltungsvorg&auml;nge begehrt. Insofern k&ouml;nnte &#8211;sofern vom FG hierf&uuml;r die technischen M&ouml;glichkeiten bereit gestellt werden&#8211; auch das Abrufverfahren nach &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO zumindest in Betracht zu ziehen sein (vgl. hierzu Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;78 Rz&nbsp;17, m.w.N.). Ein Anspruch, die Papierakte in eine elektronische Akte zu &uuml;berf&uuml;hren (beispielsweise als pdf-Dokument), besteht f&uuml;r den Antragsteller allerdings nicht (ebenso BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1235, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2019, X B 132\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.281119.XB132.19.0 Ort der Akteneinsicht durch einen Insolvenzverwalter Leits&auml;tze 1. NV: Die Gesch&auml;ftsr&auml;ume eines zum Insolvenzverwalter bestellten Rechtsanwalts stellen keine Dienstr&auml;ume i.S. von &sect; 78 Abs. 3 Satz 1 FGO dar (Anschluss an BFH-Beschluss vom 04.07.2019 &#8211; VIII B 51\/19, BFH\/NV 2019, 1235, Rz 8 ff.). 2. 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