{"id":71990,"date":"2020-02-22T18:40:56","date_gmt":"2020-02-22T16:40:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71990"},"modified":"2020-02-22T18:40:56","modified_gmt":"2020-02-22T16:40:56","slug":"ix-r-24-18-anwachsung-von-gesellschaftsanteilen-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft-wegen-des-ausscheidens-eines-gesellschafters-gegen-abfindung-zulaessigkeit-einer-gesonderten-und-ei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-18-anwachsung-von-gesellschaftsanteilen-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft-wegen-des-ausscheidens-eines-gesellschafters-gegen-abfindung-zulaessigkeit-einer-gesonderten-und-ei\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;24\/18 &#8211; Anwachsung von Gesellschaftsanteilen an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft wegen des Ausscheidens eines Gesellschafters gegen Abfindung; Zul&auml;ssigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2019, IX R 24\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.191119.IXR24.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwachsung von Gesellschaftsanteilen an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft wegen des Ausscheidens eines Gesellschafters gegen Abfindung; Zul&auml;ssigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eink&uuml;nfte, an denen i.S. von &sect; 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO Mehrere beteiligt sind, liegen &#8211;unter weiteren Voraussetzungen&#8211; nur dann vor, wenn mehrere Personen &quot;gemeinsam&quot; den Tatbestand der Einkunftserzielung verwirklichen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Gesellschafter einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft erf&uuml;llen den Tatbestand des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nur dann &quot;gemeinsam&quot;, wenn die den Tatbestand des &quot;privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts&quot; konstituierenden Teilakte &#8211;die &quot;Anschaffung&quot; und die &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot;&#8211; jeweils in der &quot;Einheit der Gesellschaft&quot; verwirklicht werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Scheidet ein Gesellschafter aus einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft gegen Zahlung einer Abfindung aus und w&auml;chst sein Anteil den verbleibenden Gesellschaftern nach &sect; 738 Abs. 1 BGB an, wird dieser Anwachsungserwerb durch die verbleibenden Gesellschafter jeweils einzeln und nicht in der Einheit der Gesellschaft verwirklicht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 30.01.2018 &#8211; 5 K 1588\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Bescheid f&uuml;r 2007 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 02.12.2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20.05.2015 wird mit der Ma&szlig;gabe ge&auml;ndert, dass keine Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect; 23 des Einkommensteuergesetzes festgestellt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GbR in Liquidation; Zweck der mit notarieller Urkunde vom 22.12.1995 errichteten GbR ist die Verwaltung und Vermietung von Grundbesitz. Gr&uuml;ndungsgesellschafter der Kl&auml;gerin waren die vier Kinder (A, B, C und D) der 2001 verstorbenen E. Am Verm&ouml;gen und Ergebnis der Kl&auml;gerin waren die Gr&uuml;ndungsgesellschafter jeweils zu 25&nbsp;v.H. beteiligt (&sect;&nbsp;9 des Gesellschaftsvertrags vom 22.12.1995). Der Gesellschaftsanteil des Gr&uuml;ndungsgesellschafters A ging durch notariell beurkundeten &Uuml;bertragungsvertrag vom 24.10.2005 auf dessen S&ouml;hne F und G &uuml;ber; die Anteils&uuml;bertragung stand unter dem Vorbehalt eines lebenslangen und unentgeltlichen Nie&szlig;brauchrechts zugunsten des &Uuml;bertragenden, welcher berechtigt war, &quot;s&auml;mtliche Nutzungen aus dem Gesellschaftsanteil zu ziehen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zeitpunkt der Errichtung der Kl&auml;gerin am 22.12.1995 &uuml;bertrug E im Wege der vorweggenommenen Erbfolge schenkweise unter Auflagen und dem Vorbehalt des Nie&szlig;brauchs drei verschiedene Immobilien auf die Gesellschafter der Kl&auml;gerin zur gesamten Hand. Zwei der fortan im Gesamthandsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin befindlichen Immobilien wurden in den Jahren 1998 und 2000 von der Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;ert. Streitig ist nunmehr, ob die Kl&auml;gerin im Veranlagungszeitraum 2007 (Streitjahr) durch die Ver&auml;u&szlig;erung der verbliebenen dritten Immobilie den Tatbestand eines steuerbaren privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts i.S. der &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) verwirklicht hat und ggf. in welcher H&ouml;he den Gesellschaftern hieraus ein Gewinn i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG zuzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Bestimmungen in &sect;&nbsp;4 und &sect;&nbsp;12 des Gesellschaftsvertrages der GbR vom 22.12.1995 sollte &#8211;unter Fortbestand des Gesellschaftsverh&auml;ltnisses unter den &uuml;brigen Gesellschaftern&#8211; ein Gesellschafter aus der Gesellschaft u.a. dann ausscheiden, wenn sein Gesellschaftsanteil wirksam gepf&auml;ndet und die Pf&auml;ndung nicht binnen drei Monaten wieder aufgehoben wird. F&uuml;r den Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters sollte sein Gesellschaftsanteil den verbleibenden Gesellschaftern im Verh&auml;ltnis ihrer Beteiligung am Gesellschaftsverm&ouml;gen und Gesellschaftsergebnis zuwachsen, es sei denn, dass die Gesellschafterversammlung unter Ausschluss des ausscheidenden Gesellschafters einstimmig etwas Abweichendes beschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;14 des Gesellschaftsvertrags der GbR vom 22.12.1995 war im Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters eine Abfindung zu bezahlen; diese sollte wertm&auml;&szlig;ig dem Bruchteil des Verm&ouml;gens der Gesellschaft entsprechen, der quotenm&auml;&szlig;ig seiner Beteiligung am Verm&ouml;gen und am Ergebnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 entspricht. Als Verm&ouml;gen der Gesellschaft sollte &#8211;au&szlig;er im Falle des Widerrufs der Schenkung durch E&#8211; unwiderleglich das Zw&ouml;lffache der tats&auml;chlichen Netto-Jahresmiet- und -pachtertr&auml;ge aus den Immobilien der Gesellschaft gelten. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Berechnung sollte das letzte Kalenderjahr vor dem Ausscheiden sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Pf&auml;ndungs- und &Uuml;berweisungsbeschluss vom 06.04.2006, der Kl&auml;gerin als Drittschuldnerin unter dem 24.04.2006 zugestellt, wurde der Gesellschaftsanteil des B gepf&auml;ndet. Da die Pf&auml;ndung innerhalb von drei Monaten nicht wieder aufgehoben wurde, schied B zum 24.07.2006 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 des Gesellschaftsvertrages aus der GbR aus; sein Gesellschaftsanteil von 25&nbsp;v.H. wuchs den verbliebenen Gesellschaftern C, D, F und G an, nachdem die Gesellschafterversammlung von ihrem Recht, einstimmig etwas Abweichendes zu beschlie&szlig;en, keinen Gebrauch gemacht hatte. Im Gegenzug wurde von der Kl&auml;gerin eine nach &sect;&nbsp;14 des Gesellschaftsvertrags berechnete, der H&ouml;he nach zwischen den Beteiligten nicht streitige Abfindung von insgesamt 755.762&nbsp;EUR an Gl&auml;ubiger des B entrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 13.07.2007 ver&auml;u&szlig;erten C, D, F und G, handelnd als alleinige Gesellschafter der Kl&auml;gerin, die im Gesamthandsverm&ouml;gen der GbR verbliebene Immobilie zu einem Kaufpreis von 5.600.000&nbsp;EUR. Mit Gesellschafterbeschluss vom 08.\/30.12.2008 beschlossen die Gesellschafter C, D, F und G, die Kl&auml;gerin wegen Zweckerreichung zum 31.12.2008 aufzul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehendem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr (2007) vom 10.08.2009 wurden &#8211;mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Feststellungsbeteiligten&#8211; erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; laufende Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen gesondert und einheitlich festgestellt und jeweils zu 1\/3 auf die Feststellungsbeteiligten A (als Nie&szlig;brauchsberechtigter), C und D verteilt. Sonstige Eink&uuml;nfte aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft hatten die Feststellungsbeteiligten nicht erkl&auml;rt und wurden dementsprechend auch nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Pr&uuml;fungsbericht vom 02.11.2011 die Rechtsauffassung, dass nach dem Ausscheiden des B zum 24.07.2006 die verbliebenen Gesellschafter dessen Gesellschaftsanteil von 25&nbsp;v.H. &#8211;und damit auch einen Bruchteil des gesamth&auml;nderisch gebundenen Immobilienverm&ouml;gens&#8211; entgeltlich i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG &quot;angeschafft&quot; h&auml;tten. Durch die Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie seien Eink&uuml;nfte aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft erzielt worden. Die Eink&uuml;nfte berechneten sich aus 25&nbsp;v.H. des Ver&auml;u&szlig;erungspreises von 5.600.000&nbsp;EUR = 1.400.000&nbsp;EUR abz&uuml;glich der um die f&uuml;r die Jahre 2006 und 2007 geltend gemachten und ber&uuml;cksichtigten Geb&auml;ude-Abschreibung verminderten Anschaffungskosten von 737.835&nbsp;EUR (755.762&nbsp;EUR .\/. 6.591&nbsp;EUR .\/. 11.336&nbsp;EUR) und betr&uuml;gen demnach 662.165&nbsp;EUR. Vor diesem Hintergrund erlie&szlig; das FA unter dem 02.12.2011 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;nderten Bescheid f&uuml;r das Streitjahr &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen, in dem zus&auml;tzlich Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG in H&ouml;he von 662.165&nbsp;EUR festgestellt und auf der Gesellschafterebene jeweils zu 1\/3 auf die Feststellungsbeteiligten A (als Nie&szlig;brauchsberechtigter), C und D verteilt wurden. Der hiergegen erhobene Einspruch der Kl&auml;gerin blieb in der Einspruchsentscheidung vom 20.05.2015 im Wesentlichen ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem Rechtsbehelfsverfahren in Sachen Umsatzsteuer 2006 bis 2009 sind gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin unter dem 04.09.2015 ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide ergangen, welche jeweils zu Erstattungen f&uuml;hrten, die auf ein Konto der Kl&auml;gerin &uuml;berwiesen wurden. &Uuml;ber die Auskehrung dieses Aktivverm&ouml;gens wurde bislang keine Entscheidung getroffen. Die Liquidation der Kl&auml;gerin ist mithin noch nicht beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, mit der die Kl&auml;gerin eine Herabsetzung der Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. von &sect;&nbsp;23 EStG auf 0&nbsp;EUR, hilfsweise auf 24.418&nbsp;EUR begehrte, mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2019, 429 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 30.01.2018 als unbegr&uuml;ndet ab. Zwar sei f&uuml;r die &quot;Anschaffung&quot; eines Wirtschaftsguts i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG ein vom Willen des Steuerpflichtigen getragener Erwerbsvorgang erforderlich; dieser sei indes in der Entscheidung der Gesellschafter zu sehen, die gesellschaftsvertraglich vorgesehene Anwachsung (&sect;&nbsp;738 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches &#8211;BGB&#8211;) zu akzeptieren und nicht &#8211;was der Gesellschaftsvertrag ausdr&uuml;cklich als M&ouml;glichkeit vorsah&#8211; einstimmig etwas Abweichendes zu beschlie&szlig;en. Der Erwerbsvorgang sei entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auch vollentgeltlich und nicht etwa teilentgeltlich, da f&uuml;r die Annahme der Teilentgeltlichkeit das Vorhandensein eines Schenkungswillens Voraussetzung sei, der im Streitfall nicht feststellbar sei. Zwar sei der angefochtene Feststellungsbescheid insoweit fehlerhaft, als der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu einem Drittel dem bereits im Jahr 2005 aus der Gesellschaft ausgeschiedenen Nie&szlig;braucher A und nicht zu je einem Sechstel seinen beiden Kindern, den Gesellschaftern F und G, zugerechnet worden sei, welche im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung des Grundbesitzes und auch bereits zum Zeitpunkt der &quot;Anschaffung durch Anwachsung&quot; Gesellschafter der Kl&auml;gerin gewesen seien. Dies wirke sich allerdings nicht zugunsten der Kl&auml;gerin aus, die sich lediglich gegen die Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns &uuml;ber eine bestimmte H&ouml;he hinaus, nicht aber gegen dessen Verteilung auf die Gesellschafter gewehrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, die weiterhin die Auffassung vertritt, dass eine Anwachsung keine &quot;Anschaffung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG darstelle. Im Zuge einer Anwachsung nach &sect;&nbsp;738 Abs.&nbsp;1 BGB komme es lediglich zu einer reflexartigen Werterh&ouml;hung des bereits vorhandenen Gesellschaftsanteils der verbleibenden Gesellschafter; die hieraus resultierende Verm&ouml;gensteilhabe der verbleibenden Gesellschafter f&uuml;hre nicht zu einer Anschaffung weiterer Gesellschaftsanteile, sondern lediglich zu einer Wertsteigerung der bereits im Gesamthandsverm&ouml;gen gebundenen Wirtschaftsg&uuml;ter. Eine Anwachsung habe daher auch keine Auswirkungen auf den Anschaffungszeitpunkt der jeweiligen Gesellschafterbeteiligung. In der Anwachsung von Gesellschaftsanteilen einer GbR k&ouml;nne auch keine rechtsgesch&auml;ftliche &Uuml;bertragung erblickt werden, da die Anwachsung kraft Gesetzes eintrete, nicht aber aufgrund des bewussten, willentlichen Austretens des ausscheidenden Gesellschafters und auch nicht aufgrund eines entsprechenden Willensaktes des verbleibenden Gesellschafters. Der Tatbestand, der im Streitfall eine Anwachsung kraft Gesetzes ausgel&ouml;st habe, h&auml;tte aufgrund der Satzung der Kl&auml;gerin bereits im Gr&uuml;ndungszeitpunkt und nicht erst im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie festgestanden. Das FG verkenne die rechtliche Wirkung aufl&ouml;sender Bedingungen, wenn es dem Umstand, dass die Gesellschafter keine von der Anwachsung abweichende Rechtsfolge durch Gesellschafterbeschluss herbeigef&uuml;hrt haben, die Rechtsfolge eines Erwerbstatbestandes beimesse. Jedenfalls widerspr&auml;che es dem Zweck des &sect;&nbsp;23 EStG, den seit Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin im Jahr 1995 feststehenden Anwachsungsbestimmungen im Zeitpunkt der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung die Wirkung einer entgeltlichen Anschaffung beizumessen. Jedenfalls sei der Gesellschaftsanteil des ausscheidenden Gesellschafters B nicht voll entgeltlich, sondern lediglich teilentgeltlich erworben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil des FG vom 30.01.2018&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;1588\/15 aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 2007 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 02.12.2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20.05.2015 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass keine Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG festgestellt werden,<br \/>hilfsweise,<br \/>das angefochtene Urteil des FG vom 30.01.2018&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;1588\/15 aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 2007 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 02.12.2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20.05.2015 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG lediglich in H&ouml;he von 24.418&nbsp;EUR festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist im Ergebnis begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). F&uuml;r eine gesonderte und einheitliche Feststellung und Zurechnung von Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG im Bescheid vom 02.12.2011 fehlte die gesetzliche Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung verletzt &sect;&sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1, 180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO; sie ist schon aufgrund des Versto&szlig;es gegen die genannten verfahrensrechtlichen Normen, deren Einhaltung das Revisionsgericht auch ohne R&uuml;ge im Revisionsverfahren zu pr&uuml;fen hat, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1 AO werden die Besteuerungsgrundlagen abweichend von &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO durch Feststellungsbescheid gesondert festgestellt, soweit dies in diesem Gesetz oder sonst in den Steuergesetzen bestimmt ist. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO sind Eink&uuml;nfte gesondert und einheitlich festzustellen, wenn daran mehrere Personen beteiligt sind und die Eink&uuml;nfte diesen zuzurechnen sind; Eink&uuml;nfte, an denen i.S. der genannten Vorschrift &quot;mehrere Personen beteiligt&quot; sind, liegen &#8211;unter weiteren Voraussetzungen&#8211; nur dann vor, wenn diese Personen &quot;gemeinsam&quot; (d.h. in der &quot;Einheit der Gesellschaft&quot;) den Tatbestand der Einkunftserzielung verwirklichen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.11.2015&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;10\/15, BFH\/NV 2016, 529; vom 21.01.2014&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;9\/13, BFHE 244, 225, BStBl II 2016, 515; vom 13.07.1994&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;7\/91, BFH\/NV 1995, 303, jeweils m.w.N.; Klein\/Ratschow, AO, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;180 Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ver&auml;u&szlig;ert eine grundst&uuml;cksbesitzende (verm&ouml;gensverwaltende) GbR eine in ihrem Gesamthandsverm&ouml;gen befindliche Immobilie, ist mithin &uuml;ber die Frage, ob durch das Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft ein Eink&uuml;nftetatbestand verwirklicht worden ist, nur dann im Verfahren der gesonderten und einheitlichen Feststellung zu entscheiden, wenn die Tatbestandsmerkmale der ma&szlig;geblichen Norm gemeinsam in der Einheit der Gesellschaft verwirklicht werden (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2016, 529; in BFHE 244, 225, BStBl II 2016, 515, und in BFH\/NV 1995, 303, zu &sect;&nbsp;23 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Personengesellschaft ist f&uuml;r die Einkommensteuer insoweit Steuerrechtssubjekt, als sie in der gesamth&auml;nderischen Verbundenheit ihrer Gesellschafter Merkmale eines Besteuerungstatbestands verwirklicht, welche den Gesellschaftern f&uuml;r deren Besteuerung zuzurechnen sind (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25.06.1984&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.III.3.a, beginnend Rz&nbsp;135; BFH-Urteil vom 18.05.2004&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;42\/01, BFH\/NV 2005, 168). Solche Merkmale sind insbesondere die Verwirklichung des Tatbestands einer bestimmten Einkunftsart und das Erzielen von Gewinn oder &Uuml;berschuss im Rahmen dieser Einkunftsart. Zu den den Gesellschaftern einer grundbesitzenden Personengesellschaft zuzurechnenden sonstigen Eink&uuml;nften k&ouml;nnen auch die Anteile am &Uuml;berschuss geh&ouml;ren, welche die Gesellschaft in Form eines Gewinns aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 EStG) durch den Verkauf einer im Gesamthandsverm&ouml;gen befindlichen Immobilie erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den sonstigen Eink&uuml;nften z&auml;hlen u.a. solche aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften bei Grundst&uuml;cken, soweit der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als zehn Jahre betr&auml;gt (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG). Die Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung an einer Personengesellschaft gilt als Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung der anteiligen Wirtschaftsg&uuml;ter (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter &quot;Anschaffung&quot; bzw. &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG ist der entgeltliche Erwerb und die entgeltliche &Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts auf einen Dritten &#8211;d.h. auf eine andere Person&#8211; zu verstehen. Beide Teilakte des gestreckten Tatbestands eines steuerbaren privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts &#8211;Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung&#8211; m&uuml;ssen wesentlich vom Willen des Steuerpflichtigen abh&auml;ngen und mithin Ausdruck einer &quot;wirtschaftlichen Bet&auml;tigung&quot; sein (BFH-Urteil vom 23.07.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;28\/18, BFHE 265, 258, BStBl II 2019, 701, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG k&ouml;nnen die Teilakte eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts (&quot;Anschaffung&quot; und &quot;Ver&auml;u&szlig;erung&quot;) in materiell-rechtlicher Hinsicht auch durch den Erwerb eines Gesellschaftsanteils verwirklicht werden; denn nach der genannten Regelung gilt die Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung an einer Personengesellschaft als Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung der anteiligen Wirtschaftsg&uuml;ter. Dar&uuml;ber hinaus kann eine &#8211;von einer Personengesellschaft vorgenommene&#8211; entgeltliche &Uuml;bertragung einer Immobilie aus dem Gesamthandsverm&ouml;gen auf einen Dritten dem Gesellschafter nach &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO anteilig als &quot;Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zuzurechnen sein (sog. Bruchteilsbetrachtung; s. BFH-Urteil in BFHE 244, 225, BStBl II 2016, 515).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist eine gesonderte und einheitliche Feststellung und Zurechnung von Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften nach &sect;&sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1, 180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO indes in F&auml;llen, in denen die Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung einer Gesellschaftsbeteiligung als Anschaffung oder Ver&auml;u&szlig;erung der anteiligen Wirtschaftsg&uuml;ter gilt (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG), nach den oben genannten Ma&szlig;st&auml;ben (s. die Ausf&uuml;hrungen unter II.1.b) regelm&auml;&szlig;ig nicht zul&auml;ssig, weil der rechtliche Vorgang, welcher nur &uuml;ber die Fiktions- oder Zurechnungsnorm zur Annahme eines &quot;Anschaffungs-&quot; oder &quot;Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts&quot; f&uuml;hrt, nicht gemeinsam und in der Einheit der Gesellschaft, sondern individuell durch den Gesellschafter verwirklicht wird (BFH-Urteile in BFH\/NV 2016, 529; in BFHE 244, 225, BStBl II 2016, 515, und in BFH\/NV 1995, 303).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist im Streitfall die vom FA vorgenommene gesonderte und einheitliche Feststellung der sonstigen Eink&uuml;nfte aus der Ver&auml;u&szlig;erung der ma&szlig;geblichen Immobilie schon deshalb rechtsfehlerhaft, weil die Voraussetzungen einer gemeinschaftlichen Erzielung von sonstigen Eink&uuml;nften nicht vorliegen und es deshalb f&uuml;r die gesonderte und einheitliche Feststellung eines Gewinns aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG an einer gesetzlichen Grundlage fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch das Ausscheiden des Gesellschafters B aus der verm&ouml;gensverwaltenden GbR gegen Zahlung einer Abfindung ist sein Anteil den verbleibenden Gesellschaftern C, D, F und G angewachsen. Jenseits der Frage, ob es sich hierbei f&uuml;r die verbleibenden Gesellschafter C, D, F und G um ein &quot;Anschaffungsgesch&auml;ft&quot; i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG gehandelt hat, haben diese den &#8211;durch die (gesetzliche) Rechtsfolge des &sect;&nbsp;738 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB ausgel&ouml;sten&#8211; Anwachsungserwerb jeweils einzeln und nicht in der Einheit der Gesellschaft verwirklicht. Denn dieser Erwerb wurde nicht durch die das Personengesellschaftsverh&auml;ltnis bestimmende gesamth&auml;nderische Bindung (s. &sect;&nbsp;719 Abs.&nbsp;1 BGB) gepr&auml;gt, sondern beruhte auf einer gesellschaftsvertraglichen Regelung, mit der die Gr&uuml;ndungsgesellschafter f&uuml;r den Fall des Ausscheidens eines Gesellschafters vorab eine individuelle, d.h. personenbezogene k&uuml;nftige Zuordnung des Anteils des Ausgeschiedenen vereinbart hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund ist die Anwachsung in abgabenrechtlicher Hinsicht ein gesellschafterbezogener, kein gesellschaftsbezogener Vorgang; denn der Anwachsungserwerb ist ein Fall des Anteilserwerbs. Dieser rechtliche Befund wird auch nicht durch den Umstand infrage gestellt, dass die gesellschaftsvertragliche Regelung von allen Gesellschaftern getragen und in derselben Urkunde vereinbart wurde und der Anwachsungserwerb f&uuml;r alle verbliebenen Gesellschafter sodann zum gleichen Zeitpunkt stattgefunden hat (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 529).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Sache ist spruchreif. Der angefochtene Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen ist insoweit rechtswidrig, als darin Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG festgestellt werden. Auf die von der Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren weiter aufgeworfenen Fragen &#8211;etwa zur Teilentgeltlichkeit des Anschaffungsvorgangs&#8211; kommt es mithin nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2019, IX R 24\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.191119.IXR24.18.0 Anwachsung von Gesellschaftsanteilen an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft wegen des Ausscheidens eines Gesellschafters gegen Abfindung; Zul&auml;ssigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung Leits&auml;tze 1. Eink&uuml;nfte, an denen i.S. von &sect; 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO Mehrere beteiligt sind, liegen &#8211;unter weiteren Voraussetzungen&#8211; nur dann vor, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-18-anwachsung-von-gesellschaftsanteilen-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft-wegen-des-ausscheidens-eines-gesellschafters-gegen-abfindung-zulaessigkeit-einer-gesonderten-und-ei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;24\/18 &#8211; Anwachsung von Gesellschaftsanteilen an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft wegen des Ausscheidens eines Gesellschafters gegen Abfindung; Zul&auml;ssigkeit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71990\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}