{"id":71995,"date":"2020-02-22T18:40:48","date_gmt":"2020-02-22T16:40:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71995"},"modified":"2020-02-22T18:40:48","modified_gmt":"2020-02-22T16:40:48","slug":"v-b-2-19-nachweisfuehrung-bei-innergemeinschaftlichen-lieferungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-2-19-nachweisfuehrung-bei-innergemeinschaftlichen-lieferungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;2\/19 &#8211; Nachweisf&uuml;hrung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.12.2019, V B 2\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.041219.VB2.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachweisf&uuml;hrung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der Unternehmer, der die Steuerfreiheit f&uuml;r die innergemeinschaftliche Lieferung begehrt, ist zur Beibringung von Nachweisen nach &sect; 6a Abs. 3 UStG i.V.m. &sect;&sect; 17a ff. UStDV verpflichtet, wobei dem FG die M&ouml;glichkeit zu einer weitergehenden Beweiserhebung nicht abgeschnitten ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 12.12.2018 &#8211; 4 K 1235\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin sieht es als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, welche Anforderungen an den objektiven Beweis der Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung gestellt werden d&uuml;rfen und inwieweit sich die Beweislast unter bestimmten Umst&auml;nden umkehrt. Es sei fraglich, welcher Sorgfaltsma&szlig;stab bei einem Unternehmer zugrunde gelegt werden darf, damit die M&ouml;glichkeit des objektiven Beweises nicht faktisch unm&ouml;glich wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hat der Bundesfinanzhof (BFH) bereits entschieden, dass der Unternehmer den ihm obliegenden sicheren Nachweis der materiellen Tatbestandsmerkmale einer innergemeinschaftlichen Lieferung auch jenseits der formellen Voraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;17a&nbsp;ff. der Ersten Verordnung zur Durchf&uuml;hrung des Umsatzsteuergesetzes (UStDV) nicht in anderer Weise als durch Belege und Aufzeichnungen f&uuml;hren darf (BFH-Urteil vom 19.03.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;14\/14, BFHE 250, 248, BStBl II 2015, 912). Steht aber aufgrund einer vom Finanzgericht (FG) durchgef&uuml;hrten Beweiserhebung fest, dass die gelieferten Fahrzeuge zum Bestimmungsort im &uuml;brigen Gemeinschaftsgebiet versendet wurden, kann dies nicht durch die Annahme eines fehlenden Belegnachweises in Abrede gestellt werden (BFH-Urteil vom 26.09.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;38\/18). Nach dieser Rechtsprechung ist der Unternehmer, der die Steuerfreiheit f&uuml;r die innergemeinschaftliche Lieferung begehrt, zur Beibringung von Nachweisen in der vorstehenden Form verpflichtet, wobei dem FG die M&ouml;glichkeit zu einer weitergehenden Beweiserhebung nicht abgeschnitten ist. Ein weitergehender Kl&auml;rungsbedarf besteht nicht, zumal die Sachverhaltsw&uuml;rdigung und die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Pr&uuml;fung des BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich entzogen sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.03.2011&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165, und vom 12.05.2016 III&nbsp;B&nbsp;5\/16&nbsp;&#8211; BFH\/NV 2016, 1292).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit es die Kl&auml;gerin als ungekl&auml;rt ansieht, ob es der Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit des Belegnachweises entgegensteht, dass der Rechnungsempf&auml;nger an der in der Rechnung angegebenen Anschrift keine wirtschaftliche T&auml;tigkeit entfaltet, ber&uuml;cksichtigt sie nicht, dass der BFH bereits entschieden hat, dass der sich aus der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ergebende Nachweis der Unternehmereigenschaft des Abnehmers nicht durch die blo&szlig;e Annahme einer Briefkastenanschrift widerlegt werden kann, da aus der Rechtsprechung zur Anerkennung von Briefkastenanschriften als Rechnungsangabe auch folgt, dass die Angabe einer blo&szlig;en Briefkastenanschrift mit postalischer Erreichbarkeit f&uuml;r sich allein nicht zur Annahme einer fehlenden Unternehmereigenschaft berechtigt (BFH-Urteil vom 26.09.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;38\/18). Dies ist auch bei der Pr&uuml;fung des Belegnachweises zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auch nicht ungekl&auml;rt, ob es f&uuml;r die formelle Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit des Belegnachweises darauf ankommt, ob der Belegaussteller &uuml;ber eine formell ordnungsgem&auml;&szlig; nachweisbare Vertretungsmacht verf&uuml;gt. Denn der BFH hat bereits entschieden, dass die Vorlage einer schriftlichen Vollmacht zum Nachweis der Abholberechtigung des Abholenden nicht zu den Erfordernissen f&uuml;r einen i.S. des &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;1 und 2 UStDV ordnungsgem&auml;&szlig;en Belegnachweises z&auml;hlt (BFH-Urteil vom 12.05.2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;65\/06, BFHE 225, 264, BStBl II 2010, 511).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von der Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.12.2019, V B 2\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.041219.VB2.19.0 Nachweisf&uuml;hrung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen Leits&auml;tze NV: Der Unternehmer, der die Steuerfreiheit f&uuml;r die innergemeinschaftliche Lieferung begehrt, ist zur Beibringung von Nachweisen nach &sect; 6a Abs. 3 UStG i.V.m. &sect;&sect; 17a ff. UStDV verpflichtet, wobei dem FG die M&ouml;glichkeit zu einer weitergehenden Beweiserhebung nicht abgeschnitten ist. Tenor Die Beschwerde &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-2-19-nachweisfuehrung-bei-innergemeinschaftlichen-lieferungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;2\/19 &#8211; Nachweisf&uuml;hrung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71995","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71995"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71995\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}