{"id":72119,"date":"2020-03-15T16:58:53","date_gmt":"2020-03-15T14:58:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72119"},"modified":"2020-03-15T16:58:53","modified_gmt":"2020-03-15T14:58:53","slug":"x-r-15-18-unwirksamkeit-einer-durch-einlegen-in-den-briefkasten-vorgenommenen-ersatzzustellung-bei-fehlender-nutzung-der-wohn-oder-geschaeftsraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-15-18-unwirksamkeit-einer-durch-einlegen-in-den-briefkasten-vorgenommenen-ersatzzustellung-bei-fehlender-nutzung-der-wohn-oder-geschaeftsraeume\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;15\/18 &#8211; Unwirksamkeit einer durch Einlegen in den Briefkasten vorgenommenen Ersatzzustellung bei fehlender Nutzung der Wohn- oder Gesch&auml;ftsr&auml;ume"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 5.11.2019, X R 15\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.051119.XR15.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unwirksamkeit einer durch Einlegen in den Briefkasten vorgenommenen Ersatzzustellung bei fehlender Nutzung der Wohn- oder Gesch&auml;ftsr&auml;ume<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Voraussetzung f&uuml;r die Wirksamkeit einer durch Einlegung in den zu der Wohnung oder dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten ist u.a., dass die Wohnung oder der Gesch&auml;ftsraum von dem Adressaten der Zustellung tats&auml;chlich genutzt wird (Anschluss an BGH-Urteil vom 16.06.2011 &#8211; III ZR 342\/09, BGHZ 190, 99).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Der BFH kann durch Zwischen-Gerichtsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 97, 121, 90a FGO aussprechen, dass eine Revision zul&auml;ssig ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Es wird festgestellt, dass die Revision in zul&auml;ssiger Weise erhoben ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kostenentscheidung bleibt dem Endurteil vorbehalten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betrieb in den Streitjahren 2010 und 2011 sowohl ein Eiscaf&eacute; als auch einen Imbiss im selben Geb&auml;ude. Mit dem Eiscaf&eacute; erzielte er Verluste, mit dem Imbiss hingegen Gewinne. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm an, dass es sich um getrennte Betriebe handele und erlie&szlig; sowohl f&uuml;r das Eiscaf&eacute; als auch f&uuml;r den Imbiss jeweils eigenst&auml;ndige Gewerbesteuermessbescheide. Dies hatte zur Folge, dass die Gewinne aus dem Imbiss ohne Verrechnung mit den Verlusten aus dem Eiscaf&eacute; der Gewerbesteuer unterworfen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers hat der Senat mit Beschluss vom 08.05.2018 die Revision zugelassen. In der Urkunde, die &uuml;ber die Zustellung dieses Beschlusses an den fr&uuml;heren Prozessbevollm&auml;chtigten (P) des Kl&auml;gers aufgenommen wurde, hei&szlig;t es, da eine &Uuml;bergabe des Schriftst&uuml;cks in der Wohnung nicht m&ouml;glich gewesen sei, sei es am 25.05.2018 in den zur Wohnung geh&ouml;renden Briefkasten eingelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 05.07.2018, dessen Einlegung in den Briefkasten des P am 07.07.2018 in gleicher Weise beurkundet worden ist, wies die Gesch&auml;ftsstelle des erkennenden Senats auf den zwischenzeitlichen Ablauf der gesetzlichen Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision sowie die M&ouml;glichkeit zur Stellung eines Antrags auf Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hin. Die Deutsche Post AG teilte am 07.08.2018 mit, dass dieser Brief &#8211;ohne dass die n&auml;heren Umst&auml;nde aufkl&auml;rbar seien&#8211; in ihrem Bereich aufgefunden worden sei. Sie sandte den Brief an den Bundesfinanzhof (BFH) zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 21.08.2018 bestellte die zust&auml;ndige Rechtsanwaltskammer von Amts wegen (&sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;5 der Bundesrechtsanwaltsordnung &#8211;BRAO&#8211;) einen anderen Rechtsanwalt als Vertreter (V) f&uuml;r die Kanzlei des P. V wandte sich mit einem am 06.09.2018 eingegangenen Schreiben an das Finanzgericht (FG) und bat um Mitteilung des Sachstands. Das FG &uuml;bermittelte ihm am 07.09.2018 das klageabweisende Urteil und teilte mit, der BFH habe die Revision zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gesch&auml;ftsstelle des erkennenden Senats, die zwischenzeitlich von der Bestellung des V erfahren hatte, stellte diesem am 12.09.2018 u.a. das Hinweisschreiben vom 05.07.2018 zu. Noch am selben Tage bat V um &Uuml;bermittlung der von P eingereichten Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde, der Gegen&auml;u&szlig;erung des FA sowie des Beschlusses &uuml;ber die Zulassung der Revision. Diese Unterlagen erhielt V am 13.09.2018 per Telefax.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.10.2018 ist beim BFH die Revisionsbegr&uuml;ndung sowie ein Antrag des V auf Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand eingegangen. Er tr&auml;gt vor, P sei bereits seit l&auml;ngerer Zeit psychisch schwer erkrankt und nicht in der Lage gewesen, sich selbst um eine Vertretung zu bem&uuml;hen. Der gegenw&auml;rtige Aufenthaltsort des P sei V nicht bekannt; es bestehe kein Kontakt zu ihm. P sei als Einzelanwalt von seiner Wohnung aus t&auml;tig geworden und habe kein Personal besch&auml;ftigt. Bereits im Jahr 2016 habe die Staatsanwaltschaft gegen P ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts u.a. der Strafvereitelung eingeleitet, weil dieser in mehreren F&auml;llen Akten, die ihm &uuml;berlassen worden seien, nicht zur&uuml;ckgesandt habe. Parallel dazu sei gegen P u.a. wegen dieser Vorg&auml;nge ein Verfahren beim Anwaltsgericht f&uuml;r den Bezirk der zust&auml;ndigen Rechtsanwaltskammer eingeleitet worden. Das Anwaltsgericht habe am 09.06.2017 beschlossen, ein Sachverst&auml;ndigengutachten zu der Frage einzuholen, ob und inwieweit eine depressive Erkrankung des P dessen F&auml;higkeiten, seinen berufsrechtlichen Pflichten nachzukommen, im Zeitraum von Januar bis September 2016 beeintr&auml;chtigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>P habe sich vielfach verfolgt gesehen und sich seit ungef&auml;hr Mitte 2017 nur noch unregelm&auml;&szlig;ig und selten in seiner Wohnung (Kanzlei) aufgehalten. Diese Wohnung sei am 25.07.2018 nach dem sog. &quot;Berliner Modell&quot; (gemeint wohl: nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;885a der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) ger&auml;umt worden. Ab diesem Zeitpunkt habe P keinen Zugang mehr zu der Wohnung (Kanzlei) gehabt. Postsendungen, die sich im Briefkasten befunden h&auml;tten, seien vom Vermieter in den Postr&uuml;cklauf gegeben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>V hat eidesstattlich versichert, am 22.08.2018 &#8211;dem Folgetag seiner Bestellung zum Kanzleivertreter&#8211; vom Vermieter Zugang zu der vormaligen Wohnung des P erhalten zu haben. Dort sei eine chaotische Situation festzustellen gewesen. Nahezu &uuml;berall h&auml;tten sich Staub und Spinnweben befunden. Stapel von Akten und Post seien sowohl in der Diele und K&uuml;che als auch &#8211;vor allem&#8211; im Wohnzimmer vorgefunden worden. Der Schreibtisch und die Regale seien von frei flottierenden Unterlagen &uuml;bergequollen. Insgesamt habe V ca. 500 Briefsendungen festgestellt, davon ca. 220 gerichtliche Schreiben. &Uuml;ber 60 davon seien f&ouml;rmlich zugestellt worden. Von den zugestellten Sendungen sei etwa ein Drittel noch unge&ouml;ffnet gewesen; der Inhalt der ge&ouml;ffneten Sendungen sei unbearbeitet wieder in den Umschlag verbracht worden. Der Computer des P habe nicht mehr gestartet werden k&ouml;nnen. Insgesamt habe V Unterlagen im Volumen von ca.&nbsp;20 Umzugskartons aus der vormaligen Wohnung des P in seine eigene Kanzlei mitgenommen. Der Beschluss &uuml;ber die Zulassung der Revision habe aber nicht aufgefunden werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>V ist zwischenzeitlich zum Abwickler (&sect;&nbsp;55 BRAO) der Kanzlei des P, der seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft verloren hat, bestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>unter Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand f&uuml;r die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist das angefochtene Urteil sowie die Einspruchsentscheidung vom 17.10.2014 aufzuheben und die f&uuml;r den Imbiss ergangenen Gewerbesteuermessbescheide 2010 und 2011 vom 31.03.2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge auf 185,50&nbsp;EUR (2010) bzw. 343&nbsp;EUR (2011) herabgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Voraussetzungen einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand f&uuml;r nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat entscheidet &uuml;ber die Frage der Zul&auml;ssigkeit der Revision durch Zwischen-Gerichtsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;97, 121, 90a der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;97 FGO kann &uuml;ber die Zul&auml;ssigkeit der Klage durch Zwischenurteil vorab entschieden werden. Diese Regelung ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO auch in Bezug auf die Zul&auml;ssigkeit der Revision anzuwenden (BFH-Urteil vom 10.06.1999&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;33\/97, BFHE 189, 573, BStBl II 2000, 235, unter II.1.), sofern die Revision nicht unzul&auml;ssig ist und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO zwingend durch Beschluss verworfen werden muss (BFH-Beschluss vom 13.09.2012&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;40\/11, BFH\/NV 2013, 213, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den F&auml;llen des &sect;&nbsp;97 FGO kann die Entscheidung auch durch einen Gerichtsbescheid ergehen, da das Gesetz keine Regelung enth&auml;lt, die den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;90a FGO insoweit einschr&auml;nken w&uuml;rde (ebenso zum damaligen Vorbescheid BFH-Urteil vom 16.12.1971&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;212\/71, BFHE 104, 493, BStBl II 1972, 425, unter 1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Erlass einer Zwischenentscheidung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;97 FGO ist im vorliegenden Verfahren sachgerecht. Hierdurch wird die zwischen den Beteiligten bestehende Ungewissheit &uuml;ber die Zul&auml;ssigkeit der Revision beseitigt, so dass sich der Rechtsstreit im weiteren Verlauf auf die materiell-rechtlichen Fragen konzentrieren kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist fristgerecht begr&uuml;ndet worden (dazu unten 1.). Auch die weiteren Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzungen sind erf&uuml;llt (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die vom Senat zugelassene Revision ist fristgerecht begr&uuml;ndet worden. Der Zulassungsbeschluss ist am 25.05.2018 nicht wirksam zugestellt worden (unten a). Die von V eingereichte Revisionsbegr&uuml;ndung ist rechtzeitig beim BFH eingegangen (unten b). Damit kommt es auf die weiteren Fragen, ob P am 25.05.2018 &uuml;berhaupt gesch&auml;ftsf&auml;hig war oder dem Kl&auml;ger aufgrund einer krankheitsbedingt unverschuldeten Fristvers&auml;umnis des P jedenfalls Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gew&auml;hrt werden k&ouml;nnte, nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die am 25.05.2018 vorgenommene Ersatzzustellung des Zulassungsbeschlusses durch Einlegen in den zu den Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;umen des P geh&ouml;renden Briefkasten war nicht wirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 ZPO kann ein Schriftst&uuml;ck u.a. in einen zu der Wohnung oder dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten eingelegt werden und gilt mit der Einlegung &#8211;im Wege der Ersatzzustellung&#8211; als zugestellt, wenn die Zustellung nach &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, 2 ZPO nicht ausf&uuml;hrbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Voraussetzung hierf&uuml;r ist allerdings, dass die Wohnung oder der Gesch&auml;ftsraum tats&auml;chlich von dem Adressaten genutzt wird. Ein blo&szlig;er Anschein der Unterhaltung einer Wohnung &#8211;etwa durch einen mit dem Namen des Adressaten gekennzeichneten Briefkasten&#8211; gen&uuml;gt auch dann nicht, wenn er dem Adressaten zurechenbar sein sollte (zum Ganzen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 16.06.2011&nbsp;&#8211; III&nbsp;ZR&nbsp;342\/09, BGHZ 190, 99, Rz&nbsp;13, und vom 14.05.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;ZR&nbsp;94\/18, Neue Juristische Wochenschrift 2019, 2942, Rz&nbsp;6&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beweiskraft der Zustellungsurkunde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;1 ZPO erstreckt sich nicht auf die Frage, ob der Adressat unter der angegebenen Anschrift tats&auml;chlich eine Wohnung unterh&auml;lt; diese Angabe des Zustellers kann jedoch ggf. eine gewisse Indizwirkung entfalten (BGH-Urteil in BGHZ 190, 99, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Angesichts der nachfolgend dargelegten Umst&auml;nde hat der Senat nicht die erforderliche &Uuml;berzeugung (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) gewinnen k&ouml;nnen, dass der Briefkasten, in den der Zulassungsbeschluss eingelegt worden ist, am 25.05.2018 noch zu einer von P genutzten Wohnung bzw. einem von ihm genutzten Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;rte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>V hat vorgetragen, P habe sich seit ungef&auml;hr Mitte 2017 dort nur noch unregelm&auml;&szlig;ig aufgehalten. V hat zudem eidesstattlich versichert, bei seiner ersten Besichtigung der Wohnung am 22.08.2018 h&auml;tten sich nahezu &uuml;berall Staub und Spinnweben befunden. Zudem h&auml;tten sich in den Sanit&auml;ranlagen dicke R&auml;nder gebildet. Im Telefaxger&auml;t der Kanzlei h&auml;tten sich zu diesem Zeitpunkt eingegangene Telefaxsendungen von September 2016 befunden. Der Senat hat keinen Anlass, den Wahrheitsgehalt dieses &#8211;von V, soweit m&ouml;glich, durch Fotos und Kopien belegten&#8211; Tatsachenvortrags zu bezweifeln. All diese Umst&auml;nde deuten mit hinreichender Eindeutigkeit darauf hin, dass P seine vormaligen Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;ume bereits seit l&auml;ngerer Zeit nicht mehr genutzt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Dies wird durch die Einsichtnahme des Senats in die Akten des zivilrechtlichen R&auml;umungsverfahrens best&auml;tigt. In diesem R&auml;umungsverfahren sind &#8211;in zeitlicher N&auml;he zum ma&szlig;gebenden Datum des 25.05.2018&#8211; sechs Ersatzzustellungen durch Einlegen in den Briefkasten vorgenommen worden. In keinem Fall hat der Zusteller den P pers&ouml;nlich in dessen Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;umen angetroffen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">16.03.2018: Zustellung des &#8211;u.a. auf Zahlungsverzug gest&uuml;tzten&#8211; K&uuml;ndigungsschreibens des Vermieters;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">18.04.2018: Zustellung der R&auml;umungsklage;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">11.05.2018: Zustellung des &#8211;die Verurteilung zur R&auml;umung enthaltenden&#8211; Vers&auml;umnisurteils des Amtsgerichts;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">26.06.2018: Zustellung der Ladung zum G&uuml;tetermin und zur m&uuml;ndlichen Verhandlung;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">27.06.2018: Zustellung der Mitteilung &uuml;ber den R&auml;umungstermin;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">03.07.2018: Zustellung der Umladung zum G&uuml;tetermin und zur m&uuml;ndlichen Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da sich ein Rechtsanwalt, der eine &quot;Wohnzimmerkanzlei&quot; betreibt, w&auml;hrend der &uuml;blichen Postzustellzeiten h&auml;ufig in seinen Wohn- und Kanzleir&auml;umen aufzuhalten pflegt, deutet der Umstand, dass der Postzusteller den P bei zahlreichen Zustellversuchen nicht ein einziges Mal pers&ouml;nlich angetroffen hat, darauf hin, dass P die R&auml;ume nicht mehr genutzt hat. Hinzu kommt, dass der Vermieter seine K&uuml;ndigung nicht allein mit Zahlungsverzug begr&uuml;ndet hat, sondern erg&auml;nzend vorgebracht hat, er habe P mehrfach aufgefordert, ihm wegen der Erneuerung der Dachfenster und der Ablesung des Wasserz&auml;hlers Zutritt zur Wohnung zu erm&ouml;glichen. Hierauf habe P nicht reagiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der vom Vermieter ausgesprochenen, offensichtlich berechtigten K&uuml;ndigung des Mietverh&auml;ltnisses und des hierauf ergangenen amtsgerichtlichen R&auml;umungsurteils hatte P zudem bereits vor dem letztlichen R&auml;umungstermin (25.07.2018) sowohl objektiv als auch subjektiv Veranlassung, sich eine andere Wohnung zu suchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit spricht eine Vielzahl von Umst&auml;nden deutlich daf&uuml;r, dass P die Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;ume am 25.05.2018 nicht mehr genutzt hat. Angesichts dessen wird die entsprechende &Uuml;berzeugung des Senats nicht dadurch ersch&uuml;ttert, dass P mit Schreiben vom 24.05.2018 Einspruch gegen das Vers&auml;umnisurteil eingelegt hatte. Dies l&auml;sst sich damit erkl&auml;ren, dass er die R&auml;ume an diesem Tag bzw. kurz vor diesem Tag noch einmal aufgesucht hatte, deutet aber in Anbetracht der dargestellten Gesamtumst&auml;nde nicht darauf hin, dass er sie weiterhin als Wohnung bzw. Gesch&auml;ftsr&auml;ume nutzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die am 25.05.2018 versuchte Zustellung des Zulassungsbeschlusses unwirksam war, ist dieser Mangel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;189 ZPO in dem Zeitpunkt als geheilt anzusehen, zu dem V &#8211;als amtlich bestellter Vertreter des P&#8211; diesen Beschluss tats&auml;chlich erhalten hat. Dies war der 13.09.2018. Damit war die einmonatige Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist beim Eingang der Revisionsbegr&uuml;ndung am 10.10.2018 noch nicht abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch die weiteren Voraussetzungen f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit der Revision sind erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere gen&uuml;gt die Revisionsbegr&uuml;ndung den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 FGO. Das FA weist zwar zutreffend darauf hin, dass die Revisionsbegr&uuml;ndung weitestgehend wortgleich mit der im Verfahren &uuml;ber die Zulassung der Revision eingereichten Beschwerdebegr&uuml;ndung ist. Sie enth&auml;lt zudem einige Passagen, mit der ausschlie&szlig;lich Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO) dargelegt werden und die daher nicht in sinnvoller Weise Teil einer Revisionsbegr&uuml;ndung sein k&ouml;nnen. Insgesamt l&auml;sst sich der &#8211;sehr ausf&uuml;hrlich gehaltenen&#8211; Revisionsbegr&uuml;ndung aber eindeutig entnehmen, in welchen Punkten und aus welchen Gr&uuml;nden der Kl&auml;ger das angefochtene Urteil f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung gen&uuml;gt selbst eine blo&szlig;e Bezugnahme auf die Beschwerdebegr&uuml;ndung den an eine Revisionsbegr&uuml;ndung zu stellenden Anforderungen, wenn bereits die Beschwerdebegr&uuml;ndung eine ausreichende kritische W&uuml;rdigung des angefochtenen Urteils unter dem Gesichtspunkt seiner materiell-rechtlichen Richtigkeit enthielt (BFH-Entscheidungen vom 11.03.2004&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;15\/03, BFHE 205, 22, BStBl II 2004, 566, unter 1.b, und vom 22.03.2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;22\/14, BFH\/NV 2016, 1054, Rz&nbsp;8; vgl. f&uuml;r den Zivilprozess auch &sect;&nbsp;551 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 ZPO). Dies ist hier der Fall, wobei V sich nicht auf eine blo&szlig;e Bezugnahme beschr&auml;nkt, sondern einen eigenst&auml;ndigen und im Vergleich zur Beschwerdebegr&uuml;ndung leicht &uuml;berarbeiteten Schriftsatz eingereicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da der Senat lediglich eine Zwischenentscheidung erlassen hat, bleibt die Kostenentscheidung dem Endurteil vorbehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 5.11.2019, X R 15\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.051119.XR15.18.0 Unwirksamkeit einer durch Einlegen in den Briefkasten vorgenommenen Ersatzzustellung bei fehlender Nutzung der Wohn- oder Gesch&auml;ftsr&auml;ume Leits&auml;tze 1. NV: Voraussetzung f&uuml;r die Wirksamkeit einer durch Einlegung in den zu der Wohnung oder dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten ist u.a., dass die Wohnung oder der Gesch&auml;ftsraum von dem Adressaten der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-15-18-unwirksamkeit-einer-durch-einlegen-in-den-briefkasten-vorgenommenen-ersatzzustellung-bei-fehlender-nutzung-der-wohn-oder-geschaeftsraeume\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;15\/18 &#8211; Unwirksamkeit einer durch Einlegen in den Briefkasten vorgenommenen Ersatzzustellung bei fehlender Nutzung der Wohn- oder Gesch&auml;ftsr&auml;ume<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72119\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}