{"id":72149,"date":"2020-03-24T12:47:41","date_gmt":"2020-03-24T10:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72149"},"modified":"2020-03-24T12:47:41","modified_gmt":"2020-03-24T10:47:41","slug":"vi-r-30-17-keine-kuerzung-der-einbehaltenen-lohnsteuer-bei-ueberwiegend-nicht-qualifiziertem-betrieb-eines-handelsschiffes-im-wirtschaftsjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-30-17-keine-kuerzung-der-einbehaltenen-lohnsteuer-bei-ueberwiegend-nicht-qualifiziertem-betrieb-eines-handelsschiffes-im-wirtschaftsjahr\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;30\/17 &#8211; Keine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer bei &uuml;berwiegend nicht qualifiziertem Betrieb eines Handelsschiffes im Wirtschaftsjahr"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.12.2019, VI R 30\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.181219.VIR30.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer bei &uuml;berwiegend nicht qualifiziertem Betrieb eines Handelsschiffes im Wirtschaftsjahr<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer nach &sect; 41a Abs. 4 S&auml;tze 1 und 2 EStG kommt nicht in Betracht, wenn das Schiff im ma&szlig;gebenden Lohnzahlungszeitraum nicht im internationalen Verkehr betrieben wird. Ein qualifizierter Betrieb an wenigen Tagen im Jahr reicht daher nicht aus, um die einbehaltene Lohnsteuer f&uuml;r das gesamte Wirtschaftsjahr zu k&uuml;rzen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 27.04.2017 &#8211; 14 K 15\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Streitjahr (2010) u.a. das Frachtschiff MS &#8230; (MS&nbsp;X) f&uuml;r den Transport schwerer und gro&szlig;volumiger G&uuml;ter. Das Schiff ist in das Seeschiffsregister &#8230; eingetragen und f&uuml;hrt die deutsche Flagge. Im Streitjahr war die MS&nbsp;X nur in den Monaten Mai und Juni an insgesamt f&uuml;nf Tagen au&szlig;erhalb deutscher Hoheitsgew&auml;sser t&auml;tig, indem es die Kl&auml;gerin zwischen dem &#8211;in der deutschen ausschlie&szlig;lichen Wirtschaftszone belegenen&#8211; Offshore Windpark &#8230; und &#8230; in den Niederlanden einsetzte. Im &Uuml;brigen setzte die Kl&auml;gerin die MS&nbsp;X im Inland zwischen &#8230; und &#8230; ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Pr&uuml;fer zu der Auffassung, die Voraussetzungen des von der Kl&auml;gerin in den monatlichen Lohnsteuer-Anmeldungen in Anspruch genommenen &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) l&auml;gen nicht vor. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; daher einen Haftungs- und Nachforderungsbescheid &uuml;ber Lohnsteuer und sonstige Lohnabzugsbetr&auml;ge f&uuml;r die Zeit von Januar 2010 bis Dezember 2013. Darin sind nicht abgef&uuml;hrte Lohnsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR als Haftungsbetrag f&uuml;r das Jahr 2010 enthalten. Hiervon entfielen &#8230;&nbsp;EUR auf die Monate Mai und Juni 2010. Das FA st&uuml;tzte die Haftung auf &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 EStG, weil die Lohnsteuer in unzutreffender H&ouml;he einbehalten und abgef&uuml;hrt worden sei. Zudem habe sich die Kl&auml;gerin mit der Inanspruchnahme einverstanden erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einspruchsentscheidung verminderte das FA den Haftungsbetrag um &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r die Monate Mai und Juni 2010 und wies den Einspruch im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 1386 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Aufgrund des von der Kl&auml;gerin zu Unrecht in Anspruch genommenen K&uuml;rzungsbetrags nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG sei ein zu geringer Betrag an das FA abgef&uuml;hrt worden, so dass die Kl&auml;gerin hierf&uuml;r hafte (&sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil sowie den Haftungsbescheid vom 24.10.2014, soweit er das Jahr 2010 betrifft, in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23.12.2016 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zutreffend entschieden, dass der angefochtene Haftungsbescheid des FA rechtm&auml;&szlig;ig ist. Die Kl&auml;gerin hat die ihr als Arbeitgeberin obliegende Pflicht zur Abf&uuml;hrung der Lohnsteuer (&sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG) f&uuml;r die Monate Januar bis April und Juli bis Dezember 2010 verletzt (&sect;&nbsp;42d EStG), indem sie die zutreffend einbehaltene Lohnsteuer zu Unrecht um 40&nbsp;% gek&uuml;rzt und nur den verbleibenden Teil an das FA abgef&uuml;hrt hat. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine K&uuml;rzung der Lohnsteuer nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG lagen in diesen Monaten nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG abzuf&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG d&uuml;rfen Arbeitgeber, die eigene oder gecharterte Handelsschiffe betreiben, vom Gesamtbetrag der anzumeldenden und abzuf&uuml;hrenden Lohnsteuer einen Betrag von 40&nbsp;% der Lohnsteuer der auf solchen Schiffen in einem zusammenh&auml;ngenden Arbeitsverh&auml;ltnis von mehr als 183&nbsp;Tagen besch&auml;ftigten Besatzungsmitglieder abziehen und einbehalten. Die Handelsschiffe m&uuml;ssen in einem inl&auml;ndischen Seeschiffsregister eingetragen sein, die deutsche Flagge f&uuml;hren und zur Bef&ouml;rderung von Personen oder G&uuml;tern im Verkehr mit oder zwischen ausl&auml;ndischen H&auml;fen, innerhalb eines ausl&auml;ndischen Hafens oder zwischen einem ausl&auml;ndischen Hafen und der Hohen See betrieben werden (&sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem Wortlaut nach setzt &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG daher u.a. voraus, dass das Schiff zur Bef&ouml;rderung von Personen oder G&uuml;tern im Verkehr mit oder zwischen ausl&auml;ndischen H&auml;fen, innerhalb eines ausl&auml;ndischen Hafens oder zwischen einem ausl&auml;ndischen Hafen und der Hohen See (tats&auml;chlich) betrieben wird. Damit ist das Betreiben eines kommerziellen Schiffes zur Bef&ouml;rderung von Personen oder G&uuml;tern im internationalen Verkehr unter deutscher Flagge gemeint (Urbahns, Neue Wirtschaftsbriefe Herne 2016, 1578, 1581). Subventionsgegenstand sind folglich nur solche Schiffe, die dem Inland zuzurechnen sind und die den Verkehr zum Ausland sicherstellen (Reuss in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;41a EStG Rz&nbsp;20). Ein Handelsschiff, das nur ausnahmsweise im internationalen Verkehr und ansonsten nicht qualifiziert i.S. von &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG betrieben wird, erf&uuml;llt f&uuml;r die Zeiten des nicht qualifizierten Betriebs daher nicht die Voraussetzungen f&uuml;r eine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Regelung der Lohnsteuerk&uuml;rzung innerhalb des &sect;&nbsp;41a EStG zeigt, wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, dass die Ermittlung des K&uuml;rzungsbetrags nicht unabh&auml;ngig von der im Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG vom Arbeitgeber einzubehaltenden Lohnsteuer erfolgen kann. Denn die Lohnsteuer-Anmeldung hat nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG alle lohnsteuerpflichtigen Sachverhalte zeitraumbezogen zu erfassen (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;41a Rz&nbsp;4); der Anmeldungszeitraum bestimmt sich dabei nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;2 EStG und ist grunds&auml;tzlich der Kalendermonat. In der Lohnsteuer-Anmeldung hat der Arbeitgeber nicht nur die Summe der einzubehaltenden Lohnsteuer, sondern auch den K&uuml;rzungsbetrag nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 EStG einzutragen. Die ma&szlig;gebliche Pflicht zur Einbehaltung der Lohnsteuer kn&uuml;pft wiederum an die Verh&auml;ltnisse des jeweiligen Lohnzahlungszeitraums an (Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;38 EStG Rz&nbsp;121). Insoweit besteht zwischen der nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG f&uuml;r einen Lohnzahlungszeitraum vom Arbeitgeber einzubehaltenden Lohnsteuer und der von ihm im Anschluss im Rahmen der Lohnsteuer-Anmeldung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 EStG erfolgenden K&uuml;rzung ein Zusammenhang. Das Schiff muss deshalb im jeweiligen Lohnzahlungszeitraum tats&auml;chlich zu den im Gesetz genannten Zwecken eingesetzt worden sein, um die K&uuml;rzung vornehmen zu k&ouml;nnen (ebenso Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;41a Rz&nbsp;8; Eisgruber in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;41a Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Demgegen&uuml;ber l&auml;sst die 183-Tage-Regelung des &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG nicht darauf schlie&szlig;en, &quot;Abrechnungsperiode&quot; f&uuml;r die vom Arbeitgeber vorzunehmende K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer sei das gesamte Wirtschaftsjahr. So unterscheidet &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 EStG &#8211;wie vom FG zu Recht angemerkt&#8211; zwischen personenbezogenen Voraussetzungen in Satz&nbsp;1 (qualifizierte Arbeitnehmer, qualifizierte Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse) und schiffsbezogenen Voraussetzungen in Satz&nbsp;2 (qualifiziertes Betreiben). Hieraus ergibt sich allenfalls, dass die Lohnsteuerverg&uuml;nstigung zwar auch f&uuml;r die Zeiten m&ouml;glich ist, in denen der (qualifizierte) Betrieb des Schiffes durch Be- und Entladezeiten oder durch Zeiten notwendiger Reparaturen oder Leerfahrten unterbrochen ist, das Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis aber andauert (s. Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;41a EStG Rz&nbsp;45; Heuermann\/Wagner, LohnSt, G&nbsp;Rz&nbsp;177).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dem Verst&auml;ndnis, dass ein nur vereinzeltes, sporadisches und kurzfristiges Betreiben im internationalen Verkehr die vom Gesetz vorgesehene K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer gleichwohl f&uuml;r ein komplettes Wirtschaftsjahr erlaubt, widersprechen auch Sinn und Zweck der Regelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschrift wurde zum 01.01.1999 mit dem Seeschifffahrtsanpassungsgesetz vom 09.09.1998 (BGBl I 1998, 2860) nach niederl&auml;ndischem Vorbild eingef&uuml;hrt, um die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der Arbeitspl&auml;tze der deutschen Seeleute durch gezielte Verringerung der Personalkostenbelastung zu st&auml;rken und so den Schifffahrtsstandort Deutschland zu sichern und zu st&auml;rken (s. BTDrucks 13\/8023, S.&nbsp;27 und BTDrucks 13\/10271, S.&nbsp;8&nbsp;f.). Insoweit handelt es sich um eine fest umrissene Lenkungsma&szlig;nahme, die restriktiv auszulegen ist (Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;41a EStG Rz&nbsp;41). Wie auch die zeitgleich eingef&uuml;hrte pauschale Gewinnermittlung nach der Tonnage (&sect;&nbsp;5a EStG) bewirkt die pauschale Lohnsteuererm&auml;&szlig;igung eine effektive Steuerentlastung der Unternehmer bzw. Arbeitgeber (s. Urteile des Bundesfinanzhofs vom 26.09.2013&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;46\/10, BFHE 243, 223, BStBl II 2014, 253, Rz&nbsp;19&nbsp;f., und vom 22.01.2015&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;10\/12, Rz&nbsp;19). Im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Rechtfertigung der Subventionsnorm ist auch bei der Lohnsteuererm&auml;&szlig;igung erforderlich, dass zwischen der K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer und dem qualifizierten Betrieb des Handelsschiffes im internationalen Verkehr ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Dem entspricht, dass nach der Legaldefinition in &sect;&nbsp;5a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG Handelsschiffe dann im internationalen Verkehr betrieben werden, wenn eigene oder gecharterte Seeschiffe, die im Wirtschaftsjahr &uuml;berwiegend in einem inl&auml;ndischen Seeschiffsregister eingetragen sind, in diesem Wirtschaftsjahr &uuml;berwiegend zur Bef&ouml;rderung von Personen oder G&uuml;tern im Verkehr mit oder zwischen ausl&auml;ndischen H&auml;fen, innerhalb eines ausl&auml;ndischen Hafens oder zwischen einem ausl&auml;ndischen Hafen und der Hohen See eingesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Heranziehung dieser Grunds&auml;tze hat das FG zutreffend entschieden, dass eine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer durch die Kl&auml;gerin &uuml;ber die nicht im Streit stehenden Monate Mai und Juni 2010 hinaus nicht in Betracht kommt, da die MS&nbsp;X au&szlig;erhalb dieser Lohnzahlungszeitr&auml;ume nicht i.S. von &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG qualifiziert betrieben wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FA die streitbefangene, der H&ouml;he nach unstreitige Lohnsteuer &#8211;ungeachtet der Frage des Vorliegens der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG&#8211; durch einen Haftungsbescheid festsetzen durfte, ist zwischen den Beteiligten zu Recht nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.12.2019, VI R 30\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.181219.VIR30.17.0 Keine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer bei &uuml;berwiegend nicht qualifiziertem Betrieb eines Handelsschiffes im Wirtschaftsjahr Leits&auml;tze Eine K&uuml;rzung der einbehaltenen Lohnsteuer nach &sect; 41a Abs. 4 S&auml;tze 1 und 2 EStG kommt nicht in Betracht, wenn das Schiff im ma&szlig;gebenden Lohnzahlungszeitraum nicht im internationalen Verkehr betrieben wird. 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