{"id":72153,"date":"2020-03-24T12:47:35","date_gmt":"2020-03-24T10:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72153"},"modified":"2020-03-24T12:47:35","modified_gmt":"2020-03-24T10:47:35","slug":"i-r-27-12-auch-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer-keine-kapitalertragsteuer-bei-obligationsaehnlichen-genussrechten-anfechtung-einer-kapitalertragsteueranmeldung-durch-den-verguetungsglaeubiger-d-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-27-12-auch-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer-keine-kapitalertragsteuer-bei-obligationsaehnlichen-genussrechten-anfechtung-einer-kapitalertragsteueranmeldung-durch-den-verguetungsglaeubiger-d-10\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;27\/12 &#8211; Auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer keine Kapitalertragsteuer bei obligations&auml;hnlichen Genussrechten &#8211; Anfechtung einer Kapitalertragsteueranmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger (Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt. Sie war seit dem 24.4.2013 als NV-Entscheidung abrufbar.)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, I R 27\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer keine Kapitalertragsteuer bei obligations&auml;hnlichen Genussrechten &#8211; Anfechtung einer Kapitalertragsteueranmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger (Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt. Sie war seit dem 24.4.2013 als NV-Entscheidung abrufbar.)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von vor dem 1. Januar 2009 erworbenen obligations&auml;hnlichen Genussrechten unterliegen auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht dem Kapitalertragsteuerabzug.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) unterhielt bei der Beigeladenen, einer Bank, ein Direkt-Depot, auf das im Jahre 2006 Inhaber-Genussscheine der Y-AG zum Nominalwert von 5.160&nbsp;EUR von der Sparkasse &uuml;bertragen worden waren. Die Genussscheine gew&auml;hrten ihrem Inhaber einen gegen&uuml;ber dem Gewinnanteil der Aktion&auml;re vorrangigen Anspruch auf Gewinnaussch&uuml;ttung sowie auf R&uuml;ckzahlung nach Beendigung der Genussscheine (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;15 der Genussscheinbedingungen &#8211;GB&#8211;). Dem Inhaber standen keinerlei Teilnahme-, Mitwirkungs- oder Stimmrechte in der Hauptversammlung der Y-AG zu (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 GB). Sein Gewinnanteil betrug vorbehaltlich eines ausreichenden Konzernjahres&uuml;berschusses f&uuml;r jedes volle Gesch&auml;ftsjahr 15&nbsp;% des Grundbetrags von 10&nbsp;EUR je Genussschein (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GB); der auf den Grundbetrag entfallende und aus der sog. negativen Gesamtkapitalrendite abgeleitete Verlustanteil war gesondert auszuweisen und durch Gewinnanteile der Folgejahre auszugleichen (&sect;&nbsp;5 GB). Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;6 GB nahm das Genusskapital im Falle der Aufl&ouml;sung der Y-AG nicht am Liquidationserl&ouml;s teil. Der &#8211;gegebenenfalls um noch nicht ausgeglichene Verluste gek&uuml;rzte&#8211; R&uuml;ckzahlungsanspruch war gegen&uuml;ber den Forderungen der anderen Gl&auml;ubiger nachrangig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Y-AG die Genussscheininhaber am 2.&nbsp;Februar 2010 zur Abgabe von Verkaufsangeboten zum Kurs von 180&nbsp;% aufgefordert hatte, ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seine Anteilsscheine am 1.&nbsp;M&auml;rz 2010 zu einem Preis (Kurswert) von 9.228&nbsp;EUR. Hiervon behielt die Beigeladene Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 696,60&nbsp;EUR sowie Solidarit&auml;tszuschlag in H&ouml;he von 38,31&nbsp;EUR ein. Beide Betr&auml;ge wurden bei der Kapitalertragsteueranmeldung vom 1.&nbsp;April 2010 (betreffend M&auml;rz 2010) ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte der Kl&auml;ger am 13.&nbsp;April 2010 Einspruch ein. Zur Begr&uuml;ndung trug er vor, dass die Genussscheine lange vor 2006 angeschafft worden seien und den Bestandsschutzregeln zur Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer unterl&auml;gen (hier: &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 des Einkommensteuergesetzes 2009 &#8211;EStG 2009&#8211;). Der Rechtsbehelf blieb, nachdem der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Beigeladene zum Einspruchsverfahren hinzugezogen hatte (&sect;&nbsp;360 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;), ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Klage hat das Finanzgericht (FG) stattgegeben und die angemeldeten Steuerbetr&auml;ge (Kapitalertragsteuer, Solidarit&auml;tszuschlag) in dem beantragten Umfang herabgesetzt (Hessisches FG, Urteil vom 16.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;639\/11, Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision beantragt das FA sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beigeladene hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet. Sie ist daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger anfechtungsbefugt und die Klage damit zul&auml;ssig ist. Die von der Beigeladenen angemeldete Kapitalertragsteuer (&sect;&nbsp;45a EStG 2009) steht nach &sect;&nbsp;168 AO &#8211;ebenso wie der angemeldete Solidarit&auml;tszuschlag (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 und 3 sowie &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 des Solidarit&auml;tszuschlaggesetzes 1995 &#8211;SolZG 1995&#8211;; Bl&uuml;mich\/ Lindberg, &sect;&nbsp;1 SolZG 1995 Rz&nbsp;5)&#8211; einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich. Zwar ist deren Regelungsgehalt darauf beschr&auml;nkt, dass die Beigeladene die angemeldeten Betr&auml;ge abzuf&uuml;hren hat (Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;August 1997 I&nbsp;B&nbsp;30\/97, BFHE 184, 92, BStBl II 1997, 700). Da jedoch der Kl&auml;ger als Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG 2009 (i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 SolZG 1995) die Kapitalertragsteuer sowie den im Abzugsverfahren erhobenen Solidarit&auml;tszuschlag schuldet und demgem&auml;&szlig; die Beigeladene die Steuerabz&uuml;ge f&uuml;r Rechnung des Kl&auml;gers vorgenommen hat (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG 2009 i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 SolZG 1995), werden im Fall der Rechtswidrigkeit der nach &sect;&nbsp;168 AO fingierten Steuerbescheide rechtlich gesch&uuml;tzte Interessen des Kl&auml;gers ber&uuml;hrt (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO; vgl. Senatsurteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1971 I&nbsp;R&nbsp;73\/67, BFHE 102, 242, BStBl II 1971, 589; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;168 Rz&nbsp;24; Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;168 Rz&nbsp;16, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist hierbei allerdings zu beachten, dass sich die mit der Steueranmeldung verbundene Steuerfestsetzung gegen den Verg&uuml;tungsschuldner richtet (hier: die Beigeladene) und deshalb im Rahmen einer hiergegen vom Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger (hier: dem Kl&auml;ger) im Wege der sog. Drittanfechtung erhobenen Klage die Steuerfestsetzung nur darauf &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, ob der Verg&uuml;tungsschuldner die Steueranmeldung vornehmen durfte. Zwar ist dies bereits dann zu bejahen, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r den Steuereinbehalt zweifelhaft sind (Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;November 2002 I&nbsp;B&nbsp;69\/02, BFHE 201, 114, BStBl II 2003, 189; Senatsurteil vom 28.&nbsp;Januar 2004 I&nbsp;R&nbsp;73\/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550; Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;November 2007 I&nbsp;R&nbsp;19\/04, BFHE 209, 300, BStBl II 2008, 228; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;168 Rz&nbsp;25, m.w.N.). Auch ist im Rahmen dieses eingeschr&auml;nkten Pr&uuml;fungsumfangs im Grundsatz davon auszugehen, dass der Verg&uuml;tungsschuldner zum Kapitalertragsteuerabzug dann berechtigt ist, wenn er sich hierbei &#8211;wie vorliegend&#8211; auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) st&uuml;tzen kann (vgl. zur Ver&auml;u&szlig;erung obligations&auml;hnlicher Genussrechte BMF-Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 2009, BStBl I 2010, 94, Rz&nbsp;319; ebenso BMF-Schreiben vom 9.&nbsp;Oktober 2012, BStBl I 2012, 953, Rz&nbsp;319). Gleichwohl gilt dieser Grundsatz nicht ausnahmslos. Er ist jedenfalls dann zu durchbrechen, wenn die Ansicht des Verg&uuml;tungsgl&auml;ubigers dem eindeutigen Wortlaut der einschl&auml;gigen Bestimmungen entspricht und auch aus deren Entstehungsgeschichte und Zweck kein Anhalt f&uuml;r ein abweichendes Regelungsverst&auml;ndnis besteht. Von Letzterem ist im Streitfall auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 EStG 2009 wird bei Kapitalertr&auml;gen i.S. von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 die Einkommensteuer durch Abzug vom Kapitalertrag (Kapitalertragsteuer) erhoben; gleiches gilt f&uuml;r den hierauf entfallenden Solidarit&auml;tszuschlag (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 und 3 und &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 SolZG 1995).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten besteht Einvernehmen dar&uuml;ber, dass es sich bei den vom Kl&auml;ger gehaltenen Genussscheinen um Kapitalforderungen i.S. von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 gehandelt hat und ein aus ihrer Ver&auml;u&szlig;erung erzielter Gewinn die tatbestandlichen Merkmale f&uuml;r den Ansatz von Kapitaleink&uuml;nften nach dem &#8211;im Zuge der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630)&#8211; neu geschaffenen &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat teilt diese Beurteilung. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 erfasst Ertr&auml;ge aus sonstigen Kapitalforderungen jeder Art unter der Voraussetzung, dass die R&uuml;ckzahlung des Kapitalverm&ouml;gens oder ein Entgelt f&uuml;r die &Uuml;berlassung des Kapitalverm&ouml;gens zur Nutzung zugesagt oder geleistet worden ist, auch wenn die H&ouml;he der R&uuml;ckzahlung oder des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngt. Hierzu geh&ouml;rten auch die Genussrechte des Kl&auml;gers; da sie keine Beteiligung an einem Liquidationserl&ouml;s der Y-AG und damit keine i.S. von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 2009 gesellschafter&auml;hnliche Rechtsstellung vermittelten (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18.&nbsp;Mai 2005 VIII&nbsp;R&nbsp;34\/01, BFHE 210, 247, BStBl II 2005, 857; Senatsurteil vom 19.&nbsp;Januar 1994 I&nbsp;R&nbsp;67\/92, BFHE 173, 399, BStBl II 1996, 77; Intemann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;56), waren sie angesichts ihres &quot;obligations&auml;hnlichen&quot; Charakters (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9.&nbsp;November 1992 II&nbsp;ZR&nbsp;230\/91, BGHZ 120, 141) den sonstigen Kapitalforderungen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Kein Einvernehmen besteht zwischen den Beteiligten jedoch dar&uuml;ber, ob die hierdurch ausgel&ouml;ste Pflicht zur Anmeldung und Abf&uuml;hrung von Kapitalertragsteuer auch im Streitfall greift, der dadurch gekennzeichnet ist, dass die Genussscheine vor dem Jahre 2006 und damit vor Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer zum 1.&nbsp;Januar 2009 durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 erworben worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die &Uuml;bergangsbestimmung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;6 EStG 2009 sieht vor, dass &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG in der Fassung des Art.&nbsp;1 des Unternehmersteuerreformgesetzes 2008 erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge aus der Ver&auml;u&szlig;erung sonstiger Kapitalforderungen anzuwenden ist. Nach &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;1 EStG 2009 ist jedoch f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge aus Kapitalforderungen, die zum Zeitpunkt des vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erfolgten Erwerbs zwar Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG in der am 31.&nbsp;Dezember 2008 anzuwendenden Fassung (im Folgenden: EStG 2002), aber nicht Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 waren, &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 nicht anzuwenden. Durch das Jahressteuergesetz 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794, BStBl I 2009, 74) wurde &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 EStG 2009 um einen weiteren Halbsatz erg&auml;nzt, nach dem Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 auch dann vorliegen, wenn die R&uuml;ckzahlung nur teilweise garantiert ist oder wenn eine Trennung zwischen Ertrags- und Verm&ouml;gensebene m&ouml;glich erscheint. Letztere Regelung ist &#8211;nach Inkrafttreten einer weiteren, f&uuml;r das vorliegende Verfahren jedoch nicht einschl&auml;gigen &Auml;nderung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 EStG 2009 durch das Jahressteuergesetz 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010, BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394 (betreffend St&uuml;ckzinsen)&#8211; heute Gegenstand des letzten Halbsatzes der Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat zu Recht angenommen, dass nach der &Uuml;bergangsbestimmung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 EStG 2009 die Regelung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 auf die vom Kl&auml;ger erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne keine Anwendung findet und deshalb auch ein Steuerabzug vom Kapitalertrag nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 EStG 2009 (i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 und 3 sowie &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 SolZG 1995) nicht vorzunehmen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Auszugehen ist hierbei davon, dass die &#8211;nach den Feststellungen der Vorinstanz vor dem Jahre 2006 erworbenen&#8211; Genussscheine zwar zu Kapitalforderungen im Sinne der vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 ma&szlig;geblichen Fassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2002, nicht jedoch zu den Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 geh&ouml;rt haben. Diese, durch das Gesetz zur Bek&auml;mpfung des Mi&szlig;brauchs und zur Bereinigung des Steuerrechts (Mi&szlig;brauchsbek&auml;mpfungs- und Steuerbereinigungsgesetz) vom 21.&nbsp;Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2310, BStBl I 1994, 50) in das Einkommensteuergesetz eingef&uuml;gte Bestimmung stand im Zusammenhang damit, dass nach der gleichfalls neu gefassten Vorschrift des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 1990 der Begriff der steuerbaren Kapitalertr&auml;ge auf Ertr&auml;ge aus sog. Finanzinnovationen ausgedehnt wurde und solche Eink&uuml;nfte nicht nur bei Einl&ouml;sung der Wertpapiere, sondern auch im Falle ihrer Ver&auml;u&szlig;erung erfasst werden sollten (BTDrucks 12\/6078, S.&nbsp;122&nbsp;f.). Demgem&auml;&szlig; war u.a. in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG 1990\/1997\/2002 vorgesehen, dass zu den Kapitaleink&uuml;nften auch Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von sonstigen Kapitalforderungen mit Zinsforderungen geh&ouml;rten, wenn die H&ouml;he der Ertr&auml;ge von einem ungewissen Ereignis abhing.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat l&auml;sst unbeantwortet, ob hierunter tatbestandlich auch Genussscheine fielen, die wie vorliegend sowohl im Hinblick auf ihre Verzinsung als auch bez&uuml;glich der Kapitalr&uuml;ckzahlung dem Risiko der Verlustbeteiligung ausgesetzt waren (vgl. zum Erfordernis der R&uuml;ckzahlungsgarantie z.B. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;79\/03, BFHE 216, 187, BStBl II 2007, 562; v.&nbsp;Beckerath in Kirchhof, EStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;405). Jedenfalls war die Neuregelung nach dem unmissverst&auml;ndlichen Wortlaut des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG 2002 insgesamt nicht auf Genussrechte i.S. von &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG 2002 und damit auch nicht auf die vom Kl&auml;ger gehaltenen Anteilsscheine anzuwenden. In den Materialen zum Mi&szlig;brauchsbek&auml;mpfungs- und Steuerbereinigungsgesetz wird hierzu erl&auml;utert, dass &quot;bei Genu&szlig;scheinen &#8230; im Sinne von &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG &#8230; wie bisher nur die Ertr&auml;ge aus der Einl&ouml;sung der Wertpapiere der Einkommensteuer&quot; unterliegen (BTDrucks 12\/6078, S.&nbsp;123).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demnach waren die Genussrechte auch im Sinne der &Uuml;bergangsvorschrift des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;1 EStG 2009 nicht zu den Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 zu rechnen. Letzteres ergibt sich bereits aus dem Wortlaut der &Uuml;berleitungsbestimmung, der nicht nur auf die in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 (hier: Buchst.&nbsp;c) EStG 2002 genannten Kapitalanlageformen, sondern auf die Gesamtregelung jener Vorschrift und damit auch auf deren Satz&nbsp;5 mit der Folge verweist, dass die &#8211;nicht &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 2002 unterstehenden&#8211; Genussrechte insgesamt dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 bis 4 EStG 2002 entzogen waren; sie konnten deshalb nicht zu den in Satz&nbsp;1 dieser Bestimmung genannten Kapitalanlagen gerechnet werden. Dar&uuml;ber hinaus entspricht nur dieses Gesetzesverst&auml;ndnis dem aus den Materialien zum Unternehmensteuerreformgesetz 2008 abzuleitenden Zweck des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;1 EStG 2009. Hiernach soll die mit der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer verbundene Steuerbarkeit von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen f&uuml;r solche &quot;Kapitalforderungen (keine Anwendung finden), die noch vor 2009 erworben wurden und nicht unter die bis Ende 2008 geltende Fassung von &sect;&nbsp;20 fielen&quot; (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;73); die &quot;bislang steuerfreie(n) Kursgewinne aus vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworbenen zinstragenden Forderungen im Sinne des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 (sollten) auch weiterhin steuerfrei bleiben&quot; (BTDrucks 16\/5491, S.&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Anderes ist nicht aus &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7, letzter Halbsatz EStG 2009 abzuleiten, nach dem Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 auch dann vorliegen, wenn die R&uuml;ckzahlung nur teilweise garantiert ist oder wenn eine Trennung zwischen Ertrags- und Verm&ouml;gensebene m&ouml;glich erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob letztere Voraussetzung auf die vom Kl&auml;ger gehaltenen Genussrechte zugetroffen hat, kann offenbleiben. Zum einen deshalb, weil &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7, letzter Halbsatz EStG 2009 nach seinem insoweit eindeutigen Wortlaut unber&uuml;hrt l&auml;sst, dass Genussrechte nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG 2002 insgesamt nicht den im Falle der Ver&auml;u&szlig;erung oder Abtretung sog. Finanzinnovationen geltenden Besteuerungsgrunds&auml;tzen unterworfen waren; unber&uuml;hrt bleibt damit auch die Grundregel des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;1 EStG 2009, nach welcher im Falle der Ver&auml;u&szlig;erung der vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworbenen Genussrechte &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG 2009 nicht anwendbar und infolgedessen ein Kapitalertragsteuerabzug nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 EStG 2009 nicht vorzunehmen ist. Zum anderen wird dieses Verst&auml;ndnis durch die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7, letzter Halbsatz EStG 2009 gest&uuml;tzt. Mit der durch das Jahressteuergesetz 2009 (zun&auml;chst als zweiter Halbsatz) eingef&uuml;gten Bestimmung sollte auf die Rechtsprechung des BFH reagiert werden, der zufolge eine Versteuerung von Ver&auml;u&szlig;erungs- und Einl&ouml;sungsgewinnen nach der sog. Marktrendite (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG 2002) f&uuml;r solche Finanzanlagen ausgeschlossen war, bei denen die Ertragsebene ohne weiteres rechnerisch von einer die Verm&ouml;gensebene betreffenden Wertver&auml;nderung getrennt werden konnte (z.B. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/05, BFHE 216, 206, BStBl II 2007, 571; VIII&nbsp;R&nbsp;62\/04, BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568). Dar&uuml;ber hinaus war nach der Rechtsprechung die Steuerbarkeit in dem Sinne beschr&auml;nkt, dass &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 nur den auf die garantierte Mindestr&uuml;ckzahlung einer Finanzanlage entfallenden Teil des Ver&auml;u&szlig;erungs&uuml;berschusses erfasste (z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFHE 219, 339, BStBl II 2008, 563). Der Gesetzgeber wollte beide (einzelfallbezogenen) Differenzierungen im Interesse der Handhabbarkeit des Kapitalertragsteuerabzugs nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht fortf&uuml;hren. Er hat hierzu erl&auml;utert, dass der mit der Neuregelung verbundenen sog. unechten R&uuml;ckwirkung kein &uuml;berwiegend schutzw&uuml;rdiges Vertrauen der Anleger gegen&uuml;berstehe, da sich vor Bekanntwerden der einschr&auml;nkenden Rechtsprechung des BFH die Steuerbarkeit bei Ver&auml;u&szlig;erung aller Finanzprodukte aus dem Gesetzeswortlaut des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG (2002) ergeben habe (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;66&nbsp;f.; Hahne\/Krause, Deutsches Steuerrecht 2008, 1724, 1728; Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;52a EStG Rz&nbsp;20). In Anbetracht dessen ist nicht ersichtlich, aus welchem Grund die darauf ausgerichtete, in dem beschriebenen Umfang rechtsprechungskorrigierende &Uuml;bergangsbestimmung des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;7, letzter Halbsatz EStG 2009 &uuml;ber ihren Wortlaut hinaus Anlass geben k&ouml;nnte, den Kapitalertragsteuerabzug auf vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erworbene Genussrechte und damit auf Kapitalanlagen zu erstrecken, die nach der unmissverst&auml;ndlichen und von der Rechtsprechung auch nicht in Frage gestellten Fassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG 2002 unabh&auml;ngig davon nicht der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnbesteuerung f&uuml;r Finanzinnovationen unterlagen, ob nach den Genussrechtsbedingungen die R&uuml;ckzahlung des Anlagebetrags garantiert oder eine Trennung zwischen Ertrags- und Verm&ouml;gensebene m&ouml;glich war (gl.A. Haisch\/Danz, Deutsche Steuer-Zeitung 2008, 392, 397; Elser\/Bindl, Finanz-Rundschau 2010, 360, 367).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, I R 27\/12 Auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer keine Kapitalertragsteuer bei obligations&auml;hnlichen Genussrechten &#8211; Anfechtung einer Kapitalertragsteueranmeldung durch den Verg&uuml;tungsgl&auml;ubiger (Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt. Sie war seit dem 24.4.2013 als NV-Entscheidung abrufbar.) Leits&auml;tze Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von vor dem 1. 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