{"id":72172,"date":"2020-03-29T17:51:03","date_gmt":"2020-03-29T15:51:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72172"},"modified":"2020-03-29T17:51:03","modified_gmt":"2020-03-29T15:51:03","slug":"xi-r-16-18-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-organschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-18-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-organschaft\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;16\/18 &#8211; EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 11.12.2019, XI R 16\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:VE.111219.XIR16.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Sind Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 Buchst. a und Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat gestatten, anstelle der Mehrwertsteuergruppe (des Organkreises) ein Mitglied der Mehrwertsteuergruppe (den Organtr&auml;ger) zum Steuerpflichtigen zu bestimmen?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Falls die Frage 1 verneint wird: Sind Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 Buchst. a und Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG insoweit berufbar?<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ist bei der nach Rz 46 des EuGH-Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, Rz 44 f.) vorzunehmenden Pr&uuml;fung, ob das in &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG enthaltene Erfordernis der finanziellen Eingliederung eine zul&auml;ssige Ma&szlig;nahme darstellt, die f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderlich und geeignet ist, ein strenger oder ein gro&szlig;z&uuml;giger Ma&szlig;stab anzulegen?<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Sind Art. 4 Abs. 1, Abs. 4 Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat gestatten, im Wege der Typisierung eine Person als nicht selbst&auml;ndig i.S. des Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG anzusehen, wenn sie in der Weise finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen eines anderen Unternehmers (Organtr&auml;gers) eingegliedert ist, dass der Organtr&auml;ger seinen Willen bei der Person durchsetzen und dadurch eine abweichende Willensbildung bei der Person verhindern kann?<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>I. Dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<\/p>\n<p>1. Sind Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 in Verbindung mit (i.V.m.) Art. 21 Abs. 1 Buchst. a und Abs. 3 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.05.1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) dahingehend auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat gestatten, anstelle der Mehrwertsteuergruppe (des Organkreises) ein Mitglied der Mehrwertsteuergruppe (den Organtr&auml;ger) zum Steuerpflichtigen zu bestimmen?<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Falls die Frage 1 verneint wird: Sind Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 Buchst. a und Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG insoweit berufbar?<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ist bei der nach Rz 46 des EuGH-Urteils Larentia + Minerva vom 16.07.2015 &#8211; C-108\/14 und C-109\/14 (EU:C:2015:496, Rz 44 f.) vorzunehmenden Pr&uuml;fung, ob das in &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes enthaltene Erfordernis der finanziellen Eingliederung eine zul&auml;ssige Ma&szlig;nahme darstellt, die f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderlich und geeignet ist, ein strenger oder ein gro&szlig;z&uuml;giger Ma&szlig;stab anzulegen?<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Sind Art. 4 Abs. 1, Abs. 4 Unterabs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat gestatten, im Wege der Typisierung eine Person als nicht selbst&auml;ndig im Sinne des Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG anzusehen, wenn sie in der Weise finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen eines anderen Unternehmers (Organtr&auml;gers) eingegliedert ist, dass der Organtr&auml;ger seinen Willen bei der Person durchsetzen und dadurch eine abweichende Willensbildung bei der Person verhindern kann?<\/p>\n<\/p>\n<p>II. Das Revisionsverfahren wird bis zu einer abschlie&szlig;enden Entscheidung des EuGH ausgesetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Sachverhalt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob im Jahr 2005 (Streitjahr) eine umsatzsteuerrechtliche Organschaft zwischen der (A) als Organtr&auml;gerin und der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin) als Organgesellschaft bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung, die durch notarielle Urkunde vom 29.08.2005 errichtet wurde. Gesellschafter der Kl&auml;gerin sind A (zu 51&nbsp;%) und die (C&nbsp;e.V.) zu 49&nbsp;%. A ist eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts. C&nbsp;e.V. ist ein eingetragener Verein (Vereinsregister des Amtsgerichts). Alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin war im Streitjahr (E), der zugleich alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A und gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Vorstand des C&nbsp;e.V. war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor der Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin waren dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zwei Entw&uuml;rfe des Gesellschaftsvertrags zur Stellungnahme im Hinblick auf das Vorliegen einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft vorgelegt worden. Hierbei handelte es sich um den Gesellschaftsvertrag &quot;Stand &#8230;&quot; (Version&nbsp;1) und den Gesellschaftsvertrag &quot;Stand &#8230;&quot; (Version&nbsp;2). Mit Schreiben vom 29.12.2004 teilte das FA mit, dass nur die Version&nbsp;2 die Anforderungen an die finanzielle Eingliederung erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29.08.2005 notariell beurkundet wurde jedoch Version&nbsp;1. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 dieses Gesellschaftsvertrags enthielt zur Gesellschafterversammlung folgende Regelung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Die Gesellschafterversammlung wird gebildet aus den Mitgliedern des Hilfswerksausschusses der A und des Hauptausschusses des C&nbsp;e.V. Jeder Gesellschafter hat 7&nbsp;Stimmen und entsendet in die Gesellschafterversammlung bis zu 7&nbsp;Vertreter\/innen, die f&uuml;r diese Gesellschaft ausschlie&szlig;lich ehrenamtlich t&auml;tig sind. Vorbehaltlich der nachfolgenden Regelungen hat jeder\/e Vertreter\/in eine Stimme und entscheidet nach eigenem pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen und ist dabei nicht an Vorgaben des ihn entsendenden Gesellschafters gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Eine Ausnahme gilt nur f&uuml;r Entscheidungen, die unmittelbar das jeweils von einem Gesellschafter der Gesellschaft zur Verf&uuml;gung gestellte Anlageverm&ouml;gen betreffen; in diesem Fall k&ouml;nnen die Stimmen nur pro Gesellschafter einheitlich abgegeben werden und die Vertreter\/innen sind an die Anweisungen des entsendenden Gesellschafters gebunden. K&ouml;nnen sie sich untereinander nicht einigen, gelten alle 7&nbsp;Stimmen des betroffenen Gesellschafters als in der Weise abgegeben, wie die Mehrheit der von ihm entsandten Vertreter\/innen abgestimmt hat.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde am 17.10.2005 unter Verweis auf den am 29.08.2005 geschlossenen Gesellschaftsvertrag (in der Version&nbsp;1) in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der gemeinsamen Sitzung des Hilfswerkausschusses der A, des Hauptausschusses des C&nbsp;e.V. und der Gesellschafterversammlung der Kl&auml;gerin vom 01.12.2005 beschlossen der Hilfswerkausschuss und der Hauptausschuss jeweils einstimmig, den Beschluss der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung zu genehmigen und den Gesellschaftsvertrag der Kl&auml;gerin &quot;gem&auml;&szlig; Version&nbsp;2 abzu&auml;ndern&quot;. Zur Begr&uuml;ndung der &Auml;nderung enthielt die Niederschrift die Angabe, dass aufgrund der sich abzeichnenden Probleme mit dem FA, die Organschaft der A nicht zuerkennen zu wollen, der Gesellschaftsvertrag gem&auml;&szlig; Version&nbsp;2 abge&auml;ndert werden m&uuml;sse. Eine notarielle Beurkundung und Eintragung in das Handelsregister unterblieben jedoch zun&auml;chst. Erst in der Gesellschafterversammlung vom 09.12.2010 (Nr.&nbsp;&#8230; der Urkundenrolle des Notars X f&uuml;r 2010) best&auml;tigten die Erschienenen den Beschluss vom 01.12.2005. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags wurde gem&auml;&szlig; der Version&nbsp;2 wie folgt abge&auml;ndert (&Auml;nderungen unterstrichen):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Eine Ausnahme gilt nur f&uuml;r Entscheidungen, die unmittelbar das jeweils von einem Gesellschafter der Gesellschaft zur Verf&uuml;gung gestellte Anlageverm&ouml;gen betreffen <span style=\"text-decoration:underline\">oder f&uuml;r die ein Gesellschafter einheitliche Stimmabgabe beantragt<\/span>. In diesem Fall k&ouml;nnen die Stimmen nur pro Gesellschafter einheitlich abgegeben werden und die Vertreter\/innen sind an die Anweisungen des entsendenden Gesellschafters gebunden. K&ouml;nnen sie sich untereinander nicht einigen, gelten alle 7&nbsp;Stimmen des betroffenen Gesellschafters als in der Weise abgegeben, wie die Mehrheit der von ihm entsandten Vertreter\/innen abgestimmt hat. <span style=\"text-decoration:underline\">Bei einheitlicher Stimmabgabe werden die Stimmen gem&auml;&szlig; dem Gesellschaftsanteil gewertet.<\/span>&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin nahm der Pr&uuml;fer an, dass es im Streitjahr an einer finanziellen Eingliederung der Kl&auml;gerin in das Unternehmen der A gefehlt habe. A sei zwar mit 51&nbsp;% mehrheitlich am Gesellschaftskapital der Kl&auml;gerin beteiligt gewesen, habe aber aufgrund der Regelungen in &sect;&nbsp;7 des Gesellschaftsvertrags nicht &uuml;ber eine Stimmrechtsmehrheit verf&uuml;gt und sei damit nicht in der Lage gewesen, Beschl&uuml;sse bei der Kl&auml;gerin durchzusetzen. Die im Streitjahr von der Kl&auml;gerin erzielten Ums&auml;tze zum Regelsteuersatz gegen&uuml;ber Dritten (&#8230;&nbsp;EUR) und aus den Leistungen gegen&uuml;ber A (&#8230;&nbsp;EUR) seien damit bei der Kl&auml;gerin als Unternehmerin zu erfassen. In H&ouml;he von insgesamt 10.412&nbsp;EUR stehe ihr der Vorsteuerabzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.12.2013 reichte die Kl&auml;gerin beim FA eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr ein, die einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichsteht (&sect;&nbsp;168 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Das FA folgte der Auffassung des Pr&uuml;fers und hob mit Bescheid vom 30.05.2014 den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.06.2014 legte die Kl&auml;gerin Einspruch gegen den Bescheid ein. Im Laufe des Einspruchsverfahrens zog das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO A zum Einspruchsverfahren hinzu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 03.02.2017 wies das FA den Einspruch der Kl&auml;gerin als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zwischen der Kl&auml;gerin und A bestehe keine Organschaft, da die Voraussetzungen der finanziellen Eingliederung nicht erf&uuml;llt seien. Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, dass der EuGH eine finanzielle Eingliederung in Form eines &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnisses f&uuml;r die Anerkennung einer Organschaft nicht mehr voraussetze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht (FG) gab der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2018, 1138 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 06.02.2018&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;35\/17 statt, indem es die Umsatzsteuer auf 0&nbsp;EUR festsetzte. Das FA habe zu Unrecht das Vorliegen einer Organschaft zwischen der Kl&auml;gerin als Organgesellschaft und A als Organtr&auml;gerin abgelehnt. Die finanzielle Eingliederung ergebe sich zwar (noch) nicht aus der &#8211;im Streitjahr noch nicht wirksamen&#8211; Version&nbsp;2 des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags. Die Version&nbsp;2 sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;3 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung erst mit der Eintragung der Ab&auml;nderung des Gesellschaftsvertrags in das Handelsregister rechtlich wirksam geworden und f&uuml;r die Beurteilung des f&uuml;r die finanzielle Eingliederung ma&szlig;geblichen Stimmrechts komme es auf die im (Au&szlig;en-)Verh&auml;ltnis gegen&uuml;ber Dritten geltenden Regelungen des Gesellschaftsvertrags an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sei jedoch auch auf der Grundlage der Version&nbsp;1 des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags finanziell in das Unternehmen der A eingegliedert gewesen. Der EuGH habe mit Urteil Larentia + Minerva vom 16.07.2015&nbsp;&#8211; C-108\/14 und C-109\/14 (EU:C:2015:496, Bundessteuerblatt &#8211;BStBl&#8211; II 2017, 604, Rz&nbsp;44&nbsp;f.) entschieden, dass ein &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis zwischen dem Organtr&auml;ger und der Organgesellschaft keine notwendige Voraussetzung f&uuml;r die Bildung einer Mehrwertsteuergruppe im Sinne (i.S.) der Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Richtlinie 2006\/112\/EG) sei. Die Mehrheitsbeteiligung der A an der Kl&auml;gerin erm&ouml;gliche die rechtssichere Bestimmung der A als Organtr&auml;gerin, da C&nbsp;e.V. als Minderheitsgesellschafter von der Stellung als Organtr&auml;ger ausgeschlossen sei. Im Hinblick auf den unionsrechtlichen Rechtfertigungsgrund der Verhinderung von Missbr&auml;uchen sowie der Vermeidung der Steuerhinterziehung oder -umgehung sei im Streitfall weder vorgetragen noch aus den vorliegenden Steuerakten erkennbar, dass derartige Verhaltensweisen der an der Organschaft beteiligten Gesellschaften vorl&auml;gen. Das &uuml;ber die Mehrheitsbeteiligung hinausgehende Erfordernis einer Stimmrechtsmehrheit gehe damit &uuml;ber das hinaus, was im Streitfall zur Erreichung dieser Ziele geeignet und erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211;). Es macht geltend, die f&uuml;r eine Organschaft erforderliche finanzielle Eingliederung liege nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie verteidigt die angefochtene Vorentscheidung. Hilfsweise tr&auml;gt sie vor, die Unwirksamkeit des Beschlusses vom 01.12.2005 sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Ma&szlig;gebliche Rechtsvorschriften<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nationales Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;2 UStG lautet auszugsweise wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;(1) Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvereinigung nur gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern t&auml;tig wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(2) Die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit wird nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. soweit nat&uuml;rliche Personen, einzeln oder zusammengeschlossen, einem Unternehmen so eingegliedert sind, dass sie den Weisungen des Unternehmers zu folgen verpflichtet sind;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2. wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist (Organschaft). Die Wirkungen der Organschaft sind auf Innenleistungen zwischen den im Inland gelegenen Unternehmensteilen beschr&auml;nkt. Diese Unternehmensteile sind als ein Unternehmen zu behandeln. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die rechtliche Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, dass bei Vorliegen der Eingliederungsmerkmale die Organgesellschaft nicht selbst&auml;ndig ist, war noch deutlicher in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 und 2 UStG 1934\/1951 (Bundesgesetzblatt &#8211;BGBl&#8211; I 1951, 791), zuletzt in der Fassung (i.d.F.) des Elften Gesetzes zur &Auml;nderung des UStG vom 16.08.1961 (BGBl I 1961, 1330) erkennbar (vergleiche &#8211;vgl.&#8211; dazu zum Beispiel &#8211;z.B.&#8211; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 02.08.1979&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;111\/77, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFHE&#8211; 128, 557, BStBl II 1980, 20, Rz&nbsp;8&nbsp;ff.; vom 17.02.1982&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;136\/79, BFHE 135, 348, BStBl II 1982, 416, Rz&nbsp;12). Dort hie&szlig; es:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;(2) Die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit wird nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2. wenn eine juristische Person dem Willen eines Unternehmers derart untergeordnet ist, dass sie keinen eigenen Willen hat (Organgesellschaft). Diese Voraussetzung ist erf&uuml;llt, wenn sie nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in sein Unternehmen eingegliedert ist.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Wortlaut findet sich in wesentlichen Teilen heute noch in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 und 2 des &ouml;sterreichischen UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 UStG sieht auszugsweise vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;(1) Steuerschuldner ist in den F&auml;llen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 der Unternehmer; &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) &sect;&nbsp;73 AO regelt in der im Streitjahr geltenden Fassung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Eine Organgesellschaft haftet f&uuml;r solche Steuern des Organtr&auml;gers, f&uuml;r welche die Organschaft zwischen ihnen steuerlich von Bedeutung ist. Den Steuern stehen die Anspr&uuml;che auf Erstattung von Steuerverg&uuml;tungen gleich.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unionsrecht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist zwischen den Beteiligten materiell das Vorliegen einer Organschaft in den Jahren 2005 bis 2010 streitig, in denen zur Beurteilung die Richtlinie 77\/388\/EWG i.d.F. vor Inkrafttreten der Richtlinie 2006\/69\/EG des Rates vom 24.07.2006 zur &Auml;nderung der Richtlinie 77\/388\/EWG hinsichtlich bestimmter Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung oder -umgehung, zur Vereinfachung der Erhebung der Mehrwertsteuer sowie zur Aufhebung bestimmter Entscheidungen &uuml;ber die Genehmigung von Ausnahmeregelungen (Richtlinie 2006\/69\/EG), die Richtlinie 77\/388\/EWG i.d.F. der Richtlinie 2006\/69\/EG und die Richtlinie 2006\/112\/EG anzuwenden sind. Streitjahr des vorliegenden Verfahrens ist allerdings lediglich das Jahr 2005. Allein ma&szlig;geblich ist deshalb im Streitfall die Richtlinie 77\/388\/EWG i.d.F. vor Inkrafttreten der Richtlinie 2006\/69\/EG. Diese bestimmte im Streitjahr:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;ABSCHNITT&nbsp;IV STEUERPFLICHTIGER<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Artikel&nbsp;4<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(1) Als Steuerpflichtiger gilt, wer eine der in Absatz&nbsp;2 genannten wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten selbst&auml;ndig und unabh&auml;ngig von ihrem Ort aus&uuml;bt, gleichg&uuml;ltig zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis. &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(4) Der in Absatz&nbsp;1 verwendete Begriff &#8217;selbst&auml;ndig&#8216; schlie&szlig;t die Lohn- und Gehaltsempf&auml;nger und sonstige Personen von der Besteuerung aus, soweit sie an ihren Arbeitgeber durch einen Arbeitsvertrag oder ein sonstiges Rechtsverh&auml;ltnis gebunden sind, das hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsentgelts sowie der Verantwortlichkeit des Arbeitgebers ein Verh&auml;ltnis der Unterordnung schafft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Vorbehaltlich der Konsultation nach Artikel&nbsp;29 steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ABSCHNITT XII STEUERSCHULDNER<br \/>Artikel&nbsp;21 Steuerschuldner gegen&uuml;ber dem Fiskus<br \/>(1) Im inneren Anwendungsbereich schuldet die Mehrwertsteuer:<br \/>a) der Steuerpflichtige, der eine steuerpflichtige Lieferung von Gegenst&auml;nden durchf&uuml;hrt bzw. eine steuerpflichtige Dienstleistung erbringt, mit Ausnahme der unter den Buchstaben b) und c) genannten F&auml;lle. &#8230;<br \/>(3) In den F&auml;llen nach den Abs&auml;tzen&nbsp;1 und 2 k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten bestimmen, dass eine andere Person als der Steuerschuldner die Steuer gesamtschuldnerisch zu entrichten hat.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Beurteilung nach nationalem Recht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei isolierter Beurteilung des Streitfalls nach nationalem Recht w&auml;re die Revision begr&uuml;ndet; die Vorentscheidung w&auml;re aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die f&uuml;r eine Organschaft nach nationalem Recht erforderliche finanzielle Eingliederung in Form der Mehrheit der Stimmrechte liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach nationalem Recht ist es f&uuml;r die Annahme einer Organschaft i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG auch nach Ergehen des EuGH-Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) unver&auml;ndert weiter erforderlich, dass ein &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis zwischen dem Organtr&auml;ger und der Organgesellschaft als &quot;untergeordneter Person&quot; besteht (siehe &#8211;s.&#8211; insoweit bislang BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.12.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;38\/12, BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428, Rz&nbsp;65; vom 11.12.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;17\/11, BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417, Rz&nbsp;60), auch wenn dies mittlerweile teilweise &#8211;ohne jede inhaltliche &Auml;nderung in Bezug auf die Eingliederungsmerkmale&#8211; als Eingliederung mit Durchgriffsrechten bezeichnet wird (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 02.12.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;15\/14, BFHE 252, 158, BStBl II 2017, 553, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Organtr&auml;ger muss nach nationalem Recht weiterhin (vgl. BFH-Urteile in BFHE 252, 158, BStBl II 2017, 553, Rz&nbsp;19&nbsp;ff., 42; vom 12.10.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;30\/14, BFHE 255, 467, BStBl II 2017, 597, Rz&nbsp;21, m.w.N.) finanziell &uuml;ber die Mehrheit der Stimmrechte bei der abh&auml;ngigen juristischen Person verf&uuml;gen (finanzielle Eingliederung), wirtschaftlich mit der Organgesellschaft verflochten sein (wirtschaftliche Eingliederung) und die mit der finanziellen Eingliederung verbundene M&ouml;glichkeit der Beherrschung der Tochtergesellschaft in der laufenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung auch rechtlich wahrnehmen k&ouml;nnen (organisatorische Eingliederung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die f&uuml;r eine finanzielle Eingliederung erforderliche Mehrheit der Stimmrechte aus Anteilen an der Organgesellschaft muss &uuml;ber 50&nbsp;% der Stimmrechte betragen, sofern keine h&ouml;here qualifizierte Mehrheit f&uuml;r Beschl&uuml;sse in der Organgesellschaft erforderlich ist (vgl. BFH-Urteile in BFHE 135, 348, BStBl II 1982, 416, Rz&nbsp;16; vom 22.11.2001&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;50\/00, BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.a, Rz&nbsp;13&nbsp;f.; vom 19.05.2005&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a&nbsp;dd, Rz&nbsp;27; vom 14.02.2008&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;12\/06, V&nbsp;R&nbsp;13\/06, Sammlung amtlich nicht ver&ouml;ffentlichter Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH\/NV&#8211; 2008, 1365, unter II.2.e, Rz&nbsp;22; vom 29.10.2008&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, unter II.1.b, Rz&nbsp;16; vom 22.04.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, Rz&nbsp;12; vom 01.12.2010&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 232, 550, BStBl II 2011, 600, Rz&nbsp;28; vom 02.12.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;25\/13, BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547, Rz&nbsp;29; vom 15.12.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;14\/16, BFHE 256, 562, BStBl II 2017, 600, Rz&nbsp;29; siehe auch &#8211;s.a.&#8211; BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.02.1998&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;97\/97, BFH\/NV 1998, 1267, unter II.1. und 2., Rz&nbsp;8&nbsp;f., 11; vom 16.12.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;46\/10, BFH\/NV 2011, 857, Rz&nbsp;14). Eine Sperrminorit&auml;t (von z.B. 50&nbsp;% der Stimmrechte) reicht nicht aus (vgl. BFH-Urteil vom 08.08.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;18\/13, BFHE 242, 433, BStBl II 2017, 543, Rz&nbsp;24 und 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von dieser nationalen Rechtsprechung fehlt es im Streitfall an einer finanziellen Eingliederung der Kl&auml;gerin in die A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) A h&auml;lt zwar eine sogenannte (sog.) Mehrheitsbeteiligung an der Kl&auml;gerin (zu diesem Merkmal nicht eindeutig BFH-Urteil vom 02.12.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;12\/14, BFH\/NV 2016, 437, Rz&nbsp;22), aber sie verf&uuml;gt nicht &uuml;ber die f&uuml;r eine finanzielle Eingliederung nach den Ausf&uuml;hrungen unter III.1.b erforderliche Mehrheit der Stimmrechte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zutreffend hat das FG angenommen, dass sich aus dem erst im Jahr 2010 in notarieller Form best&auml;tigten Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 01.12.2005 f&uuml;r Ums&auml;tze ab diesem Zeitpunkt nichts anderes ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ist ein Rechtsgesch&auml;ft unwirksam, so ist dies zwar nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO f&uuml;r die Besteuerung unerheblich, soweit und solange die Beteiligten in das wirtschaftliche Ergebnis dieses Rechtsgesch&auml;fts gleichwohl eintreten und bestehen lassen. Dies gilt jedoch nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO nicht, soweit sich aus den Steuergesetzen etwas anderes ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ergibt sich jedoch bei der umsatzsteuerrechtlichen Organschaft etwas anderes aus &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG. Der BFH hat f&uuml;r eine finanzielle Eingliederung trotz &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO sowohl formnichtige (sp&auml;ter vollzogene) Anteils&uuml;bertragungen als auch m&uuml;ndliche Treuhandabreden nicht gen&uuml;gen lassen (vgl. BFH-Urteil vom 30.04.2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;3\/08, BFHE 226, 144, BStBl II 2013, 873, Rz&nbsp;36). Poolvereinbarungen sind steuerrechtlich nur in Satzungsform anzuerkennen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 437, Rz&nbsp;24). Gleiches gilt f&uuml;r &quot;Stimmbindungsvereinbarungen&quot; und &quot;Stimmrechtsvollmachten&quot; (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547, Rz&nbsp;29). Ebenso ist bei der organisatorischen Eingliederung, die durch einen Beherrschungsvertrag begr&uuml;ndet werden kann, f&uuml;r den Beginn der Organschaft erforderlich, dass dieser wirksam geworden ist, was die Eintragung im Handelsregister voraussetzt (vgl. BFH-Urteil vom 10.05.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;7\/16, BFHE 258, 181, BStBl II 2017, 1261, Rz&nbsp;20&nbsp;f.). Im vorliegenden Zusammenhang gilt, wie das FG zu Recht angenommen hat, nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Zur Anrufung des EuGH<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings hat das FG im Ausgangspunkt zutreffend angenommen, dass ungeachtet der bereits vorhandenen Kl&auml;rung durch den Tenor Ziffer&nbsp;2 des EuGH-Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) unionsrechtlich zweifelhaft ist, ob an dieser Deutung der Eingliederungsvoraussetzungen mit der Begr&uuml;ndung festgehalten werden kann, das Erfordernis der &Uuml;ber- und Unterordnung (Eingliederung mit Durchgriffsrechten) sei aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und zur Vermeidung von Missbr&auml;uchen und Steuerhinterziehung und -umgehung erforderlich. Der vorlegende Senat ersucht insoweit um weitere Kl&auml;rung zu den unionsrechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben, wie die erforderliche Pr&uuml;fung vorzunehmen ist (dazu&nbsp;A.)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus h&auml;lt es der Senat f&uuml;r erforderlich, dem EuGH die Frage zur Pr&uuml;fung vorzulegen, ob die deutsche Organschaftsregelung &uuml;ber Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG gerechtfertigt werden kann (dazu&nbsp;B.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Vorlagefragen zu Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der EuGH hat in der Rechtssache Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) unter 2. unter anderem entschieden, dass Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahin auszulegen ist, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, die die in dieser Bestimmung vorgesehene M&ouml;glichkeit, eine Mehrwertsteuergruppe zu bilden, allein den Einheiten vorbeh&auml;lt, die mit dem Organtr&auml;ger dieser Gruppe durch ein Unterordnungsverh&auml;ltnis verbunden sind, es sei denn, dass diese Anforderung eine Ma&szlig;nahme darstellt, die f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung erforderlich und geeignet sind, was das vorlegende Gericht zu pr&uuml;fen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Folgerechtsprechung des BFH stellt sich wie folgt dar:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH ist im Urteil in BFHE 252, 158, BStBl II 2017, 553 davon ausgegangen, im ma&szlig;geblichen Kontext des nationalen Rechts (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG) sei weiterhin das Merkmal der &Uuml;ber- und Unterordnung (nunmehr bezeichnet als Eingliederung mit Durchgriffsrechten) erforderlich (Rz&nbsp;34). Ohne ein unionsrechtlich zul&auml;ssiges, im nationalen Recht fehlendes Antragserfordernis (Rz&nbsp;24, 35) sei der Grundsatz der Rechtssicherheit zu beachten (Rz&nbsp;33). Nach nationalem Recht werde die Steuerschuld auf den Organtr&auml;ger verlagert (Rz&nbsp;18), der sicherstellen k&ouml;nnen m&uuml;sse, dass die Ums&auml;tze des im Organkreis zusammengefassten Unternehmens ordnungsgem&auml;&szlig; versteuert werden (Rz&nbsp;36). Der Organtr&auml;ger habe die Aufgabe als &quot;Steuereinnehmer&quot; f&uuml;r den gesamten Organkreis wahrzunehmen (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 256, 562, BStBl II 2017, 600, Rz&nbsp;16). Er sei Steuerschuldner f&uuml;r alle Leistungen, die die Unternehmensteile des Organkreises gegen&uuml;ber Dritten erbringen, ihm seien die von der Organgesellschaft gegen&uuml;ber Dritten ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze zuzurechnen und die vom Organkreis geschuldete Steuer sei einheitlich in einem gegen&uuml;ber dem Organtr&auml;ger zu erlassenden Steuerbescheid festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Pr&uuml;fung im Kontext des nationalen Rechts muss auch nach Auffassung des vorlegenden Senats (vgl. dazu bereits BFH-Urteil vom 22.02.2017&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;13\/15, BFHE 257, 160, Rz&nbsp;45, m.w.N.) ber&uuml;cksichtigen, dass nach nationalem Recht die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit der in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliederten Organgesellschaft nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt wird; die eingegliederte Organgesellschaft ist kein Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG. Die Organgesellschaft wird unselbst&auml;ndiger Teil des Unternehmens des Organtr&auml;gers, sodass beide Gesellschaften als ein Unternehmen zu behandeln sind (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG). Grunds&auml;tzlich werden jegliche Ums&auml;tze der Organgesellschaften einschlie&szlig;lich der Verwirklichung der Entnahmetatbest&auml;nde und der &uuml;brigen Ums&auml;tze nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 und Nr.&nbsp;5 UStG dem Organtr&auml;ger zugerechnet. Dieser ist Schuldner der auf diese Ums&auml;tze entfallenden Umsatzsteuer. Er hat alle Pflichten zu erf&uuml;llen, die sich aus &sect;&nbsp;18 UStG f&uuml;r den Unternehmer ergeben. Er allein gibt Voranmeldungen und Jahreserkl&auml;rungen f&uuml;r die gesamte Organschaft ab. Die Organgesellschaft hat grunds&auml;tzlich keine Steuererkl&auml;rungspflicht. Dies erfordert, dass der Organtr&auml;ger diese Aufgabe auch tats&auml;chlich wahrnehmen kann, was z.B. bei einem Verh&auml;ltnis der &Uuml;ber- und Unterordnung der Fall ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die unter IV.A.2. angef&uuml;hrten Rechtsfolgen des nationalen Rechts, die diese Auffassung begr&uuml;nden k&ouml;nnten, k&ouml;nnten indes ihrerseits den unionsrechtlichen Rechtsfolgen des Bestehens einer Mehrwertsteuergruppe in seiner Auslegung durch den EuGH widersprechen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG setzt, wenn ein Mitgliedstaat von ihm Gebrauch macht, zwingend voraus, dass die nationale Umsetzungsregelung einen einzigen Steuerpflichtigen vorsieht und dass dem Konzern nur eine Mehrwertsteuernummer zugeteilt wird (EuGH-Urteil Ampliscientifica und Amplifin vom 22.05.2008&nbsp;&#8211; C-162\/07, EU:C:2008:301, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2008, 534, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar ergibt sich daraus zun&auml;chst noch nicht, dass dies eine bestimmte Person sein m&uuml;sste. Der EuGH hat jedoch sp&auml;ter im Tenor des Urteils Skandia America (USA) vom 17.09.2014&nbsp;&#8211; C-7\/13 (EU:C:2014:2225, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2014, 1031) entschieden, dass die Mehrwertsteuergruppe, wenn eine solche besteht, die Mehrwertsteuer schuldet. Die Mitglieder der Mehrwertsteuergruppe bilden einen einzigen Steuerpflichtigen (EuGH-Urteil Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;28; s.a. EuGH-Urteil Kommission\/Irland vom 09.04.2013&nbsp;&#8211; C-85\/11, EU:C:2013:217, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Mehrwertsteuerrecht &#8211;MwStR&#8211; 2013, 238, Rz&nbsp;40 und 48). Den beteiligten Personen, insbesondere Gesellschaften, ist gestattet, nicht mehr als getrennte Mehrwertsteuerpflichtige, sondern zusammen als ein Steuerpflichtiger behandelt zu werden (vgl. EuGH-Urteil Ampliscientifica und Amplifin, EU:C:2008:301, UR 2008, 534, Rz&nbsp;19). Die Verschmelzung zu einem einzigen Steuerpflichtigen schlie&szlig;t es aus, dass die Mitglieder der Gruppe (also auch der Organtr&auml;ger) weiterhin Mehrwertsteuererkl&auml;rungen abgeben und innerhalb wie au&szlig;erhalb ihres Konzerns weiterhin als Steuerpflichtige angesehen werden, da nur der einzige Steuerpflichtige befugt ist, diese Erkl&auml;rungen abzugeben (EuGH-Urteile Ampliscientifica und Amplifin, EU:C:2008:301, UR 2008, 534, Rz&nbsp;19; Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;29). Die zugunsten eines Mitglieds der Gruppe erbrachten Dienstleistungen sind f&uuml;r Mehrwertsteuerzwecke nicht als zugunsten dieses Mitglieds, sondern vielmehr als zugunsten seiner Mehrwertsteuergruppe erbracht anzusehen (EuGH-Urteil Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;29); jene gilt zugleich als der Empf&auml;nger dieser Dienstleistungen (EuGH-Urteil Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;35). Die Mehrwertsteuer wird (dort: gem&auml;&szlig; der Ausnahmeregelung des Art.&nbsp;196 der Richtlinie 2006\/112\/EG) von der Mehrwertsteuergruppe geschuldet (EuGH-Urteil Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;37). Steuerpflichtiger und Steuerschuldner ist damit unionsrechtlich die Mehrwertsteuergruppe (nach nationalem Recht: der Organkreis) und nicht ein Mitglied der Mehrwertsteuergruppe (nach nationalem Recht: der Organtr&auml;ger).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In der deutschen steuerrechtlichen Literatur wird daraus teilweise abgeleitet, dass &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG auch insoweit richtlinienwidrig sei (vgl. z.B. Birkenfeld, UR 2014, 120, 126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ist aber der Kontext des nationalen Rechts, in dem die Pr&uuml;fung vorzunehmen ist, seinerseits unionsrechtswidrig, stellt sich die Frage, ob der Senat die erforderliche Pr&uuml;fung weiter in diesem Kontext (Steuerschuldner ist der Organtr&auml;ger) vornehmen darf, oder ob der Senat sie dann in den Grenzen der unionsrechtlich einger&auml;umten Befugnis f&uuml;r die Mitgliedstaaten (&quot;zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln&quot;) vornehmen muss. Zweifelhaft ist aus Sicht des vorlegenden Senats, ob &uuml;berhaupt &#8211;und wenn ja unter welchen Voraussetzungen&#8211; ein Mitgliedstaat von der in Art.&nbsp;4&nbsp;Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG (entsprechend Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG) angeordneten Rechtsfolge abweichen darf. Daraus ergibt sich die erste Vorlagefrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es kommt in Betracht, dass aufgrund der Ausf&uuml;hrungen des EuGH in Rz&nbsp;41 und 42 des Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) auch schon im Streitjahr eine abweichende Bestimmung eines anderen Steuerpflichtigen als der Mehrwertsteuergruppe unter Abweichung von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG zul&auml;ssig sein k&ouml;nnte, um missbr&auml;uchliche Praktiken oder Verhaltensweisen zu verhindern und Steuerhinterziehung oder -umgehung zu vermeiden, so dass zul&auml;ssigerweise von ihr im Rahmen der dem Senat obliegenden Pr&uuml;fung auszugehen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dagegen k&ouml;nnte das EuGH-Urteil Skandia America (USA) (EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031) sprechen, wonach die Mehrwertsteuergruppe, falls eine solche besteht, die Mehrwertsteuer schuldet, sowie Rz&nbsp;20 des EuGH-Urteils Ampliscientifica und Amplifin (EU:C:2008:301, UR 2008, 534), wonach Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG zwingend voraussetzt, dass die nationale Umsetzungsregelung einen einzigen Steuerpflichtigen vorsieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Au&szlig;erdem k&ouml;nnte gegen eine Befugnis der Mitgliedstaaten zur Bestimmung eines anderen Steuerpflichtigen Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG sprechen. Eine Befugnis der Mitgliedstaaten, statt des unionsrechtlich bestimmten Steuerpflichtigen eine andere Person zum Steuerschuldner zu bestimmen, geht daraus nicht hervor. Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 77\/388\/EWG erlaubt es nur, weitere Personen zu Gesamtschuldnern zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der vorlegende Senat vermag au&szlig;erdem noch nicht zu erkennen, inwiefern es der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen oder der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung dienen k&ouml;nnte, statt der Mehrwertsteuergruppe nur ein Gruppenmitglied als Steuerschuldner anzusehen, da sich aus einer Steuerschuldnerschaft der Mehrwertsteuergruppe nach Auffassung des vorlegenden Senats erg&auml;be, dass alle Mitglieder der Mehrwertsteuergruppe die Steuer gemeinsam, das hei&szlig;t als Gesamtschuldner, schulden. Daher ist zweifelhaft, ob dieser Rechtfertigungsgrund &uuml;berhaupt eine Abweichung erlaubt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Dass &#8211;trotz laufender Reform&uuml;berlegungen des deutschen Gesetzgebers&#8211; bisher eine Mehrwertsteuergruppe in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) als Gesellschaftsform (noch) nicht zivilrechtlich vorgesehen ist, ist aus Sicht des vorlegenden Senats insoweit nicht von Belang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Mehrwertsteuergruppe ist nach den &Uuml;berlegungen der Kommission eine f&uuml;r Mehrwertsteuerzwecke geschaffene &quot;fiktive Einrichtung&#8221;, wobei dem &ouml;konomischen Wesensgehalt Vorrang vor der Rechtsform gegeben wird, und stellt eine besondere Form eines Steuerpflichtigen dar, die nur im Hinblick auf die Mehrwertsteuer besteht und &#8211;nur im Hinblick auf die Mehrwertsteuer&#8211; Vorrang vor Rechtsformen hat, die z.B. auf dem Zivilrecht oder dem Gesellschaftsrecht basieren (Mitteilung der Kommission an das Europ&auml;ische Parlament und den Rat &uuml;ber die Option der Mehrwertsteuergruppe gem. Art.&nbsp;11 MwStSystRL vom 02.07.2009&nbsp;&#8211; KOM (2009) 325 endg&uuml;ltig, UR 2009, 632, Tz&nbsp;3.2). Schon dies belegt den Vorrang des Umsatzsteuerrechts vor dem Zivilrecht. Ein Mitgliedstaat kann sich nach Auffassung des vorlegenden Senats seiner unionsrechtlichen Verpflichtung, so sie denn besteht, nicht dadurch entziehen, dass er daf&uuml;r in seinem Zivilrecht keine Regelungen vorsieht, sondern m&uuml;sste sie schaffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Au&szlig;erdem verleiht Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG (insbesondere der Begriff &quot;wer&quot;) dem Begriff &quot;Steuerpflichtiger&quot; einen weiten Anwendungsbereich mit dem Schwerpunkt auf der Selbst&auml;ndigkeit der Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit in dem Sinne, dass auch Einrichtungen ohne Rechtspers&ouml;nlichkeit, die objektiv die Kriterien dieser Bestimmung erf&uuml;llen, als Mehrwertsteuerpflichtige gelten (vgl. in diesem Sinne EuGH-Urteile Gmina Wroc&#322;aw vom 29.09.2015&nbsp;&#8211; C-276\/14, EU:C:2015:635, HFR 2015, 1087, Rz&nbsp;28; Nigl u.a. vom 12.10.2016&nbsp;&#8211; C-340\/15, EU:C:2016:764, UR 2016, 873, Rz&nbsp;27; anderer Ansicht wohl BFH-Urteil vom 22.11.2018&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;65\/17, BFHE 263, 90, Rz&nbsp;20). Anstelle einer Rechtsf&auml;higkeit ist zu pr&uuml;fen, ob der Betroffene seine T&auml;tigkeiten im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und in eigener Verantwortung aus&uuml;bt, und ob er das mit der Aus&uuml;bung dieser T&auml;tigkeiten einhergehende wirtschaftliche Risiko tr&auml;gt (vgl. EuGH-Urteile Heerma vom 27.01.2000&nbsp;&#8211; C-23\/98, EU:C:2000:46, UR 2000, 121, Rz&nbsp;18; van&nbsp;der&nbsp;Steen vom 18.10.2007&nbsp;&#8211; C-355\/06, EU:C:2007:615, BFH\/NV 2008, Beilage&nbsp;1, 48, Rz&nbsp;23). Dies ist bei der Mehrwertsteuergruppe aufgrund der in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG vorgesehenen Eigenschaft als Steuerpflichtiger, die nach Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG zur Steuerschuldnerschaft der Mehrwertsteuergruppe f&uuml;r die Ums&auml;tze der Gruppenmitglieder f&uuml;hrt, der Fall. Eine zivilrechtliche Rechtsf&auml;higkeit ist hierf&uuml;r unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im &Uuml;brigen sind in der nationalen Rechtsprechung bereits Grunds&auml;tze entwickelt worden (vgl. dazu die Ausf&uuml;hrungen unter IV.A.6.), die herangezogen werden k&ouml;nnen, bis der deutsche Gesetzgeber eine gesetzliche Regelung f&uuml;r die Mehrwertsteuergruppe geschaffen hat, was er derzeit erw&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Sollte es nach der Antwort des EuGH auf die Vorlagefrage&nbsp;1 unionsrechtlich unzul&auml;ssig sein, dass ein Mitgliedstaat ein Gruppenmitglied anstelle der Mehrwertsteuergruppe zum Steuerpflichtigen bestimmt, ist aus Sicht des vorlegenden Senats weiterhin unionsrechtlich zweifelhaft, ob sich ein Einzelner auf die Unionsrechtswidrigkeit der nationalen Rechtsfolge berufen kann. Besteht kein Berufungsrecht, k&ouml;nnte im Rahmen der dem Senat obliegenden Pr&uuml;fung trotz der gegebenenfalls (ggf.) bestehenden Richtlinienwidrigkeit von der nationalen Rechtslage auszugehen sein. Daraus ergibt sich die zweite Vorlagefrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gegen ein Berufungsrecht spricht, dass der EuGH im Tenor Ziffer&nbsp;3 des EuGH-Urteils Larentia +&nbsp;Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) entschieden hat, dass bei Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht davon ausgegangen werden kann, dass er unmittelbare Wirkung hat, so dass Steuerpflichtige dessen Inanspruchnahme gegen&uuml;ber ihrem Mitgliedstaat geltend machen k&ouml;nnten, falls dessen Rechtsvorschriften nicht mit dieser Bestimmung vereinbar w&auml;ren und nicht in mit ihr zu vereinbarender Weise ausgelegt werden k&ouml;nnten. Damit ist Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG nach Auffassung des EuGH (auf der Tatbestandsseite) nicht berufbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings k&ouml;nnte auf der Rechtsfolgenseite deshalb etwas anderes gelten, weil diese nach Rz&nbsp;20 des EuGH-Urteils Ampliscientifica und Amplifin (EU:C:2008:301, UR 2008, 534) m&ouml;glicherweise unionsrechtlich zwingend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Au&szlig;erdem k&ouml;nnte sich der Einzelne auf Art.&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen k&ouml;nnen; denn aus der Bestimmung eines abweichenden Steuerpflichtigen ergibt sich die Bestimmung eines abweichenden Steuerschuldners.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der vorlegende Senat weist dazu vorab darauf hin, dass das nationale Recht insoweit nicht richtlinienkonform auslegbar sein d&uuml;rfte (vgl. BFH-Urteil vom 10.08.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFHE 255, 300, BStBl II 2017, 590, Rz&nbsp;30). &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG sieht ausdr&uuml;cklich vor, dass die Organgesellschaft &quot;in das Unternehmen des Organtr&auml;gers&quot; eingegliedert ist, woraus folgt, dass der Unternehmer, in dessen Unternehmen die Organgesellschaft eingegliedert ist, der Organtr&auml;ger ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Au&szlig;erdem ist im Rahmen der Pr&uuml;fung, ob die nationale Voraussetzung der finanziellen Eingliederung erforderlich i.S. der Rz&nbsp;45&nbsp;f. des EuGH-Urteils Larentia +&nbsp;Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) ist, unionsrechtlich zweifelhaft, wie streng der Ma&szlig;stab ist, der bei der Pr&uuml;fung der Erforderlichkeit der nationalen Abweichung anzulegen ist. Darauf bezieht sich die dritte Vorlagefrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sollte der Mitgliedstaat Deutschland berechtigt sein, abweichend vom Unionsrecht den Organtr&auml;ger zum Steuerpflichtigen zu bestimmen (Antwort auf Vorlagefrage&nbsp;1), oder sollte sich der Einzelne nicht auf die m&ouml;gliche Unionsrechtswidrigkeit des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG berufen k&ouml;nnen (Antwort auf Vorlagefrage&nbsp;2), hat der Senat zu beurteilen, ob das Kriterium der finanziellen Eingliederung auch dann zur Vermeidung von Missbr&auml;uchen und Steuerhinterziehungen oder -umgehungen gerechtfertigt ist, obwohl der Organtr&auml;ger seine Rechte im Zusammenhang mit der Pflicht zur Steuerzahlung f&uuml;r die Organgesellschaft auch mit Hilfe einer Klage gegen diese Gesellschaft durchsetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist &#8211;je nachdem, ob ein strenger oder ein gro&szlig;z&uuml;giger Ma&szlig;stab anzulegen ist&#8211; zu bejahen oder zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wie der vorlegende Senat bereits dargelegt hat (siehe oben unter IV.A.2.a), geht die Rechtsprechung des BFH davon aus, dass der Umstand der &Uuml;ber- und Unterordnung &#8211;neben den Erw&auml;gungen zur Rechtssicherheit und zur Verwaltungsvereinfachung beziehungsweise (bzw.) Vermeidung von Verwaltungsarbeiten in der Wirtschaft&#8211; f&uuml;r die Erreichung der Ziele der Verhinderung missbr&auml;uchlicher Praktiken oder Verhaltensweisen und der Vermeidung von Steuerhinterziehung oder -umgehung geeignet und erforderlich ist, damit der Organtr&auml;ger als Steuerpflichtiger seine sich daraus ergebenden steuerrechtlichen Pflichten wahrnehmen kann. Kann er seinen Willen bei der Organgesellschaft nicht durchsetzen, ist es denkbar, dass die Organgesellschaft ihm nicht die hierf&uuml;r erforderlichen Informationen oder die Mehrwertsteuer, die sie vereinnahmt hat, zur Verf&uuml;gung stellt. Dies k&ouml;nnte bei gro&szlig;z&uuml;giger Sichtweise die deutsche Regelung rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings wird in der deutschen Literatur darauf hingewiesen, dass der BFH dabei zu Unrecht au&szlig;er Betracht lasse, dass der Organtr&auml;ger seine Rechte gerichtlich gegen die Organgesellschaft durchsetzen kann (vgl. z.B. Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;915, 993; s.a. Korf, MwStR 2016, 257).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) So steht dem Organtr&auml;ger gegen die Organgesellschaft (und ggf. auch der Organgesellschaft gegen den Organtr&auml;ger) nach nationalem Zivilrecht ein finanzieller Ausgleichsanspruch zu, so dass derjenige Beteiligte am Organkreis, aus dessen Ums&auml;tzen die zu zahlende Umsatzsteuer herr&uuml;hrt, im Innenverh&auml;ltnis der Organschaft die Steuerlast zu tragen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs vom 19.01.2012&nbsp;&#8211; IX&nbsp;ZR&nbsp;2\/11, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2012, 527, Rz&nbsp;28 und 36; vom 29.01.2013&nbsp;&#8211; II&nbsp;ZR&nbsp;91\/11, DStR 2013, 478, Rz&nbsp;10&nbsp;f.; BFH-Urteile vom 23.10.2009&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215, Rz&nbsp;30; vom 14.03.2012&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;28\/09, BFH\/NV 2012, 1493, Rz&nbsp;37&nbsp;ff.; BFH-Beschluss vom 20.02.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;129\/17, BFH\/NV 2018, 641, Rz&nbsp;28). Deshalb k&ouml;nnte die Regelung bei strenger Sichtweise nicht erforderlich sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der vorlegende Senat verkennt nicht, dass der EuGH in Rz&nbsp;46 des EuGH-Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) die vorzunehmende Pr&uuml;fung den nationalen Gerichten auferlegt hat. Allerdings kann der vorlegende Senat die ihm obliegende Pr&uuml;fung erst dann unionsrechtlich zweifelsfrei vornehmen, wenn entschieden ist, welcher Ma&szlig;stab bei der Pr&uuml;fung der Erforderlichkeit anzulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In der Rechtssache Kommission\/Schweden (Urteil vom 25.04.2013&nbsp;&#8211; C-480\/10, EU:C:2013:263, MwStR 2013, 276) musste der EuGH diese Pr&uuml;fung im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens in gewisser Weise selbst vornehmen. Er konnte es dort jedoch aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden dabei bewenden lassen, auszuf&uuml;hren, dass die Kommission nicht &uuml;berzeugend nachgewiesen habe, dass die vom K&ouml;nigreich Schweden getroffene Ma&szlig;nahme im Hinblick auf den Kampf gegen Steuerhinterziehung und -umgehung nicht begr&uuml;ndet w&auml;re. Dies k&ouml;nnte f&uuml;r ein sehr gro&szlig;z&uuml;giges Verst&auml;ndnis der Abweichungsbefugnis der Mitgliedstaaten sprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ansonsten kn&uuml;pft der EuGH jedoch im Rahmen des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit in st&auml;ndiger Rechtsprechung bei der &Uuml;berpr&uuml;fung von Handlungen der Union oder der Mitgliedstaaten daran an, ob eine Regelung &uuml;ber das hinausgeht, was zur Erreichung des verfolgten Ziels (zwingend) erforderlich ist (vgl. z.B. EuGH-Urteile Di&nbsp;Maura vom 23.11.2017&nbsp;&#8211; C-246\/16, EU:C:2017:887, HFR 2018, 79, Rz&nbsp;25; Avon Cosmetics vom 14.12.2017&nbsp;&#8211; C-305\/16, EU:C:2017:970, HFR 2018, 182, Rz&nbsp;44; Menci vom 20.03.2018&nbsp;&#8211; C-524\/15, EU:C:2018:197, HFR 2018, 423, Rz&nbsp;46&nbsp;ff., 52; EN.SA. vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; C-712\/17, EU:C:2019:374, HFR 2019, 634, Rz&nbsp;33; A-PACK&nbsp;CZ vom 08.05.2019&nbsp;&#8211; C-127\/18, EU:C:2019:377, UR 2019, 554, Rz&nbsp;26 und 27). Dies k&ouml;nnte f&uuml;r eher strenge bis sehr strenge Anforderungen an die Erforderlichkeit sprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Jedoch ist m&ouml;glicherweise zu ber&uuml;cksichtigen, dass Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG eine Ausnahme vom Grundsatz des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist. Gegenausnahmen, die abweichend von der Ausnahmeregelung zur allgemeinen Regel zur&uuml;ckf&uuml;hren, sind auch bei Art.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht eng, sondern weit auszulegen (vgl. EuGH-Urteile Isle of Wight Council u.a. vom 16.09.2008&nbsp;&#8211; C-288\/07, EU:C:2008:505, HFR 2008, 1192, Rz&nbsp;60; SALIX Grundst&uuml;cks-Vermietungsgesellschaft vom 04.06.2009&nbsp;&#8211; C-102\/08, EU:C:2009:345, BStBl II 2017, 873, Rz&nbsp;67&nbsp;f.), was wiederum f&uuml;r eine eher gro&szlig;z&uuml;gige Pr&uuml;fung der Erforderlichkeit spricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) &Uuml;berdies bedarf der Kl&auml;rung, inwieweit der Grundsatz der Rechtssicherheit oder der Zweck der Verwaltungsvereinfachung bei der Pr&uuml;fung ber&uuml;cksichtigt werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der EuGH hat diese allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tze in Rz&nbsp;46 seines Urteils Larentia +&nbsp;Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) nicht genannt; hinzu kommt, dass die Organschaft nach nationalem Recht nicht der Verwaltungsvereinfachung dient, sondern der &quot;Vermeidung unn&ouml;tiger Verwaltungsarbeit in der Wirtschaft&quot; (vgl. ausf&uuml;hrlich zu beiden Punkten Lange, UR 2016, 297, 299, 302).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der vorlegende Senat neigt au&szlig;erdem &#8211;unabh&auml;ngig von diesen Erw&auml;gungen&#8211; zu der Auffassung, dass der allgemeine Rechtsgrundsatz der Rechtssicherheit sowie der Zweck der Organschaft (ob nun Verwaltungsvereinfachung oder &quot;Vermeidung unn&ouml;tiger Verwaltungsarbeit in der Wirtschaft&quot;) inhaltliche Anforderungen an die Eingliederung grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigen k&ouml;nnen. Denn w&uuml;rde man z.B. f&uuml;r eine finanzielle Eingliederung keine Stimmrechtsmehrheit verlangen, sondern eine Anteilsmehrheit gen&uuml;gen lassen, w&auml;re dieses Merkmal mindestens genauso rechtssicher feststellbar wie eine Stimmrechtsmehrheit. Eine Verwaltungsvereinfachung bzw. &quot;Vermeidung unn&ouml;tiger Verwaltungsarbeit in der Wirtschaft&quot; tr&auml;te genauso ein. Gleiches g&auml;lte, wenn man eine Organschaft zwischen Schwestergesellschaften zulassen w&uuml;rde, indem man z.B. eine Anteilsmehrheit eines Dritten an beiden Gesellschaften gen&uuml;gen lassen w&uuml;rde. Auch dies lie&szlig;e sich rechtssicher feststellen und f&uuml;hrte zu Vereinfachungen. Ein Festhalten am Erfordernis der finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Eingliederung rechtfertigen diese allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tze und Zwecke folglich ohnehin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Die vom vorlegenden Senat zu pr&uuml;fende Frage, ob es zur Vermeidung von Missbr&auml;uchen und Steuerhinterziehungen oder -umgehungen erforderlich ist, im Rahmen der finanziellen Eingliederung zu verlangen, dass der Organtr&auml;ger nicht nur &uuml;ber eine Anteilsmehrheit, sondern &uuml;ber eine Stimmrechtsmehrheit an der Organgesellschaft verf&uuml;gen muss, kann der vorlegende Senat ohne eine weitere unionsrechtliche Pr&auml;zisierung, die dem EuGH obliegt, daher noch nicht in unionsrechtlich zweifelsfreier Weise vornehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Vorlagefrage zu Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem vorlegenden Senat erscheint es jedoch erforderlich, eine weitere Vorlagefrage zu Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu stellen; denn der nationale Begr&uuml;ndungsansatz der Organschaft setzt begrifflich, systematisch und historisch am Merkmal der Selbst&auml;ndigkeit an und k&ouml;nnte daher auch als zul&auml;ssige Auslegung bzw. Typisierung durch Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 oder Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG gerechtfertigt sein. Daraus folgt die vierte Vorlagefrage, die v&ouml;llig unabh&auml;ngig von den Vorlagefragen&nbsp;1 bis&nbsp;3 gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die deutsche Organschaft wurde urspr&uuml;nglich richterrechtlich vom Reichsfinanzhof (RFH) entwickelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sie beruhte auf der &#8211;im aktuellen nationalen Recht der Republik &Ouml;sterreich noch begrifflich enthaltenen&#8211; Annahme, dass die Organgesellschaft &quot;keinen eigenen Willen&quot; habe. Die Unselbst&auml;ndigkeit einer gewerblichen T&auml;tigkeit liege vor, &quot;wenn die t&auml;tige Person im wirtschaftlichen Organismus des gewerblichen Unternehmens eines anderen bei Bet&auml;tigung ihres gesch&auml;ftlichen Willens unter der Leitung dieses anderen&quot; stehe (vgl. RFH-Urteil vom 06.10.1920&nbsp;&#8211; II&nbsp;A&nbsp;141\/20, Sammlung der Entscheidungen und Gutachten des Reichsfinanzhofs &#8211;RFHE&#8211; 3, 290, 291, 294). Die Auffassung, dass die b&uuml;rgerlich-rechtliche Selbst&auml;ndigkeit zu beachten sei, wurde sp&auml;ter aufgegeben (vgl. RFH-Urteil vom 26.09.1927&nbsp;&#8211; V&nbsp;A&nbsp;417\/27, RFHE 22, 69) und in der Folgezeit verlangt, dass die finanzielle, organisatorische und wirtschaftliche Selbst&auml;ndigkeit aufgegeben worden sei (vgl. RFH-Urteil vom 03.11.1933&nbsp;&#8211; V&nbsp;A&nbsp;867\/32, RFHE 34, 320, 321&nbsp;ff.) bzw. eine finanzielle, organisatorische und wirtschaftliche &quot;Abh&auml;ngigkeit&quot; bestehe (vgl. RFH-Urteil vom 23.02.1934&nbsp;&#8211; V&nbsp;A&nbsp;480\/33, RFHE 36, 39, 41&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Erst im Jahr 1934 wurde die Rechtsprechung vom deutschen Gesetzgeber erstmals in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG 1934 (Reichsgesetzblatt &#8211;RGBl&#8211; I 1934, 942) dahingehend kodifiziert, dass eine T&auml;tigkeit unselbst&auml;ndig ausge&uuml;bt wird, wenn eine juristische Person dem Willen derart untergeordnet ist, dass sie keinen eigenen Willen hat. &sect;&nbsp;17 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsbestimmungen (RGBl I 1938, 1935) legte einige Jahre sp&auml;ter zus&auml;tzlich fest, dass eine juristische Person keinen eigenen Willen hat, wenn sie nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des beherrschenden Unternehmers eingegliedert ist. Die weitere Rechtsentwicklung ergibt sich aus den Ausf&uuml;hrungen zu II. dieses Beschlusses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>84<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die urspr&uuml;ngliche Begr&uuml;ndung des RFH zur Unselbst&auml;ndigkeit bei fehlendem &quot;eigenen Willen&quot; weist aus Sicht des vorlegenden Senats deutliche Parallelen zu den &Uuml;berlegungen auf, die der EuGH in den &#8211;nach Ergehen der Vorlagebeschl&uuml;sse in BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428 und in BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417 sowie nach dem EuGH-Urteil Larentia +&nbsp;Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604) ergangenen&#8211; EuGH-Urteilen Gmina Wroc&#322;aw (EU:C:2015:635, HFR 2015, 1087, Rz&nbsp;30&nbsp;ff.) und Saudacor vom 29.10.2015&nbsp;&#8211; C-174\/14 (EU:C:2015:733, UR 2015, 901, Rz&nbsp;60, 63 und 67) bei der Pr&uuml;fung der Selbst&auml;ndigkeit angestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>85<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dort hat der EuGH auf ein bestehendes Unterordnungsverh&auml;ltnis (vgl. EuGH-Urteil Gmina Wroc&#322;aw, EU:C:2015:635, HFR 2015, 1087, Rz&nbsp;33, 34 und 36) sowie auf eine organschaftliche Verbindung (EuGH-Urteil Saudacor, EU:C:2015:733, UR 2015, 901, Rz&nbsp;67) abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>86<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch bei der Pr&uuml;fung, ob eine nat&uuml;rliche Person selbst&auml;ndig i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist, geht es um eine &quot;Unterordnung&quot; (vgl. EuGH-Urteile Heerma, EU:C:2000:46, UR 2000, 121, Rz&nbsp;18; van der Steen, EU:C:2007:615, BFH\/NV 2008, Beilage&nbsp;1, 48, Rz&nbsp;18&nbsp;ff.; IO vom 13.06.2019&nbsp;&#8211; C-420\/18, EU:C:2019:490, UR 2019, 576, Rz&nbsp;32, 38&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>87<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In vergleichbarer Weise verf&auml;hrt der EuGH bei der Pr&uuml;fung, ob eine Zweigniederlassung als &quot;eigener&quot; Steuerpflichtiger anzusehen ist (vgl. z.B. EuGH-Urteile FCE Bank vom 23.03.2006&nbsp;&#8211; C-210\/04, EU:C:2006:196, HFR 2006, 624, Rz&nbsp;33, 25&nbsp;f.; Skandia America (USA), EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz&nbsp;23, 25&nbsp;f.; TGE Gas Engineering vom 07.08.2018&nbsp;&#8211; C-16\/17, EU:C:2018:647, HFR 2018, 846, Rz&nbsp;41; Morgan Stanley &#038; Co International vom 24.01.2019&nbsp;&#8211; C-165\/17, EU:C:2019:58, HFR 2019, 242, Rz&nbsp;35). Diese Pr&uuml;fung ist auch schon im Zusammenhang mit der Frage rechtlicher Selbst&auml;ndigkeit erfolgt (vgl. EuGH-Urteil DFDS vom 20.02.1997&nbsp;&#8211; C-260\/95, EU:C:1997:77, UR 1997, 179, Rz&nbsp;25&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>88<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unter Ber&uuml;cksichtigung des EuGH-Urteils Gmina Wroc&#322;aw (EU:C:2015:635, HFR 2015, 1087, Rz&nbsp;35) ist es aus Sicht des vorlegenden Senats jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass sich die unionsrechtliche Rechtfertigung f&uuml;r die vom Mitgliedstaat Deutschland aufgestellten (sehr strengen) Kriterien der Unterordnung f&uuml;r das Bestehen einer Organschaft zwar nicht &#8211;wie bisher vom BFH angenommen&#8211; in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG findet, sondern in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG finden k&ouml;nnte. M&ouml;glicherweise lassen es Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 oder Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu, dass der Mitgliedstaat Deutschland die Organgesellschaft &#8211;wie im Wortlaut des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG vorgesehen&#8211; aufgrund der Unterordnung unter den Organtr&auml;ger als nicht selbst&auml;ndig i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG ansieht. Dann hat der Mitgliedstaat Deutschland auch zutreffend den Organtr&auml;ger zum (einzigen) Steuerpflichtigen i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>89<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Ansicht des erkennenden Senats ist der fr&uuml;here deutsche &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG 1951 (und der heute noch g&uuml;ltige &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des &ouml;sterreichischen UStG) in Tatbestand und Rechtsfolge mit dem Unionsrecht vereinbar: Eine Person, die &quot;keinen eigenen Willen&quot; hat, ist nicht selbst&auml;ndig i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG (und daher kein Steuerpflichtiger), weil sie in einem Verh&auml;ltnis der Unterordnung zu einer &uuml;bergeordneten Person steht (vgl. auch Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG sowie die unter IV.B.2. aufgef&uuml;hrte Rechtsprechung des EuGH). Deshalb d&uuml;rfen die Mitgliedstaaten aus Sicht des vorlegenden Senats Personen, die keinen eigenen Willen haben und dadurch in einem Verh&auml;ltnis der Unterordnung stehen, mangels Selbst&auml;ndigkeit nicht als Steuerpflichtige ansehen, sondern m&uuml;ssen die Ums&auml;tze der &uuml;bergeordneten Person zurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>90<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die aus Sicht des vorlegenden Senats unionsrechtlich zweifelhafte Frage ist, ob die Mitgliedstaaten auf dieser Grundlage berechtigt sind, im Wege der Typisierung zu konkretisieren, in welchen F&auml;llen typischerweise davon auszugehen ist, dass eine Person &quot;keinen eigenen Willen&quot; hat und damit nicht selbst&auml;ndig i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist. Diesen Weg beschreiten heute &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des deutschen (und noch plastischer &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des &ouml;sterreichischen) UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>91<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine derartige Befugnis zur Typisierung wird dem nationalen Gesetzgeber durch das Verfassungsrecht Deutschlands zugebilligt, da Steuergesetze in der Regel Massenvorg&auml;nge des Wirtschaftslebens betreffen. So darf der Gesetzgeber nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) bei der Ordnung von Massenerscheinungen die Vielzahl der Einzelf&auml;lle in dem Gesamtbild erfassen, das nach den ihm vorliegenden Erfahrungen die regelungsbed&uuml;rftigen Sachverhalte zutreffend wiedergibt; eine solche Typisierung ist zul&auml;ssig, solange die steuerlichen Vorteile der Typisierung im rechten Verh&auml;ltnis zu der mit der Typisierung notwendig verbundenen Ungleichheit der steuerlichen Belastung stehen und sie au&szlig;erdem keinen atypischen Fall als Leitbild w&auml;hlt, sondern sich realit&auml;tsgerecht am typischen Fall orientiert (vgl. z.B. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 04.02.2009&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;8\/05, Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfGE&#8211; 123, 1, BStBl II 2009, 1035, Rz&nbsp;55; vom 29.03.2017&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/11, BVerfGE 145, 106, BStBl II 2017, 1082, Rz&nbsp;106&nbsp;ff.). Darauf hat das BVerfG auch im Zusammenhang mit der umsatzsteuerrechtlichen Organschaft hingewiesen (vgl. BVerfG-Urteil vom 20.12.1966&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;320\/57, 1&nbsp;BvR&nbsp;70\/63, BVerfGE 21, 12, BStBl III 1967, 7, Rz&nbsp;59 und 60, 114&nbsp;ff., 121).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>92<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ebenso hat der EuGH anerkannt, dass die Aufstellung allgemeiner Regeln, die von den Wirtschaftsteilnehmern leicht angewandt und von den zust&auml;ndigen nationalen Beh&ouml;rden einfach kontrolliert werden k&ouml;nnen, f&uuml;r einen Gesetzgeber ein legitimes Ziel darstellt, auch wenn diese Regeln mit einer gewissen Ungenauigkeit verbunden sind (vgl. EuGH-Urteile Sopora vom 24.02.2015&nbsp;&#8211; C-512\/13, EU:C:2015:108, Europ&auml;ische Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht 2015, 643, Rz&nbsp;35 und 36; RPO vom 07.03.2017&nbsp;&#8211; C-390\/15, EU:C:2017:174, MwStR 2017, 312, Rz&nbsp;57&nbsp;f., 60). Da es sich bei der Festlegung, wer Steuerpflichtiger ist, um eine Regelung handelt, die sich finanziell belastend auswirken kann, m&uuml;ssen die Betroffenen in der Lage sein, den Umfang der ihnen auferlegten Verpflichtungen genau zu erkennen, bevor sie ein Gesch&auml;ft abschlie&szlig;en (vgl. EuGH-Urteile Halifax u.a. vom 21.02.2006&nbsp;&#8211; C-255\/02, EU:C:2006:121, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;3, 260, Rz&nbsp;72; Teleos u.a. vom 27.09.2007&nbsp;&#8211; C-409\/04, EU:C:2007:548, BStBl II 2009, 70, Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>93<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die vom Mitgliedstaat Deutschland vorgenommene Typisierung der fehlenden Selbst&auml;ndigkeit k&ouml;nnte daher unionsrechtlich zul&auml;ssig sein. Denn wenn die deutschen Gerichte die &#8211;aufgrund von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG erforderliche&#8211; Pr&uuml;fung, ob eine juristische Person oder (rechtsf&auml;hige oder nicht rechtsf&auml;hige) Personenvereinigung keinen eigenen Willen hat und daher nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse unselbst&auml;ndig ist, ohne Ankn&uuml;pfung an gesetzlich definierte und von der Rechtsprechung ausgelegte Tatbestandsmerkmale vornehmen w&uuml;rden, k&ouml;nnte dies dazu geeignet sein, die handelnden Personen &uuml;ber ihre steuerrechtlichen Pflichten im Unklaren zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>94<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Der vorlegende Senat verkennt nicht, dass es sich bei dem Merkmal der Selbst&auml;ndigkeit in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG um einen unionsrechtlichen Begriff handelt, was die Frage aufwirft, ob eine m&ouml;gliche Befugnis zur Typisierung auch dem nationalen Gesetzgeber zusteht. Auch k&ouml;nnte Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG es ausschlie&szlig;en, den Begriff der Selbst&auml;ndigkeit weitergehend oder abweichend national zu typisieren. Allerdings k&ouml;nnte die deutsche Typisierung aber auch die hierf&uuml;r geltenden Grenzen einhalten, da das Verh&auml;ltnis der Unterordnung auch unionsrechtlich nach der Rechtsprechung des EuGH (s. zu IV.B.2.) f&uuml;r die Frage der Selbst&auml;ndigkeit bedeutsam ist; denn eine Unterordnung indiziert die fehlende Selbst&auml;ndigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>95<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Daf&uuml;r k&ouml;nnte eine systematische Auslegung sprechen; denn Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG, der keine Mitgliedstaaten-Option enth&auml;lt und auch &quot;sonstige Personen&quot; sowie ein &quot;sonstiges Rechtsverh&auml;ltnis&quot; umfasst, stellt ebenfalls auf ein &quot;Verh&auml;ltnis der Unterordnung&quot; ab. Dies k&ouml;nnte einen allgemeinen Rechtsgedanken zum Ausdruck bringen, der nach der Rechtsprechung des EuGH (s. zu IV.B.2.) auch dann gilt, wenn die &uuml;bergeordnete Person kein &quot;Arbeitgeber&quot; ist. Entsprechend haben die Rechtsprechung des RFH und des BFH fr&uuml;her bei Einhaltung der Eingliederungsvoraussetzungen bereits auch Personenvereinigungen &uuml;ber &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG als unselbst&auml;ndig angesehen (sog. &quot;organschafts&auml;hnliches Verh&auml;ltnis&quot;, vgl. BFH-Urteil vom 19.11.1964&nbsp;&#8211; V&nbsp;245\/61&nbsp;S, BFHE 81, 506, BStBl III 1965, 182; aufgegeben durch BFH-Urteil vom 07.12.1978&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;22\/74, BFHE 127, 262, BStBl II 1979, 356).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>96<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berdies k&ouml;nnte hierf&uuml;r die historische Auslegung sprechen: Aus Anhang&nbsp;A Nr.&nbsp;2 zu Art.&nbsp;4 der Zweiten Richtlinie 67\/228\/EWG des Rates vom 11.04.1967 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Struktur und Anwendungsmodalit&auml;ten des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems (Richtlinie 67\/228\/EWG) k&ouml;nnte abzuleiten sein, dass die Organschaft &#8211;jedenfalls unter Geltung der Richtlinie 67\/228\/EWG&#8211; ein Fall der fehlenden Selbst&auml;ndigkeit war. Bei Schaffung der Richtlinie 67\/228\/EWG schienen nach Auffassung der Kommission (Begr&uuml;ndung zum Richtlinienvorschlag, KOM&nbsp;(65) 144 endg., S.&nbsp;7&nbsp;f., zu Art.&nbsp;2) keine gr&ouml;&szlig;eren Nachteile vorhanden zu sein, wenn bestimmte Mitgliedstaaten &quot;weiterhin&quot; die Organschaft als einen einzigen Steuerpflichtigen ansehen. Anhang&nbsp;A der Richtlinie 67\/228\/EWG insgesamt scheint dazu gedient zu haben, unter anderem die Organschaftsregelung Deutschlands unionsrechtlich derart zu legitimieren, dass Deutschland seine Regelung zur Organschaft unver&auml;ndert beibehalten darf. Dies k&ouml;nnte auch heute noch von Bedeutung sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>97<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich spricht Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht gegen diese Auslegung; insbesondere verliert die Regelung nicht ihren Zweck: Zwischen der darin vorgesehenen modernen Gruppenbesteuerung (gemeinsame Umsatzbesteuerung gleichgeordneter Gruppenmitglieder) und der deutschen Organschaft bestehen, wie gezeigt, sowohl tatbestandlich als auch rechtsfolgentechnisch derart gravierende Unterschiede, dass es sinnvoll erscheint, den Mitgliedstaaten eine M&ouml;glichkeit zur Einf&uuml;hrung dieser modernen Gruppenbesteuerung im Wege der Option zu er&ouml;ffnen, ohne ihnen daneben eine Typisierung des Merkmals der Selbst&auml;ndigkeit zu verbieten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>98<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>C. Entscheidungserheblichkeit<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>S&auml;mtliche Vorlagefragen sind entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>99<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat ben&ouml;tigt die Antworten auf die Fragen&nbsp;1 bis 3, um die ihm nach Rz&nbsp;46 des EuGH-Urteils Larentia +&nbsp;Minerva (EU:C:2015:496, BStBl II 2017, 604, Rz&nbsp;44&nbsp;f.) obliegende Pr&uuml;fung vornehmen zu k&ouml;nnen. W&auml;re die bisherige Inhaltsbestimmung der finanziellen Eingliederung nicht gerechtfertigt, w&auml;re die Revision zur&uuml;ckzuweisen. Ist dies nicht der Fall, ist die Revision begr&uuml;ndet und die Klage auf der Grundlage des nationalen Rechts abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>100<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Antwort auf Frage&nbsp;4 ben&ouml;tigt der Senat, um unionsrechtlich zweifelsfrei eine alternative Rechtfertigung der deutschen Organschaft &uuml;ber Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG (ggf. i.V.m. Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG) pr&uuml;fen zu k&ouml;nnen. Best&uuml;nde diese alternative Rechtfertigung, w&auml;re die Revision begr&uuml;ndet und die Klage unabh&auml;ngig von den Antworten auf die Fragen&nbsp;1 bis&nbsp;3 ohne Pr&uuml;fung des Erforderlichkeitskriteriums der Vermeidung von Missbr&auml;uchen und Steuerhinterziehungen oder -umgehungen abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>101<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>D. Rechtsgrundlage der Anrufung, Nebenentscheidungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Rechtsgrundlage f&uuml;r die Anrufung des EuGH ist Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>102<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Aussetzung des Verfahrens beruht auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;74 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 11.12.2019, XI R 16\/18ECLI:DE:BFH:2019:VE.111219.XIR16.18.0 EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft Leits&auml;tze Dem EuGH werden folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. Sind Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 Buchst. a und Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen, dass sie es einem Mitgliedstaat gestatten, anstelle der Mehrwertsteuergruppe (des Organkreises) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-18-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerrechtlichen-organschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;16\/18 &#8211; EuGH-Vorlage zur umsatzsteuerrechtlichen Organschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72172\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}