{"id":72179,"date":"2020-03-29T17:45:17","date_gmt":"2020-03-29T15:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72179"},"modified":"2020-03-29T17:45:17","modified_gmt":"2020-03-29T15:45:17","slug":"v-r-42-17-aenderung-der-bemessungsgrundlage-bei-rabatten-im-punktsystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-42-17-aenderung-der-bemessungsgrundlage-bei-rabatten-im-punktsystem\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;42\/17 &#8211; &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage bei Rabatten im Punktsystem"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2020, V R 42\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:U.160120.VR42.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung der Bemessungsgrundlage bei Rabatten im Punktsystem<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Beteiligt sich ein Unternehmer an einem von einem Dritten betriebenen Rabattsystem, das an Kunden des Unternehmers umsatzabh&auml;ngige Punkte ausgibt, so mindert sich die Bemessungsgrundlage des Unternehmers erst, wenn der Kunde die Punkte tats&auml;chlich einl&ouml;st.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 23.08.2017 &#8211; 3 K 1271\/16 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH, deren Unternehmensgegenstand u.a. der Verkauf von Waren aller Art ist. Sie ist &uuml;ber ihre Organgesellschaften auch im Einzelhandel t&auml;tig und f&uuml;hrt dabei Ums&auml;tze zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz und zum Regelsteuersatz aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A-Card ist ein seit M&auml;rz 2008 bestehendes Bonus- und Rabattsystem der Firma A-Card GmbH. Dieses Unternehmen betreut und organisiert die A-Card als Herausgeberin und Vertragspartner der Kunden sowie als Dienstleisterin der sogenannten Partnerunternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist auf Gro&szlig;handelsebene Partnerunternehmen (Vertragspartner) der A-Card GmbH. Kunden, die Inhaber einer A-Card sind, k&ouml;nnen bei den teilnehmenden Organgesellschaften der Kl&auml;gerin umsatzabh&auml;ngige Punkte bei ihren Eink&auml;ufen sammeln. Dazu m&uuml;ssen diese Kunden zun&auml;chst einen Vertrag mit der A-Card GmbH &uuml;ber die Er&ouml;ffnung eines Punktekontos abschlie&szlig;en. Der Kunde erh&auml;lt dann bei Vorlage seiner A-Card bei einem Einkauf bei der Kl&auml;gerin in der Regel f&uuml;r 2&nbsp;EUR Umsatz des Bruttobetrages einen Punkt, der einen Cent wert ist. Diese Punkte werden von der A-Card GmbH f&uuml;r jeden einzelnen Kunden auf seinem Punktekonto gutgeschrieben. Zum Zeitpunkt des ersten Einkaufs kann der Kunde noch nicht &uuml;ber die dadurch erworbenen Punkte verf&uuml;gen; sie sind technisch bedingt fr&uuml;hestens am Folgetag f&uuml;r den Kunden verf&uuml;gbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der Kunde hatte im Streitjahr (2008) verschiedene M&ouml;glichkeiten zur Verwendung seiner erworbenen A-Card-Punkte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">er kann diese bei einem weiteren Einkauf in einem&nbsp;Markt oder bei einem weiteren Partnerunternehmen der A-Card GmbH an Zahlung statt einl&ouml;sen (sog. &quot;instore redemption&quot;),<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">er kann die Punkte spenden,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">er kann sie gegen Dienst- oder Sachleistungen bei externen Lieferanten eintauschen und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">er kann sie verfallen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &quot;instore redemption&quot; stellt die nahezu ausschlie&szlig;lich (ca.&nbsp;90&nbsp;%) genutzte, und im vorliegenden Verfahren auch allein streitige, M&ouml;glichkeit zur Einl&ouml;sung der Punkte dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abrechnung der gesammelten und eingel&ouml;sten Punkte der Kunden zwischen der Kl&auml;gerin und der A-Card GmbH erfolgte durch die A-Card GmbH als Systemanbieter in einem monatlichen &quot;Punkteclearing&quot; gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin. Darin wurde der von der Kl&auml;gerin der A-Card GmbH f&uuml;r den Abrechnungszeitraum insgesamt geschuldete Wert der Punkte in Euro f&uuml;r die durch Eink&auml;ufe bei der Kl&auml;gerin an Kunden ausgegebenen Punkte ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Der von der Kl&auml;gerin zu zahlende Betrag errechnete sich dabei aus dem Wert der im jeweiligen Abrechnungszeitraum bei der Kl&auml;gerin ausgegebenen Punkte abz&uuml;glich des Werts der in diesem Zeitraum bei der Kl&auml;gerin eingel&ouml;sten Punkte. Die Leistungen der A-Card GmbH, z.B. f&uuml;r die Ausstellung der Karten und die F&uuml;hrung der Kundenkonten, wurden separat mit der Kl&auml;gerin als umsatzsteuerpflichtige Leistungen abgerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte die f&uuml;r ihre Kunden bei deren Eink&auml;ufen ausgegebenen A-Card-Punkte und den entsprechenden &#8211;im &quot;Punkteclearing&quot; ermittelten&#8211; der A-Card GmbH f&uuml;r einen Abrechnungszeitraum hierf&uuml;r geschuldeten Betrag jeweils auf Grundlage der Abrechnungen der A-Card GmbH umsatzsteuerlich als Entgeltminderung. Wegen der unterschiedlich zur Anwendung kommenden Steuers&auml;tze bei den Ausgangsums&auml;tzen wurde dabei zur Ermittlung der Entgeltminderung auf die durchschnittlichen Umsatzverh&auml;ltnisse in der jeweiligen Filiale abgestellt und die Umsatzminderung mit 7\/107 oder 19\/119 aus dem Bruttobetrag der in Euro umgerechneten A-Card-Punkte herausgerechnet. Eine dahingehende Unterscheidung, ob diese Punkte sp&auml;ter von den Kunden durch die &quot;instore redemption&quot; oder anderweitig eingel&ouml;st wurden, erfolgte nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung erkannte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Entgeltminderungen nicht an und behandelte diese als umsatzsteuerrechtlich unbeachtlichen Werbeaufwand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen gerichteten Sprungklage gab das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1837 ver&ouml;ffentlichtem Urteil statt. Die Bemessungsgrundlage der von der Kl&auml;gerin an ihre Kunden bei deren &quot;ersten Einkauf&quot; ausgef&uuml;hrten Leistungen sei nachtr&auml;glich zu dem Zeitpunkt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gemindert worden, in dem die Kl&auml;gerin im Rahmen des &quot;Punkteclearings&quot; mit dem Gegenwert der Punkte durch die A-Card GmbH belastet worden sei. Diese Minderung sei unabh&auml;ngig von der sp&auml;teren Verwendung der Punkte eingetreten, denn der Kunde habe &uuml;ber den Gegenwert der Punkte im Rahmen seiner vertraglichen Vereinbarungen mit der A-Card GmbH frei verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Durch die Verwendung der A-Card bei einem Einkauf habe der Kunde einen Anspruch auf die Gutschrift der Punkte auf seinem Kundenkonto sowie einen Anspruch auf die Verwendung des Gegenwerts dieser Punkte u.a. als Zahlungsmittel gegen&uuml;ber der A-Card GmbH erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, mit der es Verletzung materiellen Rechts geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das vorliegende Bonus- und Rabattsystem im Streitjahr keine Barauszahlung der Punkte vorgesehen habe, sondern dessen Nutzung an einen Folgeumsatz gekn&uuml;pft gewesen sei, habe es sich im Kern um ein mit umsatzsteuerlich unbeachtlichem Werbeaufwand verbundenes Kundenbindungssystem gehandelt. Die abgestimmte Verwaltungsauffassung verlange f&uuml;r eine Entgeltminderung aber eine uneingeschr&auml;nkte Wahlm&ouml;glichkeit des Kunden, die auch die M&ouml;glichkeit, den Gegenwert der Bonuspunkte durch Barauszahlung zu erhalten, erm&ouml;glichen m&uuml;sse. Es liege daher zu keinem Zeitpunkt eine Entgeltminderung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn man von einer Entgeltminderung ausgehe, trete diese nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (Urteil Freemans vom 29.05.2001&nbsp;&#8211; C-86\/99, EU:C:2001:291) und des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteil vom 18.09.2008&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;56\/06, BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250) erst ein, wenn der Kunde tats&auml;chlich &uuml;ber den gutgeschriebenen Betrag verf&uuml;ge, indem er diesen bei einem Folgeumsatz einl&ouml;se. Es gen&uuml;ge noch nicht, dass der Kunde beim Kauf einen R&uuml;ckverg&uuml;tungsanspruch erhalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Betrachtung gebiete auch der Grundsatz der Neutralit&auml;t, weil der Rabatt tats&auml;chlich erst mit der konkreten Entscheidung des Kunden entstehe. Verf&uuml;ge er nicht &uuml;ber sein Punkteguthaben, sei der Ansatz eines geringeren Entgelts nicht gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihres Antrags tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, bei den ausgegebenen A-Card-Punkten habe es sich um Rabattierungen ihrer Ums&auml;tze und damit um Entgeltminderungen i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG gehandelt. Dass die Einl&ouml;sung an einen Folgeumsatz gekn&uuml;pft gewesen sei, stehe dem nicht entgegen, weil Rabattsysteme immer der Kundenbindung und damit auch der Werbung dienten. Die vom FA geforderte Bargeldauszahlungsoption sei ein derart einschneidendes Kriterium, das zwingend einer, vorliegend nicht vorhandenen, gesetzlichen Grundlage bed&uuml;rfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit der Gutschrift der Punkte erhalte der Kunde die uneingeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsmacht und die wirtschaftliche Substanz der R&uuml;ckverg&uuml;tung. Ab diesem Zeitpunkt k&ouml;nne er das Guthaben wie Bargeld oder Buchgeld zum Einkauf einsetzen. F&uuml;r den Bereich der Lohnsteuer habe das auch das Bundesministerium f&uuml;r Finanzen anerkannt, indem es im Schreiben vom 20.01.2006 bei der Vergabe sog. &quot;Payback&quot;-Punkte bereits im Zeitpunkt der Gutschrift von einem Zufluss und einer Einnahme ausgehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zwar zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin zu einer Minderung der Bemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 UStG berechtigt ist. Das FG hat aber zu Unrecht entschieden, dass diese Berichtigung bereits f&uuml;r den Zeitpunkt des &quot;Punkteclearing&quot; durchzuf&uuml;hren ist, denn die Bemessungsgrundlage hat sich erst durch die Inanspruchnahme des R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs durch den Kunden beim &quot;zweiten Umsatz&quot; ge&auml;ndert. Beteiligt sich ein Unternehmer an einem von einem Dritten betriebenen Rabattsystem, das an Kunden des Unternehmers umsatzabh&auml;ngige Punkte ausgibt, so mindert sich die Bemessungsgrundlage des Unternehmers erst, wenn der Kunde die Punkte tats&auml;chlich einl&ouml;st. Das FG hat damit &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 UStG verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &Auml;ndert sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r einen steuerpflichtigen Umsatz, hat der Unternehmer, der den Umsatz ausgef&uuml;hrt hat, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG den daf&uuml;r geschuldeten Steuerbetrag zu berichtigen. Die erforderlichen Berichtigungen sind f&uuml;r den Besteuerungszeitraum vorzunehmen, in dem die &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage eingetreten ist (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 UStG). Bei der Bemessungsgrundlage, deren &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG zur Berichtigung f&uuml;hrt, handelt es sich um das Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 UStG (z.B. BFH-Urteil vom 26.06.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;64\/17, BFHE 264, 542, BStBl II 2019, 640, Rz&nbsp;18 bis 19, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des BFH). Entgelt ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG in der bis 31.12.2018 geltenden Fassung alles, was der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abz&uuml;glich der Umsatzsteuer (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage f&uuml;r &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ist Art.&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach wird im Falle der Annullierung, der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung, der Aufl&ouml;sung, der vollst&auml;ndigen oder teilweisen Nichtbezahlung oder des Preisnachlasses nach der Bewirkung des Umsatzes die Besteuerungsgrundlage (Steuerbemessungsgrundlage) unter von den Mitgliedstaaten festgelegten Bedingungen entsprechend vermindert. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG beruht unionsrechtlich auf Art.&nbsp;73 MwStSystRL. Danach umfasst die Steuerbemessungsgrundlage bei der Lieferung von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen alles, was den Wert der Gegenleistung bildet, die der Lieferer oder Dienstleistende f&uuml;r diese Ums&auml;tze vom Abnehmer (Erwerber) oder Dienstleistungsempf&auml;nger oder von einem Dritten erh&auml;lt oder erhalten soll, einschlie&szlig;lich der unmittelbar mit dem Preis dieser Ums&auml;tze zusammenh&auml;ngenden Subventionen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 264, 542, BStBl II 2019, 640, Rz&nbsp;18, 19). Nach Art.&nbsp;79 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL sind Rabatte und R&uuml;ckverg&uuml;tungen auf den Preis, die dem Erwerber oder Dienstleistungsempf&auml;nger einger&auml;umt werden und die er zu dem Zeitpunkt erh&auml;lt, zu dem der Umsatz bewirkt wird, nicht in die Steuerbemessungsgrundlage einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Vorliegend hat sich die Bemessungsgrundlage ge&auml;ndert. Allerdings ist die &Auml;nderung weder &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; mit der Verf&uuml;gbarkeit des Rabattes am Folgetag des &quot;ersten Umsatzes&quot; noch &#8211;wovon das FG ausgegangen ist&#8211; mit dem &quot;Punkteclearing&quot; eingetreten. Die Bemessungsgrundlage hat sich erst im Zeitpunkt der tats&auml;chlichen Inanspruchnahme des R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs durch den Kunden beim &quot;zweiten Umsatz&quot; ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bemessungsgrundlage war das vollst&auml;ndige von den Kunden entrichtete Entgelt, weil die Kl&auml;gerin das ungeschm&auml;lerte Entgelt vereinnahmt hat. Die Ausgabe der A-Card-Punkte im Zeitpunkt dieses Umsatzes hatte schon deshalb noch keinen Einfluss auf die Bemessungsgrundlage, weil die Kunden &uuml;ber den Gegenwert der erworbenen Punkte erst fr&uuml;hestens am Folgetag verf&uuml;gen konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu einer &Auml;nderung (Minderung) der Bemessungsgrundlage ist es &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; in den F&auml;llen, in denen die Kunden durch einen &quot;zweiten Umsatz&quot; von ihrem Rabattanspruch Gebrauch gemacht haben (&quot;instore redemption&quot;), gekommen. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH ist zur Gew&auml;hrleistung der steuerlichen Neutralit&auml;t als endg&uuml;ltige Besteuerungsgrundlage bei Lieferung eines Gegenstands nur die tats&auml;chlich daf&uuml;r erhaltene Gegenleistung anzusehen (EuGH-Urteile Freemans, EU:C:2001:291; Glawe vom 05.05.1994&nbsp;&#8211; C-38\/93, EU:C:1994:188, Rz&nbsp;8; Argos Distributors vom 24.10.1996&nbsp;&#8211; C-288\/94, EU:C:1996:398, Rz&nbsp;16; Elida Gibbs Ltd. vom 24.10.1996&nbsp;&#8211; C-317\/94, EU:C:1996:400, Rz&nbsp;26 bis 31). Entscheidend f&uuml;r die Bestimmung der Bemessungsgrundlage und damit auch f&uuml;r deren &Auml;nderung ist, dass die Leistung des Unternehmers &quot;letztendlich&quot; nur mit der Bemessungsgrundlage besteuert wird, die sich aufgrund der von ihm wirklich vereinnahmten Gegenleistung ergibt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250, Rz&nbsp;40; vom 30.11.1995&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;57\/94, BFHE 179, 453, BStBl II 1996, 206, unter II.1.a, m.w.N.; vom 28.09.2000&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;37\/98, BFH\/NV 2001, 491; vom 16.01.2003&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;72\/01, BFHE 201, 335, BStBl II 2003, 620, unter II.1.a). Deshalb ist die Steuerbemessungsgrundlage immer dann zu vermindern, wenn der Steuerpflichtige nach der Bewirkung des Umsatzes die Gegenleistung oder einen Teil davon nicht erh&auml;lt (EuGH-Urteile Boehringer Ingelheim Pharma vom 20.12.2017&nbsp;&#8211; C-462\/16, EU:C:2017:1006, Rz&nbsp;39; NLB Leasing vom 02.07.2015&nbsp;&#8211; C-209\/14, EU:C:2015:440, Rz&nbsp;35; Almos Agr&aacute;rk&uuml;lkereskedelmi vom 15.05.2014&nbsp;&#8211; C-337\/13, EU:C:2014:328, Rz&nbsp;22). So ist es in den &#8211;hier allein streitigen&#8211; F&auml;llen der &quot;instore redemption&quot;, denn der Kl&auml;gerin verbleibt dabei im Ergebnis nur das um 0,5&nbsp;% reduzierte Entgelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Minderung der Bemessungsgrundlage ist &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin&#8211; noch nicht mit dem Erwerb des R&uuml;ckgew&auml;hranspruchs durch den Kunden am Folgetag des &quot;ersten Umsatzes&quot; eingetreten. Es handelt sich bei der Buchung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs auf der A-Card nicht um die (teilweise) R&uuml;ckzahlung des Kaufpreises, sondern erst um die Dokumentierung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs, der auch nur gegen&uuml;ber einer zwar umfangreichen, aber doch begrenzten Zahl an Vertragspartnern geltend gemacht werden kann. Eine Erf&uuml;llung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs liegt deshalb zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Das wird im &Uuml;brigen auch dadurch deutlich, dass die Kl&auml;gerin am Folgetag des &quot;ersten Umsatzes&quot; noch gar nicht belastet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Minderung der Bemessungsgrundlage ist aber nicht &#8211;wie das FG angenommen hat&#8211; bereits mit dem &quot;Punkteclearing&quot;, sondern erst mit der tats&auml;chlichen Inanspruchnahme des Rabattes durch den Kunden beim &quot;zweiten Umsatz&quot; eingetreten. Denn nach der Rechtsprechung des EuGH und des erkennenden Senats kommt es bei der Gew&auml;hrung von Rabatten erst dann zu einer &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage, wenn der Kunde tats&auml;chlich &uuml;ber die Gutschrift durch Auszahlung oder anderweitig verf&uuml;gt hat, d.h. wenn das gezahlte Entgelt tats&auml;chlich (teilweise) an den Kunden zur&uuml;ckgew&auml;hrt wird (EuGH-Urteil Freemans, EU:C:2001:291, Rz&nbsp;25, 31, 35, zu Art.&nbsp;11 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b, Art.&nbsp;11 Teil&nbsp;C Abs.&nbsp;1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.05.1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;; BFH-Urteil in BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250, Rz&nbsp;44; f&uuml;r &Uuml;ber- oder Doppelzahlungen vgl. auch BFH-Urteil vom 19.07.2007&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;11\/05, BFHE 219, 220, BStBl II 2007, 966).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Diese zu Rabattierungen im Zweierverh&auml;ltnis zwischen leistendem Unternehmer und Kunde entwickelten Grunds&auml;tze gelten auch in der vorliegenden Fallgestaltung unter Einbeziehung eines Dritten, hier der A-Card GmbH. Zwar weist die Kl&auml;gerin zu Recht darauf hin, dass im vorliegenden Fall der Wert des R&uuml;ckverg&uuml;tungsanspruchs bei ihr, der Kl&auml;gerin, im Zeitpunkt des &quot;Punkteclearings&quot; abgeflossen ist und ihr als Entgelt(-bestandteil) f&uuml;r mindestens drei Jahre nicht mehr zur Verf&uuml;gung gestanden hat und dass in ca.&nbsp;90&nbsp;% der F&auml;lle, n&auml;mlich denen der &quot;instore redemption&quot;, der Abfluss sogar endg&uuml;ltig gewesen sei. Damit fallen der Wertabfluss beim Rabatt gew&auml;hrenden H&auml;ndler und der Wertzufluss beim Kunden zeitlich auseinander. Auch in diesem Fall ist der Zufluss beim Kunden entscheidend f&uuml;r die &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgelt und damit Bemessungsgrundlage ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG in der bis 31.12.2018 geltenden Fassung alles, was der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abz&uuml;glich der Umsatzsteuer. Die Bemessungsgrundlage &auml;ndert sich folglich begriffsnotwendig erst in dem Zeitpunkt, in dem sich der Aufwand des Leistungsempf&auml;ngers (Kunden) &auml;ndert (hier: vermindert). Das ist nicht der Zeitpunkt, in dem der Kunde die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit erh&auml;lt, bei der Kl&auml;gerin oder einem Partnerunternehmen einen R&uuml;ckgew&auml;hranspruch zu realisieren, denn zu diesem Zeitpunkt besteht der Aufwand des Kunden f&uuml;r den ersten Umsatz nach wie vor in dem ungeschm&auml;lerten Kaufpreis. Der Aufwand des Kunden reduziert sich erst in dem Moment, in dem er die 0,5&nbsp;% Rabatt aus dem &quot;ersten Umsatz&quot; auf das Entgelt des &quot;zweiten Umsatzes&quot; tats&auml;chlich erh&auml;lt. Dass die Kl&auml;gerin bereits zuvor mit dem &quot;Punkteclearing&quot; diesen Entgeltbestandteil an die A-Card GmbH gleichsam auslagert, hat auf die Bemessungsgrundlage keinen Einfluss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das steht im Einklang mit dem Unionsrecht. Denn nach Art.&nbsp;73 MwStSystRL, an dem sich &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG in der ab 01.01.2019 geltenden Fassung orientiert, geh&ouml;rt zur Steuerbemessungsgrundlage alles, was den Wert der Gegenleistung bildet, die der Lieferer oder Dienstleistungserbringer f&uuml;r diese Ums&auml;tze vom Erwerber oder Dienstleistungsempf&auml;nger oder einem Dritten erh&auml;lt oder erhalten soll, einschlie&szlig;lich der unmittelbar mit dem Preis dieser Ums&auml;tze zusammenh&auml;ngenden Subventionen. Auch insoweit &auml;ndert sich die Bemessungsgrundlage erst, wenn sich der Wert der vom Kunden erhaltenen Gegenleistung &auml;ndert, mit anderen Worten, wenn dieser den Rabatt in Anspruch nimmt. Die Auslagerung eines Teils der Gegenleistung an einen Dritten hat auch nach dieser Sichtweise keinen Einfluss auf die Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Einwendungen des FA hiergegen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Annahme des FA, dass gar keine Rabattierung des &quot;ersten Umsatzes&quot; der Kl&auml;gerin an ihre Kunden, sondern vielmehr ein tausch&auml;hnlicher Umsatz anzunehmen sei, in dessen Rahmen der Kunde seine Daten an die Kl&auml;gerin gegen ein Entgelt verkaufe, bieten die Feststellungen des FG f&uuml;r das Streitjahr keine Anhaltspunkte. Die Kenntniserlangung von Daten mag ein Motiv der Kl&auml;gerin f&uuml;r die gew&auml;hlte Gestaltung gewesen sein, einen Niederschlag in den vertraglichen Vereinbarungen hat dies jedoch nicht gefunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch auf eine Barauszahlungsverpflichtung gegen&uuml;ber dem Kunden kommt es, wie das FG zutreffend entschieden hat, nicht an. Weder &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG noch Art.&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL bieten irgendeinen Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass der Preisnachlass in bar erfolgen oder zumindest ein dahingehender Anspruch bestehen muss. Das l&auml;sst sich insbesondere auch nicht aus dem Senatsurteil in BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250 herleiten. Eine solche Annahme w&uuml;rde zudem der wirtschaftlichen Realit&auml;t widersprechen (vgl. hierzu EuGH-Urteile Loyalty Management UK und Baxi Group vom 07.10.2010&nbsp;&#8211; C-53\/09 und C-55\/09, EU:C:2010:590, Rz&nbsp;39; Planzer Luxembourg vom 28.06.2001&nbsp;&#8211; C-73\/06, EU:C:2007:397, Rz&nbsp;43), f&uuml;r die der Barzahlungsverkehr zunehmend an Bedeutung verliert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat &#8211;nach seiner Rechtsansicht folgerichtig&#8211; keine Feststellungen dazu getroffen, in welchem Umfang Kunden der Kl&auml;gerin im Streitjahr die ihnen gew&auml;hrten Rabatte bei dem Bezug eines &quot;zweiten Umsatzes&quot; tats&auml;chlich in Anspruch genommen haben, mit der Folge, dass sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin insoweit vermindert hat. Das FG wird die erforderlichen Feststellungen nachholen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2020, V R 42\/17ECLI:DE:BFH:2020:U.160120.VR42.17.0 &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage bei Rabatten im Punktsystem Leits&auml;tze Beteiligt sich ein Unternehmer an einem von einem Dritten betriebenen Rabattsystem, das an Kunden des Unternehmers umsatzabh&auml;ngige Punkte ausgibt, so mindert sich die Bemessungsgrundlage des Unternehmers erst, wenn der Kunde die Punkte tats&auml;chlich einl&ouml;st. Tenor Auf die Revision des Beklagten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-42-17-aenderung-der-bemessungsgrundlage-bei-rabatten-im-punktsystem\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;42\/17 &#8211; &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage bei Rabatten im Punktsystem<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}