{"id":72184,"date":"2020-03-29T17:45:33","date_gmt":"2020-03-29T15:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72184"},"modified":"2020-03-29T17:45:33","modified_gmt":"2020-03-29T15:45:33","slug":"ix-b-73-19-grundordnung-des-verfahrens-bindungswirkung-des-feststellungsbescheids-rechtsfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-73-19-grundordnung-des-verfahrens-bindungswirkung-des-feststellungsbescheids-rechtsfehler\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;73\/19 &#8211; Grundordnung des Verfahrens &#8211; Bindungswirkung des Feststellungsbescheids &#8211; Rechtsfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.1.2020, IX B 73\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:B.300120.IXB73.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Grundordnung des Verfahrens &#8211; Bindungswirkung des Feststellungsbescheids &#8211; Rechtsfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Beeinflusst der Ausgang eines rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen, vorgreiflichen Feststellungsverfahrens (mutma&szlig;lich) mit Bindungswirkung das nachfolgende Verfahren, geh&ouml;rt die fehlerfreie Feststellung der Bindungswirkung zu den die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Fragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ein Verfahrensmangel liegt insofern nicht nur vor, wenn der BFH einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens positiv festgestellt hat, sondern schon dann, wenn das FG die Einhaltung der Grundordnung rechtsfehlerhaft bejaht hat, so dass der BFH einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung nicht ausschlie&szlig;en kann.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Hat das FG einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens verfahrensfehlerhaft bejaht, kommt ein R&uuml;geverzicht in Bezug auf den Verfahrensfehler nicht in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. NV: Auch Fehler des FG, die revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzurechnen sind, sind im Rahmen der Revisionszulassung ausnahmsweise zu beachten, wenn sie bei der Anwendung einer die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Vorschrift vorgekommen sind und der BFH deshalb einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens nicht sicher ausschlie&szlig;en kann.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 28.06.2019 &#8211; 1 K 342\/19 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Der geltend gemachte Verfahrensmangel nicht ausreichender Beteiligung im Feststellungsverfahren greift durch. Das Finanzgericht (FG) hat ohne hinreichende tats&auml;chliche Grundlage die Bindungswirkung des Grundlagenbescheids f&uuml;r den Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) bejaht. Die Beschwerde f&uuml;hrt zur Aufhebung des Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Lehnt das FG eine eigene Sachpr&uuml;fung mit der Begr&uuml;ndung ab, &uuml;ber die Sachfrage sei mit Wirkung f&uuml;r und gegen den Kl&auml;ger bereits abschlie&szlig;end im Verfahren gegen den Grundlagenbescheid entschieden, muss es sich von Amts wegen die &Uuml;berzeugung bilden, dass die Bindungswirkung (auch gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger) besteht und wie weit sie (inhaltlich) reicht. Dies geh&ouml;rt zur Grundordnung des Verfahrens, deren Einhaltung der Bundesfinanzhof (BFH) auch ohne ausdr&uuml;ckliche R&uuml;ge zu beachten hat (BFH-Urteil vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;7\/15, BFHE 263, 216, BStBl II 2019, 231) und auf deren Einhaltung die Beteiligten nicht wirksam verzichten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der Rechtsprechung des BFH ist ein Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens vor allem anerkannt f&uuml;r die Nichtbeachtung der Vorschriften &uuml;ber die notwendige Beiladung (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO) und die Aussetzung des Verfahrens (&sect;&nbsp;74 FGO) insbesondere wegen Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens. Ist ein Feststellungsverfahren bereits durchgef&uuml;hrt, aber noch nicht bestandskr&auml;ftig oder rechtskr&auml;ftig beendet worden, geht es bei der Aussetzung des Verfahrens auch um die Beachtung der Bindungswirkung des Feststellungsbescheids im Folgeverfahren (BFH-Urteil vom 20.07.2018&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;28\/17, BFH\/NV 2019, 110). Ist das vorgreifliche Verfahren beendet und beeinflusst sein Ergebnis (mutma&szlig;lich) mit Bindungswirkung das nachfolgende Verfahren, geh&ouml;rt die fehlerfreie Feststellung der Bindungswirkung ebenfalls zu den die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Fragen. Wird die Bindungswirkung (zu Unrecht) bejaht und deshalb eine Sachentscheidung im Folgeverfahren (m&ouml;glicherweise zu Unrecht) verweigert, besteht die ernsthafte Gefahr der Verletzung elementarer Verfahrensgarantien. Wegen der verfahrensrechtlichen Aufspaltung des an sich einheitlichen Falles in zwei selbst&auml;ndige Verfahren muss sichergestellt sein, dass der Kl&auml;ger einmal vor Gericht geh&ouml;rt wird (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) und (insgesamt) ein faires Verfahren erh&auml;lt (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Verfahrensmangel liegt insofern nicht nur vor, wenn das FG die Bindungswirkung zu Unrecht angenommen hat, weil sie nach Aktenlage eindeutig zu verneinen ist. Es gen&uuml;gt f&uuml;r die Anwendung von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vielmehr, wenn die tats&auml;chlichen Schlussfolgerungen des FG zum Bestehen und zur Reichweite der Bindungswirkung rechtsfehlerhaft sind, z.B. weil f&uuml;r sie hinreichende tats&auml;chliche Feststellungen fehlen. Die Grundordnung des Verfahrens muss eingehalten werden. Das ist nicht gew&auml;hrleistet, wenn das FG die Voraussetzungen daf&uuml;r rechtsfehlerhaft bejaht hat. Der BFH muss einen (nach dem Vortrag des Kl&auml;gers m&ouml;glichen) Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens nicht feststellen, sondern ausschlie&szlig;en. Dem entsprechend gen&uuml;gt es auch, wenn das FG mit rechtsfehlerhafter Begr&uuml;ndung die Voraussetzungen f&uuml;r eine notwendige Beiladung verneint hat (BFH-Urteil vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;17\/16, BFH\/NV 2019, 1123). Steht ein Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens in Rede, muss der Verfahrensmangel nicht im engeren Sinne &quot;vorliegen&quot;. Mit diesem Verst&auml;ndnis wendet der BFH &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO &uuml;ber seinen Wortlaut hinaus an und erweitert so den Rechtsschutz. Damit korrespondiert, dass bei einer Verletzung der Grundordnung des Verfahrens die Beruhenspr&uuml;fung ebenfalls entbehrlich ist (BFH-Urteil vom 06.07.1999&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;12\/98, BFHE 189, 148, BStBl II 1999, 731).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Hat das FG die Einhaltung der Grundordnung des Verfahrens rechtsfehlerhaft bejaht, ist ein dabei vorgekommener Verfahrensmangel auch dann beachtlich, wenn er nicht ger&uuml;gt worden ist. Das gilt auch f&uuml;r eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht. Sie geh&ouml;rt zwar grunds&auml;tzlich zu den verzichtbaren M&auml;ngeln, die nicht mehr geltend gemacht werden k&ouml;nnen, wenn sie nicht in der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt worden sind (&sect;&nbsp;295 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Wird jedoch die Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt bei der Beantwortung einer zur Grundordnung des Verfahrens geh&ouml;renden Frage, geh&ouml;rt sie ebenfalls zu den unverzichtbaren M&auml;ngeln, bei denen ein R&uuml;geverzicht unbeachtlich ist (&sect;&nbsp;295 Abs.&nbsp;2 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Hat das FG die Einhaltung der Grundordnung des Verfahrens rechtsfehlerhaft bejaht, kommt es im Revisionszulassungsverfahren nicht darauf an, ob der Rechtsfehler des FG einen Verfahrensmangel begr&uuml;ndet (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 1123). Auch Fehler, die revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzurechnen sind, sind im Rahmen der Revisionszulassung ausnahmsweise zu beachten, wenn sie bei der Anwendung einer die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Vorschrift vorgekommen sind und wenn der BFH deshalb einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens nicht sicher ausschlie&szlig;en kann. Das gilt auch f&uuml;r Schlussfolgerungen des FG auf tats&auml;chlichem Gebiet, soweit der Rechtsfehler darin besteht, dass f&uuml;r den vom FG gezogenen Schluss eine hinreichende Tatsachengrundlage fehlt. Solche Fehler des FG f&uuml;hren zwar grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision, weil sie revisionsrechtlich dem materiellen Recht zugerechnet werden und weil einfache Rechtsfehler die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht begr&uuml;nden k&ouml;nnen. Im Zusammenhang mit einer die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Frage gilt diese Einschr&auml;nkung jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Liegen derartige Rechtsfehler vor, f&uuml;hren nicht sie zur Zulassung der Revision, sondern der durch sie verdeckte (m&ouml;gliche) Verfahrensmangel einer Verletzung der Grundordnung des Verfahrens. Er&ouml;ffnet ist deshalb auch der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Der BFH muss einen Verfahrensmangel zwar grunds&auml;tzlich feststellen und dazu auch eigene tats&auml;chliche Ermittlungen anstellen. Eine vom FG unterlassene Sachaufkl&auml;rung muss er jedoch nicht nachholen, um einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens positiv festzustellen. Dies obliegt &#8211;wie nach einer Zur&uuml;ckverweisung im Revisionsverfahren&#8211; dem FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kann die angefochtene Entscheidung keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat zum einen angenommen, der Kl&auml;ger sei zum Einspruchsverfahren gegen den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid hinzugezogen worden. Es hat dies aus dem Akteninhalt geschlossen und der gegenteiligen Darstellung des Kl&auml;gers nicht geglaubt. Das Wohnsitzfinanzamt hatte das Betriebsfinanzamt schriftlich gebeten, den Kl&auml;ger zum Einspruchsverfahren gegen den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid hinzuzuziehen. Das Betriebsfinanzamt hatte dem Wohnsitzfinanzamt mitgeteilt, der Kl&auml;ger sei hinzugezogen worden und das Hinzuziehungsschreiben abschriftlich beigef&uuml;gt. Der Schluss des FG findet in seinen Feststellungen keine hinreichende St&uuml;tze; das FG hat au&szlig;erdem den Sachverhalt nicht ausreichend aufgekl&auml;rt. Es bedarf keiner Entscheidung, ob die Feststellungen des FG ausreichen, um auf die wirksame Hinzuziehung des Kl&auml;gers in einem fremden Einspruchsverfahren zu schlie&szlig;en. Dagegen k&ouml;nnte sprechen, dass der Kl&auml;ger nach dem Wortlaut des Hinzuziehungsschreibens zu den Einspr&uuml;chen &quot;einiger Genossen&quot; hinzugezogen werden sollte. Daraus ergab sich nicht, zu welchem oder zu welchen Einspruchsverfahren der Kl&auml;ger hinzugezogen worden ist. Ohne n&auml;here Bezeichnung des Verfahrens\/der Verfahren war dem Kl&auml;ger eine aktive Beteiligung an diesem\/an diesen Verfahren jedoch nicht m&ouml;glich. Das Hinzuziehungsschreiben enth&auml;lt auch keine Angaben zum Sach- und Streitstand des Einspruchsverfahrens. Dessen ungeachtet fehlen Feststellungen des FG, dass dem Kl&auml;ger das Hinzuziehungsschreiben auch zugegangen ist. Au&szlig;erdem hat das FG keine Feststellung getroffen, dass dem Kl&auml;ger die Einspruchsentscheidung bekanntgegeben worden ist. Die Bindungswirkung kann sich aber nur aus dem Grundlagenbescheid ergeben. Dazu h&auml;tten sich dem FG auch weitere Ermittlungen aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, denn der Kl&auml;ger hat im Klageverfahren bestritten, dass ihm die Einspruchsentscheidung bekanntgegeben worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zum anderen angenommen, der Kl&auml;ger sei zum (anschlie&szlig;enden) Klageverfahren gegen den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid (FG Baden-W&uuml;rttemberg, Az.:&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;3871\/08) beigeladen worden. Dies hat es aus dem Tatbestand des Urteils geschlossen, wonach das FG Baden-W&uuml;rttemberg alle Feststellungsbeteiligten, die nicht selbst Klage erhoben haben, zum Verfahren beigeladen hat. Auch diese Schlussfolgerung des FG hat keine hinreichende tats&auml;chliche Grundlage. Die dem FG vorliegende Kopie des Urteils ist im Rubrum vollst&auml;ndig neutralisiert und enth&auml;lt in der Liste der Beigeladenen nur Nummern. Daraus konnte das FG nicht schlie&szlig;en, dass der Kl&auml;ger zu dem gerichtlichen Verfahren beigeladen worden ist, was dieser bestreitet. Vielmehr l&auml;sst der Akteninhalt keinen Schluss auf die Beiladung des Kl&auml;gers zu. Die vorliegende (neutralisierte) Urteilskopie ist &#8211;wie dargelegt&#8211; unergiebig. Auch aus dem Tatbestand des Urteils ergibt sich nicht, dass gerade der Kl&auml;ger beigeladen worden ist. Hinzu kommt, dass mit der Bindungswirkung des Urteils nicht argumentiert werden kann, wenn die wirksame Beiladung streitig ist, denn die Bindungswirkung des Urteils gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger h&auml;ngt dann gerade von dessen wirksamer Beiladung ab und nicht umgekehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.1.2020, IX B 73\/19ECLI:DE:BFH:2020:B.300120.IXB73.19.0 Grundordnung des Verfahrens &#8211; Bindungswirkung des Feststellungsbescheids &#8211; Rechtsfehler Leits&auml;tze 1. NV: Beeinflusst der Ausgang eines rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen, vorgreiflichen Feststellungsverfahrens (mutma&szlig;lich) mit Bindungswirkung das nachfolgende Verfahren, geh&ouml;rt die fehlerfreie Feststellung der Bindungswirkung zu den die Grundordnung des Verfahrens betreffenden Fragen. 2. 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