{"id":72185,"date":"2020-03-29T17:45:28","date_gmt":"2020-03-29T15:45:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72185"},"modified":"2020-03-29T17:45:28","modified_gmt":"2020-03-29T15:45:28","slug":"viii-b-34-19-viii-b-33-17-aufnahme-eines-ausgesetzten-nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens-durch-die-erben-oder-den-testamentsvollstrecker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-34-19-viii-b-33-17-aufnahme-eines-ausgesetzten-nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens-durch-die-erben-oder-den-testamentsvollstrecker\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;34\/19&nbsp;(VIII&nbsp;B&nbsp;33\/17) &#8211; Aufnahme eines ausgesetzten Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens durch die Erben oder den Testamentsvollstrecker"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.1.2020, VIII B 34\/19 (VIII B 33\/17)<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:B.270120.VIIIB34.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufnahme eines ausgesetzten Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens durch die Erben oder den Testamentsvollstrecker<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Wird ein Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren aufgrund des Todes der Beschwerdef&uuml;hrerin auf Antrag gem&auml;&szlig; &sect; 246 Abs. 1 Halbsatz 2 ZPO ausgesetzt und ein Testamentsvollstrecker bestellt, kann nur der Erbe das Verfahren aufnehmen, wenn die dem Rechtsstreit zugrunde liegenden Bescheide einen Steueranspruch begr&uuml;nden, der zu den Nachlassverbindlichkeiten geh&ouml;rt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 25.01.2017 &#8211; 5 K 368\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) legt die Voraussetzungen der geltend gemachten Verfahrensfehler nicht den Anforderungen der &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gen&uuml;gend dar; die R&uuml;ge eines schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehlers des Finanzgerichts (FG) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO ist nicht begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &Uuml;ber die Beschwerde der Kl&auml;gerin kann entschieden werden. Die Ansicht des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;), das ausgesetzte Verfahren habe nur gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;246 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;243, &sect;&nbsp;241 der Zivilprozessordnung (ZPO) vom Testamentsvollstrecker der fr&uuml;heren Beschwerdef&uuml;hrerin (Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin) aufgenommen werden k&ouml;nnen, trifft nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;246 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 ZPO hatte der Senat mit Beschluss vom 13.06.2017&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;33\/17 das Verfahren auf Antrag der Bevollm&auml;chtigten nach dem Tod der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin am &#8230;03.2017 ausgesetzt. Zur Abwicklung des Nachlasses der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin ist seit dem &#8230;07.2017 ein neuer Testamentsvollstrecker bestellt worden. Mit am 21.03.2018 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangenen Schriftsatz wurde namens der Kl&auml;gerin durch die Prozessbevollm&auml;chtigte die Aufnahme des Verfahrens erkl&auml;rt. Das Verfahren wurde durch Senatsbeschluss vom 06.04.2018 fortgef&uuml;hrt. Von der Bestellung des Testamentsvollstreckers erlangte der Senat erst durch einen am 02.05.2018 beim BFH eingegangenen Schriftsatz des FA Kenntnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Ansicht des FA hat die &#8211;jetzige&#8211; Kl&auml;gerin als Erbin das ausgesetzte Verfahren wirksam aufgenommen, da (auch nur) sie im Streitfall gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO klagebefugt ist. Anspr&uuml;che des FA aufgrund von Hinterziehungszinsen, die die Erben f&uuml;r ungerechtfertigt halten, m&uuml;ssen die Erben &#8211;wie z.B. Einkommensteueranspr&uuml;che des Fiskus oder belastende Feststellungen in einem Gewinnfeststellungsbescheid&#8211; trotz einer angeordneten Testamentsvollstreckung ungeachtet der Regelungen in &sect;&sect;&nbsp;2212, 2213 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) durch eigene Rechtsbehelfe abwehren. Dies gilt jedenfalls f&uuml;r Steueranspr&uuml;che aus Bescheiden, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; gegen&uuml;ber dem Erblasser noch zu Lebzeiten ergangen sind und Nachlassverbindlichkeiten begr&uuml;nden (vgl. BFH-Urteile vom 15.02.1978&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;36\/77, BFHE 125, 112, BStBl II 1978, 491, unter 2.b; vom 10.07.1991&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;16\/90, BFH\/NV 1992, 223, unter 1.). Anders ist dies nur bei Erlass eines Steuerbescheids gegen&uuml;ber dem Testamentsvollstrecker als Adressaten (s. BFH-Urteile vom 20.04.1989&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;346\/84, BFHE 157, 111, BStBl II 1989, 782, unter 1.; vom 16.07.2003&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;37\/99, BFHE 203, 14, BStBl II 2003, 867). Auf die Aussagen in dem vom FA angef&uuml;hrten Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16.03.1988&nbsp;&#8211; IVa&nbsp;ZR&nbsp;163\/87 (BGHZ 104, 1) kommt es daher im Streitfall nicht an, da dieses sich nur zur Auslegung der hier nicht einschl&auml;gigen Regelungen in &sect;&sect;&nbsp;2212, 2213 BGB verh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auf dieser Grundlage hat die Kl&auml;gerin als Erbin und Rechtsnachfolgerin der verstorbenen Frau A durch die Prozessbevollm&auml;chtigte wirksam die Aufnahme des ausgesetzten Verfahrens erkl&auml;rt. Der Senat hat keinen Anlass, an einer Bevollm&auml;chtigung der Prozessbevollm&auml;chtigten durch die Kl&auml;gerin zu zweifeln. Die Prozessbevollm&auml;chtigte war nach der in den Akten des FG befindlichen Vollmacht von Frau A bevollm&auml;chtigt worden. Die auch zur Einlegung von Rechtsmitteln berechtigende Vollmacht blieb vom Tod der Frau A als Vollmachtgeberin unber&uuml;hrt. Die Prozessbevollm&auml;chtigte hat nach dem zwischenzeitlich gestellten Aussetzungsantrag die Aufnahme des Rechtsstreits namens der Kl&auml;gerin als Erbin der Frau A erkl&auml;rt. Hinreichende Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass dies &quot;vollmachtslos&quot; geschehen sein k&ouml;nnte, sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, das FG habe bei seiner Entscheidung die Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verletzt, weil es keine Umst&auml;nde ermittelt habe, aus denen sich ein Hinterziehungsvorsatz der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin ableiten lasse, macht sie zwar einen Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend, sie legt die Voraussetzungen des Verfahrensfehlers aber nicht hinreichend dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die schl&uuml;ssige Darlegung einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) erfordert Angaben, welche Tatsachen das FG mit welchen Beweismitteln noch h&auml;tte aufkl&auml;ren sollen und weshalb sich dem FG eine Aufkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunktes h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Weiter ist darzulegen, welches Ergebnis die Beweiserhebung h&auml;tte erwarten lassen und inwiefern dieses zu einer f&uuml;r den Kl&auml;ger g&uuml;nstigeren Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschluss vom 25.10.2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;50\/16, BFH\/NV 2017, 57). Die Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG kann zudem nicht losgel&ouml;st von den Mitwirkungspflichten der Beteiligten (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) gesehen werden (BFH-Beschluss vom 16.07.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;14\/19, BFH\/NV 2019, 1116).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Darlegungsanforderungen gen&uuml;gt das Vorbringen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit von der Kl&auml;gerin im Zusammenhang mit der Feststellung eines Hinterziehungsvorsatzes eine unzureichende Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das FA und die Bu&szlig;geld- und Strafsachenstelle ger&uuml;gt wird, kann kein gerichtlicher Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO gegeben sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der ger&uuml;gten unterbliebenen Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das FG beschr&auml;nkt sich die Begr&uuml;ndung der Beschwerde auf den Vorwurf, das FG habe die genauen inneren Beweggr&uuml;nde, die zur Nichtdeklaration der Eink&uuml;nfte durch die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin gef&uuml;hrt haben, nicht aufgekl&auml;rt und die Rechtsvorg&auml;ngerin auch nicht pers&ouml;nlich angeh&ouml;rt, sondern aus objektiven Umst&auml;nden auf deren Hinterziehungsvorsatz geschlossen. Es wird von der Kl&auml;gerin aber nicht dargelegt, aufgrund welcher Umst&auml;nde sich dem FG diese weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung aufdr&auml;ngen musste, zumal in der m&uuml;ndlichen Verhandlung weder Beweisantr&auml;ge gestellt noch eine Befragung der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin als Beteiligte beantragt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, dass das FG das Vorliegen der subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;370 der Abgabenordnung nicht allein aus den von ihm festgestellten objektiven Umst&auml;nden habe ableiten d&uuml;rfen, richtet sich ihr Vorbringen inhaltlich gegen die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung der Vorinstanz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 FGO und enth&auml;lt die Behauptung eines materiell-rechtlichen Fehlers des FG (BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.12.2011&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;14\/11, BFH\/NV 2012, 594; in BFH\/NV 2017, 57; BFH-Urteil vom 12.07.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFHE 254, 105, BStBl II 2016, 868, Rz&nbsp;14), nicht aber eine Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO, Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) legt die Kl&auml;gerin ebenfalls nicht schl&uuml;ssig dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur schl&uuml;ssigen Erhebung dieser R&uuml;ge ist auszuf&uuml;hren, wozu sich der Beteiligte nicht hat &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, was er bei ausreichender Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs noch vorgetragen h&auml;tte und dass bei Ber&uuml;cksichtigung dieses Sachvortrags eine andere Entscheidung m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Insbesondere ist darzulegen, inwieweit der Beteiligte alle zumutbaren M&ouml;glichkeiten genutzt hat, sich das rechtliche Geh&ouml;r vor dem FG auch zu verschaffen. Da das FG nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO nicht verpflichtet ist, einen ordnungsgem&auml;&szlig; vertretenen Kl&auml;ger &#8211;hier die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin&#8211; pers&ouml;nlich zum Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung zu laden, es dem Prozessvertreter indes unbenommen bleibt, seinerseits eine pers&ouml;nliche Anh&ouml;rung herbeizuf&uuml;hren oder ggf. sogar eine Beteiligtenvernehmung nach &sect;&nbsp;450 ZPO i.V.m. &sect;&nbsp;82 FGO zu beantragen, ist zu erl&auml;utern, aus welchen Gr&uuml;nden es gerade im konkreten Streitfall nicht m&ouml;glich gewesen sein soll, eine Anh&ouml;rung oder Beteiligtenvernehmung zu erreichen (vgl. BFH-Beschluss vom 16.08.2007&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;211\/06, BFH\/NV 2007, 2312). Hierzu fehlen Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin. Allein der Hinweis, das FG habe zwar den Vertreter des FA pers&ouml;nlich befragt, nicht aber die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin, gen&uuml;gt nicht, um einen Geh&ouml;rsversto&szlig; des FG darzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schlie&szlig;lich ist die Revision nicht wegen der R&uuml;ge zuzulassen, die Beweisw&uuml;rdigung des FG versto&szlig;e gegen Denkgesetze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Sachverhaltsw&uuml;rdigung und die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Pr&uuml;fung durch den BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde entzogen. Die R&uuml;ge eines materiell-rechtlichen Fehlers liegt insbesondere in dem Vorbringen, die Beweisw&uuml;rdigung des FG versto&szlig;e gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.05.2012&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;63\/11, BFH\/NV 2012, 1455; in BFH\/NV 2012, 594; vom 26.04.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;117\/17, BFH\/NV 2018, 953). Ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze liegt nur vor, wenn der vom FG gezogene Schluss schlechthin unm&ouml;glich ist, d.h. wenn nach dem festgestellten Sachverhalt nur eine Folgerung m&ouml;glich, jede andere denkgesetzlich ausgeschlossen ist und das Gericht die in diesem Sinne allein denkbare Folgerung nicht gezogen hat (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2018, 953, Rz&nbsp;66, m.w.N.). Eine Zulassung der Revision kommt unter diesem Gesichtspunkt nur in Betracht, wenn dem FG durch den Versto&szlig; gegen Denkgesetze zugleich ein schwerwiegender Rechtsanwendungsfehler gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO unterl&auml;uft. Diese Voraussetzung ist nur bei offensichtlichen materiellen oder formellen Fehlern des FG im Sinne einer objektiv willk&uuml;rlichen und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbaren Entscheidung erf&uuml;llt (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2018, 953, Rz&nbsp;58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein solcher Versto&szlig; gegen Denkgesetze ist dem FG indes nicht unterlaufen. Es hat sich zur Begr&uuml;ndung eines bedingten Hinterziehungsvorsatzes der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin im Wesentlichen auf die von dieser im September 2000 mit der X-Bank und der Pr&auml;sidialanstalt der liechtensteinischen Stiftung abgeschlossenen Vereinbarungen gest&uuml;tzt und daraus auf deren Kenntnis der Verh&auml;ltnisse der Stiftung und einer eigenen Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber die Stiftungsmittel geschlossen. Das FG hat ferner den Vortrag, die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin habe die von der Stiftung erwirtschafteten Kapitalertr&auml;ge als nicht steuerbar angesehen, weil sie dieser und nicht ihr pers&ouml;nlich zugeflossen seien und das Verm&ouml;gen der liechtensteinischen Stiftung nicht f&uuml;r private Zwecke habe verwendet, sondern gemeinn&uuml;tzigen Institutionen habe zugewendet werden sollen, in seine W&uuml;rdigung einbezogen. F&uuml;r das FG kam &#8211;anders als die Kl&auml;gerin meint&#8211; auf dieser Grundlage nicht nur die Schlussfolgerung in Betracht, die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin habe ohne bedingten Vorsatz gehandelt, indem sie die Kapitalertr&auml;ge in ihren Steuererkl&auml;rungen der Streitjahre unerw&auml;hnt lie&szlig;. Es konnte auf Grundlage der von ihm festgestellten Tatsachen und des kl&auml;gerischen Vortrags auch zu dem Schluss kommen, die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin habe die &uuml;ber die liechtensteinische Stiftung erzielten Kapitalertr&auml;ge jedenfalls m&ouml;glicherweise als von ihr zu versteuernde Kapitalertr&auml;ge angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.1.2020, VIII B 34\/19 (VIII B 33\/17)ECLI:DE:BFH:2020:B.270120.VIIIB34.19.0 Aufnahme eines ausgesetzten Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens durch die Erben oder den Testamentsvollstrecker Leits&auml;tze NV: Wird ein Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren aufgrund des Todes der Beschwerdef&uuml;hrerin auf Antrag gem&auml;&szlig; &sect; 246 Abs. 1 Halbsatz 2 ZPO ausgesetzt und ein Testamentsvollstrecker bestellt, kann nur der Erbe das Verfahren aufnehmen, wenn die dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-34-19-viii-b-33-17-aufnahme-eines-ausgesetzten-nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens-durch-die-erben-oder-den-testamentsvollstrecker\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;34\/19&nbsp;(VIII&nbsp;B&nbsp;33\/17) &#8211; Aufnahme eines ausgesetzten Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens durch die Erben oder den Testamentsvollstrecker<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}