{"id":72187,"date":"2020-03-29T17:45:14","date_gmt":"2020-03-29T15:45:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72187"},"modified":"2020-03-29T17:45:14","modified_gmt":"2020-03-29T15:45:14","slug":"viii-r-27-17-zur-frage-der-gewerblichkeit-der-taetigkeit-eines-externen-datenschutzbeauftragten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-17-zur-frage-der-gewerblichkeit-der-taetigkeit-eines-externen-datenschutzbeauftragten\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Zur Frage der Gewerblichkeit der T&auml;tigkeit eines externen Datenschutzbeauftragten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.1.2020, VIII R 27\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:U.140120.VIIIR27.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Frage der Gewerblichkeit der T&auml;tigkeit eines externen Datenschutzbeauftragten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein externer Datenschutzbeauftragter &uuml;bt auch dann, wenn er zugleich als Rechtsanwalt t&auml;tig ist, keinen in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten Katalogberuf aus.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Da ein Datenschutzbeauftragter ohne eine akademische Ausbildung t&auml;tig werden kann, &uuml;bt er auch keine dem Beruf des Rechtsanwalts &auml;hnliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG aus (Anschluss an BFH-Urteile vom 05.06.2003 &#8211; IV R 34\/01, BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761; vom 26.06.2003 &#8211; IV R 41\/01, BFH\/NV 2003, 1557).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die T&auml;tigkeit des externen Datenschutzbeauftragten ist auch nicht den sonstigen selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG zuzuordnen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 25.07.2017 &#8211; 5 K 1403\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist als selbst&auml;ndiger Rechtsanwalt im Bereich des IT-Rechts t&auml;tig. Neben seiner anwaltlichen T&auml;tigkeit arbeitet er als externer Datenschutzbeauftragter u.a. f&uuml;r verschiedene gr&ouml;&szlig;ere Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) ist er vertraglich verpflichtet, zum Aufbau bzw. zur Vervollst&auml;ndigung der Datenschutzorganisation des jeweiligen Auftraggebers unter Ber&uuml;cksichtigung der &sect;&sect;&nbsp;4f und 4g des Bundesdatenschutzgesetzes &#8211;BDSG&#8211; (in Fassungen nach Novellierung des BDSG 1990 im Jahr 2003) beizutragen. Zu seinen Aufgaben geh&ouml;ren die datenschutzrechtliche Pr&uuml;fung der formalrechtlichen Anforderungen an die bestehende Datenschutzorganisation, die (datenschutzrechtliche) Pr&uuml;fung von Datenverarbeitungsprogrammen, mit deren Hilfe personenbezogene Daten verarbeitet werden, die (datenschutzrechtliche) Vorabkontrolle von geplanten Vorhaben zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die (datenschutzrechtliche) Beratung zur datenschutzrechtskonformen Gestaltung von Prozessabl&auml;ufen und Anwendungsverfahren sowie die datenschutzrechtliche Stellungnahme zu Einzelfragen. Weiter ist in den jeweiligen Vertr&auml;gen geregelt, dass in technischer Hinsicht der Auftraggeber zust&auml;ndig bleibt und der Kl&auml;ger sich bez&uuml;glich der technischen Sicherheit an den Auftraggeber wenden kann. Zus&auml;tzlich ist der Kl&auml;ger verpflichtet, den Auftraggeber &uuml;ber Entwicklungen im Datenschutzrecht zu informieren. Er ist teilweise auch berechtigt, zu Beginn seiner T&auml;tigkeit eine datenschutzrechtliche Status-quo-Analyse durchzuf&uuml;hren, soweit eine solche nicht vorhanden ist. Der Kl&auml;ger ist jeweils gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4f BDSG als Datenschutzbeauftragter f&uuml;r die Unternehmen bestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ordnete die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als externer Datenschutzbeauftragter als gewerblich ein und setzte f&uuml;r die Jahre 2010 bis 2014 jeweils Gewerbesteuermessbetr&auml;ge fest. Da der nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelte Gewinn aus der T&auml;tigkeit als Datenschutzbeauftragter im Jahr 2010 mehr als 150.000&nbsp;EUR betragen hatte, teilte das FA dem Kl&auml;ger mit Bescheid vom 08.08.2012 mit, dass er nach &sect;&nbsp;141 der Abgabenordnung in der im Jahr der Mitteilung geltenden Fassung (AO) verpflichtet sei, ab dem 01.01.2013 f&uuml;r den Gewerbebetrieb Datenschutzbeauftragter B&uuml;cher zu f&uuml;hren und auf Grund j&auml;hrlicher Bestandsaufnahmen Abschl&uuml;sse zu machen. Der hiergegen eingelegte Einspruch des Kl&auml;gers blieb ohne Erfolg, ebenso die nachfolgende Klage. Das FG war in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 345 ver&ouml;ffentlichten Urteil der Auffassung, das FA habe den Kl&auml;ger in Bezug auf seine T&auml;tigkeit als externer Datenschutzbeauftragter zutreffend als gewerblichen Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO eingeordnet. Der Kl&auml;ger &uuml;be als externer Datenschutzbeauftragter weder den Beruf eines Rechtsanwalts aus, noch sei seine T&auml;tigkeit diesem Beruf &auml;hnlich. Die T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten stelle nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteile vom 05.06.2003&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;34\/01, BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und vom 26.06.2003&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;41\/01, BFH\/NV 2003, 1557, noch zum BDSG 1990) einen v&ouml;llig eigenst&auml;ndigen und neuen Beruf dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine hiergegen gerichtete Revision begr&uuml;ndet der Kl&auml;ger mit der Verletzung von Bundesrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das angefochtene FG-Urteil und den Bescheid &uuml;ber die Mitteilung &uuml;ber den Beginn der Buchf&uuml;hrungspflicht vom 08.08.2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.04.2016 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Mitteilung des FA vom 08.08.2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.04.2016 &uuml;ber den Beginn der Buchf&uuml;hrungspflicht nach &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO rechtm&auml;&szlig;ig ist. Der Kl&auml;ger ist in Bezug auf seine T&auml;tigkeit als externer Datenschutzbeauftragter gewerblicher Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;1 AO, denn er &uuml;bt keine freiberufliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG aus. Der Kl&auml;ger &uuml;bt als Datenschutzbeauftragter weder eine dem Beruf des Rechtsanwalts vorbehaltene noch eine diesem Beruf &auml;hnliche T&auml;tigkeit aus. Seine T&auml;tigkeit als Datenschutzbeauftragter ist auch nicht &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG zuzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO sind gewerbliche Unternehmer, f&uuml;r die sich die Buchf&uuml;hrungspflicht nicht aus &sect;&nbsp;140 AO ergibt, u.a. dann verpflichtet, f&uuml;r diesen Betrieb B&uuml;cher zu f&uuml;hren und auf Grund j&auml;hrlicher Bestandsaufnahmen Abschl&uuml;sse zu machen, wenn sie nach den Feststellungen der Finanzbeh&ouml;rde f&uuml;r den einzelnen Betrieb einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000&nbsp;EUR (ab 2016: 60.000&nbsp;EUR) im Wirtschaftsjahr gehabt haben. Die Verpflichtung nach &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;1 AO ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO vom Beginn des Wirtschaftsjahres an zu erf&uuml;llen, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung folgt, durch die die Finanzbeh&ouml;rde auf den Beginn dieser Verpflichtung hingewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;141 AO liegen vor. Der Kl&auml;ger ist &#8211;was zwischen den Beteiligten allein streitig ist&#8211; gewerblicher Unternehmer im Sinne dieser Vorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gewerbliche Unternehmer in diesem Sinne sind u.a. solche Unternehmer, die einen Gewerbebetrieb i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;3 EStG unterhalten (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 21.01.1998&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;3\/96, BFHE 185, 262, BStBl II 1998, 468; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;141 AO Rz&nbsp;3). Nicht gewerblich sind Unternehmen, deren Bet&auml;tigung als Aus&uuml;bung eines freien Berufs oder als eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 und 3 EStG) anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ist in Bezug auf seine T&auml;tigkeit als externer Datenschutzbeauftragter gewerblicher Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;141 Abs.&nbsp;1 AO. Seine T&auml;tigkeit ist nicht als Aus&uuml;bung eines Katalogberufs &#8211;insbesondere den des Rechtsanwalts&#8211; bzw. einer diesem &auml;hnliche T&auml;tigkeit anzusehen (vgl. bereits BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990; vgl. auch Levedag, Deutsches Steuerrecht 2018, 2094&nbsp;f.; Schmidt\/Wacker, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;155; Brandt in Hermann\/Heuer\/ Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;219, 600; Jahn, Der Betrieb 2005, 692, 694; Moritz in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;416; Lutter, EFG 2018, 347).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG geh&ouml;rt zu den freiberuflichen T&auml;tigkeiten u.a. die selbst&auml;ndige Berufst&auml;tigkeit des Rechtsanwalts, vorausgesetzt die tats&auml;chlich ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit ist f&uuml;r diesen Beruf berufstypisch, d.h. sie ist in besonderer Weise charakterisierend und diesem Katalogberuf vorbehalten (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 12.12.2001&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202, m.w.N.; vom 15.06.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;10\/09, BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906). Dies ist beim externen Datenschutzbeauftragten nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Datenschutzbeauftragte, der sowohl als interner wie externer Beauftragter bestellt werden kann, hat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4g BDSG auf die Einhaltung des BDSG und anderer Vorschriften &uuml;ber den Datenschutz hinzuwirken. Er hat insbesondere die ordnungsgem&auml;&szlig;e Anwendung der Datenverarbeitungsprogramme, mit deren Hilfe personenbezogene Daten verarbeitet werden sollen, zu &uuml;berwachen und die bei der Verarbeitung personenbezogener Daten t&auml;tigen Personen durch geeignete Ma&szlig;nahmen mit den Vorschriften des BDSG sowie anderen Vorschriften &uuml;ber den Datenschutz und mit den jeweiligen besonderen Erfordernissen des Datenschutzes vertraut zu machen (vgl. &sect;&nbsp;4g Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 BDSG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) In diesem Sinne war auch der von den Unternehmen jeweils gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4f BDSG zum externen Datenschutzbeauftragten bestellte Kl&auml;ger t&auml;tig. Er hatte sich vertraglich verpflichtet, zum Aufbau bzw. zur Vervollst&auml;ndigung der Datenschutzorganisation des jeweiligen Auftraggebers unter Ber&uuml;cksichtigung der &sect;&sect;&nbsp;4f und 4g BDSG beizutragen. Zu seinen Aufgaben geh&ouml;rten die (datenschutzrechtliche) Pr&uuml;fung der formalrechtlichen Anforderungen an die bestehende Datenschutzorganisation, die (datenschutzrechtliche) Pr&uuml;fung von Datenverarbeitungsprogrammen, mit deren Hilfe personenbezogene Daten verarbeitet werden, die (datenschutzrechtliche) Vorabkontrolle von geplanten Vorhaben zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die (datenschutzrechtliche) Beratung zur datenschutzrechtskonformen Gestaltung von Prozessabl&auml;ufen und Anwendungsverfahren sowie die (datenschutzrechtliche) Stellungnahme zu Einzelfragen. Zudem war der Kl&auml;ger verpflichtet, den Auftraggeber &uuml;ber Entwicklungen im Datenschutzrecht zu informieren. Auch war er teilweise berechtigt, zu Beginn seiner T&auml;tigkeit eine datenschutzrechtliche Status-quo-Analyse durchzuf&uuml;hren, soweit eine solche nicht vorhanden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Diese T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers ist &#8211;auch wenn sie in der von ihm ausge&uuml;bten Art und Weise im Schwerpunkt rechtsberatend ist&#8211; nicht f&uuml;r den Beruf des Rechtsanwalts berufstypisch, insbesondere ist sie dem Beruf des Rechtsanwalts nicht vorbehalten (vgl. schon BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990, betreffend die Abgrenzung der T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten zur T&auml;tigkeit des Ingenieurs und des beratenden Betriebswirts). Vielmehr &uuml;bt der Kl&auml;ger insoweit einen eigenst&auml;ndigen &#8211;von seiner T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt abzugrenzenden&#8211; Beruf aus. Dies folgt daraus, dass die T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten (weiterhin) durch eine Beratung in interdisziplin&auml;ren Wissensgebieten gekennzeichnet ist, ohne dass hierf&uuml;r eine spezifische akademische Ausbildung, wie diese z.B. f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Berufs des Rechtsanwalts notwendig ist, nachgewiesen werden muss (vgl. schon BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4f Abs.&nbsp;2 BDSG darf zum Datenschutzbeauftragten nur bestellt werden, wer die zur Erf&uuml;llung seiner Aufgaben erforderliche Fachkunde und Zuverl&auml;ssigkeit besitzt. Dabei bestimmt sich das Ma&szlig; der erforderlichen Fachkunde insbesondere nach dem Umfang der Datenverarbeitung der verantwortlichen Stelle und dem Schutzbedarf der personenbezogenen Daten, die die verantwortliche Stelle erhebt oder verwendet. Um die in &sect;&nbsp;4g BDSG geregelten Aufgaben erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen, muss der Datenschutzbeauftragte Kenntnisse in verschiedenen Wissensbereichen besitzen. Allerdings ist das jeweils erforderliche Wissen auf Teilbereiche verschiedener Studieng&auml;nge beschr&auml;nkt, ohne dass es eines entsprechenden Hochschulabschlusses bedarf (vgl. schon BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So muss der Datenschutzbeauftragte, wie bereits nach Ma&szlig;gabe des BDSG 1990, zwar &uuml;ber umfangreiche juristische Kenntnisse im Datenschutzrecht, umfangreiche technische Kenntnisse auf dem Gebiet der sog. Computer-Hardware und der unterschiedlichen System- und Anwendersoftware, &uuml;ber betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und p&auml;dagogische F&auml;higkeiten und Kenntnisse verf&uuml;gen (vgl. schon BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990). Dies best&auml;tigen auch die im Beschluss des D&uuml;sseldorfer Kreises vom 24.\/25.11.2010 (vgl. hierzu z.B. Moos in Wolff\/Brink, Datenschutzrecht in Bund und L&auml;ndern, &sect;&nbsp;4f BDSG Rz&nbsp;43) formulierten Anforderungen an die Berufsaus&uuml;bung und die vom Bundesverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands formulierten Voraussetzungen (vgl. Das berufliche Leitbild der Datenschutzbeauftragten &#8211; Stand 4\/2018, www.bvdnet.de), die verlangen, dass der Datenschutzbeauftragte neben datenschutzrechtlichem Fachwissen insbesondere auch Fachwissen in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie betriebswirtschaftliches und organisatorisches Fachwissen besitzen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedoch kann der Datenschutzbeauftragte ungeachtet der danach in den verschiedenen Bereichen erforderlichen Fachkunde, &uuml;ber die er insbesondere auch im Bereich des Datenschutzrechts verf&uuml;gen muss, ohne eine der Ausbildung des Rechtsanwalts vergleichbare akademische Ausbildung t&auml;tig sein (vgl. schon BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Erfordert die T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten &#8211;wie dargelegt&#8211; keine der Ausbildung des Rechtsanwalts vergleichbare akademische Ausbildung, &uuml;bt der externe Datenschutzbeauftragte auch keinen dem Beruf des Rechtsanwalts &auml;hnlichen Beruf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG aus (vgl. zu den Anforderungen an einen dem Katalogberuf &auml;hnlichen Beruf z.B. BFH-Urteile vom 07.05.2019&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;2\/16, BFHE 264, 325, BStBl II 2019, 528, und VIII&nbsp;R&nbsp;26\/16, BFHE 264, 334, BStBl II 2019, 532, zum Rentenberater; vgl. auch BFH-Urteile in BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, und in BFH\/NV 2003, 1557, zum BDSG 1990).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers hat sich an dieser Beurteilung durch die Novellierung des BDSG 1990, insbesondere die Neufassung der Aufgabenbeschreibung in &sect;&nbsp;4g BDSG (vorher: &sect;&nbsp;37 BDSG 1990), nichts ge&auml;ndert, auch wenn der Datenschutzbeauftragte nicht mehr die Ausf&uuml;hrung des BDSG sowie anderer Vorschriften &uuml;ber den Datenschutz sicherzustellen (so &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BDSG 1990), sondern auf deren Einhaltung hinzuwirken hat. F&uuml;r die Auffassung des Kl&auml;gers gibt auch die Gesetzesbegr&uuml;ndung (BRDrucks 461\/00, S.&nbsp;89&nbsp;f.) nichts her. Vielmehr &uuml;bt der Datenschutzbeauftragte seine T&auml;tigkeit, die letztlich der Selbstkontrolle der Daten verarbeitenden Stelle dient, weiterhin weisungsfrei und unabh&auml;ngig aus (vgl. &sect;&nbsp;4f Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BDSG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dieser Einordnung der T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten steht die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Zulassung von Datenschutzbeauftragten als Syndikusrechtsanwalt nicht entgegen. Nach dieser kann eine T&auml;tigkeit als interner Datenschutzbeauftragter grunds&auml;tzlich die f&uuml;r eine Zulassung als Syndikusrechtsanwalt erforderlichen T&auml;tigkeitsmerkmale des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;3 Nrn.&nbsp;1 bis 4 der Bundesrechtsanwaltsordnung erf&uuml;llen und das Arbeitsverh&auml;ltnis von diesen Merkmalen auch gepr&auml;gt sein (vgl. insbesondere BGH-Urteile vom 15.10.2018&nbsp;&#8211; AnwZ&nbsp;(Brfg)&nbsp;20\/18, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2018, 3701; vom 02.07.2018&nbsp;&#8211; AnwZ&nbsp;(Brfg)&nbsp;49\/17, NJW 2018, 3100). Dabei betont der BGH, der Kern und Schwerpunkt der T&auml;tigkeit eines Datenschutzbeauftragten liege auf der rechtlichen Ebene, auch wenn Sachkunde in weiteren Bereichen erforderlich sei (vgl. BGH-Urteil in NJW 2018, 3701, Rz&nbsp;71 bis 73). Dass die T&auml;tigkeit des (internen) Datenschutzbeauftragten mit den f&uuml;r Rechtsanw&auml;lte geltenden berufsrechtlichen Vorschriften in Einklang steht, ist f&uuml;r die steuerliche Qualifizierung der T&auml;tigkeit als solche i.S. des &sect;&nbsp;18 EStG allerdings ebenso wenig ma&szlig;gebend (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202) wie der Umstand, dass eine Zulassung als Syndikusrechtsanwalt im Einzelfall m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Auch widerspricht das Gebot verfassungsrechtlicher Gleichbehandlung in Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes einer abweichenden steuerrechtlichen Behandlung. Denn f&uuml;r eine unterschiedliche steuerrechtliche Beurteilung der Aus&uuml;bung eines verselbst&auml;ndigten Berufs wie den des Datenschutzbeauftragten je nach Vorliegen oder Nichtvorliegen einer freiberuflichen Qualifikation i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG findet sich keine Rechtfertigung, wenn der verselbst&auml;ndigte Beruf seinem Berufsbild nach keine Ausbildung oder Zulassung f&uuml;r einen der Katalogberufe i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG voraussetzt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, zum Rechtsanwalt als Berufsbetreuer).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Datenschutzbeauftragter ist auch nicht &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG zuzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit auch &quot;Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit, z.B. Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Vollstreckung von Testamenten, f&uuml;r Verm&ouml;gensverwaltung und f&uuml;r die T&auml;tigkeit als Aufsichtsratsmitglied&quot;. &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG enth&auml;lt keinen abschlie&szlig;enden Katalog in Betracht kommender &quot;Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit&quot;, sondern lediglich die Auflistung von Regelbeispielen. Weitere T&auml;tigkeiten fallen ebenfalls in den Anwendungsbereich der Norm, wenn sie ihrer Art nach den Regelbeispielen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG &auml;hnlich sind (Grundsatz der sog. Gruppen&auml;hnlichkeit). Das ist z.B. der Fall, wenn die T&auml;tigkeit die Betreuung fremder Verm&ouml;gensinteressen umfasst, aber dar&uuml;ber hinaus auch dann, wenn es sich um eine selbst&auml;ndig ausge&uuml;bte fremdn&uuml;tzige T&auml;tigkeit in einem fremden Gesch&auml;ftskreis handelt (BFH-Urteile in BFHE 264, 325, BStBl II 2019, 528, und in BFHE 264, 334, BStBl II 2019, 532, zum Rentenberater; in BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, und vom 15.06.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;14\/09, BFHE 230, 54, BStBl II 2010, 909, zu Berufsbetreuern und Verfahrenspflegern; vom 31.01.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;10\/16, BFHE 256, 250, BStBl II 2018, 571; vgl. auch BFH-Beschluss vom 13.06.2013&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;156\/12, BFH\/NV 2013, 1420). Eine rein beratende T&auml;tigkeit, die sich z.B. auf die Erteilung von Anlageempfehlungen beschr&auml;nkt, ohne dass die zur Verm&ouml;gensanlage erforderlichen Verf&uuml;gungen selbst vorgenommen werden k&ouml;nnen oder ein Depot betreut wird, ist nicht von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG erfasst (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 264, 325, BStBl II 2019, 528, und in BFHE 264, 334, BStBl II 2019, 532; vom 02.09.1988&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;58\/85, BFHE 154, 332, BStBl II 1989, 24; vgl. auch BFH-Beschluss vom 08.02.2013&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;54\/12, BFH\/NV 2013, 1098, zum Anlageberater\/Finanzanalysten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG kommt nicht die Funktion eines Auffangtatbestands zu. Ihm sind daher insbesondere nicht jene (rechts-)beratenden T&auml;tigkeiten zuzuordnen, die &#8211;mangels vergleichbarer Ausbildung oder T&auml;tigkeit&#8211; keinem der in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG genannten Katalogberufe &auml;hnlich sind. Auch solche fallen nur dann in den Anwendungsbereich der Norm, wenn sie ihrer Art nach den Regelbeispielen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG &auml;hnlich sind (BFH-Urteile in BFHE 264, 325, BStBl II 2019, 528, und in BFHE 264, 334, BStBl II 2019, 532, zum Rentenberater).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen &uuml;bt der Kl&auml;ger als Datenschutzbeauftragter keine sonstige selbst&auml;ndige Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG aus. Seine T&auml;tigkeit ist nicht &#8211;wie die gesetzlichen Regelbeispiele&#8211; berufsbildtypisch durch eine selbst&auml;ndige fremdn&uuml;tzige T&auml;tigkeit in einem fremden Gesch&auml;ftskreis sowie durch Aufgaben der Verm&ouml;gensverwaltung gepr&auml;gt, sondern im Schwerpunkt beratender Natur. Daran &auml;ndert der Umstand, dass der Kl&auml;ger den jeweiligen Auftraggeber bei der Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben unterst&uuml;tzt und ihn so vor negativen Rechtsfolgen bewahrt, nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Seine T&auml;tigkeit als Datenschutzbeauftragter ist &#8211;anders als der Kl&auml;ger meint&#8211; auch nicht mit der eines Aufsichtsrats i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierunter fallen Mitglieder von Organen einer K&ouml;rperschaft wie Aufsichtsrat oder Verwaltungsrat oder andere Personen, die mit der &Uuml;berwachung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung beauftragt sind. Wesentliches Merkmal der &Uuml;berwachung ist das Recht und die Pflicht zur Kontrolle der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (vgl. BFH-Urteil vom 28.08.2003&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;1\/03, BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;150; Korn in Korn, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;101; HHR\/Brandt, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;266, m.w.N.). F&uuml;r die Einordnung kommt es nicht auf die tats&auml;chliche Bezeichnung dieser Personen, sondern die von ihnen ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit an (BFH-Urteile in BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112; vom 11.03.1981&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;8\/77, BFHE 133, 193, BStBl II 1981, 623). Der Begriff der &uuml;berwachenden T&auml;tigkeit ist weit auszulegen (BFH-Urteile in BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112, und vom 31.01.1978&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;159\/73, BFHE 124, 345, BStBl II 1978, 352, m.w.N.). Eine &uuml;berwachende Funktion liegt nicht vor, wenn jemand gegen&uuml;ber der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung einer Kapitalgesellschaft lediglich beratend t&auml;tig wird, denn der Berater hat nicht das Recht und die Pflicht zur Kontrolle (vgl. BFH-Urteil in BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiernach fehlt eine Vergleichbarkeit mit der T&auml;tigkeit eines Aufsichtsrats. Die T&auml;tigkeit des Datenschutzbeauftragten ist im Schwerpunkt beratend, nicht kontrollierend. Sie dient zudem, soweit sie kontrollierend ist, der Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen und damit dem Schutz der Pers&ouml;nlichkeitsrechte derjenigen, deren personenbezogene Daten das Unternehmen verarbeitet. Sie umfasst mithin insbesondere die Pr&uuml;fung der Datenschutzorganisation des Auftraggebers, der Datenverarbeitungsprogramme und die Vorabkontrolle geplanter Vorhaben zur Verarbeitung personenbezogener Daten, sie dient jedoch nicht der unternehmerischen Kontrolle der T&auml;tigkeit der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung als solcher. Dementsprechend sind auch die dem Datenschutzbeauftragten zustehenden Befugnisse nicht mit denen eines Aufsichtsrats (z.B. &sect;&nbsp;111 Abs.&nbsp;3, Abs.&nbsp;4 des Aktiengesetzes) vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.1.2020, VIII R 27\/17ECLI:DE:BFH:2020:U.140120.VIIIR27.17.0 Zur Frage der Gewerblichkeit der T&auml;tigkeit eines externen Datenschutzbeauftragten Leits&auml;tze 1. Ein externer Datenschutzbeauftragter &uuml;bt auch dann, wenn er zugleich als Rechtsanwalt t&auml;tig ist, keinen in &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten Katalogberuf aus. 2. Da ein Datenschutzbeauftragter ohne eine akademische Ausbildung t&auml;tig werden kann, &uuml;bt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-27-17-zur-frage-der-gewerblichkeit-der-taetigkeit-eines-externen-datenschutzbeauftragten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Zur Frage der Gewerblichkeit der T&auml;tigkeit eines externen Datenschutzbeauftragten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72187"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72187\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}