{"id":72188,"date":"2020-03-29T17:45:25","date_gmt":"2020-03-29T15:45:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72188"},"modified":"2020-03-29T17:45:25","modified_gmt":"2020-03-29T15:45:25","slug":"ix-r-26-19-arbeitshilfe-des-bmf-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-beitrittsaufforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-19-arbeitshilfe-des-bmf-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-beitrittsaufforderung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;26\/19 &#8211; Arbeitshilfe des BMF zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck &#8211; Beitrittsaufforderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.1.2020, IX R 26\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:B.210120.IXR26.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Arbeitshilfe des BMF zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck &#8211; Beitrittsaufforderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Im Revisionsverfahren stellt sich die Frage, ob die vom BMF zur Verf&uuml;gung gestellte &quot;Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck (Kaufpreisaufteilung)&quot; bei der Aufteilung eines vertraglich vereinbarten Kaufpreises auf Grund und Geb&auml;ude f&uuml;r Zwecke der AfA-Bemessung zugrunde gelegt werden kann. Der Senat hat das BMF zum Beitritt zu diesem Verfahren aufgefordert (&sect; 122 Abs. 2 Satz 3 FGO).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Das Bundesministerium der Finanzen wird aufgefordert, dem Verfahren IX R 26\/19 beizutreten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Aufteilung des Kaufpreises f&uuml;r eine vermietete Eigentumswohnung auf Geb&auml;ude sowie Grund und Boden f&uuml;r Zwecke der Bemessung der Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Grundst&uuml;cksgemeinschaft, erwarb mit notariellem Vertrag vom 26.04.2017 die 38,83&nbsp;qm gro&szlig;e Eigentumswohnung (Nr.&nbsp;12) A-Stra&szlig;e in Z verbunden mit einem Miteigentumsanteil von 38,577\/1&nbsp;000 an dem Grundst&uuml;ck mit einer Gr&ouml;&szlig;e von 1&nbsp;185&nbsp;qm und dem Sondernutzungsrecht an einem Kellerraum sowie an einem Doppelgaragenplatz. Es handelt sich um eine Einzimmerwohnung im zweiten Obergeschoss eines im Jahr 1973 fertiggestellten Mehrfamilienhauses, die vermietet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Kaufvertrag betrug der Kaufpreis 110.000&nbsp;EUR, wovon per 30.04.2017&nbsp;&nbsp;2.642,05&nbsp;EUR auf den Anteil an der Instandhaltungsr&uuml;cklage entfielen. Zudem enthielt der Kaufvertrag folgende Regelung: &quot;Im Kaufpreis enthalten ist das Entgelt f&uuml;r den anteiligen Wert des Grundst&uuml;cks, den die Beteiligten nach bestem Wissen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses mit EUR&nbsp;20.000,00 beziffern.&quot; Die Anschaffungskosten beliefen sich einschlie&szlig;lich Nebenkosten auf 118.002&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2017 ber&uuml;cksichtigte die Kl&auml;gerin eine AfA-Bemessungsgrundlage in H&ouml;he von 96.547,47&nbsp;EUR. Dabei legte sie die Kaufpreisaufteilung des notariellen Kaufvertrags zugrunde und berechnete einen Geb&auml;udeanteil von 81,81&nbsp;% (20&nbsp;000\/110&nbsp;000).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hingegen ermittelte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auf der Grundlage der vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Internet bereitgestellten &quot;Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck (Kaufpreisaufteilung)&quot; (abzurufen unter www.bundesfinanzministerium.de) einen Geb&auml;udeanteil von 27,03&nbsp;%. Dem lagen ein Bodenwert von 77.713&nbsp;EUR (1&nbsp;185&nbsp;qm [Fl&auml;che] x 1.700&nbsp;EUR\/qm [Bodenrichtwert] x 38&nbsp;577\/1&nbsp;000&nbsp;000 [Miteigentumsanteil]) sowie ein Geb&auml;udewert von 28.782&nbsp;EUR (39&nbsp;qm [Wohnfl&auml;che] x 738&nbsp;EUR\/qm [typisierte Herstellungskosten]) zugrunde. Dementsprechend wurden die Anschaffungskosten von 118.002&nbsp;EUR aufgeteilt und in H&ouml;he von 31.896&nbsp;EUR der AfA unterworfen (Bescheid f&uuml;r 2017 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 05.10.2018).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahrens trug die Kl&auml;gerin &#8211;vom FA nach Gr&uuml;nden f&uuml;r die wesentliche Abweichung des im Kaufvertrag angegebenen Bodenwerts vom Bodenrichtwert befragt&#8211; vor, sie habe sich vor dem Erwerb der Wohnung umfassend mit dem von einer &quot;Stararchitektin&quot; erbauten Geb&auml;ude auseinandergesetzt. Dabei seien nicht nur der Zustand des Geb&auml;udes, sondern auch der Zuschnitt der Wohnung und die Raumaufteilung, die Gestaltung der Hausflure und die gro&szlig;en Balkone kaufentscheidend gewesen. Hingegen sei die Lage des Grundst&uuml;cks (zwischen S-Bahn und Autobahn, nahe einem Platz mit hoher Verbrechensrate, Kopfsteinpflaster vor der T&uuml;r) nicht gut. Daher sei der Bodenrichtwert v&ouml;llig absurd und haltlos. Der im Kaufvertrag ausgewiesene Anteil sei von den Kaufvertragsparteien &#8211;es handele sich um fremde Dritte&#8211; wohlbedacht und angemessen zugeordnet worden. Allein die Aufwendungen f&uuml;r eine Renovierung von Bad und K&uuml;che w&auml;ren h&ouml;her als der nach der Arbeitshilfe zugrunde zu legende Geb&auml;udewertanteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte das FA im Rahmen der Einspruchsentscheidung vom 08.05.2019 nur insoweit, als es nunmehr einen Geb&auml;udewertanteil von 30,9&nbsp;% und damit eine AfA-Bemessungsgrundlage von 36.463&nbsp;EUR ansetzte. Dem lag zugrunde, dass es bei der Berechnung des Geb&auml;udeanteils den Tiefgaragenstellplatz (5.965&nbsp;EUR; Geb&auml;udewert somit insgesamt 34.747&nbsp;EUR) au&szlig;er Acht gelassen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen erhob die Kl&auml;gerin Klage und machte erg&auml;nzend geltend, dass der im Kaufvertrag ausgewiesene Geb&auml;udewertanteil noch weit unter den aktuellen Geb&auml;udeherstellungskosten von mindestens 2.000&nbsp;EUR pro qm liege, so dass ein Betrag von 80.000&nbsp;EUR als Mindestwert f&uuml;r den Geb&auml;udeanteil anzusehen sei. Ver&ouml;ffentlichungen des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes sei zu entnehmen, dass Baukosten von 2.400&nbsp;EUR pro qm und anteilige Grundst&uuml;ckskosten von 600&nbsp;EUR pro qm f&uuml;r innerst&auml;dtische Lagen anzusetzen seien, woraus sich &#8211;wie im Kaufvertrag ausgewiesen&#8211; ein Bodenwertanteil von 20&nbsp;% ergebe. Es treffe zwar zu, dass die Kaufpreisaufteilung im notariellen Kaufvertrag von der K&auml;uferseite veranlasst gewesen sei und die Verk&auml;uferseite keine Veranlassung gehabt habe, sich dieser zu widersetzen. Der Aufteilung liege jedoch zugrunde, dass eine kalkulierte Rendite von 6,71&nbsp;% &#8211;bezogen allein auf den Geb&auml;udewert&#8211; habe erreicht werden sollen. Dabei sei auch zu beachten, dass der Verk&auml;ufer Bad und K&uuml;che umfangreich modernisiert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 14.08.2019 wies das Finanzgericht (FG) die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, der Senat sei zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die vertragliche Kaufpreisaufteilung im Streitfall nicht die realen Wertverh&auml;ltnisse widerspiegele. Er halte die Arbeitshilfe f&uuml;r die Wertermittlung, insbesondere f&uuml;r die Ermittlung des Geb&auml;udesachwerts, grunds&auml;tzlich f&uuml;r geeignet, messe ihren Ergebnissen eine gro&szlig;e indizielle Bedeutung zu, um bei erheblicher Abweichung die Marktangemessenheit der vertraglich vereinbarten Kaufpreisaufteilung widerlegen zu k&ouml;nnen, und sehe in ihr &#8211;im Fall der Widerlegung&#8211; eine geeignete Sch&auml;tzungshilfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall best&uuml;nden keine gewichtigen konkreten Umst&auml;nde, aus denen sich eine nennenswerte Abweichung der realen Wertverh&auml;ltnisse von den Ergebnissen der Arbeitshilfe ergebe. Weder die Umst&auml;nde, die nach Ansicht der Kl&auml;gerin eine schlechte Lage der Wohnung und damit einen geringeren Bodenwert begr&uuml;nden sollten, noch die f&uuml;r einen h&ouml;heren Geb&auml;udewert angef&uuml;hrten Aspekte seien nachvollziehbar. Daher gelange der Senat im Wege der Sch&auml;tzung zu einer Kaufpreisaufteilung, wie sie sich aus der Arbeitshilfe ergebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da sich der Senat nicht allein auf die Bodenrichtwerte st&uuml;tze, sondern auf die Arbeitshilfe, in der die Bodenrichtwerte lediglich einfl&ouml;ssen, sehe er sich nicht im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, wonach eine wesentliche Diskrepanz zu den Bodenrichtwerten es nicht ohne weiteres rechtfertige, die auf Grund und Geb&auml;ude entfallenden Anschaffungskosten zu sch&auml;tzen. Die Arbeitshilfe gehe &uuml;ber eine blo&szlig;e Bestimmung der Bodenrichtwerte und deren Abgleich mit der kaufvertraglichen Bestimmung des Bodenwertanteils deutlich hinaus. Sie sei methodisch geeignet und entspreche der Vorgabe der Rechtsprechung, Bodenwert und Geb&auml;udewert unabh&auml;ngig voneinander zu ermitteln; ihre Ergebnisse seien nachvollziehbar. Bei Eigentumswohnungen erweise sich zudem das Sachwertverfahren als sachgerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin. In Erg&auml;nzung ihres Vorbringens im Klageverfahren macht sie geltend, dass die tats&auml;chlichen Wertverh&auml;ltnisse in der Arbeitshilfe durch typisierte Sch&auml;tzungen im Bereich des Geb&auml;udewerts nicht zutreffend dargestellt w&uuml;rden. Selbst der Gesetzgeber halte &#8211;wie sich an &sect;&nbsp;7b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zeige&#8211; Baukosten in H&ouml;he von 2.000&nbsp;EUR pro qm f&uuml;r einfache Wohnr&auml;ume f&uuml;r nicht realisierbar; die F&ouml;rdergrenze sei daher auf 3.000&nbsp;EUR pro qm &#8211;mit baldiger Anpassung auf 3.500&nbsp;EUR pro qm&#8211; festgelegt worden. Die vorliegend ber&uuml;cksichtigten Baukosten gem&auml;&szlig; Sachwertrichtlinie 2012 betr&uuml;gen indes 1.405&nbsp;EUR pro qm (ohne Alterswertminderung). Im &Uuml;brigen habe das FG den im Klageverfahren angef&uuml;hrten Aspekt des &quot;Werts des Wohnens&quot; v&ouml;llig au&szlig;er Acht gelassen. Die Ermittlung des Geb&auml;udeanteils durch die Finanzverwaltung sei einseitig nach dem Sachwert erfolgt. Den mit der Vermietung erzielten Einnahmen der Kl&auml;gerin st&uuml;nden keine dem Wohnwert entsprechenden Werbungskosten gegen&uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 14.08.2019 aufzuheben und den Feststellungsbescheid vom 05.10.2018 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 08.05.2019 dahingehend abzu&auml;ndern, dass bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus der Vermietung des Objekts A-Stra&szlig;e eine AfA-Bemessungsgrundlage unter Ber&uuml;cksichtigung eines Geb&auml;udeanteils von 81,8&nbsp;% zugrunde gelegt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz habe die Rechtsprechung zur Aufteilung des Gesamtkaufpreises auf die erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter zutreffend angewandt. Es h&auml;tten erhebliche Zweifel an der vereinbarten Kaufpreisaufteilung bestanden, die die Kl&auml;gerin nicht durch andere qualifizierte Indizien h&auml;tte entkr&auml;ften k&ouml;nnen. So weiche der im Kaufvertrag festgelegte Wert f&uuml;r den Grund und Boden vom ma&szlig;geblichen Bodenrichtwert im Zeitpunkt des Erwerbs um mehr als 70&nbsp;% ab. Zudem habe die Kl&auml;gerin bei der Bemessung des Geb&auml;udewerts einseitig subjektive Interessen verfolgt, die gegen einen sachgerechten Aufteilungsma&szlig;stab spr&auml;chen. Sie habe sich an ihren Renditevorstellungen orientiert, die Marktverh&auml;ltnisse aber nicht in die Betrachtung einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund sei die &Uuml;berpr&uuml;fung der Kaufpreisaufteilung gerechtfertigt gewesen. Die vom BMF herausgegebene Arbeitshilfe stelle daf&uuml;r ein geeignetes Instrument dar. Sie gehe insbesondere &uuml;ber eine blo&szlig;e Bestimmung der Bodenrichtwerte und deren Vergleich mit dem kaufvertraglichen Bodenanteil hinaus. Ihr l&auml;gen die Vorschriften der Verkehrswertermittlung auf der Grundlage des Baugesetzbuchs, hier des Sachwertverfahrens nach der Immobilienwertermittlungsverordnung, zugrunde. Der Geb&auml;udewert werde &#8211;entgegen den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin&#8211; auf der Grundlage der Normalherstellungskosten (NHK) 2010, die als Ausgangswert herangezogen w&uuml;rden, ermittelt. Schlie&szlig;lich erfolge eine Indizierung des Preises entsprechend des Baupreisindex (im Streitfall mit 116,8&nbsp;% der NHK 2010). Dadurch erfolge eine Angleichung an heutige Werte. Damit w&uuml;rden den aktuellen Bodenrichtwerten auch angepasste Baukosten gegen&uuml;bergestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin gehe fehl in der Annahme, dass die aus einer verst&auml;rkten Nachfrage und damit Verknappung resultierende Preissteigerung von Wohnimmobilien einer bestimmten Lage aufgrund der Berechnungssystematik der Arbeitshilfe des BMF praktisch nur zu einer Erh&ouml;hung des Bodenwerts und damit zu einer entsprechenden Verschiebung bei der Kaufpreisaufteilung von Bestandsimmobilien f&uuml;hre. Lediglich auf eine Marktanpassung der (vorl&auml;ufigen) Sachwerte sei verzichtet worden, da sich diese im gleichen Verh&auml;ltnis auf den Grund und Boden einerseits sowie das Geb&auml;ude andererseits auswirke. Die Summe der ermittelten Einzelwerte (vorl&auml;ufige Sachwerte) weise damit ohne Marktanpassung zwar nicht den Verkehrswert aus. Das Aufteilungsverh&auml;ltnis &auml;ndere sich jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin seien die in der Kaufpreisaufteilung ber&uuml;cksichtigten typisierten Herstellungskosten angemessen. Nach der Indizierung der NHK aus 2010 von 1.405&nbsp;EUR pro qm auf das Jahr 2017 erg&auml;ben sich Herstellungskosten von 1.642&nbsp;EUR pro qm Wohnfl&auml;che f&uuml;r ein Geb&auml;ude mit dem Standard des Jahres 1973. Dies stelle keinen Widerspruch zur F&ouml;rderh&ouml;chstgrenze von 2.000&nbsp;EUR pro qm bzw. Baukostenobergrenze nach &sect;&nbsp;7b EStG von 3.000&nbsp;EUR pro qm f&uuml;r einen aktuellen Baustandard dar, sondern sei plausibel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitshilfe erm&ouml;gliche damit, in einem typisierten Verfahren die Kaufpreisaufteilung entweder selbst vorzunehmen oder die Plausibilit&auml;t einer Kaufpreisaufteilung zu pr&uuml;fen. Es handele sich um eine qualifizierte Sch&auml;tzung, der nat&uuml;rlich immanent sei, dass nicht jeder Einzelfall bewertet werden k&ouml;nne. Dabei k&ouml;nne der Steuerpflichtige aber Besonderheiten, die eine abweichende Bewertung rechtfertigten, z.B. im Wege einer sachverst&auml;ndigen Stellungnahme geltend machen. Dies sei ein Korrektiv, um preisliche Unterschiede und Ungerechtigkeiten auszugleichen. Durch diese Systematik sei eine verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige und f&uuml;r die Beteiligten planbare Handhabung der Wertermittlung einerseits und eine M&ouml;glichkeit zur Ber&uuml;cksichtigung des Einzelfalls andererseits geschaffen worden. Im Streitfall habe die Kl&auml;gerin aber keine derartigen Besonderheiten geltend gemacht, die eine Abweichung von der Wertermittlung der Arbeitshilfe rechtfertigen w&uuml;rden. Die im Klageverfahren vorgebrachten allgemein gehaltenen Ausf&uuml;hrungen seien jedenfalls nicht geeignet, die Berechnung des Geb&auml;udeanteils anhand eines typisierten Verfahrens in Zweifel zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat nimmt das Revisionsverfahren zum Anlass, sich grundlegend mit der Frage zu befassen, welche Bedeutung der vom BMF zur Verf&uuml;gung gestellten &quot;Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck (Kaufpreisaufteilung)&quot; bei der Aufteilung eines vertraglich vereinbarten Kaufpreises auf Grund und Geb&auml;ude nach den realen Verkehrswerten (vgl. Senatsurteil vom 16.09.2015&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;12\/14, BFHE 251, 214, BStBl II 2016, 397) f&uuml;r Zwecke der AfA-Bemessung zukommt. Vor diesem Hintergrund h&auml;lt es der Senat f&uuml;r angezeigt, das BMF an diesem Revisionsverfahren zu beteiligen und zum Beitritt aufzufordern (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.1.2020, IX R 26\/19ECLI:DE:BFH:2020:B.210120.IXR26.19.0 Arbeitshilfe des BMF zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck &#8211; Beitrittsaufforderung Leits&auml;tze Im Revisionsverfahren stellt sich die Frage, ob die vom BMF zur Verf&uuml;gung gestellte &quot;Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck (Kaufpreisaufteilung)&quot; bei der Aufteilung eines vertraglich vereinbarten Kaufpreises auf Grund und Geb&auml;ude &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-19-arbeitshilfe-des-bmf-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-beitrittsaufforderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;26\/19 &#8211; Arbeitshilfe des BMF zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f&uuml;r ein bebautes Grundst&uuml;ck &#8211; Beitrittsaufforderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72188","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72188","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72188"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72188\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72188"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72188"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72188"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}