{"id":72216,"date":"2020-04-05T08:20:38","date_gmt":"2020-04-05T06:20:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72216"},"modified":"2020-04-05T08:20:38","modified_gmt":"2020-04-05T06:20:38","slug":"i-r-82-17-verstaendigungsverfahren-nach-dem-eu-schiedsuebereinkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-82-17-verstaendigungsverfahren-nach-dem-eu-schiedsuebereinkommen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;82\/17 &#8211; Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.9.2019, I R 82\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.250919.IR82.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen hat obligatorischen Charakter, es f&uuml;hrt daher bei Vorliegen der Voraussetzungen zwingend zur Beseitigung der Doppelbesteuerung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wenn durch ein Gerichts- oder Verwaltungsverfahren endg&uuml;ltig festgestellt ist, dass eines der beteiligten Unternehmen durch Handlungen, die eine Gewinnberichtigung zur Folge haben, einen empfindlich zu bestrafenden Versto&szlig; gegen steuerliche Vorschriften begangen hat, dann besteht keine Verpflichtung zur Verfahrensdurchf&uuml;hrung. Vielmehr hat die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung des Verfahrens zu entscheiden.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Bei der Beurteilung, ob ein empfindlich zu bestrafender Versto&szlig; vorliegt, ist auf die f&uuml;r das Unternehmen verantwortlich handelnde Person abzustellen. Ob diese Person tats&auml;chlich bestraft wurde, ist nicht entscheidend. Es gen&uuml;gt die gerichtliche Feststellung einer straf- oder bu&szlig;geldbewehrten Gesetzesverletzung durch diese Person, die abstrakt betrachtet zu einer Ahndung f&uuml;hren kann.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die Entscheidung &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung des Verfahrens liegt auch dann im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde, wenn die steuerliche Gewinnberichtigung und der strafgerichtlich festgestellte Versto&szlig; gegen die steuerlichen Vorschriften im Hinblick auf die Besteuerungszeitr&auml;ume und die Steuerbetr&auml;ge nicht vollst&auml;ndig &uuml;bereinstimmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin zu 1. gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 18.01.2017 &#8211; 2 K 930\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin zu 2. gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 18.01.2017 &#8211; 2 K 930\/13 wird mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, dass die Klage nicht unzul&auml;ssig, sondern unbegr&uuml;ndet ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Anschlussrevision des Beklagten wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;gerinnen zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Beklagte, Revisionsbeklagte und Anschlussrevisionskl&auml;ger (das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern &#8211;BZSt&#8211;) verpflichtet werden kann, an einem Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem &Uuml;bereinkommen Nr.&nbsp;90\/436\/EWG &uuml;ber die Beseitigung der Doppelbesteuerung im Falle von Gewinnberichtigungen zwischen verbundenen Unternehmen vom 23.07.1990 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; 1990, Nr.&nbsp;L&nbsp;225, 10) i.d.F. des Protokolls vom 17.12.1999 (ABlEG 1999, Nr.&nbsp;C&nbsp;202, 1) &#8211;Schieds&uuml;bereinkommen (Sch&Uuml;)&#8211; teilzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 1. (Kl&auml;gerin zu 1.) ist eine in Spanien ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft, die in der Rechtsform einer Sociedad de responsabilidad limitada gef&uuml;hrt wird. Bei der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 2. (Kl&auml;gerin zu 2.) handelt es sich um eine deutsche GmbH, die die Rechtsnachfolgerin der inl&auml;ndischen X&nbsp;AG (AG) ist. Die Kl&auml;gerinnen sind verbundene Unternehmen, deren gemeinsame Mutter die spanische Y&nbsp;S.L. ist. Diese wiederum wird von N beherrscht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 2000 bis 2006 war N Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin zu 1. Vorstandsvorsitzende der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin zu 2. war dessen damalige Ehefrau W.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AG vertrieb &quot;&#8230; Produkte&quot;, w&auml;hrend die T&auml;tigkeiten der Kl&auml;gerin zu 1. im Wesentlichen darin bestanden, &quot;Handels- und Marketingdienstleistungen&quot; f&uuml;r die AG zu erbringen. F&uuml;r diese T&auml;tigkeiten wurden der AG Verg&uuml;tungen in Rechnung gestellt. Grundlage daf&uuml;r war ein schriftlicher Agentur- und Beratungsvertrag. Die AG leistete die entsprechenden Zahlungen und machte diese als Betriebsausgaben geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der AG durchgef&uuml;hrten Betriebspr&uuml;fung wurden seitens der Finanzbeh&ouml;rden &quot;bilanzielle Unstimmigkeiten&quot; bei den Gesch&auml;ftsbeziehungen zwischen der Kl&auml;gerin zu 1. und der AG w&auml;hrend der Wirtschaftsjahre 1999\/2000 bis 2005\/2006 festgestellt. Diese bezogen sich u.a. auf bilanzierte unternehmensberatende Dienstleistungen der Kl&auml;gerin zu 1. an die AG. Die hierf&uuml;r geleisteten Zahlungen der AG an die Kl&auml;gerin zu 1. waren nach Ansicht der Pr&uuml;fer &uuml;berh&ouml;ht, was einen in der H&ouml;he unberechtigten Betriebsausgabenabzug bei der AG zur Folge hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung wurde Einvernehmen dar&uuml;ber erzielt, dass bei der gegebenen Bandbreite an Verrechnungspreisen das bereinigte Einkommen im Verh&auml;ltnis 75 (AG) zu 25 (Kl&auml;gerin zu 1.) aufzuteilen sei. Zudem seien weitere in den gepr&uuml;ften Wirtschaftsjahren von der AG an die Kl&auml;gerin zu 1. get&auml;tigte Ausgaben als nicht betrieblich veranlasst anzusehen (insgesamt &#8230;&nbsp;EUR). Dar&uuml;ber hinaus stehe der AG aus der &Uuml;berzahlung ein R&uuml;ckforderungsanspruch gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin zu 1. zum 30.06.2006 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Folgezeit wurden dem Ergebnis der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung entsprechende K&ouml;rperschaftsteuer&auml;nderungsbescheide gegen&uuml;ber der AG erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die als &Uuml;berzahlung qualifizierten und an die Kl&auml;gerin zu 1. geflossenen Zahlungen wurden in Spanien besteuert. Die Neubewertung der abzugsf&auml;higen Betriebsausgaben ist jedoch bislang nicht nachvollzogen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Juli 2009 erging gegen N ein Strafbefehl, der rechtskr&auml;ftig wurde. Mit diesem wurde er wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in der Zeit vom 20.12.2003 bis zum 27.11.2006 in sechs F&auml;llen zu einer Gesamtgeldstrafe von 200 Tagess&auml;tzen verurteilt. Der Steuerhinterziehungsvorwurf betraf die K&ouml;rperschaftsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2002 bis 2004 sowie die Gewerbesteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2002 bis 2004 der AG und beruhte darauf, dass die von der AG an die Kl&auml;gerin zu 1. zu zahlenden Verg&uuml;tungen f&uuml;r die erbrachten Leistungen unangemessen hoch angesetzt worden waren. Hierbei wurden allerdings vom Betriebspr&uuml;fungsbericht abweichende, niedrigere Steuerverk&uuml;rzungsbetr&auml;ge angesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Steuerstrafverfahren gegen W in ihrer Eigenschaft als Vorstandsvorsitzende der AG wurde gegen Zahlung einer Geldbu&szlig;e von &#8230;&nbsp;EUR aufgrund staatsanwaltlicher Verf&uuml;gung mit Zustimmung des Amtsgerichts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a der Strafprozessordnung (StPO) eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte festgestellt, dass W intern an die Weisungen des alleinigen wirtschaftlichen Eigent&uuml;mers der AG (N) gebunden gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 27.09.2010 stellte die Kl&auml;gerin zu 1. bei der zust&auml;ndigen spanischen Beh&ouml;rde den Antrag auf Einleitung eines Verst&auml;ndigungsverfahrens nach dem Schieds&uuml;bereinkommen. Ziel dieses Verst&auml;ndigungsverfahrens sollte die Beseitigung einer von der Antragstellerin gesehenen wirtschaftlichen Doppelbesteuerung sein, da ihrer Ansicht nach derselbe Sachverhalt in den betroffenen Staaten wegen divergierender Verrechnungspreise eine unterschiedliche steuerliche Behandlung erfahren habe. Die Kl&auml;gerin zu 1. erkl&auml;rte im Rahmen ihrer Antragstellung in Spanien, die AG sei nicht Gegenstand einer rechtskr&auml;ftig festgestellten schweren Strafe i.S. des Schieds&uuml;bereinkommens gewesen. Der Strafbefehl gegen N wurde nicht erw&auml;hnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zust&auml;ndige spanische Beh&ouml;rde informierte das BZSt mit Schreiben vom 21.01.2011 &uuml;ber den Antrag der Kl&auml;gerin zu 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 28.07.2011 teilte das BZSt der spanischen Beh&ouml;rde mit, dass es eine Aufnahme des Verfahrens vor dem Hintergrund des gegen N ergangenen Strafbefehls unter Verweis auf Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; ablehne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen wandten sich daraufhin an das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln. Dieses qualifizierte das Rechtsschutzbegehren als auf die Durchf&uuml;hrung des Verst&auml;ndigungsverfahrens gerichtete allgemeine Leistungsklage. In seinem Urteil vom 18.01.2017&nbsp;&#8211; 2&nbsp;K&nbsp;930\/13 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 715) wies es die Klage der Kl&auml;gerin zu 2. als unzul&auml;ssig, die der Kl&auml;gerin zu 1. als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision machen die Kl&auml;gerinnen eine Verletzung formellen und sachlichen Rechts geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>a) das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und das BZSt zu verpflichten, das durch die Kl&auml;gerin zu 1. mit Schreiben vom 27.09.2010 beantragte Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem Schieds&uuml;bereinkommen zu f&uuml;hren,<br \/>b) die Anschlussrevision des BZSt zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt,<br \/>a) die Revisionen der Kl&auml;gerinnen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen,<br \/>b) die Klage der Kl&auml;gerin zu 1. im Wege der Anschlussrevision als unzul&auml;ssig abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Revisionsr&uuml;gen der Kl&auml;gerinnen f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Soweit das FG die Klagebefugnis der Kl&auml;gerin zu 1. bejaht habe, sei das Urteil fehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revisionen haben keinen Erfolg. Das FG hat die Klage der Kl&auml;gerin zu 1. als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Diese Entscheidung weist keinen Rechtsfehler auf, so dass die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen ist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Abweisung der Klage der Kl&auml;gerin zu 2. stellt sich im Ergebnis als zutreffend dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz war die Klage zwar zul&auml;ssig, sie kann in der Sache aber keinen Erfolg haben. Die Anschlussrevision des BZSt ist mangels Beschwer unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Mit dem Schieds&uuml;bereinkommen, bei dem es sich um ein multilaterales v&ouml;lkerrechtliches Abkommen der EU-Staaten zur Beseitigung der Doppelbesteuerung handelt (Krabbe in Wassermeyer, Vor Art.&nbsp;1 EU-Sch&Uuml; Rz&nbsp;1 und 10; Lehner in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;25 Rz&nbsp;300; Fl&uuml;chter in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, 2.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;25 Rz&nbsp;450), haben u.a. das K&ouml;nigreich Spanien und die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) im Falle der Gewinnberichtigung zwischen verbundenen Unternehmen ein Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren vereinbart. Das Schieds&uuml;bereinkommen enth&auml;lt hierzu u.a. folgende Regelungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist ein Unternehmen in einem Fall, auf den das &Uuml;bereinkommen Anwendung findet, der Auffassung, dass die in Art.&nbsp;4 Sch&Uuml; festgelegten Grunds&auml;tze &#8211;danach gilt f&uuml;r die Gewinnberichtigung zwischen verbundenen Unternehmen im Wesentlichen der Fremdvergleichsgrundsatz&#8211; nicht beachtet worden sind, so kann es nach Art.&nbsp;6 Sch&Uuml; unbeschadet der im innerstaatlichen Recht der beteiligten Vertragsstaaten vorgesehenen Rechtsbehelfe seinen Fall der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde des Vertragsstaats unterbreiten, dem es angeh&ouml;rt. Der Fall muss innerhalb von drei Jahren nach der ersten Mitteilung der Ma&szlig;nahme unterbreitet werden, die eine Doppelbesteuerung i.S. des Art.&nbsp;1 Sch&Uuml; herbeif&uuml;hrt oder herbeif&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie sich aus dem im Schieds&uuml;bereinkommen geregelten Ablauf des Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahrens (vgl. insbesondere Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml;: Bindung an die Stellungnahme des Beratenden Ausschusses bei Scheitern einer einvernehmlichen Verst&auml;ndigung) und im Umkehrschluss aus Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; ergibt, f&uuml;hrt dieses Verfahren im Ergebnis zwingend zur Beseitigung der Doppelbesteuerung. Diesem obligatorischen Charakter w&uuml;rde es widersprechen, wenn die Durchf&uuml;hrung des Verfahrens im Ermessen der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden stehen w&uuml;rde (Lehner, a.a.O., Art.&nbsp;25 Rz&nbsp;303). Diese sind bei Vorliegen der Voraussetzungen, insbesondere der rechtzeitigen Antragstellung i.S. des Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Sch&Uuml; zur Verfahrensdurchf&uuml;hrung und damit zur Mitwirkung bei der Beseitigung der Doppelbesteuerung grunds&auml;tzlich verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausnahmsweise ist die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde eines Vertragsstaats aber gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; zur Einleitung eines Verst&auml;ndigungsverfahrens oder zur Einsetzung des Beratenden Ausschusses nicht verpflichtet, wenn durch ein Gerichts- oder Verwaltungsverfahren endg&uuml;ltig festgestellt ist, dass eines der beteiligten Unternehmen durch Handlungen, die eine Gewinnberichtigung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;4 Sch&Uuml; zur Folge haben, einen empfindlich zu bestrafenden Versto&szlig; gegen steuerliche Vorschriften begangen hat. Mit dem Begriff &quot;Einleitung eines Verst&auml;ndigungsverfahrens&quot; ist nicht nur das Verhalten der Beh&ouml;rde des Vertragsstaats angesprochen, bei dem das Unternehmen seinen Fall gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Sch&Uuml; unterbreitet, sondern auch dasjenige der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde des anderen Vertragsstaats. Dementsprechend kann das Verst&auml;ndigungsverfahren unter Hinweis auf den empfindlich zu bestrafenden Versto&szlig; gegen steuerliche Vorschriften sowohl durch die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde des einen wie auch durch die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde des anderen Vertragsstaats blockiert werden (Krabbe, a.a.O., Art.&nbsp;8 EU-Sch&Uuml; Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Vertragsstaaten haben jeweils durch einseitige Erkl&auml;rungen zum Schieds&uuml;bereinkommen bestimmt, wann ein solcher Versto&szlig; gegeben ist. Die Bundesrepublik Deutschland hat erkl&auml;rt, dass jeder Versto&szlig; gegen die Steuergesetze, der mit Freiheitsstrafe, Geldstrafe oder Bu&szlig;geld geahndet wird, einen empfindlich zu bestrafenden Versto&szlig; darstellt. Nach Auffassung der Literatur gen&uuml;gt f&uuml;r die Anwendung des Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; die Verurteilung einer bei der Ausf&uuml;hrung der Tat f&uuml;r das Unternehmen verantwortlich handelnden Person (Krabbe, a.a.O., Art.&nbsp;8 EU-Sch&Uuml; Rz&nbsp;4, m.w.N.). Dem schlie&szlig;t sich der Senat an. Dass in dem in Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; geregelten Fall keine Verpflichtung zur Verfahrensdurchf&uuml;hrung besteht, bedeutet indes nicht, dass die Entscheidung &uuml;ber die Verfahrensdurchf&uuml;hrung im freien Belieben der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde stehen w&uuml;rde. Vielmehr hat diese nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen dar&uuml;ber zu entscheiden (Krabbe, a.a.O., Art.&nbsp;8 EU-Sch&Uuml; Rz&nbsp;5; Fl&uuml;chter, a.a.O., Art.&nbsp;25 Rz&nbsp;466, 478; vgl. auch Senatsurteil vom 26.05.1982&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;16\/78, BFHE 136, 111, BStBl II 1982, 583).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben sind beide Klagen zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es handelt sich jeweils um eine (sonstige) Leistungsklage. Mit der Klage soll ausweislich des Klageantrags das BZSt (zur Passivlegitimation vgl. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 des Gesetzes &uuml;ber die Finanzverwaltung &#8211;Finanzverwaltungsgesetz&#8211; i.V.m. des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 20.06.2011, BStBl I 2011, 574) zu einem bestimmten Tun (Durchf&uuml;hrung des im anderen Vertragsstaat beantragten Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahrens mit der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde dieses Staats) verpflichtet werden. Dieses Tun ist kein Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 der Abgabenordnung (AO). Vielmehr ist die Klage im Kern auf die Aufnahme von Verhandlungen mit der zust&auml;ndigen spanischen Beh&ouml;rde zwecks Verst&auml;ndigung &uuml;ber die Beseitigung der Doppelbesteuerung gerichtet (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 07.11.1990&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;56\/85, BFHE 162, 457, BStBl II 1991, 183; von&nbsp;Beckerath in Gosch, FGO &sect;&nbsp;40 Rz&nbsp;126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, ist eine allgemeine Leistungsklage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO nur zul&auml;ssig, wenn der Kl&auml;ger geltend macht, durch die Ablehnung oder Unterlassung einer anderen Leistung in seinen Rechten verletzt zu sein. Die hierdurch begr&uuml;ndete Klagebefugnis ist f&uuml;r beide Kl&auml;gerinnen zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Kl&auml;ger ist dann klagebefugt, wenn die Rechtsordnung ein subjektives Recht kennt, das den geltend gemachten Anspruch in seiner Person tragen w&uuml;rde. Welche Rechtsnormen ein solches subjektiv-&ouml;ffentliches Recht begr&uuml;nden, entscheidet sich nach der Rechtsprechung des BFH, des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) und der herrschenden Meinung nach der Schutznormtheorie (Senatsurteile vom 25.11.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;85\/13, BFHE 252, 217, BStBl II 2016, 479; vom 15.10.1997&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;10\/92, BFHE 184, 212, BStBl II 1998, 63; BVerwG-Urteil vom 10.04.2008&nbsp;&#8211; 7&nbsp;C&nbsp;39.07, BVerwGE 131, 129, m.w.N., zu &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;2 der Verwaltungsgerichtsordnung &#8211;VwGO&#8211;). Gefordert wird damit der Versto&szlig; gegen eine Norm, die nicht ausschlie&szlig;lich im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere im &ouml;ffentlichen Interesse an der gesetzm&auml;&szlig;igen Steuererhebung und Sicherung des Steueraufkommens erlassen wurde, sondern &#8211;zumindest auch&#8211; dem Schutz der Interessen einzelner Dritter dient (sog. &quot;sch&uuml;tzende&quot; Norm; vgl. Senatsurteil in BFHE 184, 212, BStBl II 1998, 63; in BFHE 252, 217, BStBl II 2016, 479).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO sind erf&uuml;llt, wenn das Klagevorbringen es als zumindest m&ouml;glich erscheinen l&auml;sst, dass die angefochtene Entscheidung eigene subjektiv-&ouml;ffentliche Rechte des Kl&auml;gers verletzt (sog. M&ouml;glichkeitstheorie, vgl. BVerwG-Urteile vom 29.06.1983&nbsp;&#8211; 7&nbsp;C&nbsp;102.82, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1983, 610; vom 27.01.1993&nbsp;&#8211; 11&nbsp;C&nbsp;35.92, BVerwGE 92, 32, zu &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;2 VwGO); die Klagebefugnis ist &#8211;umgekehrt gewendet&#8211; nur dann nicht gegeben, wenn offensichtlich und eindeutig nach keiner Betrachtungsweise die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Rechte bestehen oder ihm zustehen k&ouml;nnen (Senatsurteile vom 21.10.1970&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;81\/68 u.a., BFHE 100, 295, BStBl II 1971, 30; in BFHE 252, 217, BStBl II 2016, 479; BFH-Urteile vom 03.02.1987&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;116\/82, BFHE 149, 362, BStBl II 1987, 346; vom 10.10.2007&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;36\/06, BFHE 218, 458; BVerwG-Urteil vom 10.07.2001&nbsp;&#8211; 1&nbsp;C&nbsp;35.00, BVerwGE 114, 356, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben erscheint es nach dem Vortrag der Kl&auml;gerinnen m&ouml;glich, dass Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; ihnen ein subjektiv-&ouml;ffentliches Recht gegen&uuml;ber dem BZSt auf Durchf&uuml;hrung eines Verst&auml;ndigungsverfahrens &#8211;und sei es auch nur auf ermessensfehlerfreie Entscheidung hier&uuml;ber&#8211; gew&auml;hrt. Ob aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; wirklich ein solcher Anspruch abgeleitet werden kann, ist keine Frage der Zul&auml;ssigkeit, sondern der Begr&uuml;ndetheit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie unter II.1. der Gr&uuml;nde dieser Entscheidung dargelegt, ist das Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren obligatorisch ausgestaltet. Es ist fernliegend, dass diese Verpflichtung ausschlie&szlig;lich im &ouml;ffentlichen Interesse an der gesetzm&auml;&szlig;igen Steuererhebung und der angemessenen Verteilung der Besteuerungsrechte von den Vertragsstaaten des Schieds&uuml;bereinkommens geschaffen wurde. Das Ziel der Vermeidung der Doppelbesteuerung, das mit dem Schieds&uuml;bereinkommen verfolgt wird (vgl. auch BMF-Schreiben vom 09.10.2018, BStBl I 2018, 1122, Tz.&nbsp;1.3.1), dient prim&auml;r &#8211;nicht anders als ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen&#8211; den Interessen der Steuerpflichtigen, im grenz&uuml;berschreitenden Kontext nicht zweifach zu einer gleichen oder gleichartigen Steuer herangezogen zu werden. Dementsprechend haben die Vertragsstaaten im Schieds&uuml;bereinkommen einleitend formuliert, dass sie &quot;in dem Wunsch, Art.&nbsp;220 des Vertrages (zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Wirtschaftsgemeinschaft) anzuwenden, in welchem sie sich verpflichtet haben, Verhandlungen einzuleiten, um zugunsten ihrer Staatsangeh&ouml;rigen die Beseitigung der Doppelbesteuerung sicherzustellen&quot;, beschlossen haben, das &Uuml;bereinkommen abzuschlie&szlig;en. Der Steuerpflichtige hat demnach einen Anspruch auf abkommensgem&auml;&szlig;e Besteuerung im Rahmen der beiden Rechtsordnungen (BMF-Schreiben in BStBl I 2018, 1122, Tz.&nbsp;1.3.1). Aus diesen Gr&uuml;nden ist der Senat in seiner Rechtsprechung schon bisher davon ausgegangen, dass dem Steuerpflichtigen dem Grunde nach ein subjektiv-&ouml;ffentliches Recht auf ermessensfehlerfreie Entscheidung auf Durchf&uuml;hrung eines &#8211;nicht obligatorischen&#8211; Verst&auml;ndigungsverfahrens nach dem Vorbild des Art.&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 und 2 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen) zwecks Beseitigung einer Doppelbesteuerung zusteht (Senatsurteil in BFHE 136, 111, BStBl II 1982, 583).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Auffassung des BZSt, die Kl&auml;gerin zu 1. sei im Hinblick auf deren Antragsberechtigung in Spanien (vgl. Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Sch&Uuml;) im anh&auml;ngigen Verfahren nicht klagebefugt, ist das FG zu Recht nicht gefolgt. Es ist im Streitfall nicht ersichtlich, wie der verfassungsrechtlich &#8211;auch zugunsten ausl&auml;ndischer juristischer Personen (vgl. Papier in Isensee\/Kirchhof, Handbuch des Staatsrechts, Band&nbsp;VIII, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;177 Rz&nbsp;24)&#8211; gebotene Rechtsschutz (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des Grundgesetzes) gegen eine Ma&szlig;nahme einer deutschen Beh&ouml;rde (BZSt), die m&ouml;glicherweise Rechte dieser juristischen Person verletzt, ohne die Zuerkennung eines Klagerechts in Deutschland gew&auml;hrleistet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dass die Kl&auml;gerin zu 2. wegen Ablaufs der Antragsfrist gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Sch&Uuml; nicht mehr in der Lage ist, das Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren aus eigener Initiative in Gang zu bringen, l&auml;sst die Klagebefugnis entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht entfallen. Vielmehr ist zwischen dem Verlust des Antragsrechts und dem Verlust der Klagebefugnis zu unterscheiden. Ist das Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren durch den rechtzeitigen Antrag eines der beteiligten Unternehmen in dem einen Vertragsstaat wirksam in Gang gesetzt worden (vorliegend durch den Antrag der Kl&auml;gerin zu 1. in Spanien), dann ist die Weigerung der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde des anderen Vertragsstaats (vorliegend des BZSt), das Verfahren durchzuf&uuml;hren, geeignet, in das vom Schieds&uuml;bereinkommen vermittelte subjektiv-&ouml;ffentliche Recht beider von der Doppelbesteuerung betroffener Unternehmen auf Beseitigung dieser Doppelbesteuerung einzugreifen. Allein auf diese m&ouml;gliche Beeintr&auml;chtigung subjektiver Rechte kommt es f&uuml;r die Klagebefugnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Klagen sind unbegr&uuml;ndet. Das BZSt hat sich zu Recht auf Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; berufen und die Durchf&uuml;hrung des Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahrens ermessensfehlerfrei abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; stellt die Entscheidung &uuml;ber die Einleitung des Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahrens in das Ermessen der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die tatbestandlichen Voraussetzungen der Ermessensnorm sind im Streitfall durch die im Strafbefehlsverfahren ausgesprochene rechtskr&auml;ftige Verurteilung (vgl. &sect;&nbsp;410 Abs.&nbsp;3 StPO) des N wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der einseitigen Erkl&auml;rung der Bundesrepublik Deutschland wird von Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; jeder Versto&szlig; gegen die Steuergesetze erfasst, der mit Freiheitsstrafe, Geldstrafe oder Bu&szlig;geld geahndet wird. Ob von diesem Strafbarkeitsverst&auml;ndnis nicht ohnehin alle Formen der Tatbegehung, also T&auml;terschaft und Teilnahme, erfasst werden, kann dahinstehen. Denn die Strafbarkeit wegen Beihilfe setzt zwingend eine vors&auml;tzlich begangene rechtswidrige Haupttat voraus (vgl. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 des Strafgesetzbuchs). Dem gegen N ergangenen Strafbefehl wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung liegt zugleich die strafgerichtliche Feststellung zugrunde, dass eine Steuerhinterziehung i.S. des &sect;&nbsp;370 AO (Haupttat) gegeben ist. Als T&auml;ter dieser Steuerhinterziehung kommt nach den Feststellungen des FG nur W als Organ (Vorstandsvorsitzende) der AG in Betracht. Dass wegen der geringen Schuld der W ihr gegen&uuml;ber von einer weiteren Strafverfolgung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a StPO abgesehen wurde, &auml;ndert nichts an der strafgerichtlichen Feststellung, dass die f&uuml;r die AG handelnde Person einen strafbewehrten Versto&szlig; gegen die Steuergesetze begangen hat, zu dem N Beihilfe geleistet hat. Der in der einseitigen Erkl&auml;rung verwendete Begriff der Ahndung stellt ebenfalls auf eine straf- oder bu&szlig;geldbewehrte Gesetzesverletzung ab, die abstrakt betrachtet zu einer Ahndung f&uuml;hren kann. Auf die konkrete Sanktionierung der Straftat kommt es indessen nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung der Revision ist es f&uuml;r die Anwendbarkeit des Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; unerheblich, ob die steuerliche Gewinnberichtigung und der strafgerichtlich festgestellte Versto&szlig; gegen die steuerlichen Vorschriften im Hinblick auf die Zeitr&auml;ume und die Steuerbetr&auml;ge vollst&auml;ndig &uuml;bereinstimmen. F&uuml;r ein solches &Uuml;bereinstimmungserfordernis gibt der Wortlaut des Schieds&uuml;bereinkommens keinen Anhalt. Vielmehr gen&uuml;gt es nach der Formulierung des Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml;, dass mit einer Handlung, die die Gewinnberichtigung zur Folge hat, auch ein zu bestrafender Versto&szlig; gegen steuerliche Vorschriften begangen wurde. Damit wird lediglich auf einen sachlichen Zusammenhang der Handlungen abgestellt. Nach den Feststellungen des FG liegt im Streitfall ein solcher Handlungszusammenhang vor. Den gem&auml;&szlig; Agentur- und Beratungsvertrag von der Kl&auml;gerin zu 1. erbrachten Leistungen standen unangemessen hohe Zahlungen der AG gegen&uuml;ber. Diese Handlungen f&uuml;hrten sowohl zur Gewinnberichtigung als auch zur strafrechtlichen Ahndung, weil W mit Beteiligung des N die Zahlungen als Betriebsausgaben im Rahmen der K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuererkl&auml;rungen der AG geltend gemacht und die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse verschwiegen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass das BZSt sein von Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; einger&auml;umtes Ermessen fehlerhaft ausge&uuml;bt haben k&ouml;nnte, hat die Vorinstanz gepr&uuml;ft und zu Recht verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die Finanzbeh&ouml;rden erm&auml;chtigt sind, nach ihrem Ermessen zu handeln, sind die zur Nachpr&uuml;fung des Verwaltungshandelns angerufenen Steuergerichte darauf beschr&auml;nkt, die Handlungen oder Unterlassungen der Beh&ouml;rden auf Ermessensfehler nachzupr&uuml;fen (vgl. &sect;&nbsp;102 FGO; Senatsurteil in BFHE 136, 111, BStBl II 1982, 583).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat dem Klageantrag nicht entsprochen. Das l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen. Eine solche Klagestattgabe w&auml;re nur bei einer sog. Ermessensreduzierung auf Null (vgl. z.B. Senatsurteile vom 22.01.1992&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;20\/91, BFH\/NV 1992, 562; vom 31.05.2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;92\/15, BFHE 259, 387, BStBl II 2019, 14) zul&auml;ssig gewesen. Dass sich im Streitfall der von Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; er&ouml;ffnete Ermessensspielraum des BZSt derart verengt h&auml;tte, dass nur eine bestimmte Entscheidung ermessensgerecht gewesen w&auml;re, ist weder von Seiten der Kl&auml;gerinnen geltend gemacht worden noch ist dies sonst ersichtlich. Die Einwendungen zum Vorliegen eines empfindlich zu bestrafenden Versto&szlig;es gegen die Steuergesetze betreffen allein die Tatbestandsseite des Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; und nicht das Rechtsfolgenermessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch den Erlass eines Bescheidungsurteils hat das FG in rechtlich nicht angreifbarer Weise abgelehnt. Seine Entscheidung, das BZSt habe das von Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Sch&Uuml; einger&auml;umte Ermessen fehlerfrei ausge&uuml;bt, ist nicht zu beanstanden. Der Senat folgt insbesondere der Einsch&auml;tzung der Vorinstanz, dass die Erw&auml;gung des BZSt, die gegen&uuml;ber der AG vorgenommenen Gewinnerh&ouml;hungen gegen&uuml;ber dem K&ouml;nigreich Spanien nicht belastbar darlegen zu k&ouml;nnen, weil sie auf der Basis einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung erfolgt seien, als ein sachgerechter verfahrensrechtlicher Gesichtspunkt zu qualifizieren ist. Entgegen der Meinung der Revision darf bei der Ermessensaus&uuml;bung auch auf drohende Divergenzen zur strafrechtlichen Beurteilung abgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Verfahrensr&uuml;ge hat der Senat gepr&uuml;ft, aber nicht f&uuml;r durchgreifend erachtet. Er sieht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO von einer Begr&uuml;ndung ab. Da der ger&uuml;gte Geh&ouml;rsversto&szlig; nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens erfasst, sondern nur eine einzelne Feststellung betrifft, besteht auch keine Pflicht zur Begr&uuml;ndung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 FGO (vgl. BFH-Urteil vom 29.04.2008&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;28\/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Anschlussrevision des BZSt, mit der die Abweisung der Klage der Kl&auml;gerin zu 1. durch Prozessurteil &#8211;anstatt durch Sachurteil&#8211; begehrt wird, ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anschlussrevision setzt eine Beschwer voraus (BFH-Urteil vom 29.10.2002&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;48\/01, BFHE 200, 66, m.w.N.). Auf Seiten des Beklagten kommt es auf die sog. materielle Beschwer an, die z.B. dann gegeben ist, wenn das FG einer Leistungsklage gegen die Finanzbeh&ouml;rde ganz oder teilweise stattgegeben hat. Hat das FG dagegen die Klage durch Sachurteil anstatt durch Prozessurteil abgewiesen, ist die Beh&ouml;rde wegen der weiter gehenden Rechtskraft des Sachurteils nicht materiell beschwert (BFH-Urteil vom 06.10.2010&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFH\/NV 2011, 603; BFH-Beschluss vom 23.12.2013&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;6\/13, BFH\/NV 2014, 561; vgl. auch BVerwG-Urteil vom 07.06.1977&nbsp;&#8211; I&nbsp;C&nbsp;20.74, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1978, Nr.&nbsp;253).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.9.2019, I R 82\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.250919.IR82.17.0 Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen Leits&auml;tze 1. Das Verst&auml;ndigungs- und Schlichtungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen hat obligatorischen Charakter, es f&uuml;hrt daher bei Vorliegen der Voraussetzungen zwingend zur Beseitigung der Doppelbesteuerung. 2. Wenn durch ein Gerichts- oder Verwaltungsverfahren endg&uuml;ltig festgestellt ist, dass eines der beteiligten Unternehmen durch Handlungen, die eine Gewinnberichtigung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-82-17-verstaendigungsverfahren-nach-dem-eu-schiedsuebereinkommen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;82\/17 &#8211; Verst&auml;ndigungsverfahren nach dem EU-Schieds&uuml;bereinkommen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72216","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72216"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72216\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}