{"id":72274,"date":"2020-04-25T19:23:01","date_gmt":"2020-04-25T17:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72274"},"modified":"2020-04-25T19:23:01","modified_gmt":"2020-04-25T17:23:01","slug":"iv-r-48-16-keine-klagebefugnis-des-personengesellschafters-bei-streit-ueber-grund-oder-hoehe-des-gesamthandsgewinns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-48-16-keine-klagebefugnis-des-personengesellschafters-bei-streit-ueber-grund-oder-hoehe-des-gesamthandsgewinns\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;48\/16 &#8211; Keine Klagebefugnis des Personengesellschafters bei Streit &uuml;ber Grund oder H&ouml;he des Gesamthandsgewinns"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2020, IV R 48\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:U.230120.IVR48.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Klagebefugnis des Personengesellschafters bei Streit &uuml;ber Grund oder H&ouml;he des Gesamthandsgewinns<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Besteht Streit &uuml;ber Grund oder H&ouml;he des in einem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen festgestellten Gesamthandsgewinns einer Personengesellschaft, ist nur die Gesellschaft selbst klagebefugt. Eine Klagebefugnis des Gesellschafters ergibt sich nicht schon daraus, dass ihm der streitige Gewinn alleine zugerechnet wurde.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 06.09.2016 &#8211; 6 K 6064\/14 wird mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Au&szlig;ergerichtliche Kosten der Beigeladenen werden nicht erstattet.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Kommanditist der A-SE &#038; Co.&nbsp;KG (Beigeladene), die fr&uuml;her als B-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG firmierte. Im Jahr 2001 hatten die Kommanditisten Teile ihrer Kommanditbeteiligungen an die S-AG ver&auml;u&szlig;ert. F&uuml;r die restlichen Anteile waren Call- und Put-Optionen vereinbart worden. Im Streitjahr 2003 reduzierte die S-AG ihren Anteil an der Beigeladenen wieder und ver&auml;u&szlig;erte Anteile an die fr&uuml;heren Kommanditisten zur&uuml;ck. Dabei wurden auch die 2001 vereinbarten Optionen aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war urspr&uuml;nglich mit 62&nbsp;% an der Beigeladenen beteiligt gewesen. Davon hatte er im Jahr 2001&nbsp;&nbsp;44&nbsp;% an die S-AG f&uuml;r &#8230;&nbsp;DM ver&auml;u&szlig;ert. F&uuml;r die restlichen Anteile von 18&nbsp;% bestand eine Put-Option des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber der S-AG, die erstmals am 31.12.2003 ausge&uuml;bt werden konnte. Mit Kaufvertrag vom 17.12.2003 erwarb der Kl&auml;ger einen Anteil von 24,24&nbsp;% von der S-AG zur&uuml;ck. Der Kaufpreis, mit dem auch ein Verzicht auf die Put-Option abgegolten sein sollte, betrug &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger behandelte den Verzicht als Vorgang im Privatverm&ouml;gen und erkl&auml;rte diesbez&uuml;glich bei seiner Einkommensteuererkl&auml;rung 2003 einen Gewinn aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft von 0&nbsp;EUR, weil die Jahresfrist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &uuml;berschritten gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung der Meinung der Pr&uuml;ferin an, der entgeltliche Verzicht auf die Put-Option habe zu einem Gewinn aus Gewerbebetrieb gef&uuml;hrt. Die Put-Option sei ein Annex zu der Kommanditbeteiligung gewesen. Der Pr&uuml;ferin folgend erh&ouml;hte das FA den Gesamthandsgewinn der Beigeladenen um &#8230;&nbsp;EUR und rechnete diesen Betrag ausschlie&szlig;lich dem Kl&auml;ger zu. Auf dieser Grundlage erging gegen&uuml;ber der Beigeladenen am 12.03.2014 ein ge&auml;nderter Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid legte die Beigeladene durch ihre Bevollm&auml;chtigte am 31.03.2014 Einspruch ein, mit dem inhaltlich die fehlerhafte Erfassung von Organeinkommen geltend gemacht wurde. Zugleich erkl&auml;rte die Beigeladene, sie behalte sich vor, gesondert dagegen vorzugehen, dass der vom Kl&auml;ger erzielte Optionsgewinn in die gewerblichen Eink&uuml;nfte einbezogen worden sei. Das FA half dem Begehren in Bezug auf das Organeinkommen ab und erlie&szlig; unter dem 21.05.2014 einen nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) insoweit ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 2003. In den Erl&auml;uterungen hie&szlig; es, mit dem Bescheid erledige sich der Einspruch vom 27.03.2014. In der Rechtsbehelfsbelehrung wurde ausgef&uuml;hrt, die gesonderte und einheitliche Feststellung k&ouml;nne mit dem Einspruch angefochten werden, wozu der in &sect;&nbsp;352 AO bezeichnete Personenkreis befugt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits zuvor, n&auml;mlich am 01.04.2014, hatte der Kl&auml;ger durch seine Bevollm&auml;chtigte beim Finanzgericht (FG) Sprungklage gegen den Bescheid vom 12.03.2014 erhoben, mit der die Erfassung des Gewinns aus dem Optionsverzicht beanstandet wurde. Das FA stimmte der Sprungklage zu, wies aber zugleich darauf hin, dass vorrangig der Einspruch der Beigeladenen bearbeitet werde. Nach Ergehen des Bescheids vom 21.05.2014 vertrat das FA die Auffassung, dass dieser Bescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens geworden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG lud die Beigeladene nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO bei, weil sie selbst nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO klagebefugt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschlie&szlig;end wies es die Klage mit Urteil vom 06.09.2016&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;6064\/14 als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, die Gew&auml;hrleistung effektiven Rechtsschutzes i.S. von Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes (GG) erfordere, dass ihm eine Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO zugestanden werde, um die Feststellung ihm zugewiesener Eink&uuml;nfte anfechten zu k&ouml;nnen. Jeder Gesellschafter sei insoweit klagebefugt, wie Einnahmen in den Gesamthandsgewinn eingegangen seien, die nur der Gesellschafter erzielt habe und die nur ihm zuzurechnen seien. Auch wenn der Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft in zwei Stufen ermittelt werde, bedeute dies nicht, dass eine Anfechtung der Eink&uuml;nftezurechnung bzw. der H&ouml;he des Gesamtgewinns nicht m&ouml;glich sei bzw. der Kl&auml;ger sich festlegen m&uuml;sse, ob er gegen die Eink&uuml;nfteermittlung auf der ersten oder zweiten Stufe klage. Soweit der erkennende Senat mit seinem Urteil vom 16.03.2017&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;31\/14 (BFHE 257, 292, BStBl II 2019, 24) davon abger&uuml;ckt sein sollte, sei dies nach Klageerhebung geschehen und k&ouml;nne ihm nicht entgegengehalten werden. Au&szlig;erdem bedeute die Versagung der Klagebefugnis eine Abweichung von dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.08.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;42\/14, was eine Befassung des Gro&szlig;en Senats des BFH erforderlich mache. Selbst wenn er, der Kl&auml;ger, nicht klagebefugt gewesen sein sollte, sei der Klage dadurch zur Zul&auml;ssigkeit verholfen worden, dass die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Beigeladenen die Prozessf&uuml;hrung unter dem 06.11.2019 genehmigt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Sache h&auml;lt der Kl&auml;ger an seinem Vorbringen fest, das Entgelt f&uuml;r den Verzicht auf die Option sei weder eine ihm zuzurechnende Sonderbetriebseinnahme, noch habe es den Gewinn der Beigeladenen erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und die Beigeladene beantragen,<br \/>das Urteil des FG vom 06.09.2016&nbsp;&#8211; 6 K 6064\/14 aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 2003 vom 21.05.2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass der Gesamthandsgewinn um dem Kl&auml;ger zugerechnete &#8230;&nbsp;EUR gemindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Entscheidung des FG sei im Ergebnis zuzustimmen. Allerdings sei das Entgelt f&uuml;r die Glattstellung nicht als Sonderbetriebseinnahme zu erfassen, sondern erh&ouml;he den dem Kl&auml;ger zuzurechnenden Anteil am Gewinn der Beigeladenen auf der ersten Stufe der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet und war mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Klagegegenstand ist die Feststellung des Gesamthandsgewinns der Beigeladenen (1.). Zur Erhebung einer Klage gegen die Feststellung des Gesamthandsgewinns war der Kl&auml;ger nicht befugt (2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gegenstand des Verfahrens ist die Feststellung des Gesamthandsgewinns der Beigeladenen in dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 2003 vom 21.05.2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH kann ein Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&sect;&nbsp;179, 180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO eine Vielzahl selbst&auml;ndiger und damit auch selbst&auml;ndig anfechtbarer Feststellungen enthalten, die eigenst&auml;ndig in Bestandskraft erwachsen und deshalb f&uuml;r die in dem n&auml;mlichen Bescheid getroffenen und rechtlich nachgelagerten Feststellungen Bindungswirkung entfalten k&ouml;nnen. Solche selbst&auml;ndigen Feststellungen sind insbesondere die Qualifikation der Eink&uuml;nfte, das Bestehen einer Mitunternehmerschaft und wer an ihr beteiligt ist, die H&ouml;he des laufenden Gesamthandsgewinns sowie dessen Verteilung auf die Mitunternehmer und die H&ouml;he eines Sondergewinns bzw. einer Sonderverg&uuml;tung (z.B. BFH-Urteil vom 01.03.2018&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;38\/15, BFHE 260, 543, BStBl II 2018, 587, Rz&nbsp;23&nbsp;ff., m.w.N.). Selbst&auml;ndig anfechtbar ist auch die Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabegewinns der Gesamthand nach &sect;&nbsp;16 EStG sowie eines Gewinns des einzelnen Mitunternehmers aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe eines Mitunternehmeranteils nach &sect;&nbsp;16 EStG. Eine weitere selbst&auml;ndig anfechtbare Besteuerungsgrundlage ist die Qualifikation eines Gewinns als au&szlig;erordentlich i.S. des &sect;&nbsp;34 EStG. Zwischen den verschiedenen selbst&auml;ndigen Besteuerungsgrundlagen kann &#8211;entgegen der vom FG konkludent vertretenen Auffassung&#8211; in einem Klageverfahren nicht saldiert werden. Der in Feststellungsbescheiden h&auml;ufig angegebene &quot;Gesamtgewinn&quot; bezeichnet lediglich rechnerisch die Summe der verschiedenen Besteuerungsgrundlagen, entfaltet aber keinerlei Rechtswirkungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall wendet sich der Kl&auml;ger gegen die Feststellung des Gesamthandsgewinns der Beigeladenen, der nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung um den Betrag von &#8230;&nbsp;EUR erh&ouml;ht worden ist. Der entgeltliche Verzicht auf die Put-Option des Kl&auml;gers ist vom FA als ein Vorfall verstanden worden, der sich auf der Ebene des Betriebsverm&ouml;gens der Beigeladenen ereignet hat. Deshalb wurde der Gewinn der Beigeladenen um den aus diesem Vorfall erzielten Gewinn erh&ouml;ht und der Betrag von &#8230;&nbsp;EUR in die gesonderte und einheitliche Feststellung des Gesamthandsgewinns einbezogen. Demgegen&uuml;ber vertritt der Kl&auml;ger die Auffassung, die Put-Option habe zu seinem Privatverm&ouml;gen geh&ouml;rt, so dass die Erh&ouml;hung des Gesamthandsgewinns rechtswidrig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gegenstand des Klageverfahrens ist der ge&auml;nderte Feststellungsbescheid vom 21.05.2014. Dieser Bescheid ersetzt den mit der Sprungklage urspr&uuml;nglich angegriffenen Bescheid vom 12.03.2014 und ist deshalb nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Klageverfahrens geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger war nicht zur Erhebung der Klage gegen die Feststellung des Gesamthandsgewinns befugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO k&ouml;nnen gegen Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen zur Vertretung berufene Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder, wenn solche nicht vorhanden sind, der Klagebevollm&auml;chtigte i.S. des Abs.&nbsp;2 Klage erheben. Diese Bestimmung ist dahin zu verstehen, dass gegen den nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO (gesondert und einheitlich) ergangenen Gewinnfeststellungsbescheid im Grundsatz nur die Personengesellschaft im eigenen Namen, vertreten durch ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Klage erheben kann, obwohl sich dieser Bescheid inhaltlich an die einzelnen Gesellschafter als Inhaltsadressaten richtet (BFH-Beschluss vom 30.12.2003&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;21\/01, BFHE 204, 44, BStBl II 2004, 239, unter 2.a; BFH-Urteil vom 01.07.2004&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;4\/03, BFH\/NV 2005, 162, unter 2.b, zur Einspruchsbefugnis nach &sect;&nbsp;352 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO). F&uuml;r die Dauer des Bestehens der Gesellschaft wird damit ein Teil der aus &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO folgenden Klagebefugnis der Gesellschafter auf die Gesellschaft verlagert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Gesellschaftern selbst steht ein eigenes Klagerecht gegen solche Feststellungsbescheide nur in den F&auml;llen zu, in denen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;2 bis 5 FGO vorliegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss in BFHE 204, 44, BStBl II 2004, 239, unter 2.a, m.w.N.). Nach der hier in Betracht kommenden Regelung in &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO steht einem Gesellschafter die Klagebefugnis zu, wenn es sich im Streitfall um eine Frage handelt, die diesen Gesellschafter pers&ouml;nlich angeht. Diese Voraussetzung ist nicht bereits dann erf&uuml;llt, wenn die gesondert und einheitlich festgestellten Besteuerungsgrundlagen Bedeutung f&uuml;r die Besteuerung des Gesellschafters haben, wie der Kl&auml;ger geltend macht. Der Wortlaut w&uuml;rde ein solches Verst&auml;ndnis zwar zulassen, lie&szlig;e dann aber die bewusste Beschr&auml;nkung der Klagebefugnis der Gesellschafter durch &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO leerlaufen. So w&uuml;rde etwa bei einer typischen Ein-Personen-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG immer auch der Kommanditist klagebefugt sein, weil ihm der Gewinn alleine zuzurechnen ist. Dem Zweck des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO entspricht es vielmehr, nur die Gesellschaft selbst als klagebefugt zu betrachten, wenn Uneinigkeit &uuml;ber die Qualifikation und\/oder die H&ouml;he der gemeinschaftlich erzielten Eink&uuml;nfte besteht. Kennzeichen der in &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO angesprochenen pers&ouml;nlichen Streitfragen ist, dass sie nicht dem Bereich der gemeinschaftlichen Einkunftserzielung, sondern &#8211;wie beispielsweise die Frage &uuml;ber das Vorliegen oder die H&ouml;he von Sonderbetriebseinnahmen&#8211; der eigenen Sph&auml;re des Gesellschafters zugeordnet sind (BFH-Urteile vom 18.08.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;42\/14, Rz&nbsp;10; vom 28.09.2017&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;17\/15, Rz&nbsp;21&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da Gegenstand des hiesigen Klageverfahrens ausschlie&szlig;lich der festgestellte Gesamthandsgewinn der Beigeladenen ist, h&auml;tte eine Klage nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO nur von der Beigeladenen selbst erhoben werden d&uuml;rfen. Dem Kl&auml;ger stand daneben keine eigene Klagebefugnis zu. Dass ihm der streitige Teil des Gesamthandsgewinns alleine zugerechnet wurde und sich deshalb die nach seiner Auffassung fehlerhafte Feststellung im Ergebnis nur auf ihn selbst auswirken konnte, reicht f&uuml;r eine Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO nicht aus. Ohne Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass das FG die Auffassung vertreten hat, der streitige Gewinn sei im Sonderbetriebsverm&ouml;gen des Kl&auml;gers entstanden. Ungeachtet dessen, dass das FG im Streit um die Feststellung des Gesamthandsgewinns die angefochtene Feststellung nicht durch eine andere selbst&auml;ndige Feststellung h&auml;tte ersetzen k&ouml;nnen, hat die Klageabweisung zur Folge, dass auch im Revisionsverfahren nur die Feststellung eines Gesamthandsgewinns Verfahrensgegenstand sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch aus &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 FGO kann sich eine Klagebefugnis des Kl&auml;gers nicht ergeben. Danach ist, wenn es im konkreten Streitfall darum geht, wer an dem festgestellten Betrag beteiligt ist und wie dieser sich auf die einzelnen Beteiligten verteilt, jeder klagebefugt, der durch die Feststellungen hierzu ber&uuml;hrt wird. Der Kl&auml;ger macht hier nicht geltend, dass der Gewinn aus der Glattstellung der Option ganz oder teilweise anderen Gesellschaftern zuzurechnen sei, sondern dass aus dem Vorgang dem Grunde nach ein Gesamthandsgewinn nicht entstanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Mit der Einr&auml;umung einer Klagebefugnis f&uuml;r die Gesellschaft unter gleichzeitiger Einschr&auml;nkung der Klagebefugnis f&uuml;r die Gesellschafter in Bezug auf Grund und H&ouml;he des Gesamthandsgewinns beinhaltet &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 FGO keine Verletzung des Grundsatzes effektiven Rechtsschutzes nach Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG. Auch wird die Bedeutung dieses Grundsatzes bei der Auslegung der Norm durch die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH nicht verkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, das Rechtsschutzsystem auszuformen und sicherzustellen, dass effektiver Rechtsschutz f&uuml;r den einzelnen Rechtsuchenden besteht. Der Gesetzgeber ist auch bei der Ausgestaltung des Rechtsschutzes dazu berufen, die miteinander kollidierenden und verflochtenen Interessen in einen Ausgleich zu bringen, der allen in verh&auml;ltnism&auml;&szlig;iger Weise gerecht wird. Dabei kommt ihm ein Einsch&auml;tzungs- und Beurteilungsspielraum zu, der sich auf die Beurteilung der Vor- und Nachteile f&uuml;r die jeweils betroffenen G&uuml;ter sowie auf die G&uuml;terabw&auml;gung mit Blick auf die Folgen f&uuml;r die verschiedenen rechtlich gesch&uuml;tzten Interessen bezieht. Der Gesetzgeber hat insbesondere grundrechtliche Schutzaussagen zugunsten des Rechtsuchenden, aber auch zugunsten Dritter, deren Belange durch den begehrten Rechtsschutz ber&uuml;hrt werden, zu beachten und hierbei bereichsspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Sollen Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten aufgrund &ouml;ffentlicher Belange erweitert oder beschr&auml;nkt werden, muss auch das Gewicht dieser Belange in die Abw&auml;gung eingestellt werden (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13.06.2006&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;1160\/03, BVerfGE 116, 135). Diesen Anforderungen ist der Gesetzgeber mit &sect;&nbsp;48 FGO gerecht geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auslegung des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 FGO durch die Rechtsprechung des BFH ber&uuml;cksichtigt die Ziele des Gesetzgebers und bewirkt keine &uuml;ber die vom Gesetzgeber vorgesehene Beschr&auml;nkung der Klagebefugnis hinausgehende Beeintr&auml;chtigung des Rechtsschutzes von Gesellschaftern einer Personengesellschaft. Dies betrifft insbesondere auch die Bestimmung des Verh&auml;ltnisses der Klagebefugnis der Gesellschaft nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO und der Klagebefugnis des Gesellschafters nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO. Solange der Gesellschafter nicht aus der Gesellschaft ausgeschieden ist und keine ernstlichen Meinungsverschiedenheiten i.S. des &sect;&nbsp;183 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO bestehen, die zu einer Bekanntgabe des Feststellungsbescheids an den Gesellschafter selbst n&ouml;tigen, kann dem Gesellschafter zugemutet werden, dass eine Klage betreffend Grund oder H&ouml;he des Gesamthandsgewinns nur von der Gesellschaft selbst erhoben werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers wird auch der Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG nicht dadurch verletzt, dass dem Gesellschafter eine Klagebefugnis zwar in Bezug auf Sonderbetriebseinnahmen, nicht aber in Bezug auf ihm zugerechnete Einnahmen der Gesamthand zugebilligt wird. Die Unterscheidung zwischen Gesamthands- und Sonderbetriebsgewinn ist ein ausreichender sachlicher Grund f&uuml;r die unterschiedliche Ausgestaltung des Prozessrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Zu Unrecht beruft sich der Kl&auml;ger darauf, ihm werde effektiver Rechtsschutz verweigert, weil ihm die Klagebefugnis von der Beh&ouml;rde willk&uuml;rlich entzogen werden k&ouml;nne, indem diese einen Gewinn ohne Rechtsgrund der Gesamthand zuordne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Zuordnung in einem Feststellungsbescheid fehlerhaft vorgenommen wird, besteht dagegen effektiver Rechtsschutz, der allerdings nur von demjenigen beansprucht werden kann, dem eine gesetzlich geregelte Klagebefugnis zusteht. Die Klagebefugnis h&auml;ngt bei einer Anfechtungsklage entgegen dem Vorbringen des Kl&auml;gers nicht von dem Sachverhalt ab, der sich tats&auml;chlich ereignet hat und der der Besteuerung h&auml;tte zugrunde gelegt werden m&uuml;ssen. Sie richtet sich vielmehr danach, inwieweit eine Rechtsverletzung durch den Feststellungsbescheid ger&uuml;gt wird. Soll eine Rechtsverletzung durch die Feststellung eines Gesamthandsgewinns geltend gemacht werden, ist die Gesellschaft klagebefugt, auch wenn richtigerweise etwa ein Sonderbetriebsgewinn des Gesellschafters h&auml;tte festgestellt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass eine Beh&ouml;rde einen nach eigener Rechts&uuml;berzeugung im Sonderbereich des Gesellschafters entstandenen Gewinn bewusst der Gesamthand zuordnen k&ouml;nnte, um dem Gesellschafter die Klagebefugnis zu beschneiden, erscheint fernliegend. Es ist auch nicht ersichtlich, warum die Beh&ouml;rde bei einer solchen Handhabung nicht bef&uuml;rchten m&uuml;sste, dass die klagebefugte Gesellschaft doch Klage erhebt. Die Klageerhebung durch die Gesellschaft h&auml;tte zur Folge, dass die Feststellung des Gesamthandsgewinns vom Gericht aufgehoben w&uuml;rde und die Kosten des Verfahrens von der Beh&ouml;rde zu tragen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen gibt es im Streitfall keinerlei Anhaltspunkte f&uuml;r eine willk&uuml;rliche Handhabung des FA. Im Gegenteil l&auml;sst sich dem Akteninhalt entnehmen, dass das FA nach eingehenden &Uuml;berlegungen zu der Rechts&uuml;berzeugung gelangt war, der Gewinn sei im Gesamthandsverm&ouml;gen entstanden. An dieser Auffassung hat es auch noch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem BFH festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht unbeachtet kann in diesem Zusammenhang schlie&szlig;lich bleiben, dass die Beigeladene ihre Einspruchs- und Klagebefugnis erkannt hat, was sich daraus ergibt, dass sich die Beigeladene bei Erhebung des Einspruchs vorbehalten hat, auch gegen die Erfassung des Optionsgewinns vorzugehen. Weshalb es dazu nicht kam, sondern nur einen Tag nach Einlegung des Einspruchs vom Kl&auml;ger Sprungklage erhoben wurde, kann den Akten nicht entnommen werden. Die Ursache daf&uuml;r lag jedenfalls in der Sph&auml;re des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Sollte das Klagebegehren nicht als gegen den Gesamthandsgewinn, sondern als gegen den &quot;Gesamtgewinn&quot; gerichtet verstanden werden, wie der Kl&auml;ger jetzt geltend macht, w&auml;re die Klage ebenfalls wegen fehlender Klagebefugnis als unzul&auml;ssig anzusehen. Ein Gesellschafter kann wegen der neben der Klagebefugnis der Gesellschaft f&uuml;r ihn nur ausnahmsweise unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;2 bis 5 FGO bestehenden pers&ouml;nlichen Klagebefugnis den &quot;Gesamtgewinn&quot; nicht allgemein angreifen, sondern eben nur dann, wenn einer der in &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn. 2 bis 5 FGO genannten F&auml;lle gegeben ist. Das Urteil des Senats in BFHE 257, 292, BStBl II 2019, 24 enth&auml;lt insoweit keine neuen Rechtsgrunds&auml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit in &auml;lteren Entscheidungen von der Anfechtbarkeit des Gesamtgewinns ausgegangen wurde, betraf dies jeweils die Klagebefugnis der Gesellschaft (vgl. etwa BFH-Urteil vom 10.02.1988&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;352\/82, BFHE 152, 414, BStBl II 1988, 544, unter I.2.), Fallgestaltungen, in denen die Gesellschaft nicht oder nicht mehr klagebefugt war (so etwa in dem vom Kl&auml;ger zitierten BFH-Urteil vom 02.05.1984&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;276\/81, BFHE 141, 498, BStBl II 1984, 820, und im BFH-Urteil vom 18.12.1970&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;313\/68, BFHE 102, 202, BStBl II 1971, 591), oder F&auml;lle, in denen Einwendungen betreffend den Sonderbetriebsgewinn des Gesellschafters erhoben wurden (so etwa im Fall des BFH-Urteils vom 26.04.1995&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;80\/94, BFH\/NV 1996, 37). Auch bei Anfechtung des Gesamtgewinns wurde die Klagebefugnis nach dem durch den Klageantrag bestimmten Streitgegenstand beurteilt (vgl. BFH-Urteil vom 20.01.1977&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;3\/75, BFHE 122, 2, BStBl II 1977, 509; BFH-Beschluss vom 29.07.1992&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;7\/91, BFH\/NV 1993, 43; BFH-Urteil vom 21.01.1999&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;40\/98, BFHE 188, 523, BStBl II 1999, 563). Die sich inhaltlich auf den Gesamthandsgewinn beziehende Klage des Kl&auml;gers w&auml;re also auch nach damaliger Handhabung unzul&auml;ssig gewesen. Schon deshalb beruft sich der Kl&auml;ger zu Unrecht darauf, dass ihm Vertrauensschutz zu gew&auml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Das Fehlen der Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 FGO kann nicht durch Genehmigung eines Klagebefugten geheilt werden. Zwar kann die von einem vollmachtlosen Vertreter erhobene Klage von dem Vertretenen genehmigt und dadurch die Zul&auml;ssigkeit noch nach Klageerhebung und Ablauf der Klagefrist bewirkt werden. Ein solcher Fall liegt u.a. auch dann vor, wenn ein nicht allein vertretungsbefugter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer f&uuml;r die Gesellschaft unter Berufung auf die Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO Klage erhebt. Genehmigen die weiteren vertretungsbefugten Personen die Klageerhebung nach Ablauf der Klagefrist, ist die Klage der Gesellschaft als zul&auml;ssig anzusehen. Wird die Klage aber unter Berufung auf eine eigene Klagebefugnis erhoben, tritt der Kl&auml;ger nicht als Vertreter eines Anderen unter Berufung auf dessen Klagebefugnis auf, so dass auch eine Genehmigung der Prozessf&uuml;hrung durch einen Anderen nicht in Betracht kommen kann. Soweit &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum eine abweichende Meinung zu entnehmen sein sollte, kann diese sich nicht auf Entscheidungen des BFH st&uuml;tzen und der erkennende Senat k&ouml;nnte sich ihr nicht anschlie&szlig;en (vgl. auch zur Frage, ob eine solche Klage in die Zul&auml;ssigkeit hineinwachsen kann, BFH-Beschluss vom 20.11.2018&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;44\/18, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist entscheidungsreif. Hat das FG durch klageabweisendes Sachurteil entschieden, obwohl es die Klage durch Prozessurteil h&auml;tte abweisen m&uuml;ssen, ist das Urteil nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH nicht aufzuheben, sondern die Revision mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 12.09.1985&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;371\/83, BFHE 146, 99, BStBl II 1986, 537; vom 07.05.2013&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;17\/09, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Der Beigeladenen waren Kosten nicht nach &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;3 FGO aufzuerlegen, weil ihr Antrag mit dem des unterlegenen Kl&auml;gers &uuml;bereinstimmt und nicht zu Mehrkosten gef&uuml;hrt hat. Aus demselben Grund waren andererseits auch die au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen nicht aus Billigkeitsgr&uuml;nden nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO zu erstatten (vgl. BFH-Urteil vom 11.11.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;17\/08, BFHE 232, 28, BStBl II 2011, 716, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.1.2020, IV R 48\/16ECLI:DE:BFH:2020:U.230120.IVR48.16.0 Keine Klagebefugnis des Personengesellschafters bei Streit &uuml;ber Grund oder H&ouml;he des Gesamthandsgewinns Leits&auml;tze NV: Besteht Streit &uuml;ber Grund oder H&ouml;he des in einem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen festgestellten Gesamthandsgewinns einer Personengesellschaft, ist nur die Gesellschaft selbst klagebefugt. 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