{"id":72350,"date":"2020-05-23T17:40:35","date_gmt":"2020-05-23T15:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72350"},"modified":"2020-05-23T17:40:35","modified_gmt":"2020-05-23T15:40:35","slug":"vii-r-24-18-anspruch-auf-verzinsung-nach-unionsrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-18-anspruch-auf-verzinsung-nach-unionsrecht\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;24\/18 &#8211; Anspruch auf Verzinsung nach Unionsrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2019, VII R 24\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.221019.VIIR24.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Verzinsung nach Unionsrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Zinsbescheid &uuml;ber Prozesszinsen enth&auml;lt nicht zugleich eine stillschweigende Ablehnung weiterer Zinsen, insbesondere auf unionsrechtlicher Grundlage.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Sieht eine Richtlinie eine obligatorische Steuerbefreiung vor, die der Mitgliedstaat nicht rechtzeitig in nationales Recht umgesetzt hat, und kann sich der Steuerpflichtige deshalb unmittelbar auf die entsprechende Richtlinienbestimmung berufen, stehen ihm nach den unionsrechtlichen Grunds&auml;tzen Zinsen auf den Entlastungsbetrag zu, wenn der Mitgliedstaat anf&auml;nglich dessen Auszahlung verweigert.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Der Beh&ouml;rde steht eine angemessene Frist f&uuml;r die Bearbeitung des &#8211;vollst&auml;ndigen&#8211; Entlastungsantrags zu, die bei der Zinsberechnung zu ber&uuml;cksichtigten ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. In F&auml;llen der Energiesteuerentlastung beginnt der Zinslauf 4 Monate und 10 Arbeitstage nach Eingang des vollst&auml;ndigen Entlastungsantrags.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 13.06.2018 &#8211; 4 K 1304\/17 AO sowie der Bescheid vom 08.03.2017 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.04.2017 aufgehoben, soweit der Zeitraum vom 10.12.2011 bis zum 25.02.2015 betroffen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>Zugunsten der Kl&auml;gerin werden weitere, nach &sect; 238 der Abgabenordnung zu berechnende Zinsen auf den Erstattungsbetrag von 68.834,75 EUR f&uuml;r den Zeitraum vom 10.12.2011 bis zum 25.02.2015 festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Zinsen wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Revision zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Von den Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;gerin 30% und der Beklagte 70 % zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt Motorenpr&uuml;fst&auml;nde, in denen die durch die Verbrennung von versteuertem Benzin erzeugte mechanische Energie unter Einsatz angeschlossener Generatoren in Strom umgewandelt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragte am 25.07.2011 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;), ihr f&uuml;r den Zeitraum vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 Energiesteuer f&uuml;r die Verwendung des nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) versteuerten Benzins f&uuml;r die Erzeugung von Strom nach &sect;&nbsp;49 EnergieStG zu verg&uuml;ten. Zugleich beantragte sie f&uuml;r denselben Zeitraum, ihr weitere Energiesteuer f&uuml;r die Verwendung des nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 i.V.m. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;2a EnergieStG versteuerten Benzins f&uuml;r die Erzeugung von Strom nach &sect;&nbsp;53 EnergieStG zu verg&uuml;ten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Antr&auml;ge lehnte das HZA ab. Nachdem der Einspruch hiergegen erfolglos geblieben war, hatte die am 26.02.2015 erhobene Klage Erfolg. Das Finanzgericht (FG) verpflichtete das HZA mit Urteil vom 09.12.2015&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;625\/15&nbsp;VE, der Kl&auml;gerin Energiesteuer in H&ouml;he von 68.834,75&nbsp;EUR f&uuml;r den Zeitraum vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 zu verg&uuml;ten. Dieser Anspruch ergebe sich unmittelbar aus Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2003\/96\/EG des Rates vom 27.10.2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (EnergieStRL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Folge setzte das HZA mit Bescheid vom 22.01.2016 f&uuml;r die Kl&auml;gerin eine Entlastung von Energiesteuer fest. Zugleich erlie&szlig; es einen &quot;Zinsbescheid &uuml;ber Prozesszinsen&quot; nach &quot;Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;236 Abgabenordnung&quot; und setzte zugunsten der Kl&auml;gerin Prozesszinsen f&uuml;r den Zeitraum vom 26.02.2015 (Rechtsh&auml;ngigkeit der Klage) bis zum 25.01.2016 (Auszahlungstag) in H&ouml;he von 3.784&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte mit Schreiben vom 11.03.2016, beim HZA eingegangen am 14.03.2016, die Zinsen auf den festgesetzten Steuerentlastungsbetrag bereits f&uuml;r den Zeitraum ab dem 01.08.2011 festzusetzen. Sie habe gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EnergieStRL einen Anspruch auf die von ihr begehrte Steuerentlastung gehabt, weil eine nationale Regelung zur Entlastung gefehlt habe. Nach dem Unionsrecht st&uuml;nden ihr deshalb Zinsen nicht erst ab Rechtsh&auml;ngigkeit des Entlastungsanspruchs zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA lehnte eine &Auml;nderung des Zinsbescheids vom 22.01.2016 ab, weil dieser bestandskr&auml;ftig geworden sei. Der Antrag auf &Auml;nderung sei nicht vor Ablauf der Einspruchsfrist gestellt worden, wie von &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung (AO) gefordert. Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 AO komme nicht in Betracht, weil es sich bei dem mittlerweile ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22.09.2015&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;32\/14 (BFHE 251, 291, BStBl II 2016, 323), nach dem Abgaben, die auf der Grundlage einer f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rten Unionsverordnung erhoben wurden, ab dem Zeitpunkt der Zahlung der unionsrechtswidrig erhobenen Abgaben zu verzinsen seien, nicht um eine neue Tatsache handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem ihr Einspruch erfolglos war, erhob die Kl&auml;gerin Klage und begehrte weiterhin Zinsen ab dem 01.08.2011. Das FG wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Das HZA habe in dem Zinsbescheid stillschweigend eine Verzinsung f&uuml;r einen fr&uuml;heren Zeitraum abgelehnt. Dabei sei unerheblich, auf welcher Rechtsgrundlage (&sect;&nbsp;236 AO oder Unionsrecht) die Zinsen festgesetzt worden seien. &Auml;nderungsvorschriften hielt das FG nicht f&uuml;r einschl&auml;gig. Die Bestandskraft stehe einer &Auml;nderung entgegen; darin liege kein Versto&szlig; gegen den unionsrechtlichen Effektivit&auml;tsgrundsatz. Die Kl&auml;gerin habe nach einzelstaatlichem Recht die M&ouml;glichkeit gehabt, innerhalb einer angemessenen Frist einen Rechtsbehelf gegen den Zinsbescheid einzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision. Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor, der Bescheid &uuml;ber Prozesszinsen habe nicht zugleich die Ablehnung einer anderweitigen Verzinsung beinhaltet. Aus dem Zinsrecht der AO ergebe sich, dass die einzelnen Zinstatbest&auml;nde nebeneinander best&uuml;nden. In der Praxis k&auml;me es regelm&auml;&szlig;ig zu verschiedenen Zinsfestsetzungen. Eine stillschweigende Ablehnung weitergehender Zinsanspr&uuml;che widerspreche dem Bestimmtheitsgrundsatz. Der Zinsbescheid stehe somit einer weitergehenden Verzinsung nach Unionsrecht nicht entgegen. Hierzu verweist die Kl&auml;gerin auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (EuGH-Urteil Irimie vom 18.04.2013&nbsp;&#8211; C-565\/11, EU:C:2013:250, Rz&nbsp;23, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2013, 659) und des erkennenden Senats (Urteil in BFHE 251, 291, BStBl&nbsp;II 2016, 323). Der Zinslauf sei durch die Stellung des Erstattungsantrags in Gang gesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG vom 13.06.2018&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;1304\/17&nbsp;AO aufzuheben und das HZA unter Aufhebung des Bescheids vom 08.03.2017 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.04.2017 zu verpflichten, Zinsen von 6&nbsp;% auf den Steuerentlastungsbetrag von 68.834,75&nbsp;EUR f&uuml;r den Zeitraum vom 01.08.2011 bis zum 24.01.2016 festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Antrag auf weitergehende Verzinsung habe die Kl&auml;gerin kein weiteres Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt, weil es sich um denselben Verfahrensgegenstand, n&auml;mlich den Zinsanspruch, gehandelt habe. Sie habe nicht die Festsetzung anderer Zinsen beantragt, sondern r&uuml;ckwirkend den Zeitraum erweitern wollen, f&uuml;r den sie f&uuml;r die zu Unrecht vorenthaltene Steuerverg&uuml;tung entsch&auml;digt werden wolle. Sowohl &sect;&nbsp;236 AO als auch der unionsrechtliche Zinstatbestand dienten der Entsch&auml;digung f&uuml;r die Vorenthaltung von Kapital. Deshalb habe es einer &Auml;nderung des Zinsbescheids bedurft, die jedoch nach Eintritt der Bestandskraft mangels einschl&auml;giger &Auml;nderungsvorschriften nicht m&ouml;glich sei. Das Unionsrecht verpflichte eine Verwaltungsbeh&ouml;rde selbst bei unionsrechtlich rechtswidrigen Entscheidungen nicht zu einer R&uuml;cknahme, sofern die Bescheide nach Ablauf angemessener Fristen oder durch Ersch&ouml;pfung des Rechtswegs Bestandskraft erlangt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist mit der Ma&szlig;gabe begr&uuml;ndet, dass der Kl&auml;gerin auf unionsrechtlicher Grundlage weitere Zinsen f&uuml;r den Zeitraum vom 10.12.2011 bis zum 25.02.2015 zustehen. Die Vorentscheidung verletzt insoweit Bundesrecht und ist daher aufzuheben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat die Revision keinen Erfolg; es bleibt insoweit bei der Klageabweisung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat rechtsfehlerhaft entschieden, dass der Kl&auml;gerin keine weiteren Zinsen zustehen. Der Zinsbescheid vom 22.01.2016 enthielt nicht zugleich die konkludente Ablehnung der Verzinsung vor Rechtsh&auml;ngigkeit (1.). Der Kl&auml;gerin steht ein auf Unionsrecht gest&uuml;tzter Zinsanspruch zu (2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zinsbescheid vom 22.01.2016 steht der Festsetzung weiterer Zinsen nicht entgegen. Zwar ist dieser Bescheid formell bestandskr&auml;ftig, weil die Kl&auml;gerin keinen Einspruch eingelegt hat, jedoch umfasste dieser Bescheid nicht die von der Kl&auml;gerin begehrten weiteren Zinsen, so dass dessen Bestandskraft dem erweiterten Zinsanspruch nicht entgegenstehen kann. Der Ansicht des FG, das HZA habe in dem Zinsbescheid stillschweigend die Gew&auml;hrung weiterer Zinsen &#8211;auch auf anderer Rechtsgrundlage als &sect;&nbsp;236 AO&#8211; abgelehnt, folgt der Senat nicht. Das HZA hat durch den Bescheid vom 22.01.2016 ausschlie&szlig;lich Prozesszinsen auf der Grundlage von &sect;&nbsp;236 AO festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob das HZA den Willen hatte, mit diesem Bescheid auch weitergehende Zinsanspr&uuml;che abzulehnen, ist unerheblich. Denn der Regelungsinhalt eines Verwaltungsakts bestimmt sich nicht nach dem, was die Beh&ouml;rde mit ihrer Erkl&auml;rung gewollt hat. Vielmehr wird ein Verwaltungsakt nur mit dem Inhalt wirksam, mit dem er bekannt gegeben wird (vgl. &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO). Ma&szlig;gebend ist, wie der Adressat selbst nach den ihm bekannten Umst&auml;nden den materiellen Gehalt der Erkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben (&sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) verstehen konnte (BFH-Urteile vom 18.07.1994&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;33\/91, BFHE 175, 294, BStBl&nbsp;II 1995, 4, und vom 30.11.1999&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;57\/98, BFH\/NV 2000, 678, m.w.N.). Die Auslegung des Verwaltungsakts muss dabei einen Anhalt in der bekanntgegebenen Regelung haben (BFH-Urteil vom 27.11.1996&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;20\/95, BFHE 183, 348, BStBl&nbsp;II 1997, 791).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Auslegung eines Verwaltungsakts durch das FG ist im Revisionsverfahren &uuml;berpr&uuml;fbar, wenn die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG hierzu ausreichen (BFH-Urteile vom 12.06.1997&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;72\/96, BFHE 183, 30, BStBl II 1997, 660; vom 24.08.2005&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;16\/02, BFHE 210, 515, BStBl II 2006, 36, und vom 04.06.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;72\/07, BFH\/NV 2008, 1977).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der streitgegenst&auml;ndliche Bescheid ist mit &quot;Zinsbescheid &uuml;ber Prozesszinsen&quot; &uuml;berschrieben und verweist ausdr&uuml;cklich auf &sect;&nbsp;236 AO. Das HZA hatte von Amts wegen entschieden; ein Antrag ist auch nicht erforderlich (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;236 AO Rz&nbsp;35). Die Kl&auml;gerin selbst hatte einen Antrag auf (unionsrechtliche) Zinsen erst mit Schreiben vom 11.03.2016 gestellt, wobei der Senat dahinstehen l&auml;sst, ob ein solcher Antrag nach der Rechtsprechung des EuGH (vgl. EuGH-Urteil Irimie, EU:C:2013:250, Rz&nbsp;23, HFR 2013, 659) erforderlich ist. Jedenfalls musste die Kl&auml;gerin nicht davon ausgehen, dass das HZA bereits mit Bescheid vom 22.01.2016 konkret hier&uuml;ber entschieden hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;gerin steht ein weitergehender Zinsanspruch zu, der sich direkt aus dem Unionsrecht ergibt. Die Rechtsprechung des EuGH zur Verzinsung ist auf den vorliegenden Fall &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In st&auml;ndiger Rechtsprechung geht der EuGH davon aus, dass sich im Fall von Steuerbetr&auml;gen, die unter Versto&szlig; gegen Vorschriften des Unionsrechts erhoben worden sind, ein Anspruch auf Erstattung nicht nur der zu Unrecht erhobenen Betr&auml;ge, sondern auch der Betr&auml;ge ergibt, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Steuer an den Mitgliedstaat gezahlt oder von diesem einbehalten worden sind. Darunter fallen auch Einbu&szlig;en aufgrund mangelnder Verf&uuml;gbarkeit von Geldbetr&auml;gen. Der Anspruch auf Erstattung der Betr&auml;ge einschlie&szlig;lich der Zinsen ergibt sich unmittelbar aus dem Unionsrecht (EuGH-Urteile Zuckerfabrik J&uuml;lich vom 27.09.2012&nbsp;&#8211; C-113\/10, C-147\/10, und C-234\/10, EU:C:2012:591, Rz&nbsp;66, HFR 2012, 1210; Metallgesellschaft vom 08.03.2001&nbsp;&#8211; C-397\/98 und C-410\/98, EU:C:2001:134, Rz&nbsp;84&nbsp;ff., HFR 2001, 628; Littlewoods Retail&nbsp;u.a. vom 19.07.2012&nbsp;&#8211; C-591\/10, EU:C:2012:478, Rz&nbsp;24 ff., HFR 2012, 1018; Irimie, EU:C:2013:250, Rz&nbsp;21, HFR 2013, 659, und Rafin&#259;ria Steaua Rom&acirc;n&#259; vom 24.10.2013&nbsp;&#8211; C-431\/12, EU:C:2013:686, HFR 2013, 1163). Dieser Rechtsprechung hat sich der Senat angeschlossen (Senatsbeschluss vom 05.12.2017&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;85\/17, BFH\/NV 2018, 321; Senatsurteil in BFHE 251, 291, BStBl II 2016, 323).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Den bisherigen Entscheidungen des EuGH ist gemeinsam, dass ein Mitgliedstaat in Widerspruch zum Unionsrecht Abgaben erhoben hat. Davon unterscheidet sich der vorliegende Fall insofern, als es nicht um eine unionsrechtswidrige Erhebung einer Abgabe geht, sondern um eine unionsrechtswidrige Nichtgew&auml;hrung einer obligatorischen Steuerbefreiung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;gerin stand aufgrund einer unmittelbaren Anwendung von Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EnergieStRL ein Anspruch auf die Verg&uuml;tung der Energiesteuer zu, weil die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) diese Regelung nicht fristgerecht in deutsches Recht umgesetzt hatte (EuGH-Urteil Flughafen K&ouml;ln\/Bonn vom 12.07.2008&nbsp;&#8211; C-226\/07, EU:C:2008:429, HFR 2008, 1092). Unter Anwendung dieser EuGH-Rechtsprechung hatte das FG in seinem Urteil vom 09.12.2015&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;625\/15&nbsp;VE der Kl&auml;gerin einen Verg&uuml;tungsanspruch zugesprochen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EnergieStRL haben die Mitgliedstaaten Energieerzeugnisse, die bei der Stromerzeugung verwendet werden, von der Energiesteuer zu befreien. Wie diese Steuerbefreiung von den Mitgliedstaaten umgesetzt wird &#8211;ob als Ausnahme von der Besteuerung oder durch Gew&auml;hrung von Entlastungsanspr&uuml;chen&#8211; ist diesen &uuml;berlassen. Mit Blick auf den Effektivit&auml;tsgrundsatz darf sich jedenfalls kein Nachteil f&uuml;r den Steuerpflichtigen daraus ergeben, dass die obligatorische Steuerbefreiung in einem Mitgliedstaat im Wege der Steuerentlastung realisiert wird, wie es in Deutschland durch &sect;&sect;&nbsp;49 und 53 EnergieStG geschehen ist. Wie der EuGH entschieden hat, entfaltet Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EnergieStRL unmittelbare Wirkung, so dass ein Wirtschaftsbeteiligter unter Berufung auf diese Vorschrift die Erstattung einer unter Versto&szlig; gegen diese Bestimmung erhobene Steuer erwirken kann (EuGH-Urteil Flughafen K&ouml;ln\/Bonn, EU:C:2008:429, HFR 2008, 1092). Hinsichtlich der fehlenden Verf&uuml;gbarkeit des Erstattungsbetrags darf ihm nach den Grunds&auml;tzen der &Auml;quivalenz und Effektivit&auml;t eine angemessene Entsch&auml;digung nicht vorenthalten werden (EuGH-Urteile Irimie, EU:C:2013:250, HFR 2013, 659, und Rafin&#259;ria Steaua Rom&acirc;n&#259;, EU:C:2013:686, HFR 2013, 1163). Insoweit ist die dargestellte EuGH-Rechtsprechung auf den Streitfall &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem steht nicht entgegen, dass der Senat grunds&auml;tzlich nicht von einem allgemeinen Rechtsgrundsatz auf (angemessene) Verzinsung r&uuml;ckst&auml;ndiger Staatsleistungen ausgeht, sondern das geltende Recht nur die Verzinsung nach Ma&szlig;gabe genau umschriebener Tatbest&auml;nde kennt (vgl. Senatsurteile vom 29.04.1997&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;91\/96, BFHE 182, 253, BStBl II 1997, 476; vom 06.05.2008&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;10\/07, BFH\/NV 2008, 1714). Die genannten Entscheidungen befassten sich nicht mit der Verzinsung unionsrechtswidrig erhobener oder nicht erstatteter Abgaben, f&uuml;r die vorrangig die oben dargestellte EuGH-Rechtsprechung zu beachten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Kl&auml;gerin stehen unionsrechtliche Zinsen allerdings erst ab dem 10.12.2011 und &#8211;begrenzt durch die bereits festgesetzten Prozesszinsen&#8211; nur bis zum 25.02.2015 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des EuGH zum Mehrwertsteuer&uuml;berschuss und zur Durchsetzung des Neutralit&auml;tsprinzips steht der Steuerbeh&ouml;rde eine angemessene Frist f&uuml;r die Bearbeitung zu (vgl. EuGH-Urteile Enel Maritsa Iztok vom 12.06.2011&nbsp;&#8211; C-107\/10, EU:C:2011:298, Slg. 2011, I-3873, und Rafin&#259;ria Steaua Rom&acirc;n&#259;, EU:C:2013:686, HFR 2013, 1163). Ma&szlig;geblich ist danach, in welchem angemessenen Zeitraum eine Bearbeitung des Erstattungsantrags erwartet werden kann. Dieser Zeitraum ist bei der Berechnung des Zinsanspruchs, der dem Ausgleich des infolge des vor&uuml;bergehenden Kapitalentzugs entstandenen wirtschaftlichen Nachteils dient, zu ber&uuml;cksichtigen. Insoweit begrenzen die Erfordernisse eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Vollzugs steuerrechtlicher Entlastungsregelungen den auf Unionsrecht beruhenden Zinsanspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen ist auch bei der Pr&uuml;fung von Antr&auml;gen auf Entlastung von der Energiesteuer der Beh&ouml;rde eine angemessene Bearbeitungszeit zuzubilligen. Mangels ausdr&uuml;cklicher gesetzlicher Regelung orientiert sich der Senat zur Bestimmung der Bearbeitungsfrist an den unionsrechtlichen Regelungen in der Richtlinie 2008\/9\/EG (RL&nbsp;2008\/9\/EG) des Rates vom 12.02.2008 zur Regelung der Erstattung der Mehrwertsteuer gem&auml;&szlig; der Richtlinie 2006\/112\/EG an nicht im Mitgliedstaat der Erstattung, sondern in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerpflichtige (RL&nbsp;2008\/9\/EG), weil darin die Wertung des Unionsgesetzgebers Ausdruck gefunden hat, welche Bearbeitungsfrist er f&uuml;r angemessen erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 RL&nbsp;2008\/9\/EG muss der Erstattungsantrag dem Mitgliedstaat, in dem der Steuerpflichtige ans&auml;ssig ist, sp&auml;testens am 30.&nbsp;September des auf den Erstattungszeitraum folgenden Kalenderjahres vorliegen. Sodann stehen der Beh&ouml;rde gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;2 und Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 RL&nbsp;2008\/9\/EG insgesamt 4 Monate und 10 Arbeitstage zur Verf&uuml;gung, um den Erstattungsantrag zu bearbeiten und den Erstattungsbetrag auszuzahlen. Muss die Beh&ouml;rde weitere Informationen beim Antragsteller anfordern, verl&auml;ngert sich die Bearbeitungsfrist (vgl. Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;21 RL&nbsp;2008\/9\/EG). Arbeitstage sind nach Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Verordnung (EWG, Euratom) Nr.&nbsp;1182\/71 des Rates vom 03.06.1971 zur Festlegung der Regeln f&uuml;r die Fristen, Daten und Termine alle Tage au&szlig;er Feiertage, Sonntage und Sonnabende.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Uuml;bernahme dieser Fristen f&uuml;r die vorliegende Konstellation erscheint dem Senat sachgerecht, weil auch bei der Energiesteuer wegen der f&uuml;r alle Antragsteller gleichen Abgabefristen f&uuml;r Entlastungsantr&auml;ge mit einem erh&ouml;hten Antragsaufkommen zu bestimmten Zeiten zu rechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;gebend f&uuml;r den Zinsbeginn ist die Abgabe des vollst&auml;ndigen Antrags auf Entlastung. Nur bei Vorlage eines ordnungsgem&auml;&szlig;en und vollst&auml;ndigen Antrags wird die Beh&ouml;rde in die Lage versetzt, den Antrag zu bearbeiten und das Vorliegen der Voraussetzungen f&uuml;r die beantragte Steuerentlastung festzustellen. Im Streitfall hat das FG nicht festgestellt, dass ein unvollst&auml;ndiger Antrag vorliegt, so dass der Senat von der Abgabe eines vollst&auml;ndigen Antrags am 25.07.2011 ausgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zinslauf beginnt mithin 4 Monate (25.11.2011) und 10 Arbeitstage (28.11.2011 bis 02.12.2011 und 05.12.2011 bis 09.12.2011) nach Abgabe dieses Antrags, also am 10.12.2011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schlie&szlig;lich ist der Anspruch der Kl&auml;gerin begrenzt, weil bereits Zinsen nach &sect;&nbsp;236 AO festgesetzt wurden. Soweit der Kl&auml;gerin bereits Zinsen zugesprochen wurden (ab Rechtsh&auml;ngigkeit 26.02.2015), steht einem weitergehenden Zinsanspruch der Zinsbescheid vom 22.01.2016 entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. In Ermangelung einer unionsrechtlichen Regelung obliegt es den Mitgliedstaaten, die Bedingungen f&uuml;r die Zahlung der Zinsen, insbesondere den Zinssatz und die Berechnungsmethode, festzulegen. Die Bedingungen m&uuml;ssen den Grunds&auml;tzen der &Auml;quivalenz und Effektivit&auml;t entsprechen (Senatsbeschluss in BFH\/NV 2018, 321, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 AO betragen die Zinsen f&uuml;r jeden Monat 0,5&nbsp;%. Sie sind von dem Tag an, an dem der Zinslauf beginnt, nur f&uuml;r volle Monate zu zahlen (&sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berechnung der Zinsen wird dem HZA &uuml;bertragen (&sect;&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1, 100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, 136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.10.2019, VII R 24\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.221019.VIIR24.18.0 Anspruch auf Verzinsung nach Unionsrecht Leits&auml;tze 1. Ein Zinsbescheid &uuml;ber Prozesszinsen enth&auml;lt nicht zugleich eine stillschweigende Ablehnung weiterer Zinsen, insbesondere auf unionsrechtlicher Grundlage. 2. Sieht eine Richtlinie eine obligatorische Steuerbefreiung vor, die der Mitgliedstaat nicht rechtzeitig in nationales Recht umgesetzt hat, und kann sich der Steuerpflichtige deshalb unmittelbar &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-18-anspruch-auf-verzinsung-nach-unionsrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;24\/18 &#8211; Anspruch auf Verzinsung nach Unionsrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72350","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72350\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}