{"id":72351,"date":"2020-05-23T17:41:04","date_gmt":"2020-05-23T15:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72351"},"modified":"2020-05-23T17:41:04","modified_gmt":"2020-05-23T15:41:04","slug":"ii-r-29-16-abzug-vergeblicher-rechtsverfolgungskosten-als-nachlassverbindlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-29-16-abzug-vergeblicher-rechtsverfolgungskosten-als-nachlassverbindlichkeit\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;29\/16 &#8211; Abzug vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2019, II R 29\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.061119.IIR29.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzug vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Kosten eines Zivilprozesses, in dem ein Erbe vermeintliche zum Nachlass geh&ouml;rende Anspr&uuml;che des Erblassers geltend gemacht hat, sind als Nachlassregelungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abzugsf&auml;hig. &sect; 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG steht dem Abzug nicht entgegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 25.03.2015 &#8211; 11 K 448\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der am 24.02.1999 verstorbene Erblasser wurde von der Nichte (H) und dem Neffen (B) seiner vorverstorbenen Ehefrau je zur H&auml;lfte beerbt. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Alleinerbin des im Januar 2012 verstorbenen Miterben B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Verm&ouml;gen des Erblassers geh&ouml;rte ein Wertpapierdepot, das am Todestag des Erblassers b&ouml;rsennotierte Wertpapiere im Wert von 678.082&nbsp;DM (346.698&nbsp;EUR) enthielt. Wenige Tage vor seinem Ableben hatte er mit der Bank einen den Depotvertrag erg&auml;nzenden &quot;Treuhandvertrag&quot; geschlossen. Darin hatte sich die Bank verpflichtet, das Wertpapierdepot nach seinem Tode aufzul&ouml;sen, die Wertpapiere zu verkaufen und den erzielten Erl&ouml;s an bestimmte Bedachte auszuzahlen. Der Erblasser hatte entsprechende Schenkungsangebote auf den Todesfall abgegeben. Aufgrund des &quot;Treuhandvertrags&quot; nahm die Bank Auszahlungen in H&ouml;he von 220.000&nbsp;DM an die Bedachten vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>H und B erhoben Klage gegen die Bank und machten geltend, der Erblasser sei bei Abschluss des &quot;Treuhandvertrags&quot; gesch&auml;ftsunf&auml;hig gewesen. Die Bank wurde dazu verurteilt, das Wertpapierdepot und ein Guthaben auf einem zugeh&ouml;rigen Konto an H und B herauszugeben sowie 112.484,21&nbsp;EUR (220.000&nbsp;DM) nebst Zinsen zu zahlen. Zur Begr&uuml;ndung wurde ausgef&uuml;hrt, das Wertpapierdepot sei insgesamt in den Nachlass gefallen, mit der Folge, dass H und B als Erben Eigent&uuml;mer der Wertpapiere und Inhaber des Guthabens auf dem zugeh&ouml;rigen Konto geworden seien. Die in dem &quot;Treuhandvertrag&quot; enthaltenen unentgeltlichen Zuwendungen seien nichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hatte der Erblasser seine Porzellansammlung im Juni 1995 in ein st&auml;dtisches Museum verbracht. Nach seinem Tode verlangten seine Erben Herausgabe der Sammlung und erhoben im November 2002 Klage gegen die Stadt. Sie trugen u.a. vor, die Schenkung und die &Uuml;bereignung der Sammlung seien wegen Gesch&auml;ftsunf&auml;higkeit des Erblassers unwirksam gewesen. Die von den Erben erhobene Klage und die eingelegten Rechtsmittel hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Nachlass befand sich auch ein h&auml;lftiger Miteigentumsanteil an einem Mietwohngrundst&uuml;ck, das den Erben zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits zur H&auml;lfte geh&ouml;rte. Sie verkauften den von einem Mieter bewohnten Grundbesitz. Die K&auml;ufer k&uuml;ndigten den Mietvertrag und erhoben R&auml;umungsklage. Der Prozess endete mit einem Vergleich, in dem sich die K&auml;ufer verpflichteten, bei R&auml;umung und Herausgabe der Wohnung innerhalb einer bestimmten Frist 15.000&nbsp;EUR an den Mieter zu zahlen. Die Erben erstatteten den K&auml;ufern, wie im Kaufvertrag vorgesehen, diesen Betrag zuz&uuml;glich Rechtsanwaltskosten und leisteten dar&uuml;ber hinaus pauschalen Schadenersatz wegen versp&auml;teter R&auml;umung und Herausgabe der Wohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschlie&szlig;end verlangten sie vom Mieter Ersatz der Aufwendungen. Sie trugen vor, neben einem Verzugsschaden wegen versp&auml;teter R&auml;umung sei ihnen ein Zinsschaden entstanden, weil der mit den K&auml;ufern vereinbarte Kaufpreis nicht f&auml;llig geworden sei. Im Zusammenhang mit anderen (vermeintlichen) Anspr&uuml;chen machten sie geltend, der Mietvertrag sei wegen Gesch&auml;ftsunf&auml;higkeit des Erblassers unwirksam gewesen. Das Amtsgericht ging von einem wirksamen Mietverh&auml;ltnis aus und wies die Klage ab. Die Berufung hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 22.12.2003 Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 31.151,48&nbsp;EUR f&uuml;r den Erwerb des B von Todes wegen fest. Dabei ber&uuml;cksichtigte er u.a. anteilig das Wertpapierdepot mit 678.082&nbsp;DM als Bereicherung und die Auszahlungen der Bank aufgrund des &quot;Treuhandvertrags&quot; mit 220.000&nbsp;DM als Nachlassverbindlichkeiten. Der Einspruch, der sich in erster Linie gegen die Besteuerung des Wertpapierdepots richtete, blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im finanzgerichtlichen Verfahren machte die Kl&auml;gerin als Gesamtrechtsnachfolgerin des Miterben B geltend, die Wertpapiere h&auml;tten nach dem Ableben des Erblassers deutlich an Wert verloren und seien deshalb mit einem zu hohen Wert angesetzt worden. Dar&uuml;ber hinaus begehrte sie die Ber&uuml;cksichtigung von Prozesskosten, darunter eigene und gegnerische Kosten des Rechtsstreits um die Porzellansammlung in H&ouml;he von insgesamt 112.121,70&nbsp;EUR und des Rechtsstreits mit dem Mieter in H&ouml;he von insgesamt 50.607,74&nbsp;EUR als Nachlassverbindlichkeiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r 1999 geltenden Fassung (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den geltend gemachten Prozesskosten geh&ouml;rten Honorare in H&ouml;he von rund 200.000&nbsp;EUR, die der Ehemann der Kl&auml;gerin f&uuml;r anwaltliche Leistungen in diesen und weiteren Verfahren vom inzwischen verstorbenen Miterben B erhalten haben soll. Das FA hatte solche Honorare im Erbschaftsteuerbescheid vom 22.12.2003 bereits in gesch&auml;tzter H&ouml;he von 100.000&nbsp;DM (51.129,19&nbsp;EUR) anteilig ber&uuml;cksichtigt. Im finanzgerichtlichen Verfahren legte die Kl&auml;gerin zum Nachweis dieser Kosten zun&auml;chst nur &quot;Kostenverzeichnisse&quot; und sp&auml;ter &quot;Honorarnoten&quot; ihres Ehemanns vor, die er aber teilweise gestundet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es folgte dem FA darin, dass Wertpapiere mit dem Kurswert am Todestag des Erblassers zu erfassen seien. Wertver&auml;nderungen nach diesem Stichtag seien auch dann nicht zu ber&uuml;cksichtigen, wenn der Erbe &uuml;ber den zu bewertenden Gegenstand zun&auml;chst faktisch oder rechtlich nicht verf&uuml;gen k&ouml;nne. Die Kosten des Rechtsstreits um die Porzellansammlung lie&szlig; das FG nicht zum Abzug zu. Das Zivilgericht habe entschieden, die Sammlung geh&ouml;re nicht zum Nachlass. Die Kosten st&uuml;nden daher in wirtschaftlichem Zusammenhang mit Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden, die nicht der Erbschaftsteuer unterl&auml;gen (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG). Auch die Kosten des Rechtsstreits mit dem Mieter seien nicht abziehbar. Es handele sich um Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Nachlassgegenst&auml;nden, die die erbschaftsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage nicht mindern k&ouml;nnten. Der Abzug von Honoraren f&uuml;r Leistungen des Ehemanns der Kl&auml;gerin scheitere am fehlenden Nachweis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin, als Nachlassgegenstand sei nicht das Wertpapierdepot, sondern ein Herausgabeanspruch gegen die Bank zu erfassen. Dieser Anspruch sei mit dem Wert der Aktien zum Zeitpunkt seiner Titulierung zu bewerten. Einem Abzug vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeiten stehe &sect;&nbsp;10&nbsp;Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG nicht entgegen. Die Vorschrift betreffe nur Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde, die zwar zum Nachlass geh&ouml;rten, aber nicht der Erbschaftsteuer unterl&auml;gen. Dar&uuml;ber hinaus macht die Kl&auml;gerin eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r und der Pflicht des FG zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 22.12.2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 30.11.2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Erbschaftsteuer auf 16.150,48&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Kosten eines Zivilprozesses, in dem ein Erbe (vermeintliche) zum Nachlass geh&ouml;rende Anspr&uuml;che des Erblassers geltend gemacht hat, sind als Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG abzugsf&auml;hig. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG steht dem Abzug nicht entgegen. Der Senat kann jedoch nicht abschlie&szlig;end entscheiden, weil das FG &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; bislang nicht festgestellt hat, ob ein enger zeitlicher Zusammenhang der Prozesskosten mit dem Erwerb besteht. Auch fehlen Feststellungen zur Ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higkeit der einzelnen Kostenbestandteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass die Wertpapiere mit dem Kurswert am Bewertungsstichtag zu erfassen sind. Keinen Bedenken begegnet auch die Nichtber&uuml;cksichtigung von Prozesskosten, die dem verstorbenen Miterben B entstanden sind, weil er Schadenersatz wegen versp&auml;teter R&auml;umung und Herausgabe der Wohnung vom Mieter verlangt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG sind, soweit sich nicht aus den Abs&auml;tzen 6 bis 9 etwas anderes ergibt, als Nachlassverbindlichkeiten u.a. die Kosten abzugsf&auml;hig, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen. Kosten f&uuml;r die Verwaltung des Nachlasses sind nicht abzugsf&auml;hig (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff der Nachlassregelungskosten ist grunds&auml;tzlich weit auszulegen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.06.2013&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;20\/12, BFHE 241, 416, BStBl II 2013, 738, Rz&nbsp;11, und vom 15.06.2016&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;24\/15, BFHE 254, 60, BStBl&nbsp;II 2017, 128, Rz&nbsp;14). Er umfasst u.a. die Kosten der tats&auml;chlichen und rechtlichen Feststellung des Nachlasses sowie alle Kosten, die aufgewendet werden m&uuml;ssen, um die Erben in den Besitz der ihnen aus der Erbschaft zukommenden G&uuml;ter zu setzen (BFH-Urteil vom 11.01.1961&nbsp;&#8211; II&nbsp;155\/59&nbsp;U, BFHE 72, 273, BStBl III 1961, 102; FG K&ouml;ln, Urteil vom 05.02.2009&nbsp;&#8211; 9&nbsp;K&nbsp;204\/07, Erbfolgebesteuerung 2010, 8, Rz&nbsp;39; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 18.12.2014&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;1377\/14, Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 658, Rz&nbsp;24). Zu den Nachlassregelungskosten k&ouml;nnen danach auch Kosten z&auml;hlen, die dem Erben durch die gerichtliche Geltendmachung von (vermeintlichen) zum Nachlass geh&ouml;renden Anspr&uuml;chen des Erblassers entstehen (vgl. G&ouml;tz, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2010, 561, 562; Billig, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuerrecht 2017, 60, 62).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Regelung des Nachlasses liegt vor, wenn die Kosten in engem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit dem Erwerb von Todes wegen und nicht erst durch die sp&auml;tere Verwaltung des Nachlasses (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 ErbStG) anfallen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 241, 416, BStBl II 2013, 738, Rz&nbsp;11). Die Abgrenzung zwischen Kosten der Nachlassregelung und Kosten der Nachlassverwaltung richtet sich nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein enger sachlicher Zusammenhang von Prozesskosten mit dem Erwerb ist insbesondere dann gegeben, wenn die Klage eines Erben dazu dient, das Bestehen von nachlasszugeh&ouml;rigen Anspr&uuml;chen des Erblassers und damit den Umfang des Nachlasses zu kl&auml;ren. Gleiches gilt f&uuml;r Kosten eines Rechtsstreits, den ein Erbe f&uuml;hrt, um die Herausgabe von Nachlassgegenst&auml;nden durch Dritte zu erwirken. Herrscht Gewissheit &uuml;ber Umfang und Zusammensetzung des Nachlasses und hat der Erbe die Nachlassgegenst&auml;nde in Besitz genommen, endet der sachliche Zusammenhang mit dem Erwerb. Kosten, die dem Erben in der Folgezeit zum Zwecke der Erhaltung, Mehrung, Nutzung oder Verwertung des Nachlassverm&ouml;gens entstehen, sind keine Nachlassverbindlichkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein enger zeitlicher Zusammenhang von Prozesskosten mit dem Erwerb liegt vor, wenn die Klage unverz&uuml;glich nach dem Erbfall, d.h. ohne schuldhaftes Z&ouml;gern (entsprechend &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;), erhoben wurde (vgl. K&ouml;niger, ZEV 2017, 352, unter 6.). Unverz&uuml;gliches Handeln ist anzunehmen, wenn die Klage innerhalb einer nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls zu bestimmenden angemessenen Pr&uuml;fungs- und Vorbereitungszeit erhoben wird. Je gr&ouml;&szlig;er der zeitliche Abstand zwischen dem Erbfall und dem Prozessbeginn ist, desto h&ouml;here Anforderungen sind an die Darlegung und Glaubhaftmachung der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Verz&ouml;gerung und eines fehlenden Verschuldens des Kl&auml;gers zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG steht dem Abzug der Prozesskosten als Nachlassverbindlichkeiten nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift sind Schulden und Lasten nicht abzugsf&auml;hig, soweit sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden stehen, die nicht der Besteuerung nach diesem Gesetz unterliegen. Diese Vorschrift gilt nur f&uuml;r vom Erblasser begr&uuml;ndete Schulden und Lasten und ist nicht auf Nachlassregelungskosten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG anwendbar. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG will eine doppelte Steuerminderung durch den grunds&auml;tzlich nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG vorzunehmenden Abzug der vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden und Lasten vermeiden, wenn diese ausnahmsweise mit steuerbefreiten Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden wirtschaftlich zusammenh&auml;ngen. Demgegen&uuml;ber umfassen Nachlassregelungskosten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG Aufwendungen, die der Erwerber des Nachlasses nach dem Erwerb zur Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses erbracht hat. Dabei kann es sich schon begrifflich nicht um vom Erblasser herr&uuml;hrende Schulden und Lasten handeln, die im Zusammenhang mit steuerbefreiten Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden stehen. Das gilt selbst dann, wenn Nachlassregelungskosten &#8211;wie z.B. Prozesskosten&#8211; darauf abzielen, an sich steuerbefreite Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde zum Nachlass zu ziehen. Auch in diesem Fall geht es um die Regelung des gesamten Nachlasses durch den Erwerber. &Auml;hnlich wie bei den in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG ausdr&uuml;cklich genannten Grabpflegekosten oder den unter &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 ErbStG fallenden Verbindlichkeiten (vgl. BFH-Urteile vom 22.07.2015&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;21\/13, BFHE 250, 221, BStBl II 2016, 228, zum Geldverm&auml;chtnis, und vom 22.07.2015&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;12\/14, BFHE 250, 225, BStBl II 2016, 230, zum Pflichtteils- und Zugewinnausgleich) ist der Abzug nicht durch &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 ErbStG eingeschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da das FG hinsichtlich der vergeblich aufgewendeten Kosten des Rechtsstreits auf die Herausgabe der Porzellansammlung von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; bislang nicht beurteilt, ob ein enger zeitlicher Zusammenhang der Kosten mit dem Erwerb vorliegt. Aufzukl&auml;ren ist auch, welche der geltend gemachten Kostenbestandteile ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig sind. An die Darlegung und den Nachweis der Kosten sind hohe Anforderungen zu stellen. Die Kl&auml;gerin kann als Rechtsnachfolgerin des verstorbenen Miterben B &#8211;wenn &uuml;berhaupt&#8211; lediglich die auf diesen, nicht auch die auf den anderen Miterben H entfallenden Kosten abziehen. Haben Prozessbevollm&auml;chtigte einer Halbierung ihrer Verg&uuml;tung zugestimmt, ist dies durch Halbierung des Abzugsbetrags zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kosten einer anwaltlichen Vertretung durch den Ehemann der Kl&auml;gerin m&uuml;ssen tats&auml;chlich entstanden und durch B getragen worden sein. Dies l&auml;sst sich dem bisherigen Vorbringen der Kl&auml;gerin &#8211;wie in der Vorentscheidung zutreffend ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht entnehmen. Auf die insoweit erhobenen Verfahrensr&uuml;gen kommt es wegen der Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zutreffend hat das FG entschieden, dass die Wertpapiere mit ihrem Kurswert am Todestag des Erblassers zu erfassen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gegenstand der Bewertung sind die Wertpapiere und nicht, wie die Kl&auml;gerin vertritt, ein Anspruch gegen die Bank auf Herausgabe der Wertpapiere. Der erbschaftsteuerrechtlichen Bewertung nach &sect;&nbsp;12 ErbStG unterliegt der Verm&ouml;gensanfall des Erwerbers i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG. Der Erblasser war Eigent&uuml;mer von Wertpapieren. Mit seinem Tode ist das Eigentum im Wege der Gesamtrechtsnachfolge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 BGB auf die Erben &uuml;bergegangen. Jene erwarben Eigentum an Wertpapieren; die Anspr&uuml;che gegen die Bank aus dem Depotvertrag sind lediglich Ausfluss dieses Eigentums. Der &quot;Treuhandvertrag&quot; f&uuml;hrt bereits deshalb zu keiner anderen Beurteilung, weil er nach den &#8211;nicht mit der Revision angegriffenen&#8211; Feststellungen des FG wegen Gesch&auml;ftsunf&auml;higkeit des Erblassers unwirksam ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Wertpapierdepot ist nach den Verh&auml;ltnissen am Todestag des Erblassers zu bewerten. Das ErbStG ist insoweit eindeutig. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 ErbStG ist f&uuml;r die nach &sect;&nbsp;12 ErbStG vorzunehmende Wertermittlung der Zeitpunkt der Entstehung der Steuer ma&szlig;gebend. Bei Erwerben von Todes wegen, zu denen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG der Erwerb durch Erbanfall (&sect;&nbsp;1922 BGB) z&auml;hlt, entsteht die Steuer mit dem Tode des Erblassers (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 ErbStG). Wertminderungen oder Wertsteigerungen nach diesem Stichtag sind nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Das gilt zum Nachteil wie zum Vorteil des Erwerbers. Muss dieser einerseits nach dem Erbfall eintretende Kursverluste geerbter Wertpapiere ohne Aussicht auf Minderung der Erbschaftsteuer tragen, so kommen ihm andererseits Kursgewinne ohne erbschaftsteuerrechtliche Folgen zugute (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.09.1999&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;130\/97, BFH\/NV 2000, 320, und vom 18.02.2008&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;109\/06, BFH\/NV 2008, 1163, unter B.1.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Stichtagsprinzip findet auch dann Anwendung, wenn das Verf&uuml;gungsrecht des Erben &#8211;z.B. infolge Anordnung der Testamentsvollstreckung&#8211; beschr&auml;nkt ist (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2000, 320). Es gilt ebenso in F&auml;llen, in denen die Zugeh&ouml;rigkeit des Bewertungsgegenstandes zum Nachlass zun&auml;chst unsicher und deshalb gerichtlich zu kl&auml;ren ist. Erleidet der Erbe bis zur Titulierung seines Rechts Verm&ouml;gensminderungen, die er nicht verhindern kann, f&uuml;hrt dies nicht zu einer Verringerung der Erbschaftsteuer (vgl. BFH-Urteil vom 02.02.1977&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;150\/71, BFHE 121, 500, BStBl II 1977, 425, am Ende, f&uuml;r den Fall von Beschr&auml;nkungen der Verf&uuml;gungsbefugnis).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben wurden die Wertpapiere zutreffend mit dem niedrigsten f&uuml;r sie am Todestag des Erblassers im regulierten Markt notierten Kurs angesetzt (vgl. &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Bewertungsgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zu Recht hat das FG auch den Abzug von Prozesskosten versagt, die dem Miterben B entstanden sind, weil er den Ersatz von Sch&auml;den wegen versp&auml;teter R&auml;umung und Herausgabe der Wohnung vom Mieter verlangt hat. Bei diesen Kosten handelt es sich nicht um abzugsf&auml;hige Nachlassregelungskosten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG, sondern um nicht abzugsf&auml;hige Kosten der Nachlassverwertung (vgl. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 ErbStG). Entgegen der Darstellung der Kl&auml;gerin in der Revisionsbegr&uuml;ndung diente die Klage u.a. des Miterben B nicht dazu, das Bestehen eines nachlasszugeh&ouml;rigen Anspruchs auf Herausgabe der Mietwohnung wegen vermeintlicher Gesch&auml;ftsunf&auml;higkeit des Erblassers zu kl&auml;ren. Die von der Kl&auml;gerin erw&auml;hnte R&auml;umungsklage haben vielmehr Dritte, die den Grundbesitz von H und B erworben hatten, gegen den Mieter erhoben. Der Klage des B ging jener Verkauf des geerbten Grundbesitzes als Ma&szlig;nahme der Nachlassverwertung voraus. Im Kaufvertrag hatten sich H und B zu Schadenersatzzahlungen an die K&auml;ufer f&uuml;r den Fall verpflichtet, dass der Grundbesitz nicht rechtzeitig ger&auml;umt und herausgegeben wird. Den Ersatz solcher Zahlungen und eines Zinsschadens wegen versp&auml;teter F&auml;lligkeit des Kaufpreises forderten sie sodann vom Mieter. Ein sachlicher Zusammenhang mit dem Erwerb des Miteigentumsanteils am Mietwohngrundst&uuml;ck von Todes wegen vom Erblasser besteht nicht. Der Prozess und seine Kosten h&auml;ngen vielmehr mit dem Verkauf des geerbten Grundbesitzes zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.11.2019, II R 29\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.061119.IIR29.16.0 Abzug vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeit Leits&auml;tze Kosten eines Zivilprozesses, in dem ein Erbe vermeintliche zum Nachlass geh&ouml;rende Anspr&uuml;che des Erblassers geltend gemacht hat, sind als Nachlassregelungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abzugsf&auml;hig. &sect; 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG steht dem Abzug nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-29-16-abzug-vergeblicher-rechtsverfolgungskosten-als-nachlassverbindlichkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;29\/16 &#8211; Abzug vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72351\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}