{"id":72363,"date":"2020-05-23T17:41:06","date_gmt":"2020-05-23T15:41:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72363"},"modified":"2020-05-23T17:41:06","modified_gmt":"2020-05-23T15:41:06","slug":"vii-r-15-18-tarifierung-von-katzenkratzbaeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-15-18-tarifierung-von-katzenkratzbaeumen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;15\/18 &#8211; Tarifierung von Katzenkratzb&auml;umen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.2.2020, VII R 15\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2020:U.180220.VIIR15.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Tarifierung von Katzenkratzb&auml;umen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Bestimmung des charakterbestimmenden Stoffes oder Bestandteils i.S. der AV 3 Buchst. b ist eine dem Tatsachengericht vorbehaltene W&uuml;rdigung, die einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung nur eingeschr&auml;nkt zug&auml;nglich ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Katzenkratzb&auml;ume sind in die Unterpos. 6307 90 10 KN einzureihen, wenn das auf der Oberfl&auml;che angebrachte Pl&uuml;schgewirke den Waren ihren wesentlichen Charakter verleiht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 07.02.2018 &#8211; 4 K 2698\/16 <noindex>Z,EU<\/noindex> wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) lie&szlig; verschiedene Modelle von Katzenkratzb&auml;umen in ihrem Namen in den zollrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hren. Die Katzenkratzb&auml;ume waren im Zeitpunkt der Einfuhr nicht zusammengebaut und bestanden aus einem Gestell mit verschiedenen Ebenen in Form von Brettern, Schalen, kastenf&ouml;rmigen H&ouml;hlen und R&ouml;hren, in die eine Katze hineinkriechen konnte. Gelegentlich wiesen die Waren kleine Spielelemente auf. Die Ebenen waren bei vielen Modellen ausgehend von einer Grundplatte mit S&auml;ulen verbunden. Die kastenf&ouml;rmigen H&ouml;hlen, die Grundplatte und die Ebenen waren aus Holzspanplatten gefertigt, die von au&szlig;en und an der Oberseite mit Pl&uuml;schgewirken &uuml;berzogen waren. Die S&auml;ulen bestanden aus Rohren aus dicker, fester Pappe, deren Enden mit Kappen aus Hartkunststoff mit mittig eingebauten Muttern verschlossen waren. Die S&auml;ulen waren meist ganz oder zum gro&szlig;en Teil mit Sisalschn&uuml;ren (Titer &uuml;ber 20&nbsp;000&nbsp;dtex) umwickelt. Die Kratzb&auml;ume sollten Hauskatzen als Ruheplatz, Schlafplatz, Beobachtungsposition und Spielger&auml;t dienen sowie eine M&ouml;glichkeit bieten, durch Kratzen die Krallen zu sch&auml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Oberfl&auml;chenbeschaffenheit stellte das Finanzgericht (FG) fest, dass bei dem Modell mit der Art.-Nr.&nbsp;80002 sowie bei den Modellen Indira, Lucky, Lilly, Kim, Sammy, Kimba, Robby, Benny, Bella, Betty, Simba, Sasu, Kira, Tom und Pascha der Anteil der Pl&uuml;schgewirke an der Oberfl&auml;che gr&ouml;&szlig;er ist als der der Sisalschn&uuml;re und -seile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 25.04.2014 erhielt die Kl&auml;gerin eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA), in der der Katzenkratzbaum Pascha &#8211;der am h&auml;ufigsten verkaufte Artikel der Kl&auml;gerin&#8211; in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 der Kombinierten Nomenklatur (KN) &quot;andere konfektionierte Spinnstoffwaren, aus Gewirken oder Gestricken&quot; eingereiht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer Zollpr&uuml;fung betreffend den Zeitraum vom 01.11.2012 bis zum 31.07.2015 kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) zu dem Ergebnis, dass die von der Kl&auml;gerin in verschiedenen Typen eingef&uuml;hrten Kratzb&auml;ume mit dem Modell Pascha vergleichbare Eigenschaften aufwiesen und das Pl&uuml;schgewirke im Verh&auml;ltnis zu den Sisalseilen und dem Sisalgewebe &uuml;berwiege. Daher seien die Waren, die unter den Unterpos.&nbsp;4421&nbsp;90&nbsp;98, 4421&nbsp;90&nbsp;97 und 4421&nbsp;90&nbsp;91 KN angemeldet worden seien, der Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 KN zuzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher erhob das HZA mit Einfuhrabgabenbescheid vom 20.11.2015 f&uuml;r acht Einfuhren von Kratzb&auml;umen im Zeitraum vom 10.12.2012 bis zum 27.11.2014 Zoll in H&ouml;he von 22.493,83&nbsp;EUR nach. Die Zollanmeldungen datierten auf den 10.12.2012 (Position NEE-Vorgang&nbsp;1), 15.01.2013 (Position NEE-Vorgang&nbsp;2), 09.07.2013 (Position NEE-Vorgang&nbsp;3), 17.07.2013 (Position NEE-Vorgang&nbsp;4), 13.08.2013 (Position NEE-Vorgang&nbsp;5), 14.08.2013 (Position NEE-Vorgang&nbsp;6), 24.11.2014 (Position NEE-Vorgang&nbsp;7) und 27.11.2014 (Position NEE-Vorgang&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch der Kl&auml;gerin wies das HZA mit Einspruchsentscheidung vom 17.08.2016 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. In den Gr&uuml;nden f&uuml;hrte es u.a. aus, die Positionen 7 und 8 des Einfuhrabgabenbescheids seien bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG urteilte, f&uuml;r die Zollanmeldungen vom 10.12.2012, 15.01.2013, 24.11.2014 und 27.11.2014 sei dem Grunde nach zu Recht Zoll nacherhoben worden, wobei die Modelle Minou und Elly abweichend vom angefochtenen Einfuhrabgabenbescheid in die Unterpos.&nbsp;5609&nbsp;00&nbsp;00 KN &quot;Waren aus Garnen, aus Streifen oder dergleichen der Pos.&nbsp;5404 oder 5405, aus Bindf&auml;den, Seilen und Tauen, anderweit weder genannt noch inbegriffen&quot; einzureihen seien. Im &Uuml;brigen sei der Bescheid aufzuheben. F&uuml;r die Tarifierung sei Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b der Allgemeinen Vorschriften f&uuml;r die Auslegung der KN (AV) anzuwenden. Danach komme es im Streitfall nicht auf die der Konstruktion dienenden Materialien wie Holz und Pappe an, sondern auf die &uuml;berwiegende Oberfl&auml;chenbeschaffenheit der zu beurteilenden Waren. Vor allem aufgrund ihrer Oberfl&auml;chenbeschaffenheit f&auml;nden die Katzen die Kratzb&auml;ume attraktiv und nutzten sie, denn die Kratzb&auml;ume spr&auml;chen Bed&uuml;rfnisse der Hauskatzen wie Besch&auml;ftigung, Pflege, Markierung und Ruhe an. Aufgrund der Vielzahl der M&ouml;glichkeiten, die ein Kratzbaum biete, komme jedoch keiner der verwendeten Oberfl&auml;chenbedeckungen, den Pl&uuml;schgewirken oder den Sisalseilen, von vornherein eine charakterbestimmende Bedeutung zu. Die tats&auml;chliche Nutzung h&auml;nge vielmehr von den Vorlieben, Bed&uuml;rfnissen, F&auml;higkeiten und Lebensumst&auml;nden der Hauskatzen ab. Die dargestellte Einreihung werde f&uuml;r einen Teil der Waren auch durch die Durchf&uuml;hrungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;350\/2014 der Kommission vom 03.04.2014 &#8211;DVO&nbsp;350\/2014&#8211; zur Einreihung bestimmter Waren in die Kombinierte Nomenklatur (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;104\/4) best&auml;tigt. Im Ergebnis seien die Modelle, bei denen die mit Pl&uuml;schgewirken &uuml;berzogene Fl&auml;che gr&ouml;&szlig;er sei als die Fl&auml;che der Sisalschn&uuml;re oder -seile, in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 KN einzureihen. Hinsichtlich der Einfuhren vom 09.07.2013 bis zum 14.08.2013 sei das HZA jedoch aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden an einer buchm&auml;&szlig;igen Erfassung gehindert gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begr&uuml;ndet ihre Revision, die sich nicht mehr gegen die Positionen&nbsp;7 und 8 des Einfuhrabgabenbescheids vom 20.11.2015 richtet, dahingehend, das FG habe zur Beantwortung der Frage, welcher Stoff charakterbestimmend sei, systemwidrig nicht auf die Vorstellung der an der Einfuhr Beteiligten zum Zeitpunkt der Einfuhr abgestellt, sondern auf den tats&auml;chlichen sp&auml;teren Umgang der Tiere mit den Einfuhrwaren. Die streitgegenst&auml;ndlichen Waren seien jedoch in die Unterpos.&nbsp;5609&nbsp;00&nbsp;00 KN einzureihen, weil die Sisalseile der Ware ihren wesentlichen Charakter verliehen und entscheidende Bedeutung f&uuml;r die bestimmungsgem&auml;&szlig;e Verwendung der Ware als Kratzbaum f&uuml;r Katzen h&auml;tten. Dies habe das FG M&uuml;nchen in seinem Urteil vom 07.12.2017&nbsp;&#8211; 14&nbsp;K&nbsp;2162\/15 (Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; Beilage 2018, Nr.&nbsp;3, 37) zutreffend entschieden. Au&szlig;erdem h&auml;tten die Sisalseile den h&ouml;chsten Anteil am Gesamtwert der Ware. Die Nutzungsw&uuml;nsche einer Katze seien dagegen f&uuml;r die Feststellung des charakterbestimmenden Merkmals einer Ware nicht ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben, soweit die Klage abgewiesen wurde, und den Einfuhrabgabenbescheid vom 20.11.2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17.08.2016 dahin zu &auml;ndern, dass die bei der Zollanmeldung Ziffer&nbsp;1 bis 6 eingef&uuml;hrten Katzenkratzb&auml;ume, soweit sie Sisal enthalten, in die Unterpos.&nbsp;5609&nbsp;00&nbsp;00 KN eingereiht werden, soweit dies nicht bereits in der Vorentscheidung erfolgt ist,<br \/>hilfsweise die Unwirksamkeit der vZTA Nr.&nbsp;DE&nbsp;15293\/13-3 festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; den in der Zollpr&uuml;fung und der Vorentscheidung getroffenen Feststellungen &uuml;berwiege das Pl&uuml;schgewirke. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin h&auml;tten nicht nur die Sisalseile eine entscheidende Bedeutung f&uuml;r den Charakter und die bestimmungsgem&auml;&szlig;e Verwendung der Ware als Kratzbaum f&uuml;r Katzen. Da die Katzen durch die Kratzb&auml;ume auch von M&ouml;beln als Ruhe-\/Schlaf- und Spielplatz ferngehalten werden sollten, komme den Oberfl&auml;chenbez&uuml;gen aus Spinnstoffen insoweit gleicherma&szlig;en eine gro&szlig;e Bedeutung zu. Die rechtliche W&uuml;rdigung des FG sei daher nicht zu beanstanden und entspreche derjenigen der Kommission in der DVO&nbsp;350\/2014. Selbst wenn man zu dem Ergebnis k&auml;me, dass ein charakterverleihender Bestandteil nicht ermittelt werden k&ouml;nne, w&auml;ren die Kratzb&auml;ume unter Anwendung der AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c der Pos.&nbsp;6307 KN zuzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 15.10.2019 hat der Senat eine m&uuml;ndliche Verhandlung durchgef&uuml;hrt. Diese ist mit Beschluss vom 25.10.2019 wiederer&ouml;ffnet worden, um den Beteiligten noch einmal Gelegenheit zur Stellungnahme in Bezug auf die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellten Antr&auml;ge zu geben. Die Beteiligten haben sich dazu schriftlich ge&auml;u&szlig;ert und auf die Durchf&uuml;hrung einer weiteren m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das Urteil entspricht Bundesrecht, soweit es noch Gegenstand des Revisionsverfahrens ist. Der Senat legt den Antrag der Kl&auml;gerin dahingehend aus, dass er sich nur auf die Positionen&nbsp;1 und 2 des Einfuhrabgabenbescheids vom 20.11.2015 bezieht, weil die Kl&auml;gerin hinsichtlich dessen Positionen&nbsp;3 bis 6 bereits in der ersten Instanz obsiegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat die mit Zollanmeldungen vom 10.12.2012 und 15.01.2013 (Positionen&nbsp;1 und 2 des Einfuhrabgabenbescheids vom 20.11.2015) zum zollrechtlich freien Verkehr angemeldeten Katzenkratzb&auml;ume des Modells mit der Art.-Nr.&nbsp;80002 sowie der Modelle Indira, Lucky, Lilly, Kim, Sammy, Kimba, Robby, Benny, Bella, Betty, Simba, Sasu, Kira, Tom und Pascha zu Recht in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 KN (Zollsatz 12&nbsp;%) in der f&uuml;r die Einfuhr im Jahr 2012 ma&szlig;geblichen Fassung nach der Verordnung (EU) Nr.&nbsp;1006\/2011 der Kommission vom 27.09.2011 zur &Auml;nderung des Anhangs&nbsp;I der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2658\/87 des Rates &uuml;ber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;282\/1) bzw. in der f&uuml;r die Einfuhr im Jahr 2013 ma&szlig;geblichen Fassung nach der Durchf&uuml;hrungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;927\/2012 der Kommission vom 09.10.2012 zur &Auml;nderung des Anhangs&nbsp;I der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2658\/87 des Rates &uuml;ber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;304\/1) eingereiht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren ist allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der KN und in den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln festgelegt sind, und nach den AV (Senatsurteile vom 26.09.2017&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;17\/16, ZfZ 2018, 139, und vom 15.01.2019&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;16\/17, BFH\/NV 2019, 600; Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; GROFA u.a. vom 22.03.2017&nbsp;&#8211; C-435\/15 und C-666\/15, EU:C:2017:232, ZfZ 2017, 163). Nach AV&nbsp;1 sind f&uuml;r die Einreihung in erster Linie der Wortlaut der Positionen und der Anmerkungen zu den Abschnitten und Kapiteln ma&szlig;gebend. Nur wenn nach diesen Kriterien kein eindeutiges Einreihungsergebnis erzielt werden kann, darf auf die AV&nbsp;2 bis 5 zur&uuml;ckgegriffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daneben gibt es Erl&auml;uterungen und Einreihungsavise, die ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f&uuml;r die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen sind (vgl. Senatsurteile in ZfZ 2018, 139, und in BFH\/NV 2019, 600; EuGH-Urteil GROFA u.a., EU:C:2017:232, ZfZ 2017, 163). Auf den Verwendungszweck einer Ware darf abgestellt werden, wenn im Wortlaut der Bestimmungen oder in den Erl&auml;uterungen auf dieses Kriterium Bezug genommen wird (Senatsurteil vom 08.11.2016&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;9\/15, BFHE 256, 286, ZfZ 2017, 103). Entscheidend ist dabei, ob sich der Verwendungszweck in den objektiven Eigenschaften und Merkmalen der Ware niedergeschlagen hat (vgl. Senatsurteile vom 31.05.2005&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;49\/04, ZfZ 2006, 262, und in ZfZ 2018, 139).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Katzenkratzb&auml;ume k&ouml;nnen nicht bereits nach AV&nbsp;1 eindeutig einer Position der KN zugeordnet werden, weil diese Waren von keiner Position (insbesondere Pos.&nbsp;4823 KN, 9403 KN und 9503 KN) nach deren Wortlaut erfasst werden. Dabei hat die Tatsache, dass die Waren im Zeitpunkt der Einfuhr noch nicht zusammengebaut waren, keine Auswirkungen auf die zolltarifliche Einreihung, weil nach AV&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 jede Anf&uuml;hrung einer Ware in einer Position auch dann gilt, wenn die Ware zerlegt gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch eine Einreihung nach AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a ist nicht m&ouml;glich, weil keine der in Frage kommenden Positionen (u.a. Pos.&nbsp;4421, 5609, 6307 KN) die Ware genauer bezeichnet als die anderen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von der Revision erfassten Modelle von Katzenkratzb&auml;umen sind vielmehr gem&auml;&szlig; AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 KN (Zollsatz 12&nbsp;%) einzureihen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach AV Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b sind Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen bestehen, nach dem Stoff bzw. Bestandteil einzureihen, der ihnen ihren wesentlichen Charakter verleiht, wenn dieser Stoff oder Bestandteil ermittelt werden kann. Dabei sind als ein wichtiges Erkenntnismittel die Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zur AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b Rz&nbsp;19.1 zu ber&uuml;cksichtigen, denen zufolge sich das charakterbestimmende Merkmal einer Ware aus der Art und Beschaffenheit der Bestandteile, aus ihrem Umfang, Menge, Gewicht, dem Wert oder der Bedeutung f&uuml;r die Verwendung der Ware sowie auch aus dem Erscheinungsbild der Ware ergeben kann; welches dieser nicht abschlie&szlig;end aufz&auml;hlbaren Merkmale im Einzelfall zu ber&uuml;cksichtigen ist, h&auml;ngt von der Art der Ware ab (vgl. Senatsurteile vom 19.12.2006&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;8\/06, BFH\/NV 2007, 1368, ZfZ 2007, 192; vom 18.09.2018&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;3\/18, BFH\/NV 2019, 136).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die auf dieser Grundlage vorzunehmende Gesamtw&uuml;rdigung und Gewichtung der festgestellten objektiven Merkmale der zu vergleichenden Stoffe oder Bestandteile ist eine dem Tatsachengericht vorbehaltene W&uuml;rdigung, die auf tats&auml;chlichem Gebiet liegt und daher einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nur eingeschr&auml;nkt zug&auml;nglich ist (Senatsbeschluss vom 23.09.2014&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;202\/13, BFH\/NV 2015, 69; Senatsurteil in BFH\/NV 2019, 136).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Vor diesem Hintergrund und mangels geltend gemachter und durchgreifender Verfahrensr&uuml;gen ist es nicht zu beanstanden, dass das FG nicht das Holz und die Pappe, aus denen die St&uuml;tzkonstruktion der Katzenkratzb&auml;ume besteht, sondern die f&uuml;r die Oberfl&auml;chenbeschaffenheit ma&szlig;geblichen Stoffe als charakterbestimmend angesehen hat, da diese ausschlaggebend ist f&uuml;r die Nutzung der Katzenkratzb&auml;ume als Sitz-, Liege- oder Schlafplatz, als Beobachtungsposten und zum Sch&auml;rfen der Krallen sowie f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, den eigenen Geruch auszusenden. Zugleich hat das FG das Spielzeug, die Plastikkappen und die Muttern in nicht zu beanstandender Weise f&uuml;r untergeordnet gehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG steht im Einklang mit der Einsch&auml;tzung der Europ&auml;ischen Kommission in der DVO&nbsp;350\/2014, mit der diese einen Katzenkratzbaum, der in seinen objektiven Beschaffenheitsmerkmalen teilweise denjenigen des Streitfalls gleicht, in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;98 KN eingereiht hat. Diese Verordnung ist zwar erst am 28.04.2014 in Kraft getreten und somit auf die mit den Zollanmeldungen vom 10.12.2012 und vom 15.01.2013 angemeldeten Waren in zeitlicher Hinsicht nicht unmittelbar anwendbar. Gleiches gilt f&uuml;r die Durchf&uuml;hrungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;1229\/2013 der Kommission vom 28.11.2013 &#8211;DVO&nbsp;1229\/2013&#8211; zur Einreihung bestimmter Waren in die Kombinierte Nomenklatur (ABlEU Nr.&nbsp;L 322\/8), mit der eine Art Katzenkratzs&auml;ule bestehend aus einer mit einem Gewebe bezogenen Holzplattform und einer mit Sisal bezogenen R&ouml;hre der Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;98 KN zugewiesen wurde. Dar&uuml;ber hinaus gelten Einreihungsverordnungen stets nur f&uuml;r die begutachtete Ware, die Anlass zu der Verordnung gegeben hat. Sofern Einreihungsverordnungen jedoch wie im Regelfall lediglich zur Klarstellung der Rechtslage zum Zweck der einheitlichen Anwendung der KN und nicht zur &Auml;nderung des bestehenden Rechts ergehen, bestehen keine Bedenken, solche Verordnungen als Indiz zur Best&auml;tigung tariflicher Einreihungen heranzuziehen, sofern die Warenbeschreibung in ihren wesentlichen Punkten mit derjenigen der einzureihenden Ware &uuml;bereinstimmt (Senatsurteil vom 12.04.2011&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;20\/07, BFHE 233, 561, ZfZ 2011, 177; Senatsbeschluss vom 10.02.2014&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;39\/12, ZfZ 2014, 132). Damit wird dem mit einer verbindlichen Einreihungsverordnung verbundenen Ziel der koh&auml;renten Auslegung der KN und der Gleichbehandlung der Wirtschaftsteilnehmer Rechnung getragen (vgl. EuGH-Urteil GROFA u.a., EU:C:2017:232, Rz&nbsp;37, ZfZ 2017, 163; vgl. auch Senatsurteil in BFH\/NV 2019, 136).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, an die der erkennende Senat mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Revisionsgr&uuml;nde gebunden ist (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), stimmen die Beschaffenheitsmerkmale der Einfuhrwaren des Streitfalls teilweise mit denen des im Anhang der DVO&nbsp;350\/2014 beschriebenen Katzenkratzbaums &uuml;berein. Soweit solche &Uuml;bereinstimmungen der Beschaffenheitsmerkmale bestehen, lassen sich der DVO&nbsp;350\/2014 Indizien f&uuml;r die zutreffende zolltarifliche Einreihung der im vorliegenden Fall eingef&uuml;hrten Waren entnehmen, auch wenn die Ware der DVO&nbsp;350\/2014 und diejenigen des Streitfalls nicht in jeder Hinsicht identisch sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wie der im Anhang der DVO&nbsp;350\/2014 beschriebene Katzenkratzbaum bestehen die Kratzb&auml;ume des Streitfalls aus mit Stoff &#8211;wenn auch im Streitfall mit Pl&uuml;schgewirken und in der Einreihungsverordnung mit Pl&uuml;schgewebe&#8211; &uuml;berzogenen Holzk&auml;sten mit Einstiegs&ouml;ffnungen und mit Stoff &uuml;berzogenen Holzplatten. Die verschiedenen Ebenen der Kratzb&auml;ume werden durch Pappr&ouml;hren miteinander verbunden, die mit Sisalseil mit einem Titer von mehr als 20&nbsp;000&nbsp;dtex umwickelt sind. In beiden F&auml;llen handelt es sich um Konstruktionen, die nach ihren objektiven Beschaffenheitsmerkmalen so gestaltet sind, dass Katzen darauf schlafen oder liegen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem sollten die Waren in beiden F&auml;llen den Katzen als Spielger&auml;t und zum Sch&auml;rfen der Krallen dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Genau wie das FG hat die Kommission in der DVO&nbsp;350\/2014 auf den erkennbaren und nach seinen Beschaffenheitsmerkmalen dem Kratzbaum innewohnenden Verwendungszweck abgestellt und das Gewebe aus Spinnstoff und die Sisalschnur, nicht jedoch das Holz oder die Pappe als wesentlich angesehen. Auch bei der in der DVO&nbsp;1229\/2013 beschriebenen Ware hat die Kommission den Bezugsstoff und nicht die st&uuml;tzenden Bestandteile Holz, Karton und Kunststoff f&uuml;r charakterbestimmend gehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Waren des Streitfalls mit Pl&uuml;schgewirken &uuml;berzogen sind, w&auml;hrend die von der DVO&nbsp;350\/2014 erfassten Waren mit Pl&uuml;schgewebe versehen waren, ist f&uuml;r die Beantwortung der Frage, ob die Innenkonstruktion des Katzenkratzbaums oder die Au&szlig;enfl&auml;che charakterbestimmend ist, nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Ergebnis ist es auch nicht zu beanstanden, dass das FG bei der Bewertung der f&uuml;r die Oberfl&auml;che verwendeten Stoffe das Pl&uuml;schgewirke f&uuml;r charakterbestimmend gehalten und die von der Revision umfassten Modelle in die Unterpos.&nbsp;6307&nbsp;90&nbsp;10 KN eingereiht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG bei der Bestimmung des charakterbestimmenden Stoffes zun&auml;chst die Vorlieben, Bed&uuml;rfnisse, F&auml;higkeiten und Lebensumst&auml;nde der Hauskatzen als f&uuml;r die Tarifierung relevant gehalten zu haben scheint, st&uuml;nde einer solchen Betrachtung zwar die eingangs dargestellte Rechtsprechung des EuGH entgegen, wonach die Tarifierung einer Ware anhand deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften vorzunehmen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings war f&uuml;r das FG bei der Bestimmung des charakterbestimmenden Stoffes tats&auml;chlich die Fl&auml;che des jeweils verwendeten Oberfl&auml;chenmaterials ausschlaggebend, die in ErlHS&nbsp;19.1 zu AV&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b als m&ouml;gliches Kriterium genannt ist. Diese tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG h&auml;lt einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung stand. Etwaige Rechtsfehler des FG oder Fehler bei der Ermittlung der Oberfl&auml;chenanteile wurden seitens der Beteiligten nicht ger&uuml;gt (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FG anders als das FG M&uuml;nchen in seinem Urteil in ZfZ Beilage 2018 Nr.&nbsp;3, 37 nicht die Sisalseile als charakterbestimmend angesehen hat, f&uuml;hrt nicht dazu, dass die Vorentscheidung gegen Bundesrecht verst&ouml;&szlig;t, sondern ist Ausfluss der dem jeweiligen Tatsachengericht vorbehaltenen tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung des Sachverhalts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Hilfsantrag der Kl&auml;gerin ist unzul&auml;ssig, weil es insoweit an einer Vorentscheidung des FG fehlt (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin zun&auml;chst mit Schriftsatz vom 20.03.2018 ohne Beschr&auml;nkung gegen die Vorentscheidung Revision eingelegt und damit auch die Positionen&nbsp;7 und 8 des Einfuhrabgabenbescheids vom 20.11.2015 einbezogen hatte, wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gerichtskostengesetzes von der Erhebung der Gerichtskosten abgesehen. Insoweit hat das FG zu Unrecht in der Sache entschieden, weil f&uuml;r diese Positionen kein Vorverfahren durchgef&uuml;hrt worden war und daher die Sachentscheidungsvoraussetzungen nicht vorgelegen hatten (vgl. &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO). Aus denselben Gr&uuml;nden werden auch f&uuml;r die zun&auml;chst erhobene unselbst&auml;ndige Anschlussrevision des HZA, die infolge der R&uuml;cknahme der Revision in den genannten Punkten gegenstandslos geworden ist, keine Gerichtskosten erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.2.2020, VII R 15\/18ECLI:DE:BFH:2020:U.180220.VIIR15.18.0 Tarifierung von Katzenkratzb&auml;umen Leits&auml;tze 1. NV: Die Bestimmung des charakterbestimmenden Stoffes oder Bestandteils i.S. der AV 3 Buchst. b ist eine dem Tatsachengericht vorbehaltene W&uuml;rdigung, die einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung nur eingeschr&auml;nkt zug&auml;nglich ist. 2. NV: Katzenkratzb&auml;ume sind in die Unterpos. 6307 90 10 KN einzureihen, wenn das auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-15-18-tarifierung-von-katzenkratzbaeumen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;15\/18 &#8211; Tarifierung von Katzenkratzb&auml;umen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72363","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72363"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72363\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}