{"id":72384,"date":"2020-06-03T19:23:47","date_gmt":"2020-06-03T17:23:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=72384"},"modified":"2020-06-03T19:23:47","modified_gmt":"2020-06-03T17:23:47","slug":"i-r-14-18-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-abschreibung-auf-unbesicherte-konzerndarlehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-14-18-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-abschreibung-auf-unbesicherte-konzerndarlehen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;14\/18 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Abschreibung auf unbesicherte Konzerndarlehen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.8.2019, I R 14\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.140819.IR14.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Abschreibung auf unbesicherte Konzerndarlehen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die fehlende Besicherung der Forderung aus einem Schuldscheindarlehen geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &sect;&nbsp;&nbsp;1 Abs. 1 AStG. Gleiches gilt f&uuml;r Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. 9 Abs. 1 DBA-USA 1989).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. 9 Abs. 1 DBA-USA 1989) beschr&auml;nkt den Korrekturbereich des &sect; 1 Abs. 1 AStG nicht auf sog. Preisberichtigungen, sondern erm&ouml;glicht auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 27.02.2019 &#8211; I R 73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG steht bei Gesch&auml;ftsbeziehungen mit Tochtergesellschaften aus Drittstaaten das Unionsrecht nicht entgegen (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 27.02.2019 &#8211; I R 51\/17, BFHE 264, 292).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 27.09.2017 &#8211; 5 K 1648\/12 aufgehoben, soweit der Klage stattgegeben wurde, und die Klage insoweit abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Au&szlig;ensteuergesetz) i.d.F. des Gesetzes zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz) vom 16.05.2003 (BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) &#8211;AStG&#8211;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine inl&auml;ndische AG, war in 2006 (Streitjahr) Alleingesellschafterin der C&nbsp;Inc., einer US-amerikanischen Kapitalgesellschaft. Die C&nbsp;Inc. war zum 31.12.2005 in H&ouml;he von 2.347.260&nbsp;US-$ &uuml;berschuldet. Die Kl&auml;gerin gew&auml;hrte der C&nbsp;Inc. daher in den Jahren 2005 und 2006 Darlehen in Form sog. Schuldscheindarlehen mit einer Gesamth&ouml;he von 3.116.384,93&nbsp;US-$ (2.552.471,28 EUR) und einer Laufzeit bis zum 31.12.2007. Die Schuldscheine sahen keine Sicherheiten vor; der vereinbarte Zinssatz richtete sich nach dem Leitzins der US-Gesch&auml;ftsbanken an ihre Kunden mit bester Bonit&auml;t zuz&uuml;glich einem Prozentpunkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.07.2006 &uuml;bertrug die C&nbsp;Inc. der Kl&auml;gerin zur Sicherung aller derzeit und zuk&uuml;nftig f&auml;lligen Betr&auml;ge aus den bis zum 01.11.2006 ausgestellten Schuldscheinen im Gesamtbetrag von nicht mehr als 1.000.000&nbsp;US-$ Forderungen aus Lagerungsgeb&uuml;hren. Die C&nbsp;Inc. stellte ihr operatives Neugesch&auml;ft Ende 2006 ein; im Januar 2007 verzichtete die Kl&auml;gerin auf die Zinszahlungen aus den Schuldscheinen. Zum 31.12.2006 nahm die Kl&auml;gerin auf die Darlehen eine gewinnmindernde Abschreibung in H&ouml;he von 1.809.471,28&nbsp;EUR vor, so dass ein Restwert in H&ouml;he von 743.000&nbsp;EUR verblieb. Diesen Betrag ermittelte die Kl&auml;gerin anhand der erwarteten abgezinsten Einzahlungs&uuml;bersch&uuml;sse aus dem Verkauf der Bestandsvertr&auml;ge durch die C&nbsp;Inc. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) neutralisierte die Gewinnminderung mit R&uuml;cksicht auf die fehlende Forderungsbesicherung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hatte &uuml;berwiegend Erfolg (Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; vom 27.09.2017&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;1648\/12, Entscheidungen der Finanzgerichte 2019, 84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil &#8211;soweit der Klage stattgegeben wurde&#8211; aufzuheben und die Klage insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist, soweit der Klage stattgegeben wurde, aufzuheben und die Klage insoweit abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorinstanz hat zu Unrecht angenommen, dass das Einkommen der Kl&auml;gerin nicht zu korrigieren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) waren die zwischen der Kl&auml;gerin und der C&nbsp;Inc. vereinbarten Schuldscheindarlehen ernstlich gewollt und daher steuerrechtlich anzuerkennen; zudem lagen nach den gleichfalls bindenden Fest-stellungen des FG zum Bilanzstichtag des Streitjahres die Voraussetzungen einer gewinnmindernden Abschreibung auf den unbesicherten Teil der Forderung aus den Schuldscheindarlehen in H&ouml;he von 1.809.471,28&nbsp;EUR vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die hierdurch bedingte Eink&uuml;nfteminderung ist jedoch nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG zu neutralisieren (vgl. Senatsurteil vom 27.02.2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;17&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werden Eink&uuml;nfte eines Steuerpflichtigen aus Gesch&auml;ftsbeziehungen mit einer ihm nahestehenden Person dadurch gemindert, dass er im Rahmen solcher Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Ausland Bedingungen vereinbart, die von denen abweichen, die voneinander unabh&auml;ngige Dritte unter gleichen oder &auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen vereinbart h&auml;tten, so sind seine Eink&uuml;nfte unbeschadet anderer Vorschriften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG so anzusetzen, wie sie unter den zwischen unabh&auml;ngigen Dritten vereinbarten Bedingungen angefallen w&auml;ren. Gesch&auml;ftsbeziehung in diesem Sinne ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;4 AStG jede den Eink&uuml;nften zugrunde liegende schuldrechtliche Beziehung, die keine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung ist und entweder beim Steuerpflichtigen oder bei der nahestehenden Person Teil einer T&auml;tigkeit ist, auf die die &sect;&sect;&nbsp;13, 15, 18 oder 21 des Einkommensteuergesetzes anzuwenden sind oder im Fall eines ausl&auml;ndischen Nahestehenden anzuwenden w&auml;ren, wenn die T&auml;tigkeit im Inland vorgenommen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Darlehensverh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der C&nbsp;Inc. ist eine Gesch&auml;ftsbeziehung i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;4 AStG, zu deren Bedingungen die Nichtbesicherung der Anspr&uuml;che geh&ouml;rt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen des Senatsurteils in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;21 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Nichtbesicherung der R&uuml;ckzahlungsforderung aus dem Darlehen weicht auch von den Bedingungen ab, die voneinander unabh&auml;ngige Dritte unter gleichen oder &auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen vereinbart h&auml;tten (sog. Fremdvergleich).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hat das FG zu der Frage, ob die fehlende Besicherung der Darlehensr&uuml;ckzahlungsforderung dem entspricht, was ein fremder, nicht mit der C&nbsp;Inc. verbundener Darlehensgeber (ex ante) vereinbart h&auml;tte, keine ausdr&uuml;cklichen Feststellungen getroffen. Es hat sich &#8211;aus seiner Sicht konsequent&#8211; mit der Fremdvergleichsproblematik nicht n&auml;her befasst, weil es sich der bisherigen Senatsrechtsprechung (Urteile vom 17.12.2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261, und vom 24.06.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;29\/14, BFHE 250, 386, BStBl II 2016, 258) angeschlossen hat, nach der unter der Geltung der Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen &#8211;OECD-MustAbk&#8211;) nachgebildeten Bestimmungen, zu denen auch der im Streitfall einschl&auml;gige Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern vom 29.08.1989 (BGBl II 1991, 355, BStBl I 1991, 95) &#8211;DBA-USA 1989&#8211; geh&ouml;rt, eine Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG nur dann m&ouml;glich sein sollte, wenn der zwischen den verbundenen Unternehmen vereinbarte Preis seiner H&ouml;he nach dem Fremdvergleichsma&szlig;stab nicht standhalte. An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat indessen nicht fest. Vielmehr erm&ouml;glicht der Korrekturbereich des Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf. Zur Begr&uuml;ndung wird wiederum auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;24&nbsp;ff. Bezug genommen. F&uuml;r Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 DBA-USA 1989 gilt nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Pr&uuml;fung anhand dessen, was fremde Dritte vereinbart h&auml;tten (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG), ist auch nicht aufgrund des sog. R&uuml;ckhalts im Konzern entbehrlich. Der Topos des sog. Konzernr&uuml;ckhalts beschreibt lediglich den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen der Unternehmensverflechtung und bringt die &Uuml;blichkeit zum Ausdruck, innerhalb eines Konzerns Kreditanspr&uuml;che nicht wie unter Fremden abzusichern. Eine fremd&uuml;bliche (werthaltige) Besicherung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs im Sinne einer Einstandsverpflichtung kann allein in den Einflussnahmem&ouml;glichkeiten des beherrschenden Gesellschafters auf den Darlehensnehmer jedoch nicht gesehen werden. Auch insoweit wird auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz 13, 18 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die vom FG festgestellten Umst&auml;nde (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) lassen es ausgeschlossen erscheinen, dass ein nicht mit der C&nbsp;Inc. verbundener Darlehensgeber dieser das mit der Kl&auml;gerin vereinbarte Schuldscheindarlehen ohne werthaltige Sicherheiten gew&auml;hrt h&auml;tte. Dabei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, dass die C&nbsp;Inc. zum 31.12.2005 in H&ouml;he von 2.347.260&nbsp;US-$ &uuml;berschuldet war und sich in einer dauerdefizit&auml;ren Situation befand. Auch ist &#8211;noch nicht einmal ansatzweise&#8211; erkennbar, dass ein fremder Dritter bereit gewesen w&auml;re, die fehlende Besicherung und das hiermit verbundene Ausfallrisiko durch einen Zinsaufschlag zu kompensieren. Da der vereinbarte Zinssatz nur einen Prozentpunkt &uuml;ber dem Leitzins der US-Gesch&auml;ftsbanken an ihre Kunden &quot;mit bester Bonit&auml;t&quot; lag, sind hiervon offensichtlich auch die Vertragsparteien ausgegangen. Einer Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur weiteren Sachaufkl&auml;rung bedarf es bei dieser Sachlage nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung darauf hingewiesen hat, dass Schuldscheindarlehen nicht selten unbesichert gew&auml;hrt w&uuml;rden, ergibt sich hieraus f&uuml;r den Streitfall keine andere Beurteilung. Der Einwand l&auml;sst zum einen au&szlig;er Acht, dass regelm&auml;&szlig;ig von einer Absicherung von Schuldscheindarlehen nur dann abgesehen wird, wenn der Darlehensnehmer &uuml;ber eine hervorragende Bonit&auml;t verf&uuml;gt (vgl. H&uuml;ther in Eilers\/R&ouml;dding\/Schmalenbach, Unternehmensfinanzierung, 2.&nbsp;Aufl., C&nbsp;Rz&nbsp;243). Zum anderen bleibt unber&uuml;cksichtigt, dass auch diese Bonit&auml;tspr&uuml;fung an den Verh&auml;ltnissen des (konkreten) Darlehensnehmers (im Streitfall mithin denjenigen der C&nbsp;Inc.) auszurichten ist (vgl. H&uuml;ther, ebenda, &quot;Bonit&auml;t der Darlehensnehmer&quot;; Mansel in Staudinger, BGB, &sect;&nbsp;488 Rz&nbsp;560b: &quot;Bonit&auml;t des Schuldners&quot;; Woesch\/Dietrich, Zeitschrift f&uuml;r Bank- und Kapitalmarktrecht 2019, 399, 402: &quot;Bonit&auml;t des Darlehensnehmers&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Eink&uuml;nfteminderung ist auch i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG durch (&quot;dadurch&quot;) die fehlende Besicherung eingetreten. Zur weiteren Begr&uuml;ndung wird erneut auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;23 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich widerstreitet auch das Unionsrecht nicht einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG. Da die Vereinigten Staaten von Amerika kein Mitgliedsstaat der Europ&auml;ischen Union sind, wird insoweit auf die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil vom 27.02.2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;51\/17 (BFHE 264, 292, Rz&nbsp;20) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die grunds&auml;tzlich auch im Verkehr mit Drittstaaten gesch&uuml;tzte Kapitalverkehrsfreiheit (Art.&nbsp;56 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger anderer damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211;, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 2002, Nr.&nbsp;C&nbsp;325, 1; jetzt Art.&nbsp;63 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;AEUV&#8211;, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115,&nbsp;47) wird von der insoweit vorrangig anzuwendenden Niederlassungsfreiheit verdr&auml;ngt (Senatsurteile vom 06.03.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFHE 241, 157, BStBl II 2013, 707; vom 19.07.2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;87\/15, BFHE 259, 435). Sie w&auml;re im &Uuml;brigen auch nach der sog. Standstill-Klausel des Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;1 EG (jetzt Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 AEUV) nicht anwendbar (vgl. Senatsurteil in BFHE 264, 292, Rz&nbsp;21&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil beruht auf einer anderen rechtlichen Beurteilung. Es kann daher keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.8.2019, I R 14\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.140819.IR14.18.0 Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Abschreibung auf unbesicherte Konzerndarlehen Leits&auml;tze 1. NV: Die fehlende Besicherung der Forderung aus einem Schuldscheindarlehen geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &sect;&nbsp;&nbsp;1 Abs. 1 AStG. Gleiches gilt f&uuml;r Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. 9 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-14-18-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-gewinnmindernder-abschreibung-auf-unbesicherte-konzerndarlehen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;14\/18 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei gewinnmindernder Abschreibung auf unbesicherte Konzerndarlehen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-72384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}