{"id":72536,"date":"2020-07-07T18:06:04","date_gmt":"2020-07-07T16:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=72536"},"modified":"2020-07-07T18:06:09","modified_gmt":"2020-07-07T16:06:09","slug":"beschwerde-gegen-den-beschluss-des-fg-die-oeffentliche-zustellung-eines-urteils-zu-bewilligen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/beschwerde-gegen-den-beschluss-des-fg-die-oeffentliche-zustellung-eines-urteils-zu-bewilligen\/","title":{"rendered":"Beschwerde gegen den Beschluss des FG, die \u00f6ffentliche Zustellung eines Urteils zu bewilligen"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beschluss\u00a0<\/strong>vom 12. November 2019, VIII S 18\/19<\/h1>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2019:B.121119.VIIIS18.19.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VIII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 53 Abs 2 , FGO \u00a7 128 Abs 1 , ZPO \u00a7 186 , FGO \u00a7 104 Abs 1<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Nieders\u00e4chsisches Finanzgericht , 20. Mai 2019, Az: 13 K 41\/19<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Da gegen die Bewilligung der \u00f6ffentlichen Zustellung durch das Prozessgericht gem\u00e4\u00df \u00a7 186 ZPO eine Beschwerde nach den Regeln der ZPO nicht zul\u00e4ssig ist und dies aufgrund der Bezugnahme in \u00a7 53 Abs. 2 FGO auf die Zustellungsregelungen der ZPO auch im finanzgerichtlichen Verfahren gilt, kann ein solcher Beschluss des FG nicht mit der Beschwerde gem\u00e4\u00df \u00a7 128 FGO angefochten werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers gegen den Beschluss des Nieders\u00e4chsischen Finanzgerichts vom 20.05.2019 &#8211; 13 K 41\/19, die \u00f6ffentliche Zustellung des Urteils anzuordnen, wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Die Beschwerde ist nicht statthaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) steht den Beteiligten gegen Entscheidungen des Finanzgerichts (FG), des Vorsitzenden oder des Berichterstatters, die nicht Urteile oder Gerichtsbescheide sind, die Beschwerde zum Bundesfinanzhof (BFH) zu, soweit in diesem Gesetz nicht etwas anderes bestimmt ist. Die Beschwerde ist auch nicht gegeben, wenn die Entscheidung nach den Vorschriften eines anderen im finanzgerichtlichen Verfahren anzuwendenden Gesetzes unanfechtbar ist (Gr\u00e4ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;128 Rz&nbsp;6). Dies ist f\u00fcr den vorliegend angefochtenen Beschluss des FG, dem Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer das im Verfahren 13&nbsp;K&nbsp;41\/19 ergangene Urteil vom 14.05.2019 \u00f6ffentlich zuzustellen, der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach \u00a7&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ist ein aufgrund m\u00fcndlicher Verhandlung verk\u00fcndetes Urteil den Beteiligten zuzustellen. Zugestellt wird von Amts wegen nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; (\u00a7&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO). Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. \u00a7&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO und \u00a7\u00a7&nbsp;166 Abs.&nbsp;2, 186 Abs.&nbsp;1 ZPO entscheidet \u00fcber die Bewilligung der \u00f6ffentlichen Zustellung das Prozessgericht durch Beschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen die Bewilligung der \u00f6ffentlichen Zustellung durch das Prozessgericht ist eine Beschwerde nach den Regeln der ZPO nicht zul\u00e4ssig (Z\u00f6ller\/Schultzky, ZPO, 33.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;186 Rz&nbsp;5). Dies gilt aufgrund der Bezugnahme in \u00a7&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO auf die Zustellungsregelungen der ZPO auch im finanzgerichtlichen Verfahren. Dies entspricht auch der Rechtsprechung des BFH zu \u00f6ffentlichen Zustellungen vor der \u00c4nderung des \u00a7&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO durch das Zustellungsreformgesetz vom 25.06.2001 (BGBl I 2001, 1206), das zum 01.07.2002 in Kraft getreten ist, und die nach den Regelungen des Verwaltungszustellungsgesetzes durchgef\u00fchrt wurden. Bei diesen handelte es sich ebenfalls nicht um beschwerdef\u00e4hige &#8222;Entscheidungen&#8220; (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 22.11.1990&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;300\/90, BFH\/NV 1991, 335).<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss\u00a0vom 12. November 2019, VIII S 18\/19 ECLI:DE:BFH:2019:B.121119.VIIIS18.19.0 BFH VIII. Senat FGO \u00a7 53 Abs 2 , FGO \u00a7 128 Abs 1 , ZPO \u00a7 186 , FGO \u00a7 104 Abs 1 vorgehend Nieders\u00e4chsisches Finanzgericht , 20. 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