{"id":72723,"date":"2020-08-02T12:53:07","date_gmt":"2020-08-02T10:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=72723"},"modified":"2020-08-02T12:53:12","modified_gmt":"2020-08-02T10:53:12","slug":"anforderungen-an-die-zur-ausuebung-des-rechts-auf-vorsteuerabzug-erforderliche-rechnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/anforderungen-an-die-zur-ausuebung-des-rechts-auf-vorsteuerabzug-erforderliche-rechnung\/","title":{"rendered":"Anforderungen an die zur Aus\u00fcbung des Rechts auf Vorsteuerabzug erforderliche Rechnung"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Beschluss vom 18. Mai 2020, XI B 105\/19<\/h1>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2020:B.180520.XIB105.19.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH XI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 2 , UStG \u00a7 14 Abs 4 S 1 Nr 5 , UStG VZ 2010 , UStG VZ 2011 , UStG VZ 2012<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht des Saarlandes , 14. August 2019, Az: 1 K 1405\/16<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Mit einer Rechnung, die keine ausreichende Leistungsbeschreibung enth\u00e4lt, kann ein m\u00f6glicherweise bestehendes Recht auf Vorsteuerabzug nicht ausge\u00fcbt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Die Beschwerde der Kl\u00e4gerin wegen Nichtzulassung der Revision (K\u00f6rperschaftsteuer 2010 bis 2012) gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 14.08.2019 &#8211; 1 K 1405\/16 wird abgetrennt und an den hierf\u00fcr zust\u00e4ndigen I. Senat des Bundesfinanzhofs abgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Beschwerde der Kl\u00e4gerin wegen Nichtzulassung der Revision (Umsatzsteuer 2010 bis 2012) gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 14.08.2019 &#8211; 1 K 1405\/16 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens wegen Umsatzsteuer 2010 bis 2012 hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<p>I. Der Beschluss ergeht hinsichtlich des Tenors Ziffer&nbsp;1 nach \u00a7&nbsp;113 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ohne weitere Begr\u00fcndung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<p>II. Die Beschwerde wegen Umsatzsteuer 2010 bis 2012 ist unbegr\u00fcndet. Soweit die Beschwerde eine Abweichung des Finanzgerichts (FG) von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) hinreichend dargelegt hat, stellt sich die Vorentscheidung gem\u00e4\u00df dem &#8211;auch im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde zu beachtenden (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 22.09.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;61\/15, BFH\/NV 2016, 414, Rz&nbsp;5; vom 30.08.2017&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;16\/17, BFH\/NV 2017, 1611, Rz&nbsp;3; vom 14.03.2018&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;142\/17, BFH\/NV 2018, 732, Rz&nbsp;12)&#8211; \u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO aus anderen Gr\u00fcnden als richtig dar.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ist Voraussetzung f\u00fcr den Vorsteuerabzug, dass der Unternehmer eine nach den \u00a7\u00a7&nbsp;14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt (vgl. zu diesem Erfordernis BFH-Urteile vom 10.07.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;28\/18, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt, BFH\/NV 2020, 313, Rz&nbsp;15; vom 15.10.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;29\/19 (V&nbsp;R&nbsp;44\/16), zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt, BFH\/NV 2020, 298, Rz&nbsp;18; BFH-Beschluss vom 16.05.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;13\/19, BFHE 264, 521, Rz&nbsp; 29). Insbesondere muss die Rechnung eine ausreichende Leistungsbeschreibung enthalten (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2020, 313, Rz&nbsp;16&nbsp;ff.; in BFH\/NV 2020, 298, Rz&nbsp;38&nbsp;ff.).<\/p>\n\n\n\n<p>2. Hieran fehlt es im Streitfall.<\/p>\n\n\n\n<p>a) Das FG hat in den Entscheidungsgr\u00fcnden (S.&nbsp;12 und 13 des Urteilsabdrucks) in tats\u00e4chlicher Hinsicht festgestellt, dass die monatlichen Rechnungen der Gesellschafter keine Angaben dazu enthielten, welche Dienstleistungen im Einzelnen dem Auftrag zugrunde lagen. Es sei ein Mindestma\u00df an Aufgabenbeschreibung und Kalkulation erforderlich, um die Fremd\u00fcblichkeit beurteilen zu k\u00f6nnen. Hieran fehle es im Streitfall. Auch sei die Aufgabenabgrenzung bzw. -verteilung zwischen den beiden Einzelunternehmern nicht hinreichend deutlich erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>b) Enthalten danach die Rechnungen, mit denen die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) den Vorsteuerabzug begehrt, keine ausreichende Leistungsbeschreibung, um erkennen zu k\u00f6nnen, was Gegenstand der Leistung der Gesellschafter war, ist schon aus diesem Grund der Vorsteuerabzug in den Streitjahren (2010 bis 2012) zu versagen.<\/p>\n\n\n\n<p>c) Dass das FG die diese Beurteilung tragenden tats\u00e4chlichen Feststellungen in den Entscheidungsgr\u00fcnden (und nicht im Tatbestand) getroffen hat, ist unsch\u00e4dlich (vgl. BFH-Urteile vom 06.04.2000&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;56\/99, BFH\/NV 2000, 1191, unter 2.c&nbsp;aa, Rz&nbsp;25; vom 19.06.2001&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;48\/96, BFH\/NV 2002, 153, unter II.4., Rz&nbsp;26&nbsp;f.). Sie k\u00f6nnen vom Senat ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>d) Erg\u00e4nzende Unterlagen, zu deren Ber\u00fccksichtigung \u00fcber die Rechnungen hinaus das FG h\u00e4tte verpflichtet sein k\u00f6nnen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union Barlis&nbsp;06 &#8211; Investimentos Imobiliarios&nbsp;e Turisticos vom 15.09.2016&nbsp;&#8211; C-516\/14, EU:C:2016:690, Umsatzsteuer-Rundschau 2016, 795), liegen nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG mangels schriftlicher Vereinbarungen zwischen der Kl\u00e4gerin und ihren Gesellschaftern ebenfalls nicht vor, so dass auch auf einer solchen Grundlage ein Vorsteuerabzug in den Streitjahren nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>e) Soweit das FG daneben den Vorsteuerabzug f\u00fcr Bauleistungen, die das Privathaus betreffen, versagt hat, wird dies mit der Beschwerde nicht angegriffen. Zulassungsgr\u00fcnde werden diesbez\u00fcglich auch nicht geltend gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss vom 18. Mai 2020, XI B 105\/19 ECLI:DE:BFH:2020:B.180520.XIB105.19.0 BFH XI. Senat UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 2 , UStG \u00a7 14 Abs 4 S 1 Nr 5 , UStG VZ 2010 , UStG VZ 2011 , UStG VZ 2012 vorgehend Finanzgericht des Saarlandes , 14. 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