{"id":73102,"date":"2020-09-25T11:50:54","date_gmt":"2020-09-25T09:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=73102"},"modified":"2020-09-25T11:50:59","modified_gmt":"2020-09-25T09:50:59","slug":"zum-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-einen-antrag-auf-adv-einer-gerichtlichen-zwangsgeldfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zum-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-einen-antrag-auf-adv-einer-gerichtlichen-zwangsgeldfestsetzung\/","title":{"rendered":"Zum Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr einen Antrag auf AdV einer gerichtlichen Zwangsgeldfestsetzung"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Beschluss vom 06. August 2020, VII S 32\/20 (AdV)<\/h1>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2020:BA.060820.VIIS32.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>FGO \u00a7 131 Abs 1 S 1 , FGO \u00a7 131 Abs 1 S 2<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnster, 20. Juli 2020, Az: 10 V 1865\/20 AO<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Gem\u00e4\u00df \u00a7 131 Abs. 1 Satz 1 FGO hat bereits die eingelegte Beschwerde gegen die Festsetzung eines Ordnungs- oder Zwangsmittels aufschiebende Wirkung, so dass kein Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr ein (zus\u00e4tzliches) Verfahren zur Herbeif\u00fchrung eines Aussetzungsbeschlusses gem\u00e4\u00df \u00a7 131 Abs. 1 Satz 2 FGO besteht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Antrag, den Beschluss des Finanzgerichts M\u00fcnster vom 20.07.2020 &#8211; 10 V 1865\/20 AO auszusetzen, wird abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Antragsteller und Antragsgegner (Antragsteller) hat Einkommensteuerschulden aus den Jahren 2010 bis 2018. Sein Bankkonto wird als Pf\u00e4ndungsschutzkonto (P-Konto) gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;850k der Zivilprozessordnung gef\u00fchrt. Im Mai 2018 und im Juli 2019 wurden seiner Bank Pf\u00e4ndungs- und \u00dcberweisungsbeschl\u00fcsse des Antragsgegners und Antragstellers (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) \u00fcber insgesamt rund \u2026&nbsp;\u20ac zugestellt. Anschlie\u00dfend wurde sein Bankguthaben nach seinen Angaben von weiteren Gl\u00e4ubigern gepf\u00e4ndet. Am 12.05.2020 beantragte der Antragsteller beim Land Nordrhein-Westfalen eine Corona-Soforthilfe f\u00fcr Kleinstunternehmer und Soloselbst\u00e4ndige. Mit Bescheid vom selben Tag wurden ihm die beantragte Soforthilfe als einmalige Pauschale bewilligt und 9.000&nbsp;\u20ac auf das P-Konto \u00fcberwiesen. Nachdem das FA das Guthaben nicht freigab, stellte der Antragsteller beim Finanzgericht (FG) den Antrag auf Vollstreckungsschutz nach \u00a7&nbsp;258 der Abgabenordnung (AO) durch Erlass einer entsprechenden einstweiligen Anordnung. Mit Beschluss vom 15.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO erlie\u00df das FG die begehrte einstweilige Anordnung und verpflichtete das FA gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;258 AO, der Bank innerhalb eines Arbeitstages nach Zustellung des Beschlusses anzuzeigen, dass es Verf\u00fcgungen des Antragstellers \u00fcber einen Betrag in H\u00f6he von 9.000&nbsp;\u20ac bis zum 12.08.2020 freigebe. F\u00fcr den Fall, dass die Bank aufgrund der Pf\u00e4ndungs- und Einziehungsverf\u00fcgungen der Jahre 2018 und 2019 zwischenzeitlich diesen Betrag oder einen Teil davon an das FA ausgezahlt habe, werde dieses verpflichtet, diesen Betrag auf das Konto des Antragstellers zur\u00fcckzu\u00fcberweisen.<\/li><li>Das FG hat gegen diesen Beschluss die Beschwerde zum Bundesfinanzhof (BFH) zugelassen, die vom FA mit Telefaxschreiben vom 22.06.2020 eingelegt wurde und unter dem Az.&nbsp;VII&nbsp;B&nbsp;77\/20 gef\u00fchrt wird. Au\u00dferdem hat das FA in diesem Schreiben gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;131 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Aussetzung der Vollziehung (AdV) des Beschlusses vom 15.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO beantragt, die das FG mit Beschluss vom 24.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO abgelehnt hat. Die Beschwerde des FA gegen den Beschluss vom 24.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO wurde als unzul\u00e4ssig verworfen (Senatsbeschluss vom 16.07.2020&nbsp;&#8211;&nbsp;VII&nbsp;B&nbsp;79\/20&nbsp;(AdV)). Der Antrag auf AdV des FG-Beschlusses vom 15.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO wurde mit Senatsbeschluss vom 16.07.2020&nbsp;&#8211; VII&nbsp;S&nbsp;24\/20&nbsp;(AdV) abgelehnt.<\/li><li>Zuvor hat das FG auf Antrag des Antragstellers in dem Beschluss vom 03.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO dem FA ein Zwangsgeld in H\u00f6he von 1.000&nbsp;\u20ac angedroht f\u00fcr den Fall, dass es bis zum 08.07.2020 der im Beschluss vom 15.06.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1604\/20&nbsp;AO gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;258 AO ausgesprochenen Verpflichtung nicht nachkomme. Mit dem streitgegenst\u00e4ndlichen Beschluss vom 20.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO hat das FG das Zwangsgeld festgesetzt.<\/li><li>Das FA hat gegen den Beschluss vom 03.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO, mit dem das FG das Zwangsgeld angedroht hat, am 16.07.2020 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 FGO Beschwerde eingelegt, die unter dem Az.&nbsp;VII&nbsp;B&nbsp;85\/20 gef\u00fchrt wird, und den unter dem Az.&nbsp;VII&nbsp;S&nbsp;27\/20&nbsp;(AdV) gef\u00fchrten Antrag gestellt, den Beschluss des FG M\u00fcnster vom 03.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO \u00fcber die Androhung des Zwangsgeldes auszusetzen.<\/li><li>Au\u00dferdem hat das FA gegen den Beschluss vom 20.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO, mit dem das FG das Zwangsgeld festgesetzt hat, am 28.07.2020 gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 FGO Beschwerde eingelegt, die unter dem Az.&nbsp;VII&nbsp;B&nbsp;94\/20 gef\u00fchrt wird, und den streitgegenst\u00e4ndlichen Antrag gestellt, den FG-Beschluss vom 20.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO \u00fcber die Festsetzung des Zwangsgeldes auszusetzen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Antrag des FA, den FG-Beschluss vom 20.07.2020&nbsp;&#8211; 10&nbsp;V&nbsp;1865\/20&nbsp;AO &#8211;in dem das FG das Zwangsgeld festgesetzt hat&#8211; auszusetzen, ist abzulehnen.<\/li><li>1. Der Antrag ist mangels Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses des FA unzul\u00e4ssig.<\/li><li>Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;131 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO hat bereits die Beschwerde gegen die Festsetzung eines Ordnungs- oder Zwangsmittels aufschiebende Wirkung. Eines zus\u00e4tzlichen Aussetzungsbeschlusses bedarf es somit nicht. Es besteht deshalb kein Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr ein Verfahren zur Herbeif\u00fchrung eines Aussetzungsbeschlusses gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;131 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO.<\/li><li>2. Bei der streitgegenst\u00e4ndlichen Entscheidung handelt es sich um ein Nebenverfahren zum Beschwerdeverfahren VII&nbsp;B&nbsp;94\/20, in dem keine (zus\u00e4tzliche) Kostenentscheidung zu treffen ist (BFH-Beschl\u00fcsse vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; VI&nbsp;S&nbsp;8\/08, juris, und vom 17.07.2012&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;24\/12, BFH\/NV 2012, 1638, jeweils m.w.N.).<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss vom 06. August 2020, VII S 32\/20 (AdV) ECLI:DE:BFH:2020:BA.060820.VIIS32.20.0 BFH VII. Senat FGO \u00a7 131 Abs 1 S 1 , FGO \u00a7 131 Abs 1 S 2 vorgehend FG M\u00fcnster, 20. Juli 2020, Az: 10 V 1865\/20 AO Leits\u00e4tze NV: Gem\u00e4\u00df \u00a7 131 Abs. 1 Satz 1 FGO hat bereits die eingelegte Beschwerde gegen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zum-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-einen-antrag-auf-adv-einer-gerichtlichen-zwangsgeldfestsetzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zum Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr einen Antrag auf AdV einer gerichtlichen Zwangsgeldfestsetzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-73102","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73102\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}