{"id":7330,"date":"2012-12-01T13:15:07","date_gmt":"2012-12-01T11:15:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7330"},"modified":"2012-12-01T13:15:07","modified_gmt":"2012-12-01T11:15:07","slug":"ii-r-48-08-erwerbsvorgang-auf-gesellschaftsvertraglicher-grundlage-vollbeendigung-einer-gbr-bestimmung-des-grunderwerbsteuerlichen-erwerbsgegenstands-enger-sachlicher-zusammenhang-zwischen-kaufvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-48-08-erwerbsvorgang-auf-gesellschaftsvertraglicher-grundlage-vollbeendigung-einer-gbr-bestimmung-des-grunderwerbsteuerlichen-erwerbsgegenstands-enger-sachlicher-zusammenhang-zwischen-kaufvertrag\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;48\/08 &#8211; Erwerbsvorgang auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage &#8211; Vollbeendigung einer GbR &#8211; Bestimmung des grunderwerbsteuerlichen Erwerbsgegenstands &#8211; Enger sachlicher Zusammenhang zwischen Kaufvertrag und Bauvertrag &#8211; Keine Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bei fehlerhafter Vertragseinordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.2.2011, II R 48\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Erwerbsvorgang auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage &#8211; Vollbeendigung einer GbR &#8211; Bestimmung des grunderwerbsteuerlichen Erwerbsgegenstands &#8211; Enger sachlicher Zusammenhang zwischen Kaufvertrag und Bauvertrag &#8211; Keine Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bei fehlerhafter Vertragseinordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird im Zusammenhang mit der Aufl&ouml;sung einer GbR das Gesamthandsverm&ouml;gen ohne Auseinandersetzung unter den Gesellschaftern auf eine andere GbR &uuml;bertragen, beruht der Erwerb der anderen GbR auch dann nicht auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage i.S. des &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 3 GrEStG, wenn an beiden GbR dieselben Gesellschafter beteiligt sind.<\/p>\n<p>2. Ebenso wie bei einem Kaufvertrag, durch den ein Anspruch auf &Uuml;bereignung eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet wird, ist auch beim Erwerb eines &Uuml;bereignungsanspruchs mittels Abtretung f&uuml;r die H&ouml;he der Gegenleistung entscheidend, in welchem tats&auml;chlichen, m&ouml;glicherweise auch erst zuk&uuml;nftig herzustellenden Zustand der Erwerber das Grundst&uuml;ck erhalten soll, d.h. in welchem tats&auml;chlichen Zustand das Grundst&uuml;ck Gegenstand des Erwerbsvorgangs ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. An der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einem Immobilienfonds in der Rechtsform einer GbR, sowie an der Immobilienfonds M-XVI-GbR waren zu 95 v.H. die M-AG, zu 4 v.H. die M-GmbH und zu 1 v.H. K beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 26. August 1998 traten die Gesellschafter der M-XVI-GbR an die Gesellschafter der Kl&auml;gerin s&auml;mtliche Anspr&uuml;che aus einem Grundst&uuml;ckskaufvertrag der M-XVI-GbR mit der M-AG vom 17. Dezember 1997 ab, w&auml;hrend sich die Gesellschafter der Kl&auml;gerin verpflichteten, in s&auml;mtliche im Kaufvertrag vom 17. Dezember 1997 &uuml;bernommenen Verpflichtungen einzutreten. Zugleich beschlossen die Gesellschafter der M-XVI-GbR die Aufl&ouml;sung dieser Gesellschaft unter &Uuml;bertragung des gesamten Verm&ouml;gens auf die Gr&uuml;ndungsgesellschafter der Kl&auml;gerin sowie H, welcher zuvor der Kl&auml;gerin beigetreten war. Die Gesellschafter der Kl&auml;gerin nahmen die &Uuml;bertragungen an und verpflichteten sich, die Gesellschafter der aufgel&ouml;sten Gesellschaft von allen Verbindlichkeiten freizustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des Kaufvertrages vom 17. Dezember 1997 war das Baugrundst&uuml;ck, welches die M-XVI-GbR zuvor von der M-AG erworben hatte. Die M-AG war die Initiatorin des gesamten Bauprojekts und hatte sich zun&auml;chst als Generalunternehmerin gegen&uuml;ber dem Land Y zur Bebauung der entsprechenden Fl&auml;chen verpflichtet. Sie war es auch, welche die Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin und der M-XVI-GbR initiierte und ihre Bebauungsabsicht noch vor dem Erwerb des streitigen Grundst&uuml;cks durch die Kl&auml;gerin konkret umsetzte, indem sie eine baugenehmigungsreife Bebauung entwickelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schloss dann am 31. August 1998 mit der M-AG einen General&uuml;bernehmervertrag zur Bebauung des erworbenen Grundst&uuml;cks und griff mit dem Erwerb der streitigen Flurst&uuml;cke auf die von der M-AG erwirkte Baugenehmigung und deren Bebauungskonzept zur&uuml;ck, mit dessen Verwirklichung bereits seit dem 6. Juli 1998 begonnen worden war. Zur Gewinnung von Kapitalanlegern gab sie einen entsprechenden Prospekt heraus. Nach dem Beitritt von Kapitalanlegern waren die M-AG noch zu 5 v.H., die M-GmbH zu 0,05 v.H. und K zu 0,10 v.H. an der Kl&auml;gerin beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unterwarf die im Vertrag vom 26. August 1998 vereinbarte Abtretung von Anspr&uuml;chen aus dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 17. Dezember 1997 zun&auml;chst auf der Grundlage eines auf 2.568.833 DM gesch&auml;tzten Grundbesitzwertes gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes in der im Streitjahr ma&szlig;gebenden Fassung (GrEStG) der Grunderwerbsteuer und setzte diese gegen die Kl&auml;gerin durch Bescheid vom 28. Dezember 1998 auf 89.909 DM (45.969,74 EUR) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zuletzt mit ge&auml;ndertem Bescheid vom 19. Mai 2005 erh&ouml;hte das FA die Grunderwerbsteuer, indem es nunmehr von den Gesamtkosten in Gestalt des &uuml;bernommenen Grundst&uuml;ckskaufpreises zuz&uuml;glich aller weiteren Kosten der Bauerrichtung in H&ouml;he von 22.509.145,82 DM ausging und die Grunderwerbsteuer unter Ber&uuml;cksichtigung des der M-AG verbliebenen Anteils an der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 5 v.H. nach &sect; 6 Abs. 3 GrEStG auf insgesamt 748.429 DM (382.665,67 EUR) festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der hiergegen erhobenen Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 362 ver&ouml;ffentlichtem Urteil teilweise statt. Der angefochtene Bescheid sei rechtswidrig, soweit er von einer den Betrag von 10.763.000 DM (von der Kl&auml;gerin angegebener Ertragswert des streitbefangenen Grundst&uuml;cks nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GrEStG i.V.m. &sect; 146 Abs. 2 Satz 1 des Bewertungsgesetzes in der im Streitjahr ma&szlig;gebenden Fassung &#8211;BewG&#8211;) &uuml;bersteigenden Bemessungsgrundlage ausgehe. Ma&szlig;geblich sei der nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GrEStG f&uuml;r das bebaute Grundst&uuml;ck zu ermittelnde Bedarfswert nach &sect;&sect; 138 ff. BewG, weil der Grundst&uuml;ckskaufvertrag vom 26. August 1998 einen Erwerbsvorgang auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage darstelle. Die Gesellschafter der M-XVI-GbR h&auml;tten in der notariellen Verhandlung vom 26. August 1998 unter Verzicht auf eine Liquidation die Aufl&ouml;sung der M-XVI-GbR sowie die &Uuml;bertragung des gesamten Verm&ouml;gens dieser Gesellschaft auf die Gesellschafter der Kl&auml;gerin beschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 8 Abs. 1 GrEStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA mit Bescheid vom 25. August 2010 die Steuerfestsetzung im Hinblick auf die Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Grundbesitzwerte als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27. Mai 2009 II R 64\/08, BFHE 225, 508, BStBl II 2009, 856) nach &sect; 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 und 4 der Abgabenordnung f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Revision f&uuml;hrt bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung. Da w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ein &Auml;nderungsbescheid ergangen ist, ist das Urteil des FG gegenstandslos geworden (BFH-Urteile vom 16. Juni 1999 II R 57\/96, BFHE 189, 537, BStBl II 1999, 789; vom 10. Mai 2006 II R 71\/04, BFHE 213, 118, BStBl II 2006, 602; vom 17. Januar 2008 VI R 44\/07, BFHE 220, 269, BStBl II 2011, 21). Der Senat entscheidet &uuml;ber die Klage gegen den gem&auml;&szlig; &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 68 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Revisionsverfahrens gewordenen Grunderwerbsteuerbescheid vom 25. August 2010. Es bedarf keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG nach &sect; 127 FGO, weil sich durch den &Auml;nderungsbescheid vom 25. August 2010 der Streitstoff nicht ver&auml;ndert hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. etwa BFH-Urteile vom 29. Juli 1992 II R 39\/89, BFHE 168, 431, BStBl II 1993, 63; vom 10. November 2004 XI R 30\/04, BFHE 208, 194, BStBl II 2005, 274).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif, weil die Feststellungen des FG ausreichen, um in der Sache selbst zu entscheiden (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Die Klage ist &uuml;berwiegend unbegr&uuml;ndet und war daher im Wesentlichen abzuweisen. Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, bei der Abtretung der Anspr&uuml;che aus dem Kaufvertrag handele es sich um einen Erwerbsvorgang auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage i.S. des &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 3 GrEStG. Vielmehr ist nach &sect; 8 Abs. 1 GrEStG die Grunderwerbsteuer nach dem Wert der Gegenleistung zu bemessen. Dabei ist &#8211;wie zuletzt im Grunderwerbsteuer&auml;nderungsbescheid vom 19. Mai 2005 geschehen&#8211; die Gegenleistung in H&ouml;he des Gesamtaufwands f&uuml;r das Grundst&uuml;ck einschlie&szlig;lich der Bebauung anzusetzen. Der Klage war lediglich insoweit stattzugeben, als das FA im Rahmen der Anwendung des &sect; 6 Abs. 3 GrEStG die der M-GmbH und dem K verbliebenen Anteile an der Kl&auml;gerin nicht ber&uuml;cksichtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Grunderwerbsteuer bemisst sich im Streitfall nach &sect; 8 Abs. 1 GrEStG nach dem Wert der Gegenleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die M-XVI-GbR hat durch die Vereinbarung vom 26. August 1998 den ihr aus dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag mit der M-AG vom 17. Dezember 1997 zustehenden Anspruch auf Grundst&uuml;cks&uuml;bereignung unmittelbar an die Kl&auml;gerin abgetreten und dadurch einen Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 5 GrEStG verwirklicht. Der Senat ist an die dem entgegenstehende Vertragsauslegung des FG, wonach zun&auml;chst die M-XVI-GbR aufgel&ouml;st worden sei und dann eine Grundst&uuml;cks&uuml;bernahme durch ihre Gesellschafter stattgefunden habe, nicht gebunden. Eine Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO tritt n&auml;mlich nicht ein, wenn das FG einen Vertrag rechtlich nicht richtig eingeordnet hat (vgl. etwa BFH-Urteil vom 13. April 2010 IX R 41\/09, BFH\/NV 2010, 1271).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Vertrag vom 26. August 1998 haben die Gesellschafter der M-XVI-GbR zwar die &Uuml;bertragung des gesamten Verm&ouml;gens dieser Gesellschaft an die Gesellschafter der Kl&auml;gerin beschlossen, w&auml;hrend letztere die &Uuml;bertragung annahmen und s&auml;mtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft &uuml;bernahmen und sich dar&uuml;ber hinaus dazu verpflichteten, die Gesellschafter der aufgel&ouml;sten Gesellschaft von allen Verbindlichkeiten freizustellen. Diese Vereinbarung stellt sich aber aus Sicht des Senats als eine Verpflichtung der durch ihre Gesellschafter handelnden M-XVI-GbR zur &Uuml;bertragung aller Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde der Gesellschaft unmittelbar auf die Kl&auml;gerin dar. Hierf&uuml;r sprechen die Aufl&ouml;sung der M-XVI-GbR ohne Auseinandersetzung und der Verzicht der Gesellschafter auf eine Haftungsvereinbarung, die bei einem Zwischenerwerb der Gesellschafter der aufgel&ouml;sten GbR nahegelegen h&auml;tte. Weiter spricht der tats&auml;chliche Vollzug der Abtretung f&uuml;r diese Auffassung. Denn die Gesellschafter der M-XVI-GbR haben im darauf folgenden Absatz der Vereinbarung &quot;als Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts&quot; s&auml;mtliche Anspr&uuml;che aus dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag mit der M-AG vom 17. Dezember 1997 an die Gesellschafter der Kl&auml;gerin &quot;als Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts&quot; abgetreten; letztere sind in s&auml;mtliche im Grundst&uuml;ckskaufvertrag geregelten Verpflichtungen eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Demnach fand die Erf&uuml;llung der im ersten Absatz vereinbarten Verm&ouml;gens&uuml;bertragung unmittelbar zwischen beiden Gesellschaften statt. Daf&uuml;r spricht bereits der (doppelte) Zusatz &quot;als Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts&quot;. Dieser w&auml;re &uuml;berfl&uuml;ssig gewesen, wenn ein Erwerb unmittelbar durch die Gesellschafter der M-XVI-GbR h&auml;tte erfolgen sollen. Soweit die Kl&auml;gerin die Auffassung vertritt, die M-XVI-GbR sei bereits nach der Vereinbarung im ersten Absatz aufgel&ouml;st gewesen, steht dem schon die Tatsache entgegen, dass eine Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts erst mit der Aufgabe ihres gewerblichen Unternehmens sowie der &Uuml;bertragung s&auml;mtlichen Verm&ouml;gens vollbeendet ist (vgl. BFH-Urteil vom 18. September 1980 V R 175\/74, BFHE 132, 348, BStBl II 1981, 293). Entsprechend blieb es bis zum Abtretungszeitpunkt bei der gesamth&auml;nderischen Gebundenheit des betroffenen Gesellschaftsverm&ouml;gens. Die Gesellschafter waren zuvor nicht in der Verf&uuml;gung &uuml;ber dieses frei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Verpflichtung zur Abtretung eines &Uuml;bereignungsanspruchs an die Kl&auml;gerin unterliegt nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 5 GrEStG der Grunderwerbsteuer. Dies gilt auch dann, wenn eine GbR sich verpflichtet, einen Anspruch auf &Uuml;bereignung eines Grundst&uuml;cks auf eine andere (weitgehend) personenidentische GbR zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Voraussetzungen, unter denen abweichend von der Grundregel in &sect; 8 Abs. 1 GrEStG die Bedarfswerte nach &sect; 138 Abs. 2 oder 3 BewG als Bemessungsgrundlage anzusehen sind, liegen im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Erwerbsvorgang auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 3 GrEStG ist im Streitfall nicht gegeben. Darunter fallen nur solche Grundst&uuml;cks&uuml;berg&auml;nge zwischen einer Gesellschaft und ihren Gesellschaftern, durch die die Gesellschafterstellung des beteiligten Gesellschafters in rechtlicher Hinsicht ber&uuml;hrt oder ver&auml;ndert wird, was etwa der Fall ist, wenn dem Gesellschafter f&uuml;r die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks auf die Gesellschaft eine h&ouml;here Beteiligung einger&auml;umt wird oder wenn sich wegen der &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks durch die Gesellschaft auf den Gesellschafter dessen Beteiligung an der Gesellschaft vermindert (BFH-Beschluss vom 26. Februar 2003 II B 54\/02, BFHE 201, 326, BStBl II 2003, 483; Pahlke in Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 4. Aufl., &sect; 8 Rz 63; Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 9. Aufl., &sect; 8 Rz 42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An diesen Voraussetzungen fehlt es im Streitfall. Denn Gesellschafter, deren Stellung bei der Kl&auml;gerin oder der M-XVI-GbR ber&uuml;hrt worden sein k&ouml;nnte, sind an dem hier steuerbaren Rechtsgesch&auml;ft nicht beteiligt gewesen. Der Eigentumsverschaffungsanspruch der M-XVI-GbR wurde &#8211;wie oben dargelegt&#8211; nicht an ihre Gesellschafter, sondern unmittelbar an die Kl&auml;gerin abgetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anders als die Kl&auml;gerin meint, ist im Streitfall auch nicht von einem Anwendungsfall des &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 2 GrEStG auszugehen. Die M-XVI-GbR sollte nach dem ausdr&uuml;cklichen Willen ihrer Gesellschafter ohne Liquidation unter &Uuml;bertragung ihres gesamten Verm&ouml;gens untergehen. Die Annahme des Bestehens gegenseitiger Sacheinlageverpflichtungen der Gesellschafter der M-XVI-GbR gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin und umgekehrt scheitert daran, dass der Vertrag vom 26. August 1998 keine Anhaltspunkte f&uuml;r derartige Einlageverpflichtungen enth&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch ist im Streitfall &#8211;anders als in &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 GrEStG vorausgesetzt&#8211; eine Gegenleistung zu ermitteln, weil im Fall der Abtretung eines &Uuml;bereignungsanspruchs nach &sect; 9 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 GrEStG die &Uuml;bernahme der Verpflichtung aus dem Rechtsgesch&auml;ft, das den &Uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndet hat, einschlie&szlig;lich der besonderen Leistungen, zu denen sich der &Uuml;bernehmer dem Abtretenden gegen&uuml;ber verpflichtet hat, als Gegenleistung gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Schlie&szlig;lich liegt auch kein Fall mehrerer (kombinierter) &Uuml;bertragungsvorg&auml;nge nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 GrEStG vor, weil die Vertragsparteien im Vertrag vom 26. August 1998 ausdr&uuml;cklich die unmittelbare &Uuml;bertragung des gesamten Verm&ouml;gens der M-XVI-GbR auf die Kl&auml;gerin vereinbart haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Als Gegenleistung gilt in den F&auml;llen der Abtretung eines &Uuml;bereignungsanspruchs nach &sect; 9 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 GrEStG die &Uuml;bernahme der Verpflichtung aus dem Rechtsgesch&auml;ft, das den &Uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndet hat, einschlie&szlig;lich der besonderen Leistungen, zu denen sich der &Uuml;bernehmer dem Abtretenden gegen&uuml;ber verpflichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ebenso wie bei einem Kaufvertrag, durch den ein Anspruch auf &Uuml;bereignung eines Grundst&uuml;cks begr&uuml;ndet wird, ist auch beim Erwerb eines &Uuml;bereignungsanspruchs mittels Abtretung f&uuml;r die H&ouml;he der Gegenleistung entscheidend, in welchem tats&auml;chlichen, m&ouml;glicherweise auch erst zuk&uuml;nftig herzustellenden Zustand der Erwerber das Grundst&uuml;ck erhalten soll, d.h. in welchem tats&auml;chlichen Zustand das Grundst&uuml;ck Gegenstand des Erwerbsvorgangs ist (vgl. st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt: BFH-Entscheidungen vom 19. M&auml;rz 2010 II B 130\/09, BFH\/NV 2010, 1659; vom 23. August 2007 II B 3\/07, BFH\/NV 2007, 2348; vom 23. August 2006 II R 42\/04, BFH\/NV 2007, 760; vom 2. M&auml;rz 2006 II R 39\/04, BFH\/NV 2006, 1880, und vom 2. M&auml;rz 2006 II R 47\/04, BFH\/NV 2006, 1509, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der ma&szlig;gebliche Gegenstand des Erwerbsvorgangs wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand (hier &sect; 1 Abs. 1 Nr. 5 GrEStG) erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Leistungsgegenstand (BFH-Entscheidungen in BFH\/NV 2006, 1880, und vom 2. April 2009 II B 157\/08, BFH\/NV 2009, 1146, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der sachliche Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen ist gegeben, wenn der Erwerber im Zeitpunkt des Abschlusses des Grundst&uuml;ckskaufvertrags in seiner Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der Bauma&szlig;nahme gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite nicht mehr frei war und deshalb feststand, dass er das Grundst&uuml;ck nur in einem bestimmten (bebauten) Zustand erhalten w&uuml;rde (BFH-Urteile vom 8. Februar 1995 II R 19\/92, BFH\/NV 1995, 823, unter II.3.a; in BFH\/NV 2007, 760).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Treten &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehrere Personen als Vertragspartner auf, liegt ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen nur vor, wenn die Personen entweder personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich eng verbunden sind (vgl. BFH-Urteile vom 6. Dezember 1989 II R 72\/87, BFH\/NV 1991, 344; vom 6. Dezember 1989 II R 145\/87, BFH\/NV 1991, 345, und in BFH\/NV 2007, 760) oder aufgrund von Abreden bei der Ver&auml;u&szlig;erung zusammenarbeiten oder durch abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss sowohl des Grundst&uuml;ckskaufvertrags als auch der Vertr&auml;ge, die der Bebauung des Grundst&uuml;cks dienen, hinwirken (BFH-Urteile vom 13. August 2003 II R 52\/01, BFH\/NV 2004, 663; vom 21. September 2005 II R 49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus wird ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen Kauf- und Bauvertrag indiziert, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf einem bestimmten Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis anbietet und der Erwerber dieses Angebot annimmt (BFH-Urteil in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch die Annahme eines solchen einheitlichen Angebots ausgel&ouml;ste Indizwirkung f&uuml;r das Vorliegen eines engen sachlichen Zusammenhangs zwischen Kauf- und Bauvertrag gilt auch dann, wenn auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehrere Personen auftreten. Denn die Abgabe eines einheitlichen Angebots durch eine von mehreren auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite handelnden Personen ist kaum denkbar, ohne dass dem eine Abstimmung mit den &uuml;brigen Personen zugrunde liegt oder das Grundst&uuml;ck dem Handelnden vom Eigent&uuml;mer anderweitig &quot;an die Hand&quot; gegeben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Es kann dahinstehen, ob im Streitfall die aus mehreren Personen bestehende Ver&auml;u&szlig;ererseite &#8211;n&auml;mlich die M-AG und die M-XVI-GbR, an der die M-AG zu 95 v.H. beteiligt war&#8211; der Kl&auml;gerin vor Abschluss des Abtretungsvertrages vom 26. August 1998 ein auf den Grundst&uuml;ckserwerb und die Bebauung bezogenes einheitliches Angebot gemacht hat, wof&uuml;r der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der Abtretung des &Uuml;bereignungsanspruchs und dem Abschluss des General&uuml;bernehmervertrags vom 31. August 1998 sprechen k&ouml;nnte. Denn das Grundst&uuml;ck im bebauten Zustand ist schon deshalb als Gegenstand des Erwerbsvorgangs anzusehen, weil die vorgenannten Vertr&auml;ge vom 26. August 1998 einerseits und vom 31. August 1998 jedenfalls in einem objektiv sachlichen Zusammenhang stehen. Die Kl&auml;gerin war gegen&uuml;ber der gesellschaftsrechtlich verbundenen Ver&auml;u&szlig;ererseite bereits bei Abschluss des Abtretungsvertrages zumindest faktisch an die konkrete Bebauung des Grundst&uuml;cks gebunden. Dies ergibt sich daraus, dass nach den genehmigten Baupl&auml;nen bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses des Abtretungsvertrages mit der Bebauung begonnen worden war und damit die Kl&auml;gerin sich nicht ohne wirtschaftliche Nachteile vom Baukonzept der M-AG h&auml;tte l&ouml;sen k&ouml;nnen. Ferner bot die M-AG, welche auch an der Kl&auml;gerin zu 95 v.H. beteiligt war, Gew&auml;hr daf&uuml;r, dass es auch zum Abschluss des General&uuml;bernehmervertrags kommen w&uuml;rde (vgl. zur faktischen Bindung auf Grund der Gesellschaftsstruktur BFH-Beschl&uuml;sse vom 4. Oktober 2005 II B 29\/05, BFH\/NV 2006, 123, und vom 9. Februar 2011 II B 50\/10, BFH\/NV 2011, 846). Das FG hat dazu festgestellt, dass die M-AG sowohl Initiatorin des gesamten Bebauungsprojekts und zun&auml;chst auch General&uuml;bernehmerin war und sie dann die M-XVI-GbR sowie die Kl&auml;gerin gr&uuml;ndete und es letzterer erm&ouml;glichte, auf die bereits von ihr erwirkte Baugenehmigung und ihr fertiges Bebauungskonzept zur&uuml;ckzugreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Angesichts der Tatsache, dass die M-AG nach dem zeitnahen Beitritt von Kapitalanlegern noch zu 5 v.H. an der Kl&auml;gerin beteiligt war, begegnet es keinen Bedenken, dass die zu erhebende Grunderwerbsteuer nach &sect; 6 Abs. 3 S&auml;tze 1 und 2 GrEStG in H&ouml;he von 5 v.H. nicht erhoben worden ist. Allerdings sind im Rahmen der Anwendung des &sect; 6 Abs. 3 GrEStG auch die der M-GmbH in H&ouml;he von 0,05 v.H. und dem K in H&ouml;he von 0,10 v.H. verbliebenen Anteile an der Kl&auml;gerin zu ber&uuml;cksichtigen. Von der Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 787.820 DM (402.805,97 EUR) ist danach ein Betrag in H&ouml;he von 5,15 v.H., d.h. gerundet 40.573 DM (20.744,65 EUR) nicht zu erheben. Danach verbleibt eine zu erhebende Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 747.247 DM (382.061,32 EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.2.2011, II R 48\/08 Erwerbsvorgang auf gesellschaftsvertraglicher Grundlage &#8211; Vollbeendigung einer GbR &#8211; Bestimmung des grunderwerbsteuerlichen Erwerbsgegenstands &#8211; Enger sachlicher Zusammenhang zwischen Kaufvertrag und Bauvertrag &#8211; Keine Bindung nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bei fehlerhafter Vertragseinordnung Leits&auml;tze 1. 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