{"id":73611,"date":"2021-03-05T18:15:14","date_gmt":"2021-03-05T16:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=73611"},"modified":"2021-03-05T18:15:14","modified_gmt":"2021-03-05T16:15:14","slug":"vorsteuerabzug-bei-geaenderter-verwendungsabsicht-fuer-ein-noch-zu-erstellendes-gemischt-genutztes-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vorsteuerabzug-bei-geaenderter-verwendungsabsicht-fuer-ein-noch-zu-erstellendes-gemischt-genutztes-gebaeude\/","title":{"rendered":"Vorsteuerabzug bei ge\u00e4nderter Verwendungsabsicht f\u00fcr ein noch zu erstellendes gemischt genutztes Geb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Beschluss vom 10. Februar 2021, XI B 24\/20<\/h1>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2021:B.100221.XIB24.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH XI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 1 , UStG \u00a7 15a , UStG \u00a7 16 Abs 2 S 1 , AO \u00a7 175 Abs 1 S 1 Nr 2 , FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 1 , FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 , FGO \u00a7 118 Abs 2 , EGRL 112\/2006 Art 168 , UStG VZ 2007 , UStG VZ 2008 , UStG VZ 2009 , UStG VZ 2010 , UStG VZ 2011<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Hessisches Finanzgericht , 09. M\u00e4rz 2020, Az: 1 K 295\/18<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Die in einem nachfolgenden Besteuerungszeitraum erstmals gefasste und dokumentierte Absicht, weitere Fl\u00e4chen eines noch zu erstellenden gemischt genutzten Geb\u00e4udes unternehmerisch zu nutzen, betrifft das im jeweiligen Zeitpunkt des Leistungsbezugs im Umfang der vormals getroffenen und dokumentierten Zuordnungsentscheidung entstandene Recht, Vorsteuer abzuziehen, nicht. Dem stehen weder das EuGH-Urteil Gmina Ryjewo vom 25.07.2018 &#8211; C-140\/17 (EU:C:2018:595) entgegen noch die die Dokumentation der Aus\u00fcbung des Zuordnungswahlrechts betreffenden BFH-Beschl\u00fcsse vom 18.09.2019 &#8211; XI R 3\/19 (BFHE 266, 459) und vom 18.09.2019 &#8211; XI R 7\/19 (BFHE 266, 472).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 09.03.2020 &#8211; 1 K 295\/18 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl\u00e4gers und Beschwerdef\u00fchrers (Kl\u00e4ger) ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Die Rechtssache hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S. von \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/p>\n\n\n\n<p>a) Grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S. von \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO kommt einer Rechtssache zu, wenn die f\u00fcr die Beurteilung des Streitfalls ma\u00dfgebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber\u00fchrt. Au\u00dferdem muss die Rechtsfrage kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren kl\u00e4rbar sein (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.06.2017&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;151\/16, BFH\/NV 2017, 1434; vom 29.08.2017&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;57\/17, BFH\/NV 2018, 22; vom 02.01.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;81\/17, BFH\/NV 2018, 457; vom 01.03.2019&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;45\/18, BFH\/NV 2019, 545; vom 16.06.2020&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;153\/19, BFH\/NV 2020, 1257; jeweils m.w.N).<\/p>\n\n\n\n<p>b) Die vom Kl\u00e4ger aufgeworfenen Rechtsfragen (Beschwerdebegr\u00fcndungsschrift, S.&nbsp;7) sind entweder nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig oder in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren nicht kl\u00e4rbar.<\/p>\n\n\n\n<p>aa) Die Rechtsfrage, ob &#8222;ein Steuerpflichtiger materiell-rechtlich sein Vorsteuerabzugsrecht auch nach Ablauf der Abgabefrist der Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das betreffende Kalenderjahr dadurch erh\u00f6hen [kann], dass er Fl\u00e4chen eines Geb\u00e4udes entgegen seiner urspr\u00fcnglichen Absicht umsatzsteuerpflichtig vermietet&#8220;, ist in dem vom Kl\u00e4ger angestrebten Revisionsverfahren nicht kl\u00e4rbar.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f\u00fcr Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f\u00fcr sein Unternehmen ausgef\u00fchrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Die nach \u00a7&nbsp;15 UStG abziehbaren Vorsteuerbetr\u00e4ge sind f\u00fcr den Besteuerungszeitraum abzusetzen, in den sie fallen (\u00a7&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG).<\/p>\n\n\n\n<p>(a) Bei Bezug eines einheitlichen Gegenstands, der &#8211;wie hier&#8211; gemischt, also f\u00fcr unternehmerische und private Zwecke, verwendet wird oder werden soll, steht nach der Rechtsprechung des BFH und des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) dem Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht zu. Er kann das Grundst\u00fcck in vollem Umfang in seinem Privatverm\u00f6gen belassen, insgesamt seinem Unternehmen zuordnen, oder entsprechend dem unternehmerischen Nutzungsanteil seinem Unternehmen zuordnen (vgl. EuGH-Urteile Lennartz vom 11.07.1991&nbsp;&#8211; C-97\/90, EU:C:1991:315; Armbrecht vom 04.10.1995&nbsp;&#8211; C-291\/92, EU:C:1995:304, BStBl II 1996, 392; Bakcsi vom 08.03.2001&nbsp;&#8211; C-415\/98, EU:C:2001:136; HE vom 21.04.2005&nbsp;&#8211; C-25\/03, EU:C:2005:241, BStBl II 2007, 24; Puffer vom 23.04.2009&nbsp;&#8211; C-460\/07, EU:C:2009:254; Eon Aset Menidjmunt vom 16.02.2012&nbsp;&#8211; C-118\/11, EU:C:2012:97; Medicom und Maison Patrice Alard vom 18.07.2013&nbsp;&#8211; C-210\/11, C-211\/11, EU:C:2013:479; Trgovina Prizma vom 09.07.2015&nbsp;&#8211; C-331\/14, EU:C:2015:456; BFH-Urteile vom 07.07.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;42\/09, BFHE 234, 519, BStBl II 2014, 76; vom 07.07.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;21\/10, BFHE 234, 531, BStBl II 2014, 81; vom 19.07.2011&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFHE 234, 556, BStBl II 2012, 430; vom 18.04.2012&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;14\/10, BFH\/NV 2012, 1828; vom 11.07.2012&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFH\/NV 2013, 266; vom 20.03.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFH\/NV 2014, 1097; BFH-Beschl\u00fcsse vom 25.02.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;75\/13, BFH\/NV 2014, 914; vom 18.09.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;3\/19, BFHE 266, 459; vom 18.09.2019&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;7\/19, BFHE 266, 472).<\/p>\n\n\n\n<p>(b) Die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen erfordert als innere Tatsache eine durch Beweisanzeichen gest\u00fctzte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 234, 519, BStBl II 2014, 76; vom 15.12.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;48\/10, BFH\/NV 2012, 808; in BFH\/NV 2012, 1828; in BFH\/NV 2013, 266; BFH-Beschl\u00fcsse vom 14.03.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;109\/16, BFH\/NV 2017, 922; in BFHE 266, 459; in BFHE 266, 472). Dabei ist die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs regelm\u00e4\u00dfig ein gewichtiges Indiz f\u00fcr, hingegen die Unterlassung des Vorsteuerabzugs ein ebenso gewichtiges Indiz gegen die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen (vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse in BFHE 266, 459; in BFHE 266, 472; jeweils m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p>(c) Aus dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer folgt, dass die Zuordnungsentscheidung schon bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands zu treffen ist (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 234, 519, BStBl II 2014, 76; in BFH\/NV 2012, 808; in BFH\/NV 2012, 1828; in BFH\/NV 2013, 266; BFH-Beschl\u00fcsse in BFHE 266, 459; in BFHE 266, 472).<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Im Streitfall hat der Kl\u00e4ger &#8211;nach den den Senat i.S. des \u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des Finanzgerichts, die unwidersprochen blieben&#8211; im Zeitpunkt des jeweiligen Leistungsbezugs der Streitjahre (2007 bis 2011) das noch zu erstellende Geb\u00e4ude im Umfang von 67,72&nbsp;% seinem nichtunternehmerischen Bereich (Privatverm\u00f6gen) und im Umfang von 32,28&nbsp;% seinem Unternehmen zugeordnet und f\u00fcr die Erzielung steuerpflichtiger Ums\u00e4tze vorgesehen. Von der M\u00f6glichkeit, das Geb\u00e4ude insgesamt dem Unternehmensverm\u00f6gen zuzuordnen, hat er danach keinen Gebrauch gemacht. Die Zuordnung wurde in der Umsatzsteuerjahreserkl\u00e4rung f\u00fcr 2007 gegen\u00fcber dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt) eindeutig dokumentiert und von diesem bei Erlass des Umsatzsteuerbescheids entsprechend ber\u00fccksichtigt. An dieser Zuordnung hat der Kl\u00e4ger auch in den jeweiligen Zeitpunkten des Bezugs von Lieferungen und Leistungen bis einschlie\u00dflich 2011 festgehalten und dies gleichfalls in den betreffenden Steuererkl\u00e4rungen eindeutig dokumentiert. Die vom Kl\u00e4ger erstmals im Jahr 2012 (das nicht Gegenstand des Rechtsstreits ist) gefasste und dokumentierte Absicht, weitere R\u00e4umlichkeiten des weiterhin noch zu erstellenden Geb\u00e4udes &#8211;nunmehr insgesamt 49&nbsp;% der Gesamtfl\u00e4che&#8211; unternehmerisch zu nutzen, betrifft das in den Jahren 2007 bis 2011 im jeweiligen Zeitpunkt des Leistungsbezugs im Umfang der vom Kl\u00e4ger getroffenen und dokumentierten Zuordnungsentscheidung entstandene Recht, Vorsteuer abzuziehen, nicht. Da der Kl\u00e4ger in den Jahren 2007 bis 2011 jeweils eine zeitnahe Zuordnungsentscheidung getroffen und dokumentiert hat, k\u00e4me es in dem von ihm angestrebten Revisionsverfahren mithin nicht auf die Frage an, ob ein Steuerpflichtiger sein Vorsteuerabzugsrecht auch nach Ablauf der Abgabefrist der Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das betreffende Kalenderjahr dadurch erh\u00f6hen kann, dass er Fl\u00e4chen eines Geb\u00e4udes entgegen seiner urspr\u00fcnglichen Absicht umsatzsteuerpflichtig vermietet.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Aus dem vom Kl\u00e4ger in Bezug genommenen EuGH-Urteil Gmina Ryjewo vom 25.07.2018&nbsp;&#8211; C-140\/17 (EU:C:2018:595) ergibt sich nichts anderes. Denn dort hatte die betreffende Gemeinde &#8211;anders als der Kl\u00e4ger im Streitfall nach Ma\u00dfgabe seiner in den Jahren 2007 bis 2011 getroffenen Zuordnungsentscheidung&#8211; nicht ausdr\u00fccklich die Absicht bekundet, das Geb\u00e4ude zu einem bestimmten Prozentsatz f\u00fcr eine besteuerte T\u00e4tigkeit nutzen zu wollen, aber auch nicht ausgeschlossen, dass dieser Gegenstand zu einem solchen Zweck genutzt werde. Gleiches gilt f\u00fcr die die Dokumentation der Aus\u00fcbung des Zuordnungswahlrechts betreffenden EuGH-Vorlagen des Senats (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse in BFHE 266, 459; in BFHE 266, 472). Auch dort hatten die Unternehmer nicht erkl\u00e4rt, den Gegenstand zu einem bestimmten Prozentsatz dem Unternehmensverm\u00f6gen zuzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>bb) Die vom Kl\u00e4ger f\u00fcr den Fall, dass die unter 1.b&nbsp;aa n\u00e4her bezeichnete Frage bejaht werden sollte, ferner aufgeworfene Rechtsfrage, ob &#8222;die Korrektur materiell-rechtlich nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG durchzuf\u00fchren oder \u2026 hierzu \u00a7&nbsp;15a UStG entsprechend anzuwenden&#8220; ist, ist gleichfalls nicht kl\u00e4rbar. Sie w\u00e4re in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren nicht zu beantworten, da sie sich nur stellen w\u00fcrde, wenn die \u00c4nderung der urspr\u00fcnglichen Absicht des Kl\u00e4gers, das zu erstellende Geb\u00e4ude unternehmerisch zu nutzen, das Recht, Vorsteuer in den Jahren 2007 bis 2011 abziehen zu k\u00f6nnen, nachtr\u00e4glich erweitern w\u00fcrde. Das ist hier jedoch nicht der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>cc) Die weitere Rechtsfrage, die der Kl\u00e4ger mit seiner Beschwerde aufwirft, ob &#8222;die nachtr\u00e4gliche Erh\u00f6hung des Vorsteuerabzugsrechts aufgrund der Erh\u00f6hung der umsatzsteuerpflichtig vermieteten Fl\u00e4chen eines Geb\u00e4udes verfahrensrechtlich ein r\u00fcckwirkendes Ereignis i.S. des \u00a7&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 [der Abgabenordnung (AO)]&#8220; darstellt, ist nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Es ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits gekl\u00e4rt, dass Absichts\u00e4nderungen nicht zur\u00fcckwirken und deshalb nicht dazu f\u00fchren, dass Steuerbetr\u00e4ge nachtr\u00e4glich als Vorsteuer abziehbar sind (vgl. BFH-Urteile vom 16.05.2002&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFHE 199, 37, BStBl II 2006, 725; vom 25.11.2004&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;38\/03, BFHE 208, 84, BStBl II 2005, 414; Klein\/R\u00fcsken, AO, 15.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;175 Rz&nbsp;79). Neue Gesichtspunkte, die eine erneute Pr\u00fcfung und Entscheidung erforderlich machen, sind weder vorgebracht noch erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>dd) Soweit die Ausf\u00fchrungen der Beschwerde dahingehend verstanden werden k\u00f6nnten, dass der Kl\u00e4ger eine Berichtigung der Vorsteuer gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;15a UStG begehrt, ist dar\u00fcber in den Streitjahren nicht zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Fortbildung des Rechts i.S. von \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO erfordert keine Entscheidung des BFH im Streitfall.<\/p>\n\n\n\n<p>a) Zur Rechtsfortbildung ist die Revision nach \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO zuzulassen, wenn der Streitfall Veranlassung gibt, Leits\u00e4tze zur Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts aufzustellen, Gesetzesl\u00fccken rechtssch\u00f6pferisch auszuf\u00fcllen oder wenn gegen eine bestehende h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung Argumente vorgetragen werden, die der BFH noch nicht erwogen hat. F\u00fcr diesen Zulassungsgrund gilt ebenso wie f\u00fcr den der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, dass die Rechtsfortbildung \u00fcber den Einzelfall hinaus im allgemeinen Interesse liegen und eine kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige und kl\u00e4rbare Rechtsfrage betreffen muss (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 02.04.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;16\/14, BFH\/NV 2014, 1098; vom 13.09.2016&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;146\/15, BFH\/NV 2016, 1747; vom 31.05.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;5\/17, BFH\/NV 2017, 1202; jeweils m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p>b) Die vom Kl\u00e4ger aufgeworfenen Rechtsfragen (Beschwerdebegr\u00fcndungsschrift, S.&nbsp;7), sind indes entweder nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig oder nicht kl\u00e4rbar (s. dazu unter 1.a).<\/p>\n\n\n\n<p>3. Der Kl\u00e4ger hat auch mit seinem &#8211;zudem au\u00dferhalb der Beschwerdebegr\u00fcndungsfrist i.S. des \u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO eingegangenen&#8211; Schriftsatz vom 04.02.2021 keine weiteren Gr\u00fcnde i.S. des \u00a7&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bis 3 FGO, die die Zulassung der Revision rechtfertigen w\u00fcrden, vorgebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Der Senat sieht von einer weiteren Begr\u00fcndung ab (\u00a7&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/p>\n\n\n\n<p>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss vom 10. Februar 2021, XI B 24\/20 ECLI:DE:BFH:2021:B.100221.XIB24.20.0 BFH XI. Senat UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 1 , UStG \u00a7 15a , UStG \u00a7 16 Abs 2 S 1 , AO \u00a7 175 Abs 1 S 1 Nr 2 , FGO \u00a7 115 Abs 2 Nr 1 , FGO &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vorsteuerabzug-bei-geaenderter-verwendungsabsicht-fuer-ein-noch-zu-erstellendes-gemischt-genutztes-gebaeude\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Vorsteuerabzug bei ge\u00e4nderter Verwendungsabsicht f\u00fcr ein noch zu erstellendes gemischt genutztes Geb\u00e4ude<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-73611","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73611"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73611\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}