{"id":73702,"date":"2021-04-06T12:56:58","date_gmt":"2021-04-06T10:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=73702"},"modified":"2021-04-06T12:56:58","modified_gmt":"2021-04-06T10:56:58","slug":"nichtrueckkehrtage-i-s-der-grenzgaengerregelung-des-art-15a-abs-2-satz-2-dba-schweiz-1971-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/nichtrueckkehrtage-i-s-der-grenzgaengerregelung-des-art-15a-abs-2-satz-2-dba-schweiz-1971-2002\/","title":{"rendered":"Nichtr\u00fcckkehrtage i.S. der Grenzg\u00e4ngerregelung des Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1971\/2002"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Urteil vom 30. September 2020, I R 37\/17<\/h1>\n\n\n\n<p>ECLI:DE:BFH:2020:U.300920.IR37.17.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH I. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>DBA CHE Art 15a Abs 2 S 2 , DBA CHE Art 24 Abs 1 Nr 1 S 1 Buchst d , GG Art 20 Abs 3 , AO \u00a7 2 Abs 2 S 1 , KonsVerCHEV \u00a7 8 Abs 1 S 3 , KonsVerCHEV \u00a7 8 Abs 5 S 2 , FGO \u00a7 53 Abs 2 , FGO \u00a7 120 Abs 1 S 1 , ZPO \u00a7 174 , EStG VZ 2010 , OECDMustAbk Art 25 Abs 3 , VtrRKonv Art 31 Abs 3 , GG Art 80 Abs 1 S 2<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg , 06. April 2017, Az: 3 K 3729\/16<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Tage, an denen der Steuerpflichtige von einer Gesch\u00e4ftsreise aus dem Drittland tats\u00e4chlich an seinen Wohnsitz zur\u00fcckkehrt, geh\u00f6ren nicht zu den Nichtr\u00fcckkehrtagen i.S. des Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1971\/2002. Entsprechendes gilt f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisen an Wochenend- und Feiertagen, sofern die Arbeit an diesen Tagen nicht ausdr\u00fccklich im Arbeitsvertrag vereinbart ist und der Arbeitgeber f\u00fcr die an diesen Tagen geleistete Arbeit weder einen anderweitigen Freizeitausgleich noch ein zus\u00e4tzliches Entgelt gew\u00e4hrt, sondern lediglich die Reisekosten \u00fcbernimmt. Die anders lautenden Regelungen des \u00a7 8 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 5 Satz 2 KonsVerCHEV vom 20.12.2010 versto\u00dfen gegen den Grundsatz des Vorrangs des Gesetzes (Art. 20 Abs. 3 GG).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision des Kl\u00e4gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W\u00fcrttemberg, Au\u00dfensenate Freiburg, vom 06.04.2017 &#8211; 3 K 3729\/16 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Beteiligten streiten \u00fcber die steuerliche Behandlung der Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers und Revisionskl\u00e4gers (Kl\u00e4ger) aus seiner T\u00e4tigkeit als Vizedirektor einer Schweizerischen Aktiengesellschaft.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger wohnte im Streitjahr (2010) im Inland. Dort war er auch ans\u00e4ssig i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen vom 11.08.1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 12.03.2002 (BGBl II 2003, 68, BStBl I 2003, 166) &#8211;DBA-Schweiz 1971\/2002&#8211;.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger war seit &#8230; Arbeitnehmer der X&nbsp;AG mit Sitz in &#8230;\/Schweiz (X&nbsp;AG). Laut Arbeitsvertrag betrug sein Arbeitspensum 40&nbsp;Stunden pro Woche, verteilt auf Montag bis Freitag. Mit Beschluss des Verwaltungsrats der X&nbsp;AG vom &#8230; wurde er als Vizedirektor eingegliedert. In das Handelsregister &#8230; wurde zun\u00e4chst nur das Zeichnungsrecht &#8222;Kollektivunterschrift zu zweien&#8220; eingetragen. Die Eintragung der Funktionsbezeichnung &#8222;Vizedirektor&#8220; erfolgte erst nach Ablauf des Streitjahres.<\/li><li>In seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr ging der Kl\u00e4ger von 65&nbsp;Nichtr\u00fcckkehrtagen i.S. des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 aus, so dass er nicht als Grenzg\u00e4nger mit seinen Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit der inl\u00e4ndischen Besteuerung unterliege. Zu den Nichtr\u00fcckkehrtagen z\u00e4hlte er sowohl Wochenendtage als auch Tage, an denen er von einer Drittland-Gesch\u00e4ftsreise an seinen inl\u00e4ndischen Wohnsitz zur\u00fcckgekehrt war. Stattdessen folge aus Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 i.V.m. Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Schweiz 1971\/2002 die Freistellung der streitigen Eink\u00fcnfte von der deutschen Besteuerung.<\/li><li>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verneinte ebenfalls die Grenzg\u00e4ngereigenschaft des Kl\u00e4gers gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 und ging hierf\u00fcr sogar von 67&nbsp;Nichtr\u00fcckkehrtagen aus. Mangels Eintragung der Funktion des Vizedirektors in das Handelsregister verneinte das FA allerdings auch die Anwendung des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 DBA-Schweiz 1971\/2002. Im Einkommensteuerbescheid 2010 vom 16.07.2012 unterwarf es deshalb denjenigen Teil des Arbeitslohns, der auf die Aus\u00fcbung der T\u00e4tigkeit in Drittstaaten oder im Inland entfiel, der inl\u00e4ndischen Besteuerung (63\/240 des Bruttoarbeitslohns). Die von der Eidgen\u00f6ssischen Steuerverwaltung nach Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und 3 DBA-Schweiz 1971\/2002 einbehaltene Quellensteuer in H\u00f6he von 4,5&nbsp;% wurde in dem Bescheid nicht ber\u00fccksichtigt. Den Einspruch des Kl\u00e4gers wies das FA mit der Einspruchsentscheidung vom 27.02.2013 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/li><li>Die hiergegen gerichtete Klage hatte im ersten Rechtsgang keinen Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; Baden-W\u00fcrttemberg, Au\u00dfensenate Freiburg, Urteil vom 19.12.2013&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;1189\/13). Nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) das FG-Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben hatte (Urteil vom 20.07.2016&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;40\/14, BFH\/NV 2017, 312), wies das FG die Klage im zweiten Rechtsgang mit Urteil vom 06.04.2017&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;3729\/16 erneut als unbegr\u00fcndet ab. Entgegen der Auffassung der Beteiligten sei der Kl\u00e4ger im Streitjahr als Grenzg\u00e4nger i.S. des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 anzusehen und damit der inl\u00e4ndischen Einkommensteuer zu unterwerfen. Er habe nicht mehr als 60 Nichtr\u00fcckkehrtage nachgewiesen, da sowohl Wochenendtage als auch Tage, an denen der Kl\u00e4ger von einer Drittland-Gesch\u00e4ftsreise an seinen inl\u00e4ndischen Wohnsitz zur\u00fcckgekehrt sei, keine Nichtr\u00fcckkehrtage i.S. des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002 seien. Die hiervon abweichenden Regelungen in \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 der Verordnung zur Umsetzung von Konsultationsvereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 20.12.2010 (BGBl I 2010, 2187, BStBl I 2011, 146 &#8211;KonsVerCHEV&#8211;) seien wegen Versto\u00dfes gegen den Grundsatz des Vorrangs des Gesetzes unwirksam und dar\u00fcber hinaus erst ab dem Inkrafttreten der KonsVerCHEV am 23.12.2010 anwendbar. Da der Arbeitslohn aufgrund des im finanzgerichtlichen Verfahren geltenden Verb\u00f6serungsverbots weiterhin nur teilweise erfasst werde, k\u00f6nne auch die Schweizerische Quellensteuer zu keiner \u00c4nderung des angefochtenen Bescheids f\u00fchren. Eine abweichende Steuerfestsetzung aus sachlichen Billigkeitsgr\u00fcnden i.S. des \u00a7&nbsp;163 Satz&nbsp;3 der Abgabenordnung in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (AO) liege ebenfalls nicht vor.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger macht mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts geltend und beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 16.07.2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27.02.2013 dahin zu \u00e4ndern, dass die Einkommensteuer auf 0&nbsp;\u20ac festgesetzt wird.<\/li><li>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten. Es hat keinen Antrag gestellt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision des Kl\u00e4gers ist zul\u00e4ssig. Die Revisionsfrist war am 26.05.2017, dem Tag, an dem die Revision beim BFH einging, noch nicht abgelaufen, da sie erst am 25.04.2017 begann und am 26.05.2017 endete.<\/li><li>1. Die Revisionsfrist von einem Monat beginnt mit der Zustellung des vollst\u00e4ndigen FG-Urteils (\u00a7&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO ist ein FG-Urteil von Amts wegen nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung (ZPO) zuzustellen. Danach durfte das FG-Urteil u.a. an Anw\u00e4lte und Steuerberater gegen Empfangsbekenntnis &#8211;auch durch Telekopie (Fax)&#8211; zugestellt werden (\u00a7&nbsp;174 Abs.&nbsp;1 und 2 ZPO). Zum Nachweis der Zustellung gen\u00fcgt bei dieser Zustellungsform das mit Datum und Unterschrift des Adressaten versehene Empfangsbekenntnis (\u00a7&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 ZPO), welches durch Telekopie an das Gericht zur\u00fcckgesandt werden kann (\u00a7&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 ZPO).<\/li><li>2. Im Streitfall weist das von der bevollm\u00e4chtigten Rechtsanw\u00e4ltin unterschriebene und an das Gericht per Fax zur\u00fcckgesandte Empfangsbekenntnis den 25.04.2017 als Tag der Zustellung des FG-Urteils aus. Dadurch ist grunds\u00e4tzlich der volle Beweis daf\u00fcr erbracht, dass das Urteil tats\u00e4chlich an diesem Tag zugestellt worden ist (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 14.10.1998&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;10\/98, BFH\/NV 1999, 500; vom 23.02.2006&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;206\/05, BFH\/NV 2006, 1667; vom 22.09.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;20\/15, BFH\/NV 2016, 50).<\/li><li>F\u00fcr einen m\u00f6glichen Gegenbeweis reicht der Hinweis des FA auf die Angaben der Prozessbevollm\u00e4chtigten in der Revisionsschrift vom 26.05.2017 nicht aus. Dort wird lediglich ausgef\u00fchrt, dass das FG-Urteil am 24.04.2017 &#8222;zugegangen&#8220; sei. Diese Aussage kann den durch das Empfangsbekenntnis erbrachten Beweis schon deshalb nicht entkr\u00e4ften, weil der Tag des Eingangs im B\u00fcro der Prozessbevollm\u00e4chtigten nicht mit dem Tag der Zustellung identisch sein muss. Vielmehr ist der Tag der Zustellung (erst) derjenige Tag, an dem der Zustellungsadressat vom Zugang des \u00fcbersandten Schriftst\u00fccks Kenntnis erlangt und es empfangsbereit entgegengenommen hat (Senatsurteil vom 25.01.2005&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;54\/04, BFH\/NV 2005, 1572, m.w.N.).<\/li><li>3. Aufgrund des Fristbeginns am 25.04.2017 und des gesetzlichen Feiertages am 25.05.2017 (Christi Himmelfahrt) endete die einmonatige Revisionsfrist am 26.05.2017 (\u00a7&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. \u00a7&nbsp;222 Abs.&nbsp;1 und 2 ZPO sowie \u00a7&nbsp;188 Abs.&nbsp;2 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs).<\/li><li>Die Revision ist aber unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der Kl\u00e4ger ist als Grenzg\u00e4nger i.S. des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 anzusehen. Seine Eink\u00fcnfte aus der T\u00e4tigkeit als Vizedirektor bei der Schweizerischen X&nbsp;AG sind im Streitjahr unter Beachtung des Verb\u00f6serungsverbots in die Bemessungsgrundlage der inl\u00e4ndischen Einkommensteuer einzubeziehen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>1. Der Kl\u00e4ger war gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtig. Nach den bindenden Feststellungen des FG (\u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hatte er einen Wohnsitz im Inland und unterlag daher mit s\u00e4mtlichen im Streitjahr erzielten Eink\u00fcnften i.S. des \u00a7&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 EStG der inl\u00e4ndischen Einkommensteuer.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Aus\u00fcbung des inl\u00e4ndischen Besteuerungsrechts ist hinsichtlich der streitigen Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit (\u00a7&nbsp;19 EStG) nicht durch Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d DBA-Schweiz 1971\/2002 eingeschr\u00e4nkt. Zwar sieht diese Vorschrift bei einer in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans\u00e4ssigen Person unter bestimmten Voraussetzungen vor, die aus der Schweiz stammenden Geh\u00e4lter, L\u00f6hne und \u00e4hnlichen Verg\u00fctungen i.S. des Art.&nbsp;15 DBA-Schweiz 1971\/2002 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen. Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall aber nicht vor, da der Kl\u00e4ger als Grenzg\u00e4nger i.S. des vorrangigen Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 anzusehen ist (Senatsurteil vom 17.11.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;76\/09, BFHE 232, 68, BStBl II 2012, 276 unter Hinweis auf dessen Wortlaut &#8222;ungeachtet des Artikels 15&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>a) Nach Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2002 sind Geh\u00e4lter, L\u00f6hne und \u00e4hnliche Verg\u00fctungen, die ein Grenzg\u00e4nger aus unselbst\u00e4ndiger Arbeit bezieht, in dem Vertragsstaat zu besteuern, in dem dieser ans\u00e4ssig ist. Grenzg\u00e4nger ist jede in einem Vertragsstaat ans\u00e4ssige Person, die in dem anderen Vertragsstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelm\u00e4\u00dfig an ihren Wohnsitz zur\u00fcckkehrt (Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2002). Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnsitz zur\u00fcck, so entf\u00e4llt ihre Grenzg\u00e4ngereigenschaft nur dann, wenn sie bei einer Besch\u00e4ftigung w\u00e4hrend des gesamten Kalenderjahrs an mehr als 60&nbsp;Arbeitstagen aufgrund ihrer Arbeitsaus\u00fcbung nicht an ihren Wohnsitz zur\u00fcckkehrt (Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002). Erg\u00e4nzend hei\u00dft es in Nr.&nbsp;II.2. des Verhandlungsprotokolls zum \u00c4nderungsprotokoll vom 18.12.1991 (BGBl II 1993, 1889, BStBl I 1993, 929 &#8211;Verhandlungsprotokoll&#8211;), Arbeitstage im Sinne dieser Regelung seien die in dem Arbeitsvertrag vereinbarten Tage. Diese Bestimmung enth\u00e4lt nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Senats eine verbindliche Vorgabe f\u00fcr die Auslegung des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002 (Senatsurteil vom 13.11.2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;23\/12, BFHE 244, 270, BStBl II 2014, 508, m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p>b) In \u00dcbereinstimmung mit den Beteiligten ist das FG davon ausgegangen, dass der Kl\u00e4ger gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2002 in Deutschland ans\u00e4ssig war und f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit als Vizedirektor der X&nbsp;AG im Streitjahr Eink\u00fcnfte aus unselbst\u00e4ndiger Arbeit erzielte. Insoweit sind keine Rechtsfehler erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>c) Dar\u00fcber hinaus hat das FG zu Recht entschieden, dass der Kl\u00e4ger entgegen der Annahme der Beteiligten nicht mehr als 60&nbsp;Nichtr\u00fcckkehrtage i.S. des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002 nachgewiesen hat und deshalb als Grenzg\u00e4nger anzusehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>aa) Nach der Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 11.11.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;15\/09, BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602, m.w.N.; vom 09.06.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;115\/08, BFH\/NV 2010, 2275) f\u00fchren Tage, an denen der Steuerpflichtige von einer Gesch\u00e4ftsreise aus einem Drittland tats\u00e4chlich an seinen Wohnsitz zur\u00fcckkehrt, nicht zu Nichtr\u00fcckkehrtagen i.S. des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002. Der Wortsinn des Begriffs R\u00fcckkehr schlie\u00dft es aus, eine tats\u00e4chliche R\u00fcckkehr an den Wohnsitz als Nichtr\u00fcckkehrtag anzusehen. Dies wird durch den Zweck der Grenzg\u00e4ngerregelung best\u00e4tigt, der engeren Bindung zum Ans\u00e4ssigkeitsstaat Rechnung zu tragen. Eine tats\u00e4chliche R\u00fcckkehr an den Wohnsitz kann nicht zu einer Lockerung dieser Bindung f\u00fchren. Vielmehr hat jede tats\u00e4chliche R\u00fcckkehr an den Wohnsitz &#8211;unabh\u00e4ngig von ihrem Ausgangspunkt&#8211; eine St\u00e4rkung der Bindung zum Ans\u00e4ssigkeitsstaat zur Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus z\u00e4hlen nach der Rechtsprechung des Senats (Urteile in BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602, m.w.N.; in BFH\/NV 2010, 2275; vom 12.10.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;86\/08, BFH\/NV 2011, 579; in BFHE 232, 68, BStBl II 2012, 276) auch Gesch\u00e4ftsreisen an Wochenend- und Feiertagen nicht zu den Nichtr\u00fcckkehrtagen i.S. des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002, sofern die Arbeit an diesen Tagen nicht ausdr\u00fccklich im Arbeitsvertrag vereinbart ist und der Arbeitgeber f\u00fcr die an diesen Tagen geleistete Arbeit weder einen anderweitigen Freizeitausgleich noch ein zus\u00e4tzliches Entgelt gew\u00e4hrt, sondern lediglich die Reisekosten \u00fcbernimmt. Dies ergibt sich insbesondere aus der f\u00fcr die Gerichte bindenden Regelung in Nr.&nbsp;II.2. des Verhandlungsprotokolls. Danach sind Arbeitstage i.S. des Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;2 DBA-Schweiz 1971\/2002 (nur) die in dem Arbeitsvertrag vereinbarten Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>bb) Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Grunds\u00e4tze, an denen der Senat festh\u00e4lt, hat das FG von den 67&nbsp;Nichtr\u00fcckkehrtagen, die das FA dem angegriffenen Einkommensteuerbescheid 2010 zugrunde gelegt hat, zu Recht insgesamt 12&nbsp;Tage abgezogen und damit nur 55&nbsp;Nichtr\u00fcckkehrtage ermittelt. Zum einen waren nach den f\u00fcr den Senat bindenden Feststellungen des FG (\u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) insgesamt sechs Tage als Nichtr\u00fcckkehrtage ber\u00fccksichtigt worden, an denen der Kl\u00e4ger von Gesch\u00e4ftsreisen in die Vereinigten Staaten von Amerika tats\u00e4chlich an seinen Wohnort in Deutschland zur\u00fcckgekehrt war. Zum anderen waren bei den Gesch\u00e4ftsreisen insgesamt sechs weitere Wochenend- und Feiertage ber\u00fccksichtigt worden, obwohl die Arbeit an diesen Tagen nach den Feststellungen des FG nicht ausdr\u00fccklich vereinbart war und die X&nbsp;AG f\u00fcr die an diesen Tagen geleistete Arbeit weder Freizeitausgleich noch eine zus\u00e4tzliche Bezahlung leistete. Vielmehr sah der Arbeitsvertrag des Kl\u00e4gers nach den Feststellungen des FG lediglich die Wochentage Montag bis Freitag als Arbeitstage vor. Etwaige Einzelweisungen des Vorgesetzten erf\u00fcllen nicht das aus Nr.&nbsp;II.2. des Verhandlungsprotokolls folgende Erfordernis einer arbeitsvertraglichen Regelung.<\/p>\n\n\n\n<p>d) \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KonsVerCHEV, nach dem bei mehrt\u00e4gigen Gesch\u00e4ftsreisen alle Wochenend- und Feiertage als Nichtr\u00fcckkehrtage anzusehen sind, sofern der Arbeitgeber die Reisekosten tr\u00e4gt, sowie \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV, nach dem eint\u00e4gige Gesch\u00e4ftsreisen in Drittstaaten stets zu den Nichtr\u00fcckkehrtagen z\u00e4hlen, f\u00fchren zu keinem anderen Ergebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>aa) Erm\u00e4chtigungsgrundlage f\u00fcr die KonsVerCHEV ist der durch das Jahressteuergesetz 2010 (JStG 2010) vom 08.12.2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) eingef\u00fcgte \u00a7&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO. Mit dieser Regelung wollte der Gesetzgeber zwischenstaatlichen Konsultationsvereinbarungen i.S. des Art.&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen) den Rang einer Rechtsverordnung verleihen. Hintergrund war die Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 02.09.2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;111\/08, BFHE 226, 276, BStBl II 2010, 387; I&nbsp;R&nbsp;90\/08, BFHE&nbsp;226, 267, BStBl II 2010, 394), dass beh\u00f6rdliche Konsultationsvereinbarungen f\u00fcr Gerichte keine bindende Wirkung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>bb) \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV versto\u00dfen aber gegen den Grundsatz des Vorrangs des Gesetzes (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) und sind daher vom Senat als unwirksam zu verwerfen. Durch die im Rang einer Rechtsverordnung stehende KonsVerCHEV kann keine Regelung getroffen werden, die dem im Rang eines Gesetzes stehenden DBA-Schweiz 1971\/2002 widerspricht oder dessen L\u00fccken erg\u00e4nzt. Vielmehr ist die &#8222;Grenzmarke&#8220; des Wortlauts des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 zu beachten (Senatsurteil vom 10.06.2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;79\/13, BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326, m.w.N.).<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Anforderungen werden weder \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KonsVerCHEV noch \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV gerecht. Wie bereits ausgef\u00fchrt, st\u00fctzt der Senat sein von diesen Vorschriften abweichendes Verst\u00e4ndnis gerade auf den Wortlaut des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 sowie auf die ausdr\u00fcckliche Regelung in Nr.&nbsp;II.2. des Verhandlungsprotokolls, auf das im Zustimmungsgesetz vom 30.09.1993 (BGBl II 1993, 1886, BStBl I 1993, 927) Bezug genommen wird. Auf die Schlussfolgerungen der V\u00f6lkerrechtskommission der Vereinten Nationen, auf die das BMF im Revisionsverfahren ausdr\u00fccklich Bezug genommen hat und die mit der Resolution A\/Res\/73\/202 vom 20.12.2018 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen offiziell zur Kenntnis genommen worden sind, kommt es unter diesen Umst\u00e4nden nicht an. Zwar wird in diesen Schlussfolgerungen ausgef\u00fchrt, &#8222;sp\u00e4tere \u00dcbereink\u00fcnfte&#8220; und eine &#8222;sp\u00e4tere Praxis&#8220; gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;3 des Wiener \u00dcbereinkommens \u00fcber das Recht der Vertr\u00e4ge vom 23.05.1969 (BGBl II 1985, 927) seien Mittel zur Auslegung eines v\u00f6lkerrechtlichen Vertrags. Dies gilt aber nur im Rahmen m\u00f6glicher Auslegungen des v\u00f6lkerrechtlichen Vertrags und kann nicht zu einer \u00dcberschreitung der Wortlautgrenze f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>cc) Ob \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV dar\u00fcber hinaus wegen fehlender Bestimmtheit (Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz 2 GG) der Erm\u00e4chtigungsgrundlage des \u00a7&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 AO zu verwerfen sind oder insoweit der Bezugsrahmen der Zustimmungsgesetze zum DBA-Schweiz 1971\/2002 den Anforderungen an die Bestimmtheit gen\u00fcgt (vgl. auch Senatsurteile in BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326 zu \u00a7&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV; vom 30.05.2018&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;62\/16, BFHE 262, 54 zu \u00a7&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 KonsVerCHEV), braucht unter diesen Umst\u00e4nden nicht weiter er\u00f6rtert zu werden. Entsprechendes gilt f\u00fcr den Umfang der Verwerfungskompetenz des Senats im Fall einer fehlenden Bestimmtheit der Erm\u00e4chtigungsgrundlage.<\/p>\n\n\n\n<p>dd) Im \u00dcbrigen w\u00fcrde eine durch \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 KonsVerCHEV bewirkte \u00c4nderung der Ermittlung der Nichtr\u00fcckkehrtage nach der Rechtsprechung des Senats allenfalls f\u00fcr den Zeitraum ab deren Inkrafttreten am 23.12.2010 (\u00a7&nbsp;26 KonsVerCHEV) gelten. \u00a7&nbsp;25 KonsVerCHEV i.V.m. Art.&nbsp;97 \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 des Einf\u00fchrungsgesetzes zur Abgabenordnung i.d.F. des JStG 2010, wonach die KonsVerCHEV bereits f\u00fcr Besteuerungssachverhalte ab dem 01.01.2010 anwendbar sein soll, \u00e4ndert daran nichts (vgl. hierzu Senatsurteil in BFHE 250, 110, BStBl II 2016, 326). Im Streitfall liegen die entscheidenden Tage aber vor dem 23.12.2010.<\/p>\n\n\n\n<p>e) Ob die Voraussetzungen des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 DBA-Schweiz 1971\/2002 erf\u00fcllt sind, obwohl die Funktion des Kl\u00e4gers als Vizedirektor erst sp\u00e4ter in das Handelsregister eingetragen worden ist, kann wegen der Vorrangigkeit des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002 im Streitfall offen bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Auch wenn Art.&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Schweiz 1971\/2002 vorsieht, die Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit in vollem Umfang in die Bemessungsgrundlage der inl\u00e4ndischen Einkommensteuer einzubeziehen, ist der Senat wegen des Verbots der Verb\u00f6serung im finanzgerichtlichen Verfahren an die nur teilweise Einbeziehung dieser Eink\u00fcnfte im angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2010 gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das FG hat zu Recht entschieden, dass unter diesen Umst\u00e4nden auch eine etwaige Ber\u00fccksichtigung der Schweizerischen Quellensteuer zu keiner \u00c4nderung des angefochtenen Bescheids f\u00fchren kann und deshalb nicht weiter zu er\u00f6rtern ist. Aufgrund des geringen Umfangs der T\u00e4tigkeiten des Kl\u00e4gers in Drittstaaten gilt dies auch f\u00fcr die Frage, ob derjenige Teil der Eink\u00fcnfte, der sich auf T\u00e4tigkeiten in Drittstaaten bezieht, nach den mit diesen Staaten bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen (im Streitfall nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika) in Deutschland besteuert werden kann (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 19.04.1999&nbsp;&#8211; I&nbsp;B&nbsp;141\/98, BFH\/NV 1999, 1317).<\/p>\n\n\n\n<p>4. Schlie\u00dflich ist das FG rechtsfehlerfrei davon ausgegangen, dass die Entscheidung des FA, der Kl\u00e4ger sei kein Grenzg\u00e4nger i.S. des Art.&nbsp;15a DBA-Schweiz 1971\/2002, keine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr\u00fcnden (\u00a7&nbsp;163 AO) darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar kann eine Billigkeitsma\u00dfnahme, die als eigenst\u00e4ndiger Verwaltungsakt ergeht (Senatsurteil in BFH\/NV 2011, 579) und hinsichtlich der Steuerfestsetzung einen Grundlagenbescheid i.S. des \u00a7&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO darstellt (Senatsbeschluss vom 12.07.2012&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 237, 307, BStBl II 2015, 175, m.w.N.), mit der Steuerfestsetzung verbunden werden (\u00a7&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO). Im Streitfall ergibt aber eine Auslegung des angefochtenen Einkommensteuerbescheids nach den f\u00fcr den Kl\u00e4ger erkennbaren Umst\u00e4nden unter Ber\u00fccksichtigung von Treu und Glauben (vgl. hierzu Senatsurteil in BFHE 237, 307, BStBl&nbsp;II 2015, 175), dass keine Billigkeitsma\u00dfnahme getroffen worden ist. Denn das FA hat sich allein auf die Anwendung der KonsVerCHEV gest\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urteil vom 30. September 2020, I R 37\/17 ECLI:DE:BFH:2020:U.300920.IR37.17.0 BFH I. 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