{"id":7386,"date":"2012-12-01T13:15:10","date_gmt":"2012-12-01T11:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7386"},"modified":"2012-12-01T13:15:10","modified_gmt":"2012-12-01T11:15:10","slug":"xi-r-25-09-hochseeangelreisen-als-einheitliche-befoerderungsleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-25-09-hochseeangelreisen-als-einheitliche-befoerderungsleistung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;25\/09 &#8211; Hochseeangelreisen als einheitliche Bef&ouml;rderungsleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.3.2011, XI R 25\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Hochseeangelreisen als einheitliche Bef&ouml;rderungsleistung <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Bei einer mehrt&auml;gigen Hochseeangelreise stellen die Unterkunft und Verpflegung sowie diejenigen Dienstleistungen, die dazu dienen, dass die Passagiere den Angelsport optimal aus&uuml;ben und das Fanggut transportieren k&ouml;nnen, Nebenleistungen zu der Personenbef&ouml;rderung dar.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarb 1997 das im Schiffsregister als Frachtschiff eingetragene Schiff MS &quot;X&quot;. Das als Hochseefischereifahrzeug gebaute Schiff war im Jahre 1994 in ein Hochseeangelfahrzeug umgebaut worden. Es hat Zwei- und Vierbettkabinen mit Dusche und WC f&uuml;r jede Kabine und einen Salon. Auf dem Schiffsdeck befindet sich ein &quot;Schlachtplatz&quot; zur Verarbeitung des Fangs und es besteht die M&ouml;glichkeit, den Fang direkt nach der Verarbeitung zu frosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Inland ans&auml;ssige Kl&auml;ger bot in den Streitjahren 1997 bis 2001 mehrt&auml;gige Hochseeangelreisen in drei Fanggebiete in der Ostsee von verschiedenen Abfahrtsh&auml;fen an. Das Entgelt von 180 DM bzw. 225 DM pro Tag und Person umfasste die Bef&ouml;rderung sowie Unterkunft und Vollpension. Alle mit dem Angeln in Zusammenhang stehenden Leistungen, insbesondere die Beschaffung der notwendigen Fangutensilien, K&ouml;der und sonstiges Zubeh&ouml;r geh&ouml;rten nicht zum Angebotsumfang; diese brachten die G&auml;ste selbst mit. Vom ersten bis zum letzten Angeltag wurde eine &quot;Pokal-Angelzeit&quot; mit Pokalverleihung am Ende der Angelreise angeboten. Die besten Angler des Jahres 2001 erhielten einen Tag Hochseeangeln kostenlos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger behandelte die Hochseeangelreisen in den Streitjahren als nicht im Inland ausgef&uuml;hrte und deshalb nicht steuerbare Bef&ouml;rderungen. Im Rahmen einer Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung f&uuml;r die Streitjahre kam der Pr&uuml;fer zu dem Ergebnis, dass die Durchf&uuml;hrung der so genannten Angelkreuzfahrten keine Bef&ouml;rderungsleistung darstelle mit der Folge, dass der Ort der Leistung sich aus &sect; 3a Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ergebe und diese steuerpflichtig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte, das Finanzamt (FA), folgte der Auffassung des Pr&uuml;fers und &auml;nderte die unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Jahre 1997 bis 2001 entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che des Kl&auml;gers wies das FA zur&uuml;ck. Der Kl&auml;ger erbringe ein sog. Leistungspaket, bei dem die Bef&ouml;rderung lediglich eine unabdingbare Nebenleistung und die Erm&ouml;glichung des Angelns auf hoher See die Hauptleistung sei. F&uuml;r die Kunden st&uuml;nde nicht die Bef&ouml;rderung, sondern das Angelvergn&uuml;gen im Vordergrund. Andernfalls h&auml;tten sie eine Seereise auf einem normalen Passagierschiff angetreten. Soweit dort (beispielsweise Tanz-)Vergn&uuml;gen als Zeitvertreib angeboten w&uuml;rden, sei dies nicht mit dem Streitfall vergleichbar, in dem die G&auml;ste an der Reise ausschlie&szlig;lich deshalb teiln&auml;hmen, um auf hoher See dem Angelsport nachgehen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab (ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 82). Leistungsort sei gem&auml;&szlig; &sect; 3a Abs. 1 UStG die im Inland gelegene Stadt Y, von der aus der Kl&auml;ger sein Unternehmen betreibe. Die Ausnahmeregelung des &sect; 3b UStG greife nicht ein. Denn daf&uuml;r m&uuml;sse die Bef&ouml;rderung der Hauptzweck der Leistung sein. Die im Rahmen der Hochseeangeltour erbrachten Leistungen stellten &#8211;was auch unstreitig sei&#8211; umsatzsteuerrechtlich eine einheitlich zu beurteilende Leistung dar. Anders als im Fall der vom Bundesfinanzhof (BFH) entschiedenen &quot;Schiffspauschalreisen&quot; stehe vorliegend aber nicht die Art der Schiffsbef&ouml;rderung, die dem Passagier ein besonderes Reiseerlebnis vermitteln solle, als Hauptleistung im Vordergrund, sondern das vom Kl&auml;ger erm&ouml;glichte Erlebnis, auf hoher See in bestimmten Fanggebieten das Angeln auszu&uuml;ben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger geltend, die Fahrten von H und I in D oder S im Inland zu den Fanggebieten, in diesen und von ihnen zur&uuml;ck zum Hafen seien zweifelsfrei Bef&ouml;rderungsleistungen. Die Gestellung von Unterkunft und Verpflegung sei bei einer mehrt&auml;gigen Reise nach der Rechtsprechung des BFH und der Verwaltungsauffassung eine Nebenleistung. Ebenso stelle die Einr&auml;umung der M&ouml;glichkeit, den Fang an Bord zu verarbeiten und einzufrieren eine Nebenleistung zur Bef&ouml;rderung dar, denn nur sie erm&ouml;gliche die vom Kl&auml;ger geschuldete Mitbef&ouml;rderung des Fangs zum Hafen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bef&ouml;rdern sei nach dem Urteil des FG Hamburg vom 28. April 2008&nbsp;&nbsp;5 K 10\/07 auch dann der Hauptzweck, wenn f&uuml;r die G&auml;ste der Sport oder das Vergn&uuml;gen im Vordergrund stehe. Es sei zudem m&ouml;glich, dass Nicht-Angler an der Reise teiln&auml;hmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuer unter &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 1997 bis 2001, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 3. Februar 2005, dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer wie folgt festgesetzt wird:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>f&uuml;r 1997 auf &#8230; DM, f&uuml;r 1998 auf &#8230; DM,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>f&uuml;r 1999 auf &#8230; DM, f&uuml;r 2000 auf &#8230; DM und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>f&uuml;r 2001 auf &#8230; DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Leistung liege ein einheitlicher Vertrag mit einem Gesamtpreis zugrunde, wobei der auf die Bef&ouml;rderung allein entfallende Wertanteil wesentlich niedriger sei. Alle Leistungen dienten wirtschaftlich dem einen Ziel, Hochseeangeln zu erm&ouml;glichen. Anders als bei Kreuzfahrten w&auml;hlten die G&auml;ste das Schiff wegen seiner Besonderheiten als Angelplatz und nicht als Bef&ouml;rderungsmittel, um einen bestimmten Ort aufzusuchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG ist die &#8211;einheitliche&#8211; Leistung des Kl&auml;gers bei der gebotenen Gesamtbetrachtung als Bef&ouml;rderungsleistung zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Umsatzsteuer unterliegen nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG &#8211;neben weiteren Voraussetzungen&#8211; die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland ausf&uuml;hrt. Grunds&auml;tzlich wird eine sonstige Leistung nach &sect; 3a Abs. 1 UStG an dem Ort ausgef&uuml;hrt, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Jedoch wird nach &sect; 3b Abs. 1 Satz 1 UStG eine Bef&ouml;rderungsleistung dort erbracht, wo die Bef&ouml;rderung bewirkt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bef&ouml;rdern ist die r&auml;umliche Fortbewegung von Personen oder Gegenst&auml;nden, wobei die Art des Bef&ouml;rderungsmittels nicht von Bedeutung ist. Die Tatsache der Bef&ouml;rderung durch ein daf&uuml;r geeignetes Fahrzeug entf&auml;llt nicht, wenn das Motiv nicht in dem wirtschaftlichen Nutzen einer Bef&ouml;rderung zu sehen ist, sondern in der sportlichen Bet&auml;tigung oder in anderen Gr&uuml;nden der Freizeitgestaltung (BFH-Beschl&uuml;sse vom 8. Dezember 1983 V S 13\/83, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 1984, 122, und vom 28. September 1987 V B 106\/86, BFH\/NV 1988, 339).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ist bei einem Umsatz, der &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein Leistungsb&uuml;ndel darstellt, f&uuml;r die Frage, ob mehrere zusammenh&auml;ngende Leistungen als eine Gesamtleistung zu behandeln sind, eine Gesamtbetrachtung erforderlich. In der Regel ist zwar jede Leistung als eigene selbstst&auml;ndige Leistung anzusehen. Eine wirtschaftlich einheitliche Leistung darf aber im Interesse eines funktionierenden Mehrwertsteuersystems auch nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden. Deshalb ist das Wesen bzw. sind die charakteristischen Merkmale des fraglichen Umsatzes zu ermitteln, um festzustellen, ob der Steuerpflichtige gegen&uuml;ber dem Leistungsempf&auml;nger mehrere selbstst&auml;ndige Leistungen oder eine einheitliche Leistung erbringt, wobei auf die Sicht des Durchschnittsverbrauchers abzustellen ist (BFH-Urteile vom 17. April 2008 V R 39\/05, BFH\/NV 2008, 1712, und vom 10. Februar 2010 XI R 49\/07, BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine einheitliche Leistung liegt insbesondere dann vor, wenn ein oder mehrere Teile die Hauptleistung, ein oder mehrere andere Teile dagegen Nebenleistungen darstellen, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Eine Leistung ist als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, wenn sie f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keinen eigenen Zweck erf&uuml;llt, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistenden unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 25. Februar 1999 Rs. C-349\/96 &#8211;Card Protection Plan Ltd (CPP)&#8211;, Slg. 1999, I-973, UR 1999, 254; BFH-Urteile vom 11. November 2004 V R 30\/04, BFHE 207, 560, BStBl II 2005, 802, und in BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109). Dem Umstand, dass ein Gesamtpreis in Rechnung gestellt wird, kommt keine entscheidende Bedeutung zu. Freilich kann es f&uuml;r das Vorliegen einer einheitlichen Leistung sprechen, wenn ein Leistungserbringer seinen Kunden eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte Dienstleistung gegen Zahlung eines Gesamtpreises erbringt (BFH-Urteil in BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109); dasselbe gilt f&uuml;r den Umstand, dass Leistungen aufgrund einer einzigen Vertragsgrundlage erbracht werden (BFH-Beschluss vom 26. April 2010 V B 3\/10, BFH\/NV 2010, 1664, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Von diesen Grunds&auml;tzen ausgehend ist entgegen der Auffassung des FG die einheitliche Leistung des Kl&auml;gers &#8211;von der die Vorinstanz und die Beteiligten zu Recht ausgehen&#8211; bei der gebotenen Gesamtbetrachtung als Bef&ouml;rderungsleistung zu beurteilen. Das vom Kl&auml;ger erbrachte Leistungsb&uuml;ndel wird &#8211;aus der ma&szlig;geblichen Sicht der Durchschnittsverbraucher&#8211; gepr&auml;gt von der Bef&ouml;rderung der Passagiere zu den jeweiligen Fanggebieten und von diesen zur&uuml;ck zum Ausgangshafen einschlie&szlig;lich der Bef&ouml;rderung der in den Fanggebieten von den Kunden selbst geangelten Fische.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch die Rechtsprechung ist bereits gekl&auml;rt, dass bei einer Pauschalreise auf einem Schiff mit Unterkunft und Verpflegung die erbrachten Verpflegungs- und &Uuml;bernachtungsleistungen Nebenleistungen zu der Hauptleistung der Bef&ouml;rderung sind und deren rechtliches Schicksal teilen; eine derartige Schiffspauschalreise wird nicht zu einem einheitlichen wirtschaftlichen Vorgang verbunden, der als eine Leistung eigener Art beurteilt werden muss (BFH-Urteile vom 1. August 1996 V R 58\/94, BFHE 181, 208, BStBl II 1997, 160, unter III.2.a bb; vom 29. August 1996 V R 103\/93, BFH\/NV 1997, 383, und vom 19. September 1996 V R 129\/93, BFHE 181, 216, BStBl II 1997, 164).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den hier zu beurteilenden mehrt&auml;gigen Hochseeangelreisen kann nichts anderes gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit das FG im Streitfall eine Bef&ouml;rderungsleistung mit der Begr&uuml;ndung abgelehnt hat, es komme den Kunden auf das Erlebnis an, auf hoher See in bestimmten Fanggebieten das Angeln auszu&uuml;ben, steht dies im Widerspruch zur dargelegten Rechtsprechung, wonach es eine Bef&ouml;rderungsleistung nicht ausschlie&szlig;t, wenn das Motiv der Reise nicht in dem wirtschaftlichen Nutzen einer Bef&ouml;rderung zu sehen ist, sondern in der sportlichen Bet&auml;tigung oder in anderen Gr&uuml;nden der Freizeitgestaltung (BFH-Beschluss in BFH\/NV 1988, 339).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das Schiff m&ouml;glicherweise in den Fanggebieten nicht bewegt wurde, um den Kunden das Angeln zu erm&ouml;glichen, steht der Gesamtbeurteilung als Bef&ouml;rderungsleistung gleichfalls nicht entgegen. Es ist nicht ungew&ouml;hnlich, dass eine Fahrt aus den unterschiedlichsten Gr&uuml;nden und insbesondere im Interesse der Mitreisenden unterbrochen wird (Besichtigungsreisen per Bus, Photosafari u.&auml;.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Landg&auml;nge und Naturbeobachtungen von Bord aus sind im Rahmen von Schiffsreisen gleicherma&szlig;en von der Bef&ouml;rderung dorthin und ggf. dem Warten vor Ort abh&auml;ngig. Auch kann die Bef&ouml;rderung mit einem Schiff hier wie dort allein deshalb gebucht worden sein, weil das Schiff das geeignetere Bef&ouml;rderungsmittel zum Erreichen des jeweiligen Zieles darstellt, und nicht wegen des mit einer Seereise verbundenen speziellen Reiseerlebnisses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen handelt es sich im Streitfall bei dem &#8211;so die Einspruchsentscheidung&#8211; &quot;Angelvergn&uuml;gen&quot; an Bord gerade um ein besonderes Reiseerlebnis; die Passagiere haben die streitige Bef&ouml;rderung mit einem Schiff gebucht, weil sie nur im Verlauf dieser Reise Hochseeangeln konnten. Damit vergleichbar werden beispielsweise Fahrten auf Schiffen mit Glasboden zur Beobachtung von Korallenriffen gebucht. Jeweils steht &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; die Bef&ouml;rderung im Vordergrund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Gestattung der Nutzung der Schlachttische und Frostanlage durch die Passagiere stellt eine Nebenleistung zu der vertraglich vereinbarten Bef&ouml;rderung des Fangguts dar. Denn diese Einrichtungen sind dazu bestimmt, die Verwertung und den Transport des Fangguts unter optimalen Bedingungen durchzuf&uuml;hren und zu erg&auml;nzen. Hierf&uuml;r spricht auch, dass sie ohne gesonderte vertragliche Vereinbarung und ohne gesondertes Entgelt genutzt werden konnten und der hierf&uuml;r ggf. anzusetzende Wertanteil im Verh&auml;ltnis zu dem Wert der Bef&ouml;rderungsleistung einschlie&szlig;lich der Verpflegungs- und &Uuml;bernachtungsleistungen jedenfalls geringf&uuml;gig w&auml;re (vgl. zur Bedeutung des Werts der Leistung BFH-Urteil vom 15. Januar 2009 V R 9\/06, BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433, unter II.1.b und 2.a unter Verweis auf das EuGH-Urteil vom 22. Oktober 1998 Rs. C-308\/96 und C-94\/97 &#8211;Madgett und Baldwin&#8211;, Slg. 1998, I-6229, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1999, 129).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder das Erm&ouml;glichen des Angelns in den Fanggebieten noch die Nutzung der Einrichtungen zur Bearbeitung des Fanggutes durch die Angler begr&uuml;nden demnach einen Ausnahmefall, in dem die Reisenden wegen der Annehmlichkeiten eines besonderen Schiffs oder wegen au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Darbietungen auf dem Schiff keinen Wert auf die Bef&ouml;rderung und die Bef&ouml;rderungsstrecke legen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 181, 208, BStBl II 1997, 160, unter III.2.a bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zu Unrecht beruft sich das FA auf die BFH-Urteile vom 7. Mai 1975 V R 30\/71 (BFHE 115, 537, BStBl II 1975, 651) und vom 4. Juli 2002 V R 41\/01 (BFH\/NV 2002, 1622). Das erstere betraf die Bergung von Kies aus dem Meer und die Bef&ouml;rderung des an Bord genommenen Materials an Land. Dort war bei nat&uuml;rlicher Betrachtung das Aufsp&uuml;ren und die Bergung des Kieses die den Charakter der gesamten T&auml;tigkeit bestimmende Leistung, hinter der die Bef&ouml;rderung zur&uuml;cktrat. In dem Urteil in BFH\/NV 2002, 1622 war bereits keine Bef&ouml;rderungsleistung zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil beruht auf einer anderen Rechtsauffassung. Es war daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif und an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, da der Senat mangels Feststellungen des FG nicht beurteilen kann, ob sich aus seiner Entscheidung die Notwendigkeit einer Korrektur der abgezogenen Vorsteuerbetr&auml;ge ergibt. Es fehlt zudem an den Feststellungen des FG zu den jeweiligen inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Streckenanteilen, deren es bedarf, um die Anwendbarkeit von &sect; 3b Abs. 1 S&auml;tze 2 und 3 UStG i.V.m. &sect; 7 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung beurteilen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.3.2011, XI R 25\/09 Hochseeangelreisen als einheitliche Bef&ouml;rderungsleistung Leits&auml;tze Bei einer mehrt&auml;gigen Hochseeangelreise stellen die Unterkunft und Verpflegung sowie diejenigen Dienstleistungen, die dazu dienen, dass die Passagiere den Angelsport optimal aus&uuml;ben und das Fanggut transportieren k&ouml;nnen, Nebenleistungen zu der Personenbef&ouml;rderung dar. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarb 1997 das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-25-09-hochseeangelreisen-als-einheitliche-befoerderungsleistung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;25\/09 &#8211; Hochseeangelreisen als einheitliche Bef&ouml;rderungsleistung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-7386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}