{"id":7390,"date":"2012-12-01T13:16:31","date_gmt":"2012-12-01T11:16:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=7390"},"modified":"2012-12-01T13:16:31","modified_gmt":"2012-12-01T11:16:31","slug":"i-b-174-10-darlegung-einer-divergenz-anforderungen-an-die-ruege-der-verletzung-des-rechts-auf-gehoer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-174-10-darlegung-einer-divergenz-anforderungen-an-die-ruege-der-verletzung-des-rechts-auf-gehoer\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;174\/10 &#8211; Darlegung einer Divergenz &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2011, I B 174\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung einer Divergenz &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, hat ihren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern &quot;Kilometergelder&quot; und Abfindungen f&uuml;r nicht genommenen Urlaub gezahlt sowie Pensionszusagen erteilt und entsprechende Pensionsr&uuml;ckstellungen gebildet. Nach Ansicht des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) haben diese Vorg&auml;nge zu verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes gef&uuml;hrt. Das Finanzgericht (FG) ist dem gefolgt und hat auf dieser Basis die streitgegenst&auml;ndlichen Steuerbescheide best&auml;tigt. Die Revision gegen sein Urteil hat es nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Nichtzulassungsbeschwerde macht die Kl&auml;gerin geltend, dass das angefochtene Urteil im Hinblick auf die Behandlung der Pensionszusagen &quot;der st&auml;ndigen Rechtsprechung&quot; des Bundesfinanzhofs (BFH) &quot;widerspreche&quot;. Das FG habe die Erdienbarkeit des Pensionsanspruchs verneint, w&auml;hrend der BFH zum Beispiel entschieden habe, dass bei einem &quot;Aufkauf&quot; einer GmbH durch ihre leitenden Angestellten (&quot;management buy out&quot;) auf das Erfordernis einer Probezeit verzichtet werden k&ouml;nne (Senatsurteil vom 24. April 2002 I R 18\/01, BFHE 199, 144, BStBl II 2002, 670). Das FG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 13. August 2002, Entscheidungen der Finanzgerichte 2003, 184) habe f&uuml;r einen &auml;hnlichen Fall in demselben Sinne entschieden. Im Hinblick auf die &quot;Kilometergelder&quot; habe das FG zu Unrecht angenommen, dass erforderliche Nachweise nicht erbracht worden seien; es habe insoweit den &quot;Sachverhalt nicht genau ermittelt&quot; und insbesondere einen Schriftsatz vom 22. August 2003 nicht ber&uuml;cksichtigt, in dem bestimmte Fahrzeugdaten angegeben worden seien. Im Hinblick auf die Urlaubsabgeltung habe das FG unter Verkennung der vorgetragenen tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse unterstellt, dass die Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ihren Urlaub aus betrieblichen Gr&uuml;nden nicht h&auml;tten nehmen k&ouml;nnen; insoweit widerspreche das angefochtene Urteil ebenfalls der Rechtsprechung des BFH (Senatsurteile vom 8. Januar 1969 I R 21\/68, BFHE 95, 89, BStBl II 1969, 327; vom 10. Januar 1973 I R 119\/70, BFHE 108, 183, BStBl II 1973, 322; vom 28. Januar 2004 I R 50\/03, BFHE 205, 192, BStBl II 2005, 524).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Nichtzulassungsbeschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin hat keinen Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (Nr. 1), wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung oder die Fortbildung des Rechts eine Entscheidung des BFH erfordert (Nr. 2) oder wenn das Urteil auf einem geltend gemachten und vorliegenden Verfahrensmangel beruhen kann (Nr. 3). Wird auf einen dieser Gr&uuml;nde eine Nichtzulassungsbeschwerde gest&uuml;tzt, so muss der betreffende Grund in der Beschwerdebegr&uuml;ndung dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Wird kein Zulassungsgrund dargelegt, so ist die Nichtzulassungsbeschwerde unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall fehlt es an der hinreichenden Darlegung eines Zulassungsgrundes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung einer grunds&auml;tzlichen Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO sind Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich, dass im konkreten Fall eine Rechtsfrage entscheidungserheblich ist, die im Interesse der Allgemeinheit der Kl&auml;rung bedarf. Solche Ausf&uuml;hrungen enth&auml;lt die Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin nicht. Das bedarf gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO keiner Begr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Ergebnis dasselbe gilt im Hinblick auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO. Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrt zwar aus, dass das Urteil des FG in Bezug auf die Beurteilung der Pensionszusagen &quot;der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung widerspreche&quot;, und zitiert in diesem Zusammenhang mehrere andere Entscheidungen. Damit legt sie aber keine Divergenz dar, die &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO unterfallen w&uuml;rde. Dazu h&auml;tte sie vielmehr abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil und aus zumindest einer der angeblichen Divergenzentscheidungen derart einander gegen&uuml;berstellen m&uuml;ssen, dass die Abweichung erkennbar wird; das ist nicht geschehen. Dasselbe gilt sinngem&auml;&szlig; f&uuml;r ihre R&uuml;gen im Zusammenhang mit der Abgeltung von Urlaubsanspr&uuml;chen. Ebenso zeigt die Kl&auml;gerin zu keinem dieser beiden Punkte auf, dass das erstinstanzliche Urteil an einem schweren und unertr&auml;glichen Rechtsfehler litte, der im Interesse des Vertrauens in die Rechtsprechung korrigiert werden m&uuml;sste; daher ist auch unter diesem Gesichtspunkt f&uuml;r eine Revisionszulassung kein Raum. Letztlich beanstandet sie vielmehr nur, dass das FG die Rechtsprechung des BFH nicht beachtet oder nicht zutreffend auf den Streitfall umgesetzt habe. Auf diese Weise kann jedoch eine Zulassung der Revision nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Als Verfahrensmangel r&uuml;gt die Kl&auml;gerin u.a., dass das FG verschiedene Teile ihres Vortrags nicht ber&uuml;cksichtigt habe. Diese R&uuml;ge k&ouml;nnte insofern berechtigt sein, als es in dem angefochtenen Urteil hei&szlig;t, die Kl&auml;gerin habe mit Schriftsatz vom 14. August 2003 angek&uuml;ndigte Angaben nicht gemacht (S. 14 des Urteilsabdrucks); tats&auml;chlich sind ausweislich der Verfahrensakten diese Angaben zumindest teilweise in einem Schriftsatz vom 22. August 2003 (Bl. 51 FG-Akte) enthalten. Die Kl&auml;gerin legt jedoch nicht dar, dass und weshalb das FG bei einer Ber&uuml;cksichtigung jenes Schriftsatzes m&ouml;glicherweise zu einem abweichenden Ergebnis gelangt w&auml;re. Letzteres geh&ouml;rt jedenfalls dann zu einer ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge der Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r, wenn sich der angebliche Verfahrensmangel auf eine einzelne Feststellung bezieht, auf die es m&ouml;glicherweise f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 119 Rz 14, m.w.N.). So liegen die Dinge im Streitfall, da der Hinweis des FG auf das Fehlen der betreffenden Angaben nur ein untergeordneter Bestandteil seiner Beweisw&uuml;rdigung zur Frage der Nutzung privater Fahrzeuge ist. Das Schwergewicht seiner Argumentation zu diesem Punkt liegt hingegen darin, dass die Kl&auml;gerin zu den angeblich mit privaten Fahrzeugen unternommenen Reisen und zu den Gr&uuml;nden f&uuml;r die Nichtbenutzung betrieblicher Fahrzeuge insgesamt keine &uuml;berpr&uuml;fbare Darstellung geliefert habe. Vor diesem Hintergrund h&auml;tte die Kl&auml;gerin die m&ouml;gliche Entscheidungserheblichkeit eines etwa dem FG unterlaufenen Verfahrensfehlers n&auml;her darstellen m&uuml;ssen. Die &uuml;brigen Verfahrensr&uuml;gen richten sich im Kern wiederum gegen die vom FG vorgenommene W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse und sind schon deshalb nicht statthaft; auf Ausf&uuml;hrungen dazu wird erneut gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2011, I B 174\/10 Darlegung einer Divergenz &#8211; Anforderungen an die R&uuml;ge der Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r Tatbestand 1&nbsp; I. 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