{"id":74832,"date":"2022-06-09T15:46:06","date_gmt":"2022-06-09T13:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=74832"},"modified":"2022-06-09T15:46:06","modified_gmt":"2022-06-09T13:46:06","slug":"zur-vorsteuerberichtigung-nach-%c2%a7-15a-abs-1-ustg-in-den-faellen-des-%c2%a7-13b-ustg-a-f-bfh-urteil-vom-31-januar-2022-v-r-33-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zur-vorsteuerberichtigung-nach-%c2%a7-15a-abs-1-ustg-in-den-faellen-des-%c2%a7-13b-ustg-a-f-bfh-urteil-vom-31-januar-2022-v-r-33-18\/","title":{"rendered":"Zur Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a Abs. 1 UStG in den F\u00e4llen des \u00a7 13b UStG a.F. &#8211; BFH-Urteil vom 31. Januar 2022, V R 33\/18"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.010222.VR33.18.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH V. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 4, UStG \u00a7 15a Abs 1, UStG \u00a7 13b Abs 1, UStG \u00a7 13b Abs 2 S 1, EGRL 112\/2006 Art 184, EGRL 112\/2006 Art 185, EGRL 112\/2006 Art 186, UStG VZ 2007 , UStG VZ 2015 , UStG VZ 2016 , UStG VZ 2017<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 27. September 2018, Az: 1 K 1352\/17 U<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Die Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a Abs. 1 UStG setzt einen urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Der urspr\u00fcngliche Vorsteuerabzug kann sich in den F\u00e4llen des \u00a7 13b UStG a.F. aus der Saldierung der Umsatzsteuer nach \u00a7 13b Abs. 2 Satz 1 UStG a.F. mit dem Vorsteuerabzug nach \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG ergeben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 28.09.2018 &#8211; 1 K 1352\/17 U wegen Umsatzsteuer 2015 und 2016 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4gerin wird das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 28.09.2018 &#8211; 1 K 1352\/17 U wegen Umsatzsteuer 2017 aufgehoben und die Klage insoweit abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob die Voraussetzungen f\u00fcr eine Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach \u00a7&nbsp;15a des Umsatzsteuergesetzes in der in den Jahren 2015 bis 2017 (Streitjahre) geltenden Fassung (UStG) vorliegen.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) \u2011\u2011eine niederl\u00e4ndische Kapitalgesellschaft\u2011\u2011 war bis zum 31.12.2007 an der inl\u00e4ndischen verm\u00f6gensverwaltenden C-GmbH &amp; Co. KG (KG) beteiligt.<\/li><li>Die KG erwarb mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 30.03.2007 mit Wirkung zum 01.06.2007 ein Grundst\u00fcck zum Kaufpreis von \u2026&nbsp;\u20ac. Der Verk\u00e4ufer optierte zu 71,41&nbsp;% zur Umsatzsteuer. Der Anteil von 71,41&nbsp;% ergab sich aus der seinerzeitigen steuerpflichtigen Nutzung des Geb\u00e4udes. Nach Erwerb wurde das Geb\u00e4ude von der KG zu 71,41&nbsp;% umsatzsteuerpflichtig vermietet.<\/li><li>Mit Ablauf des 31.12.2007 wurde die KG auf die Kl\u00e4gerin verschmolzen. Die Kl\u00e4gerin beantragte bei dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) die Erteilung einer Steuernummer f\u00fcr die Umsatzbesteuerung ab 2008. In diesem Zusammenhang teilte die Kl\u00e4gerin dem FA mit Schreiben vom XX.XX.2008 mit, dass sie lediglich \u00fcber das erworbene Grundst\u00fcck verf\u00fcge. Das Grundst\u00fcck sei im Rahmen der Anwachsung zum 01.01.2008 auf sie \u00fcbergegangen. Der Erwerb sei zuvor im Rahmen einer steuerbaren Grundst\u00fcckslieferung erfolgt. Der Verk\u00e4ufer habe gem\u00e4\u00df der Verwendung im Zeitpunkt des Verkaufs zu 71,41&nbsp;% zur Umsatzsteuer optiert.<\/li><li>In der von der Kl\u00e4gerin f\u00fcr die KG eingereichten Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 2007 vom XX.XX.2008 war die Zeile&nbsp;66 auf S.&nbsp;3 des Hauptvordrucks UStA &#8222;Vorsteuerbetr\u00e4ge aus Leistungen im Sinne des \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 UStG (\u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG)&#8220; nicht ausgef\u00fcllt. In der Anlage&nbsp;UR waren in Zeile&nbsp;24 keine &#8222;Ums\u00e4tze, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen (\u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG)&#8220; angegeben. Das FA setzte die Umsatzsteuer f\u00fcr 2007 erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df fest.<\/li><li>Ab Februar 2015 bis April 2015 vermietete die Kl\u00e4gerin das Grundst\u00fcck nur noch zu 27,7&nbsp;% umsatzsteuerpflichtig und seit dem 01.05.2015 ausschlie\u00dflich umsatzsteuerfrei.<\/li><li>Im Umsatzsteuerbescheid 2015 vom XX.XX.2016 und in den Umsatzsteuervorauszahlungsbescheiden Januar 2016 bis Februar 2017 setzte das FA eine Vorsteuerberichtigung nach \u00a7&nbsp;15a UStG fest (\u2026&nbsp;\u20ac f\u00fcr 2015 und \u2026&nbsp;\u20ac monatlich f\u00fcr Januar 2016 bis Februar 2017). Der Einspruch der Kl\u00e4gerin blieb erfolglos. Im Klageverfahren erlie\u00df das FA den Umsatzsteuerjahresbescheid 2016.<\/li><li>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 2002 ver\u00f6ffentlichten Urteil abgewiesen. Ein f\u00fcr die Anwendung von \u00a7&nbsp;15a UStG erforderlicher &#8222;urspr\u00fcnglicher Vorsteuerabzug&#8220; liege vor. Denn bei der f\u00fcr 2007 festgesetzten Umsatzsteuer sei ungeachtet der Angaben in der Umsatzsteuererkl\u00e4rung auch die Vorsteuer aus dem Grundst\u00fcckserwerb nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG tats\u00e4chlich abgezogen worden, auch wenn bei den Besteuerungsgrundlagen die Angaben zum Erwerb des Grundst\u00fccks nach \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG in der im Jahr des Grundst\u00fcckserwerbs (2007) geltenden Fassung (UStG a.F.) und zu den entsprechend abzugsf\u00e4higen Vorsteuern fehlten.<\/li><li>Hiergegen wendet sich die Kl\u00e4gerin mit der Revision, mit der sie die Verletzung materiellen Rechts (\u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 und&nbsp;5 UStG) geltend macht. Die urspr\u00fcnglich nach \u00a7&nbsp;13b UStG geschuldete Umsatzsteuer und der entsprechende Vorsteuerabzug h\u00e4tten in der Umsatzsteuervoranmeldung Juni 2007 und in der Umsatzsteuerjahreserkl\u00e4rung 2007 keine Ber\u00fccksichtigung gefunden. Ohne vorgenommenen Vorsteuerabzug in der Vergangenheit stelle \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 UStG keine Rechtsgrundlage f\u00fcr die nachtr\u00e4gliche Korrektur des Vorsteuerabzugs dar. Ein tats\u00e4chlicher Vorsteuerabzug sei Voraussetzung f\u00fcr die Anwendbarkeit von \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 UStG, weil diese Bestimmung eine \u00c4nderung der f\u00fcr den &#8222;urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug&#8220; ma\u00dfgebenden Verh\u00e4ltnisse voraussetze. Entsprechendes gelte f\u00fcr die unionsrechtliche Grundlage in Art.&nbsp;185 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL).<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2015 und 2016 jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom XX.XX.2017 sowie die Steuerfestsetzung 2017, zuletzt ge\u00e4ndert durch den Umsatzsteuerbescheid 2017 vom 21.12.2018 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Umsatzsteuer 2015 um \u2026&nbsp;\u20ac, die Umsatzsteuer 2016 um \u2026&nbsp;\u20ac und die Umsatzsteuer 2017 um \u2026&nbsp;\u20ac gemindert festgesetzt wird.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Der Vorsteuerabzug sei im Anschaffungsjahr tats\u00e4chlich in Anspruch genommen worden, auch wenn in der Erkl\u00e4rung Angaben zum Erwerb des Grundst\u00fccks nach \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG&nbsp;a.F. und zu der entsprechenden Vorsteuer fehlten. Denn bei diesen Angaben handele es sich lediglich um zwei unselbst\u00e4ndige Besteuerungsgrundlagen, die sich gegenseitig aufh\u00f6ben. Eine entsprechende Angabe in der Erkl\u00e4rung h\u00e4tte deshalb zu keiner abweichenden Steuerfestsetzung gef\u00fchrt.<\/li><li>Im Revisionsverfahren hat das FA am 21.12.2018 den Umsatzsteuerjahresbescheid 2017 erlassen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist hinsichtlich der Streitjahre 2015 und 2016 unbegr\u00fcndet und zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). F\u00fcr das Streitjahr 2017 ist das Urteil des FG aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden aufzuheben und die Klage abzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Voraussetzungen eines Vorsteuerberichtigungsanspruchs nach \u00a7&nbsp;15a UStG erf\u00fcllt sind.<\/li><li>1. Da dem FG-Urteil f\u00fcr 2017 nicht mehr existierende Verwaltungsakte zugrunde liegen, konnte es keinen Bestand haben (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 30.05.2001&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;85\/00, BFH\/NV 2001, 1291; vom 03.11.2005&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;63\/02, BFHE 212, 161, BStBl II 2006, 337, und vom 10.11.2010&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;79\/07, BFHE 231, 373, BStBl II 2011, 311).<\/li><li>Der im Revisionsverfahren ergangene Umsatzsteuerjahresbescheid 2017 vom 21.12.2018 hat die Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide, die Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens waren, i.S. der \u00a7\u00a7&nbsp;68 Satz&nbsp;1, 121 Satz&nbsp;1 FGO ersetzt. Wird der angefochtene Verwaltungsakt nach Klageerhebung durch einen anderen Verwaltungsakt ge\u00e4ndert oder ersetzt, wird gem\u00e4\u00df der auch im Revisionsverfahren (\u00a7&nbsp;121 FGO) geltenden Vorschrift des \u00a7&nbsp;68 FGO der neue Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens. Das gilt auch f\u00fcr den Umsatzsteuerjahresbescheid im Verh\u00e4ltnis zum Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 03.07.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFHE 246, 264, BStBl II 2017, 666, Rz&nbsp;10&nbsp;ff.; vom 24.04.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFHE 242, 410, BStBl II 2014, 86, Rz&nbsp;26). Gegenstand der revisionsrechtlichen Pr\u00fcfung ist deshalb nunmehr die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Umsatzsteuerjahresbescheids 2017 vom 21.12.2018.<\/li><li>2. Die Sache ist auch f\u00fcr das Streitjahr 2017 spruchreif, weil der vom FG festgestellte Sachverhalt ausreicht, um abschlie\u00dfend pr\u00fcfen und beurteilen zu k\u00f6nnen, ob der Umsatzsteuerjahresbescheid 2017 vom 21.12.2018 rechtm\u00e4\u00dfig ist. Denn hinsichtlich der zwischen den Beteiligten allein streitigen Frage, ob die Kl\u00e4gerin Schuldnerin eines Vorsteuerberichtigungsanspruchs ist, hat sich durch Erlass des Umsatzsteuerjahresbescheids 2017 vom 21.12.2018 nichts ge\u00e4ndert.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Im Streitfall hat das FG im Ergebnis zutreffend bejaht, dass sich bei dem streitbefangenen Grundst\u00fcck innerhalb des Berichtigungszeitraums des \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 UStG die f\u00fcr den urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug ma\u00dfgebenden Verh\u00e4ltnisse ge\u00e4ndert haben.<\/li><li>1. \u00c4ndern sich bei einem Wirtschaftsgut, das nicht nur einmalig zur Ausf\u00fchrung von Ums\u00e4tzen verwendet wird, innerhalb von f\u00fcnf Jahren ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Verwendung die f\u00fcr den urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug ma\u00dfgebenden Verh\u00e4ltnisse, ist nach \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG f\u00fcr jedes Kalenderjahr der \u00c4nderung ein Ausgleich durch eine Berichtigung des Abzugs der auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten entfallenden Vorsteuerbetr\u00e4ge vorzunehmen. Bei Grundst\u00fccken einschlie\u00dflich ihrer wesentlichen Bestandteile tritt an die Stelle des F\u00fcnfjahreszeitraums ein solcher von zehn Jahren (\u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG).<\/li><li>Unionsrechtlich wird nach Art.&nbsp;184 MwStSystRL der urspr\u00fcngliche Vorsteuerabzug berichtigt, wenn der Vorsteuerabzug h\u00f6her oder niedriger ist als der, zu dessen Vornahme der Steuerpflichtige berechtigt war. Gem\u00e4\u00df Art.&nbsp;185 MwStSystRL erfolgt die Berichtigung insbesondere dann, &#8222;wenn sich die Faktoren, die bei der Bestimmung des Vorsteuerabzugsbetrags ber\u00fccksichtigt werden, nach Abgabe der Mehrwertsteuererkl\u00e4rung ge\u00e4ndert haben, zum Beispiel bei r\u00fcckg\u00e4ngig gemachten K\u00e4ufen oder erlangten Rabatten&#8220;.<\/li><li>2. Die Vorsteuerberichtigung nach \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 UStG setzt einen urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug voraus (Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union Evita-K vom 18.07.2013&nbsp;&#8211; C-78\/12, EU:C:2013:486, Rz&nbsp;59). Ob ein derartiger Vorsteuerabzug vorliegt, richtet sich nach dem f\u00fcr das Abzugsjahr vorliegenden Steuerbescheid. Wesentliches Merkmal f\u00fcr diesen ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) die festgesetzte Steuer, w\u00e4hrend die dieser Steuer zugrunde liegenden Besteuerungsgrundlagen nach \u00a7&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO nur einen nicht selbst\u00e4ndig anfechtbaren Teil des Steuerbescheids bilden.<\/li><li>a) Danach ist im Streitfall von einer Berichtigung abgezogener Vorsteuerbetr\u00e4ge auszugehen.<\/li><li>aa) Die KG war f\u00fcr den Grundst\u00fcckserwerb in 2007 Steuerschuldnerin gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG a.F. und zugleich f\u00fcr dieses Jahr zum Vorsteuerabzug nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG berechtigt. Der Anspruch auf Vorsteuerabzug entstand nach dieser Vorschrift f\u00fcr den Voranmeldungszeitraum der Leistungsausf\u00fchrung, ohne dass es hierf\u00fcr, wie die Kl\u00e4gerin ohne Erfolg vortr\u00e4gt, in rechtlicher Hinsicht auf eine &#8222;Anmeldung der Steuer&#8220; ankam.<\/li><li>bb) Steuer und Vorsteuerabzug waren nach allgemeinen Grunds\u00e4tzen als jeweils unselbst\u00e4ndige Besteuerungsgrundlagen i.S. von \u00a7&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO in dem Steuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr zu erfassen. Dass dies unterblieb, ist im Streitfall im Hinblick auf das Zusammenfallen von Steuerschuld und Vorsteuerabzug in einer Person und die Betragsgleichheit von Steuer und Vorsteuerabzug ohne Bedeutung. Denn im Hinblick hierauf hatte das Unterbleiben der Erfassung von Steuer und Vorsteuer keinen Einfluss auf die nach \u00a7&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO festzusetzende Steuer.<\/li><li>Das folgt daraus, dass die Steuer f\u00fcr die in \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG a.F. genannten Ums\u00e4tze \u2011\u2011unabh\u00e4ngig von der Erkl\u00e4rung durch den Steuerpflichtigen\u2011\u2011 mit Ausstellung der Rechnung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;14a Abs.&nbsp;5 UStG, sp\u00e4testens mit Ablauf des der Ausf\u00fchrung der Leistung folgenden Kalendermonats entstanden ist. Dass die Kl\u00e4gerin die nach \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG a.F. entstandene Umsatzsteuer nicht erkl\u00e4rt hat, l\u00e4sst sich nur durch die Saldierung mit dem Vorsteuerabzug nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG erkl\u00e4ren. Denn andernfalls h\u00e4tte die Kl\u00e4gerin es pflichtwidrig unterlassen, die nach \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG&nbsp;a.F. entstandene Umsatzsteuer zu erkl\u00e4ren.<\/li><li>Zwar hat das FA \u2011\u2011trotz Kenntnis des Grundst\u00fcckserwerbs\u2011\u2011 keine Umsatzsteuer auf den Grundst\u00fcckserwerb gesondert erfasst. Deshalb ist davon auszugehen, dass es die Umsatzsteuer nach \u00a7&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG a.F. mit dem damit korrespondierenden Vorsteuerabzug letztlich saldiert hat. Andernfalls w\u00e4re die Umsatzsteuerfestsetzung f\u00fcr 2007 um \u2026&nbsp;\u20ac zu niedrig festgesetzt. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Steuerschuldner das FA anderweitig \u00fcber Steuerschuld und Vorsteuerabzug in Kenntnis setzt. So ist es im Streitfall. Denn nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (\u00a7&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hat die Kl\u00e4gerin das FA mit Schreiben vom XX.XX.2008 noch vor Abgabe der Umsatzsteuererkl\u00e4rung 2007 vom XX.XX.2008 \u00fcber den Sachverhalt einschlie\u00dflich des Grundst\u00fcckserwerbs, der Verschmelzung sowie des Umfangs der Option durch den Verk\u00e4ufer in Kenntnis gesetzt. Zudem sind in der Umsatzsteuererkl\u00e4rung f\u00fcr die KG Vorsteuern aus den Erwerbsnebenkosten enthalten.<\/li><li>b) Unionsrechtliche Zweifel bestehen im Hinblick auf die den Mitgliedstaaten nach Art.&nbsp;186 MwStSystRL einger\u00e4umte Regelungsbefugnis nicht.<\/li><li>3. Die f\u00fcr den urspr\u00fcnglichen Vorsteuerabzug ma\u00dfgebenden Verh\u00e4ltnisse (vgl. \u00a7&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG) haben sich im Streitfall innerhalb des zehnj\u00e4hrigen Berichtigungszeitraums (Juni 2007 bis Mai 2017) ge\u00e4ndert. Denn die Rechtsvorg\u00e4ngerin der Kl\u00e4gerin hat das Grundst\u00fcck urspr\u00fcnglich zu 71,41&nbsp;% zur Ausf\u00fchrung von umsatzsteuerpflichtigen Ausgangsums\u00e4tzen verwendet, ab Februar 2015 bis April 2015 wird das Grundst\u00fcck nur noch zu 27,7&nbsp;% umsatzsteuerpflichtig und seit dem 01.05.2015 ausschlie\u00dflich umsatzsteuerfrei vermietet.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung folgt hinsichtlich der Kosten des Revisionsverfahrens aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Die Kosten des FG-Verfahrens tr\u00e4gt die Kl\u00e4gerin entsprechend der Kostenentscheidung des FG nach \u00a7&nbsp;137 Satz&nbsp;1, \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.010222.VR33.18.0 BFH V. Senat UStG \u00a7 15 Abs 1 S 1 Nr 4, UStG \u00a7 15a Abs 1, UStG \u00a7 13b Abs 1, UStG \u00a7 13b Abs 2 S 1, EGRL 112\/2006 Art 184, EGRL 112\/2006 Art 185, EGRL 112\/2006 Art 186, UStG VZ 2007 , UStG VZ 2015 , UStG VZ 2016 , UStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zur-vorsteuerberichtigung-nach-%c2%a7-15a-abs-1-ustg-in-den-faellen-des-%c2%a7-13b-ustg-a-f-bfh-urteil-vom-31-januar-2022-v-r-33-18\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zur Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a Abs. 1 UStG in den F\u00e4llen des \u00a7 13b UStG a.F. &#8211; BFH-Urteil vom 31. 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