{"id":74881,"date":"2022-06-20T12:48:03","date_gmt":"2022-06-20T10:48:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=74881"},"modified":"2022-06-20T12:48:03","modified_gmt":"2022-06-20T10:48:03","slug":"streitwert-einer-nichtzulassungsbeschwerde-mit-der-die-entscheidung-des-fg-in-einem-wiederaufnahmeverfahren-angefochten-wird-bfh-beschluss-vom-27-april-2022-viii-e-3-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/streitwert-einer-nichtzulassungsbeschwerde-mit-der-die-entscheidung-des-fg-in-einem-wiederaufnahmeverfahren-angefochten-wird-bfh-beschluss-vom-27-april-2022-viii-e-3-21\/","title":{"rendered":"Streitwert einer Nichtzulassungsbeschwerde, mit der die Entscheidung des FG in einem Wiederaufnahmeverfahren angefochten wird &#8211; BFH-Beschluss vom 27. April 2022, VIII E 3\/21"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:B.270422.VIIIE3.21.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VIII. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>GKG \u00a7 34, GKG \u00a7 47 Abs 3, GKG \u00a7 66 Abs 6, ZPO \u00a7 578, ZPO \u00a7 580, FGO \u00a7 134<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>NV: Die H\u00f6he des Streitwerts eines Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens, in dem die Entscheidung des FG in einem Wiederaufnahmeverfahren angefochten wird, entspricht immer dann, wenn auch das Wiederaufnahmeverfahren letztlich auf die Aufhebung bzw. \u00c4nderung der angefochtenen Bescheide zielt, dem Streitwert desjenigen Verfahrens, dessen Wiederaufnahme begehrt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Erinnerung gegen die Kostenrechnung des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011Kostenstelle\u2011\u2011 vom 06.08.2021 &#8211; KostL 939\/21 (VIII B 122\/20) wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb\u00fchrenfrei.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Mit Beschluss vom 28.04.2021 hat der Senat im Verfahren VIII&nbsp;B&nbsp;122\/20 die Nichtzulassungsbeschwerde des Kostenschuldners und Erinnerungsf\u00fchrers (Erinnerungsf\u00fchrer) als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen. Die Beschwerde richtete sich gegen die Abweisung einer vom Erinnerungsf\u00fchrer beim Finanzgericht (FG) unter dem Aktenzeichen 10&nbsp;K&nbsp;519\/19&nbsp;F erhobenen Restitutionsklage (\u00a7&nbsp;134 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011, \u00a7\u00a7&nbsp;578, 580 der Zivilprozessordnung \u2011\u2011ZPO\u2011\u2011). Ziel dieser Restitutionsklage war die Wiederaufnahme des beim FG unter dem Aktenzeichen 10&nbsp;K&nbsp;4073\/14&nbsp;F gef\u00fchrten Klageverfahrens betreffend die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume 2007 bis 2011. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens VIII&nbsp;B&nbsp;122\/20 hat nach dem Beschluss vom 28.04.2021 der Erinnerungsf\u00fchrer zu tragen.<\/li><li>Das FG hatte die Klage im Verfahren 10&nbsp;K&nbsp;4073\/14&nbsp;F durch Urteil vom 28.04.2017 abgewiesen. Die anschlie\u00dfende Nichtzulassungsbeschwerde gegen diese Entscheidung blieb ohne Erfolg (Beschluss des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 15.02.2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;135\/17).<\/li><li>Mit Schreiben vom 06.08.2021 erging die Schlusskostenrechnung des BFH zum Beschwerdeverfahren VIII&nbsp;B&nbsp;122\/20 (KostL&nbsp;939\/21). Dieser legte der Kostenbeamte einen Streitwert in H\u00f6he von 3.293&nbsp;\u20ac zugrunde.<\/li><li>Hiergegen richtet sich die vorliegende Erinnerung, in der der Erinnerungsf\u00fchrer ohne n\u00e4here Begr\u00fcndung den angesetzten Streitwert in Frage stellt.<\/li><li>Er beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>die Kostenrechnung vom 06.08.2021&nbsp;&#8211; KostL&nbsp;939\/21 (VIII&nbsp;B&nbsp;122\/20) aufzuheben und die aufschiebende Wirkung der Erinnerung bis zur Entscheidung anzuordnen.<\/li><li>Die Vertreterin der Staatskasse (Erinnerungsgegnerin) beantragt,<br \/>die Erinnerung als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Erinnerung ist unbegr\u00fcndet.<\/li><li>1. Die Entscheidung \u00fcber die Erinnerung ergeht gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;66 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;5 des Gerichtskostengesetzes (GKG) durch den Einzelrichter.<\/li><li>2. Die Erinnerung hat keinen Erfolg.<\/li><li>Mit der Erinnerung k\u00f6nnen nur Einwendungen erhoben werden, die sich gegen die Kostenrechnung selbst, d.h. gegen den Ansatz und die H\u00f6he einzelner Kosten oder \u2011\u2011wie hier\u2011\u2011 gegen den Streitwert richten. Im Hinblick auf den allein angegriffenen Streitwert weist die angegriffene Kostenrechnung keinen Rechtsfehler auf.<\/li><li>a) Hat der Kostenschuldner bei der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision nicht erkennbar gemacht, dass er in einem Revisionsverfahren das Klagebegehren nur noch eingeschr\u00e4nkt weiterverfolgen werde, ist f\u00fcr das Beschwerdeverfahren von dem Streitwert im Klageverfahren auszugehen (\u00a7&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 GKG, vgl. BFH-Beschluss vom 14.02.2007&nbsp;&#8211; IV&nbsp;E&nbsp;6\/06, BFH\/NV 2007, 1156; Gr\u00e4ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., Vor \u00a7&nbsp;135 Rz&nbsp;160 &#8222;Nichtzulassungsbeschwerde&#8220;).<\/li><li>b) Die H\u00f6he des Streitwerts eines Wiederaufnahmeverfahrens (hier: Restitutionsklage) entspricht grunds\u00e4tzlich \u2011\u2011immer dann, wenn (wie hier) auch das Wiederaufnahmeverfahren letztlich auf die Aufhebung bzw. \u00c4nderung der angefochtenen Bescheide zielt,\u2011\u2011 dem Streitwert desjenigen Verfahrens, dessen Wiederaufnahme begehrt wird (BFH-Beschluss vom 06.04.2021&nbsp;&#8211; X&nbsp;E&nbsp;5\/20, BFH\/NV 2021, 770, Rz&nbsp;6, m.w.N.). Dies ist im Streitfall das beim FG unter dem Aktenzeichen 10&nbsp;K&nbsp;4073\/14&nbsp;F gef\u00fchrte Klageverfahren betreffend die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume 2007 bis 2011.<\/li><li>c) Danach ist der der Kostenrechnung zugrunde liegende Streitwert nicht zu beanstanden. Im Klageverfahren 10&nbsp;K&nbsp;4037\/14&nbsp;F waren ausweislich des Klageantrags in den Streitjahren 2007 bis 2011 Schuldzinsen in H\u00f6he von insgesamt 13.173,94&nbsp;\u20ac streitig. Im Verfahren der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Eink\u00fcnften ist der Streitwert grunds\u00e4tzlich pauschal mit 25&nbsp;% der streitigen Eink\u00fcnfte anzusetzen (vgl. BFH-Beschluss vom 09.03.2022&nbsp;&#8211; IX&nbsp;E&nbsp;3\/21, juris, Rz&nbsp;17, m.w.N.). Vorliegend f\u00fchrten 25&nbsp;% von 13.173,94&nbsp;\u20ac zu einem Streitwert in H\u00f6he von 3.293&nbsp;\u20ac.<\/li><li>3. Eine unrichtige Sachbehandlung i.S. des \u00a7&nbsp;21 GKG wird vom Erinnerungsf\u00fchrer nicht behauptet und liegt auch nicht vor.<\/li><li>4. Mit der vorliegenden Entscheidung erledigt sich zugleich der Antrag des Erinnerungsf\u00fchrers auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;66 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 GKG.<\/li><li>5. Das Verfahren \u00fcber die Erinnerung ist gerichtsgeb\u00fchrenfrei. Kosten werden nicht erstattet (\u00a7&nbsp;66 Abs.&nbsp;8 GKG).<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:B.270422.VIIIE3.21.0 BFH VIII. 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