{"id":74920,"date":"2022-07-07T17:56:06","date_gmt":"2022-07-07T15:56:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=74920"},"modified":"2022-07-07T17:56:06","modified_gmt":"2022-07-07T15:56:06","slug":"keine-zurechnung-eines-anteils-am-gesamthandsvermoegen-aufgrund-einer-treuhandabrede-bfh-urteil-vom-12-januar-2022-ii-r-16-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/keine-zurechnung-eines-anteils-am-gesamthandsvermoegen-aufgrund-einer-treuhandabrede-bfh-urteil-vom-12-januar-2022-ii-r-16-20\/","title":{"rendered":"Keine Zurechnung eines Anteils am Gesamthandsverm\u00f6gen aufgrund einer Treuhandabrede &#8211; BFH-Urteil vom 12. Januar 2022, II R 16\/20"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.120122.IIR16.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH II. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>GrEStG \u00a7 6 Abs 1 S 1, GrEStG \u00a7 6 Abs 3 S 1, AO \u00a7 39 Abs 1 Nr 1, GrEStG \u00a7 1 Abs 2a, AO \u00a7 39 Abs 2, GrEStG \u00a7 5<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG D\u00fcsseldorf, 08. Mai 2019, Az: 7 K 2629\/18 GE<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Ein Anteil am Verm\u00f6gen der Gesamthand i.S. des \u00a7 6 GrEStG kann auch \u00fcber eine mehrst\u00f6ckige Beteiligung vermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Bei Treuhandverh\u00e4ltnissen ist der Anteil am Verm\u00f6gen der Gesamthand dem Treuh\u00e4nder zuzurechnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf vom 08.05.2019 &#8211; 7 K 2629\/18 GE wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH &amp; Co. KG, erwarb von der C KG (Verk\u00e4uferin) aufgrund notariell beurkundeten Kaufvertrages vom 23.12.2015 Grundst\u00fccke.<\/li><li>Alleinige Kommanditistin der Kl\u00e4gerin war die CT KG (Zwischengesellschaft). Pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin der Zwischengesellschaft ohne Beteiligung am Verm\u00f6gen war die Verk\u00e4uferin, alleinige Kommanditistin die X-GmbH als Treuh\u00e4nderin f\u00fcr die Verk\u00e4uferin (Treuhandvertrag vom 19.10.1978).<\/li><li>Mit Bescheid vom 13.01.2016 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin Grunderwerbsteuer fest.<\/li><li>Mit dem Einspruch machte die Kl\u00e4gerin geltend, f\u00fcr den Erwerb sei gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) die Grunderwerbsteuer nicht zu erheben, da die Kommanditbeteiligung an der \u2011\u2011als Personengesellschaft &#8222;transparenten&#8220;\u2011\u2011 Zwischengesellschaft der Verk\u00e4uferin als Treugeberin auch im Rahmen des \u00a7&nbsp;6 GrEStG zuzurechnen und damit die Verk\u00e4uferin mittelbar zu 100&nbsp;% am Verm\u00f6gen der Kl\u00e4gerin beteiligt sei.<\/li><li>Das FA wies den Einspruch am 15.08.2018 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. \u00a7&nbsp;6 GrEStG setze eine unmittelbare Beteiligung voraus. Zudem sei ein Treugeber nicht am Verm\u00f6gen der Gesamthand beteiligt, sondern habe allenfalls gegen den Treuh\u00e4nder schuldrechtliche Anspr\u00fcche.<\/li><li>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, die mittelbar an der Kl\u00e4gerin beteiligte Treuh\u00e4nderin -X-GmbH- k\u00f6nne als Kapitalgesellschaft im Rahmen des \u00a7&nbsp;6 GrEStG nicht als transparent angesehen werden. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2020, 1859 ver\u00f6ffentlicht.<\/li><li>Mit der Revision macht die Kl\u00e4gerin geltend, die Steuerbefreiung nach \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG sei zu Unrecht versagt worden. Anteile einer Personengesellschaft seien auch f\u00fcr die Befreiungsregelungen der \u00a7\u00a7&nbsp;5 und 6 GrEStG dem Treugeber zuzurechnen. Die fr\u00fchere rein zivilrechtliche Betrachtungsweise der Rechtsprechung m\u00fcsse angesichts der Abs.&nbsp;2a, 3 und 3a des \u00a7&nbsp;1 GrEStG aufgrund der Einheit des Grunderwerbsteuerrechts auch im Hinblick auf \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG dem Transparenzprinzip weichen, und zwar unabh\u00e4ngig davon, dass Kapitalgesellschaften f\u00fcr Zwecke der Befreiungsregeln als intransparent zu behandeln seien.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>die Vorentscheidung, den Grunderwerbsteuerbescheid vom 13.01.2016 und die Einspruchsentscheidung vom 15.08.2018 aufzuheben.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und war daher nach \u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur\u00fcckzuweisen. Das FG hat zu Recht angenommen, dass durch den Erwerb der Grundst\u00fccke am 23.12.2015 der Tatbestand des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG verwirklicht wurde und die Voraussetzungen f\u00fcr eine Nichterhebung der Steuer nach \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG nicht erf\u00fcllt sind.<\/li><li>1. Beim \u00dcbergang eines Grundst\u00fccks von einer Gesamthand auf eine andere Gesamthand wird nach \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG die Steuer nicht erhoben, soweit die Anteile der Gesamth\u00e4nder am Verm\u00f6gen der erwerbenden Gesamthand ihren Anteilen am Verm\u00f6gen der \u00fcbertragenden Gesamthand entsprechen (Beschluss des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 05.06.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;21\/18, BFH\/NV 2019, 1253, Rz&nbsp;8).<\/li><li>a) Als &#8222;Anteil am Verm\u00f6gen der Gesamthand&#8220; i.S. der \u00a7\u00a7&nbsp;5 und 6 GrEStG ist die wertm\u00e4\u00dfige Beteiligung des einzelnen Gesamth\u00e4nders am Gesamthandsverm\u00f6gen anzusehen (allgemeine Auffassung, vgl. grundlegend BFH-Urteile vom 31.05.1972&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;9\/66, BFHE 106, 360, BStBl II 1972, 833, hier insbesondere der erste Leitsatz, und vom 05.02.2020&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;9\/17, BFHE 267, 511, BStBl II 2020, 658, Rz&nbsp;24&nbsp;ff.).<\/li><li>Soweit der BFH auch nach dem Wandel der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Teilrechtsf\u00e4higkeit einer GbR und der Beteiligung eines Gesamth\u00e4nders \u00fcber die Gesamthandsgemeinschaft an deren Verm\u00f6gen (z.B. BGH-Urteile vom 29.01.2001&nbsp;&#8211; II&nbsp;ZR&nbsp;331\/00, BGHZ 146, 341, und vom 25.09.2006&nbsp;&#8211; II&nbsp;ZR&nbsp;218\/05, Betriebs-Berater \u2011\u2011BB\u2011\u2011 2006, 2490, unter I.2.; BGH-Beschl\u00fcsse vom 04.12.2008&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;74\/08, BGHZ 179, 102, unter IV.3.b, und vom 20.05.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;142\/15, BB 2016, 2637, Rz&nbsp;11) in Zusammenhang mit \u00a7\u00a7&nbsp;5 und 6 GrEStG begrifflich noch an die &#8222;dingliche Mitberechtigung der Gesamth\u00e4nder am Gesellschaftsverm\u00f6gen&#8220; angekn\u00fcpft hat (z.B. BFH-Urteile vom 29.02.2012&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;22, und vom 17.12.2014&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;24\/13, BFHE 248, 246, BStBl II 2015, 504, Rz&nbsp;21), h\u00e4lt er hieran nicht mehr fest.<\/li><li>b) Das Grunderwerbsteuerrecht sieht die Personengesellschaft seit jeher als selbst\u00e4ndigen Rechtstr\u00e4ger an (vgl. Me\u00dfbacher-H\u00f6nsch in Viskorf, 20.&nbsp;Aufl. 2021, GrEStG \u00a7&nbsp;1 Rz&nbsp;16). Die grunderwerbsteuerrechtlichen Befreiungsvorschriften in \u00a7\u00a7&nbsp;5 und 6 GrEStG erkennen dementsprechend grunds\u00e4tzlich an, dass bei einem \u00dcbergang eines Grundst\u00fccks von einzelnen Gesamth\u00e4ndern auf eine Gesamthandsgemeinschaft ein steuerbarer Rechtstr\u00e4gerwechsel stattfindet, sehen jedoch von der Erhebung der Steuer ab, soweit der Gesamth\u00e4nder als Ver\u00e4u\u00dferer zun\u00e4chst Eigent\u00fcmer des Grundst\u00fccks war und dann anteilsm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Verm\u00f6gen der Gesamthand beteiligt ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 267, 511, BStBl II 2020, 658, Rz&nbsp;26). Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass aufgrund der gesamth\u00e4nderischen Verbundenheit der Gesellschafter das Grundst\u00fcck trotz Rechtstr\u00e4gerwechsels in demselben grunderwerbsteuerrechtlichen Zurechnungsbereich verbleibt (BFH-Urteile vom 04.04.2001&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;57\/98, BFHE 194, 458, BStBl II 2001, 587, unter II.2.b, und in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;22).<\/li><li>c) Diese Grunds\u00e4tze gelten auch, wenn die Beteiligung am Verm\u00f6gen der Gesamthand durch die Beteiligung einer anderen Gesamthand an der ersteren (Zwischengesellschaft) vermittelt wird (BFH-Urteil vom 24.09.1985&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;65\/83, BFHE 144, 473, BStBl II 1985, 714, unter 1.). Bei doppelst\u00f6ckigen Gesamthandsgemeinschaften ist daher nicht die Zwischengesellschaft als solche als Zurechnungssubjekt anzusehen, sondern ein R\u00fcckgriff auf die am Verm\u00f6gen der Zwischengesellschaft beteiligten Gesamth\u00e4nder geboten (BFH-Urteile vom 03.06.2014&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;1\/13, BFHE 245, 386, BStBl II 2014, 855, Rz&nbsp;15; in BFHE 248, 246, BStBl II 2015, 504, Rz&nbsp;15, und vom 17.12.2014&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;2\/13, BFHE 248, 238, BStBl II 2015, 557, Rz&nbsp;20, jeweils m.w.N.).<\/li><li>d) Ein Treuhandverh\u00e4ltnis allein reicht nicht aus, um einem Treugeber im Rahmen von \u00a7\u00a7&nbsp;5, 6 GrEStG eine Beteiligung am Verm\u00f6gen einer Gesamthand \u2011\u2011sei es unmittelbar, sei es mittelbar \u00fcber eine weitere Gesamthand\u2011\u2011 zuzurechnen.<\/li><li>aa) Zu \u00a7&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 GrEStG hat der BFH bereits entschieden, dass einem Ver\u00e4u\u00dferer, der gleichzeitig Treugeber eines Gesellschafters der erwerbenden Gesamthand ist, die Beteiligung des Treuh\u00e4nders nicht nach \u00a7&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) zugerechnet werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 23.10.1974&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;87\/73, BFHE 114, 124, BStBl II 1975, 152, zu \u00a7&nbsp;11 Nr.&nbsp;3 des Steueranpassungsgesetzes vom 16.10.1934, RGBl 1934 I, 925). Denn nicht der Treugeber, sondern der Treuh\u00e4nder ist \u2011\u2011f\u00fcr das Grunderwerbsteuerrecht allein ma\u00dfgebend\u2011\u2011 zivilrechtlich am Verm\u00f6gen der Gesamthand beteiligt. \u00a7&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 AO mit seiner wirtschaftlichen Betrachtungsweise gilt in diesen F\u00e4llen nicht (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 14.12.1988&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;134\/88, BFH\/NV 1990, 59, unter II.3.b, und vom 08.08.2000&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;134\/99, BFH\/NV 2001, 66, unter 1.).<\/li><li>bb) Dieselben Grunds\u00e4tze sind bei Anwendung des \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG zugrunde zu legen.<\/li><li>(1) Die Notwendigkeit einer erweiternden Auslegung des \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG ist bei einem Erwerb nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG \u2011\u2011anders als im Bereich des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG (BFH-Urteil in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917, Rz&nbsp;21, 23)\u2011\u2011 nicht gegeben. Die Erw\u00e4gungen, die der BFH bei den Erwerbstatbest\u00e4nden des \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a, Abs.&nbsp;3 GrEStG zur Bestimmung einer zivilrechtlich nicht vorgesehenen mittelbaren Gesellschafterstellung bzw. eines mittelbaren Anteilserwerbs angestellt hat (vgl. dazu BFH-Urteile vom 04.03.2020&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;2\/17, BFHE 270, 240, BStBl II 2020, 511, Rz&nbsp;15, und vom 27.05.2020&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;45\/17, BFHE 270, 247, BStBl II 2021, 315, Rz&nbsp;14; BFH-Beschluss vom 22.01.2019&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;98\/17, BFH\/NV 2019, 412, Rz&nbsp;13, jeweils m.w.N.), stellen sich bei der Bestimmung der Beteiligung an einer Gesamthand nicht und k\u00f6nnen daher nicht auf \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG \u00fcbertragen werden. Dasselbe gilt f\u00fcr die zu \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;3a GrEStG f\u00fcr Erwerbsvorg\u00e4nge nach dem 06.06.2013 (\u00a7&nbsp;23 Abs.&nbsp;11 GrEStG) ggf. zu entwickelnden Rechtsgrunds\u00e4tze zur unmittelbaren oder mittelbaren wirtschaftlichen Beteiligung.<\/li><li>(2) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem von der Kl\u00e4gerin angef\u00fchrten BFH-Urteil vom 16.01.1991&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;78\/88 (BFHE 163, 249, BStBl II 1991, 376). Diese Entscheidung betrifft kein Treuhandverh\u00e4ltnis und kann daher die diesbez\u00fcgliche h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse in BFH\/NV 1990, 59, unter II.3.b, und in BFH\/NV 2001, 66, unter&nbsp;1.) nicht in Frage stellen.<\/li><li>2. Nach den oben dargestellten Grunds\u00e4tzen hat das FG zu Recht entschieden, dass die Voraussetzungen f\u00fcr eine Nichterhebung der Steuer gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG auf den Erwerb nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG nicht vorlagen.<\/li><li>Die Verk\u00e4uferin war zwar pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin der Zwischengesellschaft. Als solche war sie aber nicht am Gesamthandsverm\u00f6gen der Zwischengesellschaft beteiligt.<\/li><li>Soweit die Verk\u00e4uferin Treugeberin f\u00fcr die Kommanditistin der Zwischengesellschaft \u2011\u2011die X-GmbH\u2011\u2011 war, vermag diese Stellung wegen Fehlens einer zivilrechtlichen Beteiligung der Treugeberin an der Verk\u00e4uferin die Nichterhebung der Steuer nach \u00a7&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG ebenfalls nicht zu tragen.<\/li><li>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.120122.IIR16.20.0 BFH II. 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