{"id":75031,"date":"2022-08-11T12:11:16","date_gmt":"2022-08-11T10:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=75031"},"modified":"2022-08-11T12:11:16","modified_gmt":"2022-08-11T10:11:16","slug":"grunderwerbsteuer-bei-erwerb-eines-grundstuecks-mit-weihnachtsbaumpflanzung-bfh-urteil-vom-23-februar-2022-ii-r-45-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/grunderwerbsteuer-bei-erwerb-eines-grundstuecks-mit-weihnachtsbaumpflanzung-bfh-urteil-vom-23-februar-2022-ii-r-45-19\/","title":{"rendered":"Grunderwerbsteuer bei Erwerb eines Grundst\u00fccks mit Weihnachtsbaumpflanzung &#8211; BFH-Urteil vom 23. Februar 2022, II R 45\/19"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.230222.IIR45.19.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH II. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>BGB \u00a7 94 Abs 1 S 1, BGB \u00a7 94 Abs 1 S 2, BGB \u00a7 95 Abs 1 S 1, FGO \u00a7 90 Abs 2, FGO \u00a7 121 Abs 1, FGO \u00a7 135 Abs 2, GrEStG \u00a7 1 Abs 1 Nr 1, GrEStG \u00a7 2 Abs 1 S 1, GrEStG \u00a7 8 Abs 1, GrEStG \u00a7 9 Abs 1 Nr 1<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnster, 14. November 2019, Az: 8 K 168\/19 GrE<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>1. Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer sind diejenigen Leistungen, die f\u00fcr den Erwerb des Grundst\u00fccks im Sinne des b\u00fcrgerlichen Rechts zu erbringen sind. Eine Gegenleistung f\u00fcr Scheinbestandteile geh\u00f6rt nicht zur Bemessungsgrundlage.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Geh\u00f6lze sind Scheinbestandteile, wenn bereits zum Zeitpunkt von Aussaat oder Pflanzung vorgesehen war, sie wieder von dem Grundst\u00fcck zu entfernen. Das gilt auch f\u00fcr sog. Weihnachtsbaumkulturen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnster vom 14.11.2019 &#8211; 8 K 168\/19 GrE wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4ger) erwarb im Jahr 2018 zwei Grundst\u00fccke von zwei Verk\u00e4ufern zu einem Gesamtkaufpreis von 341.364,35&nbsp;\u20ac. Nach den Vertragsbestimmungen setzte sich der f\u00fcr eines der Grundst\u00fccke vereinbarte Kaufpreis von 321.364,35&nbsp;\u20ac aus einem Anteil von 225.000&nbsp;\u20ac f\u00fcr den Grundbesitz und einem Anteil von 87.050&nbsp;\u20ac zuz\u00fcglich Umsatzsteuer (10,7&nbsp;%) f\u00fcr den Aufwuchs in Gestalt von angepflanzten Weihnachtsbaumkulturen (Nordmanntanne und Blaufichte) zusammen. Wurden die B\u00e4ume bestimmungsgem\u00e4\u00df zu gegebener Zeit gef\u00e4llt und ver\u00e4u\u00dfert, pflegte der Kl\u00e4ger die Wurzelballen mit einer Fr\u00e4smaschine zu zerkleinern und zu mulchen.<\/li><li>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) setzte mit Bescheid vom 11.06.2018 Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von 22.188&nbsp;\u20ac fest (6,5&nbsp;% auf den gesamten Kaufpreis von 341.364&nbsp;\u20ac) und bezog dabei den Anteil f\u00fcr den Aufwuchs in die Bemessungsgrundlage ein.<\/li><li>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage, mit der sich der Kl\u00e4ger gegen die Einbeziehung des Kaufpreisanteils f\u00fcr den Aufwuchs in die Bemessungsgrundlage wandte, hatte Erfolg. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) sind die B\u00e4ume Scheinbestandteile des Grundst\u00fccks i.S. von \u00a7&nbsp;95 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB), da sie von Beginn an zum Verkauf als Weihnachtsb\u00e4ume bestimmt gewesen seien.<\/li><li>Mit der Revision r\u00fcgt das FA eine Verletzung der \u00a7\u00a7&nbsp;94, 95 BGB. Die Weihnachtsbaumkulturen seien Erzeugnisse des Grundst\u00fccks und k\u00f6nnten deshalb, solange sie mit dem Boden zusammenhingen, nicht Gegenstand besonderer Rechte sein. So k\u00f6nne auch Holz auf dem Stamm nicht selbst\u00e4ndig \u00fcbereignet werden. Abweichendes gelte nur f\u00fcr Baumschulen und G\u00e4rtnereien, in denen ein lebender Organismus vom Grundst\u00fcck getrennt und die Pflanze selbst in intaktem Zustand ver\u00e4u\u00dfert werde. Weihnachtsb\u00e4ume seien hingegen von vornherein dazu bestimmt, bis zum Erreichen einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe und damit ihrer gesetzten Lebenserwartung auf dem Grundst\u00fcck zu verbleiben, bis sie unter Zerst\u00f6rung der Pflanzen als deren Produkt geerntet w\u00fcrden.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger beantragt,<br \/>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><li>Die Beteiligten haben auf die Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung verzichtet.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revision ist unbegr\u00fcndet. Sie war daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der angefochtene Grunderwerbsteuerbescheid insoweit rechtswidrig war, als das FA den auf die Weihnachtsbaumkulturen entfallenden Kaufpreisanteil in die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer einbezogen hat.<\/li><li>1. Nach \u00a7&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) unterliegt der Grunderwerbsteuer u.a. ein Kaufvertrag, der den Anspruch auf \u00dcbereignung eines inl\u00e4ndischen Grundst\u00fccks begr\u00fcndet. Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 GrEStG die Gegenleistung f\u00fcr das Grundst\u00fcck. Bei einem Grundst\u00fcckskauf gilt nach \u00a7&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG als Gegenleistung der Kaufpreis einschlie\u00dflich der vom K\u00e4ufer \u00fcbernommenen sonstigen Leistungen und der dem Verk\u00e4ufer vorbehaltenen Nutzungen. Danach geh\u00f6ren zur grunderwerbsteuerrechtlichen Gegenleistung (Bemessungsgrundlage) alle Leistungen des Erwerbers, die dieser nach den vertraglichen Vereinbarungen gew\u00e4hrt, um das Grundst\u00fcck zu erwerben (Urteil des Bundesfinanzhofs \u2011\u2011BFH\u2011\u2011 vom 25.04.2018&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;50\/15, BFHE 262, 169, BStBl II 2018, 602, Rz&nbsp;13, m.w.N.). Soweit sich ein Kaufvertrag auch auf Gegenst\u00e4nde bezieht, die nicht Grundst\u00fcck sind, geh\u00f6ren die hierauf entfallenden Teile des Kaufpreises nicht zur grunderwerbsteuerrechtlichen Bemessungsgrundlage, denn es k\u00f6nnen nur solche Leistungsverpflichtungen des Erwerbers Gegenleistung sein, die er um des Grundst\u00fcckserwerbs willen zu erbringen hat (BFH-Urteil vom 08.09.2010&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;28\/09, BFHE 231, 244, BStBl II 2011, 227, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/li><li>2. Unter Grundst\u00fcck im Sinne des GrEStG ist das Grundst\u00fcck im Sinne des b\u00fcrgerlichen Rechts zu verstehen (\u00a7&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrEStG). Ob Geh\u00f6lze zum Grundst\u00fcck z\u00e4hlen, h\u00e4ngt davon ab, zu welchem Zweck die Aussaat bzw. das Einpflanzen des Geh\u00f6lzes erfolgt ist.<\/li><li>a) Grundst\u00fcck im b\u00fcrgerlichen Rechtssinne ist der r\u00e4umlich abgegrenzte Teil der Erdoberfl\u00e4che, der im Bestandsverzeichnis eines Grundbuchblatts ohne R\u00fccksicht auf die Art seiner Nutzung unter einer besonderen Nummer eingetragen ist (vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs \u2011\u2011BGH\u2011\u2011 vom 19.12.1967&nbsp;&#8211; V&nbsp;BLw&nbsp;24\/67, BGHZ 49, 145; BFH-Urteil vom 22.07.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;62\/07, BFH\/NV 2010, 2261, Rz&nbsp;29; Gr\u00fcneberg\/Herrler, B\u00fcrgerliches Gesetzbuch, 81.&nbsp;Aufl., \u00dcberbl v \u00a7&nbsp;873 Rz&nbsp;1, m.w.N.). Es umfasst nach \u00a7\u00a7&nbsp;94, 95 BGB auch seine wesentlichen Bestandteile, soweit es sich nicht um Scheinbestandteile handelt.<\/li><li>b) Zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundst\u00fccks geh\u00f6ren die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen, darunter auch die Erzeugnisse des Grundst\u00fccks, solange sie mit dem Boden zusammenh\u00e4ngen (\u00a7&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB). Samen wird mit dem Auss\u00e4en, eine Pflanze wird mit dem Einpflanzen wesentlicher Bestandteil des Grundst\u00fccks (\u00a7&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BGB). Aufstehende Geh\u00f6lze sind deshalb im Ausgangspunkt wesentliche Bestandteile des Grundst\u00fccks, gleich, ob sie durch Selbst- oder Fremdaussaat unmittelbar am Standort gewachsen oder anderweit vorgezogen und eingepflanzt sind (vgl. BGH-Urteil vom 04.11.2010&nbsp;&#8211; III&nbsp;ZR&nbsp;45\/10, Neue Juristische Wochenschrift \u2011\u2011NJW\u2011\u2011 2011, 852, Rz&nbsp;14; BGH-Beschl\u00fcsse vom 17.03.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZR&nbsp;185\/15, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungsreport 2016, 587, Rz&nbsp;4, und vom 26.11.2020&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZB&nbsp;151\/19, NJW 2021, 2121, Rz&nbsp;8).<\/li><li>c) Zu den Bestandteilen eines Grundst\u00fccks geh\u00f6ren solche Sachen nicht, die nur zu einem vor\u00fcbergehenden Zweck mit dem Grund und Boden verbunden sind (\u00a7&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB), die sog. Scheinbestandteile. Die Vorschrift schr\u00e4nkt den Anwendungsbereich des \u00a7&nbsp;94 BGB ein (vgl. Gr\u00fcneberg\/Ellenberger, a.a.O., \u00a7&nbsp;95 Rz&nbsp;1). Weihnachtsbaumkulturen sind Scheinbestandteile des Grundst\u00fccks (so ausdr\u00fccklich auch Urteil des Oberlandesgerichts \u2011\u2011OLG\u2011\u2011 Hamm vom 28.02.1992&nbsp;&#8211; 9&nbsp;U&nbsp;206\/90, Monatsschrift f\u00fcr Deutsches Recht \u2011\u2011MDR\u2011\u2011 1992, 1034; Urteil des OLG M\u00fcnchen vom 28.04.1994&nbsp;&#8211; 1&nbsp;U&nbsp;6995\/93, Versicherungsrecht 1995, 843; Beschluss des Brandenburgischen OLG vom 24.08.2021&nbsp;&#8211; 5&nbsp;W&nbsp;74\/21, juris, Rz&nbsp;10).<\/li><li>aa) Eine Verbindung erfolgt zu einem vor\u00fcbergehenden Zweck, wenn ihre sp\u00e4tere Aufhebung von Anfang an beabsichtigt ist. Ma\u00dfgeblich ist der innere Wille des Einf\u00fcgenden im Zeitpunkt der Verbindung der Sache. Dieser muss allerdings mit dem nach au\u00dfen in Erscheinung tretenden Sachverhalt in Einklang zu bringen sein (BGH-Urteil vom 07.04.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZR&nbsp;52\/16, NJW 2017, 2099, Rz&nbsp;7). Einem vor\u00fcbergehenden Zweck steht es weder entgegen, wenn die sp\u00e4tere Wiedertrennung erst nach langer Dauer zu erwarten ist (BGH-Urteil vom 16.11.1973&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZR&nbsp;1\/72, MDR 1974, 298, unter II.B.) noch, wenn sie wegen der Art der eingef\u00fcgten Sachen zwangsl\u00e4ufig zu deren Zerst\u00f6rung f\u00fchrt (BGH-Urteil vom 22.12.1995&nbsp;&#8211; V&nbsp;ZR&nbsp;334\/94, BGHZ 131, 368, NJW 1996, 916, unter II.1.a; BFH-Urteil vom 09.04.1997&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;95\/94, BFHE 182, 373, BStBl II 1997, 452, unter II.4.; beide betreffend massiv errichtete Geb\u00e4ude). Deshalb ist es ebenso wenig wie im Falle eines nur zu vor\u00fcbergehendem Zweck errichteten massiven Geb\u00e4udes erforderlich, dass die Scheinbestandteileigenschaft auf den ersten Blick sichtbar ist (a.A. Beschluss des Brandenburgischen OLG vom 24.08.2021&nbsp;&#8211; 5&nbsp;W&nbsp;74\/21, juris, Rz&nbsp;12). Es reicht aus, wenn der \u00e4u\u00dfere Anschein damit vereinbar ist.<\/li><li>bb) Bei Verkaufspflanzen in Baumschulen ist von vornherein die vollst\u00e4ndige Entfernung von dem Grundst\u00fcck beabsichtigt. Es handelt sich um Scheinbestandteile (vgl. bereits Urteile des Reichsgerichts vom 27.04.1907&nbsp;&#8211; V&nbsp;459\/06, Reichsgericht in Zivilsachen \u2011\u2011RGZ\u2011\u2011 66, 88, und vom 04.10.1922&nbsp;&#8211; V&nbsp;611\/21, RGZ 105, 213; BFH-Urteil vom 14.08.1986&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;341\/84, BFHE 147, 449, BStBl II 1987, 23, unter 2.).<\/li><li>cc) Scheinbestandteile k\u00f6nnen aber auch vorliegen, wenn aufstehende B\u00e4ume gef\u00e4llt werden sollen (vgl. BGH-Urteil in NJW 2011, 852, Rz&nbsp;15; Viskorf\/Viskorf, GrEStG, 20.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;2 Rz&nbsp;41), sofern dies von Anfang an beabsichtigt war. Wie viel Zeit bis zur planm\u00e4\u00dfigen Entfernung der B\u00e4ume verstreicht, ist unbeachtlich. Werden anders als bei Baumschulgew\u00e4chsen die B\u00e4ume beim Entfernen als lebende Organismen zerst\u00f6rt, steht dies der Eigenschaft als Scheinbestandteil nicht entgegen. Unerheblich ist ferner, ob ein nicht mehr lebensf\u00e4higer Rest (Wurzeln mit Baumstumpf) weiter mit dem Grundst\u00fcck verbunden ist. Die umgekehrte Frage, wie es zu beurteilen w\u00e4re, wenn trotz Kappen des aufstehenden Holzes der Baum als lebensf\u00e4higer Organismus bestehen bleibt und planm\u00e4\u00dfig wieder ausschl\u00e4gt, bedarf im Streitfall keiner Entscheidung.<\/li><li>dd) Aus dem BFH-Urteil vom 11.05.1966&nbsp;&#8211; II&nbsp;171\/63 (BFHE 86, 252, BStBl III 1966, 400), auf das sich das FA beruft, folgt nichts anderes. Es setzt sich nicht mit den \u00a7\u00a7&nbsp;94, 95 BGB auseinander und hat auch keine Feststellungen dahin getroffen, dass der Baumbestand bereits zum Zwecke der sp\u00e4teren Abholzung ges\u00e4t oder gepflanzt war. Die \u00dcberlegung des FA, das Holz auf dem Stamm k\u00f6nne nicht gesondert \u00fcbereignet werden (Staudinger\/Stieper (2021) zu \u00a7&nbsp;94 BGB Rz&nbsp;17), ist nur zutreffend, soweit das Holz nicht Scheinbestandteil ist (explizit wie hier Staudinger\/Stieper (2021) zu \u00a7&nbsp;95 BGB Rz&nbsp;13). Das BFH-Urteil vom 05.06.2008&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;67\/05 (BFHE 222, 265, BStBl II 2008, 960), das das FA weiter heranzieht, befasst sich lediglich mit der \u2011\u2011getrennt vom Grund und Boden vorzunehmenden\u2011\u2011 Bewertung des stehenden Holzes in der Gewinnermittlung, w\u00e4hrend das Urteil des Brandenburgischen OLG vom 24.03.2009&nbsp;&#8211; 2&nbsp;U&nbsp;17\/08 (juris) ohne allgemeing\u00fcltige Aussage auf die konkreten Umst\u00e4nde abgestellt hat.<\/li><li>3. Nach diesen Grunds\u00e4tzen hat das FG zutreffend entschieden, dass als Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer nur die auf den Grund und Boden entfallenden Anteile des Kaufpreises ber\u00fccksichtigt werden. Der Kaufpreisanteil f\u00fcr die Weihnachtsbaumkulturen wurde nicht f\u00fcr den Erwerb des Grundst\u00fccks geleistet, da die B\u00e4ume als Scheinbestandteile nicht Teile des Grundst\u00fccks waren. Sie waren bereits bei Pflanzung dazu bestimmt, als Weihnachtsb\u00e4ume geschnitten und damit wieder von dem Grundst\u00fcck entfernt zu werden.<\/li><li>Es bedarf keiner weiteren Tatsachenfeststellungen zur Beurteilung der Frage, ob dies mit dem nach au\u00dfen in Erscheinung tretenden Sachverhalt in Einklang zu bringen ist. Wenn nicht die Weihnachtsbaumkultur als solche schon durch eine Reihenpflanzung der als Weihnachtsb\u00e4ume bekannten Baumarten unmittelbar erkennbar sein sollte, widerspr\u00e4che auch eine \u00e4u\u00dferlich ungeordnetere Anpflanzung der Zweckbestimmung des Weihnachtsbaumeinschlags nicht. Auf die Verweildauer der B\u00e4ume kommt es nicht an. Soweit die B\u00e4ume als lebende Organismen anders als Baumschulpflanzen durch das F\u00e4llen sowie die Zerkleinerung der Wurzeln zerst\u00f6rt werden, steht dies der Scheinbestandteileigenschaft nicht entgegen.<\/li><li>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><li>5. Der Senat entscheidet im Einverst\u00e4ndnis der Beteiligten nach \u00a7&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. \u00a7&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO ohne m\u00fcndliche Verhandlung.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.230222.IIR45.19.0 BFH II. 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