{"id":75114,"date":"2022-09-11T09:24:44","date_gmt":"2022-09-11T07:24:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=75114"},"modified":"2022-09-11T09:24:44","modified_gmt":"2022-09-11T07:24:44","slug":"zeitanteiliger-ansatz-des-grundbetrags-fuer-die-selbst-bewirtschafteten-flaechen-bei-vorliegen-eines-rumpfwirtschaftsjahres-bfh-urteil-vom-08-juni-2022-vi-r-30-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zeitanteiliger-ansatz-des-grundbetrags-fuer-die-selbst-bewirtschafteten-flaechen-bei-vorliegen-eines-rumpfwirtschaftsjahres-bfh-urteil-vom-08-juni-2022-vi-r-30-20\/","title":{"rendered":"Zeitanteiliger Ansatz des Grundbetrags f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen bei Vorliegen eines Rumpfwirtschaftsjahres &#8211; BFH-Urteil vom 08. Juni 2022, VI R 30\/20"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.080622.VIR30.20.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH VI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>EStG \u00a7 4 Abs 1, EStG \u00a7 4 Abs 3, EStG \u00a7 4a Abs 1 S 2 Nr 1, EStG \u00a7 11, EStG \u00a7 13a Abs 3, EStG \u00a7 13a Abs 4, EStDV \u00a7 8b, EStG VZ 2016<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend FG M\u00fcnchen, 14. November 2019, Az: 13 K 2766\/18<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Der nach \u00a7 13a Abs. 4 Satz 2 EStG i.V.m. Anlage 1a zu \u00a7 13a EStG i.d.F. des ZollkodexAnpG zu ermittelnde (Jahres-)Grundbetrag ist bei der Gewinnermittlung nach Durchschnittss\u00e4tzen f\u00fcr ein Rumpfwirtschaftsjahr lediglich zeitanteilig anzusetzen (entgegen BMF-Schreiben vom 10.11.2015, BStBl I 2015, 877, Rz 29).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 14.11.2019 &#8211; 13 K 2766\/18 aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M\u00fcnchen zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesem wird die Entscheidung \u00fcber die Kosten des Verfahrens \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob der Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen bei der Ermittlung des Gewinns nach Durchschnittss\u00e4tzen f\u00fcr ein Rumpfwirtschaftsjahr in H\u00f6he des vollen Jahreswerts zu ber\u00fccksichtigen ist oder zeitanteilig f\u00fcr die Monate, die das Rumpfwirtschaftsjahr umfasst.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4ger) \u00fcbernahm zum 01.06.2016 den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern. Den Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft ermittelte er gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13a des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Streitjahr (2016) geltenden Fassung. Dabei setzte der Kl\u00e4ger f\u00fcr das den Monat Juni 2016 umfassende Rumpfwirtschaftsjahr den Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen nach \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 EStG lediglich zeitanteilig in H\u00f6he von 1\/12 an.<\/li><li>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) folgte dieser Berechnung nicht, sondern ber\u00fccksichtigte den Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen unter Berufung auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 10.11.2015&nbsp;&#8211; IV&nbsp;C&nbsp;7-S&nbsp;2149\/15\/10001 (BStBl I 2015, 877, Rz&nbsp;29) im Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2016 f\u00fcr das einmonatige Rumpfwirtschaftsjahr vielmehr in H\u00f6he des vollen Jahresbetrags.<\/li><li>Der nach erfolglosem Vorverfahren erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2020, 1393 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden im Wesentlichen statt und berechnete den Gewinn nach Durchschnittss\u00e4tzen f\u00fcr das den Monat Juni 2016 umfassende Rumpfwirtschaftsjahr wie folgt:350&nbsp;\u20ac&nbsp;Gewinn\/Hektar&nbsp;x&nbsp;15,6145&nbsp;ha&nbsp;+&nbsp;200&nbsp;\u20ac&nbsp;Pachtzinsen&nbsp;=&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;5.665,08&nbsp;\u20acdavon&nbsp;1\/12:472,00&nbsp;\u20ac<\/li><li>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/li><li>Es beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>II. Die Revision des FA ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt \u2011\u2011aus anderen als den geltend gemachten Gr\u00fcnden\u2011\u2011 zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat zwar zutreffend entschieden, dass der Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen in einem Rumpfwirtschaftsjahr zeitanteilig anzusetzen ist. Es hat jedoch die j\u00e4hrlich erzielten Pachteinnahmen zu Unrecht ebenfalls zeitanteilig bei der Berechnung des Durchschnittssatzgewinns f\u00fcr das einen Monat umfassende Rumpfwirtschaftsjahr ber\u00fccksichtigt, anstatt diese in dem Wirtschaftsjahr anzusetzen, in dem sie vereinnahmt worden sind. Der Senat kann in der Sache nicht selbst entscheiden. Denn das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, zu welchem Zeitpunkt die Pachteinnahmen zugeflossen sind.<\/li><li>1. Nach \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;3 EStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur \u00c4nderung weiterer steuerlicher Vorschriften (ZollkodexAnpG) vom 22.12.2014 (BGBl I 2014, 2417) ist der nach Durchschnittss\u00e4tzen zu ermittelnde Gewinn die Summe aus dem Gewinn der landwirtschaftlichen Nutzung (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) und u.a. den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Wirtschaftsg\u00fctern des land- und forstwirtschaftlichen Betriebsverm\u00f6gens (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG).<\/li><li>a) Der Gewinn aus der landwirtschaftlichen Nutzung ist die nach den Grunds\u00e4tzen des \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ermittelte Summe aus dem Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen und den Zuschl\u00e4gen f\u00fcr Tierzucht und Tierhaltung (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG). Als Grundbetrag je Hektar der landwirtschaftlichen Nutzung ist gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG der sich aus Anlage&nbsp;1a ergebende Betrag vervielf\u00e4ltigt mit der selbst bewirtschafteten Fl\u00e4che anzusetzen. Laut der Anlage&nbsp;1a Nr.&nbsp;1 (zu \u00a7&nbsp;13a EStG) betr\u00e4gt der Grundbetrag f\u00fcr ein Wirtschaftsjahr 350&nbsp;\u20ac pro Hektar selbst bewirtschafteter Fl\u00e4che; bei Tierbest\u00e4nden f\u00fcr die ersten 25&nbsp;Vieheinheiten f\u00e4llt kein Zuschlag an. Angefangene Hektar und Vieheinheiten sind anteilig zu ber\u00fccksichtigen.<\/li><li>b) Die gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG zum Durchschnittssatzgewinn geh\u00f6renden Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Wirtschaftsg\u00fctern des land- und forstwirtschaftlichen Betriebsverm\u00f6gens werden demgegen\u00fcber in tats\u00e4chlicher H\u00f6he nach \u00a7&nbsp;11 EStG im Zeitpunkt ihres Zuflusses erfasst (vgl. Kanzler in Herrmann\/Heuer\/Raupach \u2011\u2011HHR\u2011\u2011, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;38; Schmidt\/Kulosa, EStG, 41.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;21; BMF-Schreiben in BStBl I 2015, 877, Rz&nbsp;26).<\/li><li>2. Gewinnermittlungszeitraum bei Land- und Forstwirten ist \u2011\u2011unabh\u00e4ngig von der Art der Gewinnermittlung\u2011\u2011 das Wirtschaftsjahr (\u00a7&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG), das regelm\u00e4\u00dfig einen Zeitraum von zw\u00f6lf Monaten umfasst (\u00a7&nbsp;8b Satz&nbsp;1 der Einkommensteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung in der im Streitjahr geltenden Fassung \u2011\u2011EStDV\u2011\u2011) und sich im Regelfall auf den Zeitraum vom 1.&nbsp;Juli bis zum 30.&nbsp;Juni (\u00a7&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG) erstreckt. Das J\u00e4hrlichkeitsprinzip gilt daher auch, wenn der Gewinn nach \u00a7&nbsp;13a EStG ermittelt wird. Folglich handelt es sich bei dem nach \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG i.V.m. Anlage&nbsp;1a zu \u00a7&nbsp;13a EStG zu ermittelnden Grundbetrag ersichtlich um einen Jahresbetrag. Denn dieser bildet nach Wortlaut sowie Sinn und Zweck der Regelungen den Jahresgewinn aus der landwirtschaftlichen Nutzung pauschal und damit f\u00fcr ein Normalwirtschaftsjahr ab.<\/li><li>3. Wird ein Betrieb er\u00f6ffnet, erworben, aufgegeben oder ver\u00e4u\u00dfert, darf das Wirtschaftsjahr gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;8b Satz&nbsp;2 EStDV auch einen Zeitraum von weniger als zw\u00f6lf Monaten umfassen (sog. Rumpfwirtschaftsjahr). In diesem Fall ist der (Jahres-)Grundbetrag (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. Anlage&nbsp;1a zu \u00a7&nbsp;13a EStG) bei der Gewinnermittlung nach \u00a7&nbsp;13a EStG lediglich entsprechend der Zeitdauer des Rumpfwirtschaftsjahres anzusetzen (so bereits Urteil des Bundesfinanzhofs vom 06.12.1956&nbsp;&#8211; IV&nbsp;246\/55&nbsp;U, BFHE 64, 169, BStBl III 1957, 65 zu \u00a7&nbsp;29 EStG i.V.m. der Verordnung \u00fcber die Aufstellung von Durchschnitts\u00e4tzen f\u00fcr die Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft vom 02.06.1949, Gesetzblatt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes 1949, 95).<\/li><li>a) Dieses Normenverst\u00e4ndnis wurde bis zur Anpassung des \u00a7&nbsp;13a EStG durch das ZollkodexAnpG nicht nur \u2011\u2011einhellig\u2011\u2011 in der Literatur (z.B. HHR\/Kanzler, 257.&nbsp;Lfg. Mai 2013, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;10; Schmidt\/Kulosa, EStG, 31.&nbsp;Aufl. 2012 bis 33.&nbsp;Aufl. 2014, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;13; Giere\/Gossert, Aktuelle Probleme bei der Besteuerung der Land- und Forstwirte, Fachseminare 1998 und 1999, Rz&nbsp;117), sondern auch von den Finanzbeh\u00f6rden (vgl. RStBl 1938, 721; Einkommensteuer-Richtlinien \u2011\u2011EStR\u2011\u2011 1993, EStR 1998 unter H&nbsp;130a; EStR 2003 unter R&nbsp;130 und EStR 2005 bis 2015 unter R&nbsp;13a.2) geteilt.<\/li><li>b) Seit der Neuregelung des \u00a7&nbsp;13a EStG durch das ZollkodexAnpG h\u00e4lt die Finanzverwaltung hieran jedoch nicht l\u00e4nger fest. Nach dem BMF-Schreiben in BStBl I 2015, 877, Rz&nbsp;29 sind der Grundbetrag (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG), der Zuschlag f\u00fcr Tierzucht und Tierhaltung (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG) und die pauschalen Gewinne f\u00fcr Sondernutzungen (\u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 EStG) vielmehr f\u00fcr ein volles Wirtschaftsjahr anzusetzen, auch wenn der Gewinn nach \u00a7&nbsp;13a EStG f\u00fcr ein Rumpfwirtschaftsjahr zu ermitteln ist.<\/li><li>aa) Dem vermag der Senat nicht zu folgen. Vielmehr sind auch nach der vorgenannten Gesetzes\u00e4nderung bei der Ermittlung des Gewinns eines Rumpfwirtschaftsjahres nach Durchschnittss\u00e4tzen die an j\u00e4hrliche Durchschnittswerte ankn\u00fcpfenden Komponenten und damit auch der Grundbetrag nach \u00a7&nbsp;13a Abs.&nbsp;4 EStG nur zeitanteilig anzusetzen (ebenso Gossert in Korn, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;38.8; HHR\/Kanzler, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;38; Leing\u00e4rtner\/Kanzler, Besteuerung der Landwirte, Kap.&nbsp;21 Rz&nbsp;6; Krumm in Kirchhof\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, EStG, \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;D&nbsp;20; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;28; M\u00e4rkle\/Hiller, Die Einkommensteuer bei Land- und Forstwirten, 12.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;51b; Mitterpleininger in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, \u00a7&nbsp;13a ab ZollkodexAnpG Rz&nbsp;83; Brandis\/Heuermann\/Nacke, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;63; BeckOK EStG\/Ruffer, 12.&nbsp;Ed. [01.03.2022], EStG \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;71; KKB\/Seitz, \u00a7&nbsp;13a EStG, 7.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;142, 186, 211; Eisele\/Seitz\/Sterzinger\/Vogt, Besteuerung der Land- und Forstwirtschaft, 10.&nbsp;Aufl. 2021, Rz&nbsp;445; a.A. Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, C&nbsp;Rz&nbsp;316g; Kube in Kirchhof\/Seer, EStG, 21.&nbsp;Aufl., \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;9; Wiegand, Neue Wirtschafts-Briefe 2016, 103).<\/li><li>bb) Die ge\u00e4nderte Verwaltungsauffassung findet im neugefassten Wortlaut der Regelung keine St\u00fctze. Der Gesetzgeber hat diesen im Wesentlichen unver\u00e4ndert beibehalten. Insbesondere hat er an dem in \u00a7&nbsp;4a EStG und \u00a7&nbsp;8b EStDV normierten J\u00e4hrlichkeitsprinzip sowie dem Umstand festgehalten, dass der nach \u00a7&nbsp;13a EStG i.V.m. Anlage&nbsp;1a zu \u00a7&nbsp;13a EStG nach Durchschnittss\u00e4tzen ermittelte Gewinn pauschal den Gewinn eines grunds\u00e4tzlich zw\u00f6lf Monate umfassenden Wirtschaftsjahres abbildet.<\/li><li>Auch ist nicht ersichtlich, dass der Gesetzgeber die bisherige Rechtspraxis, im Rahmen der Gewinnermittlung f\u00fcr ein Rumpfwirtschaftsjahr die pauschal bemessenen Jahreswerte nur zeitanteilig anzusetzen, durch die Neufassung des \u00a7&nbsp;13a EStG durch das ZollkodexAnpG nicht fortgef\u00fchrt wissen wollte. Denn er hat in Kenntnis der bis dahin einhelligen Rechtsauffassung und Verwaltungspraxis die in \u00a7&nbsp;13a EStG i.V.m. Anlage&nbsp;1a zu \u00a7&nbsp;13a EStG bestehende Besteuerungssystematik im Wesentlichen fortgef\u00fchrt (vgl. Gossert in Korn, \u00a7&nbsp;13a EStG Rz&nbsp;38.1; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;28). Daraus schlie\u00dft der Senat, dass der Gesetzgeber auch nach der \u00c4nderung des \u00a7&nbsp;13a EStG und der Anlage&nbsp;1a zu \u00a7&nbsp;13a EStG durch das ZollkodexAnpG bei der Gewinnermittlung eines Rumpfwirtschaftsjahres weiterhin von einem zeitanteiligen Ansatz der nach pauschalen Jahreswerten bemessenen Komponenten des Gewinns nach \u00a7&nbsp;13a EStG ausgegangen ist. Hierf\u00fcr spricht weiter, dass auch bei Landwirten, die ihren Gewinn f\u00fcr ein Rumpfwirtschaftsjahr nach \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 oder Abs.&nbsp;3 EStG ermitteln, nur der in diesem Zeitraum erzielte Ertrag der Besteuerung unterliegt.<\/li><li>c) F\u00fcr die vom FG vorgenommene Auslegung des \u00a7&nbsp;13a EStG spricht ferner der gesetzgeberische Wille, mit dem ZollkodexAnpG die Gewinnermittlung nach Durchschnittss\u00e4tzen zielgenauer auszugestalten, um eine angemessene Gewinnerfassungsquote zu erreichen (vgl. BTDrucks 18\/3017, S.&nbsp;45). Dieses Ziel w\u00fcrde durch den Ansatz der vollen Jahresbetr\u00e4ge in den F\u00e4llen, in denen das Wirtschaftsjahr einen Zeitraum von weniger als zw\u00f6lf Monaten umfasst, verfehlt. Denn dies h\u00e4tte eine wirtschaftlich unzutreffende Besteuerung zur Folge (vgl. Schmidt\/Kulosa, a.a.O., \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;28; Mitterpleininger in Littmann\/Bitz\/Pust, a.a.O., \u00a7&nbsp;13a ab ZollkodexAnpG Rz&nbsp;83). Gleiches w\u00fcrde im Fall eines verl\u00e4ngerten Wirtschaftsjahres gelten, falls man mit der von der Finanzverwaltung vertretenen Auffassung auch hier den Grundbetrag, den Zuschlag f\u00fcr Tierzucht und Tierhaltung sowie die pauschalen Gewinne f\u00fcr Sondernutzungen lediglich in H\u00f6he eines Jahresbetrags ansetzen w\u00fcrde.<\/li><li>Schlie\u00dflich steht dem vom Senat gefundenen Auslegungsergebnis auch nicht der Umstand entgegen, dass der Gesetzgeber mit den \u00c4nderungen des \u00a7&nbsp;13a EStG durch das ZollkodexAnpG die Vorschrift auch weiter vereinfachen wollte (BTDrucks 18\/3017, S.&nbsp;45). Ein Verzicht auf einen nur zeitanteiligen Ansatz der pauschal bemessenen Jahreswerte f\u00fchrt zu keiner sp\u00fcrbaren Vereinfachung der Verwaltungspraxis. Denn die Finanzbeh\u00f6rden m\u00fcssen die Anzahl der Monate, die ein Wirtschaftsjahr eines Land- und Forstwirts umfasst, ohnehin u.a. zur Pr\u00fcfung einer zutreffenden Zuordnung der nach dem Zu- und Abflussprinzip zuzuordnenden Bestandteile des Gewinns nach Durchschnittss\u00e4tzen ermitteln und das Betriebsergebnis des Land- und Forstwirts ggf. nach \u00a7&nbsp;4a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG auf mehrere Kalenderjahre aufteilen.<\/li><li>4. Soweit im Rahmen der Ermittlung des Gewinns nach Durchschnittss\u00e4tzen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG zu erfassen sind, z\u00e4hlen hierzu bei einem Rumpfwirtschaftsjahr lediglich solche, die im Rumpfwirtschaftsjahr i.S. von \u00a7&nbsp;11 EStG bezogen bzw. geleistet wurden oder als bezogen bzw. geleistet gelten (vgl. BeckOK EStG\/Ruffer, a.a.O., EStG \u00a7&nbsp;13a Rz&nbsp;71; Eisele\/Seitz\/Sterzinger\/Vogt, a.a.O., Rz&nbsp;445). Daher ist der Zu- bzw. Abflusszeitpunkt zu ermitteln. Eine ggf. aus Vereinfachungsgr\u00fcnden vorgenommene zeitanteilige Zuordnung sieht das Gesetz nicht vor.<\/li><li>5. Nach Ma\u00dfgabe dieser Grunds\u00e4tze kann die Vorentscheidung keinen Bestand haben.<\/li><li>Das FG hat zwar zutreffend entschieden, dass bei der Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach \u00a7&nbsp;13a EStG der Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen in einem Rumpfwirtschaftsjahr lediglich zeitanteilig zu ber\u00fccksichtigen ist. Es hat jedoch rechtsfehlerhaft nicht nur den in Streit stehenden Grundbetrag f\u00fcr die selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen, sondern auch die Pachtzinsen zeitanteilig f\u00fcr einen Monat ber\u00fccksichtigt, anstatt diese entsprechend ihres Zuflusses dem Rumpfwirtschaftsjahr des Kl\u00e4gers oder seiner Rechtsvorg\u00e4nger zuzuordnen.<\/li><li>Mangels Feststellungen des FG zum Zeitpunkt des Zuflusses der Pachtzinsen kann der Senat nicht beurteilen, ob diese im den Monat Juni 2016 umfassenden Rumpfwirtschaftsjahr zu ber\u00fccksichtigen sind. Die Sache ist daher an das FG zur\u00fcckzuverweisen, damit es die dahingehenden Feststellungen im zweiten Rechtsgang nachholen kann.<\/li><li>6. Die \u00dcbertragung der Kostenentscheidung folgt aus \u00a7&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.080622.VIR30.20.0 BFH VI. 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