{"id":75471,"date":"2023-01-15T18:04:26","date_gmt":"2023-01-15T16:04:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/?p=75471"},"modified":"2023-01-15T18:04:26","modified_gmt":"2023-01-15T16:04:26","slug":"kein-vorsteuerabzug-fuer-buergerliche-kleidung-bfh-urteil-vom-24-august-2022-xi-r-3-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/kein-vorsteuerabzug-fuer-buergerliche-kleidung-bfh-urteil-vom-24-august-2022-xi-r-3-22\/","title":{"rendered":"Kein Vorsteuerabzug f\u00fcr b\u00fcrgerliche Kleidung &#8211; BFH-Urteil vom 24. August 2022, XI R 3\/22"},"content":{"rendered":"\n<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.240822.XIR3.22.0<\/p>\n\n\n\n<p>BFH XI. Senat<\/p>\n\n\n\n<p>UStG \u00a7 3 Abs 9a, UStG \u00a7 3 Abs 12 S 2, EStG \u00a7 15 Abs 1a S 1, EStG \u00a7 12 Nr 1 S 2, EGRL 112\/2006 Art 176 Abs 2, EGRL 112\/2006 Art 176 Abs 1 S 2<\/p>\n\n\n\n<p>vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 29. August 2018, Az: 3 K 3278\/15<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Vorsteuerabzug f\u00fcr b\u00fcrgerliche Kleidung des Unternehmers ist nach \u00a7 15 Abs. 1a Satz 1 UStG ausgeschlossen, soweit es sich bei den hierf\u00fcr aufgewendeten Betr\u00e4gen um unverzichtbare Aufwendungen f\u00fcr die private Lebensf\u00fchrung i.S. des \u00a7 12 Nr. 1 EStG handelt (Anschluss an BFH-Urteil vom 16.03.2022 &#8211; VIII R 33\/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614). Es bleibt offen, ob das Abzugsverbot nach \u00a7 15 Abs. 1a Satz 1 UStG i.V.m. \u00a7 12 Nr. 1 EStG unionsrechtskonform ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tenor<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Revisionen der Kl\u00e4ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29.08.2018 &#8211; 3 K 3278\/15 werden als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten des jeweiligen Revisionsverfahrens haben der Kl\u00e4ger und die Kl\u00e4gerin zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tatbestand<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) als Trauerredner den Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen f\u00fcr Anschaffungs- und Reinigungskosten von Kleidung beanspruchen k\u00f6nnen oder ob dem das Abzugsverbot des \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entgegensteht.<\/li><li>Die in den Jahren 2008 bis 2010 (Streitjahre) miteinander verheirateten Kl\u00e4ger waren als Trauerredner und Trauerbegleiter t\u00e4tig. Die Kl\u00e4gerin \u00fcbte diese T\u00e4tigkeit bis einschlie\u00dflich September 2008 unternehmerisch aus. Danach war sie im Unternehmen des Kl\u00e4gers als Angestellte nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Die Kl\u00e4gerin zog in ihren Anmeldungen f\u00fcr das Streitjahr 2008 und der Kl\u00e4ger in seinen Anmeldungen f\u00fcr alle Streitjahre die in Rechnungen f\u00fcr die Anschaffung, \u00c4nderung, Reparatur und Reinigung von Kleidung (u.a. Anz\u00fcge, Hemden, R\u00f6cke, Kleider, M\u00e4ntel, Blusen, Pullover, Hosen, Jacken, Krawatten, Schals, Schuhe) ausgewiesene Steuer als Vorsteuer ab.<\/li><li>Im Anschluss an Au\u00dfenpr\u00fcfungen bei den Kl\u00e4gern gelangte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt \u2011\u2011FA\u2011\u2011) zu der Auffassung, dass diese Vorsteuerbetr\u00e4ge nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG nicht abziehbar seien. Auf Grund der Pr\u00fcfungsfeststellungen erlie\u00df das FA am 01.04.2014 gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin den Umsatzsteuer-\u00c4nderungsbescheid 2008 und gegen\u00fcber dem Kl\u00e4ger Umsatzsteuer-\u00c4nderungsbescheide f\u00fcr s\u00e4mtliche Streitjahre; die den Kl\u00e4ger betreffenden Bescheide wurden durch Bescheide vom 15.04.2014 berichtigt. Die gegen die \u00c4nderungsbescheide erhobenen Einspr\u00fcche der Kl\u00e4ger wies das FA mit jeweiliger Einspruchsentscheidung vom 01.10.2015 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/li><li>Im anschlie\u00dfenden Klageverfahren machten die Kl\u00e4ger die streitigen Vorsteuerbetr\u00e4ge jeweils nur noch zur H\u00e4lfte geltend. Die \u2011\u2011auch wegen Einkommensteuer erhobene\u2011\u2011 Klage wies das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 29.08.2018&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;3278\/15 (Entscheidungen der Finanzgerichte \u2011\u2011EFG\u2011\u2011 2018, 1940) ab, weil es sich um Kosten der privaten Lebensf\u00fchrung i.S. des \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG handele.<\/li><li>Hiergegen haben die Kl\u00e4ger wegen Einkommen- und Umsatzsteuer der Streitjahre jeweils Revision eingelegt, die beim VIII.&nbsp;Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) unter dem Aktenzeichen VIII&nbsp;R&nbsp;33\/18 gef\u00fchrt wurde. Mit Beschluss vom 13.12.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;33\/18 wurden das Verfahren der Kl\u00e4gerin wegen Umsatzsteuer 2008 und das des Kl\u00e4gers wegen Umsatzsteuer 2008 bis 2010 abgetrennt und an den erkennenden Senat verwiesen, wo sie das Aktenzeichen XI&nbsp;R&nbsp;3\/22 erhielten.<\/li><li>Die Kl\u00e4ger r\u00fcgen die Verletzung materiellen Rechts.<\/li><li>Der Kl\u00e4ger beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 01.10.2015 die Umsatzsteuerbescheide vom 15.04.2014 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Umsatzsteuer 2008 um 58,95&nbsp;\u20ac, die Umsatzsteuer 2009 um 133,32&nbsp;\u20ac und die Umsatzsteuer 2010 um 120,99&nbsp;\u20ac niedriger festgesetzt wird.<\/li><li>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 01.10.2015 den Umsatzsteuerbescheid 2008 vom 01.04.2014 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Steuer auf 3.137,95&nbsp;\u20ac festgesetzt wird.<\/li><li>Das FA beantragt,<br \/>die Revisionen als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II.<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Revisionen sind unbegr\u00fcndet; sie sind daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung \u2011\u2011FGO\u2011\u2011). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die geltend gemachten Vorsteuerbetr\u00e4ge aus den Eingangsrechnungen betreffend Anschaffung, \u00c4nderung, Reparatur und Reinigung von Kleidung nicht abziehbar sind.<\/li><li>1. Nicht abziehbar sind nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG Vorsteuerbetr\u00e4ge, die auf Aufwendungen entfallen, f\u00fcr die das Abzugsverbot des \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG gilt. Nach dem durch die Verweisung des \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG in Bezug genommenen \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG erfasst das Abzugsverbot Aufwendungen f\u00fcr die Lebensf\u00fchrung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, auch wenn sie zur F\u00f6rderung des Berufs oder der T\u00e4tigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.<\/li><li>Bei den Aufwendungen der Kl\u00e4ger handelt es sich um derartige Aufwendungen i.S. des \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG. Denn nach dem zwischen den Beteiligten zur Einkommensteuer ergangenen BFH-Urteil vom 16.03.2022&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;33\/18 (BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz&nbsp;12 bis 23) sind Aufwendungen f\u00fcr b\u00fcrgerliche Kleidung als unverzichtbare Aufwendungen der Lebensf\u00fchrung nach \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG grunds\u00e4tzlich nicht abziehbar. Anderes gilt nur f\u00fcr &#8222;typische Berufskleidung&#8220;, die nicht auch zu privaten Anl\u00e4ssen getragen werden kann. Letzteres ist im Streitfall zu verneinen, wobei der Senat zur Vermeidung von Wiederholungen auf dieses BFH-Urteil verweist.<\/li><li>Der hieran ge\u00e4u\u00dferten Kritik (vgl. Strahl, Neue Wirtschafts-Briefe 2022, 1823), wonach Aufwendungen f\u00fcr b\u00fcrgerliche Kleidung nur dann vom Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen sind, wenn sie nach den Vorschriften \u00fcber das steuerliche Existenzminimum zu ber\u00fccksichtigen seien (Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 21.09.2009&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672, unter C.III.4.a), zumal schwarze Anz\u00fcge au\u00dferhalb einer beruflichen T\u00e4tigkeit kaum getragen w\u00fcrden, ist nicht zu folgen. Denn unter Ber\u00fccksichtigung der vom Gro\u00dfen Senat des BFH vorgenommenen Wertungen ist davon auszugehen, dass der Begriff der typischen Berufskleidung nur Kleidungsst\u00fccke umfasst, die nach ihrer Beschaffenheit objektiv nahezu ausschlie\u00dflich f\u00fcr die berufliche Nutzung bestimmt und geeignet sind, woran es fehlt, wenn ihre Benutzung als normale b\u00fcrgerliche Kleidung im Rahmen des M\u00f6glichen und \u00dcblichen liegt (zutreffend Schiffers, Deutsche Steuer-Zeitung 2022, 496, 497; vgl. auch Kanzler, Finanz-Rundschau 2022, 844).<\/li><li>2. Der Senat kann offenlassen, ob das Abzugsverbot des \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG unionsrechtskonform ist (vgl. hierzu FG M\u00fcnchen vom 23.02.2006&nbsp;&#8211; 14&nbsp;K&nbsp;3585\/03, EFG 2006, 1018; Oelmaier in S\u00f6lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, \u00a7&nbsp;15 Rz&nbsp;639; Heinrichshofen in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Rz&nbsp;162). In Betracht kommt dabei, dass das Abzugsverbot entweder gegen die sog. Stillhalteklausel des Art.&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) verst\u00f6\u00dft, wonach bis zum Inkrafttreten der Bestimmungen i.S. des Art.&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL die Mitgliedstaaten (nur) alle Ausschl\u00fcsse des Vorsteuerabzugs beibehalten k\u00f6nnen, die (bereits) am 01.01.1979 vorgesehen waren, oder dass die Nichtabziehbarkeit der Vorsteuerbetr\u00e4ge Art.&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 MwStSystRL entspricht, wonach in jedem Fall diejenigen Ausgaben vom Recht auf Vorsteuerabzug ausgeschlossen werden, die keinen streng gesch\u00e4ftlichen Charakter haben (wie Luxusausgaben, Ausgaben f\u00fcr Vergn\u00fcgungen und Repr\u00e4sentationsaufwendungen).<\/li><li>Denn die Kl\u00e4ger haben sich nicht auf die Bestimmungen der MwStSystRL berufen. Dies w\u00e4re jedenfalls nach den Verh\u00e4ltnissen des Streitfalls erforderlich gewesen, da im Trennungs- und Verweisungsbeschluss vom 13.12.2021&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;33\/18 ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen wurde, dass der Ausschluss des Vorsteuerabzugs nach \u00a7&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. \u00a7&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 EStG zumindest in Teilen des Schrifttums f\u00fcr unionsrechtswidrig gehalten wird. Bei dieser Sachlage ist es dem Senat verwehrt, eine Berufung der Kl\u00e4ger auf das f\u00fcr sie unter Umst\u00e4nden g\u00fcnstigere Unionsrecht zu unterstellen (zum Berufungsrecht vgl. z.B. Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union \u2011\u2011EuGH\u2011\u2011 Becker vom 19.01.1982&nbsp;&#8211; C&nbsp;8\/81, EU:C:1982:7, Rz&nbsp;49; BFH-Urteile vom 19.02.2004&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;39\/02, BFHE 205, 329, BStBl II 2004, 672, Rz&nbsp;45; vom 10.02.2005&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;76\/03, BFHE 208, 507, BStBl II 2005, 509, Rz&nbsp;46; vom 11.10.2007&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;69\/06, BFHE 219, 287, Rz&nbsp;34; vom 20.03.2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;25\/11, BFHE 245, 286, BStBl II 2020, 821, Rz&nbsp;23; vom 17.03.2022&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;23\/21, BFH\/NV 2022, 1016, Rz&nbsp;15).<\/li><li>3. Der Kl\u00e4ger ist auch nicht insoweit zum Vorsteuerabzug berechtigt, als er der Kl\u00e4gerin als seiner Arbeitnehmerin schwarze Kleidung zur Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeit \u00fcberlie\u00df.<\/li><li>Soweit der Kl\u00e4ger Leistungen bezogen hat, um seiner Arbeitnehmerin neben dem Barlohn auch Sachlohn zuzuwenden, liegt kein tausch\u00e4hnlicher Umsatz i.S. des \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 UStG vor, bei dem die Arbeitsleistung der Kl\u00e4gerin durch Lohnzahlung und zus\u00e4tzlich durch eine Sachzuwendung verg\u00fctet wurde. Denn es handelt sich vorliegend um einseitige Sachzuwendungen, die ohne Bezug zum Umfang der durch den Arbeitnehmer zu erbringenden Arbeitsleistung und unabh\u00e4ngig von dem hierf\u00fcr bezogenen Lohn erfolgten, und die daher kein Entgelt f\u00fcr eine Arbeitsleistung sind (vgl. hierzu EuGH-Urteil Fillibeck vom 16.10.1997&nbsp;&#8211; C-258\/95, EU:C:1997:491, Rz&nbsp;16&nbsp;f.; BFH-Urteile vom 09.12.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 232, 243, BStBl II 2012, 53, Rz&nbsp;34; vom 29.01.2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;4\/12, BFHE 244, 131, Rz&nbsp;51). Nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG ist im Streitfall der f\u00fcr einen tausch\u00e4hnlichen Umsatz erforderliche Bezug zur Arbeitsleistung der Kl\u00e4gerin (vgl. BFH-Urteil vom 30.06.2022&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;25\/21, BFH\/NV 2022, 1258, Rz&nbsp;18 und 27) auszuschlie\u00dfen.<\/li><li>Liegt somit eine unentgeltliche Abgabe der Bekleidung an die Kl\u00e4gerin vor, die der Kl\u00e4ger bereits beim Leistungsbezug beabsichtigte, handelt es sich um eine Verwendung i.S. von \u00a7&nbsp;3 Abs.&nbsp;9a Nr.&nbsp;1 UStG f\u00fcr den privaten Bedarf seines Personals, die dem Vorsteuerabzug entgegensteht (vgl. BFH-Urteile in BFHE 232, 243, BStBl II 2012, 53, Rz&nbsp;17, 20, 22; in BFHE 244, 131, Rz&nbsp;52). Die unternehmerischen Gr\u00fcnde des Kl\u00e4gers f\u00fcr die \u00dcberlassung wie auch sein eigenbetriebliches Interesse (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 06.06.2019&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;18\/18, BFHE 265, 538, BStBl II 2020, 293; vom 16.12.2020&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;26\/20 (XI&nbsp;R&nbsp;28\/17), BFHE 272, 240, Rz&nbsp;38) \u00e4ndern daran nichts, weil der Vorteil der Kl\u00e4gerin nicht als nebens\u00e4chlich oder untergeordnet erscheint.<\/li><li>4. Der Senat entscheidet mit Einverst\u00e4ndnis der Beteiligten, das nach der Abgabe an den Senat erkl\u00e4rt wurde, ohne m\u00fcndliche Verhandlung durch Urteil (\u00a7&nbsp;90 Abs.&nbsp;2, \u00a7&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/li><li>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ECLI:DE:BFH:2022:U.240822.XIR3.22.0 BFH XI. Senat UStG \u00a7 3 Abs 9a, UStG \u00a7 3 Abs 12 S 2, EStG \u00a7 15 Abs 1a S 1, EStG \u00a7 12 Nr 1 S 2, EGRL 112\/2006 Art 176 Abs 2, EGRL 112\/2006 Art 176 Abs 1 S 2 vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg , 29. 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